'Ismaels Orangen' - Seiten 001 - 062

  • Ich habe eine Lesung der Autorin auf der Leipziger Buchmesse besucht und habe noch ihre Worte im Ohr.
    Später mehr, der BEsuch kommt gerade. :wave

    Die eigentliche Geschichte aber bleibt unerzählt, denn ihre wahre Sprache könnte nur die Sprachlosigkeit sein. Natascha Wodin

  • Ich hab auch ein bisschen gebraucht um die Geschichte rein zu finden. Der Schreibstil gefällt mir und ist finde ich leicht zu lesen.Exodus habe ich vor Ewigkeiten gelesen und kann mich nicht mehr daran erinnern nur noch das es um die Gründung des Staats Israel ging. Für mich ist das ein absehbarer Konflikt gewesen. So gut ich verstehen kann das dass jüdische Volk eine Heimat wollte, ein Land in das sie gehören und das ihnen gehört. Ich kann aber auch nicht verstehen wie man Menschen die da schon wer weis wie lange leben und für die das ihr Land ist dann per Beschluss enteignen und vertreiben kann. Das dass nur Hass nach sich zieht ist absehbar. Niemand hat die Menschen gefragt sie wohl bereits seit Generationen dort gelebt haben. Ein sehr schwieriger Sachverhalt und erst durch die Teilung kamen die Probleme zwischen den Religionen wohl ihren Höhepunkt so dass ein Zusammenleben was vorher gut funktioniert hatte nicht mehr möglich war :-(.
    Es ist auf alle Fälle gut die Geschichte von beiden Seiten erzählen zu lassen.

  • Ich konnte leider gestern erst anfangen. Mir fiel es erstaunlich leicht in die Geschichte rein zu kommen, es liest sich wirklich sehr flüssig. Das Thema ist ein schwieriges. Ich muß sagen das ich mich mit dem Nahost Konflikt noch nie so riesig beschäftigt habe. Daher war das ganze schon interessant zu lesen. Das die Autorin das ganze aus Kindersicht schreibt ist - denke ich - gut gemacht.
    Als es so schlimm wird das Salims Familie fliehen muß war ich doch sehr traurig, ich wünsche mir sehr das er noch seine Orangen ernten kann. Irgendwann mal.
    Enteignung und Völkervertreibung ist schwer zu begreifen, für mich eigentlich gar nicht....

  • Zitat

    Original von Maharet
    Enteignung und Völkervertreibung ist schwer zu begreifen, für mich eigentlich gar nicht....


    ja, so gehts mir auch. Ich denke, wirklich verstehen kann man das sowieso nur, wenn man es durchgemacht hat und das wünscht man keinem! :-(
    Man kann es nur versuchen...

  • Zitat

    Original von Dreamchen
    Ich hab auch ein bisschen gebraucht um die Geschichte rein zu finden. Der Schreibstil gefällt mir und ist finde ich leicht zu lesen.Exodus habe ich vor Ewigkeiten gelesen und kann mich nicht mehr daran erinnern nur noch das es um die Gründung des Staats Israel ging. Für mich ist das ein absehbarer Konflikt gewesen. So gut ich verstehen kann das dass jüdische Volk eine Heimat wollte, ein Land in das sie gehören und das ihnen gehört. Ich kann aber auch nicht verstehen wie man Menschen die da schon wer weis wie lange leben und für die das ihr Land ist dann per Beschluss enteignen und vertreiben kann. Das dass nur Hass nach sich zieht ist absehbar. Niemand hat die Menschen gefragt sie wohl bereits seit Generationen dort gelebt haben. Ein sehr schwieriger Sachverhalt und erst durch die Teilung kamen die Probleme zwischen den Religionen wohl ihren Höhepunkt so dass ein Zusammenleben was vorher gut funktioniert hatte nicht mehr möglich war :-(.
    Es ist auf alle Fälle gut die Geschichte von beiden Seiten erzählen zu lassen.


    Juden und Araber haben schon immer in Palästina zusammen gelebt. Dass das bei der Gründung des Staates Israel kritisch wurde lag an der starken Einwanderung durch die Überlebenden des Holocaust.
    Bis 1948 war das Land ein britisches Mandat und als es denen zu heiß wurde, bzw. das Land den Juden überschrieben wurde von den Vereinten Nationen, ließen sie die Leute dort knall auf Fall alleine wohl wissend, dass es ein Pulverfass war.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • Zitat

    Original von Findus


    Juden und Araber haben schon immer in Palästina zusammen gelebt. Dass das bei der Gründung des Staates Israel kritisch wurde lag an der starken Einwanderung durch die Überlebenden des Holocaust.
    Bis 1948 war das Land ein britisches Mandat und als es denen zu heiß wurde, bzw. das Land den Juden überschrieben wurde von den Vereinten Nationen, ließen sie die Leute dort knall auf Fall alleine wohl wissend, dass es ein Pulverfass war.


    Irgendwie hat man das Gefühl, dass dann doch wieder die Deutschen daran mit Schuld sind... :gruebel

  • So, ich habe auch gestern angefangen - allerdings fällt mir der Einstieg auch nicht so leicht...
    Dass ich die arabischen Wörter nachschlage, habe ich nach den ersten zwei Seiten augehört. Das ist mir zu mühsam und unterbricht mir allzu sehr den Lesefluss. Außerdem habe ich auch nicht das Gefühl, dass ich da irgendwas verpasse, zumal die Begriffe meist direkt im Anschluss übersetzt werden...


    Mit Judiths kurzem Abschnitt kam ich irgendwie gar nicht klar und habe nur Bahnhof verstanden.. Aber ich denke, das kommt noch.


    Exodus habe ich übrigens auch schon gelesen - aber das ist bereits ewig her. Damals war ich ca. 14 Jahre alt und hatte da noch gar nicht alles verstanden..

    Einige Bücher soll man schmecken, andere verschlucken und einige wenige kauen und verdauen.

  • Zitat

    Original von Nightflower


    Irgendwie hat man das Gefühl, dass dann doch wieder die Deutschen daran mit Schuld sind... :gruebel


    Es waren wohl eher mehrere unglückliche Umstände. Schuld??? Da kann man wohl bei Adam und Eva anfangen :rolleyes

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • Zitat

    Original von Nightflower


    Irgendwie hat man das Gefühl, dass dann doch wieder die Deutschen daran mit Schuld sind... :gruebel



    Für andere Länder kann ich nicht sprechen den da erlebe ich das ja nicht mit ..aber es ist nie einer schuld das ist immer klar.


    Aber hier bei uns beobachte ich das ja schon sehr lange und weis das dass was hier los ist nicht gut ist.. niemals so zu einem friedlichen Miteinander führen kann. Da hätten beide Seiten einiges zu tun um es anders zu machen. Hetze und pauschale Ablehnung sind nie gerechtfertigt egal um wen oder was es geht.
    Bei uns wollte die moslimische Gemeinde eine Moschee bauen auf einem alten Fabrikgrundstück hinter dem Haus in dem ich lebe... Himmel was ein Irrsinn da abging. Mein Problem besteht eher darin das sie da hoffentlich ein optisch schönes Gebäude bauen. Gedanken habe ich mir eher gemacht das es zu Problemen kommt weil dass dann auch direkt neben dem Schwimmbad ist und Parkplätze hier eh im Sommer schon fast zum Krieg werden damit die Anwohner auch nochmal halbwegs nah parken können.
    Die Moschee wurde vom Stadtrat abgelehnt. Naja die sollten lieber unser Rathaus und die katholische Kirche abreißen :lache sowas von abgrund tief hässlich wie die sind :grin.
    Ich habe und hatte auch immer wieder Probleme mit türkisch stämmigen Einwohnern hier aber auch nette Leute sind mir da begegnet . Ich glaube wenn wir Deutschen den Türken zB nicht so ablehnend begegnet wären und es ja immer noch tun würden die sich wohl auch anders uns gegenüber verhalten. So wie es aktuell in Deutschland läuft sehe ich einfach keine Chance dass sich das doch alles mal in eine positive Richtung ändert .


    Ähnlich ist es sicher auch zwischen Israelis und Palästinensern .. wenn jeder immer nur auf dem Anderen rum hackt dann kann das keinen Frieden geben. Wenn Nachbarfamilien sich schon anfeinden und kein friedliches Miteinander finden wie soll es dann ein ganzes Volk schaffen.

  • Im Prinzip sind alle Schuld ganz pauschal. Aufhören wäre das sinnvollste das Land ist eben geteilt da lässt sich jetzt nichts ändern.Also das Beste draus machen und anfangen miteinander auszukommen.


    Leider sind ja immer und überall Machtspiele das wichtigste und dabei ist es egal ob Menschenleben auf der Strecke bleiben oder nicht :cry und das um den ganzen Globus :-( darum sag ich ja die Menschen lernen nicht.

  • Zitat

    Original von Regenfisch
    Ich habe eine Lesung der Autorin auf der Leipziger Buchmesse besucht und habe noch ihre Worte im Ohr.
    Später mehr, der BEsuch kommt gerade. :wave


    Das wollte ich eigentlich sagen:
    Ich erinnere mich, dass Claire Hajaj sagte, dass sie zwischen den Nationen aufgewachsen ist. Ihre Mutter ist Jüdin, ihr Vater Moslem. Sie hat das Vereinende der beiden Völker erlebt, aber auch das Trennende: Sie wollte mit ihrem Buch zeigen, dass hinter dem vermeintlichen Feind ein Mensch steckt, dass beide Seiten denselben Traum haben: den Wunsch nach einer Heimat.


    Diese Worte kamen mir beim Lesen des ersten Abschnittes in den Sinn. Aus der Kinderperspektive lässt sich dieses Ansinnen besonders gut umsetzen, denn durch diese Perspektive wirkt das Unverstehbarkeit eines Krieges echt.


    Ich bin sehr gut in das Buch hineingekommen und freue mich auf das Weiterlesen.


    Bild Jaffa Hafen


    Karten mit der Entwicklung Israels

    Die eigentliche Geschichte aber bleibt unerzählt, denn ihre wahre Sprache könnte nur die Sprachlosigkeit sein. Natascha Wodin

  • Regenfisch, danke für die Links. Die Karten hatte ich mir schonmal bei Breaking News angeschaut. Ich finde, mit ihrer Hilfe kann man die Entwicklung der Region gut verfolgen.


    Ich fürchte, man kann diese uralten Feindschaften nur dann überwinden, wenn man aufhört, über Schuld, wer hat angefangen und wer hat dem Anderen schlimmeres angetan, nachzudenken. Man ist es ja nie selbst - es sind immer die Anderen.
    Bisher sehe ich da wenig Chancen - die Auftritte von "Bibi" Netanyahu flößen mir da keine Zuversicht ein.
    Es gibt zwar einige Initiativen in diesem Sinn, aber noch sind es zu wenige, um die Mehrheitsmeinung zu verändern.

  • Zitat

    Original von maikaefer


    Kann man da irgendwie "hilfreich in die Seite treten"? :keks :wave


    Ich glaube ich benötige keine Hilfe mehr. Wie sagt man so schön, der Knoten ist geplatzt.


    Auch ich habe nach meinen Einstiegsschwierigkeiten diesen ersten Abschnitt nun fertig.


    Salim gefällt mir sehr gut. Ich habe sogar Mitleid mit ihm. Er wird oft reingelegt weil er so gutmütig ist. Ich glaube er möchte auch unterscheiden zwischen guten und "bösen" Juden, ihm ist es bestimmt egal, was seine Mitmenschen für einen Glauben haben, Hauptsache es geht gerecht zu.


    Viele Grüße :wave

  • Zitat

    Original von Rumpelstilzchen
    Regenfisch, danke für die Links. Die Karten hatte ich mir schonmal bei Breaking News angeschaut. Ich finde, mit ihrer Hilfe kann man die Entwicklung der Region gut verfolgen.


    Ich fürchte, man kann diese uralten Feindschaften nur dann überwinden, wenn man aufhört, über Schuld, wer hat angefangen und wer hat dem Anderen schlimmeres angetan, nachzudenken. Man ist es ja nie selbst - es sind immer die Anderen.
    Bisher sehe ich da wenig Chancen - die Auftritte von "Bibi" Netanyahu flößen mir da keine Zuversicht ein.
    Es gibt zwar einige Initiativen in diesem Sinn, aber noch sind es zu wenige, um die Mehrheitsmeinung zu verändern.



    Das denke ich auch. Aber der Hass und die Wut sitzt halt sehr sehr tief. Was ich irgendwie als unverständlich empfinde ist halt die Tatsache das die Juden ja grade erst ein paar Jahre vorher aus Schlimmste erfahren haben wie es ist wenn man einfach enteignet wird, und trotzdem gehen sie auch mit Waffengewalt und sehr unnachgiebig an die Sache ran.
    Ich denke nicht das man sagen kann das die Deutschen an allem "schuld" sind, aber es zieht halt einfach weitreichende Kreise, die man so mit dem ersten Gedanken vielleicht gar nicht unbedingt miteinander in Verbindung bringt, aber die doch zusammen gehören, und das eine ist eine (nicht die einzige, aber eine) Ursache des anderen.



    Zitat


    Original von Regenfisch
    Ich erinnere mich, dass Claire Hajaj sagte, dass sie zwischen den Nationen aufgewachsen ist. Ihre Mutter ist Jüdin, ihr Vater Moslem. Sie hat das Vereinende der beiden Völker erlebt, aber auch das Trennende: Sie wollte mit ihrem Buch zeigen, dass hinter dem vermeintlichen Feind ein Mensch steckt, dass beide Seiten denselben Traum haben: den Wunsch nach einer Heimat.



    ich glaube das sagt eigentlich alles aus....

  • Ich kam eigentlich ganz gut in die Geschichte rein; der Stil gefällt mir... die Stimmung der Bedrückung, die auf Salim und seiner Familie liegt kann man spüren... die Angst vor Krieg und Verlust... puh, ich glaube, dass dieses Buch sich noch zur emotionalen Achterbahnfahrt entwickeln wird.

    "Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns."

    Franz Kafka, Brief an Oskar Pollak, 27. Januar 1904






    :lesend

  • Ich bin ja hoffnungslos hinten dran mit dem Buch, gebe also den einsamen Spätstarter. Das Cover gefällt mir ausnehmend gut. Her mit den Orangen! Und die Geschichte beginnt auch interessant, vor allem auf der Salim Seite. Abu Masen wird sicherlich noch eine besondere Rolle spielen, ein fieser Hund in einer historischen Gemengelage, die es in sich hat. Wer hat hier Recht und wer bestimmt das überhaupt? Der Einstieg ist nicht ganz einfach zu lesen für mich. Manchmal habe ich Schwierigkeiten die Namen zuzuordnen. Aber mit jeder Seite klappt es besser!

  • Ich bin noch nicht sehr weit mit dem Buch, aber jetzt antworte ich auch mal ein wenig zum ersten Abschnitt.


    Die Geschichte interessiert mich, aber sie liest sich für mich auch nicht "mal eben so" und vorallem nicht nebenbei. Ich muss mich auf das Buch einlassen und auch die Zeit haben ein paar mehr Seiten am Stück zu lesen.


    Ich vermisse auch eine Landkarte, das wäre wirklich noch interessant (und hilfreich) gewesen. Ein Personenverzeichnis ist für mich nicht unbedingt notwendig, aber das wäre natürlich das Tüpfelchen auf dem I gewesen.


    Mit den Wörtern habe ich nicht so ein Problem, die meisten kenne ich auch anderen Romanen und die die ich nicht kenne schaue ich je nach Leseflussnotwendigkeit nach oder auch nicht.


    Das Cover gefällt mir übrigens auch ausgesprochen gut.


    Ansonsten gefällt mir das Buch bisher sehr gut und ich werde hoffentlich bald Zeit finden weiter zu lesen.


    Ich bin zwar nur Zaungast, aber ich lese auch noch, Luc. :wave

  • Ich hatte keine Probleme mit dem Einstieg ins Buch. Ich finde den Schreibstil schön und flüssig zu lesen. Einige arabische Wörter kenne ich schon aus anderen Büchern und wenn nicht, schaue ich sie eben hinten nach. Das ist kein Problem für mich.
    Besonders interessant finde ich das Buch, da ich mich mit dem Thema bisher kaum beschäftigt habe. Klar, man hört hier und da was in den Nachrichten und am Ende meiner Schulzeit kam der Konflikt auch kurz zur Sprache, aber richtig Ahnung habe ich nicht. Bisher konnte das Buch mein Interesse wecken, so dass ich mich der Thematik langsam annähern kann. Klar, ist Bellestrik keine richtige Geschichtsquelle, aber es hat mich zur Weiterforschung im Internet motiviert.
    Salim finde ich bisher einen sympathischen Charakter und mir gefällt es, das Buch aus seiner Sicht zu lesen. Auch Salims Mutter mag ich bisher.
    Ich bin gespannt, was noch folgt.