Stress verringern

  • Ich weiß nicht, wann ich mich das letzte Mal gelangweilt habe. Muss Jahre her sein.

  • Doch, ich habe mich tatsächlich letztens gelangweilt, als ich auf einer Feier ausharren musste, wo ich mich absolut fehl am Platz gefühlt habe! :-( Ansonsten kenne ich das Problem "Langeweile" aber auch nicht, ich hab immer genug zu tun und mein SUB wächst auch beständig.


    Um aber nochmal zum Thema zurückzukommen, ich denke, das Zauberwort ist wirklich "Entschleunigung". Sich nicht mehr so hetzen lassen, sich nicht mehr allen und jedem verpflichtet fühlen und sich kein schlechtes Gewissen machen, wenn man eben mal weniger schafft als man meint, schaffen zu müssen. "In der Ruhe liegt die Kraft!" sagt meine Mutter immer und damit hat sie recht. Ich habe mir angewöhnt, eins nach dem anderen zu erledigen, und wenn ich mal eine Pause brauche, dann gönne ich mir die nach Möglichkeit auch, und wenn es nur eine Tasse Tee ist, mit der ich mich hinsetze, statt sie im Stehen nebenbei zu trinken.
    Außerdem ist es auch eine Sache der Perspektive: wenn ich abends nochmal Revue passieren lasse, was ich heute alles geschafft habe, dann gehe ich mit einem ganz anderen Gefühl schlafen, als wenn ich nur darauf schaue, was ich alles nicht mehr erledigen konnte!
    Ich versuche auch, mich nicht mehr zu ärgern, wenn es mir mal wieder die Tagesplanung zerschießt (und das kommt eigentlich ständig vor), sondern die Dinge zu nehmen, wie sie kommen. Ich kann es schließlich nicht ändern, wenn z.B. mein Kind morgens mit Zahnschmerzen aufwacht und wir dann den Nachmittag beim Zahnarzt verbringen, wo wir ohne Termin natürlich länger warten müssen als mit. Wenn ich mich dann auch noch ärgere, weil mir wieder Zeit für andere Dinge flöten geht, dann stresse ich mich damit nur unnötig.


    Und last but not least: Das Internet ist wirklich ein Riesen-Zeitfresser! Ich bin bewusst nicht bei Facebook, mir reichen meine zwei Foren, in denen ich aktiv bin, denn auch sonst geht noch genug Zeit fürs Surfen drauf, weil man ständig von einem interessanten Link zum nächsten springt und dabei völlig die Zeit vergisst. Deswegen verordne ich mir auch immer wieder mal internetfreie Tage; wenn man nur ein, zwei Tage offline geht, verpasst man nicht allzu viel (wobei das in den meisten Fällen auch nicht schlimm wäre), aber es wird einem mal wieder bewusst, wieviel mehr Zeit man plötzlich hat, wenn man nicht dauernd nach neuen Mitteilungen/Postings etc. guckt!


    LG, Bella

  • Booklooker, wenn Du immer etwas tun mußt, weil es Dir einfach nicht liegt mal nix zu tun. Vielleicht hast Du ja noch Aufgaben die ruhiger sind, wie z. B. Fotos sortieren und in Alben kleben, Korrespondenz in die Ablage packen, Rezepte sortieren oder heraussuchen, u. ä. Und das ganz ohne Stress ...vielleicht ein bischen Musik oder ein Hörbuch nebenher laufen lassen und dann paßt es schon.


    Oder bist Du ja kreativ oder handwerklich begabt? Dann los.


    Wenn Ihr einen Balkon oder Garten habt, dann evtl. og. dort erledigen. Es gibt doch nichts Schöneres! : )


    Prioritäten richtig setzen ist dann natürlich sehr wichtig. Zeiträuber erkennen und handeln.

  • Leider haben wir keinen Garten. Das würde mir einiges erleichtern. Wir haben zwar einen Gemeinschaftsgarten, aber ich finde es nicht sehr angenehm dort zu sitzen, weil ich mich dort beobachtet fühle.


    Ein ruhiges Hobby, das auch recht neu ist, ist wohl das Stricken :-) Da kann man auch prima Hörbuch hören. Ist für mich aber nur fürs Wochenende was, weil ich dann auch richtig was schaffen möchte (da ist er wieder, der Stress ;-)). Abends nach der Arbeit habe ich da einfach keinen Kopf für.

  • Was mir auch hilft, ist der Gedanke: "Müssen? Ich muß gar nix!!!"


    Wenn ich nach einem 10-Stunden-Tag in der Arbeit völlig gestresst heimkomme, bestelle ich auch schon mal eine Pizza. Na und? Ein anderes Mal dagegen schalte ich beim Kochen schön ab.


    Ich kann Dinge (Staubflusen, Schmutzwäsche etc.) auch gut ein paar Tage übersehen. Wenn ich mir z.B. vornehme "Morgen wird aber geputzt" und just dieser Tag ist der erste Sonnenscheintag nach zwei Wochen Regen. Dann ist die Bude eben noch einen Tag dreckig und ich genieße den schönen Tag draußen. Diese Art von Pflichten rennt einem ja nicht weg.


    Natürlich sollte man sowas auch nicht wochenlang vor sich hinschieben (irgendwann sieht die Bude sonst aus wie Sau, man hat keine frischen Klamotten mehr etc.) :grin - aber ein paar Tage hin oder her machen das Kraut auch nicht fett.

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)



  • Bin derselben Meinung! Ich möchte ja noch LEBEN!

  • *Loslassen* ist das Zauberwort :wave


    Man muß nichts tun nur weil es die Gesellschaft erwartet oder von einem Fordern weil es halt so sein *muß* wie viele denken und auch so erzogen wurden.


    Dass schafft einen immensen Druck und auch Versagensgefühle mit denen es einem ganz sicher nicht besser geht.


    Sicher muß man sich an so etwas wie Hausordung, Arbeitsregeln usw halten..aber was man in seinen vier Wänden macht oder eben nicht :grin entscheidet man selber und es geht niemanden etwas an .


    Das zu Leben ist schon eine Lernaufgabe und auch Herausforderung und bekommt das auch nicht immer so hin...aber man wird immer besser darin ;-)


    Wenn man nicht einfach *nichts* tun kann .. wäre es doch mal ein Ansatz das zu üben und zu sehen was passiert :grin

  • Es geht ja nicht darum, was man so macht, oder was andere so machen.
    Es geht darum, welche Ansprüche ich an mich stelle.

  • Zitat

    Original von Booklooker
    Es geht darum, welche Ansprüche ich an mich stelle.


    Welche Ansprüche stellst Du denn an Dich?


    Ich stelle mir nur den Anspruch, glücklich und zufrieden zu sein.


    Punkte wie "3x die Woche Sport" oder "Jede Woche die Bude einmal von vorn bis hinten durchzufeudeln, daß man sogar noch aus der Kloschüssel essen kann" etc. können klappen oder auch nicht.


    Man hat einen Job, der einen oft fordert. Man hat Familie, mit der man Zeit verbringen möchte. Man hat Haustiere, um die man sich kümmern möchte. Man hat Hobbies, die man auch irgendwie unterbringen möchte. Und man hat eine Unzahl von Pflichten, denen man nachkommen muß. Der Tag hat aber nur 24 Stunden.


    Ich setze mich schon lange nicht mehr mit irgendwelchem Kram unter Druck (gelingt mal besser und mal nicht ganz so gut :grin ).


    Dinge, die ich außer der Reihe anpacken will (Steuer, Ablage etc.), landen auf meiner TO DO Liste, die ich je nach verfügbarer Zeit immer mal wieder abarbeite. Auf der Liste habe ich alles im Blick und kann auch je nachdem, wieviel Zeit ich für sowas übrighabe, mal was Kleines zwischendurch erledigen oder ein Großprojekt, wenn ich mehr Zeit habe.

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Hast du wirklich eine To Do Liste, auf der du alles aufschreibst? Vielleicht sollte ich das auch mal machen.


    Tja, mein Anspruch ist eben, überall perfekt zu sein. :rolleyes
    Dass das nicht geht, weiß ich, aber ich verdränge das immer wieder.

  • Ich habe jetzt bei dem schönen Wetter den PC kaum angemacht. So ungerne ich es zugebe, das Internet frisst wirklich zuviel unserer Zeit. Ohne konnte ich am WE ein Strickteil fertig stellen und ein Buch fast ganz auslesen.

    Diese Eintrag wurde bisher 47 mal bearbeited, zultzt gerade ebend, wegen schwere Rechtsschreipfeler.

  • Zitat

    Original von Booklooker
    Hast du wirklich eine To Do Liste, auf der du alles aufschreibst? Vielleicht sollte ich das auch mal machen.


    Tja, mein Anspruch ist eben, überall perfekt zu sein. :rolleyes
    Dass das nicht geht, weiß ich, aber ich verdränge das immer wieder.


    Ja, habe ich. Ich bin halt auch ein altes Siebhirn. Und mir nimmt es echt schon Streß weg, wenn ich alles auf einer Liste habe. Da habe ich alle anstehenden Dinge im Blick und sehe auch auf einen Blick, was ein kleines Projekt ist und was ein großes.


    Allerdings sind das so Sachen wie eben Steuer, Hecken schneiden, Fenster putzen und nicht so alltäglicher Kram wie "Bad putzen".


    Doch auch und gerade in fiesen Streßzeiten hat es mir schon geholfen, wenn ich z.B. mit Bleistift im Kalender vermerkt habe: MO - Bad putzen, DI - Küche putzen, MI - Einkaufen etc. Das verleiht der Woche Struktur und ich weiß, woran ich bin. Es entstresst mich, wenn ich sowas festlege und ich nicht dauernd drüber nachdenken muß, wann ich was am Besten mache.


    Ach und Perfektion wird eh völlig überbewertet. Spätestens, falls Du mal Kinder hast, kannst Du Dich davon sowas von verabschieden. Also mach es am Besten gleich. Es gibt Zeiten, da müssen 70% ausreichen. Keiner wird Dich weniger mögen, wenn Du mal Bügelwäsche über hast oder in irgendeiner Ecke eine Staubfluse hängt.

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Du verstehst mich nicht. Es geht nicht um andere... Ich habe für mich den Anspruch alles hinzukriegen. Das ist total irre glaub ich.


    Ich habe tatsächlich mal versucht jeden Tag ein Zimmer beispielsweise zu machen. Das hat mich auch verrückt gemacht. Jetzt mache ich wieder Ordnung bei Bedarf und lasse auch mal schludern - um mich dann direkt zu ärgern.. Ein Teufelskreis...

  • Zitat

    Original von Booklooker
    Hast du wirklich eine To Do Liste, auf der du alles aufschreibst? Vielleicht sollte ich das auch mal machen.


    Tja, mein Anspruch ist eben, überall perfekt zu sein. :rolleyes
    Dass das nicht geht, weiß ich, aber ich verdränge das immer wieder.


    Ich habe auch eine To Do Liste für alles außer der Reihe. Das hilft mir den Überblick zu behalten.


    Alles was immer anfällt wird erledigt wie ich Zeit, Lust und halt auch Kraft habe.


    Ich habe mir abgewöhnt alles perfekt machen zu müssen. Weder für mich noch für andere. Solange ich mich wohlfühle ist alles in Ordnung.

  • Zitat

    Original von Booklooker
    Du verstehst mich nicht. Es geht nicht um andere... Ich habe für mich den Anspruch alles hinzukriegen. Das ist total irre glaub ich.


    Ich habe tatsächlich mal versucht jeden Tag ein Zimmer beispielsweise zu machen. Das hat mich auch verrückt gemacht. Jetzt mache ich wieder Ordnung bei Bedarf und lasse auch mal schludern - um mich dann direkt zu ärgern.. Ein Teufelskreis...


    Das hat viele schon in die Depression getrieben, das weißt du?

  • So eine Liste (unangenehme Anrufe, Behördenzeug, Termine machen, Sperrmüll wegbringen usw.)habe ich auch. Ich nenne sie die "Hassliste".
    Die schiebe ich ein bisschen vor mit her und arbeite sie dann einem Tag ab.
    Ich höre nicht auf, bis alles auf der Hassliste durchgestrichen ist.
    Danach fühle ich mich sauwohl. Das ist mir persönlich lieber, als jeden Tag irgendwas Unangenehmes zu erledigen.


    Ich versuche zwar, manche Sachen perfekt zu machen, aber je größer bei mir der Drang zur Perfektion, desto mehr geht es regelmäßig in die Hose.
    Ich habe gelernt, damit zu leben. :grin


    Mach es wie ich. Ich denke, bei mir kriegt keiner Komplexe. Ich stärke das Selbstbewusstsein meiner Freunde. :Sonnenbrille :grin

  • Ich habe auch so eine to-do Liste. Ich finde das sehr entspannend, denn alles, was da einmal draufsteht, kann mir nicht mehr in Endlosschleife "ich darf auf keinen Fall vergessen, dass ich noch xy machen muss" durch den Kopf gehen. Erledigt wird dann nach Dringlichkeit. Die Sachen, die nicht eilen, mache ich wenn ich Leerlauf oder gerade Lust drauf habe. Äh, also wohl eher bei Leerlauf :lache

  • Zitat

    Original von Booklooker
    Du verstehst mich nicht. Es geht nicht um andere... Ich habe für mich den Anspruch alles hinzukriegen. Das ist total irre glaub ich.


    Nö, ich hatte schon den Eindruck, daß "nur" Du Dich da selber unter Druck setzt und niemand sonst. Meinen letzten Satz hatte ich quasi nur noch ergänzend angehängt. ;-)


    Bist Du jemand, der sonst auch gerne alles unter Kontrolle hat und gerne die Zügel in der Hand hält?


    Bei mir ist das ja so und diesen 150%-Anspruch hatte ich früher auch an mich selbst. Vor X Jahren hatte ich noch einen ruhigen Job und konnte so pünktlichst gehen und absolut entspannt meinem Putzwahn nachgehen. Aber die Zeiten haben sich geändert, der Job ist immer stressiger geworden und überhaupt führe ich jetzt ein komplett anderes Leben als vor X Jahren.


    Ich mußte auch erst lernen, loszulassen ... und daß es zuhause eben Dinge gibt, bei denen mir auch 70% oder 80% ausreichen. Ich bin auch egoistischert geworden. Ich habe ja jetzt z.B. viel, viel weniger Lesezeit als früher. Heute ist es mir wichtiger, wenigstens ein paar Bücher im Monat zu lesen als allezeit streifenfreie Fenster zu haben. Hey... man kann durchgucken, was solls?

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Ja, eigentlich bin ich so, dass ich gern die Kontrolle behalte. Ich versuche gerade etwas dagegen zu tun ;-)


    Und BelleMorte, das ist der Grund, weshalb ich hier gefragt habe, wie ihr Stress abbaut.