'Feuer über Brandenburg' - Seiten 132 - 217

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  • Ich hätte es ja Geras echt nicht zugetraut, dass sie die treibende Kraft hinter dieser Hochzeit war :wow ich dachte, da haben die Väter was abgemacht ohne die Kinder groß zu fragen, die Wut von Jonata und dass sie ihr nicht verzeihen kann, kann ich da verstehen, nur gut, dass sie in ihrer Wut nicht so weit geht, die Freundin sich selbst zu überlassen.


    Mattheys finde ich auch ganz toll, da dachte ich gleich beim Lesen, das ist bestimmt Charlies Liebling!






    Es ist wirklich erschreckend, was aus Bogdan geworden ist, trotzdem tut er mir einfach nur leid, er versucht alle guten Gefühle, jede menschliche Regung aus sich und Sladjan auszubrennen, für ihn die einzige Möglichkeit irgendwie weiter zu machen, schrecklich aber auf jeden Fall für mich nachvollziehbar, dass ein Mensch nach so einer Erfahrung nur noch verbrannte Erde zurücklassen kann.


    Kilian finde ich sehr faszinierend, dass er bei den Juden willkommen ist, zeigt doch, dass sie sich gar nicht so total abschotten, die allermeisten Menschen wollten nur einfach nichts über diese andere Glaubensgemeinschaft in ihrer Mitte wissen, sonst hätten sie ja auf einmal feststellen müssen, dass ihre Vorurteile und ihr Hass völlig unberechtigt sind.
    Ist ja leider heute noch oft genug so.

  • Zitat

    Original von Zwergin
    I
    Es ist wirklich erschreckend, was aus Bogdan geworden ist, trotzdem tut er mir einfach nur leid, er versucht alle guten Gefühle, jede menschliche Regung aus sich und Sladjan auszubrennen, für ihn die einzige Möglichkeit irgendwie weiter zu machen, schrecklich aber auf jeden Fall für mich nachvollziehbar, dass ein Mensch nach so einer Erfahrung nur noch verbrannte Erde zurücklassen kann.


    Das finde ich sehr gut formuliert. Er brennt sich im Innern aus. Anders kann er's nicht aushalten. Denkt er.


    Ueber Fliese und Kachel, Vogel und Baum werde ich noch ziemlich lange lachen.

  • Das Kapitel über Bogdan konnte ich nur querlesen. das Schlimme ist, dass heute beim IS genau die gleichen Methoden angewandt werden, die Bogdan hier verwendet..... Damals wie heute total unbegreiflich, wie man so denken kann.



    Geras wird einmal aktiv und versucht sich ihr Glück zu holen und zerstört damit nicht nur das Verhältnis zu Jonata, sondern macht sich selber damit unglücklich. Ich hatte irgendwie im ersten Abschnitt nicht das Gefühl, dass sie so duckmäuserisch ist, wie sie sich jetzt hier verhält.


    Ich hoffe ja sehr, dass Steffan nicht auf die Idee kommt, dass das Kind ein Ergebnis der Erlebnisse in Müllrose ist. Zutrauen würde ich ihm das, so wie er sich Geras bis jetzt gegenüber verhält.

  • Ich finde den Namen "Müllrose" übrigens total irritierend. Ich habe die Stadt gegoogelt, aber schön ist das nicht. Wo der Name wohl herkommt.. Bei Siegburg gibt es einen Ortsteil der Mülldorf heißt, das ist auch nicht gerade schmeichelhaft.

  • Ja, schade, oder? Wir hatten darüber im Lektorat ein bisschen bedauernd ein Witzlein gerissen: "Feuer über Müllrose" würde wohl keiner kaufen...


    Wo der Name herrührt, ist tatsächlich umstritten und lässt sich eindeutig trotz intensiver Forschung nicht sagen. Gesichert angenommen werden kann allerdings, dass die Theorie, der Name stamme vom im Ort ansässigen Mühlbetrieb, falsch ist.


    Aus dem Sorbischen stammend wie ja viele Ortsnamen der Niederlausitz könnte er "kleine/enge Furt" bedeuten, aber angezweifelt wird auch das.


    Tatsächlich gibt es einen stark belegbaren serbischen Familiennamen "Milorad", der derzeit am ehesten als Ursprung des Ortsnamens angenommen wird.


    Armes Muellrose. Ehrlich gesagt - so traurig, wie der Name klingt, sieht's da leider auch aus. Fand ich. Das war der trostloseste Teil der Recherche.


    Schoenen Freitagabend
    Charlie

  • Sehr schade, ich hätte es Müllrose ja gegönnt ein kleines aufstrebendes Örtchen zu sein

    LG Inge


    Ryle hira - Life is what it is


    Words are, in my not-so-humble opinion, our most inexhaustible source of magic. Capable of both inflicting injury, and remedying it - Albus Dumbledore


  • Zitat

    Original von hollyhollunder


    Sehr guter Vergleich.


    Als dann auch mehrmals von einem grünen Kleid die Rede war, verstärkte sich das Gefühl. Allerdings ist Geras dann doch anders als Melanie... Die bewies an einigen Stellen auf ihre Art zwar mindestens genauso viel Stärke wie Scarlett, aber sie hätte ihrer Freundin nie und nimmer einen Mann wegggenommen. Obwohl ich Geras ein wenig verstehen kann. Und ein Hauptgewinn ist Steffan ja nun ganz gewiss NICHT! :yikes


    Zitat

    Original von maikaefer
    Mattheys ist eindeutig jemand zum "Liebhaben", aber die Heldin wird er wohl nicht "bekommen", ihr jedoch hoffentlich im Rahmen seiner Möglichkeiten tapfer weiterhin zur Seite stehen.


    Zitat


    Wie wäre es denn mit Hille? Die mag ich auch sehr gerne und mit Kilian wird das sicherlich nix. Die Ärmste, auch sie ist ganz fürchterlich verliebt und stösst wie Geras auf wenig Gegenliebe. Ich hoffe ja, dass es am Ende doch zwei, drei glückliche Menschenkinder in dieser Geschichte gibt.


    Hille und Mattheys? Ich weiß nicht... Gönnen würde ich es beiden, aber ich denke eher nicht, dass es so kommt.


    Mit den Namen hatte ich hier übrigens - anders als mit "Arman", "Amarna" und im Olympiabuch "Albi" - keine Probleme, bei Bohdan vermutete ich zuerst einen Tippfehler zu Bogdan, aber dann war es okay. Nur mit den 3 Namen für den Hussiten dauerte es einen Moment :-)
    Eure Fliesen/Baum/Vogelgeschichten gefielen mir gut :lache :anbet
    :wave

    “Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.”Christian Morgenstern (1871 – 1914)

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  • Zitat

    Original von maikaefer
    Obwohl ich Geras ein wenig verstehen kann. Und ein Hauptgewinn ist Steffan ja nun ganz gewiss NICHT! :yikes


    Der Vergleich ist super. Da kriegst du ein dickes fettes hüpsches Los - und dann siehst du, dass es beim Auspacken eine Niete ist. :grin

  • Dass Geras hinter der Heirat steckt, hätte ich auch nicht vermutet. Jonatas Reaktion ist verständlichund nachvollziehbar.


    Zitat

    Original von maikaefer
    Nur mit den 3 Namen für den Hussiten dauerte es einen Moment :-)


    Jo, bei mir auch. Aber wie gut das euch gibt und ihr das alles noch mal für etwas "Begriffstutzige" zusammenfasst ;-)


    Matthys mag ich auch, ich denke er wird noch wichtig werden.


    Bin sehr gespannt wie es weitergeht :wave

  • Zitat

    Original von Inge78
    Sehr schade, ich hätte es Müllrose ja gegönnt ein kleines aufstrebendes Örtchen zu sein


    Ich auch!


    Ganz doll.


    Diese Trostlosigkeit, die da herrscht, war der traurigste Teil der Recherche. Bernau fand ich ja schon deprimierend - aber Müllrose hätte ich wirklich gewünscht, die fröhlichste Community von ganz Brandenburg zu sein.


    Alles Liebe von Charlie

  • Ich konnte das Buch in diesem Abschnitt vor Spannung nur schwer aus der Hand legen.


    Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass sich Geras Hals über Kopf in Steffan verliebt haben könnte. Dachte auch, dass die Heirat eine Abmachung unter den Väter war. Ich hätte Geras für klüger gehalten, vor allem nach ihren Worten gegenüber Steffan nach ihrer ersten Begegnung. Hoffentlich gewinnt sie noch an Selbstbewusstsein, echt traurig wie sie sich vor Steffan so erniedrigt.


    Steffan, ja ehrlich gesagt, bin ich über sein Verhalten nicht überrascht, hat sich schon angebahnt. Nun bin ich gespannt wie sich sein Charakter weiterentwickelt, zum Guten oder Schlechten?


    Jonatas Reaktion kann ich sehr gut nachvollziehen. Finde es nur natürlich, dass sie Geras nicht sofort vergibt und in der Tiefe ihres Herzens will sie es ja, nur ihr Stolz steht ihr zuerst im Weg. Zum richtigen Zeitpunkt eilt sie Geras zur Hilfe und zeigt wie stark sie ist, nicht nur körperlich.
    Sie rettet den Hussiten, klammert sich an das Leben, dass sie bei zwei Menschen ausgelöscht hat.


    Über Kilian rangt sich nun ein Geheimnis. Sehr passend was er wieder sagt: "Vielleicht bin ich ein Fremder in meiner egenen Zeit". Wie es wohl mit ihm weitergeht...


    Matthew und Sladjan werden sicherlich auch noch eine wichtige Rolle spielen.

  • Dieser Abschnitt war absolut spannend.


    Das Geras so hinterlistig sein kann, hätte ich nicht vermutet. Ich hatte gedacht, dass die Hochzeit eine Absprache unter den Vätern gewesen wäre. Weil für Steffans Vater Gera die bessere Partie darstellt.


    Das Jonata enttäuscht ist, kann ich gut verstehen. Auch das sie Geras nicht sofort verzeihen kann. Sie hat ja ein ganz schön böses Spiel mit ihr getrieben. So einfach ihren Verlobten vor der Nase wegzuschnappen.
    Steffan wird mir von Mal zu Mal unsympathischer. Sein Verhalten gegenüber Geras finde ich absolut unpassend.


    Zum Ende des Abschnitts erwartet uns mal ein richtiger Knaller. Jonata und Geras befinden sich in dem Dorf Müllrose, als es von den Hussiten überfallen wird. Jonata rettet Geras vor einem der Angreifer. Sie hat ganz schön mutig gehandelt. Zum Glück haben beide überlebt. Die Reaktionen von Mattheys finde ich gut. Auf dem Rückweg nach Bernau finden sie Sladjan/Karel und kümmern sich um ihn.

  • Also eine Absprache der Väter ist es natürlich auch. Die Frage, ob Geras sich dagegen hätte wehren können, wenn sie gewollt hätte, wäre gar nicht so einfach zu beantworten.
    Ich finde ihre Situation nicht so einfach. Sie fährt auf diesen Typen ab, er wird ihr auf dem Silbertablett serviert - ablehnen ist da vermutlich leichter gesagt als getan.


    Einen schönen Tag wünscht Charlie

  • Geras hatte also ihre Finger im Spiel und Steffan hat so seine Vorstellungen. Dann schickt er Geras alleine nach Müllrose bei diesen gefährlichen Zeiten. Die Hussiten sind doch zwischenzeitlich in Brandenburg unterwegs und man brauchte einige Zeit sein Ziel zu erreichen.
    Eine elegante Art seine ungeliebte Frau los zu werden, was beinahe geschehen wäre.


    Die Erziehungsmethode von Boghan aus Sladjan einen gefühllosen Menschen zu machen ist hart. Was hat der Junge alles mitgemacht.



    Der Überfall und Matthys eilt zur Hilfe.

    Die Familie zerbricht immer mehr.

  • Wow, also ich wäre auch nicht darauf gekommen, dass tatsächlich Geras diejenige war, von der die Initiative bezüglich Steffan ausging. Ich dachte, Steffans Vater hätte ihm vorgegeben, dass er Jonata nicht nehmen darf und ihm dafür Geras vorgeschlagen. Gut, das macht es natürlich für Jonata nicht leichter. Sie ist sehr verletzt, aber es wirkt manchmal eher so, als ob ihr Stolz verletzt wäre, nicht wirklich sie selbst, denn immer wieder denkt sie ja daran, dass sie kalt geblieben ist, angesichts Steffans Liebe. Andererseits hat sie sich unbedingt in den Kopf gesetzt, dass es der sein musste, weil er schön war und ein ordentliches Ego hatte. Der Satz "Die Liebe zieht über die Augen ins Herz" war sicher nicht unwahr. Auch bei der ersten Begegnung mit Sladjan am Ende des Teiles geht es erst mal darum, dass sie ihn (zumindest den Teil von ihm, den sie sieht) so schön findet, dass sie ihn unbedingt anfassen will und sogar weint. Sie entdeckt zwar, dass er furchtbar entstellt ist (ich vermute, es liegt daran, dass es schon langsam dunkel wurde, dass sie glaubt, die Entstellung in seinem Gesicht wäre noch frisch) und sogar Hussit, aber es wirkt fast so, als würde das ganz plötzlich gar keine Rolle mehr spielen. Hm. Okay, sie ist einem schrecklichen Gemetzel entronnen, hat selbst mindestens einen, wohl eher zwei, Männer getötet, sie steht definitiv unter Schock. Es wird sich später noch zeigen, wie sie damit umgeht, dass er einer derjenigen ist, die das ganze Elend angerichtet haben.


    Die kleine Hille tut mir leid. Sie liebt Kilian so schrecklich und er will und will sie nicht. Ich frage mich, warum? Hat er sich in ein Judenmädchen verliebt? Debattiert er mit einem alten Rabbi über Gott und die Welt? Will er etwas ähnliches werden? Gelehrter? Priester (einer neuen religiösen Richtung...)?
    Jonata hat auf ihre Bemerkung, dass sie ja weiß, dass sie ihr nicht so wichtig ist oder sie nicht übermäßig gern hat oder so, seltsam überrascht reagiert. Ich frage mich, hat sie es in ihrem Stolz und Überschwang nicht registriert, dass sie andere manchmal vielleicht etwas kühl und distanziert behandelt hat? Nicht einmal absichtlich, einfach weil sie so über den Dingen schwebte.


    Geras tut mir im Übrigen, trotz allem, auch leid. Einmal im Leben, nachdem sie den wichtigsten Menschen verloren hat, war sie egoistisch und hat alles daran gesetzt den Mann zu bekommen, den sie über alles liebt. Einmal nicht mehr in Jonatas Schatten stehen, sondern selbst jemand sein, Familie haben. Steffan lohnt es ihr schlecht, Jonata wünscht den beiden die Pest an den Hals (zumindest bis zum Massaker), und die neue Familie nimmt sie nicht wirklich herzlich auf. Was hat sie jetzt schon? Bald ein Kind. Aber ich bezweifle, dass Steffan sie deshalb liebevoller behandeln wird. Ich sehe da kein sehr glückliches Leben für sie in der Zukunft. :-(


    Und Sladjan ist definitiv kein Unschuldslamm, er ist kein armer missverstandener Antiheld und kein mysteriöser dunkler Kerl der schlimm erscheint aber innerlich weich wie Butterkeks ist. Wir haben es hier mit einem richtigen Schlächter zu tun, einem der nach dem schrecklichen Schock mit dem seine Kindheit endete erst zum Kindersoldaten und dann zur Tötungsmaschine erzogen wurde, geschult keine Gefühle für nichts und niemanden zu haben außer Hass. Wenn sich zwischen den beiden eine Liebesgeschichte anbahnen wird, bin ich wirklich schwer gespannt wie die Wandlung in Jonatas Wesen geschieht, beziehungsweise natürlich auch in seinem. Es ist schon interessant, wir sind jetzt in der Hälfte des Buches und haben noch nichts aus Sladjans Perspektive gelesen, alles in dem es um ihn ging, wurde ja von Bohdan erzählt.


    Richtig schlimm wird es, wenn man ans Umfeld denkt. Wenn es schon schwer fällt, den zu frei denkenden Kilian in der Familie zu ertragen, wie soll denn DAS bitte werden? Ich fürchte, das kann kein gutes Ende für die Familie als Ganzes nehmen. Wobei, die Familie in dem Sinn existiert ja auch gar nicht mehr. Geras hat alles verloren um Steffan haben zu können, Kilian geht weil er die Engstirnigkeit und Vorurteile zu Hause nicht mehr aushält (und auch den Mund nicht halten kann und will) und die restlichen sind nur noch Schatten ihrer selbst.


    Mir war klar, dass Steffan relativ schnell zuschlagen würde. Ich hatte ehrlich gesagt schon fast damit gerechnet, als Jonata ihn im Wirtshaus so "gedemütigt" hat. Auch wenn er sich gleich danach dafür schämt, kurz darauf rechtfertigt er es auch schon wieder vor sich, und ich glaube, das wäre mit Jonata nicht anders gekommen.


    Im Augenblick ist es wirklich sehr düster und traurig, alle Figuren kämpfen mit ihren Dämonen, verletzen diejenigen die sie eigentlich lieben (im Fall von Bohdan sogar soweit, dass es die geliebte Person fast umbringt). Alle haben ihre Fehler, ihre schlechten Seiten über die man einfach nur den Kopf schüttelt. Mal sehen, wie das enden soll...

    „Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu unsäglichem Leid.“

    - Meister Yoda

  • Zitat

    Original von jusch


    Die Erziehungsmethode von Boghan aus Sladjan einen gefühllosen Menschen zu machen ist hart. Was hat der Junge alles mitgemacht.


    Das sind schon keine Erziehungsmethoden mehr, dass ist Folter. Der quält den Jungen. In anderen Büchern werden aus solchen Kindern Serienkiller und Psychopathen.