Leberkäsjunkie. Ein Provinzkrimi - Rita Falk

  • Das Buch sollte man vielleicht besser bei "Humor und Satire" einstellen. Aber es hat nun mal den Untertitel "ProvinzKRIMI".


    Rita Falk: Leberkäsjunkie. Ein Provinzkrimi, München 2016, dtv Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN 978-342-326085-5, Klappenbroschur, 316 Seiten, Format: 13,6 x 3,7 x 20,9 cm, Buch: EUR 15,90, Kindle Edition: EUR 13,99, auch als Hörbuch lieferbar. Sprecher: Christian Tramitz.


    Bei der Moshammer-Liesl, der größten Dorftratschen in Niederkaltenkirchen, brennt’s. Kommissar Frank Eberhofer, Anfang 40, der am Ort wohnt, hat zunächst wenig Lust, sich mitten in der Nacht darum zu kümmern. Schließlich ist das Sache der Feuerwehr. Als jedoch in den Ruinen des Hauses eine weibliche Leiche gefunden wird, wird’s doch zu seiner Angelegenheit.


    Ein Mordfall in Liesls Pension
    Der Liesl geht’s gut. Die wohnt vorübergehend bei Eberhofers Oma. Die Tote ist Saskia Grimm, eine ihrer Pensionsgäste. Sie ist erschlagen, mit Brandbeschleuniger beschmiert und angezündet worden. Ruckzuck ermittelt der Franz nicht mehr in München, sondern wieder, wie zu guten alten Dorfpolizisten-Zeiten, daheim in Niederkaltenkirchen. Und wie wir das von den vorangegangenen sechs Eberhofer-Büchern kennen, ist der Kriminalfall das geringste seiner Probleme.


    Seit eine Berliner Firma in Niederkaltenkirchen ein Hotel bauen möchte, ist das Dorf in zwei Lager gespalten: Die einen wollen, dass alles so bleibt wie’s ist, die anderen sehen im Tourismus eine wirtschaftliche Chance. Franz kann beide Seiten verstehen. Doch bei den Diskussionen kommt es zu bürgerkriegsartigen Ausschreitungen, und da hört der Spaß auf. „Wie zum Teufel soll man sich da auf einen Mord konzentrieren, von einem Privatleben mag ich gar nicht reden, wenn die werte Mitbürgerschaft langsam, aber sicher dem Wahnsinn verfällt. Also wie handeln? Alle miteinander einfach abknallen und es wird endlich wieder Ruhe einkehren? Ja.“ (Seite 195) Das macht er natürlich nicht, der Franz. Das ist nur so ein Schmäh. Allenfalls schießt er mal kurz mit der Dienstpistole in die Luft um den Mob zur Räson zu bringen. Weil, die Waffe trägt er ja nicht zum Spaß, gell?


    Der Fall ist Eberhofers geringstes Problem
    Privat läuft’s bei ihm so chaotisch wie eh und je. Er wohnt auf dem elterlichen Hof im umgebauten Saustall. Die schwerhörige Oma kocht und jagt Schnäppchen, der Papa raucht seine Joints, hört überlaut Musik und trauert auch seit Jahrzehnten noch um seine Frau. Franzens Bruder Leopold, die alte Schleimsau, nervt bei seinen Besuchen mit besserwisserischem und theatralischem Getue. Seine Frau und seine Tochter, sonst immer ein Lichtblick für den Franz, sind auf Verwandtenbesuch in Thailand. Und die Susi, die der Franz im Suff vor dem Standesamt stehen gelassen hat, zieht den gemeinsamen Sohn Paul ganz alleine groß. Nur freitags bringt sie ihn kurz auf dem Hof vorbei.


    Susi hat inzwischen erkannt, dass sie mit dem Franz keinen Partner auf Augenhöhe hätte, sondern ein weiteres Kind. Irgendwie gehört er auch zu denen, die nahtlos von der Pubertät ins Rentenalter überwechseln, ohne jemals erwachsen zu werden. Besonders tolle Rollenvorbilder hat er ja auch nicht gehabt. Der Papa hat die Erziehung der beiden Buben nach dem Tod seiner Frau der Oma überlassen, und Franzens Kumpel sind auch nicht gerade die glücklichsten und engagiertesten Familienväter. Der Birkenberger Rudi – Ex-Polizist und Privatdetektiv – ist der gleiche einschichtige Kindskopf wie der Franz, Heizungspfuscher Flötzinger ist ein notorischer Fremdgänger und auch Metzger Simmerl und Gastwirt Wolfi taumeln von einer Krise in die nächste.


    Kompost und Smoothies statt Leberkäs und Bier
    Jetzt melden sich bei Franz auch schon die ersten Zipperlein: Seine Cholesterinwerte sind zu hoch und es ist ihm ständig schwindlig und schlecht. Hausarzt Dr. Brunnermeier rät dringend zur Ernährungsumstellung, was alsbald das ganze Dorf weiß Und so muss der arme Franz, statt Omas köstliche und kalorienreiche bayerische Spezialitäten zu genießen, labberige Smoothies mit zweifelhaften Ingredienzien trinken und „Kompost fressen“. Da soll’s einem die Laune nicht verhageln?


    Zu allem Überfluss stellt sich auch noch heraus, dass die Ermordete für das Unternehmen tätig war, das im Dorf das Hotel bauen will. Als Urlaubsgast getarnt hat sie Erkundigungen eingezogen. Haben also die militanten Hotelgegner sie auf dem Gewissen? Das wär‘ ja eigentlich blöd, denn mit der Frau Grimm ist ja das Problem nicht beseitigt. Wenn sie nicht mehr ist, schickt die Firma halt einen anderen. Da steckt vielleicht etwas ganz anderes dahinter.


    Da der ehrpusselige Birkenberger Rudi, der immer mehr wie eine zickige Diva wirkt, nicht so problembelastet ist wie sein Freund Franz, ist er ihm bei den Ermittlungen öfter mal eine Nasenlänge voraus und kostet diesen Triumph natürlich weidlich aus. Dass Eberhofer senior sich dann auch noch in eine Mordverdächtige verliebt, macht den Junior auch nicht fröhlicher …


    Provinzposse mit Krimi-Elementen
    Wenn einem klar ist, dass die Eberhofer-Romane keine reinrassigen Krimis sind, sondern Provinzpossen mit Krimi-Elementen, kann man sich hier köstlich amüsieren. Den manchmal etwas deftigen Humor muss freilich mögen. Frisch von der Leber weg erzählt der Eberhofer Franz, was ihn gerade so bewegt. Das ist kaum je politisch korrekt und sehr umgangssprachlich formuliert. Man hört quasi seine Mundart durch, ohne wirklich Bairisch verstehen zu müssen. Ein paar weniger gängige Redewendungen sind im Anhang in einem Glossar erklärt. Kochrezepte gibt’s auch. Schließlich kreisen die Gedanken der Eberhofers ja ständig ums Essen.


    Ich bin ein Eberhofer-Fan der ersten Stunde. Ich mag das skurrile Romanpersonal und Franzens ungeschminkte Erzählweise. Auch den LEBERKÄSJUNKIE hab ich im Zug gelesen, und es war mir vollkommen wurst, wie die Leute schauten, wenn ich ab und zu mal kichern musste. Seit diesem Band ist mir sogar die Mooshammer-Liesl sympathisch. Die alte Ratschkathl ist eigentlich eine verflixt coole Socke und dem Franz eine große Hilfe. Hätt‘ man ihr gar nicht zugetraut.


    An die Krimihandlung und die Auflösung des Falls habe ich keine großen Erwartungen. Das Ermitteln ist eben Franzens Beruf und der Fall nichts als ein Aufhänger. Wenn er Feuerwehrmann, Tierarzt oder Bürgermeister wäre, liefen die Ereignisse nicht sehr viel anders ab. Ich lese die Bücher als schräge Dorf- und Familiengeschichten und freue mich bei jedem neuen Band, wenn ich auf alte Bekannte treffe.


    Aber so langsam könnte der Franz wirklich mal seine Beziehung mit der Susi auf die Reihe kriegen und ein bisserl erwachsener und verantwortungsbewusster werden. Ob er das wohl schafft, ohne an Unterhaltungswert zu verlieren? Oder, anders gefragt: Schafft die Rita das? Ich bin gespannt …


    Die Autorin
    Rita Falk, Jahrgang 1964, hat sich mit ihrer Provinzkrimiserie um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer in die Herzen ihrer Leser geschrieben. Von sich selber sagt die Autorin, dass sie die schönste Zeit ihres Lebens in Oberbayern verbracht hat. Dort hat sie ihre Kindheit verbracht, wuchs bei der Oma auf. Dem ihr so vertrauten Landstrich ist Rita Falk auch als Erwachsene treu geblieben. Sie lebt heute in München. Rita Falk ist mit einem Polizisten verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.

    Und was die Autofahrer denken,
    das würd’ die Marder furchtbar kränken.
    Ingo Baumgartner

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  • Vielen Dank für die Rezension!
    Für mich sind diese Provinzkrimis immer so wie zwischendurch als geplante Sünde mal eine Leberkäsesemmel oder etwas in der Art, einfach köstlich!


    Als ich gesehen habe, dass der Hörbuch-Sprecher Christian Tramitz heißt, ist die Entscheidung auch schon gefallen. Danke für den Hinweis!

  • Ich hab's so gar nicht mit Hörbüchern, aber ich krieg immer wieder erzählt, dass die hier, von Ch. Tramitz eingelesen, noch viel komischer seien als die Bücher. Ich sollt's vielleicht wirklich mal ausprobieren.

    Und was die Autofahrer denken,
    das würd’ die Marder furchtbar kränken.
    Ingo Baumgartner

  • Zitat

    Original von Vandam
    Ich hab's so gar nicht mit Hörbüchern, aber ich krieg immer wieder erzählt, dass die hier, von Ch. Tramitz eingelesen, noch viel komischer seien als die Bücher. Ich sollt's vielleicht wirklich mal ausprobieren.


    Mir ist es auch so ergangen; bis Juni letzten Jahres hatte ich noch kein einziges Hörbuch probiert, aber dann hat sie meine Bücherei angeboten - und seither bin ich begeisterte Hörerin. Allerdings sticke ich nebenbei; beim Bügeln ist es auch super und in den Öffis sowieso.


    Wenigstens eines würde ich versuchen, Vandam. Das Sich-Vorlesen-lassen hat schon auch seinen Reiz, und auf den Christian Tramitz freue ich mich wirklich schon sehr. Erwartungsgemäß musste ich das Buch vorbestellen, ist bis August! ausgebucht ...

  • Ich hab`s diesen Monat auch gehört. Eigentlich habe ich sie alle gehört und eigentlich nicht wegen der Handlung an sich sondern weil Christian Tramitz einfach perfekt ist als Eberhofer.


    Deswegen habe ich mir auch die Filme nicht angeschaut, als ich gesehen habe, dass dort ein anderer den Eberhofer Franz spielt. Das kann eigentlich nur schlechter sein. Die beiden, der Franz und der Christian, die haben sich gesucht und gefunden.

  • Zitat

    Original von Sandrah
    Ich hab`s diesen Monat auch gehört. Eigentlich habe ich sie alle gehört und eigentlich nicht wegen der Handlung an sich sondern weil Christian Tramitz einfach perfekt ist als Eberhofer.


    Deswegen habe ich mir auch die Filme nicht angeschaut, als ich gesehen habe, dass dort ein anderer den Eberhofer Franz spielt. Das kann eigentlich nur schlechter sein. Die beiden, der Franz und der Christian, die haben sich gesucht und gefunden.


    Sandrah, das hast schön gesagt!!

  • Zitat

    Original von Vandam
    Ich hab's so gar nicht mit Hörbüchern, aber ich krieg immer wieder erzählt, dass die hier, von Ch. Tramitz eingelesen, noch viel komischer seien als die Bücher. Ich sollt's vielleicht wirklich mal ausprobieren.


    Oh ja, das solltest du unbedingt!! Die Hörbücher sind so genial. :anbet

  • Danke @ sylli


    @ vandam


    Ähnlich wie bei den Falk-Krimis ist es auch mit den Hörbüchern von Klüpfel/Kobr um Kommissar Kluftinger. Die beiden Autoren lesen selbst und das ähnlich genial wie Christian Tramitz.

    Be yourself; everyone else is already taken (Oscar Wilde)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Sandrah ()

  • Tramitz ist wirklich genial, ich habe noch eine gute halbe Stunde in diesen Hörbuch vor mir. Allerdings muss ich sagen, dass mir zu sehr der Krimi auf der Strecke bleibt, es geht um (fast) alles andere, nur nicht um den Kriminalfall. Sicherlich auch nett zu hören und lustig ohne Frage, aber ein bischen mehr Spannung wäre nicht verkehrt gewesen ;-)

  • Zitat

    Original von Sandrah
    Eliza08 deswegen würde ich diese Reihe auch gar nicht lesen wollen. Inhaltlich passiert nicht so viel, es ist mehr das Drumherum.


    :write:write
    Ich höre es entweder, wenn ich übers Feld laufe oder beim Putzen und kann dann vor mich hin kichern, aber ein spannender Krimi ist es auf keinen Fall

  • Für den reinrassigen Krimifan ist Leberkäsjunkie sicher nicht das passende Buch. Der Fall ist eine nette Randerscheinung, ansonsten suhlt man sich förmlich in der Ansammlung vertrauter und vor allem skurriler Figuren, die herrlich überzeichnet durch die Geschichte tollen. Wenn dann noch die Mieterin der Mooshammerin zu Tode kommt, dann ist das ein Schmankerl am Rande. Ich hab es einmal mehr genossen. Wie ein Abend mit alten Freunden, nicht vorrangig spannend oder anspruchsvoll, sondern einfach schön.

  • Zitat

    Original von Vandam
    Ich hab's so gar nicht mit Hörbüchern, aber ich krieg immer wieder erzählt, dass die hier, von Ch. Tramitz eingelesen, noch viel komischer seien als die Bücher. Ich sollt's vielleicht wirklich mal ausprobieren.


    Unbedingt! Ich habe gerade den Lieblingsgatten mit meiner Begeisterung angesteckt. Wir haben jetzt sieben Fälle auf der Festplatte und lassen uns vorlesen. :-]


    Meiner Meinung nach gewinnen die Bücher durch den Sprecher enorm. Die Fälle an sich sind nicht überaus spannend. Die Polizeiarbeit ist eher hanebüchen. Durch die für einen Norddeutschen auch merkwürdig erscheinenden Figuren hätte ich nach dem ersten Band vermutlich aufgegeben.

  • Ich habe den Band gestern beendet. War ein Weihnachtsgeschenk. Es war der erste Eberhofer-Krimi, bei dem ich es geschafft habe, mich durchzukämpfen. Und ich frage mich gerade, ob ich wirklich so ein humorloser Mensch bin ... Eigentlich sollte ich die Reihe mögen, oder? Ich liebe Krimis, bei denen die Mordhandlung nicht im Vordergrund steht. Ich liebe kauzige Figuren, ich liebe lustige, von mir aus auch seichte Geschichten. Und ich bin aus der bayerischen Provinz.


    Aber Eberhofer geht offenbar gar nicht.


    Mitten in einer Serie einzusteigen, ist sicher nicht optimal. Andererseits sind die Figuren ja nun, vorsichtig gesagt, nicht unbedingt so vielschichtig gezeichnet, dass man sie erst lange kennenlernen müsste. Und die Handlung lässt sich zusammenfassen auf: Außer Fressen is' nix. Womit ich, denke ich, auch das größte Problem hatte. Es wird eigentlich gar keine Geschichte erzählt, beziehungsweise, die Geschichte ist nur Vorwand, um die Nebenfiguren in mehr oder minder lustige Situationen und Konstellationen zu bringen. Und zu diesen Figuren konnte ich leider überhaupt keine Beziehung aufbauen. Sie sind einander viel zu ähnlich. Kein Wunder, dass permanent die eine Eigenheit betont werden muss, die jede Figur kennzeichnet (Vater - der mit'm Joint, Oma - die ohne Gehör etc.).


    Und die Hauptfigur ist halt ein Proll. Und, was schlimmer ist, sie ist dumm.


    Letzter Punkt, mit dem ich nicht klarkam: die Sprache. Ich erinnere mich noch, wie es mich buchstäblich geschüttelt hat, als ich zum ersten Mal in einer Buchhandlung einen der Bände in der Hand hatte. Ich empfand es damals als unheimlich anstrengend, diese Kunstsprache (irgendwie dialektnah klingendes Nicht-Bairisch) zu lesen - fast wie eine Fremdsprache. Das hat sich zwar gebessert (ich weiß nicht, ob bei meinem Leseempfinden oder bei der Schreibweise der Autorin), aber gefallen will es mir immer noch nicht. Außerdem sagen selbst Figuren, die angeblich alt und konservativ sind, Dinge wie "Ende Gelände" etc. Alles etwas merkwürdig.


    Mich hat diese "Provinzposse" (wobei ich nicht recht weiß, was das sein soll) am ehesten an den alten Komödienstadl erinnert, und zwar an die letzten Jahre, als die alten, guten Schauspieler nach und nach weggestorben waren: eine Sprache, die mit Bairisch nichts zu tun hat, hanebüchene Handlung, bei der man am besten nicht nach einem Zusammenhang sucht, und ein endloses Auswälzen immer gleicher Klischees. Wobei ich vermute, mein Eindruck wäre anders, hätte ich mich über Jahre hinweg mit den Figuren anfreunden können und hätte sie nicht in diesem späten Band quasi als Endprodukt fertig vor die Nase gesetzt bekommen.


    Ich würde sechs Eulenpunkte vergeben, wenn ich wüsste, ob und wie das in diesem neuen Forum geht. :?:(Technischer Volltrottel meldet sich zum Dienst!) Und dabei hätte ich das Gefühl, mindestens einen Punkt nur deshalb zu vergeben, weil die Bände so populär sind und von so vielen Leuten geliebt werden, dass vermutlich ein großer Teil meiner Abneigung an mir liegt und nicht am Buch.

    Meine Bewertungsskala: 1-4 Punkte: Mehr oder minder gravierende formale Mängel (Grammatik, Rechtschreibung, Handlung). 5/6 Punkte: lesbar. 7/8 Punkte: gut. 9/10 Punkte: sehr gut. Details und Begründung in der Rezi.

  • Im siebenten Band sieht es für Franz Eberhofer recht übel aus. Seine Susi ist zwar zurück, will aber nichts von ihm wissen. Das Haus der Mooshammerin ist niedergebrannt, weshalb die nervige Klatschbase mit den Eberhofers unter einem Dach wohnt. Die Hotelbaupläne in Niederkaltenkirchen sind ebenfalls nicht vom Tisch und sorgen für gewaltigen Unmut im Ort. Und dann sind die Cholesterinwerte vom Franz so hoch, dass ihn der Arzt auf Diät setzt. Es passiert also mächtig viel im „Leberkäsjunkie“-Roman. Vielleicht zu viel. Die Kapitel fallen deutlich längere als früher aus und sind dazu auch irgendwie ernsthafter. Die skurrilen Charaktere und Situationen sind zwar immer noch vorhanden, treten aber allmählich in den Hintergrund. Kurioserweise wirkt die Geschichte dadurch trotzdem nicht unbedingt viel tiefgründiger. Was auf die Fallermittlungen ebenfalls zutrifft. Franz und Rudi gehen zwar einigen Spuren nach, doch dies alles wirkt relativ halbherzig.

    Aber das passt zum ganzen Buch. Ich hatte das Gefühl, dass Franz Eberhofer nicht nur in der Geschichte, sondern generell langsam die Luft auszugehen schien. Was auch verständlich ist, da irgendwann eben alle Gags und witzigen Szenarien mal durchgespielt sind. Daher bin ich gespannt, ob Rita Falk das Ruder im nächsten Mal noch einmal herumreißen kann oder es weiter abwärts geht …