'Gray' - Seiten 242 - 318

  • Es gibt einige neue Erkenntnisse: Elliot war nicht der Sohn Fairbanks, James, der Rotschopf ist verschwunden und war wohl in Elliot verliebt und - das wichtigste - Elliot scheint nicht der Fotograf der peinlichen Fotos zu sein, denn es gibt eins mit ihm selbst, und er ist auch nicht Luftikus, denn der wollte ihn umbringen (offenbar, weil er ihm die Geliebte abspenstig machte).


    Ist Lukas, der zweite Stipendiat der Täter, der sprach doch davon, dass James "hohl" sei, das Wort benutzt auch Luftikus ...

  • Zitat

    Original von Nadezhda
    „Und es war an der Zeit, Grays Äußerungen genauer unter die Lupe zu nehmen.“ (S. 251)
    "NA, ENDLICH!!!", habe ich an der Stelle gedacht.


    Diese Erkenntnis hatte ich schon im zweiten Abschnitt :keks


    Eigentlich müsste Huff nun nach dem 15.Kapitel klar sehen... Er hat sich meiner Meinung nach ein bisschen verrannt und zu früh seine Schlüsse gezogen.
    Endlich beschäftigt er sich mehr mit den beiden Orgelstipendiaten. Die sind vielleicht die Schlüssel zum Ganzen. Und die Mordabsicht im Tagebuch. Obwohl: eine Absicht bedeutet noch lange keine Tat ?(


    Gray war jedenfalls schon einmal in der Kapelle, das wurde bestätigt, aber Huff hat es wohl überhört --> Seite 255


    Das "Familiengeheimnis" der Fairbanks ist ja interessant, aber irrelevant. Wen interessiert im 21.Jahrhundert noch, ob ein Kind un- bzw außerehelich gezeugt wurde.
    Für Huff ist es bestimmt ein Problem. Der Mann reagiert schon sehr pubertär auf jede kleine Andeutung von Sex. Dass ihn sogar Marmorbrüste einer Statue erröten lassen und eine nasse Bluse in Verlegenheit bringt, ist für einen erwachsenen Mann schon recht seltsam.


    Mich interessiert noch sehr, warum Gray in bestimmten Situationen - bei Veränderungen? - so panisch reagiert.


    Und nun in die Zielgerade. Ich hoffe auf mehr Gray-Beteiligung. *Nüsse und Bananen bereitleg*

  • Zitat

    Original von PMelittaM
    Ist Lukas, der zweite Stipendiat der Täter, der sprach doch davon, dass James "hohl" sei, das Wort benutzt auch Luftikus ...


    Das ist auch meine Vermutung! Das Wort "hohl" ist mir auch gleich aufgefallen, denn Lukas ist der einzige, der es bislang verwendet hat. Dass es nun auch in diesem Luftikus-Eintrag auftaucht, ist schon bisschen viel Zufall.



    Alice :
    Ich glaube schon, dass der Umstand, ob ein Kind inner- oder außerehelich gezeugt wird, in den Kreisen von Elliots Eltern durchaus noch wichtig sein kann, gerade wenn es um adelig oder nichtadelig geht - auch heute noch.
    Aber ich stimme dir zu, dass diese Tatsache für die Mordermittlung eher irrelevant ist.


    Ich stimme euch zu, auch ich habe "na endlich" gedacht, als Huff die Erkenntnis kam, dass er sich mehr mit Grays Äußerungen befassen muss.


    LG, Bella

  • Zitat

    Original von Alice
    Diese Erkenntnis hatte ich schon im zweiten Abschnitt :keks


    Ja, ich verstehe auch nicht ganz, warum das so weit nach hinten geschoben wurde - also, dass zumindest Huff sich mal dieser Frage etwas genauer widmet. :keks Dass manche Ergebnisse an anderer Stelle verfrüht offenbart worden wären, ist schon klar, aber man könnte die Erkenntnisse ja auch dosieren. ?(


    Was mich auch gewundert hat, ist das völlige Fehlen von schlauer, dusseliger oder sonstiger Polizei. Ist es realistisch, dass die das Ganze so zweifelsfrei als Selbstmord einstufen und gar nicht ermitteln würden?

  • Auch hier ganz kurz, bevor ich eure Einträge morgen in Ruhe lese.


    Es hat sich herausgestellt, wer der Rotschopf ist. Und - überraschung - er ist verschwunden. Huff stellt sich sehr gewitzt dabei an sein Zimmer anschauen zu dürfen. ;-)


    Und Huff schaut sich hier auch (endlich) die Sprache Grays an und überlegt welche Wörter und Sätze er "mitgebracht" hat. Darüber habe ich auch schon lange nachgedacht.


    Diesmal gab es wieder einen Nachtbucheintrag und nun scheint klar zu sein, dass es nicht Elliot sein kann! Das hat mich doch irgendwie überrascht, auch wenn ich das seit belladonnas Hinweis im Kopf hatte. (Es sei denn Elliot hat tatsächlich mehrere Persönlichkeiten...)
    Vielleicht ist es der andere Orgelstipendiat? Andererseits hat er dann als Klingelton Lady Gaga eingestellt? Mh.


    Ich lese mit Spannung weiter.

  • Kurz zum Thema, warum Huff erst so spät Grays Äußerungen unter die Lupe nimmt. Ich denke, Huffs Annäherung an Gray ist ein sehr gradueller Prozess - zuerst nimmt er ihn nur als Störenfried und Schulterballast wahr, dann beginnt er sich in ihn hineinzuversetzen, später lernt er nach und nach, was Gray so alles lernt und versteht.
    Man muss bedenken, dass Huff anders als der Leser nicht weiß, dass er sich in einem Papageienkrimi befindet - und da ist der Sprung, den Aussagen eines Vogels detektivisch Beachtung zu schenken doch relativ groß, gerade für einen Akademiker.
    Dauert das ganze zu lange? Hätte bei Huff früher der Groschen fallen sollen? Vielleicht. Ich denke aber, dass Augustus zuerst einmal damit ringt, den Vogel überhaupt als Person wahrzunehmen...

  • Zitat

    Original von ElSwann
    (...) den Vogel überhaupt als Person wahrzunehmen..."


    Stimmt. Davon gehen wir geübten LeserInnen deiner Krimis ja völlig ergeben einfach mal aus. :lache
    Ich hatte beim Lesen aber schon den Eindruck, dass Huff den Schulterballast recht bald als durchaus nett empfindet und sich sehr um sein Wohlbefinden sorgt. Das fand ich auch sehr sympathisch an ihm.

  • Zitat

    Original von ElSwann


    Man muss bedenken, dass Huff anders als der Leser nicht weiß, dass er sich in einem Papageienkrimi befindet


    Ja, das stimmt schon... Andererseits stelle ich dann aber die Frage, warum sich Huff als Hobbydetektiv betätigt, anstatt sich mit seinem berechtigten Zweifel am Selbstmord an die Polizei zu wenden.

    Die Welt ist eine Bühne, aber das Stück ist schlecht besetzt. Oscar Wilde

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  • Zum Thema, warum in Gray keine Polizei auftaucht erst einmal ganz einfach: ich fand es reizvoll, einen Krimi ohne Polizei zu schreiben. Papagei statt Polizei, sozusagen.


    Dazu muss man natürlich irgendwie akzeptieren, dass alle selbstverständlich von einem Unfall ausgehen und von offizieller Seite niemand weiter nachfragt. Da hoffe ich ein bisschen auf suspension of disbelief von Leserseite...


    Ähnlich ist es mit der Frage, warum Augustus mit seinem Verdacht nicht zur Polizei gehen. Für mich ist das aus Sicht der Figur schon schlüssig: Augustus hasst es, aufzufallen, das Foto mit Sybil ist ihm hochpeinlich, er möchte nicht, dass die Affäre bekannt wird und vor allem: Augustus traut sich selbst nicht so recht über den Weg. Ihm ist klar, dass manchmal mit seiner Wahrnehmung etwas nicht stimmt, dass er anders auf Dinge reagiert als die meisten anderen Leute. Da ist der Schritt zur Polizei vielleicht einfach ein bisschen zu weit...

  • Zitat

    Original von PMelittaM
    Ist Lukas, der zweite Stipendiat der Täter, der sprach doch davon, dass James "hohl" sei, das Wort benutzt auch Luftikus ...


    :write Aus dem Grund hatte ich auch vermutet, dass es Lukas gewesen sein könnte.


    Zitat

    Original von belladonna
    Aber ich stimme dir zu, dass diese Tatsache für die Mordermittlung eher irrelevant ist.


    Für die Mordermittlung vielleicht schon, aber für die Geschichte mit dem Heiratsantrag und dem Ring und den Gründen oder dem Auslöser dafür nicht unbedingt. :-)


    Zitat

    Original von Nadezhda
    Was mich auch gewundert hat, ist das völlige Fehlen von schlauer, dusseliger oder sonstiger Polizei. Ist es realistisch, dass die das Ganze so zweifelsfrei als Selbstmord einstufen und gar nicht ermitteln würden?


    Ich habe zwischenzeitlich auch mal daran gedacht, aber ich fand es für die Geschichte ganz angenehm, dass da nichts los war in der Richtung. Dass keine intensivere Obduktion gemacht wurde erscheint mir eigentlich nicht sehr realistisch, vorallem weil Elliot so jung war. Aber wenn die Familienangehörigen eher auf eine schnelle Beerdigung pochen und durch ihren Adel recht einflussreich sind. Vielleicht.


    Zitat

    Original von ElSwann
    Dauert das ganze zu lange?


    Nein, ich finde wenn man diese Entwicklung von Augustus bedenkt ist es nicht zu spät im Plot. Aber als Leser wartet man natürlich schon eine Weile darauf. ;-) Gestört hat es mich aber nicht, ich habe zwar gedacht "Endlich!", aber das war mehr ein gutmütiges "Endlich, Huff! Schön, dass du nun darauf kommst." ;-)


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  • :write bei Cith!


    @ Alice:
    "Wen interessiert im 21.Jahrhundert noch, ob ein Kind un- bzw außerehelich gezeugt wurde."
    Die Väter, so sie es denn wissen, der leibliche und der namentliche... :lache


    Ich bin hin und weg von Gray! :anbet :rofl
    :wave

    “Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.”Christian Morgenstern (1871 – 1914)

  • Ich finde es nicht so schlimm, dass keine Polizei auftaucht, und ich habe sie auch nicht wirklich vermisst. So bleibt der Fokus auf Gray; außerdem könnte ich mir bei Augustus vorstellen, dass er sich von hochoffiziell auftretender Polizei schnell einschüchtern lässt und dann gar nichts mehr macht. Immerhin ist er ja schon sehr um seine Position am College besorgt - man darf nicht unterschätzen, welche Bedeutung die soziale Herkunft an Orten wie Cambridge auch heute noch hat und da steht ein "schottischer Ziegenhirte" wie Augustus natürlich schon eher auf der Abschussliste als jemand mit den entsprechenden Verbindungen im Hintergrund.


    Auch wenn wir ungeduldig darauf gewartet haben, dass Augustus sich endlich näher mit Grays Äußerungen beschäftigt, so denke ich doch auch, dass es realistisch ist, dass Augustus ein bisschen Zeit braucht, um sich mit Gray anzufreunden und in ihn einzufühlen. Ich frage mich auch, ob er nicht einfach Zeit gebraucht hat, um die feinen Unterschiede zwischen den nachgeahmten Tonlagen wahrzunehmen!


    LG Bella

  • Ich habe mich auch nicht daran gestört, dass Huff so lange braucht, um Grays Äußerungen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Immerhin ist er ein Neuling auf dem Haustiergebiet und als wissenschaftlich orientierter Mensch sieht er in dem Federknäul sicher erstmal keinen ernstzunehmenden Gesprächspartner.
    Vielmehr ist meiner Meinung nach die Entwicklung vom kleinen Plapperer zum Stichwortgeber sehr interessant beschrieben und glaubhaft aufgebaut.


    Am Fehlen der Polizei habe ich mich tatsächlich nur kurz gestoßen. Irgendwie habe ich es geschluckt, dass es einfach auf der Hand lag, dass es ein Selbstmord war und nach Verbringung der Leiche in das Leichenschauhaus eben nur eine Obduktion gemacht wird.


    Die Details über die Beziehung der "Eltern" zu Elliot waren sehr aufschlussreich. (Gerade hatte ich mich ebenfalls mit englischen Adelsgepflogenheiten beschäftigt und fand das hier geschilderte Verhalten plausibel.)

  • Zitat

    Original von Elsa


    Am Fehlen der Polizei habe ich mich tatsächlich nur kurz gestoßen. Irgendwie habe ich es geschluckt, dass es einfach auf der Hand lag, dass es ein Selbstmord war und nach Verbringung der Leiche in das Leichenschauhaus eben nur eine Obduktion gemacht wird.


    Ja, das stimmt alles.
    Trotzdem denke ich, dass bei einem gewaltsamen Tod zumindest ein paar Ermittlungen erfolgen wie das Befragen von Zeugen oder das Durchsuchen des Zimmers (zB nach einem Abschiedsbrief, wenn man Selbstmord annimmt).

  • Zitat

    Original von Alice
    Ja, das stimmt alles.
    Trotzdem denke ich, dass bei einem gewaltsamen Tod zumindest ein paar Ermittlungen erfolgen wie das Befragen von Zeugen oder das Durchsuchen des Zimmers (zB nach einem Abschiedsbrief, wenn man Selbstmord annimmt).


    Oh, ich wollte Dir damit Recht geben. Denn wahrscheinlich hätte es so ablaufen müssen. Aber ich habe mich schnell vom weiteren Verlauf einwickeln lassen und es hingenommen.

  • Ein spannender Abschnitt! Ganz offenbar ist nicht Elliot der Tagebuchschreiber, aber welcher denn dann? Mein erster Gedanke war James, aber andererseits scheint der keine weiteren Freunde zu haben, während der Tagebuchschreiber ja darüber erbost war, dass Elliot eine "sie" herabzieht. Also doch Lukas. :gruebel


    Dass keine Polizei auftaucht, hängt vielleicht auch damit zusammen, dass es offiziell ein Unfall war? Elliots Mutter vermutet zwar anfangs einen Selbstmord, aber diesen Verdacht hat sie ganz gestimmt nicht der Polizei gegenüber geäußert. Und bei einem Unfall su ht man auch nicht nach Abschiedsbriefen. Oder wundert sich, dass das Handy des Toten weg ist - weil man das nämlich gar nicht mitbekommt. (Das hatt ch mich nämlich kurz gefragt - warum die Polizei darüber nicht gestolpert ist).


    Was das Familiengeheimnis der Fairbanks angeht, so glaube ich nicht, dass eine uneheliche Geburt problematisch wäre. Da aber Elliot nicht der leibliche Sohn "seines" Vaters ist, hat er eigentlich auch keinen Anspruch auf dessen Erbe/Titel, und das dürfte der heikle Punkt sein.