Der Todesmeister - Thomas Elbel

  • Leider konnte ich wegen persönlichem Chaos nicht aktiv an der LR teilnehmen, werde meinen Senf in den einzelnen Abschnitten aber noch nachtragen :)


    Im Großen und Ganzen hat mir das Buch gut gefallen. Die Handlung war mir teilweise etwas zu verwirrend und manchmal nicht ganz nachvollziehbar, aber trotzdem war die Geschichte sehr spannend und flüssig zu lesen. Ziemlich detailreich, aber gut ;)


    Die Charaktere haben mir nicht ganz so gut gefallen „Püppi“ ging dabei noch, aber Ken und Begüm waren sehr gewöhnungsbedürftig. Eigentlich eine willkommene Abwechslung im Einheitsbrei der Ermittler, aber ich bin bis zum Schluss mit beiden nicht warm geworden.


    Den Täter hatte ich ewig lange nicht auf dem Schirm. Das Ende war also ziemlich überraschend. Dass mag ich sehr an guten Thrillern.


    Alles in allem ein Thriller nach meinem Geschmack, mit ausbaufähigen Charakteren. Bei einem weiteren Teil mit diesem Trio bin ich sicher wieder dabei.


    8 Punkte von mir.

  • Freut mich sehr, dass es Dir so gut gefallen hat. Frohes neues Jahr.

    Dein Thomas

  • Auch ich durfte das Buch in der Leserunde lesen ...nochmals ein Dankeschön :-)


    Das Buch hat mir recht gut gefallen. Ich hatte keine Probleme mit den Personen , den es war sehr übersichtlich sie alle einzuordenen und zuviele waren es nicht. Die Schreibweise fand ich sehr eingängig und flüssig zu lesen. Wie schon gesagt wurde könnte man es in einem Zug lesen ;).

    Etwas überrascht war ich auch von Begüm und Ken ihrer Ausdrucksweise und wie sie sich verhalten haben , so ganz anders als man es sonst gewohnt ist . Ein bisschen weniger hätte mir sogar besser gefallen . Meine Gedanken gingen dann eher in die Richtung wieso benehmen,reden sie so was steckt dahinter. Über Klischees habe ich mir da eher keine Gedanken gemacht. Sehr gut fand ich die Hintergrundgeschichte zum Täter das erfährt man ja gewöhnlich nicht in Krimis. Dadurch bekam man ein viel besseres Bild von seiner Persönlichkeit. Alle wichtigen offenen Enden wurden am Ende aufgelöst. Meine Vermutung beim Lesen ging schon dahin das es wohl Folgebände geben wird mit den Ermitteln. In denen man dann hoffentlich auch erfährt wie so sie so sind wie sie sind ;-). Alleine das macht schon neugierig auf die Fortsetzung :).

    In jedem Fall ein gelungenes Erstlingswerk.

    Danke Thomas für Deine Geduld :)

  • Buchmeinung zu Thomas Elbel – Der Todesmeister


    „Der Todesmeister“ ist ein Thriller von Thomas Elbel, der 2017 im Blanvalet Taschenbuch Verlag erschienen ist. Dies ist der erste Fall für den Berliner Ermittler Viktor Puppe.


    Zum Autor:

    Thomas Elbel, geboren 1968 in Marburg, studierte Rechtswissenschaften in Göttingen, Hannover und den USA. Er arbeitete u.a. für eine amerikanische Anwaltskanzlei, das Bundesministerium des Innern und das Land Berlin. Seit 2011 bekleidet er eine Professur für Öffentliches Recht an der Hochschule Osnabrück. In seiner Freizeit singt er klassischen Bariton und schreibt Romane. Der Todesmeister ist sein erster Thriller um den Berliner Ermittler Viktor von Puppe. Thomas Elbel lebt mit seiner Familie in Berlin.


    Klappentext:

    An der Oberbaumbrücke wird die Leiche eines jungen Mädchens angespült. Der Körper weist grausame Folter- und Missbrauchsspuren auf. Es handelt sich um die Nichte des Berliner Justizsenators, und sie scheint nicht das einzige Opfer zu sein: Im Internet tauchen Videos auf, in denen junge Frauen auf perverse Weise zu Tode gequält werden. Viktor von Puppe, frisch aus dem Innenministerium zum Berliner LKA gewechselt, und seine Kollegen stehen unter Druck, doch in höheren Kreisen scheint nicht jeder an einer Aufklärung interessiert zu sein …


    Meine Meinung:

    Dies ist mein erstes Buch von Thomas Elbel und es hat Stärken und Schwächen. Zu den Schwächen zählt die oft übertriebene Darstellung von Figuren. Da sollen Figuren cool sein im Umgangston, aber es wirkt sexistisch. Da trifft die Hauptfigur Viktor Puppe eine hübsche Pathologin und schon sind sie in der Kiste. Dies gilt auch für die beiden anderen Ermittler Kenji Tokugawa und Begüm Duran. Jeder hat seine Probleme und leidet daran. Durch die überzogene Darstellung wirken die Figuren irgendwie konstruiert und leblos. Kenji und Viktor sind hochgebildet, selbstbewußt, in bester körperlicher Verfassung und beide hüten ihr eigenes Geheimnis. Begüm ist alleinerziehende Mutter, die erhebliche Probleme mit dem Vater ihres Kindes hat. Alle drei wirken unnahbar und agieren lange Zeit wie geborene Einzelgänger. Auch ihr Chef agiert überzogen und hat ein Geheimnis (natürlich!). Dadurch gibt es viele Nebenhandlungen und der eigentliche Fall tritt in den Hintergrund. Aber Thomas Elbel kann erzählen. Die Tagebuchauszüge des toten jungen Mädchens und die Beschreibung der Vorgänge um die entführten Mädchen sind einfühlsam und atmosphärisch dicht. Durch häufige Perspektivwechsel wird Tempo erzeugt. Gerade die Szenen aus der Sicht des Täters erzeugen Gänsehaut. Trotz aller Defizite kommt gehörig Spannung auf und ich habe mit den Entführten gezittert und gelitten. Bei der Beschreibung der Folterungen zeigt der Autor ein gelungenes Mass an Darstellung, die die Vorstellungskraft des Lesers aktiviert und sich dennoch nicht in blutigen Details verliert. Es gibt einen ordentlichen Showdown und es endet nicht in eitel Sonnenschein. Das hat mir gut gefallen.


    Fazit:

    Dieses Buch leidet daran, dass der Autor oft zu viel will, sowohl bei den Figuren als auch bei der Handlung. Als er sich auf den Fall und seine Auflösung konzentriert wird es erheblich besser. Von mir gibt es trotz deutlicher Mängel deshalb drei von fünf Sternen (6 von 10 Punkten). Ich werde den Autor weiter verfolgen und hoffe, dass er seine Schwächen abstellen kann, denn erzählen – das kann Thomas Elbel.

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