Wieviel verdient man als Autor?

  • Ich möchte in diesem Essay einmal auf die (gerade von Erstautoren) häufig gestellte Frage eingehen, wieviel man als Autor eigentlich verdient? Nun, um es gleich vorweg zu nehmen, als Autor ist nicht das große Geld zu erwarten. Autoren nagen bekanntlich am Hungertuch. Dies ist kein Klischee, sondern dem ist tatsächlich so. Es gibt viele Autoren, die von Sozialhilfe leben. Die bekanntesten Beispiele in den USA sind: Stephen King, Dean Koontz, Dan Brown, John Grisham und James Patterson.


    Als Autor verdient man nämlich im Durchschnitt nur etwa 100.000,- Euro pro Monat. Und das zu aller Schande auch noch – vor Steuern! Ich meine natürlich pro Buch. Das sind nun wirklich keine Reichtümer, denn die Trillionäre Bezos (Betreiber einer Buchklitsche), Brin, Page und Zuckerberg (Computernerds, die noch nie im Leben richtig gearbeitet haben) verdienen diesen Betrag pro Nanosekunde. Wer Autor werden will, muss also eine gehörige Portion Idealismus mitbringen.


    Ein Verdienst von 100.000,- € Euro pro Monat pro Buch mag manchem Leser sehr wenig erscheinen – das stimmt zwar, dafür aber ist dieses Einkommen einigermaßen verlässlich zu erzielen. Schauen wir uns dazu ein paar Beispielrechnungen anhand meiner eigenen Bücher an.


    Nehmen wir den „Bestattungsratgeber“. Er ist für Angehörige geschrieben. Zur deutsche Bevölkerung zählen etwa 80 Millionen Bürger, ein Prozent stirbt pro Jahr, macht 800.000 Sterbefälle. Im Durchschnitt hat jeder Verstorbene zwei bis drei Angehörige, aber rechnen wir pessimistisch mit einem Angehörigen, der den Bestattungsratgeber erwirbt (die Konkurrenzbücher zu diesem Thema scheiden wegen mangelnder Qualität selbstverständlich alle aus), das heisst pro Jahr kaufen 800.000 Buchkäufer meinen Bestattungsratgeber. Nun, 800.000 mal…ja mal was?…der Verleger hat mir verboten, konkrete Zahlen zu nennen, aber es ist ja kein Geheimnis, dass das Autorenhonorar generell etwa 10 % beträgt. Also lautet die Rechnung 800.000 mal 1,80 €, macht 1,44 Millionen € pro Jahr, das entspricht genau 120.000,- € pro Monat. Und das passiert regelmäßig, denn gestorben wird ja weiterhin. Lieber also etwas weniger verdienen als in anderen freien Berufen (z.B. Hausarzt), dafür aber sicher.


    Oder mein Lexikon über den Antisemitismus. Wieviele Nazis gibt es denn? Wieviel Rechtsradikale? Die Statistik verrät, etwa 20 Prozent der Deutschen sind latent oder offen antisemitisch eingestellt, haben also Vorurteile gegen Juden. Nun 20 Prozent von 80 Millionen macht 16 Millionen Buchkäufer. Und dabei spielt es keine Rolle, ob ein bildungsferner Hintergrund vorliegt oder nicht, denn lesen können sie alle. Die vierte Klasse Grundschule haben sie mindestens absolviert. Sagen wir mal grob, es dauert 10 Jahre, bis jeder auf das Buch aufmerksam geworden ist, dann haben wir 1,6 Millionen Buchkäufer pro Jahr, das entspricht 133.333 Buchkäufer pro Monat. Jetzt wieder: das ganze mal 10 Prozent von (bitte Netto-Verkaufspreis einsetzen). Sie sehen – 100.000,- € monatlich pro Buch zu erzielen ist wirklich ein Kinderspiel.


    Und weiter geht’s mit dem Saarlandbuch. Wieviele Saarländer gibt es? Eine Million. Die Hälfte scheidet wieder aus, die andere Hälfte kommt als potenielle Buchkäufer in Betracht. Macht 500.000 * 10 Prozent von…Und jeden Tag werden ja wieder neue Saarländer geboren. Es geht immer so weiter. Sie wissen jetzt, wie`s läuft.


    Natürlich, da haben Sie recht, ist es nicht immer so, dass man seine Zielgruppe zu 100 Prozent ausschöpfen kann. Auch als genialer Autor nicht. Manchmal erreicht man nur 98 Prozent seines Marktpotenials. Damit muss man dann halt leben.


    Als Autor 100.000 € pro Monat zu erzielen, ist also nicht besonders schwer. Vorausgesetzt natürlich, man behandelt absolute Mainstream-Themen wie Antisemitismus, Bestattung, Regionalita (Saarland) oder Gastronomie. Wer sich Genres und Nischen zuwendet, die kein Mensch interessieren und die bei Verlagen ein Schattendasein fristen, wie Krimi, Thriller oder Chick-Lit, kann solche Zahlen natürlich nicht vorweisen.


    Krimis – um jetzt mal eine völlig unbeliebte Sparte heranzuziehen – verkaufen sich im Durchschnitt ja nur 50.000 mal pro Titel. Da nützt es auch nichts, wenn sie schlecht geschrieben sind und von einem 23-jährigen Erstautor mit Mc-Donalds-Job-Biographie stammen. Bei Krimis erreicht der Verlag, wenn er Pech hat, gerade mal die 20. Auflage. Also, dafür die Druckerpresse anzuwerfen…ich weiß nicht. Krimis werden von den Verlagen eigentlich nur aus Idealismus veröffentlicht, um ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden. Sie werden in einer Art Mischkalkulation quersubventioniert durch marktgängige Bücher wie Doktorarbeiten, Hausfrauenbiographien, Erste-Liebe-Ergüsse und Familiensagas pensionierter Oberstudienräte.


    Auch Thriller werden kaum gelesen. Da sieht es mit den Absatzzahlen noch trostloser aus als bei den Krimis. Das ist auch kein Wunder, denn Thrill haben die Leute in ihrem Privatleben genug: Betriebsprüfung, Seitensprung-Management, Haftprüfungstermine wegen verweigerter Unterhaltszahlung, Bürointrigen, Besuche beim Filius in der Geschlossenen, Nachbarschaftskriege, Gehaltspfändung, polizeiliche Verfolgungsjagd nach alkoholbedingtem Durchbrechen einer Straßensperre, Versteckspiele mit dem Gerichtsvollzieher, etc. Da ist man heilfroh, wenn man abends mal etwas Sinnvolles tun kann. Statt seine knappe Zeit mit Büchern zu verschwenden, bevorzugt man mediale Weiterbildung anhand niveauvoller TV-Formate wie GZSZ oder DSDS.


    Und Chick-Lit. Schauen Sie sich doch nur die Größen unter den Selfpublisherinnen (Indies) an. Jene Romance-Königinnen und Histo-Queens, die vorwiegend über das Internet veröffentlichen. Die schaffen es pro Monat doch höchstens ein Buch zu schreiben. Und brauchen ganze vier Bücher um Auflagenmillonärin zu werden. Dass man damit auf keinen grünen Zweig kommt, ist doch klar. Deshalb kommen sie in ihrem Leben nie über einen zweistelligen Millionenbetrag an Tantiemen hinaus. Oder kennen Sie etwa eine Chic-Lit-Queen, die mit eigener Learjet-Flotte um die Welt düst sowie die Kapuzenpullis aus Silicon Valley?


    Es ist also keineswegs so, dass man heute ein Buch veröffentlicht und morgen bereits Milliardär ist. Es kann im Extremfall bis zu vier Wochen dauern, bevor die erste Million hereinrollt.


    Jetzt können Sie natürlich fragen: woran liegt das, dass Autoren so wenig verdienen? Liegt es daran, dass Bücher so wenig kosten, zu viele Freizeitangebote existieren, es zu viele Konkurrenzmedien gibt oder daran, dass das Unterschichten-Fernsehen den Markt kaputt macht? Vergessen Sie alle diese vorgeschobenen Gründe. Der Hauptgrund ist folgender: es gibt einfach zu wenige Autoren. Die Verlage suchen händeringend nach neuen Autoren, aber niemand meldet sich. Keiner will schreiben. Das Manuskript-Angebot unbekannter Autoren bei Verlagen tendiert gegen Null. Fragen Sie mal Ihren Nachbarn oder die Kassiererin bei Aldi, wann sie zuletzt ein Buch geschrieben haben? Oder den Polizisten bei der nächsten Verkehrskontrolle. Falls Ihnen diese Klientel nicht representativ genug erscheint, fragen Sie Ihren Chef oder Ihren Arzt. Sie werden zu hören bekommen: Nada. Nichts. Tote Hose. Und weil es so wenige Autoren gibt, gibt es auch zu wenige Leser, denn die fleißigsten Leser sind nun einmal Leute, die selbst schreiben. Wer nicht schreibt, der nicht liest. So einfach ist das.


    Als Folge dieses unhaltbaren Zustandes gibt es auch jedes Jahr viel zu wenige neue Bücher. Die Gesamtzahl der jährlichen Neuerscheinungen ist wirklich ein Witz. So als ob die Bundesrepublik ein Entwicklungsland wäre. Lassen Sie sich von der offiziellen Zahl (es kursiert die Mär von einer Quadrillion neue Bücher pro Jahr) nicht täuschen. Die Zahl ist zwar formal richtig, aber wenn man sämtliche „Unreinheiten“ herausrechnet, bleibt von den Neuerscheinungen praktisch nichts mehr übrig. Das, was die Zahl so phänomenal aufbläst, sind Schulbücher, Fachbücher, Lexika und andere Nachschlagwerke sowie Neuauflagen.


    Außerdem zählen dazu Bücher, die zwar formell als „Buch gelten“, die aber so dünn sind, dass sie eigentlich als Reklamheft einzuordnen wären. Oder sie sind so dick, dass man sich beim Tragen einen Leistenbruch zuzieht. Dann fallen sie unter das Waffengesetz und müssen ebenfalls ausscheiden. Dann gibt es noch Bücher, die Themen behandeln, über die schon einmal ein anderer Autor geschrieben hat. Das ist ja eigentlich Schmu und sollte auch nicht mitgezählt werden. Wo kommen wir denn hin, wenn sich die Autoren gegenseitig die Themen klauen. Wer eine Liebesgeschichte kennt, kennt doch alle, oder?


    Das schlimmste übrigens, was einem Autor passieren kann, ist, dass sein Buch verfilmt wird, womöglich noch in Hollywood. Meist erhält er für die Filmrechte nur ein Taschengeld, das gerade mal reicht, um drei Häuserblocks in Citylage zu erwerben. Wenn er dann auch noch am Drehbuch mitarbeitet, kommt er überhaupt nicht mehr zum Schreiben und verdient weniger als vorher. Und wenn der Film herauskommt, vergleicht jeder Leser das Buch mit dem Film und wirft dem Autor vor: was?! So war das gemeint! Das habe ich mir aber ganz anders vorgestellt. Von diesem Autor lese ich nie wieder etwas. Romanverfilmung in Hollywood – das ist das Schlimmste. Wenn das passiert, ist es mit der Karriere ganz aus.

    Peter Waldbauer, Jahrgang 1966, ist Betriebswirt und wohnt als freiberuflicher Dozent und Autor in der Nähe von Heidelberg. Er veröffentlichte bisher Essays und elf Bücher.

  • Als Autor sollte man zumindest mit Sprache umgehen können. Im ersten Abschnitt muss entweder die Vergangenheitsform „lebten“ ergänzt oder andere Beispiele angeführt werden, denn es ist ernsthaft zu bezweifeln, dass einer der genannten Autoren heute noch von Sozialhilfe lebt. Was S. King angeht, bin ich sogar gar nicht sicher, dass er jemals Sozialhilfe bezog. Soweit ich weiß, hat er immer gearbeitet (und als Lehrer einen Hungerlohn verdient).

  • denn es ist ernsthaft zu bezweifeln, dass einer der genannten Autoren heute noch von Sozialhilfe lebt. Was S. King angeht, bin ich sogar gar nicht sicher, dass er jemals Sozialhilfe bezog. Soweit ich weiß, hat er immer gearbeitet (und als Lehrer einen Hungerlohn verdient).

    Kann es sein, dass der obige Beitrag ironisch zu verstehen ist?;)

  • Zitat

    Peter Waldbauer: "Leute, denen Empathie fehlt, haben auch keinen Sinn für Ironie. Sie denken immer rein mechanistisch, eben kalt."

    Das ist falsch. Leute denken anders und nicht jeder versteht dieselbe Ironie. Wer "rein mechanistisch" denkt, muss ein AI sein, denn jedes Denken vereint, bleiben wir bei der etwas anachronistischen Bezeichnung, magisches und mechanistisches Denken.


    Kommen wir zum Thema: Zwischen den Zeilen spricht der Autor über sich und über seine Bücher. Das versteht auch der Leser. Und anscheinend interpretiert der Leser die scheinbaren Motive des Autors nicht so wie vom Autor gewollt. Darüber sollte der Autor sich nicht ärgern, sondern er sollte sich bemühen, sich selbst besser darzustellen. Da der Autor Betriebswirt ist und darüber hinaus viel intelligenter als er sich hier darzustellen vermag, empfehle ich ihm die Intensivierung seiner Studien mit Kaizen.


    Ps: Wenn man sich schon zum Affen machen möchte, dann sollte man das auch willentlich tun. Wer es unbeabsichtigt tut, ist ein Dilettant.

  • Ah! Eine Grundsatzdiskussion! Endlich fühle ich mich wieder, als wäre ich bei den Bucheulen! :schnellweg

    Meine Bewertungsskala: 1-4 Punkte: Mehr oder minder gravierende formale Mängel (Grammatik, Rechtschreibung, Handlung). 5/6 Punkte: lesbar. 7/8 Punkte: gut. 9/10 Punkte: sehr gut. Details und Begründung in der Rezi.

  • Zitat

    Ah! Eine Grundsatzdiskussion! Endlich fühle ich mich wieder, als wäre ich bei den Bucheulen!

    Leider nicht, liebe Josefa,


    ich glaube, diese Zeiten sind vorbei. Manche Ritter sind alt geworden und haben ihre Rüstung längst abgelegt; manche finden sich auf den modernen Schlachtfeldern nicht mehr zurecht und haben sich verabschiedet; andere sind immer noch verschnupft, denn um ein Wortgefecht mit Eifer und Kampfkraft führen zu können, bedarf es auch einer Rüstung, die das Herz schützt. Hinzu kommt, dass die Edlen, sofern sie noch existieren, heutzutage nicht mehr mit Schwert und Schild kämpfen können. Eine Gesellschaft, die jede x-beliebige Gruppe vor Verletzung schützt und Gewalt ablehnt, koste es, was es wolle, ist leider nicht mehr in der Lage, große Schlachten zu schlagen.


    Man darf den alten Zeiten nicht nachtrauern, Josefa. Es kommen neue, womöglich langweiligere, schlechtere. Was bleibt, ist die Erinnerung an die guten alten Zeiten. Die kann uns keiner nehmen.

  • Du brichst mir gerade das Herz, Beisswenger.


    Ernsthaft, ich mochte die endlosen Kreistänze um nicht zu beantwortende Fragen. Ich hatte die Diskussionen auch immer eher als Schneeballschlachten gesehen denn als Gefechte zwischen Gepanzerten. Und auch wenn ich die meiste Zeit Schwierigkeiten hatte, alles zu verstehen, habe ich die Beiträge gern gelesen und hatte ab und zu sogar das Gefühl, etwas für mich daraus zu lernen.


    Schade.

    (Heißt das dann jetzt, man kann euch tonnenweise Werbung für drittklassige selbstgebastelte BoD-Bücher um die Ohren hauen? ... Okay, okay. War ja nur 'ne Frage. :grin)

    Meine Bewertungsskala: 1-4 Punkte: Mehr oder minder gravierende formale Mängel (Grammatik, Rechtschreibung, Handlung). 5/6 Punkte: lesbar. 7/8 Punkte: gut. 9/10 Punkte: sehr gut. Details und Begründung in der Rezi.

  • Zitat

    Heißt das dann jetzt, man kann euch tonnenweise Werbung für drittklassige selbstgebastelte BoD-Bücher um die Ohren hauen? ... Okay, okay. War ja nur 'ne Frage.

    Josefa, auch wenn die alten Zeiten vorbei sind, können die Eulen immer noch jeden Beitrag mit göttlichen Kommentaren veredeln.


    Und Herzensbrecher find ich gut, auch wenn's nicht passt, kommt es in meine Spitznamen-Sammlung, direkt zwischen Gauner und Idiot.:lache

  • Genau, beissi, früher war alles besser! Und im Mittelalter, also viel früher, war alles noch besser. Es bleibt konsequent nur, der Steinkeule zu huldigen, um es noch einmal besser werden zu lassen und damit auf dem Niveau der legendären Eulendiskussionen anzukommen. Hatten die jemals für irgendjemand irgendeinen Erkenntniswert (außer beissi / harimau ist doof, Unzutreffendes bitte streichen)? Ist auch egal, darum ging es ja nicht. :lache Sie waren zumindest teilweise amüsant (und häufig ärgerlich), immerhin ein Grund, den Rost vom Scheitel zu wischen und mit dem Altmetall zu klappern, aber sich für diesen überaus humorigen Essay :achtungironie:achtungironie:achtungironie aus dem Fenster lehnen? Nee, beissi, das mache ich nur ganz kurz und aus Respekt vor dir, ansonsten schimmle ich lieber weiter vor mich hin.


    LG harimau :wave

  • Leider nicht, liebe Josefa,


    ich glaube, diese Zeiten sind vorbei. Manche Ritter sind alt geworden und haben ihre Rüstung längst abgelegt; manche finden sich auf den modernen Schlachtfeldern nicht mehr zurecht und haben sich verabschiedet; andere sind immer noch verschnupft, denn um ein Wortgefecht mit Eifer und Kampfkraft führen zu können, bedarf es auch einer Rüstung, die das Herz schützt. Hinzu kommt, dass die Edlen, sofern sie noch existieren, heutzutage nicht mehr mit Schwert und Schild kämpfen können. Eine Gesellschaft, die jede x-beliebige Gruppe vor Verletzung schützt und Gewalt ablehnt, koste es, was es wolle, ist leider nicht mehr in der Lage, große Schlachten zu schlagen.


    Man darf den alten Zeiten nicht nachtrauern, Josefa. Es kommen neue, womöglich langweiligere, schlechtere. Was bleibt, ist die Erinnerung an die guten alten Zeiten. Die kann uns keiner nehmen.

    Lieber Kollege - mal abgesehen davon das der Eingangsbeitrag mehr als armselig ist und es sich nicht lohnt näher auf ihn einzugehen, wirst du sicher aber auch schon bemerkt haben, dass kontroverse Diskussionen hier nicht mehr erwünscht sind. Was also machen? Ganz einfach: Nur noch die Meinung über ein gelesenes Buch hier reinstellen und ansonsten schlicht und einfach den Mund halten. Diskutieren kann man auch woanders ganz wunderbar. Wie sagte doch Sergeant Murtough so richtig? "Ich bin zu alt für diesen Scheiß!". So sehr ich die Büchereule weiland mal für ihre Diskussionen geschätzt habe - so egal ist sie mir auch im Laufe der Zeit geworden. Viele Eulen haben diesem Forum den Rücken gekehrt und mit ihnen hat sich auch die Zahl der niveauvollen Beiträge sehr verringert - und nachgekommen ist da leider kaum etwas. So, und nun werde ich weiter meinen Ruhestand genießen.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)

  • Ich denke (hoffe?) nicht, dass kontroverse Diskussionen an sich hier nicht erwünscht sind, sondern die Tendenz, im Zuge dieser Diskussionen über alle Stränge zu schlagen und persönliche Angriffe für Argumente zu halten. Ich hab mal gehört, dass man sich auch streiten kann ohne sich im gleichen Atemzug gegenseitig persönlich niederzumachen. Aber das kann auch nur ein Gerücht sein ...

  • Die tatsächlich anspruchsvolle und spannende Diskussionskultur bei den Büchereulen erlitt nach meiner völlig unmaßgeblichen Meinung erhebliche Beschädigungen, als einerseits die derzeit populären Hasstiraden und andererseits/gleichzeitig das ebenfalls unfassbarerweise sehr beliebte Softnazigefurze hier ankamen, aber ich kann irren. Um ehrlich zu sein, ich würde gerne irren. Allein, ich fürchte, dass es stimmt.


    Und Perters Beitrag ist zwar kritikwürdig, aber „armselig“ ist keine Kritik, sondern nichts weiter als eine Beleidigung.

  • Die tatsächlich anspruchsvolle und spannende Diskussionskultur bei den Büchereulen erlitt nach meiner völlig unmaßgeblichen Meinung erhebliche Beschädigungen, als einerseits die derzeit populären Hasstiraden und andererseits/gleichzeitig das ebenfalls unfassbarerweise sehr beliebte Softnazigefurze hier ankamen, aber ich kann irren. Um ehrlich zu sein, ich würde gerne irren. Allein, ich fürchte, dass es stimmt.

    :gruebel Ich will mich da als Neu-Eule gar nicht weiter einmischen (anscheinend habt Ihr hier noch eine bewegte Vergangenheit aufzuarbeiten), aber der Begriff "Softnazigefurze" würde mich doch interessieren. Was kann ich mir darunter vorstellen? Und was war daran "beliebt" :?:

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Heinrich Mann: Der Untertan

  • Hallo, Tante Li.


    "Softnazigefurze" ist ein Neologismus, von dem ich glaubte, er wäre ohne weitere Erklärungen verständlich. Er bezeichnet Äußerungen, die aus dem AfD-Pegida-Dunstkreis und von deren offenen wie verdeckten Sympathisanten kommen.


    Und, nein, man mischt sich nicht ein, wenn man an einer Diskussion teilnimmt, ganz egal, welche Geschichte diese noch hat. Es gibt hier nach meinem Dafürhalten keine Leute mit "älteren Rechten" oder so. Aber ältere Rechte gibt es durchaus (sorry, diesen Weltklassekalauer konnte ich mir einfach nicht verkneifen). ;)

  • Tom Danke für die Warnung vor alten und neuen Rechten ;) - es sollte mich nicht wundern, dass sich auch solche unter den Eulen tummeln - haben diese doch auch irgendwann lesen und manche - leider - sogar schreiben gelernt.


    Zum Hauptthema - der mäßig lustigen Ironie-Zusammenballung - möchte ich nur meinen Eindruck davon geben: anscheinend verkaufen sich die Bücher des Thread-Eröffners nicht wunschgemäß, so dass er sie hier mal alle aufzählen möchte, damit sich daran etwas ändert. Ob Beleidigungen gegen Kritikern dabei förderlich sind, wage ich zu bezweifeln. :gruebel

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  • Zitat

    Und Perters Beitrag ist zwar kritikwürdig, aber „armselig“ ist keine Kritik, sondern nichts weiter als eine Beleidigung.

    Lieber Tom,


    du identifizierst "armselig" als Beleidigung und beleidigst indirekt Forenmitglieder. Das nenne ich mit zweierlei Maß messen. Ich empfinde diese selbstgerechte Arroganz als deutlich armseliger.


    Ich habe nicht alle Diskussionen verfolgt, doch bin ich nirgendwo auf dieses *** Verhalten gestoßen. Ganz im Gegenteil: Im Vergleich zu anderen Foren ging es hier doch recht anständig zu.


    Gleichwohl ist mir allerdings dieses inquisitorische und paranoide Verhalten aufgefallen, unter jedem i-Tüpfelchen einen Nazi zu vermuten.

  • Man darf den alten Zeiten nicht nachtrauern, Josefa. Es kommen neue, womöglich langweiligere, schlechtere. Was bleibt, ist die Erinnerung an die guten alten Zeiten. Die kann uns keiner nehmen.

    Ich bin dieses Geseiere nach alten Eulenzeiten so satt! (Ich entschuldige direkt meine verbale Entgleisung, das musste aber mal raus).

    Erstens stößt es alle vor den Kopf, die sich im Moment aktiv in der Eule beteiligen, nach euch zu den Eulen gekommen sind, und degradiert zugleich deren Beiträge als belanglos oder sogar als intellektuell unterbelichtet ab.

    Zweitens ist es an jedem Mitglied, das Forum so zu beleben, wie man selbst es haben möchte. Wir haben hier doch alle Freiheiten.

    Wer sich weit aus dem Fenster lehnt, muss eben auch mal mit Gegenwind rechnen. Entweder man hält das aus und riskiert auch mal einen Schnupfen oder man muss sich zurückziehen.

    Anstatt eure Wunden zu lecken, solltet ihr euch damit beschäftigen, wie ihr die Eule weiter mitgestalten wollt.

    Wie wäre es mit einem Vorschlag für eine private Leserunde? Vielleicht finden sich ein paar Eulen, die mit euch über Bücher diskutieren wollen.


    Ich meinerseits halte es mit Ovid:

    "Wir loben die gute alte Zeit, leben aber gerne in der Gegenwart."

    Die eigentliche Geschichte aber bleibt unerzählt, denn ihre wahre Sprache könnte nur die Sprachlosigkeit sein. Natascha Wodin

  • Lieber Kai,


    Du hast recht, ich muss mich entschuldigen. Voltaires Worte ("Lieber Kollege - mal abgesehen davon das der Eingangsbeitrag mehr als armselig ist und es sich nicht lohnt näher auf ihn einzugehen") enthalten keine Beleidigung und all die Äußerungen sind nur scheinbar rassistisch, antisemitisch und nationalistisch (gewesen). Ich nähere mich einer Paranoia. Wie das ganze Land, das inzwischen zu gut einem Fünftel Nazis i-Tüpfelchen rechtskonservative Populisten wählen würde. Ich bin einfach zu dünnhäutig inzwischen. Tut mir leid.