'Das Banner des Löwen' - Seiten 097 - 167

  • Nun hat es Robin zum Richter gebracht. Während es die Angeklagten noch für einen Scherz halten, weil ja niemand ein Kreuzritter verurteilen würde, passiert genau das. Drei Todesurteile, die zügig vollstreckt werden, und ein schändlicher Abzug der Überlebenden bleiben dem Volk in Erinnerung. Robin versteht sich auf Symbole und ihre Wirkung auf die Umwelt. Und endlich erlöst er Ares von seinen Qualen. Ich kann mir Marian so gar nicht als edle Dame in besten Kleidern vorstellen, aber auch dies ist ein Symbol.

    Dann ein weiterer denkwürdiger Auftritt in einer Kathedrale an der Seite Fulkes. Bei der lebhaften Schilderung hatte ich das Gefühl, vor Ort dabei zu sein. Und Robin schlägt sich endgültig auf die Seite der Katharer und zieht als Anführer eines Befreiungsheeres gen Toulouse. Marian wird diesmal an seiner Seite kämpfen.

    Überrascht war ich, wie unterschiedlich in den verschiedenen Städten und Regionen das Zusammenleben der Bevölkerung mit den Katharern geregelt war. Aber da hängt es dann auch von den jeweiligen Kirchenvertretern ab. Ich teile ja meist Robins Ansichten über die Kirche und deren Streben nach weltlichen Gütern. Entsetzt bin ich über die rücksichtslose und menschenverachtende Vorgehensweise der sogenannten Streiter Gottes und ihrer kirchlichen Führer.

    :lesend Remy Eyssen - Verhängnisvolles Lavandou

    :lesend Hanna Caspian - Sternenwende

    :lesend Günther Pfeifer - Endstation Waldviertel

    :musik: Richard Osman - Der Donnerstagsmordclub

  • Hab mal nach Waldensern gegoogelt, weil ich von denen noch nichts gehört hatte. Die Katharer waren mir nicht unbekannt, zuletzt hatte ich von ihnen in einem Buch von Anne Chaplet gelesen, das in den Cevennen spielt, also ein bergiger Rückzugsort.

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  • Klasse, die Maskerade mit den englischen Waffenröcken! Auf jeden Fall hat es die Fürsten daran erinnert, wer ihr oberster Lehnsherr ist, ich denke aber, die meisten wollten mit diesem "Kreuzzug" eh nix zu tun haben Fulkes Auftritt war natürlich auch stark.

    Überrascht war ich, wie unterschiedlich in den verschiedenen Städten und Regionen das Zusammenleben der Bevölkerung mit den Katharern geregelt war. Aber da hängt es dann auch von den jeweiligen Kirchenvertretern ab.

    Das friedliche Zusammenleben vor dem Beginn des Vernichtungsfeldzugs gegen die Katharer wird doch gar nicht näher thematitiert und nachher ist der Hauptunterschied, dass sie mal mehr mal weinger grausam umgebracht wurden ... Nur geholfen hat ihnen von den wirklich Mächtigen scheinbar keiner.


    Ich teile ja meist Robins Ansichten über die Kirche und deren Streben nach weltlichen Gütern. Entsetzt bin ich über die rücksichtslose und menschenverachtende Vorgehensweise der sogenannten Streiter Gottes und ihrer kirchlichen Führer.

    Wahrscheinlich war gerade diese Gier nach weltlichem Besitz mit ein Grund für die unbarmherzige Verfolgung der Katharer, die ja viel eher nach dem Armutsideal gelebt haben. Das konnten die Herren Bischöfe nicht dulden.

  • Das Robin als Richter fungiert war richtig, um auch ein Zeichen zu setzen, aber wie er selbst feststellte, widerspricht es eigentlich seiner Einstellung, denn deswegen hat er das damalige Angebot Sheriff von Nottingham zu werden, abgelehnt.

    Aber mir scheint, das die Meisten in der damaligen Zeit wohl Opportunisten waren..

  • So, den Abschnitt habe ich jetzt mehr oder einiger in einem Rutsch gelesen.

    Robin als Richter hat mir gut gefallen. Die Überheblichkeit der sogenannten christlichen Streiter war ja wirklich kaum auszuhalten. Gut dass hier mal ein Exempel statuiert wurde!


    Dieser Kreuzzug gegen die Katharer ist doch auch wieder nur ein Vorwand um sich zu bereichern. Und sich dabei auf Gott zu berufen erleichtert das schlechte Gewissen doch ungemein. Ganz ehrlich diese Unehrlichkeit ist echt zum Kotzen! Aber gut, das bekämpfen von Glaubensrichtungen, die nicht dem Papst folgen wird Europa ja noch Jahrhunderte beschäftigen.


    Der Auftritt in Agen war wirklich stark und ich finde es toll, wie Fulke sich auf seinen leiblichen Vater bezogen hat. Scheinbar hat er auch am englischen Hof einiges zum Thema Diplomatie gelernt. Ich hoffe doch, dass er nicht noch Ärger in England kriegt, wegen dieses Auftritts.

  • Robin als Richter, hier musste er ein Amt ausüben, das ihm eigentlich widerstrebt, und er hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht und auch bei der Vollstreckung des Urteils vorbildlich mitgewirkt.

    Die Aktion an Ostern war wirklich stark, da hat sich Robin wieder was Tolles einfallen lassen. Er weiß, wie man wirkungsvoll auftritt, und Fulke hat mich sehr beeindruckt, da war ich ganz bei Robin, und ich fand die Schilderung so genial, weil man mitkriegt, wie beeindruckt Robin von Fulkes Rede und wie stolz er auf seinen Ziehsohn ist. Fulke hat von seinen beiden Vätern nur das Beste mitbekommen, so scheint es.

    Montfort ist ja die Arroganz in Person, so viel Selbstgerechtigkeit ist kaum auszuhalten. Es ist schon schlimm wie Gottes Wort zu allen Zeiten immer wieder völlig missverstanden und zu Gunsten der Raffgierigen und Machthungrigen ausgelegt wurde.

    Nun muss Robin also wieder in den Kampf ziehen, aber diesmal bleibt Marian an seiner Seite. Dass sie heimlich Ares' Sohn für Robin ausgebildet hat, ist wirklich toll von ihr.

    Ich bin mit der Geschichte wieder an einem Punkt, wo es mir schwer fällt, das Buch mal aus der Hand zu legen. Es könnte also durchaus eine lange Nacht werden. ;)

  • Wahrscheinlich war gerade diese Gier nach weltlichem Besitz mit ein Grund für die unbarmherzige Verfolgung der Katharer, die ja viel eher nach dem Armutsideal gelebt haben. Das konnten die Herren Bischöfe nicht dulden

    Auch wenn sie eher nach einem Armutsideal gelebt haben verfügten etliche von ihnen über beträchtliche Vermögen. Etliche Katharer entstammten ja besseren Kreisen mit Vermögen und Macht. Ähnliches mussten ja auch die Juden erleiden. Geld und Besitz erweckt halt Begehrlichkeiten. Und wenn im Namen der Kirche gemordet wurde, dann hat die Kirche schon darauf geachtet, dass sie ihren Beuteanteil bekommen hat. Die Führung der Kirche war ja voll mit Brüdern von Raubrittern.

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  • Zu diesem Abschnitt habe ich mir nur sehr wenig Notizen gemacht ...


    Offenbar haben Robin und seine Familie alle Schauspielunterricht genommen und Fulke auch noch eine Diplomatie-Ausbildung genossen, herrlich, was hier aufgeführt wird.


    Und dann geht es für Robin wieder in eine Schlacht ...

  • Ein büschen gedauert hat es ja, bis ich den Abschnitt durch hatte, das aber ist der langen, vollen Woche geschuldet, nicht dem Buch :grin


    Die Szene, in der Fulke so eine grandiose rede hielt, gehört auch zu meinen Lieblingsszenen.

    So wirkte er tatsächlich, wie einst sein Vater. Ich konnte es mir richtig bildlich vorstellen, wie er dort mit donnernder Stimme sprach.

    Solche Szenen mag ich einfach.


    Die Montforts sind wirklich schreckliche Brüder - diese widerliche Selbstherrlichkeit, sich anzumaßen, das Wort Gottes zu vertreten - furchtbar. Aber leider war das ja damals (ok, leider auch teilweise heute noch) so üblich.


    Ich hoffe, es gibt auch noch Szenen in England - ich gestehe ja, in den Sherwood Forrest hab ich mich verliebt, den mag ich irgendwie nicht missen. Genausowenig wie das Umfeld in Nottingham. Egal, wie sehr Marian in Frankreich bleiben möcht - Ich will nach England :grin

  • Ich hoffe, es gibt auch noch Szenen in England - ich gestehe ja, in den Sherwood Forrest hab ich mich verliebt, den mag ich irgendwie nicht missen. Genausowenig wie das Umfeld in Nottingham. Egal, wie sehr Marian in Frankreich bleiben möcht - Ich will nach England :grin

    Im nächsten Band, ich versprech's. :)

    There must be a beginning of any great matter, but the continuing unto the end until it be thoroughly finished yields the true glory. (Francis Drake)