'Bella Ciao' - Seiten 317 - 381

  • Ich war auch zunächst enttäuscht, dass Anita ihre Rache nicht ausleben konnte. Dann habe ich es mir so erklärt, dass sie erkannt hat, dass dieser Wurm Risso es nicht Wert ist, dass sie zur Mörderin wird. Ich hätte das aber nicht Mitleid genannt. Vielleicht war ja der versteifte "Wurmfortsatz" ein Hinweis darauf. Der Typ war ja gefährlicher Psychopath (was man an der völlig überzogenen Grausamkeit bei Nicos Vernichtung erkennen konnte) - so einer geilt sich an der Katastrophe, die so viele Menschenleben gekostet hat, glaubhaft auf und fängt das Winseln an, wenn er sich selber ernsthaft bedroht sieht. Das passte für mich schon zum Charakter.

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Raffaella Romagnolo: Bella Ciao

  • Mir hat Adelmo, der Sohn von Risso gefallen, auch wie er mit Adelaide umgeht nach ihrer Heirat oder wie er sie einfach nur in Ruhe lässt, leben lässt, damit sie sich entfaltet.

    Und sie entfaltet sich vom verwöhnen Marchesetöchterlein zur bodenständigen, schlauen Frau, die verwaltet, hilft, sich menschlich verhält.

    Nach Rissos Meinung, ist Adelmo ein Weichei - mir scheint er als asexuelles Wesen, das die Natur liebt und sich außerhalb der damals üblichen Männerwelt bewegt.

    Mir hat es sehr gefallen, dass sich Rissos Hoffnungen, die er sich von dieser Verbindung versprochen hat, nicht erfüllt haben.

    Adelaide wird immer interessanter. Selbstbewusstsein hatte sie ja schon. Jetzt zeigt sich, was sie mit ihren Fähigkeiten alles bewegen kann. Endlich mal eine Frau, die in diesem Roman ihre Handlung bestimmt und nicht nur von den Umständen und Schicksalsschlägen getrieben wird.

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Raffaella Romagnolo: Bella Ciao

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  • @Sayia du hast Recht, mit dem Pilcher Vergleich, irgendwie fügt sich alles so passend.

    Mit einem Pilcher-Roman würde ich das Ganze hier nicht vergleichen. Dafür wird hier zu viel gestorben und das Leid der ärmlichen Bevölkerung beleuchtet. Dazu noch die schwerwiegende Historie der Kriege und echte Katastrophe der Sturzflut.

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    :lesend Raffaella Romagnolo: Bella Ciao

  • Mit einem Pilcher-Roman würde ich das Ganze hier nicht vergleichen. Dafür wird hier zu viel gestorben und das Leid der ärmlichen Bevölkerung beleuchtet. Dazu noch die schwerwiegende Historie der Kriege und echte Katastrophe der Sturzflut.

    Ich sprach ja auch von "Pichelsteiner Eintopf" und der entsprechenden Sonntagabendunterhaltung. Das wertet dann auch für mich die Beschreibung von Leid und Krieg bei mir nicht auf. Denn das haben diese Themen nicht verdient.