Beiträge von Rosha

    2) Ist das ein Wissens aus anderen Büchern des Hain Zyklus oder liest du es so aus diesem Teil? So verstehe ich es im ersten Teil auch vordergründig, aber nehme es nicht für die ganze Sache und vermute, da steckt mehr dahinter.

    Ich habe bisher nur "Freie Geister" der Autorin gelesen und weiß deshalb über Hain nicht Bescheid. Meine Vermutung bezüglich der Ökumene bleibt auf das aktuelle Buch bezogen.

    Wie interessant! Mir gefallen die eingeschobenen Geschichten weniger gut. Sie lassen die Bevölkerung von Winter ziemlich naiv und dumm erscheinen.


    Die Ökumene sammelt Informationen und der Kontakt zu einer weniger entwickelten Gesellschaft bietet Chancen als zukünftiger Markt für Technologie.

    Normalerweise bin ich kein Freund von Vorworten, insbesondere bei Sci-Fi-Büchern, weil dort ganz oft furchtbar langatmig auf das Buch eingegangen wird und auch schon mal gespoilert wird. Im Vertrauen darauf, dass Ursula Le Guin mehr Hirn hat, habe ich es gelesen. Und Recht behalten. Die Autorin widmet sich der grundsätzlichen Frage, was Sci-Fi-Romane sind bzw. nicht sind. Hat mir gut gefallen und entspricht auch ziemlich genau meiner Meinung.

    Ansonsten habe ich es aber erst geschafft, Kapitel 1 zu lesen. Der Einstieg gefiel mir aber gut und ich bin voller Hoffnung, aus meinem Leseloch zu kommen.

    Ich bin nur sehr selten in diesem Genre unterwegs.

    Aber ich lese gerade das neue Buch von Rosha und mir gefällt es bis jetzt richtig gut. Die zwei Jungs sind super sympathisch und die Geschichte ist witzig und gefühlvoll und es macht richtig Spaß es zu lesen.:)

    Danke Rouge, deine Rückmeldung freut mich sehr! Hoffe, das Buch hat dich auch noch bis zum Ende gut unterhalten.

    Da ich die Schreibweise des Autors bereits kenne und schätze, habe ich dieses Buch ohne jegliches Vorwissen begonnen zu lesen. (Tatsächlich habe ich den Klappentext erst hinterher gelesen.) Ich wusste von vornherein, ich würde auf meine Kosten kommen und habe recht behalten. Dass die Thematik, ein "Was wäre wenn"-Szenario, dann auch noch genau meinen Geschmack trifft, war ein Glücksfall. In der Tat konnte ich meine Gedanken passagenweise in dem Buch wiederfinden, zu vielem habe ich genickt.


    Der Autor packt geschickt Leben und Schicksale verschiedener Menschen in dieses Buch, schildert Zustände, wie sie jeder kennt bzw. kennen könnte oder das bei anderen schon erlebt hat.


    Erwähnenswert, weil besonders, ist die Erzählstruktur, die mich an Paul Auster erinnert hat. Mehrere Geschichten werden ineinander gestapelt. So erfahren wir Details über einen Autor, der ein Buch geschrieben hat und ebenjenes Buch können wir im Buch ebenfalls lesen. Verschiedene Zeit- und Daseinsebenen fordern die Konzentration des Lesers. Auch deshalb, weil das Buch wie ein Destillat wirkt. Schmal, gemessen an Seiten, aber reichhaltig an Inhalt. Eine Essenz sozusagen. Was mich persönlich sehr freut, denn die Unsitte der Redundanz ist allerorten anzutreffen. Bestimmte Sachverhalte durch ständige Wiederholung für wichtig erklären zu wollen, ist kein Stilmittel, sondern Unvermögen. Jedenfalls in meinen Augen.


    Hier ist es mir ein Genuss, dass der Autor dem Leser auch das Denken zutraut und die Fähigkeit, Sätze schon beim ersten Mal wahrzunehmen und auf das Wiederkäuen verzichtet. Ich habe tatsächlich das Buch mehrmals beiseite gelegt, um das Gelesene sacken zu lassen, darüber zu reflektieren. Es handelt sich um gehaltvolle 130 Seiten, die mir weit mehr vorkamen, weil sie so dicht gewebt sind.


    Sprachlich ist der Roman ebenfalls qualitativ hochwertig gearbeitet.


    Ich freue mich schon auf weitere Bücher von Kai Beisswenger.


    Für einen besonderen Lesegenuss, den ich als erfrischend, anregend für die grauen Zellen und nachhaltig empfunden habe, gebe ich 10 von 10 Eulenpunkten.

    Vor die Wahl gestellt, würden die meisten Menschen lieber auf ihr Wahlrecht verzichten, als auf ihre Waschmaschine.


    Dieses fiktive Umfrageergebnis formuliert Juli Zeh in ihrem Roman und ich sehe es als die Kernaussage dessen, was sie in ihrem Roman vermitteln will. Die Autorin beschreibt eine Gesellschaft, die der unseren leider sehr ähnlich ist. Gewissermaßen wagt sie einen Blick in eine Zukunft, die sehr plausibel erscheint. Die Gleichgültigkeit und Wahlverdrossenheit der Bevölkerung hat eine rechtsgerichtete Regierung möglich gemacht. Wir werden nicht mit einem Untergangsszenario gequält, aber die kleinen, eingeflochtenen Hinweise sind gruselig genug.


    Politisch motivierte Texte sind mir oft ein Gräuel, doch Juli Zeh wäre nicht eine meiner Lieblingsautorinnen, wenn sie nicht jedes Thema mit einer besonderen Kreativität herausarbeiten würde. So auch in diesem Roman. Sie lässt uns ihrer Protagonistin Britta über die Schulter blicken, die einer derart ausgefallenen Arbeit nachgeht, dass man einfach fasziniert sein muss.


    Ein schweres Thema kommt auf leichten, aber niemals seichten Füßen einher. Ein eindringliches Buch, wichtig, spannend, unbedingt lesenswert! Auch stilistisch wieder wunderbar gearbeitet, mit punktuell herrlichen Sprachbildern garniert.


    Der Titel ist perfekt gewählt: Leere Herzen sind eine Gefahr für uns alle. Wir können es uns nicht leisten, keine Meinung, keine Ziele und Wünsche zu haben, in dumpfer Gleichgültigkeit zu verharren.


    10 von 10 Eulenpunkten

    Zitat

    Original von Wuermchen


    Ich melde mich als regelmäßiger Anstupserer :peitsch


    Ich verlasse mich darauf! :chen


    Und das mit dem Zweiteilen habe ich auch schon überlegt. Also, an der Körpermasse würde es nicht scheitern, die reicht für zwei! :lache
    Allerdings habe ich mit der Säge in der Hand doch gewisse Vorbehalte der praktischen Ausführung gegenüber verspürt und es bleiben lassen.

    So, mal ein paar Worte zu meinem Autorendasein. Obwohl es nicht wirklich viel zu sagen gibt. Zwischenzeitlich hatte ich sogar umfassend überlegt, das Schreiben ganz bleiben zu lassen. Aber das ist vom Tisch. Geht doch nicht.


    Aus verschiedenen Gründen (die ich gerne in einem privaten Gespräch erzähle, aber nicht öffentlich im Internet) ist die Fortsetzung der Schwärze immer noch nicht fertig. Genau genommen steckte ich sogar in einem tiefen Schreibloch, habe ein Jahr lang überhaupt nichts geschrieben. Das scheint jedoch auskuriert zu sein.


    Sehr hilfreich war diesbezüglich das Angebot/die Frage von Simon Rhys Beck gemeinsam mit ihm eine Gay-Romance zu schreiben. Ich habe Ja gesagt und da stecken wir nun mittendrin. Und der Spaß am Schreiben ist zu mir zurückgekehrt. Juhu! :-]


    Jetzt sehe ich mich auch in der Lage, die Arbeit an Schwärze 2 wieder aufzunehmen. Aktueller Stand: ca. 32.000 Wörter, was ungefähr 140 Romanseiten entspricht. Das dürfte ungefähr ein Drittel der Geschichte sein, was mir der Plotplan aufzeigt. Wann ich damit fertig sein werde, kann ich jedoch wirklich nicht abschätzen. Zu viele Faktoren spielen hierbei (noch) eine Rolle.


    Vielleicht geht es ja schneller, wenn ihr mich hin und wieder anstupst? :grin


    Viele, liebe Grüße
    eure Claudia aka Rosha

    Ich muss mich vielmals bei euch entschuldigen, dass ich mich nicht in die Leserunde eingebracht habe. Ich war wirklich voller Vorfreude und Hoffnung, dass ich endlich nach langer Abstinenz wieder durchstarten kann, aber das Leben hat mich leider eines besseren belehrt. Aus verschiedenen Gründen, die ich nicht öffentlich machen möchte, schaffe ich es leider nicht. Habe nach wie vor nicht mehr als den ersten Abschnitt gelesen und fürchte, dass sich daran in nächster Zeit auch nichts ändert. Ich hoffe, ihr seid mir nicht böse und ich verspreche hiermit, dass ich mich erst dann wieder zu einer Leserunde anmelden werde, wenn ich auch wirklich, wirklich WEISS, dass ich mich beteiligen kann.

    Zitat

    Original von Clare


    Ich finde das auch einfach schrecklich, für mich unvorstellbar. Die Dame, die ein Auge auf Michael haben wollte, hat er bisher einmal gesehen, weil er sich auf dieser Überfahrt gar nicht in deren Kreisen aufhält. Und das in so einem schwierigen Alter. Oder vielleicht auch gerade gut?...
    Diese Reise wird ihn für sein Leben prägen. Auf welche Weise, werden wir noch erfahren.


    Ich habe ja beim Lesen irgendwie immer wieder die Sorge, dass seine Mutter ihn nicht erwarten könnte, ihn nicht abholt etc... :gruebel


    Das stimmt, in der heutigen Zeit wäre so etwas nicht denkbar. Keiner würde Kinder ohne Aufsicht auf so eine lange Reise schicken. Allerdings ist es in unserer Zeit auch nicht üblich, dass Kinder nicht bei ihren leiblichen Eltern, sondern bei nahen Verwandten leben. Insofern wäre eine Zeitangabe im Buch schon wünschenswert, um das im historischen Kontext gleich verorten zu können. Der Autor scheint vorauszusetzen, dass jeder Bescheid wüsste, um welches sozialpolitisches Umfeld es hier geht. So gebildet bin ich leider nicht. Ich kann nur Vermutungen anstellen. Vom Eindruck her hätte ich eben auf 1930 getippt. Aber das nur grob geraten.


    Vielen Dank Herr Palomar für die Hinweise und den Link zum Interview.
    Allerdings bin ich der Ansicht, dass ein Text selbsterklärend sein muss, ich als Leser, nicht erst Interviews oder die Autorenvita studieren muss, um ein Buch zu verstehen.

    Dass die Reise in Sri Lanka beginnt, kann man entweder dem Klappentext entnehmen oder der Ortsangabe Colombo gleich im Prolog. Da ich selten Klappentexte lese, bin ich froh um die Info im Text. Was ich allerdings noch nicht herausbekommen habe, ist die Zeit, zu der der Roman spielt. Es gibt Autos und Glühbirnen, also tippe ich mal auf das frühe 20. Jahrhundert. Allerdings hätte ich eine schlichte Jahreszahl im Text als komfortablen Service für den Leser nicht für übertrieben gehalten.


    Wie seht ihr das? Mögt ihr es, durch aufmerksames Nachverfolgen irgendwann auf so eine Info (zumindest ungefähr) zu kommen oder wollt ihr auch gerne ein Datum?


    edit: RS-Fehler ausgebessert

    Ich lese das Taschenbuch. Keine relevante Info, aber ich poste das trotzdem. :lache
    Mit dem ersten Abschnitt bin ich leider noch nicht durch, aber es gibt dennoch schon ein paar Dinge, über die ich gerne sprechen würde.


    Das vorangestellte Zitat von Conrad gefällt nir sehr gut und ich empfinde es als passende Einstimmung auf den Roman.


    Der Prolog ist in der auktiorialen Erzählhaltung verfasst. Allerdings mit einer kurzzeitigen Veränderung mittendrin, als der auktoriale Erzähler in die Ich-Perspektive verfällt. Mich würde nun interessieren, wer da erzählt, denn es macht den Anschein, als wäre es jemand, der den Protagonisten kennt, wenn auch nicht sehr gut. Wobei das keinen Sinn ergibt, denn ein auktorialer Erzähler kennt Figuren und Geschichten durch und durch. Was wiederum für mich die Frage aufwirft, ob dieser Wechsel in der Erzählhaltung ein stilistischer Kniff des Autors ist und später noch von Bedeutung ist oder ob das Lektorat einfach nachsichtig war und diesen "Schnitzer" nicht ausgemerzt hat.