Beiträge von Seestern

    Jane,
    das hab ich ja sauber in den falschen Hals gekriegt. Man merkt daran, die Wunde blutet noch ;-)
    Konkrete Ziele für danach hab ich nicht (irgendwann mal irgendwo ankommen wäre ganz schön), ich überdenke grade mehrere Möglichkeiten ...


    Jetzt mache ich gleich die Bügelwäsche :buegeln

    Zitat

    Original von sapperlot
    aber vielleicht ist das Fräulein Seestern ja eine Frühaufsteherin und würde mir beim frühmorgentlichen Kaffee Gesellschaft leisten... *versucht so lieb zu gucken wie Nicole*


    Ha, ha, ha, selbst wenn Du so lieb gucken würdest wie Brad Pitt, George Clooney und Antonio Banderas zusammen, würde das Fräulein Seestern an einem freien Tag nicht mitten in der Nacht aufstehen (also vor 9 Uhr) :grin

    Zitat

    Original von Babyjane
    Ich verkneife mir ganz massiv ein: "Ich habs ja erwartet!" in Richtung Frau Seestern... Ganz massiv und total erfolgreich, verkneife ich mir das. Supa oder? :grin


    Das wundert mich nicht, denn eine andere Reaktion hätte ich von Dir auch nicht erwartet. Schade, denn hier hätte ich mich wirklich gerne geirrt. So finde ich es einfach ein bisschen arm, dass Dich dieser Umstand zu amüsieren scheint.


    @topic: Wahlweise geh ich jetzt in den Keller und schreie da ganz laut und lange, oder ich donner meinen Kopf ein paar Mal gegen die Wand :rolleyes

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    Original von Voltaire


    Darauf werde ich ganz sicher nicht verzichten. Ich werde meine Meinung über ein gelesenes Buch weiterhin so posten wie ich es immer mache. D. h. zuerst kommen die technischen Daten zu einem Buch wie Titel, Autor, verlag, Erscheinungsdatum, Seitenzahl und Preis. Dann zitiere ich den Klappentext und dazu gibt es noch eine Kurzinformation über die Autorin/den Autor.


    Ich finds eigentlich ganz gut, grade auch bei Threads über mehrere Seiten, zwischendrin nochmal die Eckdaten zu haben und nicht nach vorne blättern zu müssen. Ist eine nette Serviceleistung :grin

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    Original von sapperlot
    Seestern
    Es waren 23 ...


    Wann würdest Du denn am Samstag zu uns stossen? Musst Du am Samstag nicht deine Buchhandlung, auch wenn sie fast leer sein wird, offen haben?


    :grin


    Wann am Samstag? Keine Ahnung, ich bin da flexibel. Je nachdem was wir so vorhaben. Ist ja noch ein bisschen bis dahin ...
    Und nein, dann muss und will ich den Laden nicht mehr jeden Tag offen haben ;-)

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    Original von Jasmin87


    Du machst deinen Laden aber nicht zu, oder?


    Doch, tu ich.
    Ich steh da einfach mehr oder weniger den ganzen Tag an der Kasse.
    Mit dem Beruf, den ich gelernt habe und den ich liebe, hat das nix mehr zu tun. Ist in erster Linie ein Standortproblem - Touristennest halt. Aber das es so extrem ist, hätte ich auch nicht gedacht.
    Na ja, und bevor ich völlig verblöde und irgendwann anfange, Houellebecq falsch zu bibliographieren (nicht, dass ich hier je in die Verlegenheit kommen würde :lacht) oder andere Geschichten, beende ich das Projekt Selbständigkeit und schau mal, was mir jetzt so lustiges einfällt, was ich noch ausprobieren könnte :chen

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    Original von vingela
    Ich wiohne ja auch eher ländlich und muss auch aufpassen, was ich trage und habe schon oft skeptische Blicke geerntet


    Ich kenne das ja selber, weil ich auch in so nem Kaff aufgewachsen bin und jetzt wohne ich auch nicht grade anonym in der Großstadt ...
    Vielleicht ist es auch noch was anderes, wenn man Kinder hat und die in der Schule nicht wegen des Kleidungsstils ihrer Mutter gemobbt werden wollen, aber grundsätzlich bewundere ich Leute, die in der Hinsicht ihr Ding einfach durchziehen und einen Sch... drauf geben, ob das dem Umfeld nun gefällt oder nicht

    @ sapperlot,
    danke, ich freu mich auch! Ich würd dann ja gern auch ein paar Worte mehr mit Dir wechseln als die 7-12, die es im Sommer waren :lache


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    Original von Nicole
    (Demnach schippern wir dann doch nicht auf die andere Seeseite rüber - oder doch? :gruebel )
    [/B]


    Also wie es momentan aussieht, würdet Ihr im Dezember wirklich nur ein paar leere Regale bewundern können und evtl. liegen noch ein paar Ladenhüter rum.
    Und Meersburg an sich ist zwar ein pittoreskes Städtchen, aber im Winter auch eher deprimierend. Und von Konstanz mit der Fähre hin und wieder zurück, da bleibt doch Zeit auf der Strecke, die man schöner, gemütlicher und sinnvoller nutzen könnte ... Ich meins doch nur gut mit Euch, Kinder :grin


    Und ich freu mich auch schon mal kräftig vor! Obwohl ich dann erst zum dritten Mal dabei wäre, wird das Seeeulentreffen so langsam zur liebgewonnenen Tradition :-]

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    Original von nofret78
    Ich mache per Fernstudium meinen Fachwirt (Sozial -& Gesundheitswesen IHK) , danach will ich noch meinen Betriebswirt machen. Berufsbegleitend natürlich, es muss ja irgendwoher die Kohle dafür kommen :chen


    Da hast Du aber schnell Nägel mit Köpfen gemacht, toll! Bestimmt ein gutes Gefühl, wenn endlich mal was voran geht :-)
    Ich hab mir das ja auch schon mal überlegt, den schulischen Teil meiner Ausbildung hab ich ja als Fernstudium absolviert und eigentlich liegt mir sowas ganz gut (keine Klassenkameraden & Lehrer, die mir permanent auf den Sack gehen :grin) ...


    Wo machst Du das (also welches Institut)?

    Ich stehe ( sehr wahrscheinlich zum allerletzten Mal an einem Sonntag, deshalb ist es auch fast erträglich hi, hi) im Laden und trinke Pfefferminztee. Arbeit ist erledigt, jetzt mach ich schnell noch Ebaygedöns fertig und vergrabe mich dann wieder in den Augenjäger :-]

    Ich meld mich dann auch mal. Wieder auf den letzten Drücker ;-)


    Auf das kulinarische Verwöhnprogramm beim Spanier muss ich diesmal verzichten, die Fähr-/Bus- und Bahnverbindungen sind im Winter noch schlimmer als eh schon und mit dem Auto alleine anderthalb Stunden um den See rum mag ich auch irgendwie nicht (vor allem nicht retour).
    Aber ich würd mich gern am Samstag zu Euch gesellen und bin dann zu allen Schandtaten bereit :-]

    Zitat

    Original von Booklooker
    Da ich seit Fitzek alle Thriller mit ihm vergleiche, kann ich nur sagen, dass es seinen Büchern in nichts nachsteht.


    Lustig, die Fitzek-Vergleiche stelle ich (bei deutschsprachigen Psychothrillern) auch an :grin
    Aber in diesem Fall komme ich zu einem anderen Ergebnis:
    Für mich kann Dorn Fitzek nicht das Wasser reichen.


    Nach Trigger, das ich trotz einiger Schwachstellen sehr fesselnd fand, war ich neugierig, wie sich der Autor weiterentwickelt hat.
    Und auch wenn ich insgesamt eher enttäuscht bin, ist eins sicher:
    Dunkler Wahn ist wirklich abartig spannend und ich war froh, dass ich gestern frei hatte und es quasi an einem Stück lesen konnte!


    Für mein Empfinden wird der Leser allerdings recht plump und offensichtlich durch die Geschichte dirigiert. An vielen Stellen war für mich der Autor als Marionettenspieler so deutlich zu erkennen, dass ich regelrecht aus der Illusion herausgefallen bin.
    Das macht Fitzek (um den Vergleich nochmal heranzuziehen) sehr viel eleganter und raffinierter. Und vor allem bleibt er dabei als Strippenzieher unsichtbar.


    Was das Ende angeht, hoffe ich inständig, dass ich es einfach falsch verstanden habe.
    Denn so wie ich es verstehe, steht anstelle eines konsequenten, bitterbösen und herrlich fiesen Finales (das rückblickend das ganze Buch aufgewertet hätte) plötzlich ein lahmer und verweichlichter Kompromiss ...

    Bis auf Die Verschwörung der Engel und Schule der Lügen habe ich jeden Roman von Fleischhauer gelesen und sehe mich schon als kleinen Fan des Autors.
    Zumindest hüpft mein Herz jedes Mal, wenn ich von einem neuen Buch erfahre. In diesem Fall war es ein ganz großer Hüpfer, eher ein Riesensatz, weil Torso auch noch in meinem Lieblingsgenre angesiedelt ist.


    Um es kurz zu machen:
    Die ganz große Liebe war es nicht, aber ich hatte ein paar unterhaltsame und spannende Stunden mit dem Buch.
    Für mich persönlich war die Wirtschaftsthematik eine gewisse Herausforderung, auch steige ich bei politischen Verstrickungen gerne mal aus, aber hier war das freundlicherweise so gestaltet, dass auch ich mit meinem Spatzenhirn einigermaßen mitgekommen bin :grin


    Die Inszenierung der Torsi hat es mir sehr angetan, auch hinsichtlich der späteren Auflösung des Symbolgehalts. Das fand ich wirklich raffiniert gemacht und überzeugend. Wie überhaupt den gesamten Plot, obwohl doch insgesamt ein wenig zu überladen für meinen Geschmack.


    Schon bei anderen Fleischhauer-Romanen habe ich festgestellt, dass die Figuren oftmals etwas in mir zum Klingen bringen. Auch hier war das wieder so. Besonders angerührt hat mich Hauptkommissar Zollanger in seiner Verlorenheit. Aber auch Elin finde ich als Figur, trotz oder vielleicht auch wegen ihrer Extremität, interessant und gelungen.


    Insgesamt für mich ein guter, fesselnder und erfreulicherweise anderer Thriller, der allerdings nicht an Romane wie Die Frau mit den Regenhänden und Das Buch in dem die Welt verschwand heranreicht.
    Herr Fleischhauer hat sich da die Messlatte aber auch sehr hochgelegt.


    7 Punkte.

    OT: Portrait of an Addict as a Young Man
    Gebundene Ausgabe, September 2011
    S. Fischer Verlag, 270 S.


    Klappentext:
    Bill Clegg war gerade dreißig, und ein erfolgreicher Literaturagent, als er plötzlich nicht mehr in seinem Büro auftauchte. Niemand wusste, wo er war.
    Alles, was er wollte, war Crack. Es folgt eine Zeit voller Drogen, Sex und Zerstörung.


    Bill Clegg erzählt mit Sensibilität und Ernsthaftigkeit von einem Horrortrip, dem er auf fast unerklärliche Weise doch noch entkommen konnte.
    Ein unvergessliches Zeugnis einer Sucht, die sein Leben verändert hat.
    Eine wahre Geschichte.


    Über den Autor:
    Bill Clegg arbeitet als Literaturagent in New York.
    „Porträt eines Süchtigen als junger Mann“ ist seine eigene Geschichte.


    Übersetzt wurde sie von Malte Krutzsch, der seit 1978 als Übersetzer tätig ist und in der Eifel lebt.


    Meine Meinung:


    Oft wünsche ich mir, alles wäre so, wie es scheint, ich könnte das Leben, das alle vor Augen zu haben meinen, wirklich führen.
    Aber es kommt mir arg provisorisch vor, eine Schraubendrehung vom Zusammensturz entfernt.


    Das Umschlagbild des Autors zeigt einen attraktiven Mann mit markanten Gesichtszügen und entschlossenem, selbstsicherem Blick.
    Man hat keine Probleme, sich Bill Clegg in der Rolle des erfolgreichen, dynamischen, scharfsinnigen und feingeistigen Literaturagenten vorzustellen, als der er in der Branche und im Freundes- und Familienkreis gilt.
    Bills Realität sieht anders aus. Er fühlt sich all der Anerkennung und Bewunderung nicht wert, ist überfordert von den damit verknüpften Erwartungen und Verpflichtungen und lebt in ständiger Angst vor dem Moment, in dem sein Umfeld erkennt, „was für ein hirnloser Blender“ er ist.
    Bills Beschreibungen seiner Selbstzweifel sind von beklemmender Intensität. Und ebenso eindringlich und plastisch schildert er den Trost, den er in den Armen der Droge erfährt:


    Hinter seinen Augen kehrt so etwas wie Frieden ein.
    Der Frieden wandert von seinen Schläfen hinunter zur Brust - kinetisch, sexuell, euphorisch -
    wie ein wundervoller Hurrikan, der mit Lichtgeschwindigkeit tobt.
    Es ist die wärmste, zärtlichste Liebkosung, die er je erlebt hat,
    und als sie nachlässt, die kälteste Hand.


    Bill geht nicht länger in die Agentur, lässt seinen Lebensgefährten, einen angesehenen Filmemacher im Unklaren über seinen Verbleib, mietet sich in Hotels ein und gibt sich ganz dem Crackrausch und dem Vergessen hin.
    Er trinkt Wodka wie Wasser, isst und schläft kaum noch und stillt seine Sehnsucht nach Gesellschaft und menschlicher Wärme mit schmutzigem Sex mit Junkies, Dealern, Taxifahrern …
    Am absoluten Tiefpunkt angelangt, hat Bill an die 70.000 Dollar verprasst, ist abgemagert bis auf die Knochen, schwer depressiv und hoch paranoid.
    Trotz seiner Todessehnsucht gibt er noch nicht auf, wagt noch (verzweifelt) zu hoffen, eine Romansentenz als Mantra:


    Wenn es sich anfühlt wie das Ende der Welt, ist es nicht das Ende.


    In „Porträt eines Süchtigen als junger Mann“ geht es um nicht viel mehr als um die Sucht.
    Ich hatte erwartet, auch etwas über Bills Arbeit als Agent zu erfahren,
    hatte auf Anekdoten und Begegnungen von und mit namhaften Literaten gehofft, stattdessen konzentriert sich der Autor konsequent auf die einzelnen Aspekte seiner Sucht.
    In kurzen Absätzen und bildlicher Sprache reihen sich Beschaffung, Rausch und Absturz in gefühlter Endlosschleife aneinander.
    Unterbrochen wird diese bisweilen zähe Monotonie durch Rückblenden in Cleggs Kindheit.
    In der dritten Person erzählt Clegg von sich als kleinem Jungen und seinem quälenden, traumatischen Problem.


    Obwohl mir ein wenig die Literatur gefehlt hat (auch in sprachlicher Hinsicht), bin ich beeindruckt, wie ehrlich und radikal der Autor hier Bilanz zieht.
    Ein mutiges und lesenswertes Buch.