Die Farben des Himmels - Christina Baker Kline

  • Christina Baker Kline - Die Farben des Himmels

    Produktinformation

    • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (14. Mai 2018)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3442314151
    • ISBN-13: 978-3442314157
    • Originaltitel: A Piece Of The World


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    Die abgeschiedene Farm ihrer Familie in Maine ist die einzige Welt, die Christina Olson kennt. Eine seltene Krankheit schränkt ihren Radius extrem ein und verhindert, dass sie diesen kleinen Kosmos verlassen kann. Als ihre ersehnte Verlobung in die Brüche geht, platzt ihre letzte Hoffnung, der klaustrophobischen Enge ihres Lebens zu entkommen. Doch dank ihres unbeugsamen Willens gelingt es Christina, sich eine ganz eigene Welt zu erschaffen – in deren Mittelpunkt die tiefe Freundschaft mit dem Maler Andrew Wyeth steht. Er zeigt ihr, dass es mehr als eine Art gibt zu lieben, und verewigt sie in einem der berühmtesten amerikanischen Gemälde des 20. Jahrhunderts.



    Mein Leseeindruck:


    Ein ganz wunderbares Buch! :-)


    In ruhiger, aber intensiver Sprache, gespickt mit vielen stillen Lebensweisheiten, wird das Schicksal von Christina Olson und ihrer Familie über mehrere Jahrzehnte dargestellt, wobei die Geschehnisse der verschiedenen Zeitebenen manchmal scheinbar nur nebeneinander laufen, manchmal aber durch ihre Verknüpfung auch verblüffende Perspektiven eröffnen. Dabei wird Christinas Leben nicht nur von ihrer verheerenden Krankheit bestimmt, sondern auch von den Entscheidungen der Eltern, die oft genug nicht nach Christinas Willen fragen und über sie hinweg ihren Lebensweg bestimmen. Christina, die sich nach einem normalen, selbstbestimmten Leben sehnt, stößt immer wieder schmerzhaft an Grenzen, muss sich arrangieren - und bewahrt sich dabei doch eine bewundernswerte innere Unabhängigkeit und Stärke. Der Maler Andrew Wyeth, fasziniert von Christinas Persönlichkeit und dem in seinen Augen unendlich reichen, würdevollen Mikrokosmos ihrer kleinen Welt, verewigt sie und ihre Welt und kommt ihr dabei näher als alle anderen Menschen um sie herum.


    Das Buch hat mich sehr bewegt und trotz der extrem ruhigen Erzählweise keine Zeile lang gelangweilt. Schade finde ich nur, dass der englische Titel "A Piece Of The World" nicht wörtlich übersetzt wurde. "Die Farben des Himmels" ist für mich ziemlich nichtssagend. Da fallen mir zwar auch Bezüge im Buch ein, aber der englische Titel trifft es m.E. um Welten (:)) besser.


    Dieses Buch gehört bisher zu meinen Jahreshighlights, ich vergebe 10 von 10 Punkten und kann die Lektüre nur wärmstens empfehlen.


    Vielen Dank an den Goldmann-Verlag für das Leseexemplar, an Wolke für die Organisation und an die TeilnehmerInnen der Leserunde für die interessanten Gespräche über das Buch. :wave

  • Christina Baker Kline erzählt in ihrem Roman „Die Farben des Himmels“ die Geschichte von Christina Olson, die von dem Maler Andrew Wyett in dessen berühmtesten Gemälde „Christinas Welt“ auf ganz besondere Weise porträtiert wurde. Dabei beschreibt sie nicht nur Christinas Leben auf einer kleinen Farm in Maine, das für sie aufgrund einer sich stetig verschlechternden, chronischen Erkrankung sehr beschwerlich ist, sondern auch ihre Familiengeschichte und die Begegnung mit Andrew Wyett, sowie die Entstehung des Bildes.


    Christinas Geschichte wird sehr unaufgeregt erzählt, in einem ruhigen Stil, der der Geschichte mehr als gerecht wird. Für mich war es ein sehr intensives Leseerlebnis und ich konnte gar nicht anders, als die Figur Christina Olson sehr nah an mich heranzulassen.

    Das war nicht immer einfach, denn Christina Baker Kline beschönigt nichts. Sie beschreibt das Landleben genauso wie es damals war: hart, ungerecht (vor allem gegenüber Frauen/Mädchen) und geprägt von schwerer Arbeit. Hinzu kommt, dass Christina all das mit ihren körperlichen Einschränkungen erledigen muss. Hier wird das Leben auf der Farm nicht romantisiert.

    Im Gegensatz dazu sprüht Christina vor Lebenswillen, möchte so unabhängig wie möglich sein, ist intelligent und geht mit offenen Augen durchs Leben.

    Wie sich diese Gegensätze vereinbaren lassen und wie sehr das einen Menschen prägt, u. a. davon handelt dieses Buch.

    Besonders gut gefallen hat mir, dass es sich hier um einen Menschen handelt, keine Heldin, keine perfekte Figur, sondern um eine Frau mit Gefühlen, die zwangsläufig ständig an ihre Grenzen stößt, Fehler macht und die sich nicht immer mit ihrem Schicksal arrangieren kann. Sie ist nicht immer nett, freundlich und gut, aber immer authentisch.


    Das ist ein Buch, das einen besonderen Platz in meinem Regal bekommt und ganz sicher nochmal gelesen werden wird – ein echtes Leseerlebnis. 10 Punkte.

  • Dieser Roman hat zwei Erzählstränge: Einmal die Entstehung des Bildes Christinas World und die Lebensgeschichte von Christina Olson bis zum Aufeinandertreffen mit Andrew Wyeth. Beides wird aus der Perspektive von Christina erzählt.

    Anfang des 20. Jahrhunderts wächst Christina mit ihren drei Brüdern auf einer Farm in Maine auf. Zudem leidet sie an einer schweren chronischen Erkrankung, die ihr die Arbeit noch zusätzlich erschwert. Die tägliche Routinearbeit wird nur in den Sommermonaten aufgelockert, wenn Gäste aus Boston und Umgebung sich in der Nähe sich aufhalten. Daraus entwickeln sich auch Freundschaften und Beziehungen.


    Sehr schwer ist es aus dem vorgezeichneten Leben für alle auszubrechen, dies trifft besonders auf Christina zu. Mehr und mehr ist sie an das Haus gefesselt und sie zieht sich zurück. Einige ihrer Hoffnungen zerschlagen sich. Gut kann man nachempfinden wie es in Christinas Inneren aussieht und wie sie mit ihrer Sturheit manchen vor den Kopf stößt. Immer an ihrer Seite steht ihr Bruder Al, der in seinen eigenen Leben vieles aufgibt.

    Mit dem Maler Andy, der zehn Jahre lang in den Sommermonaten im Haus sein Atelier einrichtet ,kommt nochmals Abwechslung in das eintönige Leben von Al und Christina. Diesem vertraut sie ihre eigene Geschichte und das ihrer Vorfahren an. In dieser Zeit ensteht eine besondere Verbundenheit zwischen dem Maler und Christina.


    Geschickt versteht es die Autorin passende Zitate zu den jeweiligen Situationen einzuarbeiten. Realistisch wird das Leben auf einer Farm ohne jeglichen Komfort geschildert. In diesem Roman gibt es schöne Szenenbeschreibungen und eindrucksvolle Sätze, sodass man sich gut in die Protagonisten hineinversetzen kann.

    Ruhig und unaufgeregt beschreibt Christina Baker Kline eine Frau mit starken Willen, die durch ihre Erkrankung ein eingeschränktes Leben führen muß, dass sie sich in vielen Dingen anders vorgestellt hatte.




    9 Eulenpunkte

  • Das ruhige und eindringliche Buch beginnt bereits mit einem sehr amerikanischen Bild.

    In Maine, an einem Sommertag, sitzt eine Frau in der Küche eines alten Farmhauses und arbeitet an einem Quilt. Es ist die 46-jährige Christina Olson - und sie wird gleich den jungen Maler Andrew Wyeth kennenlernen. Dies ist der Beginn einer besonderen Freundschaft. Der Maler wird nun einige Sommer im Farmhaus malen und der Leser wird Zeuge einiger sehr interessanter Gespräche, die auch dem Kunstlaien einen Einblick in die Arbeitsweise und Bilderwelt dieses Künstlers vermitteln könnten.

    Aber eigentlich geht es hier um Christina, der Roman erzählt ihr Leben bis 1948, in dem Jahr wurde das Bild „Christina's World” vollendet.

    Ein Leben, das durch ihre Krankheit und den Anforderungen als Farmerstochter geprägt war, aber auch von der unglaublichen Energie und Willenskraft, mit der Christina versucht ihr Leben zu meistern. Sie erzählt von ihren Vorfahren, zu denen der Richter John Hathorne aus Salem ebenso gehörten, wie der Schriftsteller Nathaniel Hawthorne und eine Reihe von seefahrenden Kapitänen.

    Sie erzählt von ihrer Familie und dem harten, arbeitsreichen Leben auf der Farm.

    Dieses Leben versucht sie, möglichst unabhängig von ihrer Krankheit, mit einer Energie zu meistern, die die Grenze von Stolz zu Stursinn oft verwischen lässt.


    Hier liegt auch die Kraft dieses Romans, ohne jede Wertung werden die Personen mit ihren Stärken und Schwächen dargestellt, auch Christina oder Andrew sind keine Helden.

    Als Leser muss man immer wieder seine eigenen Urteile und Vorurteile hinterfragen.

    Dafür öffnet sich nicht nur Christinas Welt, der neugierige Leser kann sich nach der Lektüre noch über eine bunte Themenvielfalt informieren. Ob das nun weitere Bilder von Andrew Wyeth, die Hexenprozesse in Salem, Fotos des Farmhauses und seiner Bewohner oder gar einem Klavierstück zu dem Bild sind, es ist interessant.


    Christina Baker Kline erzählt diese Geschichte wunderbar, sie hat eine außergewöhnliche Gabe die Natur und kleine Besonderheiten zu beschreiben.

    Sie malt auch Bilder - mit Worten.


    Für mich war es ein besonderes Leseerlebnis.

    Ich bedanke mich beim Verlag für das Leseexemplar, bei den Organisatoren und allen Teilnehmern meiner ersten Leserunde.


    Auch von mir eine Leseempfehlung mit 10 von 10 Punkten.

    Man sollte alles lesen. Mehr als die Hälfte unserer heutigen Bildung verdanken wir dem, was wir nicht lesen sollten.

    Oscar Wilde (1854 - 1900)


  • Auch mir hat dieses leise Buch sehr gut gefallen. Ich mag die unaufgeregte Art der Autorin zu erzählen, mit Worten Bilder zu malen, die den Leser in die Welt des Erzählten eintauchen lassen und noch lange nachhallen. Es muss nicht immer die große Action sein, um den Leser zu fesseln - in diesem Buch sind es die Personen selbst, ihr Leben in einer anderen Zeit, das mir so fremd ist und mich gleichzeitig so fasziniert hat, ihr Alltag mit seinen Höhen und Tiefen, ihre Wünsche und Träume. V.a. Christina ist eine faszinierende Person, von klein auf geschlagen mit einem körperlichen Gebrechen, das selbst die Ärzte ratlos zurücklässt und keine Chance auf Heilung hat, dem sie sich aber nicht beugen will. Christina hat einen starken Willen und eine kämpferische Natur und kommt letztlich doch nicht gegen die Zwänge der damaligen Zeit und ihre körperlichen Einschränkungen an.

    Ich kann nicht sagen, welcher Erzählstrang mir besser gefallen hat, ob der über Christinas Kindheit und Jugend oder der über die ältere Christina und ihre Beziehung zu dem Maler Andy Wyeth - beide haben mich gleichermaßen begeistert, mir emotionale Höhen und Tiefen beschert und mich oft auch nachdenklich gemacht. Schön fand ich übrigens auch, dass ich in diesem Buch viel Neues gelernt habe, nicht zuletzt auch über die Arbeit des Malers; außerdem inspiriert das Buch den Leser dazu, sich eigene Gedanken zu machen über die beschriebenen Bilder, die man alle auch im Internet finden kann. Das Bild "Christinas Welt" ist sogar ganz vorne im Buch in Farbe abgebildet und ich habe während des Lesens oft zu diesem Bild zurückgeblättert und es immer wieder neu auf mich wirken lassen.


    Auch von mir gibt es begeisterte 10 Eulenpunkte und eine klare Leseempfehlung an alle, die ruhige Romane mit viel Tiefgang mögen! :-)


    LG, Bella

  • Christina Baker Kline bringt uns in diesem Buch die Hintergrundgeschichte zu dem Bild Christinas Welt von Andrew Wyeth nahe.

    Christina lebt 1939 alleine mit ihrem Bruder Al auf einer abgelegenen Farm in Maine, als sie über eine Freundin den Maler Andrew Wyeth kennenlernt. Der verliebt sich in das Haus und ist bald Dauergast und guter Freund.

    In den folgenden Jahren wird Andy die Sommer bei den Olsons verbringen und dort malen. Im Sommer 1948 entsteht dann sein bekanntestes Werk Christinas Welt.

    Parallel zur Entwicklung der Freundschaft erfahren wir von Christinas schmerzvollem Leben. Sie leidet unter einer Krankheit, die ihre Gliedmaßen verkrümmt und ihr teilweise starke Schmerzen bereitet. Doch Christina ist ehrgeizig und stur und erlaubt es der Krankheit nicht ihr Leben komplett zu bestimmen.


    Mir hat das Buch vor allem wegen des Schreibstils sehr gut gefallen. Die Autorin erzählt in einer sehr ruhigen Art von der Härte des damaligen Lebens auf dem Land, den Freuden und Leiden Christinas und ihrer Familie. Denn auch wenn das Leid und die Einschränkungen Christinas Leben bestimmt haben, so hatte sie auch schöne Zeiten und später dann vor allem in Andrew Wyeth und seiner Frau Freunde, die sie so nahmen, wie sie war.


    Fazit: Ein tolles Buch, schön zu lesen und ein beeindruckender Ausflug nicht nur in die amerikanische Geschichte, sondern auch in die Kunstgeschichte.


    10 von 10 Punkte

  • Inhalt: Christina Baker Kline erzählt in diesem Buch die Lebensgeschichte von Christina Olson, der Frau, die den amerikanischen Maler Andy Whyeth zu seinem Bild "Christinas Welt" inspirierte.

    Christina Olson litt von Kindheit an an einer unheilbaren und stetig fortschreitenden Krankheit, die sie im Laufe der Jahre nahezu bewegungsunfähig macht. Trotzdem weigerte sie sich zeit ihres Lebens einen Rollstuhl o. ä. zu benutzen, sondern kämpfte sich mit aller ihr noch zur Verfügung stehenden Kraft durchs Leben, auch wenn sie sich zum Schluss nur noch kriechend fortbewegen konnte.


    Meine Meinung: Christina ist keine einfache Persönlichkeit. Intelligent, willensstark und zielstrebig auf der einen Seite, verbittert, verbissen und stur auf der anderen.

    Sicherlich sind viele ihrer Verhaltensweisen aufgrund ihrer Erkrankung, bitterer Enttäuschungen in der Jugend und auch ihres familiären Hintergrunds nachvollziehbar und verständlich. Ich habe mich aber trotzdem sehr schwer damit getan einen Zugang zu ihr zu finden und so blieb sie mir das ganze Buch über fremd.

    Ihre Lebensgeschichte fand ich nicht uninteressant, einige Passagen haben mich mehr, andere weniger angesprochen. Stellenweise empfand ich das Buch als etwas langatmig.

    Was mich jedoch beim Lesen fast schon begeistert hat, war die wunderbare Erzählweise der Autorin. So eine schöne, gleichzeitig leichte und doch anspruchsvolle Sprache findet man selten. Das hat den auf Roman für mich deutlich aufgewertet und mir auch über die vorhandenen Längen hinweg geholfen.


    Fazit: Ich tue mich schwer ein eindeutiges Urteil abzugeben. Insgesamt habe ich das Buch aufgrund des tollen Erzählstils gerne gelesen, auch wenn mich die Handlung und die Personen nicht wirklich überzeugen konnten.


    7 Punkte

  • Das Buch:

    Die abgeschiedene Farm ihrer Familie in Maine ist die einzige Welt, die Christina Olson kennt. Eine seltene Krankheit schränkt ihren Radius extrem ein und verhindert, dass sie diesen kleinen Kosmos verlassen kann. Als ihre ersehnte Verlobung in die Brüche geht, platzt ihre letzte Hoffnung, der klaustrophobischen Enge ihres Lebens zu entkommen. Doch dank ihres unbeugsamen Willens gelingt es Christina, sich eine ganz eigene Welt zu erschaffen – in deren Mittelpunkt die tiefe Freundschaft mit dem Maler Andrew Wyeth steht. Er zeigt ihr, dass es mehr als eine Art gibt zu lieben, und verewigt sie in einem der berühmtesten amerikanischen Gemälde des 20. Jahrhunderts. Quelle Amazon


    Die Autorin:

    Christina Baker Kline wuchs in England und in den Vereinigten Staaten auf. Sie hat Literatur und Kreatives Schreiben unterrichtet und sich als Buchautorin und Herausgeberin von Anthologien einen Namen gemacht. Ihr Roman "Der Zug der Waisen" war in den USA ein großer Erfolg und hielt sich monatelang an der Spitze der New-York-Times-Bestsellerliste. Mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen lebt die Autorin in Montclair, New Jersey. Quelle Amazon


    Meine Meinung:

    Das Buch ist wirklich schön erzählt, die Autorin hat eine schöne Schreibweise. Leider zieht es sich meiner Meinung nach zu sehr in die Länge.

    Christina ist las Hauptprotagonistin wirklich nicht einfach, sie hat es aber auch wirklich nicht leicht im Leben.Eigentlich ist sie eine intelligente Frau und könnte im Leben wirklich was schaffen, trotz ihrer Krankheit. Christina ist aber leider auch ziemlich stur und ganz schön verbittert. Das hat mich manchmal schon gestört, wäre ein paarmal gerne ins Buch gehüpft und hätte sie geschüttelt. Ich hab schon Verständnis für ihre blöde Situation, aber man darf eben auch nicht alles mit einer Krankheit entschuldigen. So richtig warm bin ich mit ihr deswegen nicht geworden. Leider passiert in ihrem Leben dann auch nicht wirklich viel, was das Buch für mich interessanter gemacht hätte. Durch die wenigen Ereignisse zieht es sich wie gesagt in die Länge.

    Erzähltechnisch und sprachlich ist das Buch absolut wunderbar, es ist leicht und locker erzählt, man könnte ins Träumen kommen


    Fazit:

    Für mich konnte die schöne Schreibweise die wenige Spannung in diesem Buch nicht überspielen.


    5 von 10 Eulenpunkten


    Ich bedanke mich ganz herzlich beim Verlag für das Buch :bluemchen






  • Schon als ganz kleines Kind erkrankt die Farmerstochter Christina an einer seltsamen unerkannten fiebrigen Viruserkrankung und bleibt verkrüppelt zurück. Trotz ihrer Einschränkungen kämpft sie sich danke ihres Bruders Al, der sie immer ganz normal behandelt, in ein aktives vitales Leben zurück. Immer unterstützt von ihrer liebevollen Großmutter Mammey. Nach einer vergeblichen, schmerzhaften Behandlung eines unfähigen Arztes verweigert sie vehement alle weiteren Arztbesuche.


    Chancen auf eine Ausbildung oder eine Ehe zerschlagen sich. Christina muss trotz ihrer Gebrechen ein sehr hartes Leben auf der Farm bewältigen. Die ganze Hausarbeit bleibt an ihr hängen, auch wenn sie Probleme bei der Erledigung hat, oder dadurch Schmerzen erleidet. Das wird von der Autorin sehr nüchtern und sachlich beschrieben.


    Zufällig tritt der Maler Andrew Wyeth in ihr Leben und verbringt fortan regelmäßig viele Stunden im Haus, mit der Arbeit in einem der alten Gästezimmer, das er sich als Atelier eingerichtet hat. Durch ihn erlebt Christina Freundschaft und beginnt ihr Leben mit Abstand aus anderen Augen zu betrachten. Er ist für sie eine verwandte Seele und bringt Abwechslung in den eintönigen Alltag. Sie wird zu seiner Muse.


    Nach einigen Jahren muss sie erkennen, dass ihre Erkrankung immer schlimmer wird, aber auch Experten können ihr dann keine Hoffnung mehr machen. Trotz aller Schwierigkeiten muss sie noch den Weggang der Brüder erleben und die Pflege der Eltern übernehmen.


    Man versinkt in die Geschichte, kann mit Christina sehr gut mitfühlen, wie der Betrachter eines Bildes. Die Autorin beschreibt die harten, grausamen Umstände und Verhältnisse sehr nüchtern, sachlich und rein beobachtend. Dies erzeugt eine etwas traurige und hoffnungslose Stimmung. Es betrübt wie sehr Christina im Leben kämpfen muss, trotz ihrer Einschränkungen, aber das zeichnet sie natürlich wiederum aus. Ein sehr hartes Leben, an dem sie aber auch nicht wirklich etwas wandeln will. Sie hat ein Schicksal zu tragen, das sie aber auch nicht ändern mag oder kann. Lange Strecken ihres Lebens verbringt sie einsam und abgeschottet, aber auch frei und selbstbestimmt. Sie hat ihr Los gewählt. Die ganze Geschichte ist für mich wie eine Gemäldeinterpretation in buchlänge.


    Abschließend muss ich sagen, dass das Buch nicht ganz die Gefühle in mir geweckt hat, die von der Autorin laut Nachwort beabsichtigt waren. Mich hat die Geschichte etwas betrübt und desillusioniert zurück gelassen.


    7 von 10 Eulenpunkten


    Vielen Dank an Wolke und den Verlag!

  • Christina Olson hat Berühmtheit erlangt als die Frau auf Andrew Wyeths Bild „Christinas Welt“. In „Die Farben des Himmels“ beschäftigt sich die Autorin intensiv mit dieser Figur. Christinas vielschichtige Persönlichkeit, wie sie sich durch ihr von einer grausamen Krankheit bestimmtes Leben kämpft, ihre Wünsche, Träume - ihre Enttäuschungen, ihre Bitterkeit… Und beschreibt wie es dazu gekommen ist, dass Andrew Wyeth mit der Zeit ein wichtiger Teil ihres Lebens wurde.


    Ein unterhaltsames Lesevergnügen ist diese Geschichte für mich nicht gewesen. Es hat mich zeitweise bedrückt und melancholisch gemacht, Christina durch ihr von Pflichterfüllung, Verzicht und lebenslangem Schmerz geprägtes Leben zu begleiten. Sie erlebt eine kurze Zeit des Glücks, der Hoffnung auf ein anderes Leben. Eine Hoffnung, die sich nicht erfüllt und sie in eine Bitterkeit stürzt, die ihr erst Andrew Wyeth zumindest ein Stück weit nehmen kann. Christinas Stolz, von dem sie glaubt, es sei das Einzige, was ihr bleibt, macht sei einsam, hält ihre Mitmenschen auf Distanz und macht es ihnen nicht leicht sie zu mögen. Und doch hat mich Christinas spröder Charakter und ihre Stärke von Anfang an fasziniert und an diese Geschichte gefesselt. Geradlinige und unprätentiös ist der Erzählstil, dabei klug und von ungeheurer Intensität. Wenn Schicksale auf eine so unaufgeregte Weise erzählt werden, berühren sie mich sehr viel mehr als Pathos und ganz große Gefühle.


    Auch spiegelt ihr Leben ein Stück Zeitgeschichte aus einer etwas anderen Perspektive, nämlich so, wie man sie in relativer Abgeschiedenheit auf dem Land erlebt hat.


    In vieler Hinsicht ein besonderes Buch, flüssig, aber nicht immer leicht zu lesen. Ein Buch, das nachdenklich macht und nachwirkt. Und den Austausch darüber in einer Leserunde empfand ich eine zusätzliche Bereicherung.Danke dafür. :bluemchen

  • Christina Baker hat mit "Die Farben des Himmels" wieder einen Roman geschaffen, der mich in gewisser Weise berührt. Die Sprache lässt sich schnell und flüssig lesen. Ein Roman zum Wegschmökern. Das Tolle daran ist jedoch, dass dieser Roman auf historische Fakten beruht und das macht für mich das Buch so besonders.


    Es geht um Behinderung, um Landleben, um die Stellung der Frau auf einem Bauernhof, um Liebe und was sonst noch dazugehört. Und dann gibt es noch diesen sympathischen Maler. Gleich zu Beginn sehen wir das Bild, das Whyets von Christina und ihrer Umgebung geschaffen hat. Für mich hat das Bild eine ungeheure Aussagekraft. Das Leben mit einer Behinderung ist heutzutage kein Zuckerschlecken, in der damaligen Zeit jedoch muss das noch viel schwieriger gewesen sein. Es gab nicht so viele Hilfsmittel und wenn, dann wollte Christina diese nicht nutzen. Dennoch hielt sich ihr Klagen in Grenzen. Sie arbeitet und verliert trotz aller widrigen Umstände nicht den Mut.


    Volle Punktzahl vergebe ich nicht, dafür hätte der Roman noch ein wenig anspruchsvoller sein müssen, aber ich wurde sehr gut unterhalten. Dafür 8 Eulenpunkte!


    Vielen Dank an den GOLDMANN Verlag für das Buch & natürlich Danke an Wolke für die Organisation.

  • Endlich komme ich hier auch mal dazu meine Rezension zu schreiben. Zunächst würde ich mich gerne bei Wolke und dem Goldmann-Verlag für das Rezensionsexemplar dieses schönen Buches bedanken, sowie bei den lieben Eulen für die anregende Leserunde.


    Für mich persönlich war dieses Buch etwas ganz besonderes. Es erzählt die Geschichte von Christina Olson, die schon in jungen Jahren an einer neurologischen Krankheit erkrankt und sich mit zunehmendem Alter immer weniger bewegen kann. In zwei Zeitebenen wird ihre Geschichte erzählt. Auf der einen Seite begleiten wird die erwachsene Christina, die den damals jungen Maler Andrew Wyeth kennen lernt und von diesem auch auf verschiedenen Bildern gemalt wird. Die andere Zeitlinie lässt uns Christina beim Heranwachsen begleiten, mitsamt allen Schicksalsschlägen aber auch den glücklichen Momenten, die sie trotz ihrer Krankheit sieht und erlebt.


    Das Buch und sein Thema sind sicher nicht einfach. An manchen Stellen ist es einfach schwer sich vorzustellen, was Christina in ihrem Leben alles durchmachen musste und was sie alles aufgeben musste, nur weil ihr Körper nicht so wollte, wie sie. Nichtsdestotrotz hat Christina nicht aufgegeben, sondern ist sich selbst treu geblieben. Sie hat nämlich einen sehr wachen Geist und hätte es in einer anderen Zeit sicher trotz ihrer Krankheit noch sehr weit bringen können.

    Insgesamt ist das Buch also kein Wohlfühlbuch. Dafür ist es jedoch sehr eindringlich und regt zum Nachdenken an. Ganz besonders wird das Buch meiner Meinung nach auch durch die Sprache. Die Autorin kann einfach ganz wunderbar schreiben, so dass das Lesen selbst ein Genuss ist. Man freut sich einfach an den schönen Formulierungen. Das Buch werde ich bestimmt noch einmal lesen, allein schon, um mir ein paar der besonders schönen Stellen herausschreiben zu können. Beim ersten Lesen hatte ich nämlich mein dafür vorgesehenes Notizbuch nicht zur Hand.


    Insgesamt bin ich von dem absolut begeistert und vergeben 10/10 Punkten und eine klare Leseempfehlung für alle, die einmal etwas anderes lesen wollen: Einen Roman der nicht durch hektische Spannungen besticht, sondern durch seine Sprache, seinen ruhigen Ton und sein ernstes Thema.

    :lesend Joanne K. Rowling; Harry Potter und der Feuerkelch (illustrierte Ausgabe)

    :lesend John Green; Das Schicksal ist ein mieser Verräter (eBook)

    :lesend J. R. R. Tolkien; The Two Towers (Hörbuch: Rob Inglis)

  • Die Autorin porträtiert in diesem Buch das Landleben im amerikanischen Maine und vor allem die Figur der Christina Olson. Die Geschichte wird ruhig erzählt, Action und Spannung sucht man hier vergebens. Vor allem besticht dieser Roman durch die einzigartige, streckenweise poetische Schreibweise der Autorin. Besonders die Beschreibungen der Umgebung sind wunderbar bildhaft dargestellt.

    Zunächst wird auf zwei Zeitebenen erzählt. 1896 und 1939 beginnend. Christina musste einige Schicksalsschläge hinnehmen, ihr Leben wurde geprägt durch harte Arbeit.

    Was die Figur der Christina betrifft, bin ich mir nicht recht schlüssig. Nicht immer konnte ich Sympathien für sie empfinden. Christina ist eine willensstarke, intelligente Persönlichkeit. Doch schon recht früh wurden ihr Steine in den Weg gelegt. Durch ihr Handicap fällt ihr die Arbeit auf der Farm nochmal so schwer, doch sie gibt nicht auf. Doch auch Verbitterung macht sich breit. Nicht immer kann ich ihr Verhalten nachvollziehen. Ihr Bruder Al steht ihr bedingungslos zur Seite.

    Zu dem Maler Andy Wyeth verbindet sie eine ganz besondere Freundschaft. Die beiden sind sich in vielen Dingen ähnlich und Andy scheint sie wirklich zu verstehen und wahrzunehmen. Er bringt frischen Wind und Abwechslung auf die Farm.

    Zum Ende hin verlaufen beide Zeitebenen zusammen.

    Nicht immer konnte mich die Geschichte um Christina fesseln. Manche Passagen aus ihrem Leben wirkten auf mich hoffnungsvoll und lebendig, dann wiederum fristete sie ein tristes Dasein auf der Farm. Streckenweise musste ich Christina für ihre Stärke bewundern, oftmals tat sie mir unendlich leid und gelegentlich hätte ich sie gerne geschüttelt.

    Bis auf einige wenige Längen habe ich das Buch über das Leben der Christina Olson sehr gerne gelesen und dafür vergebe ich 8 Eulenpunkte.

  • Ich habe das Buch im Rahmen der LR gelesen. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an Wolke für die Organisation und an den Verlag für das Rezi-Exemplar.


    Zuerst möchte ich anmerken, daß mir der englische Titel auch sehr viel besser gefallen hätte und es m. E. auch besser getroffen hätte – A Piece Of The World.


    Ich hatte bereits mit Begeisterung den Debütroman der Autorin gelesen und war gespannt, ob sie diesen eindringlichen und bewegenden Schreibstil auch in ihrem neuen Buch durchsetzen kann – und sie konnte!


    Im Buch vorangestellt wird ein Bild, das man erst im Laufe der Zeit richtig einordnen kann, ebenso die Worte von Andrew Wyeth und der Prolog. Zu Beginn liest es sich noch rätselhaft und lässt auf eine spannende Geschichte hoffen.


    Der Roman selbst spielt auf einer Farm in Maine und in zwei Zeitebenen. Einmal die Jahre 1896 und im zweiten Strang ab 1939. Christina Olsen leidet von Geburt an unter einer Fehlstellung der Beine. Diese wurde mittels Beinschienen versucht zu verbessern, was aber misslang und für Christiana zu einem lebenslangen Leid wurde. Sie lebt mit ihrer Familie auf einem einsamen Gehöft und da sie ein kluges, interessiertes Mädchen ist, rät die Lehrerin, die Schulbesuche zu verlängern, um später selbst Lehrerin zu werden. Die Eltern gestatten dies nicht, stattdessen muß sie trotz ihrer Behinderung wie eine vollwertige Kraft auf dem Hof mitarbeiten. Einzige Zuwendung, Liebe und auch Lebensweisheiten erfährt sie von der Großmutter. Einmal scheint es sich für sie zum Besseren zu wenden, als sie nämlich einen Sommergast – Walton – kennenlernt. Da sie nach seiner Abreise rege korrespondieren, erfährt so das ganze Dorf von der aufkeimenden Liebe. Nach vier Sommern rechnet jeder damit, daß es ernster wird. Aber Walton kann sich gegen seine Eltern, vielleicht auch wegen ihrer Behinderung und dem sozialen Status, nicht durchsetzen und muß ein anderes Mädel heiraten.


    Einmal nur geht sie auf Reise – mit Sam zur Hochzeit von Ramona in die große Stadt. Dort muß sie feststellen, daß das Leben für die Menschen wegen der Elektrizität, Heizung, fließendem Wasser, Theater und Läden zwar bequemer und angenehmer ist, für sie persönlich mit ihrer Behinderung jedoch ungleich schwerer. Außerdem vermisst sie die Weite des Landes, den Schein der Gaslaterne und die Stille.


    Christina ist sehr willensstark, lamentiert nicht, möchte „normal“ leben und agieren, was aber oft übermenschliche Kraft von ihr fordert. In Erinnerung sind mir vor allem zwei Szenen geblieben. Zum einen als sie zu einer Freundin robbt, da sie nicht mehr laufen kann und zweitens als sie einsehen muß, daß sie wegen ihrer immer schlechter werdenden Hände nicht mehr nähen kann, und ein Kleid zur Schneiderin bringen muß. Durch solche Vorkommnisse reagiert sie teilweise ruppig, verständlicherweise vielleicht auch ein wenig neidvoll auf andere, gesunde Menschen und erscheint deshalb nicht unbedingt sympathisch. Erst in dem Maler Andy (Andrew Wyett) findet sie einen echten Freund und der Leser erfährt mehr über das Bild zu Beginn des Buches.



    Die Autorin erzählt die Geschichte ruhig, aber eindringlich und authentisch. Keine Zeile empfand ich dabei langweilig. Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen und ich denke, kein Leser bleibt unberührt zurück. Für mich war das Buch – wie bereits das Debüt - auf jeden Fall ein Highlight und ich warte interessiert auf das nächste Buch.

  • Ich glaube, es war für mich einfach das falsche Buch zur falschen Zeit. Mich konnte die Geschichte zu keiner Zeit wirklich fesseln. Dies lag meiner Meinung nach vor allem daran, dass Christina und ihre Familie mir immer etwas fremd blieben. Auch wenn ihre schwere Erkrankung sie in eine ganz besondere, schwierige Lebenssituation gebracht hat, so ist sie mir dennoch zu wenig offen für die Welt. Vielleicht sind es die Eltern, die mit ihrem Verhalten dazu beitragen, aber ich habe manches einfach nicht nachvollziehen können. Warum muss ich durch die Welt kriechen, wenn es andere Möglichkeiten gäbe? Ihr Stolz und ihre Sturheit sind zwar verständlich aber auch anstrengend für mich gewesen. Dazu kommt, dass die Eltern ihr viele Jahre mit ihrer Art sie klein zu halten, das Leben schwer machen. Das ist eindringlich beschrieben und ich hoffte, es würde nach deren Tod besser werden.


    Aber eigentlich ist der Grundton immer etwas bedrückend und traurig. Sogar die kurze Phase, in der sie sich verliebt, ist nicht leicht und frei sondern programmiert zum Scheitern. Damit tue ich mir gerade schwer. Da das Buch auf wahren Begebenheiten beruht, konnte die Autorin natürlich keinen positiveren Plot konstruieren, das ist mir bewusst.


    Interessant finde ich, wie die meisten anderen das Buch empfunden haben. Sie sehen Christina durchaus als Freigeist und als starke selbstbestimmte Frau. Bei mir kam das leider nicht so an.


    Vielleicht lese ich das Buch zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal und es gefällt mir dann besser.

  • Ich bin zwiegespalten, was dieses Buch angeht.

    Sprachlich hat es mir sehr gut gefallen, die Farm, das ganze Umfeld wurden beim Lesen für mich lebendig, im Gegensatz zu den Figuren, die mir alle bis zum Ende sehr fremd blieben, Christinas Verhalten konnte ich oft nicht nachvollziehen, stellenweise fand ich sie regelrecht anstrengend und damit auch das Lesen.

  • Dieses Buch durfte ich im Rahmen einer Leserunde lesen und bedanke mich sehr herzlich dafür beim Verlag und allen lieben Menschen die mit der Organisation zu tun haben/hatten.


    Christina Olson führt ein Leben das ihr das Schicksal auferlegt hat. Aufgrund ihrer von klein auf bestehenden Erkrankung ist ihr Radius sehr eingeschränkt. Dass ihr Name später in die Öffentlichkeit hinaus gelangt, verdankt sie der Tatsache, dass der Maler Andy Wyett mit dem sie eine Freundschaft verbindet, malt und dieses Bild später sein bekanntestes werden sollte.


    Das Buch war etwas ganz besonderes für mich. Hatte ich doch lange Zeit kein Buch mehr fertiggelesen bzw. oft gar nicht über die ersten, wenigen Seiten hinaus gelesen weil mich einfach keines mehr gefesselt hat. Hier wusste ich praktisch vom ersten Moment an, dass es anders sein würde. Ich mag die ruhige, unaufgeregte Art der Autorin sehr. Die Geschichte an sich war eher traurig, Christinas Charakter nicht einfach aber dennoch hat mich die Art der Geschichte gepackt. Auf alle Fälle möchte ich noch mehr von Christina Baker Kline lesen.


    Von mir gibt es volle 10 Punkte.

  • Die Geschichte einer starken Frau


    „Die Farben des Himmels“ ist nach „Der Zug der Waisen“ der zweite Roman von Christina Baker Kline. Nachdem mich ihr erster Roman unglaublich begeistert hatte, war ich auch auf das neue Werk der Autorin sehr neugierig. Zuerst einmal: Das Buch hatte für mich eine ähnlich melancholische Grundstimmung wie „Der Zug der Waisen“. Auch in „Die Farben des Himmels“ steht das Schicksal einer Frau im Mittelpunkt. Dabei ist es der Autorin gelungen, dass mich Christinas Schicksal wirklich interessiert hat, obwohl sie mir als Protagonistin nicht durchgängig sympathisch war. Das macht sie in meinen Augen aber tatsächlich umso glaubwürdiger. Ihr widerfährt so manche Ungerechtigkeit, aber auch sie selbst wird nicht als moralisch überlegen dargestellt, sondern hat ihre Fehler und Charakterschwächen.


    Die Geschichte von Christinas Leben wird unter Angaben von Jahreszahlen in etlichen Kapiteln aus der Ich-Perspektive durch Christina selbst erzählt. Eingerahmt wird diese Geschichte durch die Begegnung mit dem Maler Andrew Wyeth, dem sich Christina öffnet und mit dem sie eine Freundschaft verbindet.


    Mir persönlich haben die Kapitel, die die Vergangenheit beschreiben, besser gefallen als die Kapitel in der „Gegenwart“. Die Art und Weise, wie Christina aus „heutiger Sicht“ auf ihr Leben zurückblickt ist dabei zum Teil wirklich berührend, auch weil sie selbst ihr eigenes Verhalten in Teilen reflektiert, nachdem sie sich in ihren Gesprächen mit Andrew erneut damit beschäftigt hat.


    Realistisch stellt Christina Baker Kline die Lebensverhältnisse auf der Farm in Maine dar, auf der Christina ihr ganzes Leben verbracht hat. Die Autorin beschönigt meiner Meinung nach nichts und betrachtet das Landleben mit all seinen Verpflichtungen und Entbehrungen der damaligen Zeit.


    Das Buch ist kein actiongeladener Roman, sondern die Geschichte und der Spannungsbogen leben von der Entwicklung der Charaktere, insbesondere von Christinas Entwicklung. Wer sich darauf einlassen kann, den erwartet mit „Die Farben des Himmels“ ein schönes Leseerlebnis.


    Von mir erhält der Roman acht von zehn Eulenpunkten.


    Ich bedanke mich bei dem Verlag und buechereule.de für die Bereitstellung eines Exemplars des Buches für die Leserunde hier im Forum.

    "Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns."

    Franz Kafka, Brief an Oskar Pollak, 27. Januar 1904






    :lesend

  • Ich durfte dieses Buch im Rahmen der LR lesen. Dafür auch an dieser Stelle noch einmal Danke an Wolke, die Losfee, den Verlag und alle, die daran beteiligt waren.


    Ich glaube, ich bin mit einer falschen Erwartungshaltung an dieses Buch herangegangen. natürlich war mir bewusst, das dieses Buch zu einer Zeit spielt, die ich nicht erlebt habe und diese nur durch Erzählungen der aussterbenden Spezies bzw. durch Lesen dieserart Bücher kennen lerne.


    So ganz konnte ich mich nicht auf dieses Buch einlassen, da mir die Familie bzw. Christina selber immer ein wenig... weit weg blieben, sie waren für mich keine Sitznachbarn. Verständlich bzw. unverständlich war für mich die Lebenssituation, die durch diese, nicht genau bezeichnete, Erkrankung verschärft wurde. Das die Eltern ihre Tochter a) weil sie ein Mädchen ist, und b) weil sie krank ist, so .... sagen wir kindlich bzw. naiv behandelten, machte die ganze Situation nicht leichter. Was mich angestoßen hat ist die Tatsache, das Christina durch ihr Leben kriecht statt mit einem Rolli dadurch zu fahren, ok, vielleicht waren die Straßenverhältnisse nicht soooo gut, das es einfach gewesen wäre, aber es hätte doch etwas mehr Achtung und Akzeptanz gebracht. An dieser Stelle wurde mir bewusst, das Christina sehr stur, eigensinnig und für ihre Umwelt anstrengend gewesen sein muss.


    Es war mir klar, das dieses Buch kein Ferien-Urlaub-Strand-Hoppsasa-Buch sein würde, das sich einfach so wegliest, sondern etwas, was man in Ruhe lesen und für sich selber bewerten muss.


    Ich persönlich war dennoch etwas enttäuscht, da ich vielleicht doch etwas mehr "Drumrum" erwartet habe, an manchen Stellen war mir dann zu viel "drumrum" und hätte durchaus den einen oder anderen Satz weniger geben können.


    Jetzt bin ich neugierig, wie die anderen Mitleser dieses Buch bewerten.


    Ich gebe 7 von 10 Punkten