'Ohne ein einziges Wort' - Seiten 285 - 394

  • Wobei ich unlogisch handelnde Figuren absolut okay und auch völlig realistisch finde, wenn ich als Leser nachvollziehen kann, warum sie so unlogisch handeln. Wenn sie sich aber nur deswegen so idiotisch benehmen, weil der Autor damit seine Konstruktionsfehler ausbügeln muss oder weil man das Buch damit um 200 Seiten strecken will, dann ärgere ich mich über so etwas, weil ich mich da als Leser veräppelt fühle.

    Unterschreibe ich so :) Genauso geht es mir auch.


    Deswegen hasse ich das Buch nicht, es lässt mich nur etwas enttäuscht zurück.

  • Oh je, das war ja ein Abschnitt. So wenig in den Abschnitten davor passiert ist, um so ereignisreicher war dieses.

    Sarah ist also am Tod von Alex, Eddies Schwester schuld und Eddie hat es anhand ihres Namens herausgefunden. Und das alles vor seiner Abreise in den geplanten Urlaub. So gibt die Geschichte einen Sinn und daher war es auch wichtig, dass wir vorher an die Ereignisse herangeführt wurden. Ich hätte wirklich ein Problem mit dem Buch gehabt, wenn jetzt nichts passiert wäre. Was jetzt passiert ist ist wirklich heftig.

    Ich kann die geteilte Meinung hier schon gut verstehen. Entweder kann man diese Geschichte als genial oder unrealistisch und kitschig empfinden. Ich wundere mich selber etwas, aber mir gefällt dieses Buch jetzt sehr gut.

    Aber das Ende des Abschnitts ist doch etwas erschreckend. Was ist jetzt wieder los, wurde Sarah von einem LKW überfahren....????!!!!

  • Das war mal eine Wendung! Schon den Teil mit dem Hospiz fand ich gelungen, aber die Zuspitzung hier ist schon echt gelungen. Man leidet richtig mit. Allerdings gibt’s einen kleinen widersprüchlichen Teil - anfangs hieß es, Eddie sei nach Reuben erst der zweite Mann, mit dem Sarah geschlafen hätte, und hier nun beklagt sie sich, ihre Unschuld an diesen Typen vergeudet zu haben. Schade, dass man so lange warten musste, bis endlich mal sowas wie Handlung vor kommt.

  • Das war mal eine Wendung! Schon den Teil mit dem Hospiz fand ich gelungen, aber die Zuspitzung hier ist schon echt gelungen. Man leidet richtig mit. Allerdings gibt’s einen kleinen widersprüchlichen Teil - anfangs hieß es, Eddie sei nach Reuben erst der zweite Mann, mit dem Sarah geschlafen hätte, und hier nun beklagt sie sich, ihre Unschuld an diesen Typen vergeudet zu haben. Schade, dass man so lange warten musste, bis endlich mal sowas wie Handlung vor kommt.

    Danke, dass du es nochmals bestätigtst, ich fand diesen widerstpruch, ich glaube es waren noch zwei drei weitere, bescheiden.

  • Puh, hier in diesem Abschnitt war ja mal einiges los. Und obwohl mir die geballten Geschehnisse dann doch etwas überzogen vorkamen, hat es mich letztendlich wirklich gepackt. Die Wendungen kamen überraschend. Niemals hätte ich damit gerechnet, dass es Alex getroffen hat und Hannah noch lebt. Doch für wirklich schuldig halte ich ausschließlich Bradley. Nur durch sein provokatives Verhalten ist es ja erst so weit gekommen.


    Vieles wird nun klarer, vor allem, warum Eddie Abstand nimmt. Doch ich verstehe immer noch nicht, warum Sarah nicht versucht hat, ihn aufzuspüren.


    Die Logikfehler, die hier angesprochen wurden, sind mir während des Lesens auch aufgefallen. Dass Sarah ihre Unschuld an Bradley verloren hat, gab mir ebenfalls zu denken. Und auch die Sache mit der Ebbe.


    Nun ist Sarah auch noch ungewollt schwanger. Und bei Jenni, die sich so sehr ein Kind wünscht, hat es trotz aller Versuche nicht geklappt. Sie tut mir wirklich leid, wie elendig sie sich wohl fühlen musste, als Sarah mit der Sprache herausgerückt ist.


    Warum Hannah sich erst nach so langer Zeit bei Sarah meldet, ist mir auch schleierhaft, ihr musste doch klar sein, dass Sarah ihr nur helfen wollte und selbst mehr als genug unter den Ereignissen gelitten hat. Und während des Gesprächs wird sie auch noch von einem Truck angefahren, ich bin zu gespannt, ob sie es überlebt. Ich könnte mir vorstellen, dass es mit Hannah und Eddie zu einer Versöhnung kommt, nachdem sie von Sarahs Unfall erfahren.

  • Dies ist klar ein Buch zum durchhalten, aber ich habe es bis hierher eigentlich nur geschafft, weil es eine Leserunde ist.

    Sonst hätte ich gewiss nach den ersten 100-150 Seiten das Buch abgebrochen.


    Die Wendung hat es richtig in sich gehabt. Vieles was vorher sehr unrealistisch und unverständlich gewirkt hat, ist jetzt zumindestens verständlicher.


    Allerdings finde ich es schwierig erst so spät hier Spannung reinzubringen, da hätte früher was kommen müssen. Da nicht jeder Leser vielleicht noch so weit liest, wenn er sich durch die ersten 300 Seiten quälen muss.

    Das Buch ist wie eine Rose, beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz.


    (Sprichwort aus Persien)


    LG büchervamp :flowers

  • Dies ist klar ein Buch zum durchhalten, aber ich habe es bis hierher eigentlich nur geschafft, weil es eine Leserunde ist.

    Sonst hätte ich gewiss nach den ersten 100-150 Seiten das Buch abgebrochen.

    Wenn es sich hier nicht um ein Leserundenbuch handeln würde, hätte ich, ehrlich gesagt, auch schon die Segel gestrichen.

    Nun ist Sarah auch noch ungewollt schwanger.

    Das ist noch so ein Klischee, finde ich. Da war das der Grund, warum ihre Ehe mit Reuben letztlich auseinander gegangen ist, dass sie kein Kind wollte und nun ist das alles irgendwie kein Problem, weil Eddie der Vater ist? Jetzt braucht sie dieses Baby? So richtig nachvollziehen kann ich das nicht.


    Die Wendung hat mich dann allerdings doch überrascht. Hannah lebt und nicht Eddie ist der Bösewicht in der ganzen Angelegenheit, sondern Sarah war an dem Unfall diejenige, die für den Tod von Eddies Schwester verantwortlich ist.

    "Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns."

    Franz Kafka, Brief an Oskar Pollak, 27. Januar 1904






    :lesend

  • Und Sarah ist mir zu gefühlsduselig. Und jetzt auch noch schwanger, trotz Verhütung (hatten wir doch erst letztens in einer Leserunde).

    Da sollte man meinen, dass eine Frau, die es unter allen Umständen vermeiden möchte, ein Kind zu bekommen, das doch auf die Reihe kriegen sollte mit der Verhütung, oder? So beschreibt Sarah sich ja nämlich, dass sie es einfach unter keinen Umständen über sich bringen konnte, ein Kind zu bekommen (für Reuben).

    "Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns."

    Franz Kafka, Brief an Oskar Pollak, 27. Januar 1904






    :lesend

  • Puh, in diesem Abschnitt hat uns doch eine starke Wendung erwartet und auch mich hat die Autorin da doch kalt erwischt (was ich durchaus als positiv empfinde). Jedoch ist die Versuchung das mit einen "endlich" zu kommentieren übermächtig. :lache Und für meinen Geschmack kommt in diesem Teil jetzt alles etwas zu geballt auf den Leser zugestürmt. Diese Wendungen und Entwicklungen hätte ich mir wohl proportionierter durch das ganze Buch hindurch gewünscht.


    Ich merke gerade, dass mich zu einem Moserer entwickle.... =O Das Buch hat ja durchaus seine schönen Seiten und die Beschreibungen und der Erzählstil gefallen mir nach wie vor sehr gut. Ich bin mir aber auch nicht sicher, ob ich das Buch ohne Leserunde bis hierher gelesen hätte. Jetzt hat es mich dann doch noch ziemlich gepackt und ich muss wissen, wie es ausgeht.



    Da sollte man meinen, dass eine Frau, die es unter allen Umständen vermeiden möchte, ein Kind zu bekommen, das doch auf die Reihe kriegen sollte mit der Verhütung, oder? So beschreibt Sarah sich ja nämlich, dass sie es einfach unter keinen Umständen über sich bringen konnte, ein Kind zu bekommen (für Reuben).

    Ich hatte es so verstanden, dass sie mit Reuben kein Kind wollte - aber nicht generell eine Mutterschaft ablehnte. Und diese Gedankenlosigkeit, sprich Unvorsichtigkeit beim Verhüten während der Woche, in der sie mit Eddie zusammen war, passt auch in das Bild, das wir von ihr haben. Was Eddie betrifft, scheint sie durchwegs "verpeilt" und unvernünftig zu reagieren (das fängt ja schon bei der Schwärmerei und der Handy-Manie an ;-) ).

  • Ich hatte das so gelesen, dass sie auf gar keinen Fall Kinder wollte wegen des Unfalls

    So hatte ich das auch verstanden. Es ging eigentlich nicht darum, mit Reuben keine Kinder zu wollen, sondern darum, dass sie überhaupt keine haben wollte, eben wegen dem Unfall.

    "Ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns."

    Franz Kafka, Brief an Oskar Pollak, 27. Januar 1904






    :lesend

  • Na ja, es wird ja nirgends gesagt, dass sie nicht verhütet, oder? Und Frau kann sogar trotz Pille schwanger werden, auch wenn's selten ist, passiert ist es schon. Hier jedoch ist es natürlich schon etwas dick aufgetragen.

    Ich hatte das so aufgefasst, dass sie vor lauter Gefühl/Ablenkung irgendwann die Pille vergessen hat. War da nicht sogar etwas?

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Kann mich ehrlich gesagt nicht mehr dran erinnern, ob im Buch was zur Verhütung stand, aber viele Frauen hören ja auf mit Pille, wenn sie grad kein Beziehung haben und Kondome sind halt auch nicht 100% sicher..Wobei ich es schon merkwürdig finde, dass sie ausgerechnet da in der Woche ihren Eisprung hat und das sofort klappt...Sooo einfach ist das mit dem Schwanger werden nämlich nicht...

    Naja aber ich denke mal, das gehört halt mit zum Konstrukt dieses Buches. Iwie muss die Story ja funktionieren

  • ich hab mich auch durch diesen Abschnitt gequält. Es passierte zwar mehr als vorher, die "Längen" waren nicht gar so extrem, aber trotzdem finde ich das Buch nicht gerade ein Highlight.


    Es war doch (für mich zumindest) klar, das diese eine Woche nicht ohne Folgen geblieben ist.... irgend womit musste doch die Geschichte hochgezogen werden....