Schreibwettbewerb 01.09.2019 - 01.11.2019 Kommentare

  • In diesem Thread könnt Ihr ab dem 02.11.2019 eure Kommentare und Meinungen zu den Beiträgen des Schreibwettbewerbs schreiben.

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    Die Punkte und Autoren werden am 16.11.2019 bekannt gegeben!

  • Gepunktet habe ich, jetzt kann ich die Kommentare schreiben. Wer seine Punkte noch nicht abgegeben hat (und das aber noch machen möchte), sollte bitte vor dem Lesen der Kommentare die Punkte einreichen, um nicht beeinflusst zu werden. :danke


    Spannend und vielfältig waren die Geschichten auf jeden Fall. Das Thema fand ich zumindest auch nicht gerade einfach.


    Totenwache - Wachentod

    Die "älteste" Geschichte. Wenn die Totenwache zum eigenen Begräbnis werden soll, kann man schon mal in Panik geraten. Ich hoffe er hat den Absprung auch im Wortsinn geschafft!


    Das Ritual

    Für den guten Zweck bzw. die Wissenschaft den blinden Opa reingelegt? Was sagt es jetzt über mich aus, wenn ich das gut nachvollziehen kann und legitim finde ...


    Warte, werde...

    Alpträume von den apokalyptischen Reitern? Irgendwie kriege ich keinen Zugang zu der Geschichte. Ist "Wache" hier als "Erwache" interpretiert worden?


    Kollateralschaden

    Opfer des Krieges gibt es nicht nur an der Front. Die Mütter halten Wache, während die Soldatinnen und Soldaten im Krieg kämpfen. Ich würde auch für meine Familie kämpfen.


    Ein ganz normaler Freitag

    Am Anfang habe ich mich ständig gefragt, wie sie das alles sehen kann. Da dachte ich noch an eine Privatdetektivin. Die Pointe ist gelungen!


    Der Baum

    Die Idee gefällt mir, die Umsetzung holpert leider noch. Aber Übung macht den Meister, also nicht aufgeben!


    Der Strand

    Da halten die beiden seit Tagen Wache und dann warten die Eierdiebe nur darauf, dass sie sich entfernen. Aber gleich außer Hörweite? Dumm gelaufen! Ein paar Eier sind bestimmt noch da, also die nächsten Tage dranbleiben.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Schön unterschiedliche Gedanken zu diesem schwierigen Thema. Gratulation an alle!


    Totenwache - Wachentod

    Da mangelt es dem Würdenträger an dem tradierten Glauben an die glorreiche Auferstehung im nächsten Leben. Lieber Flucht und ein bescheidenes Leben im hier und jetzt mit seiner Familie als die „Ehre zu genießen“, mit seinem Pharao in die Ungewissheit zu gehen. Gut erzählt!


    Das Ritual

    Leider habe ich hier nicht ganz verstanden, wozu das Ganze veranstaltet wurde. Der Museumswächter wollte irgendetwas beweisen oder erfahren?


    Warte, werde...

    Das war mir auch etwas zu verwirrend, wie das Träume manchmal sind – von daher schon realistisch. Mir fehlte hier aber dann doch die Kernaussage der Erzählung. Das Wach-werden war mir zu wenig.


    Kollateralschaden

    Gut nachvollziehbar wie die allein gelassenen Mütter versuchen ihre Restfamilie zu beschützen und die Kinder in Angst aufwachsen. Die Scheusslichkeit des Kriegsalltags bzw. -nachts eindrücklich geschildert.


    Ein ganz normaler Freitag

    Nette Idee mit dem Schutzengel für eine Stuntfrau, die Irreführung funktioniert halbwegs durch die Erzählung. Flott geschrieben – im Vergleich mit den anderen Texten etwas belanglos. Deshalb leider keine Punkte hier.


    Der Baum

    Mein Respekt ein Gedicht zu schreiben bekunde ich mit einem Punkt. Die Reime werden etwas bemüht in die Limmerick-Form gepresst. Das Umweltthema kommt deutlich raus.


    Der Strand

    Dumm gelaufen diese Wache. Manchmal passen sexuelle Gefühle eben nicht zur Vermehrung. Unterhaltsamer Text in mehrerer Hinsicht. Leider passierte ein Schreib- oder Recherchefehler bei der Temperatur - Über 29,9 °C entwickeln sich Weibchen, bei niedrigeren Männchen (Quelle: Wikipedia) – sonst wäre er auch wissenschaftlich interessant.

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Herman Melville: Moby Dick

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Tante Li ()

  • Tante Li

    > Leider habe ich hier nicht ganz verstanden, wozu das Ganze veranstaltet wurde. Der Nachtwächter wollte irgendetwas beweisen oder erfahren?

    Ich habe das so verstanden, dass sich der Großvater nie darauf eingelassen hätte, das heilige Ritual aufzeichnen zu lassen. Aber da er blind ist wurde er vom Enkel hinters Licht geführt, der das Ritual für die Nachwelt aufzeichnen wollte. Er hat im Freilichtmuseum (nicht auf dem echten Begräbnisplatz) was auch immer verbrannt (wohl eher keine menschliche Leiche) und eine Audio-Aufzeichnung mit dem Handy gemacht.

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    C.S. Lewis

  • Nach nochmaligen Lesen und mit Deinen Kommentaren leuchtet mir das inzwischen doch etwas besser ein. Es scheint sogar, dass hier eine echte Leiche bestattet wird - von wegen "Sie waren es dem unbekannten Toten schuldig."

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    :lesend Herman Melville: Moby Dick

  • Nach nochmaligen Lesen und mit Deinen Kommentaren leuchtet mir das inzwischen doch etwas besser ein. Es scheint sogar, dass hier eine echte Leiche bestattet wird - von wegen "Sie waren es dem unbekannten Toten schuldig."

    Da bin ich mir nicht sicher, über die Stelle bin ich auch gestolpert. Aber das ist ja die Aussage des Großvaters - er redet nur über das "Bündel", und eine echte Leiche im Freilichtmuseum? Und dann am Schluss einfach nur Sand drüber streuen und gehen? Wer weiß, was er dem Großvater erzählt hat ...

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    C.S. Lewis

  • Leider passierte ein Schreib- oderRecherchefehler bei der Temperatur - Über 29,9 °Centwickeln sich Weibchen, bei niedrigeren Männchen (Quelle:Wikipedia) – sonst wäre er auchwissenschaftlich interessant.


    Zitat

    Die Sonne brütet die Eier aus; während bei Temperaturen über 29,9 C° nur Männchen schlüpfen, schlüpfen bei höheren Temperaturen ausschließlich Weibchen.“flüsterte Nick zurück.


    Ich habe mir die Passage gerade nochmal durchgelesen und ich denke, das wird wohl ein Schreibfehler sein. Das "über" soll wahrscheinlich "unter" heißen, da hat der Autor/die Autorin nicht aufgepasst.

    DasRitual

    Leiderhabe ich hier nicht ganz verstanden, wozu das Ganze veranstaltetwurde. Der Museumswächter wollte irgendetwas beweisen oder erfahren?

    Ich bin aus der Geschichte auch nicht schlau geworden. Ich bin schon gespannt, was der Autor/die Autorin dazu sagen wird.

  • Ich trau' mich, ich trau' mich nicht.... Ich wage es jetzt einfach Mal. ;) Ich habe bis jetzt nie am Schreibwettbewerb mitgemacht, da ich mir selber nicht zutraue, Geschichten zu schreiben. Aufgrund eines Gespräches in Hannover beim Büchereulentreffen wurde ich doch neugierig. Und nach längerem Überlegen finde ich, dass man, wenn man sich die Zeit nimmt, die Beiträge zu bewerten, das eine kleine Anerkennung für diejenigen ist, die den Mut haben, sich hier dem Wettbewerb zu stellen und sich viel Mühe gemacht haben, für uns kleine Geschichten zu schreiben.


    Daher hier also doch Mal meine Gedanken zu den Beiträgen:


    Totenwache – Wachentod

    Ich kann den Protagonistin sehr gut verstehen. Ich bin nur nicht ganz sicher, wie er sich seine „Rettung“ vorstellt. Wenn er schwer verletzt ist, wird er dann gepflegt? Muss er dann aber nicht mit einer Schande leben? Ich würde mir jedenfalls wünschen, dass er es schafft und bei seiner Familie bleiben darf.


    Das Ritual

    Ich bin mir nicht sicher, was hier genau geschehen ist. Könnte es sein, dass ein Verbrechen vertuscht werden sollte? Auf den Gedanken kam ich, als Mbo „die Spuren beseitigte“. Aber warum dann die Aufzeichnung?


    Warte, werde...

    Dieser Beitrag lässt mich verwirrt und mit vielen Fragezeichen zurück. War es ein böser oder ein guter Traum? Spannend fände ich zu erfahren, was der Autor oder die Autorin uns mit der Anspielung auf den „Deutschen, der das Erdbeben bereits als Apokalypse sieht“ sagen wollte.


    Kollateralschaden

    Für mich ist das ein eindrücklicher Beitrag. Beim Lesen konnte ich die beklemmende Stimmung förmlich spüren. Furchtbar, wenn man so in ständiger Angst leben muss.


    Ein ganz normaler Freitag

    Ehrlich gesagt dachte ich sehr schnell daran, dass es sich um einen Schutzengel handelt. Für mich ist das der amüsanteste Beitrag.


    Der Baum

    Ich liebe Bäume. Und der Gedanke, der hinter diesem Gedicht steckt, gefällt mir sehr gut. Ich bin kein Gedicht-Experte – aber ich weiss, dass dichten sehr schwierig ist und finde es mutig, sich hier so auszuprobieren.


    Der Strand

    Der Anfang hat mir gut gefallen und es ist auch nachvollziehbar, dass diese ständige Nähe des Paares zu Konsequenzen führen kann. Leider hat mir ein richtiger Abschluss gefehlt.

  • Aus gesundheitlichen Gründen diesmal nur Kurzkommentare. :brief



    Totenwache - Wachentod

    Solide gearbeitete Geschichte mit offenem Ende. Gefällt mir. :roeslein

    Teilweise etwas schwer zu lesen, was an der gewählten Zeitform und den vielen 'hatte' lag.



    Das Ritual

    Diese Geschichte lässt viele Fragen zurück.

    Woher will der Großvater wissen, dass der Tote ein tapferer Krieger, wenn er ihn nicht kannte? Warum soll das ein Fremder gewesen sein? Was ist in dem Bündel?

    Außerdem hat mich das Wort "Begräbnis" etwas gestört. Nur, weil man irgendetwas abfackelt und dann zwei Eimer Sand drauf schüttet, ist es noch kein Begräbnis. ;)

    Sonst ist der Schreibstil an sich gut.



    Warte, werde…

    Hier gibt es noch mehr Verwirrung als beim Ritual. Was zur Apokalypse war da los?

    Unangenehmer Perspektivwechsel am Anfang und ein konfuses Ende.

    An sich ist die Szene gut geschrieben (wenn man das mit der Perspektive außen vor lässt). Bis zum letzten Absatz. Den musste ich mehrmals lesen, um ihn zu verstehen. Der reißt mich aus dem Lesefluss und macht den ganzen Aufbau zunichte.

    Es würde mehr Sinn machen, wenn der Assistent geschlafen hätte und nicht der Prof. So ist es einfach nur voll Häme und zündet nicht. Hinterlässt einen schlechten Nachgeschmack. Schade. ?(



    Kollateralschaden

    Ich hasse dieses Wort, aber die Geschichte mag ich.

    Eindrucksvoll und einprägsam geschrieben, obwohl das Thema so ein schweres ist.

    Gut beobachtet und eingefangen. Da stört es mich kaum, dass hier Gedanken in wörtlicher Rede stehen. :S



    Ein ganz normaler Freitag

    Amüsante kleine Geschichte.

    Der einzige Beitrag, wo es nicht um Tod geht, wenn ich das richtig sehe. Aber solche muss es ja auch geben. :motorrad

    Der Schreibstil ist okay.



    Der Baum

    Ich hab's nicht so mit Lyrik, aber ich liebe Bäume.

    Auch wenn es an ein oder zwei Stellen hakt, finde ich es recht gelungen.

    Und habe auch jemanden in Verdacht, der es geschrieben haben könnte. Den Schreibstil hat nur eine Eule. :kiss



    Der Strand

    Ich liebe Schildkröten. Deswegen bin ich auch dagegen, sie sterben zu lassen. Das war neben der vielen Wortwiederholungen, dem kleinen Verschreiber/Logikfehler und der teils verkomplizierten Satzbauten der Grund, wieso es hier leider keine Punkte von mir gibt. Sorry. :knuddel1


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    Ich bedanke mich bei allen Beteiligten. :bluemchen


    Toll, dass diesmal so viele Geschichten dabei waren. So kann's ruhig weitergehen! <3

  • Ich sehe das eigentlich auch anders. Ich schreibe solche Gedanken nur in einfache Anführungszeichen. Falls ich sie nicht ganz weg lasse, weil ich sowieso in der Perspektive des Denkenden bin. Das hätte hier auch gepasst.

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    Von den vielen Welten, [...] ist die Welt der Bücher die größte. (Hermann Hesse)


    :lesend Herman Melville: Moby Dick

  • Das ist, soweit ich weiß, nicht wirklich geregelt. Also kann das theoretisch jeder so machen, wie er möchte. :)


    Ich habe es so gelernt, dass man da keine Anführungszeichen macht. Zugunsten der Lesbarkeit.


    Die Gänsefüßchen sind das Erste, was man sieht, und die stehen i.d.R. für wörtliche Rede. Man geht automatisch davon aus, dass jemand spricht. Wenn dann im Nachsatz "dachte sie" steht, stutz man erstmal und wird aus dem Lesefluss gerissen. Und das wollen wir ja nicht. ;)

  • Es ist mir sehr schwer gefallen, mich bei der Punktevergabe zu entscheiden.



    Totenwache - Wachentod


    Die Geschichte hat mich angeprochen, denn ich habe mir schon öfter versucht vorzustellen, was Menschen in der Situation Tuthoxep gedacht haben. Hatten sie vollstes Vertrauen in ihre Religion und ihren Versprechungen oder wären sie auch am liebsten abgehauen?


    Leider erfährt man nicht, ob ihm die Flucht gelingt. Aber das ist wohl ein andere Geschichte und wird vielleicht ein andermal erzählt.


    Das Ritual


    Ich hatte sofort die Atmosphäre des australischen Outbacks gespürt. Ich stellte mir Aboriginies und Songlines vor und war von einer mystischen Stimmung eingefangen. Dass die Geschichte wohl eher in Afrika angesiedelt ist (Mbo klingt für mich nach Afrika), spielt hier keine Rolle.

    Ich habe die Geschichte zweimal lesen müssen, um zu verstehen, dass das Ritual inszeniert wurde, damit Mbo alles per Handy aufzeichnen und für die Nachwelt retten konnte.

    Sehr geschickt fand ich den Satz eingestreut: „Er unterdrückte den Impuls, nach seinem Handy zu tasten.“ Und ich dachte noch: „Unmöglich, in so einer Situation ans Handy zu denken!“


    Warte, werde...


    Ich gebe zu, dass ich nicht alles verstanden habe. Was bedeutet der Titel „Warte, werde, wache auf!“? Wieso war der Professor ihr lästig?

    Dennoch hat mir die surreale Stimmung sehr gut gefallen, und ein bisschen grübeln macht mir Spaß.


    Kollateralschaden


    Leider hat mich das Wort „Schnuffelchen“ völlig irritiert. Ich dachte zuerst, es sei ein Tier. Vielleicht war das der Grund, warum bei mir die Angst nicht so angekommen ist.



    Ein ganz normaler Freitag


    Diese Geschichte hat mich sehr erfolgreich in die Irre geführt. Was ist sie nun, eine Spionin oder ein Body-guard? Beides zusammen geht nicht. Nähe und gleichzeitig Distanz wurden sehr gut dargestellt.

    Den Schluss musste ich zweimal lesen, bis mir endlich ein Licht aufging.


    Schon witzig, Schutzengel als zickige Frauen darzustellen.



    Der Baum


    Ich finde es sehr schwierig, ein Gedicht mit Prosatexten zu vergleichen.

    Vermutlich soll dieses Gedicht uns optimistisch stimmen und uns Mut machen, uns für die Umwelt einzusetzen, auch wenn es sich nur um einen einzelnen Baum handelt.

    Ob das gelingt, liegt sicher auch an der Einstellung des Lesers.

    Aber egal. Lasst uns kämpfen!!!


    Die Absicht bezüglich der Satzzeichen kann ich nicht erkennen.



    Der Strand


    Was für eine harte Lektion über Verantwortung! Dass etwas passieren würde, als die beiden im Gebüsch verschwanden, war klar. Doch ich erwartete bis zuletzt, dass sich alles positiv auflösen würde.