'Drakon - Tod unter Segeln' - Kapitel 29 - Ende

  • Das Unspektakuläre bezieht sich auf den Showdown. Kein großer Showdown mit Schusswechseln, Verfolgungsjagd, lebensbedrohlicher Gefahr für den Helden, der sich aus einer ausweglosen Situation befreit. Halt so a la James Bond und Genossen.

    Gerade das hat mir sehr gut gefallen. Dieser letzte große Showdown wirkt auf mich oft aufgesetzt, bzw kommt nur zu Stande, weil sich eine Figur einfach selten dämlich verhält. Da kann ich gut drauf verziechten und an diesem Buch sieht man ja, dass Spannung bis zuM Schluss auch anders geht.

  • Gerade das hat mir sehr gut gefallen. Dieser letzte große Showdown wirkt auf mich oft aufgesetzt, bzw kommt nur zu Stande, weil sich eine Figur einfach selten dämlich verhält. Da kann ich gut drauf verziechten und an diesem Buch sieht man ja, dass Spannung bis zuM Schluss auch anders geht.

    Danke, das kann ich so völlig unterschreiben. Kennt man ja auch aus Filmen - warum um alles in der Welt muss man, wenn ein Gewalttäter im Haus ist, statt durch die Haustür auf die Straße zu rennen, ins Obergeschoss flüchten und sich da im einzigen Raum einsperren (dem Badezimmer halt), das ein viel zu kleines Fenster hat, um zu flüchten? So oder so ähnlich schon mehrfach gesehen und leider auch gelesen.


    In der Hinsicht können wir uns völlig auf Dieter verlassen - sowas präsentiert er uns nicht.

  • Auch ich habe das Buch gestern Abend beendet und auch mir hat es rundum gut gefallen. Erst war ich etwas über den so völlig unaufgeregten Schluss bzw. die Auflösung irritiert, weil ich - ganz Gewohnheitstier - etwas mehr Spektakel erwartet habe. ABER, wenn man genauer darüber nachdenkt, das hätte gar nicht zur Welt der Geheimdienste gepasst. Es war gut gemacht, die Lösung einige Zeit später im Gespräch zwischen Venske, Malte und Liah zu präsentieren - auch wenn trotzdem vieles ungesagt bleibt (bleiben muss).


    Und zu Krylow: Wenn gar nichts mehr hilft, mit der Steuer kriegt man sie immer. :lache War das bei Al Capone nicht auch so? Dass Krylow schlussendlich fliehen konnte, überrascht mich keinesfalls.

    Der große Schurke des Romans ist auf eine Art doch irgendwie dingfest gemacht, denn von seiner Insel kann er nicht ohne weiteres runter und sein bisheriges Leben musste er auch aufgeben. Das schöne Leben auf der Südseeinsel ist zwar alles andere als eine Strafe - aber würde an dieser Stelle Gerechtigkeit walten, müsste nicht nur Krylow ins Gefängnis gehen, sondern alle anderen obersten Militärbosse gleich mit.


    Mit Malte bin ich bis zum Schluss nicht so richtig warm geworden. Insofern ist mir sein weiteres Schicksal auch relativ egal. Schön, dass er seine alte Segelleidenschaft wieder hat aufleben lassen. Womöglich hilft im das wirklich mehr als jede Psychotherapie.


    Lieber Dieter, vielen Dank für die gute Unterhaltung und die engagierte Begleitung der Leserunde!

  • Jou … ein Ende, wie es zu diesem Buch passt. Ein Scheinprozess und der „Übeltäter“ sonnt sich in einem herrlichen Leben ohne Sorgen. Ich denke, dass es in der Realität auch genug dieser Fälle gibt.


    Das war dann jetzt aber doch noch sehr spannend und aufschlussreich. Was für Geheimdienste, Länder und Nationalitäten sich hier getummelt haben. Wirtschaftsspionage ist so ein großes weites Feld. Aber je größer und wichtiger eine Erfindung umso einfallsreicher wird nun mal in diese Bereich gearbeitet. Und die Nationalität der „Räuber“ und deren Verschwinden ist auch noch aufgeführt. Ganz Auflösen wird man solchen Fälle weder im wahren Leben noch in einem Buch. Das ist leider nun mal so.


    Liah und Malte. Zu früh, um sich Gedanken zu machen, ob sie jemals ein Paar werden. Und zu früh sich für Malte zu freuen, dass er nun keine Alpträume mehr haben könnte. Es war eine Nacht in einem fremden Bett ohne solche. Aber ich denke, er ist auf einem guten Weg. Das offene Ende passt sehr gut zu diesem Spannungsroman.


    Ich schließe mich in Bezug auf „unspektakulär“ insofern an, dass es hervorragende Bücher – wie dieses – gibt, die beim Showdown auch ohne Blut und Gemetzel auskommen und trotzdem spannend von der ersten bis zur letzten Seite sind.


    Ich bin voll und ganz zufrieden. Ein ganz ganz großartiges Buch. Bin ja froh, dass ich das Erbe der Wölfe noch zu Hause im SuB habe und weiß, auf was ich mich freuen kann. Danke für die Begleitung der Leserunde lieber Dieter. Eine Rezi folgt am Wochenende.

    :lesend Tom Liehr - Die Wahrheit über Metting

    --------------------
    Hörbuch: Robert Galbraith - Der Ruf des Kuckucks

    SuB: 323

  • Hab das Buch gestern beendet. Malte wurde mir leider nicht sympathischer, was für mich Bücher oft schwierig macht. Liah hingegen ist eine klasse Frau! Ihre "das Leben geht weiter und die Toten macht auch die Wahrheit nicht wieder lebendig" Einstellung finde ich gut.


    Am Ende war Malte irgendwie gar nicht mehr beteiligt. Realistisch, aber schon ungewohnt. Ich fand's auch eher unspektakular, aber zumindest lag ich mit meiner Vermutung ziemlich gut dran. Dass Krylow auf seiner Südseeinsel im goldenen Käfig sitzt gefällt mir! Fand ich besser als wenn er in Sibirien gelandet wäre oder einfach tot. Einen Hauch von Bewunderung für raffinierte Antihelden kann ich nicht verleugnen...


    Insgesamt war mir etwas zu viel Drama im Buch, aber bei Gelegenheit werde ich mir die Küstenkrimis von dir vornehmen, die liegen ja schon komplett hier.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Danke, dass du mitgelesen hast, liebe breumel. Wie erkläre ich mir, dass du es einerseits unspektakulär fandest, dir aber andererseits zu viel Drama im Buch war? Interessiert mich sehr, dazu etwas von dir zu hören, denn für mich klingt das nach einem Widerspruch.

    PS: Der Protagonist ist meistens nur in "Wohlfühlbüchern" rundum sympathisch. Ein solches ist dieses nun nicht. ;)

  • Unspektakulär = wenig "Action", am Schluss wird nur erzählt was denn eigentlich Sache ist, aber es gibt keine aktive Handlung die zur Auflösung führt.


    Mit zu viel Drama meinte ich zu viele menschliche Dramen. Gleich dreimal tote Partner plus schwerbehindertes Kind und Ermittler mit körperlichen Auffälligkeiten. Das fand ich etwas deprimierend.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Ich habe das Buch schon vor ein paar Tagen beendet, bin aber leider nicht eher zum Schreiben gekommen.


    Für mich war das "unspektakuläre" Ende genau richtig - wenn ein Buch einen Showdown à la James-Bond-Film hat, entsteht für mich immer der Eindruck der Autor müsse irgendwie zum Ende kommen, und da könne doch eine gehörige Portion Action nicht schaden. Meiner Meinung nach schadet so etwas sehr wohl, und ich bin ganz froh, dass dieses Buch darauf verzichtet.


    Der große Schurke des Romans ist auf eine Art doch irgendwie dingfest gemacht, denn von seiner Insel kann er nicht ohne weiteres runter und sein bisheriges Leben musste er auch aufgeben.

    Das hat mir auch gut gefallen - klar habe ich im ersten Moment auch gedacht, der eigentliche Übeltäter sei davongekommen. Aber bei genauer Betrachtung ist er das gar nicht - gut gelöst, lieber Dieter :thumbup:


    Überhaupt hat mir das Buch gut gefallen - es war spannend, ohne dabei übermäßig auf Gewalt- oder Actionszenen zu setzen.


    Dankeschön, Dieter, für spannende Lesestunden und für die Begleitung dieser Leserunde. (Trotzdem freue ich mich, dass ich noch zwei Helene-Christ-Romane auf meinem SuB habe ;))

  • (Trotzdem freue ich mich, dass ich noch zwei Helene-Christ-Romane auf meinem SuB habe ;))

    Wie kann man nur. Und auch noch stolz drauf. Es gibt ja Autoren von denen man sagt Hauptsache verkauft, wen interessiert das ob der Käufer liest, aber zu denen dürfte dieser Autor hier nicht gehören.

    Nemo tenetur :gruebel


    Ware Vreundschavt ißt, wen mahn di Schreipfelerdes andereen übersiet :grin


    :lesend Ungläubiges Staunen- Über das Christentum Navid Karmann :lesend