'Träume aus Samt' - Seiten 471 - Ende

  • Karl hat mich wieder und wieder überrascht. Mal sehr verständnisvoll und dann wieder stur. Gut dass auch Eddie stur sein konnte

    Dass er mal so und mal so reagiert, kann ich mir nur so erklären, dass er selbst den Boden unter den Füßen verloren hat und nicht mehr recht weiß, was richtig und gut ist. Er ist eigentlich ein sehr liebevoller Mensch, doch manchmal könnte ich ihn...

    So, ich bin durch, werde aber noch in den anderen Threads etwas schreiben. Mich hat das Ende wirklich sehr berührt und ich hatte Tränen in den Augen. Irgendwie schade, dass die Reihe zu Ende ist.

    Ich finde es auch schade, denn die Meyers sind einem doch sehr ans herz gewachsen.

  • Nun bin ich auch durch und der letzte Abschnitt hat mir weniger gefallen, weil es für mich zu rührselig war. Eddie und Ruth vernachlässigen für ihre Liebe ihre Pflichten und lassen Freunde im Regen stehen. Eddie hatte sich ja schon einmal Ärger eingehandelt, als er unerlaubt zu Ruth gegangen war. Bei Ruth passt es aber nicht, dass sie ihr Kosmetikstudio wochenlang ignoriert und noch nicht einmal Rachel informiert. Insgesamt hat mich dieser Band auch weniger gefesselt wie die Vorgänger.

    :Hörbuch Saskia Louis - Mordsmäßig verkatert

    :lesend Ulrike Renk - Träume aus Samt

    :lesend Greta Henning - Halligmord

  • Ach ja, wenn man so richtig bis über beide Ohren verliebt ist, dann kann das schon mal vorkommen, dass man alles andere um sich herum vergisst. Freundschaften leiden oft, in der ersten Phase einer neuen Beziehung. Ich sehe das nicht so eng, so lange sich das irgendwann wieder einpendelt.

  • Eddie und Ruth vernachlässigen für ihre Liebe ihre Pflichten und lassen Freunde im Regen stehen. Eddie hatte sich ja schon einmal Ärger eingehandelt, als er unerlaubt zu Ruth gegangen war. Bei Ruth passt es aber nicht, dass sie ihr Kosmetikstudio wochenlang ignoriert und noch nicht einmal Rachel informiert.

    Aber bei Ruth hängt ja das Lebensglück davon ab. Das Kosmetikstudio ist ihr wichtig, aber Eddie ist wichtiger. Daher verstehe ich ihr Handeln schon.

  • Für einige Tage der Hochzeit hat sie sich doch auch bei Rachel abgemeldet, dann kam die Krankheit dazwischen und ich denke schon, dass sie mit Sicherheit ihre Eltern informiert hat, warum sie noch nicht zurückkehren kann. Da Rachel neben Mayers wohnt, wird sie die Information auch bekommen haben. Aber natürlich, wäre sie keine sieben Wochen fortgeblieben, wenn Eddie nicht auch durch die Erkrankung fürs Schiff gesperrt worden wäre und die beiden so die Chance des Zusammenseins genutzt haben. Es ist blöd gelaufen und ich verstehe beide Seiten.


    Ruths Eltern werden ihr bestimmt auch nach der Rückkehr einiges zu erzählen gehabt haben. Ruths Gehalt fiel ja in der Krankheit weg, Eddie hatte für Ruths Pensionszimmer zu bezahlen, ob sie dann auch noch Sold nach Chicago schicken konnten? Womöglich waren Eltern Mayer jetzt aber auch nicht mehr unbedingt auf Ruths Einkommen angewiesen?!

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • Erst nein, dann ja, dann wieder nein. Dann der –für mich verstörende Auftritt – von Martha, sie müsse doch jetzt die Hochzeit planen etc. Hat sie es noch immer nicht verstanden? Die USA ist in den Krieg eingetreten, Eddie gehört zur Army und Ruth und er wollen heiraten. Als Ruth endlich mit der Bahn bei Eddie ankommt, erwartet sie doch noch eine kleine Überraschung, ihre ehemalige große Liebe Kurt ist der Vorgesetzte von Eddie, welchen Weg ist dieser Kurt gegangen?


    Ich vermute, die beiden waren mehr als 50 Jahre verheiratet und haben so manche Schlacht geschlagen. Ich hatte das Gefühl, als über den 100 Geburtstag berichtet wurde, das Eddie das so sagen wollte. Berührend fand ich die Aussage, das eine Schaufensterpuppe auf einem Stuhl gesessen hat mit einem Stück dieser „Ach so geliebten Kristallschüssel-Scherbe“. Dieses Teil hat uns ja immer wieder im gesamten Buch begleitet.

  • Naja, dass sich Martha wünscht, ihrer Tochter eine richtige Hochzeit auszurichten ist verständlich. Dass sie noch nicht begriffen hat, dass das nicht geht auch. Sie war ja immer etwas außerhalb des aktuellen Geschehens und hat das Leben nicht begriffen.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • Nun ja, es sind manche schon durch geringere Schicksalsschläge depressiv geworden und haben sich in sich zurück gezogen. Ihr ganzes Leben wurde ja auf den Kopf gestellt, ja vom Tode bedroht, das war einfach zu viel für sie. Nicht jeder wächst dadurch über sich hinaus wie etwa Ruth.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • Ich vermute, die beiden waren mehr als 50 Jahre verheiratet

    Fast 75 Jahre - Ruth Elcott geb. Meyer (Juni 1921 - gestorben 17.2.2017) - verlobt im Juni 1943 und geheiratet haben Ruth und Eddie im September 1943

    Berührend fand ich die Aussage, das eine Schaufensterpuppe auf einem Stuhl gesessen hat mit einem Stück dieser „Ach so geliebten Kristallschüssel-Scherbe“. Dieses Teil hat uns ja immer wieder im gesamten Buch begleitet.

    Mir hat auch gefallen, dass die Kristallschüssel und ihre Bedeutung für Martha uns durch die Bände begleitet hat. Daher hat es mich auch berührt im Interview die Figur zu sehen und Ruth darüber sprechen zu hören.

    Wer sich nicht die ganzen 2,5 Stunden Zeit für das Interview sehen und hören nehmen kann, dem empfehle ich, zumindest die letzte halbe Stunde sich zu gönnen. Dort ist die "Mutti-Figur" lange und gut zu sehen.

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • Ich fand Marthas Entwicklung in Amerika eigentlich sehr positiv. In Deutschland konnte sie ihren Depressionen ja nichts entgegen setzen, aber jetzt lebt sie wieder. Und geht sogar arbeiten, obwohl das Karl sicher nicht gefallen hat. Gut, das hätte früher kommen können, das hätte Ruth geholfen, aber manche Entwicklungen brauchen wohl einfach Zeit. Auch der Umzug war ja nicht nur so zum Spaß geplant, er hat der Familie ja auch was gebracht. Da fand ich es auch sehr geschickt, wie sie ihren Mann überzeugt hat.


    Für mich war Martha in diesem Buch eigentlich die positivste Überraschung.