'Die Buchhändlerin' - Seiten 268 - Ende

  • Fertig. Fix und fertig. Das war ja mal auf wenigen Seiten ein richtiges Wechselbad der Gefühle. Ich bewundere Christa.


    War schon hart, wie sie Martin angegangen ist und wie der dann in Verzweiflung gestürzt wurde. Eigentlich taten mir dann alle drei leid.

    Ihre Verzweiflung war richtig mit den Händen zu greifen, als sie keinen anderen Ausweg sieht als Werner zu heiraten. Eine fürchterlich schwierige Entscheidung. (Wobei ich mir im Stillen gesagt habe, dass nach der Adoption ja eine Scheidung wieder möglich gewesen wäre. Auf jeden Fall wäre dann das Heim umgangen worden.) Wenn es eine Vernunftehe gibt, dann war das eine. Und beide haben sich wirklich angestrengt. Aber dass das nicht ein Leben lang gut gehen konnte, war auch klar.


    Bewundernswert, dass sie sich zu einer Ehe zu dritt bereit erklärt. Eigentlich ist es dann ja keine Ehe mehr, sondern nur noch eine Scheinehe. Kein Sex mehr und auch keine Liebe mehr. Sondern nur noch Freundschaft. Wie lange sie dass vor Heinz aufrecht erhalten könnten. Hmm. Wenigstens sind zwei von den dreien glücklich. Nur die arme Christa fällt mal wieder irgendwie hinten runter. Fast als würde sie sich ständig für alle aufopfern.


    Wenigstens kann Christa wieder studieren. Der Lichtblick für sie.


    Am Ende hast du mit uns Lesern und vor allem mit Christa doch noch ein bisschen Mitleid, liebe Ines. Denn die letzten Seiten lassen ein Glück für Christa in greifbare Nähe rücken. Wie auch immer diese Lösung ausschauen mag.


    Hach, ich trenne mich wirklich nur sehr sehr ungern von dieser Familie und dieser Geschichte. So gerne hätte ich noch mehr erfahren von der Entwicklung des Buchmarktes, von den Veränderungen in der LIteraturszene, von Christas weiterer Entwicklung und was aus dem kleinen Heinz noch wird. Ich habe ja keine Probleme mit offenen Enden aber jetzt bleibt in mir eine große Sehnsucht nach mehr ;)


    Ein Jahreshighlight - definitiv.:anbet

    Hollundergrüße :wave



    :lesend

    Des Menschen Flügel - Andreas Eschbach


    (Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, sondern daß er nicht tun muß, was er nicht will - Jean Rousseau)

  • Für die Literatur wurde die Gruppe 47 immer wichtiger. Darauf gehe ich im 2. Band näher ein.

    Liebe Hollyhollunder, ich freue mich so, dass Dir das Buch gefallen hat. Während ich einen Roman schreibe und auch noch danach zweifle ich so oft. Und immer denke ich, dasd irgendetwas fehlt oder nicht richtig klar wird. Aber mit Lesern wie den Büchereulen bin ich glücklich. Ihr seid das, was sich jeder Autor wünscht.

  • Für die Literatur wurde die Gruppe 47 immer wichtiger. Darauf gehe ich im 2. Band näher ein.

    Sehe ich das richtig, es gibt eine Fortsetzung? :yikes:freude Das ist die Neuigkeit des Tages. Ich war mal wieder total unwissend.

    Aber mit Lesern wie den Büchereulen bin ich glücklich. Ihr seid das, was sich jeder Autor wünscht.

    Das ist ja wohl eine win-win-Situation. Wir Eulen wünschen uns Autorinnen wie dich. :knuddel1

    Hollundergrüße :wave



    :lesend

    Des Menschen Flügel - Andreas Eschbach


    (Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, sondern daß er nicht tun muß, was er nicht will - Jean Rousseau)

  • Hach, die letzte Seite ist gelesen - so ein schönes Buch! Wobei ich zugeben muss, dass ich die Schlussszene schon fast ein bisschen zu viel des Guten fand. Aber passend war sie schon.


    Insgesamt fügt sich alles doch irgendwie zum Guten und, ja, leider bleibt Christa wieder ein Stück auf der Strecke. Ja, sie kann ihr Studium wieder aufnehmen, aber ihr eigenes Liebesglück zu finden, dürfte nach wie vor schwer sein. Vielleicht wird ihre Beziehung zu Jago aber doch noch enger im nächsten Band...

    Für Heinz ist es allerdings die beste Lösung. Und die Szene, wie er mit Christa zusammen den Gedenkbaum für seine Mama ausgesucht hat, fand ich sehr ergreifend.


    Werner und Martin können doch noch miteinander glücklich werden. Für Martin freut es mich am meisten, er hat am meisten gelitten während des Krieges und auch danach.


    Was ich aber ganz besonders fand, war der Ausflug zur Lesung von Thomas Mann und auf die erste Frankfurter Buchmesse nach dem Krieg. Höchst interessant, dass diese auch in der Paulskirche ihren Anfang genommen hat. Und über die Gruppe 47 mag ich unbedingt noch mehr lesen. Ein wahres Highlight für Buchverrückte wie die Büchereulen. :chen


    Auch wenn, ja, manch ein Problem vielleicht zu kurz (?) abgehandelt wird

    Hier möchte ich meinen Kommentar im ersten Abschnitt weiter ausführen.

    Ich fand die Szene, in der Marlies zu Christa kommt und ihr von Joes unehrenhaften Abschied erzählt, irgendwie nicht passend im Gesamtkonstrukt. Es geschah mehr so zwischen Tür und Angel (im wahrsten Sinne sogar) und war mir persönlich im zeitlichen Geschehen, in dieser einen Stunde Bedenkzeit, die Werner Christa gibt, zu viel.

    Auch wenn Marlies Schicksal sicher das so mancher jungen Frau zur damaligen Zeit war. Die Thematik, die die beiden in der kurzen Zeit besprechen, kann ja nur oberflächlich angekratzt bleiben. Ich finde, das Thema hätte es insgesamt nicht noch zusätzlich gebraucht.


    Davon abgesehen hat mich das Buch aber rundum gut unterhalten und ich bin schon jetzt sehr gespannt darauf, wie es wohl weitergehen wird! Vielen Dank für die schöne Geschichte und natürlich auch für die Begleitung der Leserunde!

  • Hach, die letzte Seite ist gelesen - so ein schönes Buch! Wobei ich zugeben muss, dass ich die Schlussszene schon fast ein bisschen zu viel des Guten fand. Aber passend war sie schon.

    Ich habe die letzte Seite als Hoffnungsschimmer für Christa durchaus gebraucht. Und ich bin wirklich kein Happy-End-Kitsch-Fan. Aber Christa hat so viel aufgegeben bis jetzt. Ich wünsche ihr auch mal eine dicke Portion eigenes Glück.

    Hollundergrüße :wave



    :lesend

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    (Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, sondern daß er nicht tun muß, was er nicht will - Jean Rousseau)

  • Ich fand die Szene, in der Marlies zu Christa kommt und ihr von Joes unehrenhaften Abschied erzählt, irgendwie nicht passend im Gesamtkonstrukt. Es geschah mehr so zwischen Tür und Angel (im wahrsten Sinne sogar) und war mir persönlich im zeitlichen Geschehen, in dieser einen Stunde Bedenkzeit, die Werner Christa gibt, zu viel.

    Auch wenn Marlies Schicksal sicher das so mancher jungen Frau zur damaligen Zeit war. Die Thematik, die die beiden in der kurzen Zeit besprechen, kann ja nur oberflächlich angekratzt bleiben. Ich finde, das Thema hätte es insgesamt nicht noch zusätzlich gebraucht.

    Stimmt, von Marlies hätte ich gerne noch mehr gelesen - und ja, nicht unbedingt so zwischen Tür und Angel. Auch wenn es natürlich zeigte, dass jede ihr Scherflein zum Tragen hat. Ich fand auch schade, dass beide Amis solche Knalltüten waren. (In Glückskinder von Teresa Simon waren die US-Soldaten allesamt etwas netter:) aber so ein Buch ist ja kein Wunschkonzert.)

    Hollundergrüße :wave



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  • Wir lesen ja keine Thriller, der überraschende Wendungen braucht. Es ist eine Geschichte mitten aus dem Leben einer Familie. Eines baut auf dem anderen auf. Oft bleibt nur ein Weg zur Lösung eines Problems. Wie der, dass Christa den Laden führen muss. Keine Lösung, die mir gefallen hat, aber die einzig mögliche. Für mich bleiben genug Überraschungen. Vor allem im letzen Abschnitt.

    Ich nehme deine Aussage mal mit in den letzten Abschnitt. Er beginnt genau so, wie ich es vorausgesagt habe. Und am meisten musste ich den Kopf über Christa ihre Frage an ihre Freundin Marlies schütteln: "Hast du ihm wenigstens eine geknallt?". Hätte Christa nie gemacht. Stark nach außen, große Reden und selbst nichts tun, als es immer nur den anderen Recht machen. Andere sehen das sicherlich als Stärke, ich sehe eine junge Frau, die nie ihren Weg geht, den sie sich erdacht hat. Sie geht immer den Weg, des geringsten Widerstands und macht immer das, was die anderen von ihr erwarten. Klar kann sie durch die Heirat studieren, aber das ist auch der einzige Grund, weswegen sie es für sich selbst macht. Ansonsten spielen wieder nur die anderen einen Grund für diese Entscheidung.

  • Sie geht immer den Weg, des geringsten Widerstands und macht immer das, was die anderen von ihr erwarten. Klar kann sie durch die Heirat studieren, aber das ist auch der einzige Grund, weswegen sie es für sich selbst macht. Ansonsten spielen wieder nur die anderen einen Grund für diese Entscheidung.

    Der Weg des geringsten Widerstands, so würde ich das nicht nennen. Was wäre gewesen, wenn sie ihn nicht geheiratet hätte? Heinz wäre ins Heim gekommen und keine Möglichkeit, ihn zu adoptieren. Wie grausam. Deshalb macht sie es. Nicht wegen dem Studium. Das ist das Zuckerl, mit dem sie es sich schön redet, auch wenn es ihr fürchterlich schwer fällt, weil sie weiß, dass es ein harter und steiniger Weg werden wird. Nicht leicht. Ja, sie entscheidet sich dafür was ihr wichtiger ist. Heinz oder das eigene Glück - in der Hoffnung, dass sie auch irgendwie noch glücklich würde.

    Hollundergrüße :wave



    :lesend

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  • Ich habe die letzte Seite als Hoffnungsschimmer für Christa durchaus gebraucht. Und ich bin wirklich kein Happy-End-Kitsch-Fan. Aber Christa hat so viel aufgegeben bis jetzt. Ich wünsche ihr auch mal eine dicke Portion eigenes Glück.

    Ich gebe zu, ich neige ein wenig zum Augenrollen, wenn es einen Hauch zu romantisch wird. :lache

    Aber tatsächlich bin ich mit dem Ende zufrieden. :-]

  • Stark nach außen, große Reden und selbst nichts tun, als es immer nur den anderen Recht machen. Andere sehen das sicherlich als Stärke, ich sehe eine junge Frau, die nie ihren Weg geht, den sie sich erdacht hat. Sie geht immer den Weg, des geringsten Widerstands und macht immer das, was die anderen von ihr erwarten. Klar kann sie durch die Heirat studieren, aber das ist auch der einzige Grund, weswegen sie es für sich selbst macht. Ansonsten spielen wieder nur die anderen einen Grund für diese Entscheidung.

    Was wäre denn ihre Alternative gewesen?

    Sie kann ja froh sein, dass ihr Mann ihr erlaubt, ihr Studium wieder aufzunehmen. Das darf er nämlich entscheiden. Nicht sie.

  • Was wäre denn ihre Alternative gewesen?

    Sie kann ja froh sein, dass ihr Mann ihr erlaubt, ihr Studium wieder aufzunehmen. Das darf er nämlich entscheiden. Nicht sie.

    Die Alternative wäre schon viel eher da gewesen. Nämlich zum Buchladen nein zu sagen und zum Studium ja. Sie sagt immer ja, sie rebelliert nie. Wahrscheinlich liegt es einfach daran, dass Christa und ich viel zu verschieden sind, als dass wir zueinander finden können.

  • Die Alternative wäre schon viel eher da gewesen. Nämlich zum Buchladen nein zu sagen und zum Studium ja. Sie sagt immer ja, sie rebelliert nie. Wahrscheinlich liegt es einfach daran, dass Christa und ich viel zu verschieden sind, als dass wir zueinander finden können.

    Und wäre hätte dann sie und Heinz ernährt und die Fahrkosten bezahlt etc.p.p.? Die Mutter, die buckelt und keinen guten Job hat? Und wer hätte den Onkel im Gefängnis finanziell unterstützt? Und damit soll sie dann glücklicher werden?

    Hollundergrüße :wave



    :lesend

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  • Die Alternative wäre schon viel eher da gewesen. Nämlich zum Buchladen nein zu sagen und zum Studium ja. Sie sagt immer ja, sie rebelliert nie. Wahrscheinlich liegt es einfach daran, dass Christa und ich viel zu verschieden sind, als dass wir zueinander finden können.

    Mit dieser Alternative kann ich mich nicht so recht anfreunden. Rebellion ist ja nicht alles. Und Heinz hätte es ganz sicher nicht genützt. SIe entscheidet ja auch aus Liebe und Verantwortung zu Heinz.

  • Die Alternative wäre schon viel eher da gewesen. Nämlich zum Buchladen nein zu sagen und zum Studium ja. Sie sagt immer ja, sie rebelliert nie. Wahrscheinlich liegt es einfach daran, dass Christa und ich viel zu verschieden sind, als dass wir zueinander finden können.

    ohne die vorherigen Post zu lesen: Das wäre aber nicht Christa gewesen. Sie sorgt sich um Heinz und auch um ihre Familie, von daher musste sie abwägen was ihr wichtiger war. Das eigene Glück und die eigenen Wünsche hinten an zu stellen ist auch eine Entscheidung, die man nicht kleinreden sollte. Die Alternative wäre wohl gewesen sich von der Familie abzuwenden und ihren Weg alleine zu gehen.

  • Ich sehe das wie Streifi. Und man muss bedenken, dass Frauen damals nicht einmal ein eigenes Konto besaßen, und ihre Ehemänner mussten den Arbeitsvertrag unterschreiben und ihr Einverständnis erklären. Außerdem konnten die Ehemänner zu jeder Zeit den Arbeitsvertrag der Frau kündigen. Die Rolle der Frau beschränkte sich damals auf die 3 K: Kinder, Küche, Kirche.

  • Und ja, sie hätte nein zum Buchladen sagen können, aber dann wäre das Geschäft, dass der Familie schon so lange gehört und ihr ja auch am Herzen liegt verloren gewesen. Endgültig.

    Die Alternative, dass Helene den Laden übernimmt stand ja scheinbar nie zur Debatte, vermutlich auch weil Helene eben eher Buchhalterin als Bücherhändlerin war. Und scheinbar hätte der Laden alleine auch nicht genug abgeworfen, als dass Helene ihre Jobs einfach so hätte aufgeben können.


    Ich hatte am Ende das Gefühl, dass für alle ein zumindestens halbwegs zufriedenes Leben möglich war. Werner respektiert Christa ja auch und versucht sie zumindestens halbwegs glücklich zu machen. Zuerst ja auch auf Kosten seines eigenen Glücks. Und auch Martin versucht ja Unglück von der Familie fern zuhalten. Allerdings funktioniert das eben gar nicht und wenn die Lösung mit der Schweiz nicht möglich gewesen wäre, hätte Martin sich wohl einfach umgebracht.


    Ich hoffe mal, dass sich im nächsten Buch auch eine gute Lösung für Christa und Jago findet und vielleicht auch Helene noch einmal ein wenig glücklich sein darf. Die ist ja auch nicht wirklich glücklich.


    ICh finde, dass das Buch doch ein recht versöhnliches ENde hatte, auch wenn nicht alle glücklich sind.


    Die Beschreibung des Thomas Mann Besuchs und der ersten Buchmesse fand ich übrigens toll. Gerade der Auftritt Manns muss ja wirklich ein Erlebnis gewesen sein. Einen Literaturnobelpreisträger trifft man ja nicht jeden Tag. Interesant fand ich auch dass Gunda da richtig zum Fan-Girl mutiert ist :-)


    Die RoRoRo Bände kenne ich auch noch. Da gab es dann ja auch die Monographien als Reihe. Von denen habe ich noch 2m im Regal stehen, geerbt von meiner Großmutter, die sie gesammelt hat. Die scheinen aber erst ab 58 erschienen zu sein.


    Ich fand das Buch schön zu lesen, die Schwertfegers sind mir ans Herz gewachsen. Und die Beschreibungen der Verlagsszene damals waren auch sehr interessant. Da liesse sich vermutlich noch sehr viel mehr erzählen. Ich freue mich, dass es einen zweiten Band geben wird, so wirkt das Ende wie ein positiver Ausblick auf das nächste Buch.


    Danke an Ines für die Begleitung der Leserunde!

  • Ich verstehe alle eure Einwände, weil ihr mit Christa fühlen könnt. Ich kann es leider nicht.

    Ihre Mutter hätte den Laden führen können - laut Christa fällt genügend ab - Christa hätte studiert, sie hätte im Laden mit helfen können und so sich das Geld für die Fahrtkosten verdient. Heinz wäre in die Schule gegangen und alles wäre gut gewesen. Der Punkt mit der Heirat kam erst später.


    Ich habe soeben den 4. Abschnitt beendet und ich gestehe - mich hat es leider nicht überzeugt. Die Protagonisten sind mir bis zum Ende fremd geblieben, keinen konnte ich so richtig ins Herz schließen und mir war es doch hin und wieder zu wenig Gefühl.


    Bitte seid mir nicht böse, aber für mich kann dieses Buch mit den anderen Büchern der Autorin nicht mithalten.

  • Und auch diesen letzten Abschnitt habe ich genauso verschlungen wie den Rest.


    Christa Verhalten finde ich nachvollziehbar, sie denkt an ihre Familie und ihre Verpflichtungen und dann erst an sich und handelt einfach vernünftig. Und wenn man seinen Lieben nicht weh tun will, ist es schwierig andere Wege zu gehen. Wobei ich finde, dass sie da einen guten Mittelweg gefunden hat.


    Die Hochzeit mit Werner war also des Rätsels Lösung. Als Marlies in die Bedenkzeit geplatzt ist, hatte ich ja einen Moment befürchtet, dass sie mit Werner verheiratet wird...

    Überrascht hat mich, dass sie erst eine "normale" Ehe führen und erst später zu einem anderen Arrangement finden. Ich dachte, das machen sie direkt so - nach außen hin ein Ehepaar und ansonsten macht jeder was er mag.

    Die Lösung mit der Schweiz fand ich gelungen - und ich wusste nicht, dass ausgerechnet die Schweiz in diesem Punkt so modern war, beim Frauenwahlrecht waren sie ja ziemlich hinterher.

    Interessant, dass Martin dann auch gleich noch Instrumente zu den Noten verkauft, fand ich eine ziemlich gewagte Erweiterung des Angebots.


    Schmunzeln musste ich auf Seite 288 als Helene und Christa zum Frisör gehen. Dank Corona kann ich diesen Wunsch eindeutig besser nachvollziehen ....


    Ja, "Draußen vor der Tür" hatte für so viel Aufsehen gesorgt, dass es bei uns Pflichtlektüre im Deutschunterricht war.


    Sehr berührend fand ich die Szene mit dem Trauerbaum für Heinzchen Mutter.


    Interessant fand ich das Gespräch von Christa und Helene über die neuen Zeiten und das Kinder in Betreuungen gesteckt werden, damit die Frauen berufstätig sein können. Warum hat sich das hierzulande eigentlich nur so halbherzig durchgesetzt und ist in so vielen anderen Ländern ringsum selbstverständlich?


    Und ganz zum Schluss taucht der Herr VON Prinz wieder auf... leider ohne weitere Infos oder Erklärungen.

    Ich freue mich, dass ich nun hier aus der Runde weiß, dass es einen 2. Band geben wird, aber rein aus dem Buch ist das ja leider nicht ersichtlich und da lässt mich die Geschichte mit Christa und Jago sehr unzufrieden zurück. Ich finde das immer ärgerlich, wenn ich nicht von Anfang an weiß, dass ein Buch kein Einzelband ist, sondern der Beginn einer Reihe.


    Alles im allem: ich habe das Buch sehr gern gelesen und mir hat der Austausch hier in der Leserunde viel Freude bereitet. Vielen Dank an Ines für die Begleitung der Leserunde.