'Die Hafenschwester: Als wir zu träumen wagten' - Seiten 001 – 101

  • Noch mal ganz kurz zu den Katzen: Sie erinnern mich an den Hauselfen Dobby. Die Ohren! :love:

    Klassisch für orientalisch Kurzhaar. Ich habe mich bewusst für diese Rasse entschieden, weil sie so anhänglich sind wie kleine Hunde und ihr Mensch ihnen wichtiger ist als ihr Revier, weil ich sie im Sommer immer mit in meine Ferienwohnung nehme. Das klappt gut.

  • Was Marthas Vater angeht... da verstehe ich Marthas Zögern durchaus. Dennoch denke ich, es wäre besser gewesen, den Vater beizeiten einmal kräftig zu schütteln. Ich glaube nicht, dass es langfristig noch Hoffnung für ihn gibt. Leider.

    Mein Stiefvater, der mein Leben seit dem frühen Grundschulalter bis zu seinem Tod in meinem 15. Lebensjahr begleitet hat, war Alkoholiker. Insofern kann ich Martha da gut verstehen. Man weiß auch als Kind/Jugendliche schon, dass Schütteln so gar nichts ändert. Und es ist fast nicht zu ertragen, den Niedergang eines Menschen auf diese Art mitzuerleben und nichts tun zu können. Und auch der Umgang mit der Wut ist ein schwieriges Thema - man ist wütend, weiß aber nicht, wohin mit seiner Wut. Der Mensch kann nichts dafür. Er wäre auch lieber ein guter Vater, ein Mensch, der sein Leben ohne die ständigen Abstürze genießen kann. Es wäre unfair, auf ihn wütend zu sein - aber auf wen oder was soll man seine Wut denn sonst richten?

  • ich bin dann auch gut in den Reread des Buches gestartet. ICh finde es total schön, MArtha noch einmal vion Anfang an begleiten zu dürfen. Sie ist ja wirklich schnell in ihre Rolle als Familienvortsand gewachsen, nachdem der Vater sich komplett hängen lässt.

    Er ist ja eigentlich ein liebender Vater, aber halt nicht resilient, wie man heute so schön sagt. Martha ist da das Gegenteil und auch ihr Bruder fängt sich ja recht schnell wieder und hilft wie er kann.


    Milli und Moritz mag ich gerne, Mille ist sehr patent und vor allem sehr auf dem Boden der Realitäten. SIe macht das beste aus dem was ihr das Leben gibt. Ich denke sie will sich nicht an nen Mann binden, weil sie dann ihre eigenen Pläne nicht mehr durchziehen kann.

    Moritz hta das Herz am rechten Fleck, schön wie er Martha alles beibringt um sich gegen Typen wie Probst zu wehren. Dass der übergriffig wird war ja von Anfang an klar.


    Ich kenne die Bücher ja auch schon länge rund ich muss sagen es ist wirklich schön sie nochmal zu lesen und auch eure Meinung hier zu lesen.

    Ich finde es immer wieder erstaunlich wie sehr sich das Leben und auch die Gesellschaft sich in den 140 Jahren geändert haben…. Meine Urgroßmutter war Jahrgang 1887, also so alt wie Anna im Buch…. ICh hab sie noch kennen gelernt, da sie erst 1978 gestorben ist und ich Jahrgang 72 bin.

  • Ich bin auch gut ins Buch und die Geschichte rein gekommen. Martha finde ich sehr sympathisch, auch dass ihr Freundschaft wichtiger als das Getratsche ist. Dass sie Mutter und Schwester verliert und eigentlich auch den Vater, zumindest wie sie ihn kannte, ist schon tragisch. Gut finde ich, dass Heinrich nicht dem Gymnasium nachtrauert sondern mit anpackt. Aufgrund der Aussage, dass er unbedingt eine Uhr will, hab ich da mehr Probleme befürchtet, aber er sieht wohl, dass Martha eh schon alles tut um wenigstens die Wohnung behalten zu können.

    Hoffentlich nimmt sich Dr. Schlüter ihrer weiterhin an. Er scheint für sie ein väterlicher Freund zu werden. Dem Probst wünscht man ja echt die Pest, oder besser die Cholera, an den Hals. Hoffentlich kann sie da mal ihre neu erworbenen Selbstverteidigungskenntnisse anwenden. Wobei das ja heißt, dass er sich nochmal an sie ranmachen muss. :cursing:


    Den Teufel Alkohol kenne ich auch zu gut. Meine Eltern sind/waren zwar nicht im klassischen Sinne Alkoholiker, aber wenn die Situation gepasst hat wurde gesoffen bis zum buchstäblichen Umfallen. Einmal hat meine Mutter, sie wollte noch im Gasthaus bleiben, mich mit meinem betrunkenen Vater und meiner kleinen Schwester heim geschickt. Als mein Vater am Boden lag und mich beschimpfte wusste ich mir mit meinen 10 Jahren nicht anders zu helfen, als zu einem befreundeten Nachbarn zu gehen und um Hilfe zu bitten. Der kam, trotzdem es schon 1 Uhr nachts war, mit und hat ihn ins Bett gebracht und anschließend meine Mutter heimgeholt. Das hat sie mir bis heute nicht verziehen, sowas klärt man schließlich unter sich. Das ist jetzt 38 Jahre her, werde es aber nie vergessen. Hab auch immer noch ein extremes Problem mit Leuten die zu viel trinken.

  • Ja, der Alkohol war und ist ein völlig anerkanntes "Beruhigungsmittel" - was dann später zu großen Problemen führt.

    In der Psychiatrie haben wir ja auch mit Entzugsbehandlungen zu tun. Aktuell arbeite ich zwar als Gutachterin, aber ich lese dann auch immer wieder Arztbriefe über Suchtpatienten. Oft ist der Alkohol der Versuch der Selbstmedikation bei einer depressiven Entwicklung dahinter - bis die irgendwann unsichtbar wird, weil die Suchterkrankung alles überlagert.


    Worüber ich dann immer den Kopf schüttle - schon als ich noch direkt am Patienten gearbeitet habe, aber auch jetzt als Gutachterin: Man bietet den Alkoholikern an, ihre Depression mit Medikamenten sinnvoll zu behandeln. Und was sagen Leute, die sich täglich 1-2 Flaschen Korn einkippen dann oft: "Nee, das sind ja Psychopharmaka, die will ich nicht, die sind schädlich."


    Wenn mir das damals Patienten gesagt haben, habe ich denen erst mal erklärt, dass Psychopharmaka ein Oberbegriff ist, das Antidepressiva nicht abhängig machen und auch nicht schädlich sind, sondern gezielt die Botenstoffungleichgewichte behandeln, die die Depression auslösen. Schädlich ist es, wenn man täglich 1-2 l scharfen Schnaps in sich schüttet und damit seine inneren Organe zerstört. Ich habe das natürlich deutlich diplomatischer erklärt. Meistens hat es dann gefruchtet, aber es gab auch die Hardcore-Alkoholiker, die meinten, alles, was nur auf Rezept erhältlich ist, ist schädlich, Alkohol sei nicht so schädlich, weil man den überall so kriegt. Dann wusste ich, da war der Verstand schon mit betroffen ...

  • Übrigens finde ich den Satz in Kapitel 9 " Das Einzige, was es heutzutage im Überfluss vorhanden ist, ist die menschliche Dummheit", sehr gut. Der passt glaub ich in jede Zeit, damals, dazwischen und heute. Die Dummen sterben leider nicht aus.

  • Meine Großeltern waren so vier bis sechs Jahre jünger, so dass ihre Sterbedaten Mitte der 70 iger mich schon im Zeitaler des Pubertiers betrafen. Zeit genug von der zehn Jahre älteren Generation der 68iger beeinflusst die richtigen Fragen zu stellen, aber komischerweise nie nach der Zeit vor 1914, die ja als Kindheit auch prägend war.

    Mein Opa (geb. 1901) hat gerne und viel über seine Kindheit erzählt, prägend war dabei das große Hochwasser von 1909, nach dem zum Glück viel für Hochwasserschutz getan wurde, so dass so eine Katastrophe nicht noch mal passierte.

    Lieben Gruß,


    Batcat batsmile.gif


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Noch was zu Martha und ihrem Vater - sie liebt ihren Vater, er ist ja immer ein sehr liebevoller Vater gewesen, das Gegenteil von Millis Stiefvater. Sie weiß, dass er es nicht mit böser Absicht, sondern aus Verzweiflung tut. Das wiederum hält sie zurück, ihn zu schütteln, obwohl sie es am liebsten täte. Man kann schwerer auf jemanden wütend sein, von dem man weiß, dass er sich so verhält, weil er nicht anders kann oder glaubt, nicht anders zu können.

    Das verstehe ich sehr gut. Man fühlt sich nur so hilflos, in dem Falle natürlich Martha, und der Mensch, der eigentlich der Verantwortliche ist, der Vater, der bisher vermeintlich Starke sich nun so schwach zeigt und sie kann nichts dagegen tun, das macht wütend und eigentlich möchte man diese Wut irgendwie los werden.

  • Die Hafenschwester befindet sich seit Dez. 2019 auf meinem Kindl. 48% hatte ich bereits gelesen, und finde den Roman Historisch sehr interessant. Aber auch schwere Kost mit den ganzen Schicksalen und Lebensverhältnissen.

    Aufgrund der Leserunde ein Grund mehr ihn mal weiter zu lesen. Aktuell stehe ich bei Kapitel 30 (Pos. 3.021)

  • Die Autorin beschreibt nicht das Verhalten einer Co- abhängigen Familie, die heutzutage die Krankheit Alkoholismus schambehaftet verdrängt. Offenbar war diese Scham noch nicht entwickelt.

    Nemo tenetur :gruebel


    Ware Vreundschavt ißt, wen mahn di Schreipfelerdes :lesend America against America Wang Huning:lesend Die Hafenschwester Teil 2 Melanie Mezenthien

  • Vor dem Lesen hatte ich mich gar nicht groß mit dem Buch beschäftigt, wusste nur es kommt bei vielen Eulen gut an, und behandelt die Choleraepidemie in Hamburg, daher war ich sofort dabei. Die Epidemie war bei den Auswandererbüchern von Miriam Georg am Anfang ja auch Thema, auf ähnliche Weise wie jetzt bei Hafenschwester, und da hätte ich gerne mehr über die Epidemie, den Schutz, das Gesundheitswesen zu der Zeit erfahren. Daher bin ich hier im Buch genau richtig.


    Alkoholismus war zu der Zeit sicherlich ein Riesenproblem, die Hilflosigkeit von Martha und Heinrich ihrem Vater gegenüber, den sie als so anderen Menschen kennen und lieben gelernt haben, aber auch vom Vater, der ja anders will. Sehr gut sichtbar an der Szene mit der Desinfektionskolonne, mit den neuen Kollegen geht er abends saufen. Das ist ein Teufelskreis.

  • Die Autorin beschreibt nicht das Verhalten einer Co- abhängigen Familie, die heutzutage die Krankheit Alkoholismus schambehaftet verdrängt. Offenbar war diese Scham noch nicht entwickelt.

    Damals gehörte Saufen dazu. Gerade in der Unterschicht. Da wurde die Familie eher bemitleidet, und mein Vater erzählte mir noch Geschichten von Frauen, die den Lohn selbst abholten, damit die Männer ihn nicht gleich vertranken. Das war damals Gang und Gäbe, und das habe ich dann einfach mit eingebaut.

  • So, ich bin gut vom 11. ins 20 Jahrundert gekommen, mußte gestern noch den Rabenthron zuende lesen.

    Ich war sogar sofort im Buch und in der Geschichte und in Marthas Leben.


    Gängeviertel sagt mir natürich etwas - Choleraepidemie und das berühmte Bernhard Nocht Institut ebenfalls.


    Millie mag ich ebenfalls sehr und wünsche ihr, daß sie es schafft, sich ein besseres Leben aufzubauen.

    Und den lütten Heinrich auch, daß er es in seinen jungen Jahren so gut schafft, seine Schwester so zu unterstützen, nachdem der Vater in den Alkoholismus verfallen ist.

    Damals gehörte Saufen dazu. Gerade in der Unterschicht.

    Leider hat das bis heute nicht aufgehört. Noch heute wird man genötigt, doch mitzutrinken und kein "Spielverderber" zu sein.

    Mich macht das immer wütend, daß damit so eine Art Zwang hergestellt wird.


    Das Problem, Alkoholismus war damals ja noch lange nicht als Krankheit annerkannt.

    Und wie sollte Martha da wissen, wie sie ihrem Vater am besten helfen kann.


    Ich hatte mal ein Semester im Studium über das Thema Alkoholismus - wir waren damals auch im UKE, wo die Behandlung dort in der Psychiatrie stattfindet.

    War hochinteressant und auch die Gespräche mit den Betroffenen.



    Schade, daß die Psychologie und Psychotherapie damals noch nicht so weit war, Marthas Vater zu behandeln - denn mit schütteln und anschreien ist es ja so überhaupt nicht getan.


    Ich vermute, er ist durch den Verlust in eine tiefe Depression gerutscht, versucht, die entstehenden Symptome mit dem Alkohol zu verdrängen.

    Ist ja selbst heute leider noch oft so, daß viele sich nicht anders zu helfen wissen - obwohl heute das nötige Wissen vorhanden ist.



    So, nun möchte ich aber wissen, wie es Martha gelingt ins UKE zu kommen.

    Sprich - weiterlesen.

  • Ich kenne da auch noch Geschichten - zum Glück nur vom Hörensagen und nicht von der eigenen Familie - von Familienvätern, die am Freitag die Lohntüte in die Hand gedrückt bekamen und auf dem Heimweg erst mal ordentlich in der Kneipe versackt sind. Zuhause hat die Frau dann versucht, der Tüte habhaft zu werden, um Miete, Strom und Lebensmittel zu bezahlen. Früher war auch das "Feierabendbier" auf dem Heimweg von der Arbeit noch ganz selbstverständlich.


    Ich kenne sowas gar nicht. Auch wenn meine Familie durchaus feuchtfröhlich gefeiert hat, wurde bei uns im Alltag zum Glück schon immer wenig getrunken. Ich fand das auch immer sehr befremdlich, wenn bei Bekannten bereits zum Mittagessen oder auch zum Abendessen ganz selbstverständlich Bier oder Wein auf dem Tisch standen. Das gab es bei uns nur ausnahmsweise bei feierlichen Anlässen. :gruebel

    Lieben Gruß,


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    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Ich kenne da auch noch Geschichten - zum Glück nur vom Hörensagen und nicht von der eigenen Familie - von Familienvätern, die am Freitag die Lohntüte in die Hand gedrückt bekamen und auf dem Heimweg erst mal ordentlich in der Kneipe versackt sind. Zuhause hat die Frau dann versucht, der Tüte habhaft zu werden, um Miete, Strom und Lebensmittel zu bezahlen. Früher war auch das "Feierabendbier" auf dem Heimweg von der Arbeit noch ganz selbstverständlich.


    Ich kenne sowas gar nicht. Auch wenn meine Familie durchaus feuchtfröhlich gefeiert hat, wurde bei uns im Alltag zum Glück schon immer wenig getrunken. Ich fand das auch immer sehr befremdlich, wenn bei Bekannten bereits zum Mittagessen oder auch zum Abendessen ganz selbstverständlich Bier oder Wein auf dem Tisch standen. Das gab es bei uns nur ausnahmsweise bei feierlichen Anlässen. :gruebel

    Bis in die 80er Jahre war es noch normal, auf Baustellen während der Arbeit Bier zu trinken.

  • Bis in die 80er Jahre war es noch normal, auf Baustellen während der Arbeit Bier zu trinken.

    Das sagst Du was. Ich kann mich auch noch an sehr wilde Weihnachtsfeiern zu Beginn meiner Berufstätigkeit erinnern, in denen der Punsch in riesigen "Klosstöpfen" (die hatten bestimmt 15l :lache) angesetzt wurde und am Ende alle schwer angeheitert nach Hause taumelten.


    Heutzutage ist Alkohol in den meisten Firmen verpönt (und oft sogar gänzlich untersagt!), allemal ein Schlückchen Sekt ist noch akzeptiert, wenn z.B. ein Jubiläum oder Abschied ansteht. Und selbst da steigen viele inzwischen auf die alkoholfreien Varianten um. :thumbup:

    Lieben Gruß,


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    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Also zwischen Alkoholismus und mal ein paar Bier auf der Baustelle ist doch einiges an Luft. Ich habe mal- wie man merkt war ich Schüler- von einem Alkoholiker den folgenden Satz gehört: Wenn du einen Kasten Bier trinkst um die eins in Latein zu feiern, dann Prosit, Wohl bekomms. Wenn du eine Flasche Bier trinkst um über die sechs in Latein hinwegzukommen. Lass es, es ist lebensgefährlich.
    Man darf auch nich vergessen, dass es über Jahrhunnderte gesünder war schwach alkoholische Getränke zu sich zu nehmen als ungeklärtes Wasser zu trinken.

    Nemo tenetur :gruebel


    Ware Vreundschavt ißt, wen mahn di Schreipfelerdes :lesend America against America Wang Huning:lesend Die Hafenschwester Teil 2 Melanie Mezenthien

  • Das stimmt, aber der Umgang mit Alkohol hat sich im Laufe der Jahrzehnte doch ein wenig gewandelt.


    Ich finde gut, dass er inzwischen nichts mehr auf der Arbeit zu suchen hat, allein schon wegen der Arbeitssicherheit in vielen Bereichen (wie dem von Dir genannten Bau).


    Nicht gut finde ich, wie man privat dennoch manchmal (zum Glück nicht in meinem Umfeld) komisch angesehen wird, wenn man keinen Alkohol trinken will. Dabei gibt es inzwischen so leckere Alternativen, einem Virgin Caipi merkt man z.B. gar nicht an, dass der "Wums" fehlt. Ich habe auch schon richtig leckeren alkoholfreien Sekt getrunken und auch alkoholfreies Bier soll es inzwischen richtig gutes geben. Das kann ich allerdings nicht beurteilen, weil ich Bier noch nie mochte. :lache

    Lieben Gruß,


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    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Inzwischen bin ich auch in Hamburg angekommen und kaum ein paar Zeilen gelesen, auch schon mittendrin in der Geschichte. Obwohl es eine schwierige Zeit für Martha und ihre Familie ist und ich beim Lesen das ein und andere Mal schon einen dicken Kloß im Hals hatte, liest sich das Buch wie nichts. Sogar ich Leseschnecke bin durch den ersten Abschnitt geflogen. Marthas Geschichte ist jetzt schon beeindruckend und berührend.


    Martha muss man einfach gern haben. Sie hat da wohl viel von ihren Eltern mitgenommen, denn auch diese sind liebenswerte Figuren und haben das Herz am rechten Fleck. Das Gespräch zwischen Martha und ihrem Vater in bezug auf Millie hat mir sehr gut gefallen. Ich finde es schön, dass er nichts dagegen hat, dass Martha sich weiter mit Millie trifft - aber halt unter bestimmten Bedingungen, um sich selbst zu schützen. Das zeigt die tiefe Menschlichkeit des Vaters, der auch eine sehr verletzliche Seite hat, die sich nach dem Tod der Mutter zeigt. Der Arme kommt überhaupt nicht mit dem Verlust klar und flüchtet sich in den Alkohol. So muss Martha schnell "erwachsen" werden und Verantwortung übernehmen.


    Dr. Schlüter könnte ich immer wieder Mal knutschen. :zwinker Ich finde es so schön, wie er Marthas Potenzial erkannt hat und ich hoffe sehr, dass er sie weiter unterstützen und fördern wird.


    Den schmierigen Otto Probst haben wir wohl alle direkt bei der ersten Begegnung durchschaut. Wie gut, dass Martha von Moritz trainiert wurde und dass sie den Mut hatte, das Gelernte einzusetzen. Ich habe nur ein wenig Angst, dass Probst das nicht so auf sich sitzen lässt. Martha muss da auf sich aufpassen.


    Ach, ja, Millie! Einerseits tut sie mir leid, dass sie in das "Millieu" geraten ist. Gleichzeitig bewundere ich sie, wie sie damit umgeht und ihre Träume nicht aus den Augen verliert. Ich hoffe sehr, dass es auch für sie gut ausgehen wird. Verdient hätte es sie auf jeden Fall!

  • Ich habe mir als ebook die drei Bände in einem besorgt und bin jetzt erstmal erschlagen davon, dass die Seitenzahlen mit 1608 angegeben sind.

    So erging es mir auch. Und ich hatte dann etwas Sorge, ob ich dann in der Leserunde mithalten kann. Bis jetzt liest sich das Buch jedoch so gut, dass man wohl schneller durch ist, als gedacht. :)