• Ich habe auch einmal unter einem Frauenpseudonym veröffentlicht - der titel war eine leichte Satire auf das Romance / Erotikgenre.


    Ich verstehe durchaus, wenn Leser sich da verschaukelt fühlen, sollten sie erfahren dass hinter jener Frau eigentlich ein Mann steckte.


    Aber: Für mich als Autor war das schon eine interessante Erfahrung im Facebookprofil meines weiblichen Pseudonyms plötzlich Komplimente für die Haarfarbe und den angeblich sexy Lippenschwung des Gesichts auf dem Avatarfoto zu bekommen (das Foto zeigte meine Schwester, die nix mit dem Literatur / Buchmarkt zu schaffen hat).


    Auch die Rezensionen zu dem Buch und so einige Mails, die an mein weibliches Pseudonym gerichtet waren, fand ich in vielerlei Hinsicht höchst interessant. :-)


    Wenn mir das nächste Mal irgendein Marketing oder Buchmarktexperte einreden will, dass die weibliche Erotik und Romancezielgruppe im Prinzip nur aus Realschulabgängerinnen und 55 jährigen leicht verklemmten Heftromanchenzwangskäuferinnen besteht, weiß ich dass er a) Keine Ahnung hat und b) eigentlich ne Watsche verdient hätte … :schlaeger

  • Ich benutze ein Pseudonym, da mein "normaler" Name in keinster Weise für einen Buchumschlag geeignet ist, der von Australien handelt. Das "Elda Drake" ist begründet auf einem selbsterfundenen Märchen, das meine Protagonistin einem Baby erzählt. Sie nimmt dabei Bezug auf den Grund warum sie nach Australien kam und beginnt mit: "Es war einmal ein alter häßlicher Drache ..." Alt heißt auf bayrisch "oida", Drake auf altenglisch "Drache" und wenn man etwas mit der Betonung spielt kommt Elda Drake heraus. Passenderweise habe ich dann auch noch festgestellt, daß kein anderer Autor bzw. fast kein anderer Mensch mit diesem Namen existiert, was eine große Hilfe ist, wenn Leute meinen Namen googeln. In meinen Büchern werden die Personen aus den Blickwinkeln von Mann und Frau betrachtet - sprich also wäre es bei mir egal ob ich ein Mann oder eine Frau wäre, da ich ja immer nur auf eine tatsächliche Erfahrung zurückgreifen kann.

  • "Elda Drake" hört sich total gut an, finde ich. Ist dir dieser Name einfach in den Sinn gekommen oder hast du wirklich lange überlegen müssen? Ich weiß nicht, ob ich zur Erfindung eines Pseudonyms so kreativ wäre. Ein Pseudonym soll sich ja gut anhören und dazu einladen, sich den Namen als Außenstehender gut merken zu können.

  • Ich benutze kein Pseudonym.
    Als unbekannter Autor sollte man, meiner Meinung nach,
    erst einmal seinen eigenen Namen verwenden.
    Wenn sich irgendwann alles verändern sollte,
    sodass man beispielsweise einen Bestseller schreibt,
    dann kann man sich darüber Gedanken machen.

  • Zitat

    Original von Jessica Oldach
    Wenn sich irgendwann alles verändern sollte, sodass man beispielsweise einen Bestseller schreibt, dann kann man sich darüber Gedanken machen.


    Das macht nun allerdings sehr wenig Sinn.
    Wenn Du einen Bestseller unter einem bestimmten Namen (egal ob Dein eigener oder ein Pseudonym) geschrieben hast, dann ist es eine Frage des gesunden Menschenverstands, diesen Namen für das nächste Buch unbedingt auch beizubehalten (es sei denn, der Bestseller war ein Kinderbuch und Dein nächster Titel soll blutiger Metzelhorror werden ;-) )
    Denn damit ist der Name zu einer erfolgreichen Marke geworden, der auch die Folgeromane gut verkaufen kann. Wenn Du dann ein neues Pseudonym ersinnst (aus welchen Gründen auch immer), fängst Du mit diesem mehr oder weniger wieder von vorn an, da ja kein Leser es kennt.

  • Wenn gerade dieses Buch ein Bestseller wird, ist das klar, dass ich anschließend keinen Pseudonamen verwenden würde.
    Habe ich bisher ja auch nicht gemacht.
    Ich meinte damit, wenn man sich in einem völlig anderen Genre bewegen möchte,
    und sich bereits einen Namen mit den jeweils anderen Büchern gemacht hat,
    wäre es denkbar sich einen Pseudonamen anzueignen.


    Genau diese Taktik haben bereits andere Schriftsteller ebenso erfolgreich verfolgt.

  • Sinn und Zweck eines Pseudonyms, das unter dem eigentlichen Namen auf dem Cover steht, habe ich noch nicht verstanden. Mutmaßlich soll hier eine Marke geschaffen werden und damit der Rubel rollt und auch der letzte Leser und Anhänger begreift, wer hinter der Autorin steht, wird es plakativ erwähnt.


    Nele Neuhaus schreibt als Nele Löwenberg.

  • Zitat

    Original von Salonlöwin
    Sinn und Zweck eines Pseudonyms, das unter dem eigentlichen Namen auf dem Cover steht, habe ich noch nicht verstanden.


    Das gibt es immer wieder mal, oft dann, wenn ein Autor früher etwas unter einem anderen Pseudonym (oder seinem richtigen Namen) veröffentlicht hat, er inzwischen zu Ruhm gelangt ist und eine Neuauflage des alten Stoffs ansteht.

  • Zitat

    Original von Katerina
    Das gibt es immer wieder mal, oft dann, wenn ein Autor früher etwas unter einem anderen Pseudonym (oder seinem richtigen Namen) veröffentlicht hat, er inzwischen zu Ruhm gelangt ist und eine Neuauflage des alten Stoffs ansteht.


    Trifft aber auf den Fall Neuhaus-Löwenberg nicht zu. Das Buch ist eine Erstveröffentlichung.


    Auf Ihrer Homepage erklärt sie das Pseudonym wie folgt:


    Zitat

    als Nele Neuhaus bin ich bei meinen Leserinnen und Lesern als Krimi- und Jugendbuchautorin bekannt. Nun habe ich aber ein ganz anderes Buch geschrieben. Keinen Krimi, obwohl es in SOMMER DER WAHRHEIT auch äußerst spannend zugeht!
    Ich möchte einfach, dass man unterscheiden kann und nicht enttäuscht ist, wenn man in der Buchhandlung "Nele Neuhaus" auf einem Cover, das man noch nicht kennt, liest, und dann feststellt, dass es kein neuer Bodenstein/Kirchhoff-Krimi ist. So ein echtes Pseudonym ist es ja auch nicht, denn "Löwenberg" ist mein Mädchenname ... :-)


    Der dumme Leser, der bisher bei Ihren Jugendbüchern gedacht hat, es seien Krimis, wird also jetzt geschützt.


    Aber wenn es gar kein "echtes" Nele Neuhaus-Krimi-oder-Jugendbuch ist, sondern "ein ganz anderes Buch", warum braucht es dann einen Hinweis, daß die Autorin Nele Neuhaus heißt? Kann man es dann nicht einfach als "Nele Löwenberg" ins Regal stellen und gut ist - es ist ja schließlich etwas ganz anderes, sonst müßte man sich ja nicht mit einem neuen Pseudonym abgrenzen. Für Freunde + Verwandte könnte man das ja auf der Homepage veröffentlichen oder ganz werbewirksam erstmal geheim halten und dann eine Freundin der Frau des Anwalts der Autorin nach einer Weile ausplaudern lassen, wer hinter dem Pseudonym steckt.

    "Wie kann es sein, dass ausgerechnet diejenigen, die alles vernichten wollten, was gut ist an unserem Land, am eifrigsten die Nationalflagge schwenken?"
    (Winter der Welt, S. 239 - Ken Follett)

  • Ich habe eine Frage an alle Autoren hier, die schon etwas unter ihrem eigenen Namen veröffentlicht haben: Habt ihr damit schon schlechte Erfahrungen gemacht?


    Zur Erklärung: In Kürze erscheint mein erster Roman bei einem kleinen Verlag und unter meinem eigenen Namen. Als ich einer Bekannten davon erzählte, war sie regelrecht entsetzt. Sie berichtete, dass sie vor Jahren bei einigen PC-Spielen als Graphikerin aufgeführt wurde und bis heute noch Anfragen bekommt, wie sie das geschafft hat, und ob sie Anfängern nicht helfen könne. Das sei teilweise in regelrechte Wutanfälle und Beleidigungen ausgeartet, wenn sie die entsprechenden Anfragen nicht zeitnah und ausführlich beantwortete, so dass sie sich schließlich aus den sozialen Netzwerken zurückzog.


    Zu dem Zeitpunkt hatte ich allerdings die Anfrage meines Verlags, ob ich unter Pseudonym veröffentlichen wolle, bereits verneint. Muss ich mir jetzt Sorgen machen? Oder ist die Welt der PC-Spiele (und ihrer Graphiker) doch eine ganz andere, als die von Debüt-Autoren?