Tatort - Das Sonntag-Abend-TV-Programm?

  • ....aber bei der Besetzung müssen die Macher der Sonntagabendkrimis wirklich mal damit anfangen, über den Tellerrand zu schauen. So cool Simon Schwarz auch ist, als Täter oder Verdächtiger ist er bei mir langsam echt durch.

    man könnte ja Martin Brambach nehmen :lache

  • Das ist hier ganz anders, und deshalb irritiert es auch erst einmal nicht weiter, dass beispielsweise Sarnaus Wortfindungsstörungen ("Anatomie!") nicht erklärt oder aufgelöst wurden.


    Der Fall war spannend und die Folge hinreißend inszeniert, aber bei der Besetzung müssen die Macher der Sonntagabendkrimis wirklich mal damit anfangen, über den Tellerrand zu schauen. So cool Simon Schwarz auch ist, als Täter oder Verdächtiger ist er bei mir langsam echt durch. ;)

    Das ist nicht nur beim Polizeiruf so. Oft weiß man schon anhand der Besetzung, wer verdächtigt wird oder der Täter sein wird.

    Ich denke, das mit den Wortfindungsstörungen wird in den nächste Folgen noch Thema werden. Sowas ist meist nicht von kurzer Dauer.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • Starker Tatort. Krimipersiflage mit ein paar guten Einfällen: die Sonnenfinsternis, das Polizeimuseum an sich und der Umbau des Radios, die Aktion mit dem Sprengstoffroboter ...

    Die Liste der Versatzstücke, oder besser: der zitierten Filme ist lang. Mir fallen gleichmal ein:

    -Con Air

    -Grenzpunkt Null – das brillante Roadmovie aus den Siebzigern habe ich zuletzt in der Kindheit gesehen, also werde ich doch gleich mal ….

    ((der Radiosprecher, mit deutlichem Spaß an der Sache gespielt von himself Clemens Meyer („Als wir träumten“ gleich als Literaturempfehlung - starker Wenderoman)),

    -Zombiefilme, z.B. The Fog - Nebel des Grauens

    -Assault – Anschlag bei Nacht ...

    Von mir 8/10

  • Das war großer Scheiß und keine gelungene Persiflage oder Hommage. Nicht auszuhalten. Und am schlimmsten: Der schauspielerisch völlig talentlose Autor Clemens Meyer als Radiomoderator. Mist. Null Sterne.

    :lache


    Nun, die Geschmäcker sind verschieden, aber das hat dieser Tatort natürlich nicht verdient, obwohl der nuschelnde Kommissar Tschiller (Till Schweiger), der in Hamburg eisern und stoisch seine Gesichtsmaske vor sich her schiebt und die bösen Buben wie in einem Computerspiel erlegt, Toms Meinung teilt: "Jede Folge der Augsburger Puppenkiste war glaubwürdiger, besser gespielt und vor allem spannender!"


    Nein, z.B. Meyer hat nur ein paar Minuten, und die verbringt er vor einem Pult als Radiomoderator. Über die mimischen Möglichkeiten Silvester Stallones verfügt er schon noch, und viel mehr gibt die Rolle auch nicht her. Da muss er kein Schauspieler sein. Er stellt lediglich einen Typus dar, und das macht er nicht schlecht, finde ich.


    Man muss sich darauf einlassen, dass es sich hier um eine Persiflage handelt und dass ihr mit Logik nicht beizukommen ist. Wenn man es dann auch tut, nach spätestens drei Minuten wird das ja ohnehin schon klar, dann kann man das Stück auch genießen, denn skurrile und witzige Einfälle hat das Drehbuch zuhauf, und man wird angenehm entspannt unterhalten.


    Hier mal eine extrem positive Beurteilung:


    http://qmde.de/112976


    Darüber hinaus sehe ich Tukur gern, er war auch Protagonist in dem besten Tatort, den ich jemals sah, ebenfalls ein Murot ...

  • Hey, magister wigbold.


    Ich brauche keine Fremdmeinungen, um meine eigene zu stützen, aber dass Du mir den Til Schweiger um die Ohren haust, dahinter kann ich die beleidigende Absicht wohl erkennen. :evil:


    Ich mochte die Carpenter-Filme früher, und auch wenn "Assault" nicht zu meinen Lieblingen gehört hat, habe ich die vielen Parallelen wohl erkannt, und selbst bei der Musik, die Carpenter oft ebenfalls komponiert hat, gab es deutliche Ähnlichkeiten und Verweise. Allein, das war in meinen Augen ein wirklich überflüssiges Remake - mit noch schwächerer logischer Unterfütterung als das Original, dazu teilweise haarsträubend gespielt (nur Thomas Schmauser als Rüdiger Kermann hat mir gefallen). In den längeren Dialogszenen hing die ganze Sache mächtig durch, und es war nie mehr als eine Briefmarkendicke vom totalen Blödsinn entfernt. Meyer hat dem hr diese Idee verkauft, und vermutlich war es schon zu spät, als sie dort gemerkt haben, was das für ein Scheiß werden wird. Ich kann verstehen, wenn man das verteidigen will, und dann sogar den Schweiger herausholt, um die Kritiker zum Schweigen zu bringen, aber Scheiß ist Scheiß ist Scheiß - und das war welcher. Zudem auch noch todlangweiliger. Und auch wenn es wenige Szenen mit Meyer waren - ich habe mir vor Fremdscham fast in die Hosen gepullert. 8)

  • Ich fand den Tatort auch ganz schwach, zumal für einen Murot. Diverse Filmzitate um ihrer selbst willen mögen zum Wiedererkennen einladen, machen aber noch lange keinen guten Film. Und Herr Schweiger sollte ausnahmsweise seinen Namen ehren, wenn es um die Qualität von Tatorten geht. :hau

  • Ich frage mich, wie viele der typischen "Tatort"-Zuschauer wohl auch "Assault" kannten. Zwei Prozent? Aber ohne diese Verbindung funktioniert das überhaupt nicht. Meine Frau kennt diesen Carpenter jedenfalls nicht (sie kennt nur "Fog"), und wenn ich ihre Meinung zu gestern hier in ihren Worten wiedergeben würde, würde ich ein Forenverbot riskieren. ;)

  • Ich fand diesen Tatort völlig unlogisch, teilweise kaum zu glauben und nicht ernstzunehmen, aber gelangweilt hat er mich nicht. Auch Clemens Meyer hat für mich irgendwie in seiner Rolle funktioniert.

    Die filmischen Anspielungen (Carpenter/klassischer Western) hätten dezenter sein können.

  • Da setzt man sich mal wieder vor die Kiste, weil der erste dieser Tukur-Tatorte seinerzeit hervorragend war, und dann das: Der mit weitem Abstand schlechteste Kriminalfilm seit Jahren in der sowieso schlimmen Tatort-Reihe. Der Plot von Anfang bis Ende unrealistisch, die Handlung voller unglaublicher Logikfehler und übler kriminailsitischer Schnitzer, die Figuren albern bis klischeehaft, die Dialoge flach, unglaubwürdig und teilweise unerträglich schwulsttriefend. NICHTS an diesem Machwerk war glaubwürdig. Eine Zumutung, die vermutlich irrwitzige Summen verschlungen hat.

  • Glaubwürdig sollte es auch nicht sein. Also nicht im Sinne von "glaubwürdig nach Maßstäben, die etwas mit Realismus zu tun haben". ;)


    Aber ich möchte widersprechen, was die Qualität der Reihe insgesamt anbetrifft. Ich finde, die Linie zeigt durchaus nach oben. Es gab in diesem Jahr ein paar sehr, sehr gelungene Folgen, und auch exzellente "Polizeiruf 110"-Folgen.

  • Ein LKA-Mann in herausgehobener Stellung, dem beim Notruf in Kenntnis seines fast leeren Handyakkus zweimal hintereinander keine präzisere Beschreibung von Ort und Lage einfällt als "Wir sitzen hier fest!", ein junges Mädchen, das wenige Minuten nachdem es den blutigen Mord an seinem Vater miterlebt hat, schon wieder lächelnd und geradezu unbeschwert herumläuft, Polizisten, die in einem völlig frei stehenden Gebäude ausschließlich eine Seite desselben im Blick haben, ein Wachmann, der sich genau in die Schusslinie stellt, um die Handybergung des ferngesteuerten Panzers zu beobachten, Angreifer, von denen bis zum Ende niemand erfährt, was für eine paramilitärische Truppe sie eigentlich sind, und die höflich mit dem finalen Angriff warten, bis die verwirrten Hausinsassen sich fertig organisiert haben, ein Mann, der - völlig unbemerkt von den anderen - einen Betonboden aufstemmt, ein mannsgroßes quadratisches Loch hineinmeißelt (mit einstiegsfreundlich abgeflachten Kanten), eine dämliche Polizistin, die lieber von ihren Fähigkeiten, ein Radio zum Morsefunk umzurüsten erzählt, statt auf die Idee zu kommen, genau das auch mit dem längst mehrfach gezeigten dort vorhandenen Radio zu tun (was ihr erst am Ende des "Dramas" einfällt), ein psychopathischer Mehrfachmörder, der zum Kumpel wird und unbeschwert mit allen möglichen Waffen herumläuft, ein ... ach, es gäbe noch viele solche Zumutungen zu nennen.

    Ein totaler Schuss in den Ofen, eine reißerische Aneinanderreihung von Peinlichkeiten, das Ganze.

  • Interessant auch, wie per Fernsteuerung das Handy vom Autositz gehoben werden konnte, obwohl mehr als deutlich war, dass niemand aus dem Gebäude die Sitzfläche oder gar das Handy im Blick haben konnte. Und wer - wie ich, wie ich zugebe - schon mit Spraydosen (u.a. mit Insektenvernichtungsmitteln, die längst aus guten Gründen vom Markt sind) und Feuerzeugen herumgespielt hat, der wird ein wenig überrascht vom Flammenwerfer gewesen sein. Und, ja, von vielem anderen auch.

    Es sollte ja eine Persiflage sein, aber es war eben keine. Echtem Trash á la "From Dusk Till Dawn" hätte man all das abgekauft, aber das hier war eine unausgegorene Umsetzung einer Idee, deren Gärung noch nicht einmal eingesetzt hatte. Da funktionierte nichts.

  • Ich scheine in Schottland nichts verpasst zu haben... Da freue ich mich doch direkt auf den nächsten Polizeiruf 110...

    ;)