'Anna Karenina' - Teil 1, Kap. 17 - 34

  • Zitat

    Original von Mooney
    So, endlich hab ich auch den zweiten Abschnitt fertig. Das Buch liest sich immer noch gut, trotzdem komm ich merkwürdigerweise nicht so schnell voran, wie ich es mir erhofft hatte :gruebel
    Vielleicht liegt das an der Geschichte, manche Stellen klingen so schön, dass ich sie zweimal lesen muss, manche muss ich nochmal lesen, um sie erst zu verstehen :grin


    Das ist wirklich kein Schnell-Lese-Buch, obwohl es sich flüssig liest. Alle die detaillierten Beschreibungen von Personen, Orten, Begebenheiten halten einen im positiven Sinne auf.


    Zitat

    Obwohl ich total gespannt auf Anna gewartet habe, bin ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Sie ist zu perfekt, von allen geliebt, die Friedensstifterin der Ehe ihres Bruders und eine strahlende Schönheit. Demnach passt sie meiner Meinung nach gut zu Wronski...
    Ich hoffe, mein Eindruck von Anna erweist sich als falsch, sonst wird's wohl nicht so leicht, weitere 1000 Seiten über sie zu lesen ?(


    Warte mal ab! :grin Da kommt noch so einiges.


    Zitat

    Kitty tut mir Leid, ich kann verstehen, warum sie Wronski vorgezogen hat, als gute Tochter ist die Meinung der Mutter natürlich wichtig. Und auch beim lesen der Szene hatte ich den Eindruck, es täte ihr Leid, Lewin abweisen zu müssen. Jetzt weiß sie, dass sie einen Fehler begangen hat und bereut es. Ich hoffe, für sie wendet sich noch alles zum Guten!


    Es hat Kitty insofern Leid getan, als sie Lewin schon seit ihrer Kindheit kannte, wohl auch mal ein wenig zu ihm, dem älteren, aufgeschaut hat und insgesamt seine ganze Art, seine Klugheit und seine Ruhe schätzt. Aber das reicht halt nicht, um sich zu verlieben.

    - Freiheit, die den Himmel streift -

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  • Zitat

    Original von Macska
    War mir bei dem Abschnitt besonders aufgefallen ist, ist die Beschreibung der Ankunft von Anna und Wronskijs Mutter auf dem Bahnhof am Anfang des Abschnittes.


    Es wirkt so beschaulich, im Gegensatz zur heutigen Zeit auf einem Bahnhof. Da wird beschrieben, man merkt das der Zug kommt weil der Bahnsteig sich füllt, Reisende und Angehörige bevölkern den Bahnsteig, Gepäckträger wuseln umher. Oder die Frauen werden von den Männern aus dem Abteil abgeholt, man unterhält sich erst und wartet ab ehe man aussteigt usw.
    Meine Güte, gerade in Großstädten ( und Moskau dürfte man ja auch als Großstadt zählen ) ist immer Betrieb auf dem Bahnsteig und man muss heute froh sein, wenn man schnell und rechtzeitig den Zug verläßt. Von wegen noch warten bis man aus dem Abteil abgeholt wird. :lache


    Ansonsten scheint Anna auch nicht unbedingt eine glückliche Ehe zu führen. Interessant ist auch das plötzliche Bewußtwerden der körperlichen Makel ihres Mannes, seit dem sie ja verliebt in den Wronskij ist. Was ich nicht verstehe, warum beachtet sie den Sohn kritisch? In Moskau ist er noch ihr ein und alles und sie vermißt ihn und dann so etwas? :gruebel



    Die so "unhektische" Situation auf den Bahnhöfen, auch bei Annas Rückreise, ist mir auch aufgefallen. Das finde ich sehr schön beschrieben.


    Annas Ankunft und das kritische Betrachten ihrer Ehe und ihres Ehemannes kann ich gut nachvollziehen. So ist es eben, wenn man in einer Seifenblase lebt, in denen Liebe zum Ehemann nicht so wichtig ist wie die gesellschaftlichen Vorteile einer solchen Beziehung. Die Begegnung mit Wronskij hat ihr für diesen Teil ihres Lebens die Augen geöffnet. Ob das allerdings so gut war, wird sich dann wohl noch herausstellen...


    Die ersten Gedanken, die ihr durch den Kopf gehen, als sie ihrem Sohn begegnet, haben bei mir dafür gesorgt, daß sie mir weniger symphatisch ist. Einerseits vergöttert sie ihn, andererseits scheint er ihr aber ein Klotz am Bein zu sein, der sie noch mehr an ihren Ehemann fesselt. Ich bin sehr gespannt, wie sich dieses Verhältnis entwickelt.

  • Zitat

    Original von Clare
    Trotzdem bleibe ich dabei: sie ist ein verwöhntes Gör, das alles hat und alles bekam, was sie sich wünschte, und nun hat sich ihr Lieblingsspielzeug einfach aus dem Staub gemacht...


    Ja, ich muß gestehen, daß es mir ähnlich geht. Sie weißt Lewin von sich ohne sich Bedenkzeit zu nehmen. Nur auf den Traum Wronski(y) hin. Der sie dann auf dem Ball auch links liegen läßt - für Anna....


    Die Ohren von Anna's Mann werden ja ausreichend beschrieben :lache - mir sind die Stellen auch ins Auge gesprungen. Aber das Anna auch ihren Sohn mit anderen Augen betrachtet, hat mich stutzig gemacht. Ist jetzt nur noch Wronski(y) für sie interessant?


    Auch die Kreise, in denen sich Anna bewegt, interessieren sie nicht mehr. Und ihr Ehemann ist ja wirklich etwas kühl...


    Alles in allem gefällt mir das Buch ausnehmend gut. Ich hätte nicht gedacht, daß es mir soviel Spaß machen würde, es zu lesen!


    So, jetzt geht es an den 2.Teil... :wave

  • Zitat

    Original von Mooney
    [...]


    Obwohl ich total gespannt auf Anna gewartet habe, bin ich ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Sie ist zu perfekt, von allen geliebt, die Friedensstifterin der Ehe ihres Bruders und eine strahlende Schönheit. Demnach passt sie meiner Meinung nach gut zu Wronski...
    Ich hoffe, mein Eindruck von Anna erweist sich als falsch, sonst wird's wohl nicht so leicht, weitere 1000 Seiten über sie zu lesen ?


    Ging mir ähnlich, bisher bin ich mit Anna auch noch nicht richtig warm geworden. Allerdings glaube ich, dass sich das wirklich noch ändern wird, je weiter das Buch fortschreitet.


    Zitat

    Original von Saiya
    [...]


    Annas Ankunft und das kritische Betrachten ihrer Ehe und ihres Ehemannes kann ich gut nachvollziehen. So ist es eben, wenn man in einer Seifenblase lebt, in denen Liebe zum Ehemann nicht so wichtig ist wie die gesellschaftlichen Vorteile einer solchen Beziehung. Die Begegnung mit Wronskij hat ihr für diesen Teil ihres Lebens die Augen geöffnet. Ob das allerdings so gut war, wird sich dann wohl noch herausstellen...


    Ich finde, dass hast du sehr schön ausgedrückt. Genau so sehe ich das auch, dass Anna bisher kaum Vergleichsmöglichkeiten zu ihrem Leben als verheiratete Frau und Mutter hatte und mit Wronskij die Möglichkeit hat, dem zu entfliehen.


    Ich bin nun also auch mit dem zweiten Abschnitt durch und hab mich mittlerweile etwas besser mit dem Buch arrangiert. Zu Beginn des Abschnitts, als Wronskij seine Mutter vom Bahnhof abholt, heißt es, dass er seine Mutter weder liebt noch respektiert und je mehr er ihr Liebe und Respekt vorheuchelt, desto weniger respektiert er sie tatsächlich. Gleichzeitig trifft er Anna und verfällt ihr innerhalb kurzer Zeit so sehr, dass er ihr sogar nachreist, als sie Moskau wieder verlässt....Ich frage mich da einfach, ob Wronskij sich in Bezug auf Frauen (denn auch Kitty war für ihn ja auch nur eine Art "Spielzeug") so plötzlich, so sehr ändern kann und ob es da für ihn einfach nur die richtige Frau gebraucht hat. :gruebel Ich bin jedenfalls gespannt.


    Interessant fand ich auch die Szene in der Levin seinen Bruder besucht, der offensichtlich krank (körperlich, aber auch seelisch?) und mit einer ehemaligen Hure unverheiratet zusammenlebt. Er wirkt jedenfalls reichlich jähzornig und scheint ein Alkoholproblem zu haben; im Allgemeinen ist er eher unsympathisch. Levin jedenfalls scheint ja Mitleid mit ihm zu haben.


    Überhaupt ist Levin mein Lieblingscharakter, ich finde seine Einstellung zur Ehe total toll irgendwie, dass sie nicht eines von vielen Dingen im Leben ist, sondern eine Art „Mittelpunkt“. Ich meine, ja, das ist naiv, aber irgendwie finde ich es auch…romantisch *insert rotwerd-smiley hier :chen*

  • Ich muß gestehen, der erste Abschnitt des Buches hatte mich noch nicht wirklich überzeugt. Es brauchte nun des zweiten, um mich richtig in die Geschichte hineinziehen zu lassen. :lache


    Zitat

    Original von Saiya
    Annas Ankunft und das kritische Betrachten ihrer Ehe und ihres Ehemannes kann ich gut nachvollziehen. So ist es eben, wenn man in einer Seifenblase lebt, in denen Liebe zum Ehemann nicht so wichtig ist wie die gesellschaftlichen Vorteile einer solchen Beziehung. Die Begegnung mit Wronskij hat ihr für diesen Teil ihres Lebens die Augen geöffnet. Ob das allerdings so gut war, wird sich dann wohl noch herausstellen...


    Das sehe ich ganz genauso. Ich vermute, die Ehe von Anna und ihrem Mann wurde aus rein finanzieller und gesellschaftlicher Motivation heraus arangiert. Nun, da sie verliebt ist, sieht sie ihn natürlich mit ganz anderen Augen.


    Zitat

    Original von bibliocat


    Ja, ich muß gestehen, daß es mir ähnlich geht. Sie weißt Lewin von sich ohne sich Bedenkzeit zu nehmen. Nur auf den Traum Wronski(y) hin. Der sie dann auf dem Ball auch links liegen läßt - für Anna....


    Mir ist Kitty eigentlich sehr sympathisch. Als sie Lewins Antrag abgelehnt hat, brauchte sie eigentlich gar keine Bedenkzeit, da sie schon länger mit diesem Antrag gerechnet hatte. Und ich denke, sie hat sich das wirklich gut überlegt, da Lewin ihr als Freund sehr am Herzen liegt. Das sie sich in den jungen, weltgewandten und charmanten Wronski verliebt hat .... kann man ihr daraus einen Vorwurf machen ? Auf dem Ball hat mir Kitty richtig leid getan. Ich war aber froh, daß sie die Situation so schnell hat einschätzen können. So sind ihr wenigstens künftige Peinlichkeiten erspart geblieben.


    Zitat

    Original von Camero
    Überhaupt ist Levin mein Lieblingscharakter, ich finde seine Einstellung zur Ehe total toll irgendwie, dass sie nicht eines von vielen Dingen im Leben ist, sondern eine Art „Mittelpunkt“. Ich meine, ja, das ist naiv, aber irgendwie finde ich es auch…romantisch *insert rotwerd-smiley hier :chen*


    :write Lewin ist einfach ein Mann, der sein Herz am richtigen Fleck trägt. Mich hat auch sehr berührt, wie er sich um seinen Bruder sorgt und plant, sich in Zukunft mehr um diesen zu kümmern.


    Allerdings habe ich mir immer noch keine endgültige Meinung zu Wronski bilden können. Kitty war ja eigentlich nur ein Flirt für ihn und überhaupt schien er zum jetzigen Zeitpunkt weder an Heirat noch an Familie zu denken. Denkt ihr, daß er ehrbare Absichten in Bezug auf Anna hat ? Das er von ihr fasziniert ist, ist eindeutig. Aber ist es vielleicht nicht nur der Reiz eine Affäre mit einer verheirateten Frau einzugehen ?

  • Zitat

    Original von -Christine-
    Allerdings habe ich mir immer noch keine endgültige Meinung zu Wronski bilden können. Kitty war ja eigentlich nur ein Flirt für ihn und überhaupt schien er zum jetzigen Zeitpunkt weder an Heirat noch an Familie zu denken. Denkt ihr, daß er ehrbare Absichten in Bezug auf Anna hat ? Das er von ihr fasziniert ist, ist eindeutig. Aber ist es vielleicht nicht nur der Reiz eine Affäre mit einer verheirateten Frau einzugehen ?


    Ich glaub nicht, dass er ernste Absichten hatte, ich schätz ihn eher so ein, als ob er gar keine Gedanken an sowas wie lebenslange Bindungen verschwendet. Aber ob das so bleibt? :gruebel

  • Zitat

    Original von Mooney


    Ich glaub nicht, dass er ernste Absichten hatte, ich schätz ihn eher so ein, als ob er gar keine Gedanken an sowas wie lebenslange Bindungen verschwendet. Aber ob das so bleibt? :gruebel


    Das sehe ich auch so, zumindest bis zu diesem Zeitpunkt. Was später wird mit seiner Ernsthaftigkeit, werden wir noch sehen.
    Er lebte eher ein bisschen dahin zwischen seinem "Dienst" und eleganten Besuchen und Bällen. Ich glaube auch nicht, dass er ernsthaft vorhatte, Kitty einen Antrag zu machen, sondern vielmehr ihre Gesellschaft genoss, gerne mit ihr tanzte und redete - einfach den Umgang mit einer schönen Frau.

  • Zitat

    Original von -Christine-
    Ja, diesen Eindruck habe ich auch von Wronski. Allerdings richtet er mit seiner Spielerei bei Kitty nicht allzu viel an. Sich aber an eine verheiratete Frau heranzumachen, für die einiges auf dem Spiel steht ....


    Um Anna mache ich mir auch Sorgen - und ich glaube zu recht.... :-(

  • Ich bin jetzt mit dem 2. Abschnitt fertig und mir gefällt das Buch immer mehr.


    Anna kann ich noch nicht wirklich einordnen, ich weiß nicht ob ich sie mag oder nicht. Wronski hat ihr ja ganz schön den Kopf verdreht.
    Auf einmal sieht sie ihren Mann ganz anders, einerseits die Vorzüge seines guten Charakters, die sie an ihm liebt, anderseits stört sie das Äussere sehr. Das sie ihren Sohn auf einmal hässlich findet, musste ich schon ziemlich schlucken. Sie sieht in ihm nur die Ähnlichkeit zu seinem Vater.
    Mal schauen, was mit Anna und Wronski noch so wird.


    Kitty tat mir besonders leid. Sie hat sich so sehr die Liebe von Wronski gewünscht und nun steht sie alleine da. Vielleicht wird ja doch noch was aus ihr und Lewin.


    Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht und gestehe, dass ich keine Ahnung habe, wie das Ende sein wird.

  • Zitat

    Original von ZwerginDer Ball war für Kitty auf jeden Fall ein Reinfall, wirklich leid tut sie mir allerdings nicht, für mich ist sie auch ein verwöhntes Gör, das ausnahmsweise mal nicht bekommen hat, was es will.
    Nachdem der erste Heiratskanidat fluchtartig einer anderen hinterher gereist ist, fällt ihr auf einmal wieder ein, dass Lewin vielleicht doch gar nicht so übel ist.
    Ich finde allerdings, dass er zu schade für dieses oberflächliche Gör ist.


    Ich muss hier nochmal eine Lanze für Kitty brechen. Ja klar, sie ist eine behütete und auch verwöhnte junge Frau, aber dafür kann man allenfalls die Eltern verantwortlich machen.


    In ihrer Absage Lewin gegenüber fand ich sie sogar bewunderswert geradlinig. Sie hat ehrlich und ihren Gefühlen nach gehandelt. Sie mag Lewin, findet ihn sympathisch, aber in Wronski war sie verliebt. Sie hat Lewin nicht hingehalten, nach dem Motto erst mal sehen ob ich die Taube auf dem Dach bekomme und solange behalte ich den Spatz in der Hand.


    Das wäre äußerst berechnend gewesen. Aber diese Durchtriebenheit hat Kitty nicht an den Tag gelegt.


    Lewin selbst kommt mir etwas einfältig vor, der seine Schwierigkeiten hat, die Idealbilder, die er im Kopf trägt, mit der Realität zu vereinbaren.

  • Anfangs dachte ich, Kitty sei naiv, oberflächlich und völlig langweilig.
    Als ich heute jedoch weitergelesen habe, hat sich der erste Eindruck nicht bestätigt.
    Meiner Meinung nach begreift Kitty sehr schnell und sie wirkt in meinen Augen keinesfalls wie ein oberflächliches, 'verwöhntes Gör' - vielmehr ist sie wirklich verzweifelt und hilflos. Ich bin auf alle Fälle gespannt, ob sich noch etwas mit Lewin entwickeln wird.


    Bin jetzt gerade mit Kapitel 24 fertig und mich hatte das Buch heute richtig gepackt... Ich wollte gar nicht mehr aufhören zu lesen (wäre da nicht das Ende der Mittagspause dazwischengekommen :grin )
    Ich hätte niemals gedacht, dass ich derart mit Kitty mitfühlen könnte...
    Allerdings weiß ich auch noch nicht, was ich von Anna Karenina halten soll...


    Jetzt wird gleich weitergelesen... Freu mich sehr drauf (auch wenn mir der Schnee noch immer fehlt ;-( )

  • Zitat

    Original von Nabi
    Anfangs dachte ich, Kitty sei naiv, oberflächlich und völlig langweilig.
    Als ich heute jedoch weitergelesen habe, hat sich der erste Eindruck nicht bestätigt.
    Meiner Meinung nach begreift Kitty sehr schnell und sie wirkt in meinen Augen keinesfalls wie ein oberflächliches, 'verwöhntes Gör' - vielmehr ist sie wirklich verzweifelt und hilflos. Ich bin auf alle Fälle gespannt, ob sich noch etwas mit Lewin entwickeln wird.


    :write Ja, das seh ich genau so! Für die Art ihrer Erziehung ist sie durchaus gut geraten und sucht nach der richtigen Lebensweise für sich selbst. Ich finde sie hat ein echt gutes Herz, es tat ihr ja sehr Leid, dass sie Lewin eine Abfuhr erteilen musste - nicht weil sie ihre Chance dahinschwinden sah, sondern weil sie ihm weh tun musste. Trotzdem hat sie es getan, kurz und knapp, aber ehrlich! Sehr lobenswert! :anbet


    So, genug Lanzen für Kitty gebrochen, zurück zum Lesen ;-)

  • Zitat

    Original von Mooney
    :write Ja, das seh ich genau so! Für die Art ihrer Erziehung ist sie durchaus gut geraten und sucht nach der richtigen Lebensweise für sich selbst. Ich finde sie hat ein echt gutes Herz, es tat ihr ja sehr Leid, dass sie Lewin eine Abfuhr erteilen musste - nicht weil sie ihre Chance dahinschwinden sah, sondern weil sie ihm weh tun musste. Trotzdem hat sie es getan, kurz und knapp, aber ehrlich! Sehr lobenswert! :anbet


    So, genug Lanzen für Kitty gebrochen, zurück zum Lesen ;-)


    Ja, du triffst es wahrlich auf den Punkt! ;-)


    Ihr kleines, junges Herzlein war wohl ganz verwirrt als es darum ging, sich für Ljewin oder Wronski zu entscheiden... :grin Armes Mädel... Vielleicht gibt es ja doch noch ein Happy End für Ljewin und Kitty.


    Werde mich auch weiter dem Lesen widmen... :lesend bin bald mit Teil 1 fertig :-)

  • Zitat

    Original von Clare


    Das ist wirklich kein Schnell-Lese-Buch, obwohl es sich flüssig liest. Alle die detaillierten Beschreibungen von Personen, Orten, Begebenheiten halten einen im positiven Sinne auf.


    das sehe ich auch so. Man hat nach ein paar Seiten auch schon das Gefühl, unheimlich viel erfahren zu haben. Deshalb dauert das Lesen eben :-)


    Zitat

    Original von Macska


    Es wirkt so beschaulich, im Gegensatz zur heutigen Zeit auf einem Bahnhof. Da wird beschrieben, man merkt das der Zug kommt weil der Bahnsteig sich füllt, Reisende und Angehörige bevölkern den Bahnsteig, Gepäckträger wuseln umher. Oder die Frauen werden von den Männern aus dem Abteil abgeholt, man unterhält sich erst und wartet ab ehe man aussteigt usw.
    Meine Güte, gerade in Großstädten ( und Moskau dürfte man ja auch als Großstadt zählen ) ist immer Betrieb auf dem Bahnsteig und man muss heute froh sein, wenn man schnell und rechtzeitig den Zug verläßt. Von wegen noch warten bis man aus dem Abteil abgeholt wird. :lache


    das ist mir auch sehr aufgefallen. Schön, wenn es heute auch noch so gemütlich zugehen würde, oder? :-)


    Zitat

    Original von Camero
    Zu Beginn des Abschnitts, als Wronskij seine Mutter vom Bahnhof abholt, heißt es, dass er seine Mutter weder liebt noch respektiert und je mehr er ihr Liebe und Respekt vorheuchelt, desto weniger respektiert er sie tatsächlich. Gleichzeitig trifft er Anna und verfällt ihr innerhalb kurzer Zeit so sehr, dass er ihr sogar nachreist, als sie Moskau wieder verlässt....Ich frage mich da einfach, ob Wronskij sich in Bezug auf Frauen (denn auch Kitty war für ihn ja auch nur eine Art "Spielzeug") so plötzlich, so sehr ändern kann und ob es da für ihn einfach nur die richtige Frau gebraucht hat. :gruebel Ich bin jedenfalls gespannt.


    Was ich von Wronskij halten soll, weiß ich auch nicht :gruebel aber ich bin mit dem Abschnitt auch noch nicht ganz durch, mal sehen.

  • Ach, dieser Wronksi. Nichts als Unruhe stiftet er :schlaeger
    Aber das macht die Geschichte ja spannend :lache



    So ganz kann ich die Person der Anna nicht fassen, aber ich gehe davon aus, dass ihr Charakter mit dem Verlauf des Buches "wächst" (d.h. sich uns immer mehr öffnet). Es fällt mir unheimlich schwer, mir ein Bild von ihr zu machen. Dass sie gutaussehend ist und auch allerhand an Ausstrahlung hat, wissen wir jetzt. Aber sonst? Was findet sie an Wronski? Was findet er an ihr? Denn ihn scheint's ja heftig erwischt zu haben - das ist keine unverfängliche Verlieberei mehr wie bei Kitty. Ich bin gespannt.


    Ich finde auch, dass Kitty nicht oberflächlich oder naiv ist. Im Gegenteil. Sie hat sich zwar in Wronski verliebt - was nach seinem vermeintlichen Werben ja auch mehr als verständlich ist - aber sie entscheidet sich bewusst dafür, nicht mehr in ihn verliebt sein zu wollen, nachdem sie von seinen fehlenden Absichten erfährt. Ob das so gut gelingt, ist eine andere Frage... aber sie scheint schon ein wenig zu bereuen, Lewin abgefertigt zu haben - interpretiere ich jetzt einfach mal rein :grin

  • Zitat

    Original von melancholy
    Ach, dieser Wronksi. Nichts als Unruhe stiftet er :schlaeger
    Aber das macht die Geschichte ja spannend :lache


    Wahrscheinlich ist mir aber dieser Wronski genau aus diesem Grund so dermaßen unsympathisch...
    Ich kann ihm einfach absolut nichts ab :/


    Bin mit diesem Abschnitt mittlerweile durch... Muss schon sagen, dass allein im ersten Teil eine Menge an Information niedergeschrieben wurde... Schon allein der erste Teil hat mich total vom Buch überzeugt :-) kommt auch nicht oft vor!

  • Ich habe heute diesen Abschnitt beendet. Ihr habt schon ganz viel abgesprochen, dass ich auch so empfinde.
    Mir ist noch zu Anna aufgefallen, dass Dollys Kinder am Tag der Abreise nicht mehr so positiv ihr gegenüber gestimmt sind. Und Kinder haben ja meistens ein ganz gutes Gespür. Da bin ich mal gespannt, was noch kommt.
    Eine zweite Sache fällt mir noch bezüglich Annas Ehemann ein: Sie moniert nicht nur die abstehenden Ohren ( :anbet), sondern auch sein süffisantes Lächeln ihr gegenüber und seine hohe Stimme, mit der er zu ihr spricht. Mir kam das so vor als nehme er sie nicht ganz für voll und behandelt sie eher wie ein Kind als eine Ehefrau oder gar Geliebte. Außerdem legt er ja großen Wert darauf, dass sie ihm beim Essen zuhört und die richtigen Fragen stellt, dass es über seinen beruflichen Erfolg sprechen kann. Die Ehe wirkt auf mich oberflächlich.


    Meine Lieblingstelle bis jetzt ist die als Lewin nach Hause kommt und über die Ehe seiner Eltern spricht und seine Vorstellung vom Leben und einer Beziehung. Lieber bleibt er alleine als eine Frau zu heirten, die er nicht liebt. Er kümmert sich um die Menschen und Tiere, die ihm anvertraut sind. Das macht ihn sehr sympathisch.


    Ich komme auch nur langsam voran, aber mir gefällt das Buch ausgesprochen gut. DIe Stimmungen, die Tolstoi beim Lesen weckt, sind einzigartig. Als Anna im Zug diese Art Phantasievorstellung hat, das ist ganz fantastisch geschrieben.

    Die eigentliche Geschichte aber bleibt unerzählt, denn ihre wahre Sprache könnte nur die Sprachlosigkeit sein. Natascha Wodin

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Regenfisch ()