Die Päpstin - Donna Woolfolk Cross

  • Zitat

    Original von Sternle1985



    Genauso gings mir auch... da könnt ich immer ganz grantig werden wenn die Hauptdarsteller so lang rumtun^^


  • Mit hat es nicht so gut gefallen. Hier jedenfalls meine Rezi:


    Bei die Päpstin handelt es sich um eine größtenteils fiktive Handlung rund um Päpstin Johanna, die sich an reale Ereignisse anlehnt. Bei der Protagonistin handelt es sich um ein Genie, das einen scharfen Verstand und eine außergewöhnliche Sprachbegabung besitzt. Jedoch wurde bei der Genialität der Protagonistin zum Teil stark übertrieben. So stellt sie beispielsweise als Vierjährige die Frage, warum Frauen weniger wert sein sollen als Männer. Mit sieben kann sie schon Latein. Nebenbei ist sie eine geduldige, gütige, kluge, bemerkenswert aufgeklärte Person. Alles was recht ist, man kann es mit der Heroisierung seiner Hauptperson übertreiben. Insgesamt fand ich Johanna deswegen auch nicht sehr interessant. Ihr innerer Konflikt, die Zerrissenheit zwischen Vernunft und Glaube, wurde nie so recht auf die Spitze getrieben.
    Teilweise ist das Buch recht langatmig. Ich bin allgemein kein Mensch, der lange Beschreibungspassagen mag, also kann es auch daran gelegen haben. Trotzdem war das Buch interessant genug, dass ich es während dem Transatlantikbuch gelesen habe.
    Und das liegt vor allem an Johannas Gegnern, dem sexistischen Klerus und seinen Vorstellungen. Einige von diesen Ideen fand ich äußerst interessant, beispielsweise die "Logik", dass Fruchtbarkeit und Intelligenz bei einer Frau umgekehrt korreliert sind. Auch die Ausflüge in die Medizin des Mittelalters und die geheimen Liaisonen des Klerus haben mir ein faszinierendes Bild einer für moderne Menschen so anderen Welt vermittelt.
    Johannas Lover war eine langweilige Figur, die eigentlich nur dem Zweck diente, Johanna in ein noch strahlenderes Licht zu rücken. Es war mehr oder weniger gänzlich entbehrlich, bis auf die Tatsache, dass- aber ich will Ihnen nichts vorwegnehmen.
    Insgesamt für mich kein empfehlenswertes Buch, was vor allem an dem Erzähltempo und der allzu strahlenden Heldin liegt.

  • Auch dieses ein absolutes Highlight, wenn nicht sogar das Beste was ich in Richtung Mittelalter je gelesen habe. Der Titel macht ein wenig skeptisch, wollte ich doch nichts lesen was mit Christentum etc zu tun hat, aber das kann man getrost vernachlässigen.... also die Zweifel daran. Es ist absolut spannend geschrieben und so ein typischer Stromrechnungserhöher, weil man die ganze Nacht das Licht brennen hat.
    Interessant waren die damaligen Umstände für mich wie man mit Frauen umging. Bedenkt man dass man sie, also die angehende Päpstin, in der Kindheit beinahe totgeschlagen hätte, und das auch noch zu recht, ist es ein wahres Wunder dass sie es soweit geschafft hat.


    Glatte 10 Punkte von mir!

  • Zitat

    Original von Muckelfloh
    Auch dieses ein absolutes Highlight, wenn nicht sogar das Beste was ich in Richtung Mittelalter je gelesen habe. Der Titel macht ein wenig skeptisch, wollte ich doch nichts lesen was mit Christentum etc zu tun hat, aber das kann man getrost vernachlässigen.... also die Zweifel daran. Es ist absolut spannend geschrieben und so ein typischer Stromrechnungserhöher, weil man die ganze Nacht das Licht brennen hat.
    Interessant waren die damaligen Umstände für mich wie man mit Frauen umging. Bedenkt man dass man sie, also die angehende Päpstin, in der Kindheit beinahe totgeschlagen hätte, und das auch noch zu recht, ist es ein wahres Wunder dass sie es soweit geschafft hat.


    Glatte 10 Punkte von mir!


    Das kann ich so nur :write. Ein ganz wunderbarer Roman.

  • Zitat

    Original von Muckelfloh
    Auch dieses ein absolutes Highlight, wenn nicht sogar das Beste was ich in Richtung Mittelalter je gelesen habe. Der Titel macht ein wenig skeptisch, wollte ich doch nichts lesen was mit Christentum etc zu tun hat, aber das kann man getrost vernachlässigen.... also die Zweifel daran.


    Glatte 10 Punkte von mir!


    Diese Befürchtungen hatte ich anhand des Titels auch, war dann aber ebenfalls zu 100% überzeugt! Vor allem fand ich faszinierend, dass man als Frau so viel Mut aufbringen konnte, zumal die Geschichte ja auf wahren Gegebenheiten beruhen soll... So etwas übt immer noch einen viel größeren Reiz aus, als eine ausgedachte Geschichte.

  • Ich hab den Film gesehen und war so begeistert, dass ich mich auch um das Buch gekümmert habe. Innerhalb weniger Tage hatte ich es durchgelesen und fand das Buch fanatsich. Es hat mich von vorn bis hinten gefesselt. Es lies sich sehr gut und flüssig lesen und ich war traurig, dass ich es bereits so schnell fertig hatte. Johanna als Haupfigur ist wirklich eine bewundernswerte, starke Frau.


    Ich muss noch sagen, dass dies mein zweiter historische Roman war und ich bisher einen großen Bogen um solche Bücher gemacht habe. Ich glaube, da habe ich einiges nachzuholen^^

  • Nach fast 15 Jahren auf meinem SuB habe ich jetzt 'Die Päpstin' gelesen.
    Es war mein erster historischer Roman und ich fand ihn sehr gut.


    Nachdem ich erstmal angefangen hatte konnte ich gar nicht mehr aufhören zu lesen.
    Das Schicksal von Johanna ist sehr spannend erzählt worden und hat mich beeindruckt.
    Obwohl ich persönlich einiges anders gemacht hätte (besonders auf der beziehungstechnischen Ebene), hat sie das Beste für sich aus ihrer Situation gemacht und ist sich stets treu geblieben.


    9 Punkte von mir.

  • Habe das Buch vor längerer Zeit gelesen und muss sagen, ich finde es sehr spannend geschrieben, auch erfährt man einiges über das Frühmittelalter, welches nicht umsonst als eher dunkle Epoche gilt.


    Generell fasziniert mich der Kampf einer unterdrückten Person/Wesen gegen ihre Umwelt, es muss dabei nicht zwangsläufig Frauen gegen Männer sein, es gibt etliche weitere Möglichkeiten.

    Dass sich Johanna mit 4 schon wundert, warum Frauen weniger wert sind als Männer, halte ich für nicht allzu ungewöhnlich. Ich fragte mich mit 5 damals auch, wieso Menschen als wertvoller als Tiere gesehen werden.

  • Zitat

    Original von Tupolew154
    auch erfährt man einiges über das Frühmittelalte...


    :rolleyes Ne, definitiv nicht. Der angeblich historische Hintergrund ist reine Fantasy, und damit meine ich ausdrücklich nicht die Sage um einen weiblichen Papst. Das, was die Autorin hier beschreibt, hat soviel Ähnlichkeit mit dem Frühmittelalter wie Familie Feuerstein mit der Steinzeit.

  • Zu der Zeit als Johanna gelebt hat, haben Frauen und Männer nebeneinander geschuftet. in besseren Kreisen haben die Frauen sich um die Bildung gekümmert und die Männer sich ums Prügeln. ein Buch in der Hand hätte jeden Mann mit Schwuchtelverdacht belegt. Die Frauen von Rom und ihre Macht waren vermutlich der Grund für die Erfindung einer Päpstin. hoffentlich steht das Buch in der Buchhandlung unter Fantasy oder besser Schundroman.

    Nemo tenetur :gruebel


    Ware Vreundschavt ißt, wen mahn di Schreipfelerdes andereen übersiet :grin


    :lesend Ungläubiges Staunen- Über das Christentum Navid Karmann :lesend

  • Zitat

    Original von beowulf
    Zu der Zeit als Johanna gelebt hat, haben Frauen und Männer nebeneinander geschuftet. in besseren Kreisen haben die Frauen sich um die Bildung gekümmert und die Männer sich ums Prügeln. ein Buch in der Hand hätte jeden Mann mit Schwuchtelverdacht belegt. Die Frauen von Rom und ihre Macht waren vermutlich der Grund für die Erfindung einer Päpstin. hoffentlich steht das Buch in der Buchhandlung unter Fantasy oder besser Schundroman.


    Würde ich mir auch wünschen. Aber dann müsste so einiges aus der Ecke der historischen Romane verschoben werden (was mich gar nicht stören würde, das würde die Gefahr für Fehlgriffe meinerseits minimieren).

    SUB 216 (Start-SUB 2020: 215)


    :lesend Dan Simmons - Die Hyperion-Gesänge (Band 1: Hyperion)

    :lesend Philip Kerr - Wolfshunger (Bernie Gunther 9)

    :lesend R. A. Salvatore - STAR WARS. Angriff der Klonkrieger (Hörbuch)

  • Zitat

    Original von Tilia Salix
    Johanna wurde der Hexerei verdächtigt und ich meine, der Wasserprobe unterzogen.


    Ich denke, es ist sehr schwierig, aus der Geschichte um die "Päpstin" überhaupt Erkenntnisse über das frühe Mittelalter herausziehen zu wollen. Soweit ich weiß, stammt die Sage um Johanna aus dem Hochmittelalter (?) und wurde vor allem im Spätmittelalter populär. Da sind mit Sicherheit Vorstellungen der herrschenden Zeit in die Aufzeichnungen mit eingeflossen. Was dann zum Beispiel auch für die Hexerei-Anklage gelten könnte. (Wobei Zauberei als todeswürdiges Verbrechen und die zugehörigen Scheiterhaufen offenbar auch die "Heiden" schon kannten.)


    Wobei ich anmerken muß, daß ich das Buch bisher nicht gelesen habe. Auch eine Lücke, die ich eventuell einmal schließen sollte. Ob Fantasy oder nicht. :-)

    Meine Bewertungsskala: 1-4 Punkte: Mehr oder minder gravierende formale Mängel (Grammatik, Rechtschreibung, Handlung). 5/6 Punkte: lesbar. 7/8 Punkte: gut. 9/10 Punkte: sehr gut. Details und Begründung in der Rezi.

  • Ich habe kein Problem damit, dass jemand einen historischen Roman über die Legende von Päpstin Johanna schreibt, ich habe ein Problem damit, dass ein so schlecht geschriebener Roman so hochgejubelt wird. Es gibt in dem Buch so viele Fehler, die mit der Papstgeschichte nichts zu tun haben, dass es weh tut.

    Nemo tenetur :gruebel


    Ware Vreundschavt ißt, wen mahn di Schreipfelerdes andereen übersiet :grin


    :lesend Ungläubiges Staunen- Über das Christentum Navid Karmann :lesend

  • Auch Johanna hatte eigentlich keine Schulbildung. Sie hat heimlich mit Ihrem Bruder gelernt.
    So weit in die Fantasy-Reihe würde ich es nicht schieben :fetch Die Legende der Päpstin Johanna gibt es schon länger als das Buch. :lache

    Don't live down to expectations. Go out there and do something remarkable.
    Wendy Wasserstein

  • Zitat

    Original von Josefa


    Ich denke, es ist sehr schwierig, aus der Geschichte um die "Päpstin" überhaupt Erkenntnisse über das frühe Mittelalter herausziehen zu wollen. Soweit ich weiß, stammt die Sage um Johanna aus dem Hochmittelalter (?) und wurde vor allem im Spätmittelalter populär. Da sind mit Sicherheit Vorstellungen der herrschenden Zeit in die Aufzeichnungen mit eingeflossen. Was dann zum Beispiel auch für die Hexerei-Anklage gelten könnte. (Wobei Zauberei als todeswürdiges Verbrechen und die zugehörigen Scheiterhaufen offenbar auch die "Heiden" schon kannten.)


    Wobei ich anmerken muß, daß ich das Buch bisher nicht gelesen habe. Auch eine Lücke, die ich eventuell einmal schließen sollte. Ob Fantasy oder nicht. :-)


    Das Problem bei diesem Buch ist einfach, dass die Autorin behauptet, sorgfältig recherchiert zu haben. Hat sie aber nicht. Sie hat einen Legendenstoff des Hochmittelalters, der sich um eine angebliche Päpstin dreht, genommen, mit etlichen amerikanischen Vorstellungen des europäischen Mittelalters garniert (wobei sie nicht selten etliche Jahrhunderte daneben griff, manchmal sogar bis in die Neuzeit rutscht) und daraus eine einfach gestrickte Liebesgeschichte gebastelt, die mit reiner Schwarz-Weiß-Charakterisierung arbeitet und fst schon Nackenbeißer-Qualitäten aufweist.