Josh Bazell - Beat the Reaper / Schneller als der Tod


  • Ja das war echt heftig, oder wenn ich an die Szene im Haibecken denke :yikes


    Ansonsten ein super Buch mit bissigem Humor und rabenschwarzen ABgründen. Die Fußnoten ergänzen die Handlung super.
    Das Buch verdient 10 Punkte

  • Gestern Abend vor dem Schlafengehen hab ich es noch beendet.
    Ich muss meinen Vorrednern rechtgeben, die von euch beschriebenen Szenen sind sehr heftig.


    Gefallen hat mir dieser Thriller echt gut. Dies war mal was anderes, als die herkömmlichen Krimis. Ziemlich derb, viele Kraftausdrücke, mit viel Blut und Toten, aber auch Humor. Der Held war nicht immer sympathisch, manchmal zu zynisch und nicht immer konnte ich seine Handlungen nachvollziehen.
    Die Erzählweise war hervorragend. Mir gefiel, dass die Kapitel abwechselnd in der Gegenwart und dann wieder in der Vergangenheit spielen. Die Gegenwart stellt den Tag im Krankenhaus dar, in der sich die Situation zuspitzt. Dieses Krankenhaus erinnert mich ein wenig an den Alltag in der Serie "Grey’s Anatomy". In der Vergangenheit wird dem Leser der Weg Pietros vom Beginn seiner Mafia-Killer-Karriere bis hin zur Aufnahme ins Zeugenschutzprogramm erzählt und so ist nach und nach ein klares Bild der Situation zu erkennen.


    Vor mir gibt es 9 von 10 Punkten

  • Zitat

    Original von carina2100
    Dieses Buch ist für all jene geeignet die mal einen etwas anderen Krimi lesen möchte..


    Dann wäre das glaube ich was für mich..
    Werde ersteinmal die Leseprobe versuchen..

    Einige Bücher soll man schmecken, andere verschlucken und einige wenige kauen und verdauen.

  • Ähem... Also habe (glücklicherweise) die Leseprobe gelesen (jedenfalls mal angelesen) und kann nun sagen, dass das Buch eher doch nichts für mich ist...
    Der Schreibstil und auch die Handlung gefallen mir gar nicht..

    Einige Bücher soll man schmecken, andere verschlucken und einige wenige kauen und verdauen.

  • Pietro ist dank eines Zeugenschutzprogramms Assistenzarzt in einer Klinik. Früher war er bei der Mafia, jetzt fühlt er sich auf der richtigen Seite. Doch alte Gewohnheiten lassen sich eben nicht so leicht abschütteln und ein unprofessioneller Räuber wird von ihm schon mal gerne in seine Einzelteile zerlegt. Zumindest bringt er ihn noch ins Krankenhaus.


    Doch dann macht ihm jemand einen Strich durch die Rechnung: Ein alter Mafia-Bekannter wird auf seiner Station eingeliefert. Und sollte er sterben - wird Pietro es auch. Ist er schneller als der Tod?


    Mit seiner frechen und sarkastischen Schreibweise kann man sich gut in Pietro - und somit in das Leben eines Serienkillers - hineindenken. Leider hat das Buch wenig Handlung, sprich: Das Buch ist dominiert von Berichten aus seiner Vergangenheit, das Geschehen an sich wird bedauernswerter Weise in den Hintergrund gedrängt. Ein Buch, das ich zwar witzig finde. Auch die Idee an sich ist gut. Weiterempfehlen würde ich es aber nicht unbedingt.

  • Hm, schwer meinen Eindruck von dem Buch in Worte zu fassen. Die Leseprobe hatte mich neugierig gemacht, der Schreibstil war mal erfrischend anders, aber das auch nur zu Beginn. Vollkommen nervtötend fand ich die * um in der Fußzeile dann weitere Informationen zu lesen, die habe ich hinterher wirklich nur noch sporadisch gelesen.


    Als Vergleichsfigur zu Peter habe ich Toxic aus Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen und ich bin hin und her gerissen, welchen Protagonisten ich besser fand. Die Gegenwartsbeschreibungen bei Peter gefielen mir besser als die Vergangenheißtsbeschreibungen, das Setting im Krankenhaus und sein Leben als Arzt sprachen mich irgendwie mehr an.


    Der Schreibstil wurde für mich hinterher auch zur Qual, erst auf den letzten 30 Seiten (Gegenwartsteile) gefiel mir das Buch wieder besser und da konnte ich es dann an einem Stück auch beenden. Besonders das weiter oben schon gespoilerte "Ende" gefiel mir durch seine drastischere Schilderung.


    Trotzdem: 6 Punkte.

  • Nachdem ich schon so viel Positives über dieses Buch gehört habe und ein Kollege es mir dann schließlich in die Hand gedrückt hatte," musste" ich es nun also auch lesen. Ich glaube mich zu erinnern, das auf dem Schutzumschlag hinten drauf was stand wie " Tarantino der Krimiszene" ( steht auf dem zweiten Buch, hab grad nachgeschaut ). Und dem wird das Buch allemal gerecht. Stellenweise brutal, bizarr, voll mit schwarzem Humor und in salopper Sprache, die mit Kraftausdrücken nicht spart, beschreibt Josh Bazell den Weg des ehemaligen Mafiakillers Pietro, welcher dank Zeugenschutzprogramm sein Dasein als Arzt bestreitet.
    Sehr gelungen fand ich den Perspektivenwechsel, welcher dem Leser Stück für Stück die Geschichte von Pietro und seinem Werdegang bei der Mafia beschriebt. Parallel dazu befinden wir uns im Hier und Jetzt und streifen mit ihm durch die Klinik und stoßen dabei auf seine Vergangenheit. Ein Showdown am Ende macht dann Appetit auf mehr.
    Was mich allerdings ein bisschen störte, waren diese ständigen Fußnoten...Und der Klinikalltag wurde doch etwas sehr überspitzt und zu verzerrt dargestellt. da nutzen auch sämtliche Fachausdrücke nichts, so respektlos geht es in keiner Klinik auch unter Stress nicht zu. Aber das gehört wohl zum Humor des Buches ;-)
    Immer hin hat mir das Buch doch so gut gefallen, das ich gerade am lesen des zweiten Teils bin.

  • Zitat

    Original von nofret78
    Was mich allerdings ein bisschen störte, waren diese ständigen Fußnoten...Und der Klinikalltag wurde doch etwas sehr überspitzt und zu verzerrt dargestellt. da nutzen auch sämtliche Fachausdrücke nichts, so respektlos geht es in keiner Klinik auch unter Stress nicht zu. Aber das gehört wohl zum Humor des Buches ;-).


    Ja, und ich mag es so abgedreht. ;-)


    Zitat

    Immer hin hat mir das Buch doch so gut gefallen, das ich gerade am lesen des zweiten Teils bin.


    Ich hatte noch gar nicht mitbekommen, dass es schon einen zweiteren Teil gibt - danke für die Info :wave - und habe sofort nachgeschaut, aber die amerikanische OV gibt es erst ab Februar 2012? Wieso das? :gruebel


    Ist natürlich auf der Merkliste!



    .

  • Zitat

    Original von Isiera
    Was das Buch trotz dieser Punkte lesenswert macht, ist der lakonisch-zynische Stil des Autors. Der rabenschwarze Humor mit tollen Sprüchen brachte mich mehrmals zum Lachen. Auch beziehungsweise gerade die vielen Fußnoten sind genial.


    :write :write


    Ich wollte einfach mal wieder was anderes lesen, ein guter Pageturner sollte es sein - und genau das erzielt Bazell mit diesem rasanten Schreibstil. Die Handlung ist dabei nebensaechlich, total ueberzogen aber auch das passt eben zur Sprache.


    Mir gefielen auch gerade die Fussnoten :grin


    Interessant fand ich, dass in diesem schwarzen Humor und lapidaren Spruechen manchmal auch sehr viel Weishheit versteckt war. Mein Lieblingszitat ist dieses hier:


    “When God is truly angry, He will not send vengeful angels.
    He will send Magdalena.
    Then take her away.”

    Gruss aus Calgary, Canada
    Beatrix


    "Well behaved women rarely make history" -- Laura Thatcher Ulrich

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  • Zitat

    Original von Babyjane
    Umgangssprachlich oder vulgär fand ich die Sprache nun gar nicht.
    Eher sehr klar und plastisch und eben durchaus mit Ekelfaktor aufgrund der vielen Sekrete und Widerlichkeiten. Aber das hat ja mit Umgangssprach oder vulgär nichts zu tun... :gruebel


    Na ja, es fängt aber schon von der ersten Seite an, dass Leute mit Schimpfwörtern wie "fuckhead" (Arschgesicht) u.a. betitelt werden. Das würd ich schon als ziemlich vulgär bezeichnen.


    Bin mir nicht sicher wie das in der Uebersetzung rübergekommen ist, hab nur mal eine Kritik gelesen, woraus deutlich wurde, dass zumindest in der ersten Szene "fuckhead" deutlich milder mit "Dödel" übersetzt wurde.

    Gruss aus Calgary, Canada
    Beatrix


    "Well behaved women rarely make history" -- Laura Thatcher Ulrich

  • Tolles Buch! Die Sprache fand ich gar nicht so vulgär. Ok, ein paar "fucks" hier und da, aber es war nicht, wie ich zunächst befürchtet hatte, in einer Art Slang geschrieben.


    Die Beschreibung des Klinikalltags fand ich klasse. Es ist zwar etwas überzogen dargestellt, aber ich konnte doch einiges wiedererkennen. :wow Die Fußnoten haben mir gut gefallen. Vorallem auch die eine, bei der ich brav unten nachgeguckt habe, was das Acronym wohl bedeutet und dann stand da nur sowas wie: " * as if you really care". :lache


    Sehr grinsen musste ich ja auch an der einen Stelle etwa in der Mitte des Buches. Bis dahin waren einzelne Abschnitte immer durch einen kleinen rennenden Tod mit Sichel getrennt. In der Mitte des Buches schrieb er dann, dass Rituale uns alle zu "fucking idiots" machen, und dass wir den Tod immer noch mit einer Sichel zeichnen, und wir ihn eigentlich zeichnen sollten, wie er einen John Deere Traktor für Archer Daniels Midland fährt. Und ab dieser Stelle fahren die kleinen Tode zwischen den Abschnitten immer Traktor. :rofl


    Also, ich hab viel Spaß gehabt, das Buch wird, glaube ich, eins meiner Jahreshighlights. Schade, dass das zweite nicht so gut sein soll.


    Ich habe diese Ausgabe gelesen.
    .

  • Drei Jahre auf dem SUB und schon gelesen :wow


    Im Anfangsteil hatte ich ein Hängerchen, weil mich grundsätzlich weder Auftragskiller aus der Ich-Perspektive noch das Thema Mafia interessieren. Hab auch nie den Paten gesehen.


    Aber da ich Fußnoten so liebe und den Schreibstil Bazells gut finde, habe ich mich auch durch die teilweise an Slapstick erinnernden Handlung gekämpt. Irgendwann flutschte es dann und die letzten 200 Seiten habe ich in einem durch gelesen.


    Alles in allem hat es mir super gefallen. Das pearl-clutching bzgl. der Sprache kann ich nicht verstehen, mir war es auch nicht zu ~heftig. Im Gegenteil, ich finde es sehr erfrischend, so ein Buch von einem amerikanischen Autor zu lesen.


    Am Ende des Tages/Buches habe ich nur gedacht, "what a roller-coaster". Für den Leser und für Dr. Peter Brown.


    Ich habe diese englische Ausgabe gelesen:


    .

  • Der ehemalige Mafiakiller Pietro Brwna ist im Zeugenschutzprogramm und arbeitet nun als Peter Brown in einem Krankenhaus, um der Gesellschaft wieder etwas zurückzugeben und für seine Morde zu sühnen. Ein anstrengender Job, der nur mit aufputschenden Medikamenten zu bewältigen ist. Denn wegen teilweise nicht sehr fähiger Kollegen halst sich Pietro noch mehr Arbeit auf als notwendig. Der Leser begleitet Pietro an einem ganz normalen Morgen zur Arbeit, ist mit jeder Seite noch ein bisschen mehr negativ überrascht über die Zustände dort und landet dann mit Pietro im Zimmer eines Patienten mit Krebs im Endstadium, der kurz vor einer möglicherweise hilfreichen OP steht. Dieser Patient ist allerdings ein Mafiosi, der Pietro erkennt und glaubt, dieser wolle ihn töten. Er stellt ein Ultimatum: Wenn er nicht überlebt, wissen seine Ex-Kollegen von der Mafia, wo Pietro zu finden ist. Dumm nur, dass die Chancen, die OP zu überleben, grundsätzlich nicht sehr gut stehen und die Ärzte alle übermüdet und zu sehr von sich überzeugt sind, als dass sie dem Patienten die richtige Einschätzung seiner Lage geben können.
    Neben diesem Tag im Krankenhaus erfährt der Leser in Rückblicken, wie Pietro überhaupt zur Mafia gekommen ist, welche Jobs er erledigt hat und wie es zu seinem Ausstieg dort gekommen.
    Das alles ist rasant, spannend, mit vielen interessanten Fußnoten und mit bitterbösen Humor geschrieben.
    Und obwohl ich vorgewarnt wurde, dass der große Showdown nicht gerade appetitlich ist, hat es mich doch kalt erwischt. *schüttel*

    "Leben, lesen - lesen, leben - was ist der Unterschied? (...) Eigentlich doch nur ein kleiner Buchstabe, oder?"


    Walter Moers - Die Stadt der träumenden Bücher

  • Zitat

    Original von Findus


    Ja das war echt heftig, oder wenn ich an die Szene im Haibecken denke :yikes


    Mir hat der Roman auch sehr gut gefallen, aber die eine Szene beim Showdown im Krankenhau war für mich auch sehr heftig. Ich hatte dafür wohl einfach eine zu realistische Vorstellung. DAs war das erste MAl, dass mich eine blutige Szene in einem Buch wirklich sehr mitgenommen hat. Die Szene habe ich dadurch auch eher halb übersprungen.
    Das tut dem Buch aber keinen Abbruch. Es passte zur Geschichte, hätte für mich in diesem Fall nur weniger plastisch erzählt sein können. :wave