Nick Hornby: Juliet, Naked

  • „Juliet, Naked“ von Nick Hornby handelt von der Liebe und der Musik, von Fans, dem Schicksal festgefahrener Beziehungen und dem Leben jenseits der Vierzig


    Duncan, Mitte 40, ist ein echter „Crowerianer“. Seit Jahren pflegt der Engländer einen Web-Fanblog über sein Idol, den amerikanischen Singer-Songwriter Tucker Crowe, obwohl der schon seit Ende der 80er Jahre von der Bühne verschwunden ist und seitdem auch keine neuen Songs mehr veröffentlicht hat. Mit seiner langjährigen Freundin Annie macht Duncan sogar eine Pilgerfahrt zu Crowes Wirkungsstätten quer durch die USA.


    Als der engagierte Fan von Crowes Management das lang ersehnte neue Album „Juliet, Naked“ zur Rezension zugeschickt bekommt, ist er völlig begeistert und schreibt sogleich eine himmelhoch jauchzende Kritik. Annie, die Tuckers Songs eigentlich auch ganz gern mag, findet hingegen keinen Gefallen an dem neuen Stoff. Und das schreibt sie auch in ihrer Kritik, die ebenfalls in Duncans Blog erscheint. Kurz darauf bekommt sie eine E-Mail vom Meister persönlich – der Musiker gibt ihrer Kritik völlig Recht. Die beiden bleiben in E-Mail -Kontakt, der langsam intensiver wird, ohne das Annie Duncan etwas davon erzählt. Warum auch, denn der hat mittlerweile eine Affäre mit einer Kollegin begonnen und verlässt Annie...


    Mein Fazit:


    Nick Hornbys neuer Roman „Juliet, Naked“ handelt von der Liebe und der Musik, von der unvermeidlichen Entzauberung der Idole und ihrer Fans, dem Schicksal festgefahrener Beziehungen und den neuen Perspektiven, die das Leben jenseits der Vierzig offenbart. Seine Dreiecksgeschichte um Duncan, Annie und Tucker ist voller ironischer Untertöne über Menschen, die nicht erwachsen werden wollen und erst ihren eigenen Weg finden müssen, um sich ihrem Leben und ihrer Verantwortung zu stellen.


    Das klappt nicht immer, und gerade deshalb sind seine Figuren nie unsympathisch, sondern überaus treffend gezeichnet. Ein lebensfroher und zugleich nachdenklicher Roman über Freundschaft, Familie und das erwachsen werden – und natürlich über Musik.

  • Ich habe bisher "High Fidelity" und "About A Boy" gelesen und dachte, dass mich jeder weitere Roman wahrscheinlich nicht mehr so begeistern könnte - dieser hier klingt aber wieder richtig gut! Hast Du noch anderes von Nick Hornby gelesen und kannst da irgendwelche Vergleiche anstellen?

  • Bin grad ungefähr bei der Hälfte und finds bis jetzt richtig gelungen!
    Muss zu meiner Schande gestehen, dass ich bis jetzt nur Slam! von Hornby gelesen habe und auch dieses Buch nur durch das tolle Cover zur Hand genommen hab!
    In meinem Leben dreht sich auch fast alles um Musik und so fand ich schnell eine Verbindung zu den Hauptfiguren.

  • Zitat

    Original von dimrodiel
    Bin grad ungefähr bei der Hälfte und finds bis jetzt richtig gelungen!
    Muss zu meiner Schande gestehen, dass ich bis jetzt nur Slam! von Hornby gelesen habe und auch dieses Buch nur durch das tolle Cover zur Hand genommen hab!
    In meinem Leben dreht sich auch fast alles um Musik und so fand ich schnell eine Verbindung zu den Hauptfiguren.


    Also dann solltest Du wirklich "High Fidelity" lesen, da geht es vor allem um Musik (und um Beziehungen), die Hauptfiguren sind fast schon besessen! Oder Du siehst Dir gleich den Film an, der ist m.E. ein Beispiel einer gelungenen Buchverfilmung, sehr unterhaltsam, und der "Der Boss" hat sogar einen kleinen Auftritt.

  • In dem tristen englischen Küstenstädtchen Gooleness leben Duncan und Annie in einer langweiligen Beziehung mehr oder weniger nebeneinander her. Annie arbeitet ohne rechten Elan als Kuratorin am Heimatmuseum des Badeortes, Duncan ist Lehrer am College. Das einzige, was die beiden noch verbindet ist die Musik, um genau zu sein, die Musik des Singer-Songwriters Tucker Crowe. So jedenfalls sieht es Duncan, der Trucker enthusiastisch verehrt, obwohl der Sänger schon vor 22 Jahren, Mitte der 1980er, während einer Tour spurlos verschwand und man seither nichts mehr von ihm hörte. Sein letztes Album „Juliet“ war zwar nur ein mäßiger Erfolg, hat aber bei Duncan und Tuckers weiteren Anhängern Kultstatus.
    Mit Einführung des Internet nimmt Duncans Fan-Dasein eine neue Dimension an. Er richtet eine Fan-Website ein und steht nun in ununterbrochenem Austausch mit anderen „Crowologen“, wie sich Truckers Fans selbst nennen. Analysen der Songtexte, potentielle Einflüsse und unermüdliche Spekulationen über Tuckers Schweigen, führen zu immer größeren Auswüchsen, die Annie weniger amüsieren als immer mehr nerven.


    Eines Tages taucht eine akustische Solodemo aller Songs des letzten Albums auf, „Juliet, Naked“. Duncan schreibt eine überschwängliche Rezension auf seiner Webseite, über dieses Meisterwerk, das beste Album aller Zeiten.
    Annie empfindet die CD dagegen als halbfertig, sie zeige zwar Tuckers Talent, aber ohne den letzten Schliff. Nach einigem Zögern stellt auch sie ihre Meinung ins Netz.
    Trucker Crowe, Vater von fünf Kindern vierer Frauen, lebt derweil ein zurückgezogenes, unbefriedigendes Leben als Hausmann in einer amerikanischen Kleinstadt. Die Internetaktivitäten der „Crowologen“ tut er als Spinnerei ab, aber Annies Kritik gefällt ihm. Er schreibt Annie eine E-Mail. Und so nimmt ein transatlantisches Beziehungsgeflecht seinen Anfang, das einige „erstarrte“ Menschen erschüttert.


    Nick Hornby kehrt mit „Juliet, Naked“ zu seinen Lieblingsthemen Musik und menschliche Beziehungen zurück. Seine Protagonisten Duncan und Annie sind Mitte Vierzig, leben seit 15 Jahren „eingefroren in einer immerwährenden Postgraduiertenwelt“, unfähig erwachsene Entscheidungen zu treffen. Tucker Crowe, 55 Jahre alt, trockener Alkoholiker, ist im Leben, Familie und Beruf nicht sonderlich erfolgreich gewesen. Alle drei Hauptprotagonisten hadern mit ihrem Leben, unfähig aus ihrer spießigen und kindlichen Verhaltensweise auszubrechen.
    Auch auf das Internet als Livestyle- und Ersatzmedium teilt Hornby Seitenhiebe aus.


    Mit großer Intensität stellt Nick Hornby die Resignation und Tristesse dar, die seine unvollkommenen, aber sehr authentischen Figuren umgibt. Der zusätzliche Abgesang auf die Fan-Kultur, die Entzauberung des Idols, könnte das Buch pessimistisch wirken lassen. Das verhindert der Autor jedoch durch seine amüsante und ironische Darstellung seiner Charaktere und einem pointierten und lakonischen Schreibstil.


    Vielleicht, aber nur vielleicht gibt es ja doch Perspektiven für ein Leben jenseits der 40 ;-).


    8/10 Punkten



    @ Bell: es ist sicher nicht so gut wie "High Fidelity", schon irgendwie düsterer. Die Protagonisten sind mit Hornby alt geworden, aber insgesamt fand ich es schon gut.
    Mir hat ja "A Long Way Down" besonders gut gefallen, aber damit stehe ich, glaube ich, ziemlich alleine da.



    OT: ich wüsste ja eine Fan-Community, deren User dieses Buch zum größten Teil mal lesen sollten. Man ersetze "Crowologen" durch "Thomaten"....*flööööt* :grin.

    Liebe Grüße, Sigrid

    Keiner weiß wo und wo lang

    alles zurück - Anfang

    Wir sind es nur nicht mehr gewohnt

    Dass Zeit sich lohnt

  • Zitat

    Original von Sigrid2110


    Mir hat ja "A Long Way Down" besonders gut gefallen, aber damit stehe ich, glaube ich, ziemlich alleine da.


    Mir geht´s genauso. Ich habe alle Bücher von Hornby gelesen (eben bis auf "Juliet, Naked", ich warte aufs TB) und fand "A Long Way Down" ganz vorne mit dabei - aber das sieht tatsächlich kaum jemand ähnlich. :wave

  • Mitleiderregend


    Duncan und Annie sind seit fünfzehn Jahren ein Paar, aber die große Liebe oder Leidenschaft gab es nie. Im tristen englischen Badeort Gooleness, der als Metapher für die Trägheit der Beziehung steht, geschieht auch sonst nichts Bemerkenswertes. Annie plant als Kuratorin des Heimatmuseums eine Ausstellung über das Jahr 1964, in dem die Rolling Stones auftraten und ein sechs Meter langer Hai an Land gespült wurde. Doch nicht einmal die Nostalgie will so recht funktionieren.


    Der etwas merkbefreite und ein bisschen zu dicke Duncan hat ein Hobby: Er ist Crowologe. Dieser Begriff versammelt die restlichen Fans eines amerikanischen Singer-Songwriters, der im Jahr 1986 auf mysteriöse Art seine Karriere beendete, quasi auf dem Gipfel seines Schaffens, und der seitdem von der Bildfläche verschwunden ist: Tucker Crowe. Im Internet mutmaßen die Crowologen über den Verbleib des Musikers, analysieren auch Jahrzehnte später noch die Songtexte und tauschen miese Bootlegs der Konzerte oder geheimnisvolle Fotos von Crowe-Lookalikes aus. Kern der Angelegenheit ist das letzte und erfolgreichste Album Crowes mit dem Titel "Juliet", das er nach der Trennung von einem Topmodel namens Julie schrieb. Und jetzt, 25 Jahre danach, wirft die Plattenfirma neues Material auf den Markt: "Juliet, Naked", ein Album mit den aufpolierten Demos zu "Juliet". Wie es der Zufall will, hört Annie das Duncan zugedachte Rezensionsexemplar vor ihm, was die zerrüttete Beziehung auf eine harte Probe stellt. Sie zerbricht, als Annie der begeisterten Besprechung ihres Partners einen Verriss des Albums folgen lässt - und ausgerechnet ihre Sicht findet großen Zuspruch. Sogar weit mehr, als Duncan und alle versammelten Crowologen ahnen: Tucker Crowe selbst reagiert und schreibt Annie private Mails. Der ehemalige Star lebt, fast pleite, irgendwo in Amerika auf dem Land, bewältigt gerade das Scheitern der x-ten Beziehung und hat kaum Kontakt mit seinen vielen Kindern. Annie muss die Sensation geheimhalten; nach und nach verliebt sie sich allerdings in den alternden Musiker. Der dann auch noch einen Trip nach London ankündigt und Annie um ein Date bittet ...


    Es kommt, wie es kommen muss. Die fade, lineare und erbärmlich schlecht geschriebene Aschenputtel-Story mäandert auf ein Ende zu, das so vorhersehbar ist wie die jährliche Stones-Abschiedstournee. Aber nicht einmal der Weg dorthin macht Spaß, ganz im Gegenteil: Belangloses Geschwätz und sinnfreie Selbstbetrachtungen - etwa Annies "Sexplan" oder ihre wenig nachvollziehbaren Gedanken über die mathematische Berechnung des zeitlichen Verlusts, der am Ende einer fruchtlosen Beziehung steht - füllen Seite um Seite, und das in einer Sprache, die jede Originalität und Kunstfertigkeit vermissen lässt.
    Sehr vorsichtig gesagt.


    Der arme Nick Hornby. Da hat er zwei wirklich bemerkenswerte Romane geschrieben und danach den Punkt verpasst, an dem er besser aufgehört hätte. Schlimmer noch, denn eigentlich karikiert er sich mit Büchern wie "Juliet, Naked" selbst, dessen Figuren - wie offenbar auch Hornby - in einer Zeit gefangen scheinen, die längst vorbei ist. Mag ja sein, dass die Popmusik früher ehrlicher, bodenständiger, besser und vielleicht auch bedeutsamer war, aber zum zehnten Mal muss man sich das nicht anhören, und durch die fortwährende Wiederholung wird es auch nicht glaubhafter, sondern nervtötend, wie das Gelaber eines Ewiggestrigen, der ständig vor sich hingrummelt, dass früher alles besser war. War es nämlich nicht.


    Ein schlimmes, langweiliges Buch, angefüllt mit empathiefreiem Blabla und wirklich schrundigen, quälenden Selbstbetrachtungen schablonenhafter Figuren, von denen wirklich keine mehr als ein Abziehbild ist. Halbwegs originell und ansatzweise gelungen ist bestenfalls der Blick auf die Fan-Kultur, aber auch das geschieht so pofig und ironiearm, dass es nicht geeignet ist, dieses gründlich misslungene Machwerk zu retten. Im Gegensatz zu den häufig zitierten Rolling Stones bietet der früh vergreiste, in den Siebzigern und Achtzigern gefangene Hornby kein Amüsement und nicht einmal Originalität, sondern mediokre Larmoyanz gepaart mit blässlichen Selbstzitaten. Mitleiderregend.

  • Zitat

    Original von mankell


    Mir geht´s genauso. Ich habe alle Bücher von Hornby gelesen (eben bis auf "Juliet, Naked", ich warte aufs TB) und fand "A Long Way Down" ganz vorne mit dabei - aber das sieht tatsächlich kaum jemand ähnlich. :wave


    Mir gefiel es auch am Besten, aber ich habe ,High Fidelity' noch nicht gelsen.


    ,Juliet, Nacked' fand ich nicht besonders berauschend. Die Idee ist nicht schlecht; ein eher unscheinbarer Fan kommt in Kontakt mit ihrem Star, sie treffen sich...Hätte man mehr draus machen können. Die Geschichte hat ihre Längen und man fragt sich, wo sie hinwill.
    Zuletzt hat man das offene Ende einer Geschichte, die nicht wirklich angefangen hat.....

  • Bis jetzt das einzige Hornby-Buch, das ich (ganz) gelesen habe.


    Die Geschichte mit dem fanatischen Fan im Zeitalter des Internets fand ich amüsant. Die Handlung erschien mir realistisch und nachvollziehbar beschrieben, auch wenn das Ende dann doch recht erwartungsgemäss abläuft.
    Gut!

  • So, gerade habe ich das Buch genau an einem Tag durchgelesen und hatte großen Spaß dabei. Ich mag Hornbys Figuren und seinen plaudernden Ton, habe aber außer "High Fidelity" und "About a boy" und nun "Juliet, naked" von ihm nichts gelesen.
    Vielleicht muss man Menschen näher kennen (oder selber so einer sein ;-), deren großes Hobby die intensive Beschäftigung mit einem Musiker ist. Ich kenne jedenfalls einige "Dylanologen" und unglaublich vieles aus dieser Welt ist wirklich haarscharf beobachtet und leichtfüßig und humorvoll umgesetzt worden, ohne belustigend zu wirken.


    Und nun, da ich das Buch zu Ende gelesen habe, finde ich hier sogar die Kritik, die mich bei Amazon schon so gewundert hat. Das finde ich ja super, da kann ich gleich eine brennede Frage loswerden:


    Zitat

    Original von Tom
    Es kommt, wie es kommen muss. Die fade, lineare und erbärmlich schlecht geschriebene Aschenputtel-Story mäandert auf ein Ende zu, das so vorhersehbar ist wie die jährliche Stones-Abschiedstournee.


    Warum ist das Ende vorhersehbar? Das Ende ist doch total offen.
    Mögliche vorhersehbare Enden wären für mich gewesen:

  • Titel: Juliet, Naked
    Autor: Nick Hornby
    Übersetzt aus dem Englischen: Clara Drechsler und Harald Hellmann
    Verlag: Kiepenheuer und Witsch
    Erschienen: September 2009
    Seitenzahl: 359
    ISBN-10: 3462041398
    ISBN-13: 978-3462041392
    Preis: 19.95 EUR


    Zum Klappentext sagt der Inhalt:
    Tucker Crowe, ehemaliger Rockstar und Ikone einer kleinen Schar von glühenden Anhängern, lebt zurückgezogen in einer amerikanischen Kleinstadt. Seinetwegen stellen im weit entfernten England Annie und Duncan ihre Beziehung in Frage, denn Duncan, ein glühender Crowe-Verehrer, gesteht Annie nicht zu, über die Qualität der Songs urteilen zu können. Als Annie ihre Meinung ins Netz stellt, fühlt sich Crowe das erste Mal verstanden – und er nimmt Kontakt zu Annie auf.


    Der Autor:
    Nick Hornby, geb. 1957, lebt in London. Nach seinem Studium in Cambridge war er als Lehrer und Journalist tätig. Seit 1983 arbeitet er als freier Schriftsteller. Hornby schreibt für die 'Sunday Times', 'Time Out' und das 'Times Literary Supplement'.


    Meine Meinung zu diesem Buch:
    Sicher ist dieses nicht das stärkste Buch von Nick Hornby, aber trotzdem hat er es geschafft, auch mit „Juliet, Naked“ wieder ein sehr lesenswertes Buch vorzulegen. Nick Hornby schreibt immer „sehr menschlich“. Seine Figuren wirken nicht konstruiert oder maskenhaft. Die handelnden Personen in seinen Büchern wirken immer so, als würden sie wirklich real existieren und irgendwo ein ganz normales Leben führen. Auch die Geschichten von Nick Hornby sind „normal“. Es sind Geschichten aus dem täglichen, aus dem alltäglichen Einerlei des Lebens. Menschen handeln in seinen Büchern so, wie Menschen eben handeln würden. So auch in diesem Buch.
    Ein ehemaliger Rockmusiker wird von einigen Leuten zu etwas gemacht, was er (der Rockmusiker) überhaupt nicht ist. Er wird auf einen Sockel gestellt, auf dem Tucker Crowe nicht stehen will. Er will seine Ruhe haben, ein ganz normales Leben führen und staunt immer wieder, welche Dinge in seine Songs hineininterpretiert werden. Crowe hält seine Musik nicht für etwas Besonderes, er versteht nicht die Idealisierung seines Tuns. Duncan sieht in Crowe etwas, was nicht da ist und was Crowe eben auch nicht bedienen will.
    Nick Hornby zeichnet die Menschen mit all ihren Schwächen, ihren Fehlern und ihren Schrullen. Dabei ist er nie bösartig, vielmehr scheint es oftmals so, als sei die Beschreibung seiner handelnden Personen immer mit ein wenig Wehmut aufgefüllt.
    Ein schönes, ein ruhiges Buch. Lesenswert – aber eben nicht das Highlight unter den Hornby-Büchern.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)

  • Das Taschenbuch ist da.


    Die Meinungen gehen ja enorm auseinander, ich hoffe mal, dass ich dann zu den positiven Stimmen gehören werde.


    edit: Ich bin jetzt auf Seite 60 und finde das Buch ziemlich langweilig, überlege auch, es erstmal nicht weiterzulesen. Nachdem ich bei den ersten beiden Seiten so lachen musste, bin ich erstaunt, dass es dann so gar nicht mehr witzig und erst recht nicht spannend oder interessant ist :-(



    ---------------------------------------------------------

  • Dieses Buch dreht sich wieder um Musik, so wie man es von Hornby kennt. Im Gegensatz zu seinen anderen Büchern (außer Slam) hat es doch einige Längen und hat mich nicht ganz so begeistert. Schade. Ich hoffe, der nächste Hornby ist wieder mehr nach meinem Geschmack.

  • Nach mehreren Abbruchüberlegungen habe ich das Buch doch zu Ende gelesen. Obwohl es leider weiterhin etwas oberflächlich blieb, hatte es doch seine unterhaltsamen und berührenden Momente. Das Ende hat mich etwas enttäuscht und insgesamt war es eher durchschnittlich, weswegen ich nur 6 Punkte vergeben kann.


    Ansonsten verweise ich mal, aus Faulheit und weil diese das Buch meiner Meinung nach sehr gut wiederspiegelt, auf Sigrids Rezension.


    Ergänzung: Was mir unangenehm auffiel, waren einige (nicht wenige) sehr krampfige Formulierungen, manchmal wirkten ganze Sätze völlig gestelzt. Da schiebe ich mal die Schuld auf die Übersetzer (es waren zwei), die da nicht gerade eine Glanzleistung abgegeben haben.

  • Aufmerksam wurde ich auf das Buch durch einen Freund, der von den vielen Anspielungen auf das Musikgeschäft, insbesondere auf Bob Dylan und die vielen verrückten Interpretationen seiner Fans, begeistert war. Schon nach wenigen Seiten "Juliet Naked" wusste ich, wovon er sprach und fand die Musik-Infos ideal eingebracht (an mancher Stelle hätten sie sogar noch etwas mehr sein können), gleichzeitig erinnerte ich mich jedoch auch wieder, was mich schon beim Lesen von "High Fidelity" gestört hatte: Die vielen Monologe und Gedankengänge der Protagonisten. In Hornbys neustem Buch erstellt Hauptperson Annie über mehrere Seiten (!) eine Rechnung, in der sie ihre 15 Jahre Beziehung mit Duncan gegen Freude, guten Sex und andere Beziehungen aufrechnet. Da wäre weniger eindeutig mehr gewesen.
    Zum Ende hin nehmen die Musikdetails ab und der Roman verliert sich fast in seinen ausschweifenden Charakterstudien. Sicherlich, das Buch ist in erster Linie ein Liebes- und Beziehungs-Roman, trotzdem fand ich das letzte Drittel äußerst unbefriedigend. Selbst das herbeiersehnte Treffen zwischen Duncan und Tucker war nicht halb so prickelnd wie vorgestellt. Eine richtige Auflösung der Geschichte gibt es auch nicht, sie hört einfach auf.


    Am besten warte ich, bis die Geschichte mit John Cusack als Tucker Crowe in der Hauptrolle verfilmt wird und gebe "Juliet Naked" dann noch eine Chance.


    BTW: Am coolsten war die Interpretation der Crowologen über den angeblichen Auftritt ihres Idols. Nur weil der falsche Tucker (= Fucker - was allein schon eine großartige Abkürzung ist) dort ein altes Neil-Young-Cover singt, glauben sie darin versteckte Botschaften auf Tuckers vergangenen Jahre und seine zukünftigen Pläne herauszulesen. :-)

  • Zitat

    Original von mankell


    Mir geht´s genauso. Ich habe alle Bücher von Hornby gelesen (eben bis auf "Juliet, Naked", ich warte aufs TB) und fand "A Long Way Down" ganz vorne mit dabei - aber das sieht tatsächlich kaum jemand ähnlich. :wave


    Doch, ich sehe das auch so.
    Juliet, Naked fand ich ok, aber neben How to be Good das schwächste Hornby Buch. Ich mag es, wenn ich wenigstens einen Charakter gut leiden kann oder mich mit ihm/ihr ein wenig identifizieren kann, und das war hier meistens nicht der Fall.

  • Eines meiner absoluten Lieblingsbücher ...


    Liebesgeschichte mit echten Menschen Ü30


    Diese Buch ist eine Liebesgeschichte, aber nicht kitschig-romatisch, sondern augenzwinkernd-humorvoll! Ein Roman für Menschen jenseits der 30, die mal wieder bei einem netten Buch abschalten wollen. Nicht so anspruchsvoll wie 'A Long Way Down', aber das richtige Buch für laue Sommerabende. Komik entsteht vor allem durch das Absurde der Situationen, dass fängt schon im ersten Kapitel an, in dem ein Klo besichtigt wird und Annie sich fragt, ob sie jetzt allen Ernstes ihren Freund neben diesem Klo - des letzten dokumentierten Aufenthaltorts des untergetauchten Musikers Tocker - fotografieren soll (sie soll...).


    Die Entwicklung mag vorhersehbar sein, aber die Figuren sind liebenswert und ihren Weg zu verfolgen macht (mir) einfach Freude. Was mir besonders an dem Buch gefällt, ist, dass die Figuren trotz aller Absurdität lebensecht rüberkommen und man sich vorstellen könnte, mit ihnen befreundet zu sein. Nicht perfekte Menschen, denen das ach so böse Schicksal übel mitgespielt hat, sondern eher liebenswerte Spinner von Nebenan und ihre netten Mitmenschen.


    Eines dieser Bücher, die man bedenkenlos einer Freundin in die Hand drücken kann, welche was Neues zu lesen sucht. Prima auch als 'Hornby für Einsteiger'!

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Sigrid2110 und Calliope: Ich liebe "A Long Way Down" auch! Vor allem, wie Hornby es schafft, dass man sofort weiß, wer gerade erzählt, ist grandios. "A Long Way Down" und "Juliet, Naked" sind meine Lieblings-Hornbys. "Miss Blackpool" konnte mich nicht überzeugen, "How To Be Good" auch nicht so wirklich.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis