Tödlicher Mittsommer - Viveca Sten

  • OT: I de Lugnaste Vatten


    Über den Autor
    Viveca Sten ist Chefjuristin bei der schwedischen Post. Sie wohnt mit ihrem Mann und den drei Kindern vor den Toren von Stockholm. Seit sie ein kleines Kind war, hat sie die Sommer auf Sandhamn verbracht, wo ihre Familie seit mehreren Generationen ein Haus besitzt. Bisher hat sie mehrere juristische Fachbücher veröffentlicht. "Tödlicher Mittsommer" ist ihr erster Roman.


    Kurzbeschreibung
    Ein spannender, sommerheller Krimi aus dem schwedischen Schärengarten. Am Strand von Sandhamn, einer kleinen Insel im Schärengarten vor Stockholm, wird an einem heißen Julitag die Leiche eines Mannes angespült. Thomas Andreasson übernimmt den Fall und trifft auf Sandhamn seine Jugendfreundin Nora wieder, die auf der beliebten Urlaubsinsel Ferien macht. Als eine Woche später ein weiterer Mord begangen wird, gerät die Idylle vollends in Gefahr ...


    Der erste Band einer Reihe von Sandhamn-Krimis mit Kriminalkommissar Thomas Andreasson und Juristin Nora Linde.


    Meine Rezension
    Thomas Andreasson, der Protagonist und Ermittler dieses Schwedenkrimis, ist eine interessante Figur. Sein Kind Emily starb als Baby. Unbewußt machte er seinerzeit seine Frau Pernilla dafür verantwortlich, weil sie ausgerechnet in dieser Nacht nicht gestillt hat. Nicht zuletzt an dieser Belastung zerbricht die Ehe und Thomas kämpft noch immer mit beiden Verlusten. Ganz langsam erst findet er wieder ins Leben zurück.


    Nora Linde ist seine Jugendfreundin. Die beiden kennen sich, seit sie als Kinder mit den Eltern Urlaube in den Ferienhäusern im Stockholmer Schärengarten verbracht haben. Diese Freundschaft dauert bis heute an, auch wenn Nora inzwischen mit dem Arzt Henrik verheiratet ist und zwei kleine Söhne hat. Die Ehe zwischen Nora und Henrik scheint vordergründig ideal zu sein, doch man merkt bald, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.


    Mitten im Stockholmer Sommer wird eines Tages eine männliche Leiche aufgefunden: Krister Berggren. Noch während die Polizei rätselt, ob es sich hierbei um Unfall oder Mord handelt, wird eine zweite Leiche im Ort gefunden: Kicki Berggren, seine Kusine. Was hatten die beiden im Schärengarten vor? Nun werden die Behörden aktiv und ermitteln in beiden Todesfällen, behindert durch ferienbedingte Unterbesetzung in allen Bereichen …


    Ich bin ja skeptisch bei schwedischen Autoren, doch dieser Krimi hat mir wirklich so ausnehmend gut gefallen, so dass ich ihn sofort lesen musste (in der U-Bahn, beim Kochen, einfach überalll! :grin) und auch beinahe in einem Rutsch durchgeschmökert hatte.


    Dieser Krimi beinhaltet alles, was ich mag: interessante Protags, eine schöne Story zum Mitraten und das schwedische Ambiente mit den roten Häusern und den vielen kleinen Inselchen im Schärengarten haben mir einfach gut gefallen. Die Umgebungsschilderungen haben mir so gut gefallen, dass ich mir einige Orte gleich im Internet angesehen und für eine Reise wert befunden habe.


    Gegen Ende hin legt der Krimi deutlich an Rasanz zu, ohne aber dabei ins Blutige abzudriften und der „Showdown“ wurde dann sogar noch richtig spannend. Auch die Auflösung war zwar doch anders, als ich vermutet hatte – aber für mich rundum überzeugend.


    Volle Punktzahl für einen rundum gelungenen Krimi mit sympathisch und menschlich gezeichneten Protagonisten. Hoffentlich gibt’s bald mehr von der Autorin. So wie die Charaktere angelegt sind, ist das ein prima Auftakt zu einer Krimi-Serie – und ich würde mir auch wünschen, dass bald ein zweiter Teil erscheint. :-]

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Zitat

    Original von Batcat


    Ich bin ja skeptisch bei schwedischen Autoren, doch dieser Krimi hat mir wirklich so ausnehmend gut gefallen, so dass ich ihn sofort lesen musste (in der U-Bahn, beim Kochen, einfach überalll! :grin) und auch beinahe in einem Rutsch durchgeschmökert hatte.


    Herzlichen Dank für diese interessante Buchvorstellung. Skeptisch stehe ich schwedischen/skandinavischen Krimiautoren eigentlich nicht gegenüber; vielmehr freue mich über jede neue Entdeckung. Und deine Buchvorstellung hat wieder einen neuen Namen auf meine Liste gesetzt. :wave

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.

  • Klappentext:


    Ein spannender, sommerheller Krimi aus dem schwedischen Schärengarten. Am Strand von Sandhamn, einer kleinen Insel im Schärengarten vor Stockholm, wird an einem heißen Julitag die Leiche eines Mannes angespült. Thomas Andreasson übernimmt den Fall und trifft auf Sandhamn seine Jugendfreundin Nora wieder, die auf der beliebten Urlaubsinsel Ferien macht. Als eine Woche später ein weiterer Mord begangen wird, gerät die Idylle vollends in Gefahr ...


    Der erste Band einer Reihe von Sandhamn-Krimis mit Kriminalkommissar Thomas Andreasson und Juristin Nora Linde.


    Inhaltsangabe:
    Am Strand von Sandhamn wird eine Leiche angespült - es ist Krister Berggren, der verheddert in ein altes Fischernetz und mit einer Tauschlinge um die Brust aufgefunden wird. Der Ermittler Thomas Andreasson wird mit der Aufklärung des Todesfalls - war es Unfall oder Mord? - beauftragt. Sandhamn ist für ihn eine bekannte Gegend, ist er doch mehr oder weniger dort aufgewachsen und hat ein Haus auf der Nachbarinsel. Noch während er herauszufinden versucht, ob Krister ermordet wurde, wird eine zweite Leiche entdeckt - Kicki, Kristers Cousine. Doch auch bei ihr ist nicht klar, ob es Mord oder Unfall war - erst mit dem Auftauchen gewisser Hinweise und Ungereimtheiten scheint etwas Tempo in die Ermittlungen zu kommen...


    Meine Meinung:
    Die Figuren des Romans sind etwas besonderes, ebenso wie das Setting. Im idyllischen Schärengarten im Hochsommer spielt dieser Krimi und er kann mit interessanten Ermittlern pukten. Thomas ist sympatisch, kein Mann ohne Fehl und Tadel, aber auch kein Wrack wie seinerzeit Kommissar Wallander. Seine familiäre Situation gibt dem Buch einen interessanten Touch und zudem ist er noch recht jung, was ebenfalls einige interessante Handelsansätze bietet. Eine weitere Hauptfigur ist Nora, eine Jugendfreundin, die mit ihrer Familie auf Sandhamn den Sommer verbringt und ebenfalls in den Ermittlungen etwas mitmischt. Einen größeren Anteil nimmt bei Noras Handlungszweig aber das Private ein, ihr Familien- und Berufsleben. Das Buch ist daher kein reiner Kriminalroman, obwohl die Tode schon im Vordergrund stehen, sondern bietet auch ruhige Elemente, die einem die Insel näher bringen und an eine Familiengeschichte erinnern. Letztendlich schließen sich diese beiden Schienen zu einem Ganzen zusammen, wenn es zur Auflösung der Fälle kommt. Diese Auflösung bot für mich einige Überraschungen, war für mich nicht absehbar, kam mir aber auch etwas zu plötzlich. Dennoch ein interessanter Krimi, der eine tolle Sommerathmosphäre auf Sandhamn bereitstellt und in dem man schön schmökern kann.


    Von mir gibts 7 von 10 Punkten.

    "Show me a girl with her feet planted firmly on the ground and I'll show you a girl who can't put her pants on." (Annik Marchand)

  • Dieser Roman ist als erster Band einer Serie um den Kommissar Thomas Andreasson angelegt. Mittsommer ist gerade vorbei und Thomas freut sich auf seinen wohlverdienten Urlaub, als plötzlich auf der Insel Sandhamn im Stockholmer Schärengarten ein Toter angeschwemmt wird. Zunächst bestehen alle Hoffnungen, diesen vermeintlichen Unfalltod noch vor Urlaubsbeginn zu den Akten legen zu können, dann geschieht jedoch auf der sonst so friedlichen Insel ein Mord und es stellt sich heraus, dass die Ermordete die Cousine des Ertrunkenen war. Nun müssen Thomas und seine Kollegin Margit ihren Urlaub vertagen und auf Sandhamn ermitteln. Die Juristin Nora, eine gute Jugendfreundin von Thomas, beschäftigt sich ebenfalls mit dem Fall und sorgt als detektivisches Naturtalent für ergiebige neue Ermittlungsansätze. Eigentlich ist sie sogar die beste Spürnase, gerät allerdings dadurch auch in nicht unerhebliche Gefahr...


    Im Gegensatz zu vielen anderen skandinavischen Ermittlern, die sehr verkorkste Typen sind und Stress mit ihren Familien haben, ist Thomas Andreasson ein erfrischend normaler Mann. Er erholt sich zwar nur mühsam von einem persönlichen Trauma, dem Säuglingstod seiner kleinen Tochter und der darauf folgenden Scheidung von seiner Frau, trotzdem hat er sich nicht dem Trunk ergeben und versucht, die Leere in seinem Privatleben durch doppelt gewissenhafte Arbeit zu kompensieren.
    Seine Freundin Nora ist trotz ihrer zweifachen Mutterrolle als Vollzeit-Juristin bei einer Bank beschäftigt. Sie leidet allerdings unter der Zusammenarbeit mit einem trotteligen Vorgesetzten und ist deshalb überglücklich, als ihr eine gut besoldete Stelle in Malmö angeboten wird. Leider ist Nora mit einem sehr egozentrischen Arzt aus "vornehmen" Kreisen verheiratet, der meint, dass seine Wünsche und Belange immer oberst Priorität genießen müssten. Die Darstellung dieser Ehe, hoffentlich keine autobiographische Schilderung, denn auch die Autorin ist Juristin ;) , ist neben der eigentlichen Krimihandlung sehr fesselnd.
    "Tödlicher Mittsommer" ist ein spannender, dabei aber doch bodenständiger und glaubwürdiger Krimi, der mich sehr gut unterhalten hat. Den nächsten Band dieser Reihe werde ich mir nicht entgehen lassen.


    8 von 10 Punkten

  • Kicki Berggren kommt nach einigen Monaten Auslandsaufenthalt zurück und muß erfahren, dass ihr einziger Verwandter, Cousin Krister Berggren, tot am Strand von Sandhamn gefunden wurde. Seine Füße sind in einem Fischernetz verfangen und auf dem Holzteil stehen die Buchstaben GA. Kicki und Krister waren im Streit auseinandergegangen und ein letzter Satz war sinngemäß „Auf Sandhamn ist das Geld“.


    Kicki fährt selbst zur Fundstelle des Leichnams nach Sandhamn. Dort geht sie abend aus und lernt den einheimischen Tischler Jonny Almhult kennen. Tags darauf findet man sie tot. Der erste Eindruck ist Tod durch Gewalteinwirkung, bei der Obduktion stellt sich dann heraus, Tod durch Rattengift.


    Jonny verschwindet spurlos und wird Tage später ebenfalls tot aus dem Wasser gezogen. Dies ist nun schon der dritte Todesfall, der mit Sandhamn in Verbindung steht und dies wirkt sich bereits negativ auf den Tourismus aus.



    Kriminalkommissar Thomas Adreasson und Margit Grankvist sind die ermittelnden Beamten. Thomas kennt sich auf Sandhamn sehr gut aus, da er bereits als Kind dort seine Ferien verbracht hat und auch seine Freundin aus Kindertagen Nora Linde ist mit ihrer Familie dort auf Urlaub. Thomas ist mit der Familie eng verbunden, da er der Patenonkel von Simon ist. Thomas hat privat gerade seine Scheidung und den Tod seiner Tochter zu verarbeiten und ist deshalb für Ablenkung dankbar. Nora hingegen hat zuviel freie Zeit, da Hendrik ihr egoistischer Ehemann sehr viel mit seinen Segelkameraden unterwegs ist. Da sie die Bewohner und die örtlichen Gegebenheit sehr gut kennt, verschafft sie Thomas immer wieder interessante Informationen.




    Der Debütroman der Autorin ist im Gegensatz zu anderen skandinavischen Krimis locker und mit einer positiven Grundtendenz geschrieben und hebt sich deshalb für mich ab. Die Story, ist temporeich geschrieben und fesselt von der ersten Seite an, so daß man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.


    Die Protagonisten werden durchwegs sehr sympathisch geschildert, ebenso die sommerliche Atmosphäre auf der Insel und am Wasser.


    Die eigentliche Lösung des Falles konnte so nicht vorhergesehen werden, obwohl ich immer wieder verschiedene Vermutungen angestellt habe.


    Ich gehe davon aus, dass die Serie um Thomas und Nora noch Fortsetzungsbände haben wird.


    Eine echte Empfehlung für Skandinavien-Krimi-Liebhaber.



    Von mir auch 10 Punkte

  • In Viveca Stens Erstling wird zu Beginn die Krimi-obligatorische Leiche gefunden. Am Strand von Sandhamm, einer kleinen Insel im Schärengarten vor Stockholm. Es ist Sommer, die Gegend voller Touristen, als Thomas Andreasson den Fall übernimmt. Bald darauf geschieht ein weiterer Mord. Der Ermitler, noch vom Tode seines Kindes, der anschliessenden Scheidung von seiner Frau gepeinigt beginnt die Spur des Täters aufzunehmen.


    Was sich nach einem simplen Krimi anhört- im Prinzip ist Tödlicher Mittsommer ein simpler Krimi- hat auf mich gehörig Eindruck gemacht. Viveca Sten versteht es ganz wunderbar Figuren aufzubauen. Menschen lebendig werden zu lassen. Mir war manchmal als liefe wirklich ein Film vor meinen Augen ab, so realitätsnah erzählt die Autorin. Die Schicksale der handelnden Personen werden beleuchtet, ihre Hintergründe, ohne das Langeweile aufkommt. Dabei hat die Geschichte nie all zu viel Tempo. Der Roman ist eher ein gemächlich dahin fliessender Fluss, der den Leser mitnimmt auf die Reise. Man bekommt Lust einmal wieder nach Schweden zu fahren. Ganz klasse fand ich die Auflösung. Wäre ich nie drauf gekommen. Das Buch lohnt sich zu lesen! Locker 8 von 10 Punkten.

  • Auf einer Insel vor Stockholm wird eine Leiche angeschwemmt. Anfangs scheint es ein Unfall gewesen zu sein, aber dann gibt es eine zweite Leiche. Der Polizist Thomas Andreasson stammt von den Schäreninseln und wird mit den Ermittlungen betraut.


    Neben einer spannenden und schlüssigen soliden Krimistory wird seine persönliche Geschichte und auch das Leben seiner Jugendfreundin Nora, die ihm mit ihrem Wissen über die Inselbewohner zur Seite steht, liebevoll und lebensnah geschildert. Ausnahmsweise gibt es keinen heruntergekommenen Ermittler mit Alkoholproblemen, sondern einen Menschen, der einen Schicksalsschlag erlitten hat, aber gerade wieder ins Leben zurück findet. Nebenbei wird einem der Schärengarten vor Stockholm als malerische Kulisse und sommerlicher Rückzugsort der Großstädter ans Herz gelegt. Das schafft eine sonnig-leichte und positive Atmosphäre, die neben der spannenden Suche nach dem Mörder den Spaß an diesem Buch ausmacht.

  • Bevor ich Batcat's Rezi gelesen habe, kannte ich diese Autorin gar nicht.
    Vielen Dank für diesen Tipp.
    Schwedische Krimis bringen ja leider nur ganz selten den intensiven, dafür sehr kurzen und vor Lebensfreude sprühenden skandinavischen Sommer richtig zur Geltung. Ich liebe Schweden und die Menschen dort, aber die teils doch sehr düstere Atmosphäre in den Kriminalromanen geht mir manchmal auf die Nerven, daher ist es schön, dass mal eine Autorin dieses Land nicht so negativ dastehen lässt.

  • Für mich ein eher durchschnittlicher Krimi.
    In den meisten Krimis und Thrillern schwedischer Autoren, wird Schweden immer sehr düster dargestellt, daher habe ich mich gefreut zu hören, dass endlich mal eine Autorin das Land etwas besser darstellt.
    Tja, aber auch hier wurde wieder übertrieben, nur dieses Mal andersherum,
    es ist fast zu schön, zu sonnig, und die Menschen sind zu nett, so dass dieser Roman leider etwas flach erscheint.
    Auch die Handlung trägt leider nichts zum besseren Eindruck bei, und
    das Ende hat mich nicht mehr überzeugen können.
    Im April erscheint das neue Buch dieser Autorin, und ich werde es nochmal versuchen, vielleicht ist es ja etwas realistischer.

  • Ich habe zwar schon vor einiger Zeit im Buchladen meines Vertrauens das Buch von Viveca Sten liegen sehen, aber irgendwie hatte ich den Eindruck "wieder ein Schwedenkrimi" und habe mich nicht weiter darum gekümmert.
    Jetzt habe ich aber einen Blick in das Buch geworfen - und es danach sofort gekauft:
    Viveca Sten schreibt einfach toll, man hat nie das Gefühl, dass man die Personen, von denen sie erzählt, nicht kennt; nein, es ist eher das Gegenteil der Fall: Ihr Kommissar Thomas wächst einem sofort ans Herz, und auch seine beste Freundin Nora und seine Kollegen.
    An vielen Stellen hatte ich auch ein kleines Tränchen im Auge - das Fernweh wird durch die zahlreichen Beschreibungen von Sandham und der Stockholmer Umgebung absolut geweckt! (und ich denke, das liegt nicht daran, dass ich dort auch schon einige Zeit verbracht habe, aber natürlich ist es toll, wenn man die Wege, die im Buch beschrieben sind, auch schon im Original gegangen ist)
    Die Auflösung und somit die Überführung des Täters erfolgt wahnsinnig spät im Buch - was ich wunderbar finde, da man immer weiter mit rätseln kann, die Verdächtigen mit beschuldigt und dann doch wieder entlasten muss, bis es dann zum Showdown kommt. Dieser ist ein bisschen zu "arg" dargestellt (die Hindernisse, die sich Thomas auf dem Weg zum Finale in den Wasser-Weg stellen, sind doch etwas unnötig - ich bleibe besser so kryptisch da ich nicht zu viel vom Inhalt verraten möchte), was aber dem Lesespaß keinen Abbruch getan hat.
    Man hat die gesamte Zeit das Gefühl, die Möwen um einen herum schreien zu hören, die Sonne scheint einem auf die Mütze und gleich kommt das nächste Schiff - man hört aus der Ferne schon sein Horn.... Und am besten bringt es gleich Viveca Stens neues Buch mit!!!

  • Ein Roman, der Lust auf einen Sommerurlaub in Schweden macht. Interessant gezeichnete Protagonisten, einen Kommissar, der trotz der Trauer in seinem Leben nicht zum zynischen Alkoholiker wird, sondern sympatisch bleibt. Eine Jugendfreundin, die nicht zur unfreiwilligen Ermittlerin wird, sondern sich einfach ihre Gedanken macht und helfen kann.


    Die Auflösung der Krimihandlung erfolgt spät, aber sehr schlüssig. Mir erschien die Handlung durchaus realistisch, auch die privaten Probleme und Sorgen der Protagonisten, die einen großen Raum einnehmen, waren nachvollziehbar geschildert. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese weiter entwickeln.


    Isgesamt mehr ein Roman über Schweden und seine Bewohner, als ein reiner Krimi. Und genau dies machte für mich den Reiz des Romans aus.

  • Titel: Tödlicher Mittsommer
    OT: I de lugnaste vatten
    Autorin: Viveca Sten
    Übersetzt aus dem Schwedischen von: Dagmar Lendt
    Verlag: Kiepenheuer und Witsch
    Erschienen: April 2011
    Seitenzahl: 379
    ISBN-10: 3462043110
    ISBN-13: 978-3462043112
    Preis: 7.99 EUR


    Das sagt der Klappentext:
    Es ist ein heißer Julimorgen auf Sandhamn im Stockholmer Schärengarten. Eine männliche Leiche liegt angespült am Weststrand der Insel. Als eine gute Woche später nicht weit davon entfernt eine brutal ermordete Frau aufgefunden wird, muss sich Thomas Andreasson von der Polizeidienststelle Nacka des Falls annehmen. Anhaltspunkte gibt es kaum. Was verband die Toten mit Sandhamn? Welche Geheimnisse verbergen sich in dem kleinen Ort? Gequält vom Verlust seiner neugeborenen Tochter und von einer zerbrochenen Ehe stürzt Thomas sich in die Ermittlung. Unerwartete Hilfe bekommt er dabei von seiner Jugendfreundin Nora Linde, die mit ihrer Familie die Sommermonate auf der Insel verbringt. Ein Mörder geht um in der Ferienidylle, und der Druck auf die Polizei wächst. Thomas Andreasson muss den Täter finden, bevor noch ein Mensch stirbt ...


    Die Autorin:
    Viveca Sten ist Chefjuristin bei der dänischen und schwedischen Post. Sie wohnt mit Mann und drei Kindern vor den Toren von Stockholm. Seit sie ein kleines Kind war, hat sie die Sommer auf Sandhamn verbracht, wo ihre Familie seit mehreren Generationen ein Haus besitzt. Dagmar Lendt ist Skandinavistin und übersetzt aus dem Norwegischen, Schwedischen und Dänischen. Sie lebt und arbeitet in Berlin.


    Meine Meinung:
    Viveca Sten hat einen wirklich guten Krimi geschrieben. Spannend, mit sehr überraschenden Wendungen. Nicht nur die handelnden Personen wirken glaubwürdig, auch die gesamte Geschichte ist in sich selbst stimmig. Die Autorin schafft es, die besondere Landschaft der Schärengärten atmosphärisch dicht zu schildern. Es ist schon erstaunlich, wie die Autorin es schafft, neben der eigentlichen Geschichte auch das „normale“ Leben ihrer Protagonisten zu schildern, eine Geschichte eben wie aus dem realen Leben entliehen. Es ist der erste Krimi mit dem Kriminalkommissar Thomas Andreasson. Seine Ehe ging in die Brüche, nachdem seine kleine Tochter am plötzlichen Kindstod gestorben ist. Thomas leidet immer noch sehr unter diesem tragischen Verlust, ist aber nicht einer dieser dauernd irgendwo in irgendwelchen Krimis auftretenden Losertypen. Ganz im Gegenteil. Ein Mensch mit einem Schicksal wie es schon sehr viele Menschen getroffen hat. Das alles wird sehr glaubwürdig und realistisch geschildert. So findet man als Leser sehr schnell eine Beziehung zu den handelnden Personen. Auch der Schluss des Buches ist glaubwürdig und auf den Täter kommt man auch nicht so schnell. Logisch und glaubwürdig. Eine Krimi, der ein wenig aus der Krimifülle herausragt. Sehr lesenswert. 9 Punkte.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall)


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.


    Eigentlich mag ich gar keine Menschen.

  • Schwedischer Originaltitel: I de lugnaste vatten
    380 Seiten




    1.Fall Thomas Andreasson



    Meine Meinung:
    Eine männliche Leiche wird am Strand von Sandhamn, eine kleine Insel im Schärengarten von Stockholm, angespült und Kommissar Thomas Andreasson übernimmt den Fall. Unterstützung findet er bei seiner Jugendfreundin Nora, die mit ihrer Familie auf Sandhamn Urlaub macht. Als eine Woche später ein weiterer Mord geschieht, gerät die Inselidylle ins Wanken.


    Es ist der erste Fall von der Insel Sandhamn und es handelt sich um einen ruhigen Inselkrimi, der etwas langsam beginnt, aber im Laufe der Geschichte noch spannend wird. Kommissar Andreasson hat es sehr schwer, weil es sich bei den Ermordeten um keine Inselbewohner handelt und er auch keine Verbindung zu Sandhamn herstellen kann. Warum waren die Toten überhaupt auf der Insel?


    Das Inselleben wird sehr schön beschrieben und man kann sich gar nicht vorstellen, dass auf dieser Insel gemordet wird. Im Prolog erfährt man bereits, dass da jemand von einem Boot aus einen Mann im Wasser versenkt. Aber wer könnte denn dieser Mörder sein? Es sind sehr langwierige Ermittlungen, bei denen Andreasson nur Stück für Stück weiterkommt.


    Das Familienleben der einzelnen Personen wird sehr detailliert beschrieben, aber auch Andreasson selbst steckt in einer Krise, da seine neugeborene Tochter verstorben ist und seine Frau ihn verlassen hat. Trotzdem ist er sehr sympathisch und nicht total verbittert und verschlossen. Die Geschichte lässt sich sehr flüssig lesen und ist für einen schönen Sommertag im Liegestuhl wunderbar geeignet.

  • Ich habe alle drei Bände nacheinander gelesen und fand den ersten am schwächsten. Was mich etwas nervt, ist das die Nebenstränge immer auf Fortsetzung hindeuten. Ich mag das nicht, wenn Bücher so offensichtlich darauf abzielen weiteren kommerzielen Erfolg zu haben.


    7 von 10 Punkten

  • Ich hab gerade die letzten Zeilen dieses ersten Teiles von Viveca Sten gelesen und mir hat der Auftakt zu dieser Serie sehr gut gefallen. Vor Jahren hab ich sehr viele skandinavische Krimis gelesen und brauchte dann irgendwann eine Pause. Dieser Krimi hebt sich dahingehend von anderen Skandinavienkrimis ab, dass er nicht so düster ist. Thomas Andreasson hat zwar auch seine privaten Probleme, aber er wirkt trotzdem angenehm positiv.


    Die Schilderung der Umgebung fand ich auch sehr schön und könnte mir gut vorstellen, da mal meine Sommerferien verbringen zu wollen.


    Der Schluß hat mich überrascht und war anfangs etwas irritiert, aber ich fand die Auflösung in Ordnung und stimmig. Den 2. Teil werde ich mir auf jeden Fall auch besorgen und bin schon sehr gespannt, wie es mit Nora und Thomas weitergeht.


    Von mir 9 Punkte!

    Liebe Grüße
    Sabine


    Ich :lesend "Todesschmerz" von Andreas Gruber

    Ich höre "Das Gold der Maori" von Sarah Lark

    SuB: 163

  • Auch mit viel Wohlwollen mag ich nicht mehr als drei Sterne, also etwa 5 Eulenpunkte, geben. Das steht in diesem Falle bei mir für "solide Unterhaltung", aber - leider - nicht mehr.


    Dies ist der offensichtlich erste Band einer Reihe, und von daher mag ich der Autorin gerne eingestehen, dass sie die Charaktere und Handlungsstränge noch mehr ausdifferenzieren wird. Was ich hier gelesen habe, hat mich zwar zwei Tage lang flüssig unterhalten, aber literarisch nicht vom Hocker gerissen.


    Wirklich gut gelungen ist die sommerliche Urlaubsstimmung in den Schären! Ich mache selber häufiger Urlaub auf einer Insel, und kann nur sagen, dass ich vieles wiedererkenne. Die Spannungen zwischen Urlaubern und Einheimischen, die Atmosphäre vor, während und nach der Saison, die Besitzverhältnisse, die "Zugereisten" - alles sehr wahr. Noch dazu die stimmigen Naturschilderungen, und schwups hat das Buch locker einen Stern dafür verdient.


    Der Kriminalfall an sich verläuft, vor allem im ersten Drittel des Buches, eher behäbig. Erst langsam kommt die Handlung in Fahrt. Auch der Ermittler Thomas Andreasson ist nicht gerade ein Ausbund an kriminalistischer Verve. Letztlich gelangt der Fall erst durch einige Zufälle, und vor allem durch Thomas' Jugendfreundin Nora, zu einer Auflösung.


    Wirklich geärgert haben mich Nora und Henrik! Hier werden etliche Stereotype aneinander gereiht, dass es nur so kracht. Verhuschte Hausmaus vs. karrieresüchtigem Ehemann. Ich habe Nora oft wirklich nicht verstanden, hätte sie am liebsten geschüttelt! Eine wirkliche Auflösung erfährt dieser Handlungsteil auch nicht. Vielleicht im zweiten Band...?


    Auch die zart blühende Romanze um Thomas und seine Assistentin Carina ist zwar ganz nett zu lesen, verbleibt aber viel zu sehr im Ungefähren und Süßlichen, als dass sie mich wirklich hätte überzeugen können. Thomas leidet noch unter seiner Scheidung und dem plötzlichen Kindstod seiner Tochter Emily. Hier habe ich aber schon wesentlich überzeugendere Schilderungen gelesen! Alles sehr oberflächlich geschildert von der Autorin, wenig mehr als klischeehafte Worthülsen aus Psychologie-Ratgebern. Schade, hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht.


    Insgesamt mag ich der Reihe durchaus noch eine Chance geben. Im Moment würde ich sagen - Achtungserfolg, aber nicht mehr.

  • Mich hat das Buch, wie auch die meisten anderen Leser, sehr positiv überrascht. Mal kein dunkles Schweden, mal kein trinkender Ermittler, mal nicht nur unsympathische, mürrische Protagonisten. Endlich mal viel Positives aus Schweden und auch eine herrliche herzliche Art und Weise im Umgang zwischen den einzelnen Menschen. Ich war noch nie in Schweden, würde aber schon allein nach den Schilderungen der Autorin am liebsten sofort meinen Koffer packen und losziehen. :-)


    Man hat sich so nah an den Menschen in diesem Buch gefühlt, niemand erschien mir fremd oder unnahbar. Auch die nebensächlichen Handlungen, die ab und an viel Raum im Buch eingenommen haben, störten keineswegs. Die Autorin versteht es einfach den Leser zu faszinieren.


    Ich werde defintiv weitere Bücher der Autorin lesen. (Davin sind noch weitere 5 bereits auf meinem SuB ;-) )


    Bis auf die Länge durch das Boots-Missgeschick am Ende, habe ich nichts an dem Buch auszusetzen und vergebe aus diesem Grund 9 von 10 Punkten. Sehr gern würde ich für den nächsten Band 10 Punkte vergeben. :grin