Charlotte Link - Der Beobachter

  • Dieses Buch hat mir eine lange Zugfahrt wie im Flug vergehen lassen. Es ist - soweit ich mich erinnere - mein erstes Buch von Charlotte Link.


    Handlung: Ein etwas zurückgebliebener Mann, Mitte Dreißig, Samson Segal, hat ein problematisches "Hobby": er beobachtet Familien und Frauen in seiner Nachbarschaft, verleibt sich ihr Leben ein und will alles über sie wissen. In seinem Leben passiert nämlich nicht viel. Besonders interessiert er sich für eine Ehefrau und Mutter, jedoch nicht mit dem Wunsch, sie zu besitzen, da er die Familie für etwas Heiliges hält.


    Es geschehen zwei Morde an älteren alleinstehenden Frauen, der Modus operandi weist auf denselben Täter hin. Dann wird der Ehemann jener Frau ermordet, für sich Samson interessiert. Da sein Interesse nicht unbemerkt geblieben ist, fällt der Verdacht auf ihn und er muss sich verstecken.


    Ich will nicht zuviel verraten, kann aber viel Spannung, Psychologie und überraschende Wendungen versprechen. Ein Lesegenuss für lange Winterabende!


    LG Cornelia

  • Ich fand das Buch streckenweise ganz schön langatmig...


    Zum Inhalt:
    Samson Segal ist ein merkwürdiger Kauz. Er lebt mit seinem Bruder und seiner Schwägerin zusammen, ist arbeitslos und vertreibt sich die Zeit damit, Frauen zu beobachten. Dabei entwickelt er seine besondere Schwäche für seine Nachbarin Gillian, die mit ihrem Mann und ihrer Tochter in seinen Augen die perfekte Familie für ihn darstellt. Doch dann entdeckt er, dass vieles nur Fassade ist. Parallel werden zwei ältere Frauen ermordet, die Polizei tappt völlig im Dunkeln, da es einfach keine Verbindung zwischen den beiden Opfern zu geben scheint.


    Meine Meinung:


    Das Buch umfasst 650 Seiten und davon sind höchstens die letzten 200 auch nur annähernd spannend. Vorher plätschert die Geschichte so vor sich hin. Die Charaktere sind größtenteils nicht besonders sympathisch und daher fällt es schwer, von ihren Geschichten und Handlungen gefesselt zu sein. Schon ein ganzes Stück vor dem Ende wird der Täter entlarvt, aber dann zieht sich der Showdown auch noch eine Weile hin. Die Auflösung fand ich ziemlich ums Eck gedacht, aber gerade noch schlüssig.


    Insgesamt aber war mir das Buch einfach zu langatmig und ich musste mich zwingen, es fertig zu lesen, wenn es sprachlich nicht so leicht zu lesen wäre, hätte ich es wahrscheinlich irgendwann weggelegt, aber so ging es noch als Lektüre für zwischendrin durch.

  • Ich kann nicht sagen, dass ich das Buch langatmig fand, Charlotte Link bleibt auch hier ihrem Schreibstil treu, und baut kontinuierlich die Spannung auf.
    Allerdings war am Ende der Showdown für meinen Geschmack reichlich überzogen, und die Auflösung doch etwas wirr, hier kam es mir etwas künstlich in die Länge gezogen vor.

  • Bei uns ist meine Mutter zuständig dafür, die Bücher von Charlotte Link zu kaufen, sie liest es gerade und dann bin ich an der Reihe, ich freu mich schon darauf!
    Ich hoffe nicht, dass das Buch tatsächlich langatmig ist, das kenne ich von der Autorin eigentlich gar nicht so... :gruebel

  • Zum Inhalt:
    Samson Segal ist ein sehr in sich gekehrter, unsicherer Zeitgenosse. Er ist arbeitslos, wohnt bei seinem Bruder und seiner Schwägerin im gemeinsam geerbten Elternhaus. Der Schwägerin ist Samson ein Dorn im Auge und sie würde ihn lieber heute als morgen aus dem Haus haben. Sie schnüffelt Samson hinterher und entdeckt eine seltsame Neigung bei ihm, mit der sie sich erhofft, Samson ein für alle mal los zu sein.
    Samson streift gerne durch die Nachbarschaft und beobachtet diese durch deren Fenster von der Straße aus. Er führt akribisch Tagebuch über diese Menschen und projiziert sich in deren Leben ein. Vor allem Gillian Ward hat es ihm angetan, er verliebt sich hoffnungslos in sie und stellt ihr immer öfters nach. Er wird immer unvorsichtiger und bleibt auch nicht lange unentdeckt.


    Meine Meinung:
    Ich habe mir sehr viel von dem neuen Thriller von Charlotte Link versprochen. Ich bekam das Buch endlich zu Weihnachten geschenkt und habe sofort angefangen zu lesen. Zunächst hielt das Buch, was es versprach. Ein richtiger Pageturner wie immer. Die Spannung aufgebaut, zig Charaktere kennengelernt, die gut beschrieben waren - wenn auch nicht immer sehr symphatisch. John, z. B. mit dem wurde ich nicht warm...
    Nach ca. 350 - 400 Seiten war dann plötzlich vollkommen die Luft raus. Die Story hat eine Vollbremsung eingelegt und kam dann überhaupt nicht mehr in die Gänge. Ich fragte mich die ganze Zeit, war das nun alles?? Da hätte ich auch einen x-beliebigen Tatort im Vorabendprogramm sehen können. Der Täter war lange schon vor Ende bekannt, die Motive waren reichlich konstruiert aus meiner Sicht und auch ein wenig unglaubwürdig. Es wurden am Ende nur noch Klischees erfüllt und es kam kaum noch Spannung auf.....


    Da bin ich von Charlotte Link eindeutig besseres gewohnt. Ich war sehr entäuscht. Die Geschichte ging soo spannend los und endete so, als hätte die Autorin selbst nach und nach die Lust am schreiben verloren..... Ein schlüssiges Ende nur noch mit Müh "hingeschnuddelt"....


    Als großer Charlotte Link-Fan bin ich evtl. auch sehr kritisch, da ich wirklich sehr entäuscht bin.

  • Jetzt ist es schon wieder einige Zeit her, dass ich das Buch gelesen habe und meine Erinnerung verblasst.


    "Der Beobachter" war das erste Buch von Charlotte Link, das ich gelesen habe und im Großen und Ganzen hat es mir doch gut gefallen. Ich war sofort in der Geschichte drinnen und sie hatte mich so richtig gefangen genommen.


    Allerdings habe ich während dem Lesen zwei Bücher dazwischen geschoben, weil ich "Der Beobachter" auf der einen Seite zwar spannend fand, auf der anderen Seite aber nicht so sehr, dass ich hätte immer weiter lesen wollen. Also ganz komisch: Es war unterm Lesen spannend, aber es war jedes Mal eine Überwindung, zu lesen zu beginnen.
    Und gegen Ende wurde es wirklich zu langatmig und der Showdown war mir persönlich zu actiongeladen und zu überzogen.


    Zu Gute halten möchte ich Charlotte Link, dass ich den Täter erst erkannte, als der Hinweis mit dem Zaunpfahl kam. :lache


    3 von 5 Sternen :wave

  • Ui, so unterschiedlich kann Geschmack sein. Ich war von der ersten Seite gebannt, fand die Geschichte schlüssig und subtil und extrem unter die Haut gehend geschrieben und aufgebaut und habe bis fast ganz zum Schluss (bis der Täter feststand) nicht aufhören können zu lesen, habe sogar nachts um eins das Licht wieder anknipsen und weiterlesen müssen. Ich fand es sehr gewagt, die Geschichte mithilfe so vieler unterschiedlicher Perspektiven voranzutreiben, aber Charlotte Link hat es geschafft, dass man sich gern darauf einließ und mit jeder einzelnen Person mitgefiebert hat.
    Nachdem ich nun wochenlang Bücher angelesen und gelangweilt wieder weggelegt habe, war dies die Erlösung und ein wahrer Lesehöhepunkt für mich.
    Die Betonung dieses Krimis liegt eben auf Psychologie und nicht auf Gewalt oder Sensationsgier.
    Ich kann dieses Buch aus ganzem Herzen empfehlen und gebe 10 Punkte.

  • Wieder mal ein guter Link, wie froh ich doch bin :-). Ich las 8 Bücher von ihr und war begeistert, dann war ich unzufrieden mit "Die letzte Spur" und habe mich an "Das andere Kind" gar nicht heran getraut, liegt noch auf dem SUB.
    Als ich las um was in der Beobachter geht war ich gleich Feuer und Flamme und siehe da, ein Buch ganz nach meinem Geschmack. Spannend und gut aufgebaut. War im Flugzeug sehr gefesselt und habe daheim trotz Jetlag gleich weiter gelesen. Von Anfang bis Ende kam keinerlei Langweile bei mir auf.
    Die Protagonisten waren so gut beschrieben, dass das Ganze wie ein Film vor mir ablief. Was will man mehr?!

  • Wenn ich mich richtig erinnere, ist das Buch auch mein erster von Charlotte Link gelesener Roman und er hat mir sehr gut gefallen.
    Den Mittelteil fand ich auch etwas langatmig, aber irgendwie doch nicht langweilig. Mir ging es nur nicht alles schnell genug, weil ich schon gespannt auf die Auflösung war und ich so lange warten bzw. lesen musste.


    9 von 10 Punkten

    Kein Buch ist so schlecht, dass es nicht auf irgendeine Weise nütze.
    (Gaius Plinius Secundus d.Ä., röm. Schriftsteller)

  • Ich habe alle Bücher von Frau Link gelesen und fand den Beobachter wieder sehr gut. Langeweile konnte ich nicht empfinden. Ich mag ihre Charaktere und ihre ruhige Art des Spannungsaufbaus. 9 Punkte von 10 vergebe ich. :gruebel

    Novemberkinder haben es schwer. Sie brauchen Liebe und mehr.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Zuckelliese ()

  • "Der Beobachter" war mein erstes Buch von Charlotte Link und ich muss gestehen, dass meine Erwartungen vielleicht einfach astronimisch waren.
    Leider wurden die nicht ganz erfüllt.


    Zunächst hatte ich mir stilistisch mehr erhofft. Das Buch liest sich leicht und flüssig weg, aber die Sprache ist einer Übersetzung sehr ähnlich: Eher banal ohne Feinheiten; einfach korrekt, nicht mehr und nicht weniger.
    Die Dialoge klingen an manchen Stellen sehr nach Schriftsprache und wenig nach gesprochener Rede.
    Alles in allem wirkte das Buch sehr "amerikanisch" auf mich: Eher brav und bieder geschrieben, was es für mich ein wenig unecht wirken ließ.


    Der Fall selbst, die Suche nach dem Mörder ist geschickt aufgezogen und teilweise auch sehr spannend. Gerade die letzten Szenen der Opfer sind die großen Stärken des Buches, da läuft einem wirklich ein Schauer über den Rücken. Über lange Teile des Romans habe ich auch gebannt mitgerätselt, wer wohl der Mörder sein könnte.
    Leider werden - soweit ich das richtig gesehen habe - keine Spuren gestreut, sodass man als Leser den Fall gar nicht "auflösen" kann, ehe es die Autorin tut. Möglicherweise habe ich aber auch etwas übersehen.
    Verblüffend gut fand ich die kleinen Details, die sich sehr komplex verweben und das ganze extrem dreidimensional machen. Ursache und Wirkung - bis ins Detail ausgearbeitet.


    Was mir weniger gefiel: Die Langatmigkeit. Teilweise gingen mir die Beschreibungen (bis hin zur Lebensgeschichte des Katers) auf die Nerven. Mit 250 Seiten weniger hätte mir das Buch besser gefallen - das mag aber Geschmacksache sein.


    Nachdem klar ist, wer der Mörder ist (bei ziemlich genau 3/4 des Buches, also noch reichlich Seiten übrig) war für mich dann völlig die Luft raus, denn an dieser Stelle klärt sich alles, bis hin zum Motiv, und der anschließende "Showdown" zieht sich dann nur noch endlos hin, unterbrochen von seitenlangem inneren Monolog, Wiederholungen und Erklärungen dessen, was der Leser sich längst denken kann, hat mich mehrmals überlegen lassen, ob ich es nun abbreche.
    Leider wird es im letzten Viertel nämlich auch reichlich unglaubwürdig.


    Vorsicht echter Spoiler mit Namen des Mörders.



    Alles in allem ein Buch mit erstklassigen Teilstücken, leider ziemlich überlagert von viel, viel zählem Text, der nicht sein müsste.
    6 Punkte von mir.

  • Wie gewohnt von der Autorin lässt sich aus dieses Buch kaum aus der Hand legen. Spannend und flüssig bis zur letzten Seite geschrieben.
    Anfänglich ist mal lange auf der falschen Spur, das Ende überrascht.
    Dennoch bin ich nicht ganz überzeugt, mir erscheint dieses Buch nicht unbedingt als eines der Besten der Autorin, was genau mich aber stört, kann ich nicht recht beschreiben. Es ist vielmehr die Art der Schriftstellerin zu schreiben, die man halt langsam sehr gut kennt.

  • Hallo,


    ich kann mich den Meinungen, dass dieses Buch anfangs zu langatmig ist, nur anschließen. Derzeit quäle ich mich hindurch in der freudigen Erwatung ein neues Buches, das bei mir schon bereit liegt zum lesen.
    Bitte nicht falsch verstehen, dieses Buch ist gut geschrieben, keine Frage. Aber der Leser wird duch die Aufmachung fehl geleitet: (Zitat) "Er beobachtet. Er wartet. Tötet er?" Hier erwattet man eher einen Thriller als einen Roman, voller Spannung, Täterdenken... etc. Man erhält aber einen artig erzählten Roman, drei Morde im Schnelldurchlauf um dann die seitenlang dahinplätschernde Geschichte.
    Unter dem Gesichtspunkt, dass es sich um einen Roman handelt kann ich 8 Punkte geben, aber unter dem Gesichtspunkt der rückseitig angekündigten "gnadenlosen Spannung" bekommt der Roman nur 5 Punkte.


    Viele Grüße


    René

  • Auch ich bin (als meterweise Charlotte-Link-Bücher-Besitzerin) ein bisschen enttäuscht, weil ich mich vor allem zu Beginn des Buchs wirklich quälen musste.


    Puh, ich hatte noch nie bei einem Buch von ihr das Gefühl, es abbrechen zu wollen, aber das ewig lange herumschwadronieren und palavern am Beginn, das war gar nicht meins.


    Ab der Hälfte beginnt das Buch ja, dann etwas Fahrt aufzunehmen und ich hatte das Gefühl, dass das Ende dann den ganzen Bumms, der vorher gefehlt hat, aufnehmen musste. Naja - alle bisherig gelesenen Bücher von Charlotte Link sind um Weltklassen besser!


    Aber das ist jetzt natürlich auch ein bisschen jammern auf hohem (weil anders gewohntem) Niveau: Ich werde weiterhin ihre Bücher lesen, einfach weil sie toll geschrieben sind, weil ich Spaß daran habe, die unterschiedlichsten Genres von ihr zu lesen und weil bei so vielen guten Büchern auch mal ein schlechtes dabei sein darf. Das hab ich, glaub ich, mit "Der Beobachter" gefunden...

  • ich fand es nicht schlecht, aber zu langatmig......ich hatte das Gefühl, das die Geschichte nicht so richtig in die Gänge kommt oder vllt gab es keinen richtig Plan, wohin die Geschichte gehen soll - keine Ahnung..........
    Zwischendurch gab es mal zwei, drei Ansätze (z. B. das Anvisieren der Opfer.....), aber das war's dann auch.....durch die Inhaltsangabe auf dem Buchrücken hatte ich mir vielleicht doch etwas anderes vorgestellt.....ich mag die Bücher von CL, habe auch einige im Regal stehen, aber dieses ist für mich nicht eines der besten von ihr.....
    von mir gibt es höchstens 4 Punkte

  • Ich bin eben mit dem Buch fertig geworden. Ich bin in letzter Zeit auch am Schwächeln bzgl. Leseunlust, aber das Buch hat es total rausgehauen.
    Das war mein erstes Buch von Charlotte Link und ich bin sehr froh, dass es gleich ein so gutes Buch war. Da kann ich mich ohne Sorge in Ruhe den anderen Büchern von ihr widmen.
    Langatmig fand ich es gar nicht. Im Gegenteil. Manchmal ist so viel passiert, dass ich es bei Seite legen und reflektieren musste. Ich fand es sehr, sehr spannend und konnte kaum davon ablassen. Mein Glück, dass ich diese Woche frei habe und mir daher die Arbeit nicht in die Quere kam. :-]


    Ich fand toll, wie die Kapitel in verschiedene Richtungen gingen und sie sich später nach und nach miteinander verwoben haben. Richtig spannend. Natürlich kam es zum Schluss ganz anders als ich dachte - und gerade das fand ich genial!
    Ich kann es nur guten Gewissens weiterempfehlen - und habe es diese Woche gleich 2 mal weiterverschenkt. :-]