Rezensionswünsche ab 29. Januar 2012

  • Gegenüber der Berechenbarkeit von Bestsellern meinte ich, ja. Vermutlich hast du aber ganz recht, dass es im Grunde kaum einen Unterschied macht. Ich find's nur immer so beängstigend, was Maschinen inzwischen alles besser können als Menschen.

    Eine der Erkenntnisse des Buches war übrigens, dass ein abgeschlossenes (Literatur-)Studium oder eine solide Ausbildung im Journalismus harte Standortvorteile sind, um einen Bestseller zu schreiben. Das kann man bisher offensichtlich noch nicht durch Künstliche Intelligenz ersetzen. :kiss

  • Das hat mich bei Druckfrisch angemacht:


    Schwere Knochen von David Schalko

    Ein großes Epos über die schillerndste Verbrecherszene der Nachkriegszeit.

    Wien, März 1938, »Anschluss« Österreichs ans Deutsche Reich. Am Tag, als halb Wien am Heldenplatz seinem neuen Führer zujubelt, raubt eine Bande jugendlicher Kleinganoven, die sich darauf spezialisiert hat, Wohnungen zu »evakuieren«, einen stadtbekannten Nazi aus. Sieben Jahre lang müssen die Kleinkriminellen daraufhin als sogenannte Kapos für die »Aufrechterhaltung des Betriebs« in den KZs Dachau und Mauthausen sorgen und wachsen so zu Schwerverbrechern heran, die lernen, dass der Unterschied zwischen Mensch und Tier eine Illusion ist. Zurück in der österreichischen Hauptstadt übernimmt die Bande um Ferdinand Krutzler die Wiener Unterwelt. Mit ungekannter Brutalität nutzt sie ihre Macht nicht zuletzt, um ehemalige Nazi-Widersacher aus dem Weg zu räumen. Aber der eingeschworene Zusammenhalt täuscht. Zunehmend verlieren sie einander in verräterischen Verstrickungen und verhängnisvollen Liebschaften. So lange, bis sie ihren Ehrenkodex aufgeben und aus Freunden unerbittliche Feinde werden.

    Inspiriert durch wahre Begebenheiten, erzählt mit viel schwarzem Humor und dennoch großer Empathie: David Schalko ist mit seinem Verbrecher-Epos »Schwere Knochen« ein fulminanter, einzigartiger Roman über die österreichische Nachkriegsgesellschaft gelungen – und ein faszinierender Einblick in das Innere von Menschen, deren Seelen durch den Nationalsozialismus zerstört wurden.



    Hat es vielleicht eine Eule schon gelesen?

    Man sollte alles lesen. Mehr als die Hälfte unserer heutigen Bildung verdanken wir dem, was wir nicht lesen sollten.

    Oscar Wilde (1854 - 1900)


  • Ich habe das Buch von Precht hier (ein sehr schönes Hardcover) und auch schon etwas reingelesen.

    Precht sagt einige kluge Dinge, zitiert auch geschickt.

    Das Thema Digitalisierung und wie sich dadurch die Welt verändern wird (oder schon hat) sollte eigentlich viel mehr diskutiert werden.


    Wann ich dazu komme, mich mehr mit dem Buch zu beschäftigen, weiß ich noch nicht. Ein Buch, für das man Zeit braucht, da man viel mitdenken muss. Auf jeden Fall ganz interessant.

  • Clare Was hast du denn von ihr gelesen und wie haben dir die bisher gelesenen Bücher gefallen?

    Noch gar nicht so viel:

    Corpus Delicti

    Unterleuten

    Nullzeit

    Leere Herzen


    "Unterleuten" mochte ich, "Corpus Delicti" auch. "Nullzeit" ging so, bei "Leere Herzen" war ich etwas zwiegespalten.

    Salonlöwin   Nadezhda

    Habt ihr "Neujahr" etwa schon gelesen?

  • Hallo Clare,


    keine Angst, ich habe den neuesten Roman nicht gelesen.

    "Angriff auf die Freiheit" und einen anderen Titel, den ich gelesen und vergessen habe (ja, so schlimm ist das schon), kenne ich und haben mich nicht überzeugt.

    Beim Sachbuch habe ich vor Jahren kurz nach Erscheinen vergeblich neue Argumente gesucht und Visionen vermisst. Beim Roman ist mir nur in Erinnerung geblieben, dass die Figuren nicht überzeugen konnten.


    Zudem frage ich mich bei "Unterleuten" bis heute, ob der Titel klug und ideenreich gewählt wurde oder doch nur eine simple und einfallslose Zusammensetzung zweier Wörter ist, die die Vermutung vermeintlich städtischer Überheblichkeit zulässt.

  • Zudem frage ich mich bei "Unterleuten" bis heute, ob der Titel klug und ideenreich gewählt wurde oder doch nur eine simple und einfallslose Zusammensetzung zweier Wörter ist, die die Vermutung vermeintlich städtischer Überheblichkeit zulässt.

    Ich fand die Titelwahl nicht schlecht. Abgesehen davon, dass es solche Ortsnamen wirklich gibt, sind die Figuren zwar mitten in der Welt und deren Entwicklungen, aber dennoch so ihren Zwängen oder auch der Begrenztheit des Menschseins und der Schwächen verhaftet. Die doch etwas verächtliche Betrachtung dörflicher Gemeinschaft und die Einseitigkeit hat mich etwas gestört, aber ich bin, nicht davon ausgegangen, dass die Autorin wirklich überheblich darauf herabblickt, sondern dass es eben nur darum ging im Roman, ein mögliches Thema.

    - Freiheit, die den Himmel streift -

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  • Ich habe es als Hörbuch gehört und fand es mittelmäßig, möglicherweise ist das der Form geschuldet. Die euphorischen Reaktionen beziehen sich m. A. darauf, dass Nord- und Süd-Korea für viele Leser weiße Flecken auf der Landkarte sind und sie die Unbekanntheit des Themas für sich selbst bewerten. Die Reaktionen auf

    das ganz neue Buch Kim Un-Su: Die Plotter lässt mich vermuten, dass nur wenige Leser Süd-Korea als modernen Industriestaat sehen, der unter 20-Jährigen ein begehrtes Ziel für Auslandssemester ist.


    Wenn du Korea literarisch kennennlernen möchtest, tun es ältere Romane ebensogut,

    Beispiel Oh-Jung He: Vögel,

    Munyol: Jugendjahre,

    allgemein die sehr gut gemachten Bücher aus dem Pendragon-Verlag.


    Sachbücher/Biografie: Hohleiter: Schlaflos in Seoul (Auslandsjahr),

    Kittel: An guten Tagen siehst du den Norden.


    Den Thriller zu Nord-Korea von

    John: Stern des Nordens kann ich dir empfehlen oder

    Talarigo: Der Ginsengjäger, auch Nord-Korea.