"Komische" Fragen zu Euren Büchern

  • Zitat

    Original von Gummibärchen
    Der Rest regt sich auf. Warum, versteh ich nicht.


    Ich reg mich nicht über die Fragen auf, sondern finde sie eher amüsant ;-)


    Wieso fragt mich jemand, wozu ich Bücher brauche? Diese Frage wirft doch ein komisches Licht auf den Frager: Weiß er denn wirklich nicht, dass man Bücher liest? Muss man das einem Erwachsenen wirklich erst sagen, dass sie keine Klopapierreserve sind?


    Wie kommt das an, wenn ich die 3/4/5 Fahrräder in der Garage sehe und frage: Wozu brauchst du Fahrräder? Fährst du wirklich damit oder stehen die nur als Deko rum? :grin


    Oder die vielen Löffel in der Küche? Wozu brauchst du so viele Löffel? Hast du mit denen allen schon gegessen? :rofl


    Einfach nur zum Schmunzeln!


  • Ich seh das eben wohl anders als die Mehrzahl hier, zumindest der Stimmung des Threads nach zu urteilen.


    Mich hat noch nie jemand gefragt, wieso ich Bücher brauche. Es waren viele andere Fragen dabei, aber etwas Dämliches wie "Wozu brauchst du Bücher?" gibt es in meinem Freundeskreis tatsächlich nicht. (Auch im Bekanntenkreis nicht) Allerdings find ich die meisten Fragen aus dem Eingangsposting keineswegs "komisch". Selbst wenn mich ein Bekannter/Freund fragt "Wozu brauchst du die ganzen Bücher?" (wenn es denn viele sind), würd ich einfach sagen "Brauch ich nicht. Hab ich aber gern". Er oder sie wird eben sicher etwas anderes haben, was ich nicht haben muss.


    Und ich finde einfach, der Vergleich mit Fahrrädern und Löffeln hinkt. Wenn ich in einen Haushalt komme, wo meiner (!) Meinung nach zu viele Löffel sind (das mag objektiv ja ganz anders sein), würd ich auch fragen, wozu man die ganzen Löffel braucht. Ebenso bei Fahrrädern. Es wird sicher einen Grund haben und der interessiert mich.


    Außerdem - wie schon erwähnt "Wozu brauchst du die Bücher" wird ja sicher nicht so oft gefragt. Meist regt man sich hier doch über andere Sachen auf - hast du das alles gelesen; weißt du, was das alles kostet; was machst du beim umzug und und und


    Und nein, ich verstehe das nicht, warum Fragen gleich Vorwurf sein muss. Aber natürlich, man hört es ja in der Stimme. ;-) :rolleyes

    With love in your eyes and a flame in your heart
    you're gonna find yourself some resolution.

  • Die Fahrradfrage ("Du hast aber viele Fahrräder!!???") habe ich tatsächlich schon mal gestellt :lache - ohne mir was Böses dabei zu denken. 7 Fahrräder für eine einzige Person fand ich eben einfach bemerkenswert.


    Und ich denke bei nur einem Buch fragt auch kein Mensch, wozu man das hat. Aber wenn man in Wohnzimmer kommt, die einer Bibliothek gleichen, liegt die Frage ja vielleicht auch nah. Ob die alle gelesen sind, warum man so viele hat etc. Einzig die Frage: Du musst aber viel Zeit haben?!, die stört mich irgendwie. Lesen ist nunmal mein Hobby. Der eine geht 4 mal die Woche ins Fitnessstudio, der nächste sitzt nach Feierabend vorm Fernseher. Was man mit seiner Freizeit anfängt, muss ja jeder selbst wissen. Und gerade mit Lesen kann man ja auch Zeiten ausfüllen, die sonst tatsächlich nutzlos verstreichen würden. In Bus und Bahn auf dem Weg zur Arbeit. Im Wartezimmer. Etc.

  • Ist euch schon mal der Gedanke gekommen, dass es Menschen gibt, die einfach langsamer lesen oder sich nicht so gut konzentrieren können bzw. sich leicht von außen ablenken lassen? (Womit z.B. das Lesen in der Bahn wegfällt und bei denen es vielleicht abends nach der Arbeit einfach nicht mehr geht, weil sie ausgepowert sind und sich wirklich lieber auf die Couch hauen, die das dann eben auch nicht so schnell in Betracht ziehen, dass es da anderen nicht so geht?)


    Voltaire z.B. stellt fast jeden zweiten Tag (oder noch öfter) eine Rezi ein. Wüsste ich nicht, dass er regelmäßig und fleißig arbeitet, würd ich vielleicht auch denken "Boah, muss der viel Zeit haben". Was ist so schlimm dran, wenn Menschen staunen und das im ersten Moment für unglaublich halten? Man kann doch alles ganz normal und vernünftig erklären. Die 100. Person kann nichts dafür, dass die 99 vor ihr das Gleiche gefragt haben. ;-)


    Ach, ich sollte mich hier fernhalten. Mein Unverständnis wächst immer mehr. :lache

    With love in your eyes and a flame in your heart
    you're gonna find yourself some resolution.

  • "Wirklich schlimm" sind überhaupt keine Fragen. Schlimm sind Krankheiten, Arbeitslosigkeit, Unfälle, geliebte Menschen verlieren, ..... u.ä.


    DER TON MACHT DIE MUSIK.


    Wer, egal welche Frage, sie nett und interessiert stellt, bekommt immer (sehr sehr gerne) eine nette und ausführliche Antwort. Völlig egal welche Frage gestellt wird.
    Denn in jeder ehrlichen interessierten Frage kann ein Anfang eines guten Gespräches, zumindest eine nette Unterhaltung liegen.
    (Hier in diesem Forum/Thread geht es doch nur um einen "harmlosen" kleinen Austausch von unseren Erlebnissen??)


    Mich, z.B. kann niemand "ertappen". Ich arbeite, und bin von niemand abhängig (nicht mal von meinem Ehemann). Deshalb "darf" ich auch, ein Stück weit, Geld für meine Interessen bzw. Leidenschaft ausgeben. (Dies jedoch im finanziellen Rahmen, und das ist eine ganz persönliche Absprache mit meinem Mann (und nur mit diesem). Da würde ich mir niemals von irgendjemand reinreden lassen.) Trotzdem muß ich mit soetwas auseinandersetzen; tja.


    "Menschen aussortieren" ist so eine Sache. Ich würde manchmal gerne meine Schwägerin aussortieren, kann ich leider (wegen familiärer Bande) nicht. Ich würde gerne öfters meine Schwiegermutter aussortieren, kann ich leider nicht ...... Ich würde gerne .......
    Ich möchte mich auch nicht mit Bekannten, oder Bekannten von Freunden, oder sonstigen „Besucher anlegen“. Das gebietet oftmals die Höflichkeit bzw. der Respekt vor den Personen.
    „Freunde verbannen“ ist auch schwierig. Erstens stellen echte Freunde keine komischen Fragen (sondern einfach nur Fragen), und zweitens gibt es vielleicht andere Schnittpunkte mit diesen Menschen. Es muss ja nicht jeder meine Liebe zum Lesen und zu den Büchern teilen. Ich habe damit keine Probleme.
    --- Leben und leben lassen -----


    Kurz noch etwas zum eigentlichen Thread-Thema (wenn Ihr gestattet):
    Oftmals (nicht immer und von Jedem) sind Fragen auch einfach nicht ehrlich (und zwar im wörtlichen Sinne) gemeint.
    Beispiel:
    Vordergründige Frage: „Hast Du die alle gelesen?“
    In Wirklichkeit: „Warum hast Du ein 3. Buch wenn Du doch schon 2 Bücher hast. Hast Du Eines gelesen, hast Du alle gelesen. Außerdem wirft man eine Zeitung nach dem lesen ja auch in den Müll. Warum hebst Du die Bücher auf? Liest Du die etwa ein 2. Mal? Wenn ja, warum? Gibt es nicht genügend neue Bücher? (ein Widerspruch, denn siehe: "Eines gelesen-kennst ja alle").
    Oder:
    Vordergründige Frage: „Woher nimmst Du die Zeit?“
    In Wirklichkeit: „Bist Du mit Deinem Job, Ehemann, Kinder, Haushalt usw. nicht genug ausgelastet? Und vielleicht solltest Du Deine Fenster mal wieder putzen“.
    (Ich habe bei diesen Beispielen (leider) zitiert)



    Ich finde es wunderbar, mich über meine Liebe zum Lesen und Bücher auszutauschen. Vor allem mit Menschen im persönlichen Gespräch; und immer wieder auf's Neue.
    Dies Forum hier ist ein kleiner netter schriftlicher Verkehr, zum Nachdenken und Schmunzeln. Nicht zum Ärgern. Es soll Freude machen und einem vielleicht neue Gedanken bringen, bestensfalls neue Erkenntnisse. Es sollte unterhalten, die Zeit vertreiben und amüsieren. Aufregen können/tun wir uns ja im "normalen" Leben schon zur Genüge.
    Schön, hier Menschen zu finden, die Ähnliches erleben. Ich denke oft, ich bin (im realen Leben) mit meiner Leidenschaft alleine auf weiter Flur.


    Wünsche Euch einen schönen Samstagabend
    Gruß vicy

  • Gummibärchen, ich habe den Eindruck, dass es einfach nur um den Tonfall geht, in dem manche Fragen gestellt werden. Sofern es ehrliches Interesse oder meinetwegen auch Verwunderung ist, ist man sicher bereit, auch ehrlich darauf zu antworten, weil sich vielleicht sogar ein nettes Gespräch ergeben könnte, wie vicy schon schrieb.


    Sicher, wenn Freunde solche Fragen mit einem vorwurfsvollen (Sofern sie wirklich als Vorwurf gemeint sind.) oder wie auch immer gearteten Unterton stellen, sollte man vielleicht überlegen, ob man mit ihnen noch zu tun haben möchte. Ich frage mich auch, warum man Briefmarken sammelt, aber wenn ich es genau wissen will, frage ich eben nach, aber nicht in dem Tonfall "Meine Güte, wie kann man denn nur Briefmarken sammeln? Ist ja absolut langweilig ...".


    Wie oft dieser Tonfall im wirklichen Leben vorkommt, kann ich nicht sagen, bisher habe ich persönlich Fragen in Bezug auf meine Bücher eher selten gehört. Niemand hat hier - meine ich - ein Problem mit wirklichem Interesse und wirklicher Neugier, sondern nur mit Verständnislosigkeit. Ich verlange von den Menschen nicht, dass sie mein Hobby toll finden, lediglich, dass sie es so akzeptieren, wie ich ihre Briefmarkensammlerei oder Fußballspielerei oder so akzeptiere. Für Gespräche bin ich gern offen, aber nicht, indem man mich oder mein Hobby schon vorher abwertet.


    Wie gesagt, ich habe solche Fragen bisher nicht gehört. Aber ich stehe zu meinem Hobby und erwarte diesbezüglich einfach nur etwas Toleranz. :-)

  • Iszlá : Lass gut sein. Hier kommen jetzt alle auf einmal mit Tonfall, aber es ging hier nicht NUR um den Tonfall. Das mit Tonfall kann ich durchaus verstehen. (Wobei es meiner Meinung nach auch oft Interpretationssache ist), aber vicy hat zumindest in ihrem ersten Post weniger Bezug auf Tonfall genommen (klar sie hat erwähnt "oft kommen die Fragen so vorwurfsvoll") als auf die Fragen seltsam. Allein schon die Fragen, die sie nennt - ich kann da nichts Schlimmes entdecken.


    vicy : Nichts für ungut, ich seh die meisten Sachen eben anders als du und hab dazu schon genug geschrieben.

    With love in your eyes and a flame in your heart
    you're gonna find yourself some resolution.

  • ich denke auch, dass es etwas anderes ist, ob die Fragen freundlich, mit ehrlichem Interesse, gestellt werden, oder ob sie mit vorwurfsvollem Unterton und dem dazu passenden Gesichtsausdruck gestellt werden (leider alles schon erlebt). Ich denke, vielen ist es, gerade mit dem Tonfall, schon so ergangen und schreiben deshalb hier über ihre Erfahrungen, mehr oder weniger differenziert :wave

  • Ich find's einfach nur amüsant :grin


    Wir könnten ja mal die witzigsten Antworten auf solche Fragen sammeln, vielleicht würden dann mehr Leute darüber schmunzeln ... :chen


    Was machst du mit so vielen Büchern?
    Antwort: Siehst du ja, ins Regal stellen und Besucher verwirren ...

  • Also die meisten Fragen, die ihr hier aufgeführt habt, bekomme ich zum Glück nicht gestellt. Was einfach damit zu tun hat, dass ich Buchhändlerin bin :D Das Lesen ist da ja sozusagen eine Berufskrankheit :D


    Mich nervt nur immer die Frage, die kommt, wenn sich Leute in meiner (seeeeehr kleinen) Wohnung umschauen und früher oder später die Frage kommt, warum ich denn meine Bücher nicht alle in Regale stelle. Ich habe überall in meiner Wohnung Bücherstapel auf dem Boden stehen/liegen, weil ich einfach keinen Platz für mehr Regale habe. Mit ein bisschen Nachdenken könnte das aber jeder erkennen :-)


    Nervig finde ich allerdings die Fragen von Kunden bei uns im Laden, die sich umschauen und dann fragen, ob man alle Bücher, die im Laden stehen, gelesen hat?
    Noch schlimmer ist die Frage, ob man alle Neuerscheinungen liest. Meistens ist Ruhe, wenn ich dann zu bedenken gebe, dass in Deutschland rund 100000 Bücher pro Jahr erscheinen und ich die natürlich NICHT alle lese.... In der Berufsschule haben wir mal aus Jux ein Rechenbeispiel gemacht, wie lange es dauern würde alle Neuerscheinungen EINES MONATS zu lesen. Ich habe vergessen, wie lange es wirklich war, aber man bräuchte wohl mehrere Leben :D

  • Gummibärchen, ich sehe das so ähnlich wie Du, finde die Fragen jetzt nicht wirklich schlimm. Viele Leute können das einfach nicht nachvollziehen, dass jemand so viele Bücher hat und die auch noch alle gelesen haben will. Für Menschen, die nicht lesen, ist das unbegreiflich. Meine Schwiegermutter stellt die Frage regelmäßig. Sie liest nichts anderes als die Bildzeitung, Bücher stehen bei ihr nur als Deko im Schrank. Aber das ist nicht böse gemeint, sie kann das einfach nicht verstehen. Die Frage nach der Zeit erscheint mir auch verständlich, für viele ist das eine größere Sache mal ein Buch zu lesen, weil sie das einfach nicht gewohnt sind. Denen ist es auch wichtig große Teile des Buches am Stück zu lesen und nicht so wie ich, während ich warte, dass die Nudeln kochen oder bis der Große fertig ist mit Duschen nach dem Training. Vorwurfsvolle Fragen nach meinen Büchern sind mir noch nie untergekommen ( hat sich keiner getraut :gruebel? :schlaeger, keine Ahnung :grin)

  • Ich bin verwundert, daß es Leute gibt, die bestimmte Erfahrungen nicht gemacht haben und daraus schließen, daß die, die andere Erfahrungen haben, sich 'anstellen'. Das ist als Verhalten genauso absprecherisch, wie das derjenigen, die sich unverständig, aggressiv und spöttisch über den Buchbestand und Lesen als Hobby gegenüber Lesenden äußern.


    Ebenso seltsam ist es, denen, die über solche Erfahrungen sprechen wollen, zu unterstellen, sie würden ihrerseits andere nicht rücksichtsvoll genug behandeln.


    Es wurde im Thread vom Eingangsposting an mehrmals darauf hingewiesen, daß die, die sich mit solchen Bemerkungen konfrontiert sehen, sehr wohl wissen, ob sie aus Bewunderung, Unsicherheit, Neugier oder vielleicht Neid und Bosheit gemacht wurden. Und ihre Antworten dementsprechend formulieren.


    Ich reagiere inzwischen ziemlich scharf auf abschätzige Bemerkungen über Bücher und Buchbestand, weil wir in einer Zeit leben, in der das Buch nicht besonders gut angesehen ist. Die Etats von Bibliotheken werden regelmäßig gekürzt, die Gebühren steigen, die Öffnungszeiten sind nicht immer LeserInnenfreundlich, es wird über die Abschaffung von Lesesälen in großen wissenschaftlichen Bibliotheken diskutiert, die Altbestände sind in einem desolaten Zustand und nicht nur gemessen daran, daß wir eines der reichsten Länder der Welt sind, die außerschulische Leseförderung unterfinanziert zu nennen, ist blanker Hohn, um nur ein paar wenige Beispiele zu nennen.


    Der Blick vom Eulenforum aus täuscht gewaltig. Jede/r zweite hierzulande liest kein Buch und hat es auch nicht vor. Die Chance, auf solche Leute zu treffen, ist recht hoch. Ihre Meinung von Büchern dagegen oft gering. Und nicht alle sind Fremde. Oft genug ist man mit ihnen verwandt, verschwägert, befreundet.


    Es ist nicht alles immer so einfach, wie manche es gern hätten.



    :wave


    magali

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

  • :gruebel Ich habe wirklich noch nie abschätzige Bemerkungen gehört, wenn jemand meine Bücherregale gesehen hat. Die Frage"Liest Du das alles" oder "Hast Du die alle gelesen" schon, aber mit ehrlichem Interesse und ungläubig, nicht ironisch gemeint. Aber auch wenn jemand sich abfällig äussern würde, wäre mir das eine patzige Antwort wohl nicht wert. Das würde sicherlich nichts an der Meinung des anderen ändern.

  • Den Vogel hat mal mein Vater abgeschossen. Bücher kaufen und horten ist bei uns eine Familienkrankheit. Da hat er mich mal gefragt, warum ich so viele kaufe, wo die Eltern doch eh auch so viele haben. :wow
    Außerdem habe ich doch, als ich noch daheim gewohnt habe, eh alles gelesen, was sie an für mich interessantem hatten.

  • Leider musste ich mir am Samstag wieder mal eine sehr abschätzige Bemerkung von meiner Mutter anhören. Zwar nicht zu meinem Bücherbestand, aber allgemein zu Lesen als Hobby selbst.


    Ihr liebster Satz, seit ich überhaupt Lesen gelernt habe: "Machst du denn den ganzen Tag nichts anderes als Lesen?"


    Und das in einem sehr mürrischen Tonfall in dem einen ganzen Haufen Botschaften mitschwingen von denen die vordergründigste ist: hilf mir im Haushalt, tu etwas nützliches, geh raus an die frische Luft, verschwende nicht deine Zeit...


    Dieser eine Satz löst in mir eine Salve an Frust, Zorn, Gereiztheit, Enttäuschung uvm aus. Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Samstagnachmittag damit gelaufen war.


    Und zu meiner Verteidung: ich habe nicht mal gelesen. Das hätte sie herausfinden können, wenn sie freundlich gefragt hätte.


    Ok, das hätte jetzt eher in den "Ich bin genervt weil"-Thread gepasst, aber da es hier ja um die Reaktionen auf Bücher und das Lesen geht, dachte ich dass es doch hierher passt.


    Und wenn ich die Beiträge hier lese und dabei an meine Mutter denke, kann ich sehr gut verstehen, warum einige User sich über Kommentare zu ihren Büchern und ihrem Hobby aufregen.

  • Es geht nicht um schlagfertige oder gar patzige Antworten. Es geht hier darum, wie man reagiert, wenn jemand etwas, das man liebt, abwertend beurteilt.
    Klar kann man lachen, aber der Stich sitzt erstmal. So abgeklärt ist niemand, der lebt.


    Es gibt einfach Menschen, die gern lesen, die aber ein Umfeld haben, das mit Büchern nichts anfangen kann. In dem Fall ist man durchaus blöden Bemerkungen ausgesetzt.


    Mußt Du denn immer lesen?
    Du verdirbst dir bloß die Augen.
    Mit dem Geld könnte ich was Besseres anfangen!
    Vom Rumsitzen kriegt man einen breiten Hintern.
    Lesen? Laaaangweilig. Was finnste denn dadran?


    Und es sind keine Fremden, es geschieht in nächster Nähe:


    Nehmen wir Tante Susi. Ey, Tante Susi ist nett, ich mag Tante Susi. Sie kapiert bloß nicht, daß ich gerne lese. Habe ich schon gefühlte tausendmal gesagt. Letzten Sommer hatten wir echt Krach deswegen. Inzwischen sind wir wieder gut. Eben hat sie angerufen, ob ich nicht rüberkomm zu ihr, ihre Freundinnen sind da. Die mag ich doch auch. Sie hat ihnen auch schon gesagt, daß ich bestimmt komme.
    Klar weiß sie, daß ich heute abend den Krimi fertiglesen will, weil er grad so irre spannend ist. Aber sie hat halt gedacht, sie fragt mal, weil doch ihre Freundinnen und überhaupt. Die freuen sich schon soo auf mich.


    Und nun?
    Sagt man ab, tut's einer leid, das Lesevergnügen ist getrübt.
    Geht man hin, ist der Abend mit den Leuten getrübt, die man eigentlich mag.


    Aus der 15039-teiligen Serie: Das Leben mit Büchern und Menschen.




    Es kommt halt vor. Jede/r, die solche Erfahrungen nicht gemacht hat, soll sich einfach freuen.


    Mein Mitgefühl mit allen, die sich hier mal ausheulen. Es ist einfach nicht einfach.





    :wave


    magali

    Ich und meine Öffentlichkeit verstehen uns sehr gut: sie hört nicht, was ich sage und ich sage nicht, was sie hören will.
    K. Kraus

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von magali ()

  • :gruebelWahrscheinlich kann ich echt nicht mitreden, da ich solche Bemerkungen ( Kannt Du nichts anderes machen als Lesen usw.) noch nie gehört habe von jemandem. Aber ich dachte auch eher an Leute, die das erstemal meine Bücherregale sehen und dann meinen sie müßten eine blöde Bemerkung dazu machen ( alles eben rein theoretisch). Das würde mich nicht jucken. Wenn Du das natürlich jeden Tag von Deinen Eltern, Mann etc hörst, ist das natürlich etwas anderes.