Hannes - Rita Falk

  • Kurzbeschreibung lt. Amazon
    Niemand weiß, ob Hannes nach dem schweren Unfall je wieder aus dem Koma erwachen wird. Doch einer glaubt ganz fest daran: sein bester Freund Uli. Und der versucht auf seine Art, Hannes zurück ins Leben zu holen ...


    Die traurig-schöne Geschichte vom Einbruch einer Tragödie in das Leben junger Menschen. Berührender kann man wohl kaum von Krankheit, Verlust und Tod – und von der Größe, Kraft und Schönheit des Lebens erzählen.


    Angaben über den Autor
    Rita Falk, Jahrgang 1964, hat sich mit ihren Bestsellern um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer in die Herzen ihrer Leser geschrieben. Sie ist verheiratet und Mutter von drei erwachsenen Kindern.


    Meine Rezi
    Freundschaft & Abschied
    Hannes hatte bei einem gemeinsamen Motorrad-Ausflug mit Uli einen Unfall und liegt seitdem im Koma. Nachdem Uli seinen ersten Schock überwunden hat, beschließt er, seine Erlebnisse quasi als Tagebuch in Briefform an/für Hannes zu schreiben, damit dieser das Versäumte nachlesen kann, wenn es ihm wieder besser geht...


    Soviel zu der Idee des Buches, das von Rita Falk extrem gefühlvoll umgesetzt wurde. Auf sehr schnell zu lesenden ca. 200 Seiten schreibt sie aus Ulis Sicht über dessen Leben zwischen Zivildienst, Krankenhausbesuchen und Kontakt mit Freunden & Familie.


    Vielleicht beschreibt sie all diese Erlebnisse zu gefühlvoll. Ich weiß nicht recht, woran es lag, aber alles in allem war mir die Handlung trotz des schweren Themas einfach zu glatt gestrichen und wirkte auf mich leider zu vorhersehbar und zu sehr romantisiert. Klar, Uli leidet, aber auf wundersame Weise wird ständig alles gut, zumindest kommt es mir so vor. In dieser schwierigen Phase tritt er seinen Zivildienst an und hat dort sofort einen super Draht zur Leiterin Schwester Walrika. Er versteht auf Anhieb die Sorgen von Frau Stemmerle. Nach kurzer Zeit findet er sogar Zugang zur zunächst so abweisend wirkenden Psychologin Iris Redlich ("die Redlich Iris"). Mit seinen Freunden und Nele, der (Ex-)Freundin von Hannes, gibt es zwar ein paar Reibereien, aber Uli hat neben Hannes trotzdem immer einen Freund zur Hand. Im Zivildienst läuft insgesamt alles überragend gut. Als es Uli ein paarmal ziemlich schlecht geht, weiß Schwester Walrika den richtigen Rat oder schickt ihn an die richtige Stelle, damit er zu sich findet. Die beschriebenen Umstände mit dem Freund im Koma sind eine extrem traurige Ausgangsposition. Aus den beschriebenen Gründen kam mir beim Lesen eben immer wieder der Gedanke, dass die ganze Geschichte doch sehr bemüht konstruiert ist.


    Vielleicht sollte man als Leser einfach darüber hinwegsehen und Frau Falk ein Lob aussprechen, dass sie sich mit diesem Buch überhaupt auf komplettes Neuland gewagt hat. Schlecht hat sie das auch nicht gemacht, aber aus meiner Sicht eben auch nicht extrem gut. Es waren viele wunderschön gefühlvolle Beschreibungen enthalten, derentwegen es sich lohnt, "Hannes" zu lesen, aber man sollte vielleicht einfach auch nicht zuviel erwarten.


    8/10 Punkten

  • Ich habe "Hannes" von vorablesen.de bekommen und mich sehr drüber gefreut, da ich bereits die Eberhofer-Romane von Fr. Falk verschlungen habe.
    Mir war natürlich klar, dass man diese beiden Genres nicht vergleichen kann aber das sie dann doch so ähnlich sind, hätte ich nicht gedacht.
    Dieser teilweise abgehackte Schreibstil, der mir beim Franz Eberhofer so gut gefällt, war hier fehl am Platz. Vielleicht lag es auch einfach an der Ich-Form bzw. der Tagebuchform :gruebel


    Zitat

    Original von Ballerina
    Vielleicht sollte man als Leser einfach darüber hinwegsehen und Frau Falk ein Lob aussprechen, dass sie sich mit diesem Buch überhaupt auf komplettes Neuland gewagt hat. Schlecht hat sie das auch nicht gemacht, aber aus meiner Sicht eben auch nicht extrem gut. Es waren viele wunderschön gefühlvolle Beschreibungen enthalten, derentwegen es sich lohnt, "Hannes" zu lesen, aber man sollte vielleicht einfach auch nicht zuviel erwarten.


    :write


    Alles in allem kann ich dem Buch nur 6 Punkte geben und man kann getrost auf das Taschenbuch warten. Denn 18 € für die wenigen Seiten sind meiner Meinung nach zu viel.

  • Zitat

    Original von Jasmin87
    Ich habe "Hannes" von vorablesen.de bekommen und mich sehr drüber gefreut, da ich bereits die Eberhofer-Romane von Fr. Falk verschlungen habe.
    ...


    Alles in allem kann ich dem Buch nur 6 Punkte geben und man kann getrost auf das Taschenbuch warten. Denn 18 € für die wenigen Seiten sind meiner Meinung nach zu viel.


    Ich habe das Buch auch bei vorablesen gewonnen und mir daher keine Gedanken über den Preis gemacht, muss Dir hier aber zustimmen, wenn die Aufmachung auch sehr wertig ist mit grünem Leseband und geschmackvollem Einband.


    Für mich war das das erste Buch von Frau Falk, deshalb hatte ich keinen Vergleich. Ich fand die Sprache auch recht abgehackt, konnte das aber sehr gut mit dem Tagebuchstil und Ulis Charakter verbinden. Irritiertiert haben mich eher einige meiner Meinung nach zu dick aufgetragene phylosophische "Ausflüge" in Ulis Sprache. Aber wie immer ist das Geschmacksache ;-)

  • Nachdem die Krimis der Autorin ganz und gar nicht meinen Geschmack treffen, bin ich mit großer Skepsis an dieses Buch herangegangen.


    Mein Eindruck
    Der Ich-Erzähler Uli ist schon seit frühester Kindheit mit Hannes befreundet, außerdem gehören noch einige andere Freunde (Rick, Kalle, Nele, der Brenninger) der Clique an. Die Freunde verbringen eine unbeschwerte Jugend, bis Hannes im Alter von 21 Jahren bei einem Motorradunfall schwer verletzt wird und seitdem im Koma liegt.
    Uli als bester Freund des Verunglückten leidet besonders unter der Situation. Jeden Tag besucht er seinen Freund im Krankenhaus, liest ihm die Sportberichte aus der Zeitung vor, erzählt ihm aus seinem Alltag als Zivildienstleistender im "Vogelnest", einem Heim für psychisch instabile Patienten, massiert Hannes´kalte Hände und versucht auf jede erdenkliche Weise, mit dem Freund in Kontakt zu treten. Auch die anderen Freunde und die Eltern von Hannes erscheinen ziemlich regelmäßig am Krankenbett, doch bald kommt es unter ihnen zu Spannungen, die die Atmosphäre so beeinträchtigen, dass Uli am liebsten der einzige Besucher wäre. Er glaubt nämlich fest daran, dass Hannes trotz seiner "naturgemäßen" Reaktionslosigkeit im Inneren doch alles wahrnimmt, was um ihn herum vorgeht, zumal es nach einigen Monaten leichte Fortschritte gibt.
    Auch wenn Uli nicht im Krankenhaus anwesend ist, beschäftigt er sich gedanklich ständig mit seinem Freund und schreibt ihm tagebuchähnliche Briefe, die Hannes nach seiner so sehnlich erhofften Genesung lesen soll. In diesen Briefen verarbeitet Uli seine Probleme. Der Leser wird durch die Briefe nicht nur zum Zeugen von Ulis Leben und Hannes gesundheitlichem Auf- und- Ab, sondern er erfährt auch in Rückblicken einiges über die gemeinsame Jugend der beiden Freunde. Uli ist grundsätzlich ein sehr positiv eingestellter und höchst empathischer Mensch, der auch bei seiner Arbeit im "Vogelnest" wesentlich mehr tut als seine Pflicht. An der psychischen Stabilisierung einiger "Insassen" ist er durch seine einfühlsame Art und innovative Ideen maßgeblich beteiligt. Zwischen ihm und einer dort arbeitenden Nonne entwickelt sich trotz aller Gegensätzlichkeiten erst Respekt, dann so etwas wie eine Freundschaft.


    Die Charakterisierung der Figuren hat mir sehr gut gefallen und wird durch den authentischen Sprach-/Schreibstil der jungen Leute glaubwürdig vermittelt, auch wenn der Sprachstil entsprechend dem Handlungsort (Bayern) einige Eigenheiten enthält, die nicht ganz dudenkonform sind.
    Lediglich das wahllose und ungezügelte Ausleben sexueller Triebe sowohl auf Seiten der jungen Leute als auch der Psychologin im "Vogelnest", die damit ihren Arbeitsplatz riskiert, fand ich überzogen, unrealistisch und bei der Thematik des Romans ziemlich überflüssig.
    "Hannes" ist trotz der bedrückenden Grundstimmung ein Buch, das durch die Darstellung einer unverbrüchlichen Freundschaft positive Akzente setzt: wer einen solchen Freund hat, ist ein "reicher" Mensch.
    Das Buch ist sehr gefühlvoll, bzw. einfühlsam geschrieben und auch als Leser, der nicht sehr sentimental ist, kann ein Kloß im Hals bei der Lektüre nicht ausgeschlossen werden. Aber auch auf der intellektuellen Ebene lädt "Hannes" zu Diskussionen ein: Wieviel nehmen Komapatienten von ihrer Umwelt wahr ? Tut man ihnen einen Gefallen, wenn man alle medizinischen Therapiemöglichkeiten ausschöpft oder wäre es humaner, sie gehen zu lassen? Können liebende Anghörige/Freunde einen Komapatienten durch ihre ständige Präsenz am Leben erhalten...und ist das überhaupt noch ein (menschenwürdiges) Leben?


    Ein großartiger Roman, der mich tief beeindruckt hat, was nicht zuletzt daran liegt, dass ich selbst zwei Söhne im Alter der Protagonisten habe und dass mein Zweiundzwanzigjähriger selbst ein wahrer "Uli" ist. 9 Punkte

  • Inhalt



    Ulli und Hannes sind Freunde, seit sie denken können, schon als Kinder haben sie alles miteinander gemacht. Auch bei dem schrecklichen Motorradunfall waren sie zusammen, doch seit dem scheint sich ihr Weg zum ersten Mal zu trennen. Ulli hat überlebt. Hannes liegt im Koma.



    Ulli weiß, dass es helfen soll, mit den Bewusstlosen zu sprechen, also fängt er an, Briefe zu schreiben. Über den Alltag, über Erlebtes, über Familie, gemeinsame Freunde, Hannes Freundin. Über Vergangenes und alte Erinnerungen. Schon bald wird klar, dass Ulli damit nicht nur versucht, seinen besten Freund zurückzuholen, sondern sich auch gleichzeitig mit den Briefen selbst therapiert.



    Und zwischen all den Briefen lauert die Wut. Grenzenloser Zorn auf Hannes leblosen Körper, auf die Ärzte, die nicht helfen können, auf den Unfall, auf das Schicksal, auf das Leben und den Tod. Mit jedem vergangenen Tag wird es ein wenig schwieriger, zu glauben, dass Hannes wieder aufwacht, aber Ulli gibt nicht auf. Dazu ist er noch nicht bereit.



    Meine Meinung



    Wer Rita Falk von den amüsanten Krimibüchern kennt, wird hier überrascht. Ein so ernstes Thema verlangt Ernsthaftigkeit in der Umsetzung, und das ist gelungen. Es ist wirklich keine Geschichte zum Lachen, und das wäre auch verkehrt. Es ist immer schön zu sehen, wenn so ein Wechsel in der Erzählweise gelingt.



    Doch obwohl die Geschichte eine traurige Thematik hat und die Freundschaft zwischen Ulli und Hannes rührend klingt, ist dieser Funke nicht übergesprungen. Eigentlich bin ich, was solche Themen in Büchern angeht, nah am Wasser gebaut. Hier sind die Emotionen nicht richtig übergesprungen. Ja, es war traurig. Aber es hat mich nicht berührt



    Hannes ist keine schlechte Geschichte, sie ist ernsthaft und nichts zwischendurch, sie hat alles, was ein gutes Drama braucht – aber der entscheidende Funke, das gewissen Etwas, das mich Nächte durchlesen (und weinen) lässt, hat mir gefehlt. Es war bedrückend und traurig, aber nichts Besonderes, die Geschichte bleibt nicht haften, lässt keinen bleibenden Eindruck, wie andere Geschichten es schaffen.

  • Hannes liegt da, einfach in seinem Bett. Die Augen einen Spalt offen, aber in ihn hineinsehen kann man nicht. Uli kommt ihn besuchen, jeden Tag, denn er ist sein Freund. In Briefen erzählt er Hannes was passiert in der Welt, wie die anderen Freunde zueinander stehen und zeigt: Dass das Leben schön genug ist, um wieder zukommen, oder?


    Ein Komapatient als Hauptfigur, als lebendes Denkmal einer Freundschaft, eines Unfalls und dem Leben, das weitergeht. In diesen Büchern gibt es einen schmalen Grad zwischen Kitsch und Realität, der gehalten werden muss. Schnell kann es zu feinfühlig werden, zu wunderbar, wenn Komapatienten schnell Heilung erfahren oder zu schnell sterben. Soll so ein Buch Hoffnung machen? Soll es über das Leben und den Tod erzählen?


    Es ist nicht in den Kitsch abgerutscht, das kann ich sagen. Durch die Figur Uli, die Briefe schreibt, so wie er ist und sein wird, bleibt der Roman in der Realität haften und ist nicht allzu rührselig. Uli ist ein Mensch, der sehr betroffen ist, denn er kennt Hannes schon von klein auf. So einen Freund sollte man haben!


    Uli schreibt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Mit manchmal verkrüppelter Grammatik und so wie einundzwanzigjährige wohl reden. Er ist kein Prototyp, denn ich kenne viele, die bei so einem Schicksalsschlag anderes reagieren würde, den Freund im Stich lassen würden, ohne einen Grund zu haben. Aber er ist eine Figur, die sich verändert durch seine Briefe, die Menschen, die ihn umgeben und schließlich auch seinen Job.


    Wenn man nachdenkt, kann man viel verändern, so habe ich einige Dinge gelesen. Wenn man für jemanden da ist, heißt es anderes zurückstellen. Manchmal war ich schockiert, dass andere Figuren ablehnend reagieren, oder zu engagiert sind. Aber Uli brauchte diese Gegenpole sonst wäre er einfach in der Masse der Briefeschreiber der Literatur untergegangen.


    Zum Ende hin habe ich kurz einen Kloß im Hals, das gebe ich zu. Aber auch nur einmal. Es ist kein Buch, dass so könnte man laut Klappentext denken, großartig auf die Tränendrüse drückt, denn das schafft Ulis Schreib- und Denkstil einfach nicht.


    Überraschenderweise hat mir dieses Buch von Rita Falk gefallen und so vergebe ich 9von 10 und empfehle es gerne weiter.

  • Hannes hat auf einer Motorradtour mit seinem Kumpel Uli einen Unfall und liegt seit dem im Koma. Nach dem ersten Schock fasst er einen Entschluss und besucht seinen Kumpel fast täglich. Die anderen Freunde finden dies nicht so toll und je länger Hannes im Koma liegt kommen immer weniger Freunde auf Besuch.


    Uli beschließt nun alles für Hannes in Briefe zu schreiben die er dann lesen kann wenn er wieder gesund ist. Doch damit nicht genug, er liest ihm die Briefe auch vor. Dadurch hat man auch am Leben von Uli sehr großen Anteil.


    Das Buch hat mich bewegt und doch hatte ich so einige Probleme damit, dennoch finde ich es gut geschrieben und auch wirklich ganz toll gemacht wenn man bedenkt was für ein schwieriges Thema dieses Buch doch ist.
    Trotzdem fand ich den Schreibstil nicht wirklich toll. Wobei ich nicht sagen will das es schlecht ist. Frau Falk hat sich an einem neuen Genre probiert und dies auch gut gemacht.


    Weiterempfehlen werde ich das Buch auf jedenfall. Denn es ist sehr gut zum Nachdenken geeignet und auch wenn man eigentlich weiß wie es wohl ausgehen wird hofft man mit Uli mit.

  • Meine Rezension
    Um mit der Tatsache klarzukommen, daß sein bester Freund Hannes nach einem Unfall im Koma liegt, beginnt Uli, ihm Briefe zu schreiben. Damit möchte er die Zeit mit und ohne ihn Revue passieren lassen, um sie hoffentlich später einmal gemeinsam mit ihm zu teilen.


    Ich finde es ganz wunderbar, daß Uli seinen Freund Hannes – im Gegensatz zu einigen anderen Freunden – auch nach Monaten nicht aufgibt und ihn regelmäßig besucht. Ich denke mir, daß viele – gerade auch junge – Menschen mit so einer Extremsituation nicht gut umgehen können und den Umgang mit Schwerstkranken oder Komapatienten aus Hilflosigkeit, Angst und Schmerz dann lieber vollständig vermeiden.


    In seinen Briefen erzählt Uli seinem Freund von seinem Zivildienst im „Vogelnest“ und von den Menschen, mit denen er dort zu tun hat: Schwester Walrika, die Psycho-Redlich, der schweigsame Florian und Frau Stemmerle.


    Diese Personen hauchen dem Buch viel Leben ein und haben mir ausnehmend gut gefallen, jede auf ihre ureigene Art und Weise: so wird z.B. Schwester Walrika erst als eine Art Dragoner beschrieben, ist aber ein herzensguter und überaus liebenswerter und patenter Mensch.


    Die Situation ist nicht einfach und Kommentare wie der eines Medizinstudenten „Eigentlich ist der doch schon längst tot, nur stinkt erhalt noch nicht“ zeigen, wie manche Menschen über Komapatienten denken.


    Doch auf der anderen Seite sind viele Freunde und Familie für ihn da und feiern seinen Geburtstag mit ihm… Wie sagt auch Hannes‘ Arzt, den Uli immer nur als „Schnauzbart“ bezeichnet: „Ich beneide Sie… Es ist etwas Wundervolles, etwas Unbezahlbares und leider sehr Seltenes … Freunde, wie Sie es sind, sind inzwischen längst ausgestorben, leider.“


    Man spürt aber auch, wie belastend so eine Situation für alle ist: der Freundeskreis teilt sich in Spreu und Weizen, Familien können zerbrechen… und trotz alldem geht das Leben für alle auch irgendwie weiter. Muß ja!


    Ein schönes Buch über Freundschaft, Familie und Loslassen. Das Buch ist nicht deprimierend, obwohl das Thema es an und für sich ist, wenn ein so junger Mensch lange vor seiner Zeit gehen muß. Doch ich finde, es zeigt auf anschauliche Weise auch: Das Leben geht dennoch weiter, auch wenn es schmerzt und der Verlust Narben hinterlassen wird.


    Als einzigen Kritikpunkt möchte ich monieren, daß mir das Ende zu konstruiert war.


    Ich habe nicht bereut, der Autorin eine 2. Chance gegeben zu haben. Ihre Mundartkrimis mag ich nämlich gar nicht. Hier finde ich die Sprache auf jeden Fall angenehm. Klar spricht Uli, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, aber nicht übertrieben. Besonders hervorheben möchte ich auch das schlichte und unaufdringliche, aber dennoch wunderschöne Cover.

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Bitte seht es mir nach, wenn meine Rezension nicht so groß auf gemacht ist und so umfangreich sein wird. In diesen Dingen fehlt mi die Übung. Sorry. ;-)


    Meine Rezension:


    Ich bin platt, nachdenklich, andererseits auch erleichtert, nach dem ich eben fertig geworden bin mit diesem Buch.
    Denn ich persönlich habe es auch schon als einen kleinen, innerlichen Kampf empfunden, was da vonstatten ging.


    Dieser blöde Unfall, die Krankenbesuche, die nervlichen Zusammenbrüche, Streitereien usw. So richtig mit genommen hat mich das Ganze aber erst auf den letzten drei Seiten. Denn die Autorin schafft es, in der so wohl traurigen Geschichte, auch Spuren von Humor mit rein zu bringen. Ja, obwohl so traurig, man kann auch tatsächlich schmunzeln darüber. Und dafür bin ich ihr sehr dankbar. Denn sonst hätte sich das mit dem Lesen etwas schwierig und langwierig gestaltet. ;-) Sie verschont uns bis zu den letzten drei Seiten und dann wird aber richtig auf die Tränendrüse gedrückt. Kaum einen würde das kalt lassen. ;-)


    Von den Charakteren her, habe ich einige in mein Herz geschlossen. Aber das müsst ihr selbst heraus finden. Ich möchte nicht so viel vorweg nehmen. Lest bitte das Buch. Es lohnt sich wirklich und den Preis kann man ausgeben. Es wäre kein Ärgernis. :-)


    Ich kenne nun nicht die anderen Bücher der Autorin. Aber ich kann mir vor stellen, noch mehr von ihr zu lesen. Ich werde das austesten. :grin


    Dieses Werk habe ich an einem Tag aus gelesen. Was eigentlich gar nicht vor kommt bei mir, fast nie. Und wenn das nicht Grund genug für euch ist das Buch zu kaufen, dann weiß ich auch nicht weiter. :lache
    Gute Arbeit Frau Falk.


    Da mich immer das Wort Egal genervt hat von Uli, es kam sehr oft vor. Fast nach jedem Abschnitt, bekommt das Buch von mir 9 von 10 Punkten. Das ist aber das einzige was ich da ankreiden kann. :wave

  • Ulis bester Freund Hannes liegt nach einem Motorradunfall bei einem gemeinsamen Ausflug im Koma und keiner weiß, ob er jemals wieder aufwachen wird. Um sich mit dieser Tatsache abzufinden, beginnt Uli in einer Art Tagebuch seine Gedanken und Erlebnisse im Alltag aufzuschreiben, um sie später Hannes zeigen zu können, wenn der wieder genesen ist, woran Uli fest glaubt.


    Das Buch wagt sich an ein sehr heikles, tiefgründiges Thema heran. Wider meiner Erwartungen hat es auf mich (abgesehen vom Schluss) nicht deprimierend oder “schwer” gewirkt. Vielmehr wurde die tiefe Freundschaft der beiden jungen Männer geschildert. Für meinen Geschmack hat das Ganze manchmal schon etwas zu erwachsen gewirkt. Es ist auch eher die Geschichte von Uli, nicht diejenige von Hannes, die erzählt wird.


    An den Schreibstil gewöhnt man sich mit der Zeit, dennoch wirkt er am Anfang recht einfach und vor allem wiederholend. Immer wieder tauchen die gleichen Wendungen und Formulierungen auf. Trotzdem fand ich ihn sehr passend. Schließlich “redet” hier ein junger Mann, der seinen Gedanken freien Lauf lässt und alles so aufschreibt, wie er es auch sagen würde.


    Manche Dinge liefen mir zu reibungslos und manchmal auch ein wenig zu unrealistisch ab. Dass Uli in seinen jungen Jahren einfach jedem seine Meinung schamlos ins Gesicht sagen darf ohne Konsequenzen dafür tragen zu müssen, stufe ich als unglaubwürdig ein. Es ist ihm nachzusehen, dass manchmal die Nerven mit ihm durchgehen, vor allem gegen Ende des Buches, als er beginnt zu bemerken, dass sich viele Freunde von Hannes abwenden, weil sie keine Hoffnung mehr sehen. Dennoch halte ich seine Äußerungen ab und an für etwas übertrieben. Aber ich glaube, gerade die reibungslosen Dinge im Buch nehmen der Thematik etwas an Schwere. Ohne die lustigen Bemerkungen und Erzählungen von Uli, würde das Buch doch einiges an seiner Leichtigkeit einbüßen.


    Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen! Das Ende war vorhersehbar, trotzdem hat es die Autorin geschafft, auch mich immer wieder auf einen anderen Ausgang hoffen zu lassen. Ich stufe das Buch auf alle Fälle als empfehlenswert ein und vergebe 8 von 10 Punkten.

    Gelesene Bücher/Ebooks 2020: 6/11
    Aktueller SuB/Ebooks: 130/20 (End-SuB 2019: 139/6)


    :lesend Die schwarze Dame - Andreas Gruber :flowers

  • Da zu Inhalt und Autorin ja schon viel gesagt wurde, schreibe ich hier direkt meine eigene Meinung:
    Optisch gefällt mir das Buch sehr gut. Die Gestaltung des Covers mit den Kastanienblättern finde ich sehr schön und passend, vor allem da der Kastanienbaum sogar eine Rolle im Buch spielt. :-]
    Das gesamte Buch besteht aus Briefen von Uli an Hannes, in denen er von seinem aktuellen Leben erzählt und sich an seine gemeinsame Zeit mit Hannes erinnert.
    Den Schreibstil finde ich auch sehr passend, denn Ulis Briefe wirken dadurch für mich sehr echt.
    Die Freundschaft zwischen Hannes und Uli, hat mich schon sehr berührt. So eine Freundschaft ist wirklich sehr selten und man sollte sie gut behüten.
    Die Geschichte hat mich „gepackt“ und es ist mir schwer gefallen das Buch aus der Hand zu legen. Die Handlung ist natürlich sehr traurig, aber die Grundstimmung des Buches ist es eigentlich nicht.
    Ulis Humor hat mich hin und wieder zum schmunzeln gebracht. :-)
    Das Buch hat es geschafft, mich zum Weinen zu bringen. Das passiert eigentlich bei eher wenigen Büchern.


    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Rita Falk erzählt von einer wunderbaren Freundschaft und jeder, der so einen Freund hat kann sich wirklich glücklich schätzen.


    Rita Falks Krimis kenne ich nicht, aber das wird sich wahrscheinlich in naher Zukunft ändern.


    8 Punkte

  • Uli und Hannes sind Sandkastenfreunde. Die beiden haben alle bisherigen Stationen ihres Lebens miteinander verbracht- bis sie an einem sonnigen Februartag auf die Idee kamen, einen Motorradausflug zu machen. Hannes verunglückt schwer und liegt im Koma.
    Uli vermisste seinen besten Kumpel und Gesprächspartner und beginnt, Briefe an Hannes zu schreiben. Diese Briefe sind der Inhalt dieses Buches.


    Um es gleich vorweg zu nehmen: Mich hat das Buch nicht berührt, da mir die innere Auseinandersetzung der Hauptfigur Uli mit dem Unfall, den Folgen, seinen Schuldgefühlen einfach gefehlt hat.
    Uli wird als starker Charakter beschrieben, der sein Leben weiterlebt und Hannes durch die Briefe und täglichen Besuche daran teilhaben lässt. Wirklich bewundernswert, wie er sich um seinen Freund kümmert, wie er seinen Alltag in einem Heim für psychisch Kranke, dem „Vogelnest“ meistert und es sogar schafft, den Patienten Lichtblicke in ihren grauen Alltag zu verschaffen.
    Mir hat in der Figur des Uli die Tiefe gefehlt. Die Briefform hat das Teilhaben an einem Reifungsprozess, an einer inneren Entwicklung verhindert und gerade das hätte ich spannend gefunden.
    Die Autorin versucht, die Schwere der Thematik mit einem flapsigen Humor auszugleichen, was ihr auch teilweise gelingt. Für meinen Geschmack hat sie dieses Stilmittel an einigen Stellen überzogen und somit wirkt es auf mich verkrampft, die Figur Uli gewollt „cool“.
    Das Ende hat mich allerdings doch noch versöhnlich gestimmt und ist der stärkste Teil des Romans. Hier zeigt Uli Gefühle und muss Innehalten, das hätte ich mir häufiger gewünscht.
    Durch die Briefform ist die Sprache eines Zwanzigjährigen. Das ist mit dem Inhalt stimmig und die Autorin bleibt sehr konsequent in diesem Sprachduktus. Mich hat das leider nicht angesprochen, häufige Wiederholungen sind eine „naturgemäße“ Folge, dafür bin ich zu alt. Kurz: Die Sprache war mir zu einfach.
    Überzeugt hat mich die Darstellung der Freundschaft und die Figur des Hannes. Zwischen den Zeilen kommt bei mir an, dass er ein besonderer Mensch ist. Trotz oder gerade in dieser aussichtslosen Situation suchen Hannes‘ Freunde und Familie seine Nähe. Sein Krankenzimmer wird zum Mittelpunkt ihrer Begegnungen.
    Für mich ist das Buch ein mittelmäßiges, nicht mehr und nicht weniger.

    Die eigentliche Geschichte aber bleibt unerzählt, denn ihre wahre Sprache könnte nur die Sprachlosigkeit sein. Natascha Wodin

  • Hallo,


    auch ich möchte zum Inhalt nicht mehr viel schreiben, da hier schon genug erzählt wurde...


    Daher direkt zu meiner Meinung: :grin


    Zuerst fällt der Blick auf das wirklich schöne Cover.... schlicht, aber edel und wirklich schön!!!


    Der Schreibstil ist sehr ungewöhnlich, aber absolut authentisch mit dem Inhalt, da es sich ja um Briefe handelt, die ein 21-Jähriger an seinen Freund schreibt, der im Koma liegt....
    Ich kann mir supergut vorstellen, dass genauso ein Freund solche Briefe schreiben würde oder zumindest sich so ausdrücken würde, wenn er mit jemandem spricht...


    Uli schreibt in diesem Briefen, wie er das Koma von seinem Freund erlebt.... wie er mit der Situation umgeht, aber auch die Freunde und die Eltern von Hannes...


    Zunächst hatte ich Angst, dass es vielleicht eine allzutraurige Geschichte gibt, aber dem ist nicht so... Uli erzählt in seinen Briefen auch über seinen Zivi-Alltag und dort gibt es auch sehr witzige Szenen.... nicht nur, aber auch!!!


    Gerade das hat mich an diesem Buch sehr fasziniert: Auf der einen Seite denkt man schon viel über das Thema "Wachkoma" nach, aber auf der anderen Seite gibt es auch noch das "andere" Leben.... und das hält sich hier im Buch die Waage....


    Man braucht also wirklich keine Angst zu haben, dass man das ganze Buch nur mit einem Kloß im Hals lesen kann.


    Es liest sich wirklich sehr flüssig und man ist wirklich immer gespannt, wie es weitergeht...


    Ich kann das Buch nur weiterempfehlen.... es ist interessant und lädt zum Nachdenken ein - ist dabei aber kein "schweres, melancholisches" Buch...


    Wie ich finde: Eine gelungene Mischung und sehr lesenwert!!!


    Von mir 8 von 10 Punkten (2 Punkte Abzug, weil die Zustände auf Ulis Arbeit leider nicht sehr realistisch sind - wünschenswert aber auf jeden Fall!!)

  • Ich durfte das Buch ebenfalls im Rahmen der Testleserunde lesen und mir hat es gefallen.


    Das Buch wirkt auf mich von der Umschlaggestaltung angefangen bis hin zum Ende sehr stimmig.


    Es geh um Uli, der damit leben muß, daß sein bester Freund Hannes, nach einer gemeinsamen Motorrad-Tour im Koma liegt. Die beiden sind mehr als gute Freunde, eher wie Brüder, die alles miteinander geteilt haben. Und weil ihm dieses "Teilen" fehlt, fängt Uli an Hannes Briefe zu schreiben, in denen er ihm von seinem Alltag und seinen Gedanken erzählt.


    Uli ist 21 Jahre alt, hat sehr viel Humor und beginnt gerade mit seinem Zivildienst in einem Heim für psychisch Kranke Menschen, mit denen er schöne, traurige aber auch sehr skurille Erlebnisse hat. Nebenher kümmert er sich noch um Hannes, besucht ihn so oft er kann und ist voller Hoffnung.


    Auf diese Weise ist auch das Buch geschrieben. Sehr humorvoll aber auch sehr ehrlich. Für mich ist das einfach stimmig, wie "der Uli da so frei Schnauze" alles aufschreibt, was ihm so durch den Kopf geht.
    Er läßt uns Leser an seinem Leben, aber auch an allem rund um Hannes Krankenbett teilhaben.


    Ich habe das Buch in einem Rutsch durchlesen müssen, so sehr hat mich Ulis und Hannes Geschichte gefesselt. Ich habe mehrmals laut gelacht und war aber auch sehr berührt. Das Buch macht nachdenklich aber ohne zu bedrückend oder zynisch zu sein, im Gegenteil, denn dafür ist Rita Falks Art zu erzählen einfach zu lebensecht und zu humorvoll. Ich werde es sicherlich irgendwann noch einmal lesen.


    Ich vergebe 9 Punkte.

  • Hallo !


    Die Gestaltung des Umschlags gefällt mir, das Bild passt sehr schön zum Inhalt, das grün wirkt frisch .....entgegen der Inhaltsbeschreibung auf der Buchrückseite, da vermutet man eher "Düsteres". Dies bewahrheitete sich aber meiner Meinung nach nicht, sondern die "Frische" überwiegt beim Lesen.....


    Auch wenn es um einen Unfall und einen Koma-Patienten geht, liest sich das Buch nicht drückend und traurig. Uli schreibt seinem "schlafenden" Freund Briefe, in denen er seinen Alltag beschreibt. Seinen Zivi-Job, eine Beschreibung was Familie und Freunde so tun, Besuchs-Erzählungen.....Alltag eben. Er lässt seinen Freund weiterhin an seinem Leben teilhaben, bzw. er versucht diesen "Kontakt" aufrecht zu erhalten.


    Meine Kritikpunkte: Uli hätte mich gelegentlich etwas tiefer in sein Herz und seine Seele schauen lassen könnten, ich fand auch den Alltag etwas zu "glatt und rosa, so läuft das Leben in der Regal ja nicht. Aber wahrscheinlich musste es für dieses Buch so sein, um eben kein "Tränen-Schmerz-Buch" zu werden.


    Ausserdem möchte ich erwähnen, dass ich knappe 18 Euro für 200 Seiten Buch einfach nicht angemessen finde, ich hätte als Käufer wohl auf das Taschenbuch gewartet oder die Bibliothek/Onleihe bemüht.


    Was ich an dem Buch mochte: Es war ein hübscher Gedankenanstoss zum Thema Freundschaft und Familie. Der Schreibstil war passend zu einem Anfang-Zwanziger-jungem-Mann und es liess sich flüssig lesen. Man wollte natürlich auch dringend wissen, wie die Sache ausgeht, sodass dieses Buch wohl eine 1-Tages-Lektüre ist.


    Von mir 8 von 10 Punkten. Den Punktabzug gibts für das "rosarote Alltagsleben", gerade was "Psychiatrie", Stellenangebote, Großzügigkeit anderer Menschen und diese Dinge betrifft. Das passt vielleicht zum Buch, aber nicht zur Realität.


    Grüsse
    Andrea

  • Ulis Freund Hannes verunglückt bei einer gemeinsamen Motorrad-Tour und liegt seitdem im Koma. Uli besucht ihn fast täglich und schreibt ihm Briefe über seinen Alltag, damit Hannes die durch das Komas verpasst Zeit später nachlesen kann.


    Die Briefe schreibt Uli wie ihm der Schnabel gewachsen ist, kurze Sätze, flapsige Formulierungen und eine bunte Mischung aus Alltagsbegebenheiten, Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse und Szenen im Krankenhaus.
    Uli macht seinen Zivildienst in einem Heim und über die Bewohner und Mitarbeiter dort gibt es viel zu erzählen.
    Trotz seiner Sorge um den kranken Freund verliert Uli seinen Humor nicht, sogar Szenen im Krankenhaus kann er immer wieder etwas amüsantes abgewinnen.
    Gleichzeitig spürt man aber auch seine tiefe Betroffenheit und Sorge und den Freund.


    Ich fand das Buch sehr gelungen und habe es sehr gern gelesen. Die von vielen kritisierte rosarote Welt im Heim "Vogelnest" fand ich stimmig. Aus Ulis Sicht war es dort sicherlich prima und für ein ein Rückzugsort aus seiner Trauer.


    Von mir bekommt das Buch 9 Punkte.

  • Ich habe das Buch auch innerhalb der Testleserunde gelesen.
    Auch ich hätte wohl, wenn man an den hohen Preis für 200 Seiten denkt, eher auf das Taschenbuch gewartet, oder es ausgeliehen. Da wäre mir der Preis wohl doch zu hoch gewesen...


    Trotzdem hat mir das Buch sehr gut gefallen.
    Uli schreibt hier Briefe an seinen besten Freund Hannes, der bei einem gemeinsamen Motorradausflug verunglückt ist und jetzt im Koma liegt.
    Er macht das, um so seinen Freund an seinem Leben teilhaben zu lassen, um ihm die Briefe zu geben, nachdem dieser aus dem Koma erwacht ist.
    Die Schreibweise der Briefe finde ich hier sehr passend (obwohl ich ein bisschen Anfangsschwierigkeiten hatte, mich daran zu gewöhnen). Uli "erzählt" seinem Freund Hannes eben durch die Briefe alles genauso, wie er es ihm auch "sprechend" erzählt hätte.


    Ein ganzes Jahr lang, besucht Uli Hannes fast täglich an seinem Krankenbett. Da wird man doch nachdenklich und fragt sich, wie viele solcher besten Freunde es auf der Welt gibt. Würden die eigenen Freunde einen selbst so lange begleiten?


    Mich hat das Buch teilweise berührt, aber zu Tränen ist es nicht gekommen. Denn auf der anderen Seite erzählt Uli aus seinem ganz normalen Alltag. Teilweise Lustiges aus seiner Zivi-Zeit, die mich zum Schmunzeln gebracht haben.
    Diese gelungene "Abwechslung" hat dem traurigen Hintergrund auch immer eine etwas lustigere Atmosphäre gegeben.


    Ich vergebe hier 8 von 10 Punkte.


    Edit: Ein e und ein l gespendet.

  • Rita Falk: Hannes


    Rita Falk beschreibt in ihrem Buch die tiefe Freundschaft zweier Jungs, gerade erwachsen geworden und vom Schicksal hart getroffen. Ulis bester Freund Hannes fällt nach einem Motorradunfall ins Koma. Uli beginnt ihm Briefe zu schreiben, drückt seine Gefühle darin aus und verarbeitet so das Trauma des Verlustes. Fast täglich ist er an seinem Krankenbett, verfolgt die kleinsten Veränderungen und hofft bis zum Ende.


    Gleichzeitig geht sein Leben weiter. Er arbeitet als Zivi im Vogelnest, einem Heim für psychisch Kranke. Sehr einfühlsam und engagiert erledigt er seinen Job, kommt den Kranken wie auch den dort Tätigen näher. In seiner jugendlichen Unbekümmertheit und Spontaneität baut er auch einigen Mist, aber ist doch überall beliebt.


    Rita Falk beschreibt, wie Uli klar kommt, wie er immer reifer und erwachsener wird und am Ende auch loslassen kann.


    Trotz traurigem Hintergrund kommt auch viel Humor und Situationskomik vor, ein Buch das Mut macht und anrührt und Freundschaft als großes Gut in den Mittelpunkt stellt.


    Ich kann es empfehlen und vergebe 8 von 10 Punkten.

  • Nachdem ich die Regionalkrimis von Rita Falk sehr gern gelesen habe, war ich natürlich gespannt auf die "andere" Rita Falk.


    Ich muss sagen, meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Auch mit diesem Werk hat sie mich absolut überzeugt.


    Die Geschichte von Hannes und Uli hat mich echt berührt und nachdenklich gemacht. Von einem Tag zum anderen ist nichts mehr wie es war und alle Beteiligten müssen sich auf eine vollkommen neue Situation einstellen. Jeder geht damit anders um. Uli schreibt an Hannes Briefe, in denen er sein aktuelles Leben erzählt und liest diese dann seinem Freund vor, damit Hannes weiter Anteil an Ulis Leben hat.


    Das Buch ist ein wundervolles Werk über einen schweren Schicksalsschlag, über Freundschaft, Liebe, Familie und Loslassen. Für mich ist das Buch einfach stimmig. Der Schreibstil in Briefform paßt in der Ausdrucksweise zu einem 21-jährigen Jungen und ist daher glaubhaft.


    Da ich das Buch im Rahmen einer Testleseaktin gewonnen habe, vergebe ich 10 von 10 Punkte. Ansonsten hätte es von mir einen Punkt Abzug gegeben, da ich den Preis für knapp 200 Seiten doch als sehr hoch empfinde.

    Kein Buch ist so schlecht, dass es nicht auf irgendeine Weise nütze.
    (Gaius Plinius Secundus d.Ä., röm. Schriftsteller)

  • Ganz anders als in ihren durchaus amüsanten Franz-Ebenhofer-Romanen widmet sich Rita Falk in Hannes einem ernsten Thema.
    Uli und Hannes sind seit Kindertagen beste Freunde. Bei einem gemeinsamen Motorradausflug verunglückt Hannes schwer und liegt anschließen lange im Koma. Uli glaubt fest an seine Genesung und beschließt Hannes Briefe zu schreiben, damit dieser auf dem laufenden ist, wenn er aus dem Koma erwacht.
    Uli schreibt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Das ist zwar umgangssprachlich, der Stil ist sicher nicht jedermanns Sache, für mich machte er die Briefe aber unglaublich authentisch. Ich glaubte fast Ulis Stimme im Ohr zu haben beim Lesen, er hat quasi mir seine Briefe bei einem Bier erzählt.
    Durch diese Briefe lernt der Leser nicht nur Uli kennen, sondern auch Hannes, denn es gibt immer wieder Rückblenden auf gemeinsame Erlebnisse. Auch berichtet Uli von seinem Zivildienst, dem Treffen mit Freunden, den Telefonaten mit den Eltern. So enthüllt sich Stück für Stück das Leben eines 21-jährigen in der bayerischen Provinz. Und obwohl ich im realen Leben sicher wenig Berührungspunkte mit Uli hätte, berührt mich seine Geschichte. Seine Liebe, seine Hingabe, seine Freundschaft, die auch nicht endet, als der andere Part nicht mehr antworten kann, weil er im Koma liegt. In meinen Augen war hier nichts glattgebügelt oder rosa gefärbt, sondernes hat halt alles gepasst.
    ich fand auch das Ende sehr stimmig und überhaupt nicht konstruiert. Aber vielleicht muss man dafür auch daran glauben, dass es besondere Bindungen zwischen zwei Menschen geben kann.
    Rita Falk ist der Genrewechsel ganz ausgezeichnet gelungen und hat eine berührende, nachdenklich machende Geschichte erzählt.