'Lycidas' - Seiten 001 - 145

  • Hmmm, ich muss sagen, ich brauche wohl noch etwas, um wirklich im Buch anzukommen. So richtig hat es mich noch nicht überzeugt, aber es wird besser. Hatte sogar schon mit dem Gedanken gespielt, es abzubrechen. Da ich aber die ganze Trilogie hier liegen habe, wollte ich nicht gleich drei Bücher verwerfen.


    Zum Teil liegt es daran, dass ich dauernd denke, kenne ich doch schon oder schon mal so ähnlich gelesen. Im Moment bin ich aber doch gespannt, wo die Geschichte hin will.


    Zum anderen liegt es daran, dass sehr sehr ausführlich erzählt wird. Manches wird auch mehr oder weniger wiederholt (nur in anderen Worten).


    Gut gefallen hat mir die Karte zu Beginn (meine Ausgabe ist übrigens von 2004, noch mit dem alten Cover, das mir sehr gut gefällt, besser als das neue).


    Das Waisenhaus ist ziemlich gruselig und ich habe mich als erstes gefragt, wann der Roman wohl spielt. So richtig klar ist mir das auch immer noch nicht, aber die ganz moderne Zeit ist es wohl nicht, oder?


    Die Welt unter London (also die uralte Metropole) gefällt mir ganz gut, sie bietet einige Überraschungen, Spinnen, die sich gerne in menschliche Gestalt formen, alte Götter und sicher noch vieles mehr. Bin gespannt, was da noch kommt.


    Insgesamt ist die Welt des Romans doch sehr düster und die Geschichte ebenso.


    Dass Emily Laing ein Glasauge hat, finde ich sehr traurig. Ob es wirklich ihre Visionen verstärkt?


    Die Ratten im Buch sind mir bisher sehr sympathisch. Ich finde Ratten sowieso recht interessant. Ich hoffe, wir hören noch öfter von ihnen (und nicht nur als Futter für Lykanthropen und andere)


    Als Erzähler fungiert Mortimer Wittgenstein, obwohl er ja die meiste Zeit gar nicht dabei ist. Ich mag ihn. Er ist wie Emily ein Halbelf (der Begriff Wechselbalg dafür gefällt mir aber nicht). Ich bin gespannt, ob wir irgendwann Emilys Eltern treffen werden oder zumindest etwas über sie erfahren. Ich denke ja auch, dass es zwischen ihr und Mara verwandtschaftliche Beziehungen gibt.


    Auch Maurice Micklewhite mag ich, ebenso wie die Vorstellung, das er ganz in Weiß und Wittgenstein ganz in Schwarz gekleidet ist, ich sehe die beiden direkt vor mir.


    Und dann kommt noch Aurora Fitzrovia, Emilys beste Freundin aus dem Waisenhaus zur Gruppe dazu. Das freut mich sehr für sie, ich frage mich, ob es noch einen anderen Grund dafür gibt, als Emily damit eine Freude zu machen.


    Und auch das Irrlicht Winston Dunstable ist klasse und total loyal offenbar. Ich hoffe, dass er wieder ganz gesund wird.


    Nicht so toll fand ich den scharlachroten Ritter. Das ist doch etwas abgedroschen, auch wenn es hier statt Rätsel Lyric ist. Waren hier mit den Pfeilen schon Fox und Wolf am Werk - oder noch jemand anderes?


    Kinder verschwinden und wie wir erfahren, ist Lycidas dafür verantwortlich. Er baut einen Tunnel. Doch warum braucht er dafür Kinder - und wer ist er überhaupt?


    Neben Lycidas gibt es noch den Lordkanzler von Kensington, der sich als Anubis entpuppt - und auch böse ist. Er nennt sich Abezi Thibod und trägt eine silberne Maske. Er bringt die Gilden dazu, sich zu verpflichten, ihm Kinder (für Lycidas) zu liefern. Schreckliche Vorstellung! Warum aber dürfen de Kinder nicht älter als 5 Jahre alt sein?


    Emily ist ein Trickster und ihre Gabe ist es, durch die Augen der entführten Kinder zu sehen - und zumindest was Mara angeht, klappt das ja auch. So können die Freunde sich auf deren Fährte setzen - verlieren sich aber sehr schnell wieder. Emily und Aurora sind nun allein, werden von Mr. Fox und Mr. Wolf gefangen genommen (die ursprünglich zwei Kinder aus dem Waisenhaus holen sollten - Emily und Mara?), doch zum Ende des Leseabschnitts gelingt ihnen die Flucht. Spannender Break, mal sehen, wie es weitergeht.

  • Zitat

    Original von Clare


    Wo wir gerade bei Kindern sind: Emily kommt mir nicht wie ein Kind ihres Alters vor. Schon klar, sie hat schon viel durchmachen müssen in ihrem jungen Leben. So etwas prägt natürlich. Trotzdem erstaunt mich die Gleichmut und die Selbstverständlichkeit, mit der sie die neue fremde Welt annimmt, die Feen und andere "Märchenwesen" und schließlich auch ihre eigene Rolle. Sie kommt mir vor wie ein "altes" Wesen im Körper eines Kindes mit den Erinnerungen eines Kindes und so, als wäre da verschüttetes Wissen. Ist nur so ein Gefühl.


    Und mich irritiert doch etwas, dass Wittgenstein immer von dem "kleinen Mädchen" spricht. Sie ist 12, da ist man kein "kleines" Mädchen mehr ...

  • Zitat

    Original von Zwergin
    Ich habe mich grade durch die Beiträge der ersten Leserunde gearbeitet und festgestellt, dass ich doch einige Anspielungen nie bemerkt habe, so wäre ich z. b. bei Mr. Wolf und Mr. Fox nie auf Pinocchio gekommen. :lache


    Auf Pinocchio bin ich grade noch so gekommen - weil ich die Geschichte immer gehasst habe, und trotzdem 2-3x schauen musste, aber viele andere Anspielungen sind mir auch entgangen.
    Nach Lycidas hab ich mich ja wirklich hingesetzt und mich durch Das verlorene Paradies und zum Teil durch die göttliche Komödie gekämpft hab.
    Durch die alte LR hab ich mich schon ein paarmal gelesen, vor allem auch weil mich Ruthvens Kommentare interessiert haben :-]

  • So, nun habe ich endlich auch alle bisherigen Beitraege gelesen, mit der alten Leserunde kommt da ja einiges zusammen. Wie toll, dass der Autor mitgemacht hat!
    Mir gefaellt das Buch bisher wirklich gut. Wittgenstein ist einfach klasse.
    Zu Beginn dachte ich auch, auf Grund der Beschreibungen des Waisenhauses, dass das Buch nicht in unserer Zeit spielt. Daher fand ich die Rolltreppen und McD auch etwas befremdlich, aber da seh ich jetzt einfach drueber hinweg.
    Als die erste sprechende Ratte aufgetaucht ist, dachte ich erst "wtf?!" aber es passt ja eigentlich alles ganz gut zusammen.

  • Also ich habe jetzt auch endlich den 1. Part geschafft. Ich sage geschafft, weil ich mich da schon ein bisschen durchkämpfen musste. Das Buch fesselt mich nicht so wirklich. Das liegt vllt an dem sehr ausgeschmückten Schreibstil. Mit dem Stil komme ich nicht so klar.
    Aber auch die vielen Irritationen, wie z. B. in welcher Zeit es spielt oder auch London oben und die Stadt oben, hindern mich am schnellen Lesen, weil ich im Hinterkopf immer am Grübeln bin, ob das alles so passt und wo es sich gerade abspielt. Ich kann nämlich die Kinderarbeit der Waisenkinder und das Waisenhaus an sich nicht mit Rolltreppen und Mecces zusammenbringen. Und auch dieser fast nahtlose Übergang von der U-Bahn von London in die uralte Metropole,die keiner sonst bemerkt, die dann aus Regionen besteht, die mit vollkommen fremden Wesen bevölkert ist,aber unter london´schen Stadtteilen liegt.:konfus
    Aber ich habe noch Hoffnung, dass ich mich mit dem Buch noch anfreunde. Ich habe mir alle Beiträge, auch die der letzten LR durchgelesen ( war zuerst sehr irritiert, das der Autor mitgelesen hat und das 2Mal ein Anfang gemacht wurde, bis mir aufgefallen ist, das es sich um die letzte LR handelt .:konfus :lache
    Und ich glaube, ich sollte mal mehr Klassiker lesen, denn die Bücher, auf die immer wieder angespielt wurde, kenne ich alle nicht.
    Mal gucken, wie es weiter geht.

  • Zitat

    Original von Zwergin
    Das verlorene Paradies habe ich auch hier liegen und immerhin schon das Nachwort gelesen. :lache


    :lache
    das ist ja schon mal ein Anfang. Es ist echt mühsam, und ich habe streckenweise schon mit der deutschen Ausgabe gekämpft. Mit der englischen wäre ich wahrscheinlich nicht weit gekommen - obwohl ich die irgendwann unbedingt haben will. Die stelle ich dann ungelesen und unverstanden neben meinen Finnischen Herr der Ringe, da kann sie dann schön aussehen :-]

  • Also ich kämpfe doch sehr mit dem Buch. Hatte es ja schonmal angefangen vor einiger Zeit und dann zur Seite gelegt. Jetzt weiß ich wieder warum.
    Die Bunte Truppe hat sich gerade mit dem Irrlicht auf in die tiefen der Uraltenmetropole gemacht. Bisher komme ich nicht so ins flüssige lesen. Was allerdings auch mit meiner bevorstehenden Semesterprüfung zusammen hängen mag.


    Ich habe mir aber fest vorgenommen, dieses mal durchzuhalten, auch wenn es was länger dauert. Also weiter Seite für Seite und Kapitel für Kapitel, vll packt mich die Geschichte ja noch. Ist ja auch ein ziemlich dickes Buch, da kann man ja nicht das ganze Spannungspulver am Anfang verscchießen.

    Das Buch ist wie eine Rose, beim Betrachten der Blätter öffnet sich dem Leser das Herz.


    (Sprichwort aus Persien)


    LG büchervamp :flowers

  • Leider bin ich etwas spät dran mit dem ersten Abschnitt. Die Hälfte habe ich bisher und der Schreibstil gefällt mir schon sehr, aber irgendwie konnte mich das Buch noch nicht komplett packen. Nimmt die Handlung bald an Fahrt auf, so dass die Seiten nur noch so dahin fliegen? Abbrechen möchte ich es bisher auf keinen Fall.

  • Ich schließe mich hier mal der Leserunde an.


    Passend zur Jahreszeit hat es mich gleich wieder gepackt - ich liebe diese Bücher!


    Vieles wurde hier schon geschrieben, so daß ich mich auf weniges beschränke (auch dem mühseligen Tippen am Tablet geschuldet)


    Ich persönlich bin ein echter Freund von Wittgenstein. Ich liebe seinen Humor und seine Schrulligkeit. Aber auch die anderen Figuren mag ich sehr gerne, eigentlich alle, mal abgesehen von den Spinnen, bei denen gruselt es mich doch.


    Auch mir geht es immer so, daß ich beim Lesen das gefühl habe, irgendwo im 19. Jahrhundert zu sein, dabei sind Rolltreppen und MacDonalds doch irgendwie befremdlich. Aber ich mag Phantasy und auch Phantastik, so daß ich hier locker drüber hinwegsehen kann.


    Die Zhematik mit dem lesen fiel mir jetzt beim lesen auch auf, klar hat Emily gelesen, was sie bekommen konnte, aber wo sie es gelernt hat, erschließt sich mir auch nicht so richtig. Aber das verzeihe ich dem Autoren mal gnädig :-]


    Ich versuche, das lesen zu genießen, merke aber schon, daß mich die Geschichte wieder voll in ihren. bann zieht!

    :lesend Anthony Ryan - Das Heer des weißen Drachen; Navid Kermani - Ungläubiges Staunen
    :zuhoer Tad Williams - Der Abschiedsstein