Der Nachtwandler - Sebastian Fitzek

  • Kurzbeschreibung (Quelle: amazon.de)
    In seiner Jugend litt Leon Nader an Schlafstörungen. Als Schlafwandler wurde er während seiner nächtlichen Ausflüge sogar gewalttätig und deswegen psychiatrisch behandelt. Eigentlich glaubte er geheilt zu sein - doch eines Tages, Jahre später, verschwindet Leons Frau unter unerklärlichen Umständen aus der gemeinsamen Wohnung. Ist seine Krankheit etwa wieder ausgebrochen? Um zu erfahren, wie er sich im Schlaf verhält, befestigt Leon eine bewegungsaktive Kamera an seiner Stirn – und als er am nächsten Morgen das Video ansieht, macht er eine Entdeckung, die die Grenzen seiner Vorstellungskraft sprengt: Sein nächtliches Ich steigt durch eine ihm völlig unbekannte Tür hinab in die Dunkelheit …


    Über den Autor (Quelle: amazon.de)
    Sebastian Fitzek hat sich mit bislang acht Bestsellern – zuletzt "Abgeschnitten" zusammen mit Michael Tsokos – längst seinen Ruf als DER deutsche Star des Psychothrillers erschrieben. Seine Bücher werden in vierundzwanzig Sprachen übersetzt; als einer der wenigen deutschen Thrillerautoren erscheint Sebastian Fitzek auch in den USA und England, der Heimat des Spannungsromans.


    Meine Meinung:
    Bei vielen als Psychothriller beworbenen Romanen handelt es sich um einfache Kriminalromane, die wenig Psycho sind und denen auch es auch noch am Thrill fehlt. Ganz anders ist dieser Psychothriller von Sebastian Fitzek. Mit den ersten Sätzen wird der Leser ins Geschehen gesogen und kann dem Strudel der Ereignisse bis zuletzt nicht mehr entkommen. Die Spannung wird ganz konsequent auf hohem Niveau angesiedelt. Immer wieder baut der Autor unverhoffte Wendungen ein. Der Leser rätselt gemeinsam mit dem Protagonisten, was geschah nun im Schlaf und was im Wachzustand. Kleinere Verwirrungen bleiben nicht aus und sind sicher auch erwünscht. So steht hier nicht die Frage "Wer hat es getan?" sondern "Was hat er getan?" im Vordergrund. Das Aufrechterhalten der Spannung ging ein wenig zulasten einer diffizileren Zeichnung der Charaktere. Die Zerrissenheit Leons wurde zwar gut dargestellt, aber das Gesamtbild war mir ein wenig zu oberflächlich. Der Handlungsort bot nicht viel Abwechslung, das fand ich sehr gelungen. Man konnte sich beim Lesen nur auf das eine Wohnhaus konzentrieren und fand sich darin schnell recht gut zurecht. Etwa ab der Mitte des Thrillers wurde die Geschichte auch ein wenig vorhersehbar, trotzdem schaffte es der Autor, mich bis zum Ende bei der Stange zu halten. Das war sicher auch der Tatsache geschuldet, dass in diesem Thriller kein Ermittler(team) im üblichen Sinne zum Einsatz kam. Sprachlich ist dieser Thriller einfach gehalten, wirken soll er durch die Atmosphäre, nicht durch besonders schön gesetzte Worte.


    "Der Nachtwandler" gehört mit seinen 320 Seiten zu den eher kürzeren Thrillern. In 43 recht kurzen Kapiteln erzählt Sebastian Fitzek die Erlebnisse Leon Naders. Dadurch entsteht eine ungeheure Sogwirkung, das Buch lässt einen nicht mehr los, man will nur noch ein Kapitel lesen, dann noch eins, weil es ja so kurz ist und plötzlich hat man die letzte Seite gelesen. Dies war mein erster Psychothriller, den ich von diesem Autor gelesen habe, es war sicher nicht der letzte. Ich empfehle ihn gern weiter.

  • Auch ich befand mich beim Lesen in einem Sog. Das Buch hat mich bis zum Ende nicht losgelassen. Man gerät als Leser in einen Wirbel. Irgendwann weiß man nicht mehr, in welchem Bewustseinszustand sich der Protagonist befindet. Das ist mit Sicherheit so gewollt und liegt auch daran, dass die Geschichte eigentlich nur aus der Sicht von Leon Nader beschrieben wird. Seine Unsicherheit und Verwirrtheit hat sich voll auf mich übertragen. Ich habe mit ihm gehofft, gebangt, gezweifelt.
    Ich kann nicht behaupten, dass es für mich vorhersehbar war. Ich habe irgendwann nur gehofft, dass es so ist, wie ich denke.


    Mein Fazit: Ein Buch, dass einen zwingt, weiter zu lesen. Sebastian Fitzek führt den Leser gekonnt in eine verwirrende Gefühlswelt. Ein Buch, das die Bezeichnung Psycho-Thriller verdient hat.

  • So, bin durch! War wieder einmal super, so wie man es von einen 'Fitzek' erwartet. Spannend und nicht vorhersehbar bis zur letzten Seite.
    Absoluter Pageturner und klare Leseempfehlung für alle Fitzek-Fans.
    Von mir 9 von 10 Punkten.

    :lesend"Labyrinth - Elixier des Todes: Agent Pendergast 14" von Douglas Preston & Lincoln Child


    "Wenn man liebt, sind Pockennarben so hübsch wie Grübchen."

  • Hallo.


    Ich habe gestern vormittag begonnen zu lesen und am Abend war ich durch. Mehr braut man dazu nicht sagen, oder?
    Das Buch ist phantastisch geschrieben und spannend bis zum Ende. Die Story hat das gewisse "Etwas": Sie ist phantasievoll in Szene gesetzt, sie verwirrt den Leser gekonnt und ist doch nachvollziehbar.
    Die Architektur des Hauses erinnerte mich entfernt an den Thriller "Creepers" von David Morrel und somit hatte ich gleich eine passende Location vor meinem inneren Auge.
    Vom Grunde her könnte "Der Nachtwandler" eine typische Stephen King Erzählung sein - aber aus seiner früheren Zeit mit einer Schreibweise die ich heute bei ihm leider vermisse. In diesem Buch steht Sebastian Fitzek einem S.K. in nichts nach.
    ABER: Warum ist das Buch nur so kurz?
    Lieber sebastian Fitzek, bitte schreibe dickere Bücher...Du weisst, man kann sie, erst einmal begonnen, nicht mehr weg legen und sie sind viel zu schnell ausgelesen. Bei Deinem Schreibstil müssen einfach noch 200 Seiten mehr drin sein ;-)


    Von mir eine klare Kaufempfehlung.


    Viel Spaß beim lesen wünscht


    René

  • Wieder ein wahnsinnig spannender Thriller von Sebastian Fitzek. Ich war doch reichlich verwirrt zwischendrin, am Ende die Auflösung kam sehr überraschend und die Erläuterungen am Schluss haben mir dann doch eingeleuchtet. Sehr spannend gemacht und schnell gelesen. Viel zu schnell, denn jetzt heisst es wieder lange warten bis zum nächsten Fitzek...

  • Ich habe es auch quasi in einem Rutsch durchgelesen, nur das Ende hat mich etwas verwirrt, weil man wieder nicht wirklich wusste, woran man nun ist.


    Und nein, mehr Seiten hätte ich mir nicht gewünscht, denn so war es flüssig, ohne Längen, wunderbar :-]

  • Ich hab das Buch (noch) nicht gelesen, bin aber heute auf der Thalia-Homepage über die Lesung gestolpert, die vielleicht für die ein oder andere (Franken-)Eule interessant sein dürfte:


    Am 11.04. ist er in Erlangen in der Thalia-Buchhandlung am Hugo, klick

  • Sebastian Fitzek hat es bei mir alles andere leicht, denn seine Bücher waren für mich entweder immer sehr gut oder grottenschlecht. Obwohl ich von seinen letzten Werken relativ enttäuscht war, wollte ich "Der Nachtwandler" unbedingt eine Chance geben, da ich die Kurzbeschreibung sehr spannend fand. Ein riesengroßes Highlight war das Werk für mich nun nicht gerade, aber auch keine Enttäuschung, was mich mit Sebastian Fitzek versöhnlich stimmt.


    Obwohl die Geschichte ein oftmals schockierender Psychothriller ist, gab es ein paar Momente, in denen ich lachen musste, ganz besonders, wenn es um Leons Adoptiveltern ging, die sam Anfang sehr sympathisch wirkten. Ansonsten gab es bei dieser Geschichte für mich jedoch nicht viel zu lachen, denn die Spannung war auf jeder Seite deutlich spürbar, sodass ich das Buch stellenweise recht angespannt in den Händen hielt. Der Schreibstil ist sehr flüssig, spannend und eindringlich. Sebastian Fitzek sorgt dafür, dass die Geschichte nicht nur auf dem Papier, sondern auch in den Köpfen stattfindet, indem er Leons Nächte ausführlich und eindringlich beschreibt. Ganz besonders spannend fand ich dabei, wie sehr mich die Frage interessiert hat, was alles real war und was nur ein Traum. Jedoch dauerte es lange, bis es erste Anzeichen zu meinen Fragen gab.


    Allerdings gibt es auch einen großen Kritikpunkt, über den ich nicht hinwegsehen konnte:
    Es heißt, es handelt sich bei "Der Nachtwandler" um einen Psychothriller, der dem Genre auch oftmals gerecht wird, allerdings wird stellenweise auch einiges extrem überspitzt dargestellt, was mich ein wenig beeinflusst hat. Normalerweise möchte ich bei diesem Genre immer das Gefühl haben, dass mir ähnliches passieren könnte, doch leider war dieses Gefühl nicht immer vorhanden. Sehr schade, denn so ist einiges an Spannung flöten gegangen. Da half auch oftmals die Frage, ob es sich tatsächlich um einen Traum oder Realität handelt, nicht mehr viel.


    Die Charaktere sind dagegen gelungen, auch wenn ich einige Reaktionen, besonders die von Leon stellenweise als zu emotionslos empfand. Zwar kann man seine Gefühle und seine Gedanken durchaus nachvollziehen, aber dennoch hat er mir stellenweise zu kalt reagiert und ich frage mich, wieso das so ist, denn ich hätte in einigen Situationen deutlich anders reagiert. Die Gespräche, die er mit anderen Menschen führt, wirken oftmals sehr wirr und man fragt sich, ob er sich dessen überhaupt bewusst ist oder ob er sein eigenes Verhalten überhaupt erkennt, denn bei allem wirkt er sehr abwesend und lustlos. Dennoch konnte ich ihn bis zum Schluss nicht ganz einschätzen, sodass ich mit ihm auch nicht sonderlich warm wurde, aber dennoch fand ich ihn in gewisser Art und Weise recht sympathisch.


    Das Cover passt trotz all seiner Schlichtheit sehr gut zur Geschichte, denn die Taschenlampe ist ein wichtiges Element und die Dunkelheit ist ebenfalls ein riesengroßer Bestandteil dieser Geschichte. Die Kurzbeschreibung konnte mich ebenfalls überzeugen. Zwar hat sie mich am Anfang sehr an "Das Haus/House of Leaves" von Mark Z. Danielewski erinnert, jedoch waren die Geschichten dann doch sehr unterschiedlich.


    Insgesamt konnte mich "Der Nachtwandler" zum Großteil überzeugen. Eine düstere Stimmung, große Spannungsmomente und ein interessanter Protagonist sorgten dafür, dass ich das Buch stellenweise nur schwer aus den Händen legen konnte. Sebastian Fitzek ist und bleibt trotz einiger schwächerer Bücher für mich DER dt. Thriller-Autor, von daher kann ich nur eine Kauf- und Leseempfehlung aussprechen.

  • Ich hatte das Buch vorbestellt und gleich am Erscheinungstag lag es bei mir. Gelesen habe ich es auch fast gleich, denn bei Sebastian Fitzek habe ich immer den Drang, das Buch sofort zu lesen. Bisher haben mir alle seine Bücher gut gefallen und auch hier gibt es keine Ausnahme. Sein Buch war das erste, das ich seit Monaten gelesen habe, denn ich hatte irgendwie keine rechte Lust etwas zu lesen. Sein Buch jedoch hat mich wieder motiviert.


    Ich fand es sehr spannend, von Anfang an war ich neugierig, was denn dahinter steckt. Auch die verwirrenden Momente empfand ich als sehr gelungen beschrieben, teilweise wusste ich selbst nicht mehr, ob und was der Hauptdarsteller im Schlaf oder Wachzustand getan hat. Ich wäre auch im Leben nicht auf das Ende gekommen, egal wie ich gegrübelt hätte. Das war für mich überraschend und gibt einen weiteren Pluspunkt. Die sonstigen Figuren waren sehr gut gezeichnet. Bei Fitzek mag ich, dass man sich immer in die Figuren hinein versetzen kann. Seine Erzählweise macht es einem leicht, mit den Figuren zu fiebern und sich die einzelnen Personen besser vorzustellen.

    Auch aus Steinen,
    die dir in den Weg gelegt werden,
    kannst du etwas Schönes bauen

    Erich Kästner

  • Leon wacht eines Nachts auf und entdeckt seine Freundin im ziemlich desolaten Zustand, wie sie gerade ihre Sachen zusammen packt um auszuziehen. Er weiß nicht, wie sie so zugerichtet wurde und warum sie auszieht und hat Angst, dass er wieder im Schlaf gewandelt ist und ihr selbst vielleicht diese Grausamkeiten angetan hat. Ein Problem, wegen dem er schon in seiner Kindheit in psychiatrischer Behandlung war. Als Natalie weg ist fängt er an nachzuforschen und stößt auf immer mehr Hinweise, dass er im Schlaf tatsächlich Dinge anstellt, an die er sich später nicht mehr erinnern kann. Schlimme Dinge …


    Von Sebastian Fitzek ist man ja bereits einiges gewohnt. Mit ihm hatte ich schon viele schlaflose Nächte, bzw. natürlich mit seinen Büchern. So war es auch wieder mit dem “Nachtwandler”.
    Optisch ist das Buch mal wieder recht ansprechend gestaltet. Der Schutzumschlag ist so gedruckt und gefaltet, dass der Buchinhalt einmal komplett eingeschlagen werden kann. Auf dem normalen Buchrücken steht wie üblich dann der Titel und auf dem Schnitt, der eingeschlagen ist, prangt ein Tresor mit Kombination. Was es damit auf sich hat, das weiß man, wenn man das Buch schließlich gelesen hat.
    Durch die vielen kurzen Kapitel, die bei Fitzek ja mittlerweile Standard sind, lässt sich dieser knapp über 300 Seiten starke Thriller auch wieder schnell weg lesen. Die Zeit sollte man sich auch nehmen, denn eine Pause machen ist nahezu unmöglich.


    Inhaltlich kommt Fitzek dieses Mal mit denkbar wenig Figuren und Schauplätzen aus. Nahezu die gesamte Handlung spielt sich im Haus in dem Leon wohnt ab. Dadurch agiert er als Hauptfigur auch nur mit wenig anderen Protagonisten, so dass einem alles ein wenig isoliert vorkommt. Genau dieser Umstand sorgt allerdings für eine noch beklemmendere Atmosphäre als es die Handlung eh schon impliziert.


    Der Leser erlebt alles aus Leons Sicht und genauso wie Leon war auch ich teilweise sehr verwirrt über die Geschehnisse und neusten Entdeckungen. Fitzek treibt hier ein wirklich ordentliches Verwirrspiel und immer wenn man denkt, man wüsste nun woran man ist, gibt es eine erneute verrückte Wendung. Auf das gesamte Ausmaß des Schreckens kann man wohl nicht kommen, aber richtige Ideen und Hinweise schon. Und genau das macht die Sache auch wieder interessant. Man liegt ja nicht total falsch, aber die komplette Wahrheit ist es trotzdem nicht.


    Am Ende des Buches ist man erschlagen von so viel Grausamkeiten und menschlichen Abgründen, dass man sich kaum vorstellen kann, dass das gedruckte Foto mit dem wirklich ansehnlichen, jungen Mann im Umschlaginneren des Buches wirklich Herr Fitzek ist, denn eigentlich stellt man sich jemanden mit solcher Fantasie doch eher wie ein hässliches und grausames Monster vor.
    “Der Nachtwandler” ist auf jeden Fall eines seiner besseren Bücher. Insgesamt hierfür wieder fünf Sterne!

  • Inhalt - in eigenen Worten
    Leon leidet seit einem Kindheitstrauma unter Somnambulie und hat die Schlafstörung mithilfe eines Therapeuten in den Jugendjahren in den Griff bekommen, doch anscheinend ist er nicht davon geheilt. Denn eines Morgens wacht der Architekt neben seiner schrecklich zugerichteten Frau auf und er soll an Natalies Zustand schuld sein! Daraufhin verschwindet sie aus der gemeinsamen Wohnung verschwindet und Leon macht dieser Umstand schwer zu schaffen und kauft sich deshalb eine bewegungs- und nachtaktive Stirnkamera, mit der er seine nächtlichen Ausflüge filmen möchte. Als er sich die Aufnahmen am nächsten Tag ansieht, macht er eine Entdeckung, die ihn an seine Grenzen bringt...


    Meine Meinung
    Als Sebastian Fitzek-Fan der ersten Stunde musste ich natürlich auch sein neuestes Werk lesen und habe es nicht bereut... Der Prolog beginnt ein paar Tage vor Silvester, die eigentliche Geschichte startet einige Tage davor und endet mit dem Epilog ein paar Monate später. Der Handlungsschauplatz (ich bin davon ausgegangen, dass diese Story in Berlin spielt) tut eigentlich nichts zur Sache, da sich die Geschichte schauplatzmäßig auf das Wesentliche beschränkt.

    Leon Nader ist ein Nachtwandler, der nach dem Aufwachen nicht mehr weiß, was er im Schlaf getan hat. Der 28-jährige Architekt, der mit seiner Frau Natalie in einer schönen Altbauwohnung lebt, begibt sich auf eine Reise in die dunkelsten Winkel seines Gehirns... Leon ist ein interessanter Protagonist mit vielen Ecken & Kanten, der mir auf Anhieb sympathisch war und dem man seine Handlungen & Taten auch abnimmt. Die Anzahl der Nebencharaktere ist überschaubar und sie kommen neben der starken Hauptfigur nicht ganz zur Geltung, was der Spannung allerdings keinen Abbruch tut.

    "Der Nachtwandler" nimmt einen sofort gefangen und lässt den Leser so schnell nicht mehr los. Man fühlt, fiebert & leidet mit Leon mit und macht sich gemeinsam mit dem wissbegierigen Protagonisten auf die Suche nach der Wahrheit. Das neueste Werk von Sebastian Fitzek hat mir Herzrasen und einen Albtraum der Sonderklasse beschert, was bedeutet, dass mich Leons Geschichte sogar bis in den Schlaf verfolgt hat. So muss ein Psychothriller sein!

    Wie gewohnt, weiß man bei diesem Autor nie genau, was real ist und was der Fantasie entspringt, was für mich den Reiz der Story immens erhöht. "Der Nachtwandler" präsentiert uns eine reizvolle Romanidee, die hervorragend umgesetzt wurde, ein paar klitzekleine klischeehafte Stellen beinhaltet und mit raffiniert gelegten Irrwegen sowie ungeahnten Wendungen für Nervenkitzel & Hochspannung sorgt.


    Erzählt werden die unglaublichen Ereignisse aus der Sicht von Leon, der immer wieder einen inneren Kampf mit sich ausfechtet und uns an seinem Gedanken- und Gefühlschaos teilhaben lässt. Dadurch wird man praktisch in die Geschichte hineingezogen und versucht gemeinsam mit Leon zu ergründen, was in den Nachstunden mit der Hauptperson passiert.


    Dank der mitreißenden, emotionsgeladenen Schreibweise und der ausdrucksstarken Sprache fliegt man fast durch die 320 Seiten. Die Geschichte rund um Leon macht einfach so süchtig, dass ich das Buch einfach nicht beiseitelegen konnte und es innerhalb von 3 Stunden in einem Rutsch durch hatte.


    FAZIT:
    Mit "Der Nachwandler" hat sich Sebastian Fitzek (wieder einmal) selbst übertroffen, auch wenn "Der Seelenbrecher" und "Splitter" noch immer zu meinen Favoriten des Berliner Autors zählen. Echt genial, wie man hier in die Irre geführt wird, sodass man bald selbst nicht mehr weiß, was wahr ist und was nicht. "Der Nachtwandler" bietet grandiose Unterhaltung und hat mich so sehr begeistert, dass ich diesem Psychothriller einfach 10 Punkte verleihen muss.

  • Ich hätte das Buch am liebsten gar nicht aus der Hand gelegt, so einen Sog übt es aus.


    Die Story ist einfach nur packend, spannend und auch verstörend. Ich habe keine Ahnung wie das so mit dem Schlafwandeln ist, aber so krass hab ich mir das nie vorgestellt. Das man im Grunde gar nicht mehr zwischen Realität und Traum unterscheiden kann.


    Und genau hier hab ich auch ein kleines Problem mit dem Plot.



    Vor allem der Epilog erscheint mir doch etwas weit her geholt. Ist das nicht eher was anderes? Ne Psychose oder Paranoia oder Schizophrenie oder sowas? Irgendwie versteh ich nicht, wie Sven ihn in das Haus fahren kann und ihm erklärt, dass er eigentlich im Krankenhaus liegt und das er das Zusammenleben mit seiner Frau (mir fällt grad der Name nicht ein) nur träumt.


    Auch als er sich da ankettet und später im Bett 'aufwacht' hab ich nicht so ganz gecheckt wie das funktioniert.


    Ansonsten aber hat mich der Roman wie immer etwas gegruselt, ich bin mir bei Fitzeks Büchern immer nicht so ganz klar, ob ich grad in der Realität bin


    Von mir 8 Punkte.

  • „Der Nachtwandler“ ist mit seinen 317 Seiten schnell gelesen. Fitzeks unverkennbarer Schreibstil lässt auch bei diesem Buch die Seiten vorbeifliegen. Die Atmosphäre ist von Beginn an düster und unheimlich. Durch die Aneinanderreihung von grausigen und verwirrenden Szenen verliert man – sicherlich vom Autor beabsichtigt - schnell den Überblick, was Realität ist und was Fiktion. Wenn man bereits mehrere Fitzek-Bücher gelesen hat, schleicht sich eine gewisse Vorhersehbarkeit ein. Ich kenne alle und daher erinnert mich dieses hier auch an eines seiner früheren Werke.


    Szene reiht sich an Szene, manchmal wirkt das überhastet, Fitzek gibt seinen Lesern keine Chance auf eine Atempause zwischendurch. Es gibt praktisch keinen logischen Handlungsaufbau, der Schlüsse auf den Ausgang der Geschichte zulässt. Schmunzeln musste ich über die in die Handlung eingebauten Shades-of-Gray-ähnlichen Einlagen. Protagonist Leon Nader beherrscht die Geschichte, die wenigen Nebenfiguren bleiben blass und oberflächlich. Die Auflösung fand ich nicht wirklich überzeugend. Am Ende gibt es eine lange Erklärung, die zwar alles schlüssig auflöst, mir wäre es lieber gewesen, wenn die Fragen innerhalb der Handlung selbst beantwortet worden wären.


    Ein Thriller, den man lesen kann – die Spannung lässt einen nur so durch die Seiten fliegen - aber nicht unbedingt gelesen haben muss. Da hat es aus meiner Sicht schon bessere Thriller des Autors gegeben.

  • Meine Meinung


    Da ich schon alle Psychothriller von Sebastian Fitzek gelesen habe konnte ich nicht lange warten und musste bald sein neuestes Werk „Der Nachtwandler“ lesen. Da es sich schnell spannend entwickelt ist es sehr schnell zu lesen und so entwickelte sich schnell ein richtiger Lesesog auf mich. Leider kam die Geschichte schon viel so schnell zu ihrem Ende, wobei es lange für mich durch die vielen Wendungen nicht ganz klar war, worauf es hinausläuft. Leichte Ähnlichkeiten mit einem früheren Werk Fitzeks sind nicht abzustreiten, trotzdem ist auch „Der Nachtwandler“ lesenswert und bescherte mir schöne Lesestunden.

  • Klappentext


    In seiner Jugend litt Leon Nader an Schlafstörungen. Als Schlafwandler wurde er während seiner nächtlichen Ausflüge sogar gewalttätig und deswegen psychiatrisch behandelt. Eigentlich glaubte er geheilt zu sein - doch eines Tages, Jahre später, verschwindet Leons Frau unter unerklärlichen Umständen aus der gemeinsamen Wohnung. Ist seine Krankheit etwa wieder ausgebrochen? Um zu erfahren, wie er sich im Schlaf verhält, befestigt Leon eine bewegungsaktive Kamera an seiner Stirn – und als er am nächsten Morgen das Video ansieht, macht er eine Entdeckung, die die Grenzen seiner Vorstellungskraft sprengt: Sein nächtliches Ich steigt durch eine ihm völlig unbekannte Tür hinab in die Dunkelheit …



    Über den Autor


    Sebastian Fitzek hat sich mit bislang acht Bestsellern – zuletzt "Abgeschnitten" zusammen mit Michael Tsokos – längst seinen Ruf als DER deutsche Star des Psychothrillers erschrieben. Seine Bücher werden in vierundzwanzig Sprachen übersetzt; als einer der wenigen deutschen Thrillerautoren erscheint Sebastian Fitzek auch in den USA und England, der Heimat des Spannungsromans. Sein dritter Roman "Das Kind" wurde mit internationaler Besetzung verfilmt.



    Cover & Gestaltung


    Das Cover ist in meinen Augen sehr gelungen, hat man doch direkt beim Anblick der Taschenlampe und der schwärte der Nacht einen Bezug zur Geschichte - schlicht und doch wirkungsvoll. Der erweiterte Rückumschlag, der das Buch quasi "einschließt" ist eine weitere kleine Spielerei die beim lesen zwar stellenweise ganz schön nervt, aber dennoch etwas für sich hat. Der aufgedruckte Code bekommt beim bzw. nach dem Lesen eine Bedeutung.




    Inhalt


    Durch einen Unfall verliert der kindliche Leon seine Eltern und von da an ist alles anders. Da er, mit Ausnahme des Unfallverursachers, der einzige überlebende ist, muss Leon in eine Pflegefamilie und dort geschah es zum ersten Mal: Er Schlafwandelte. Doch durch einen nicht ungefährlichen Zwischenfall musste er die Familie wieder verlassen und wurde in eine andere Pflegefamilie "gesteckt". Erst hier wird Leon geholfen, denn seine Pflegeeltern bezahlen ihm eine teuere Therapie und letztendlich scheint er geheilt...
    Jahre später wird Leon wach während seine Frau ihre sieben Sachen packt und aus der gemeinsamen Wohnung flüchtet. Das erschreckendste ist ihr Zustand - Ein blaues Auge, ein herausgerissener Daumennagel und ein angebrochener Schneidezahn, ziehen Leon den Boden unter den Füßen weg. Was hatte er getan? Hatte er sie im Schlaf so zugerichtet? Wer er wieder zum Schlafwandler geworden?
    Leon setzt alles daran herauszufinden was passiert ist und findet eine geheime Tür hinter seinem Schrank. Was ist dahinter? Wie kommt die Tür überhaupt dahin?
    War es wirklich Leon der seine Frau so zugerichtet hat?




    Schreibstil


    Sebastian Fitzek´s Schreibstil ist einfach einmalig - durch seine Art mit den Worten zu spielen schafft er seine eigene kleine Welt in der Vorstellung der Leser und zieht sie praktisch mitten ins Geschehen hinein. Durch die vielen kleinen Kapitel "saugt" es einen quasi an der Geschichte fest, denn eins kann man ja immer noch schnell lesen - sind ja nicht lang. Ehe man sich versieht hat man die letzte Seite gelesen.




    Persönliche Meinung


    Für mich persönlich ist Sebastian Fitzek ein Meister seines Fachs und absolut unangefochtene Nummer eins auf meiner persönlichen "Lieblings-Autor"-Liste.
    In den bisher von mir gelesenen Büchern von ihm (Hab leider noch nicht alle geschafft, liegen aber bereit) hat er es jedes Mal geschafft mich auf eine falsche Fährte zu führen - Doch dieses Mal nicht. Dieses Mal hatte ich nicht einmal eine Fährte, denn schnell fragt man sich selber: Was ist Traum und was ist real? Was soll man überhaupt glauben und wie passt das alles miteinander zusammen?
    Umso erstaunter bin ich noch immer über das Ende und über die Menschlichen Abgründe, die sich hier auftun.
    Ich glaube man merkt, dass ich absolut hin und weg bin von diesem Thriller. Sebastian Fitzek bleibt auch diesmal wieder seinen Stil treu und bringt dennoch etwas neues mit hinein, indem er seine Leser nicht auf eine falsche Fährte lockt, sondern sie komplett verwirrt.




    Empfehlung & Bewertung


    Empfehlen kann ich dieses Buch jedem, der nicht auf 08/15 Thriller steht bei denen man in der Mitte schon weiß wie das Ende aussieht. Aber einen gut gemeinten Tipp habe ich noch: Wenn man anfängt das Buch zu lesen, dann am Besten nur, wenn man am nächsten Tag frei hat - man will ihn nicht mehr weglegen. (Bei mir war es schließlich halb 4 in der früh, ehe ich ihn weglegen konnte, denn es waren keine Seiten mehr übrig).


    Zu meiner Bewertung muss ich, denke ich, nichts mehr sagen außer: Ein weiterer Geniestreich des Herrn Fitzek. Volle 5 Sterne

    :lesend "Des Teufels Gebetbuch" von Markus Heitz
    :lesend "Don't kiss Ray" von Susanne Mischke
    :lesend "Plötzlich Fee - Sommernacht" von Julie Kagawa

  • Gute Kritiken, leider hat das bei mir nicht funktioniert.
    Ich muss gestehen, dass ich die ersten Kapitel tortz der Kürze mehrmals lesen musste da ich jedes Mal dabei eingeschlafen bin. Das mal zu der Sogwirkung :lache
    Irgendwann hab ich es geschafft länger dran zu bleiben und ich habe wirklich versucht mich mit dem Buch anzufreunden.


    Nachdem Leon nun die Tür entdeckt hat hab ich Schluss gemacht. Dieser Fitzek hat es nicht geschafft mich zu fesseln sondern nur zu verwirren, was evtl. gewollt ist, das der Protagonist selbst ja auch ziemlich verwirrt ist und nicht weiß was Tatsache und was Traum.
    Der Psychiater, der kurz mal vorbeischaut - auf dem Weg zum Flughafen - das fand ich weit hergeholt und unglaubwürdig.


    Normalerweise liebe ich Psychothriller mit Tiefgang, diesen hier nicht.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • Leon Nader wurde als Kind wegen seiner massiven Schlafstörungen psychiatrisch behandelt. Er glaubte sich geheilt bis plötzlich seltsame Dinge geschehen.
    Seine Frau verschwindet spurlos und kurz zuvor schien ihr rohe Gewalt angetan worden zu sein.
    In Leon keimt der Verdacht, dass er es war, der seiner Frau gegenüber im Schlaf gewalttätig wurde.
    Um herauszufinden was nachts wirklich geschieht, befestigt Leon eine bewegungsaktive Kamera an seiner Stirn und muss erfahren, dass er im Schlaf durch eine geheimnisvolle Tür in seinem Schlafzimmer in eine andere Welt eintaucht.
    Nachdem ich von „Abgeschnitten“ etwas enttäuscht war, da ich die anderen Fitzek-Bücher sehr gerne gelesen habe, ist „Der Nachtwandler“ nun wieder auf dem Niveau von „Das Kind“, „Der Seelenbrecher“ und „Die Therapie“.
    Von Anfang an wird wieder diese für Fitzek sehr typische Atmosphäre erschaffen, bei der einem nicht nur eisige Schauer über den Rücken laufen, sondern bei der man auch nicht weiß was nun Traum und was Realität ist. Das habe ich bei „Abgeschnitten“ so vermisst und ich war umso glücklicher darüber, dass Fitzek in seinem neuesten Werk wieder zu altem Glanz zurückgefunden hat.
    Die Seiten fliegen beim Lesen nur so dahin, man kann das Buch nicht weglegen, das so einen intensiven Sog ausübt.
    Bei keinem anderen Autor ist dieses Verschwimmen zwischen Irrealität und Wirklichkeit so präsent und das macht für mich auch Fitzeks Bücher aus.
    „Der Nachtwandler“ ist wieder ein von der ersten Seite an hochspannendes, unvorhersehbares Buch mit vielen überraschenden Wendungen und einem Ende, bei dem zumindest ich nicht wirklich sicher bin, ob ich es auch komplett verstanden habe. ;)


    10 von 10 Punkten!