'Todesfrist' - Seiten 080 - 142

  • Das Lektorat hat gepennt. Einem Wiener kann man das kaum krumm nehmen, aber etwas googlen hätte erbracht, dass es keinen Dom in Leipzig gibt.


    Die unvermeidliche Erwähnung des Klappentextes: Mal wieder grottenschlecht, warum muss dort der Eindruck entstehen Sabine Nemez ermittelt aktiv an dem Fall und schaltet dann Schneijder ein? Ein bisschen näher am Buch hätte doch nicht geschadet?

    Nemo tenetur :gruebel


    Ware Vreundschavt ißt, wen mahn di Schreipfelerdes andereen übersiet :grin


    :lesend Ungläubiges Staunen- Über das Christentum Navid Karmann :lesend

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  • Das mit dem Dom ist mir auch direkt aufgestoßen. Dabei hätten wir doch in Deutschland noch so viele Städte mit Dom zu bieten ... ;-)


    Sabine nimmt sich bei den Ermittlungen einiges raus, worüber ich eigentlich nur den Kopf schütteln kann. Warum riskiert sie es, in die Gerichtsmedizin zu schleichen oder Sneijders Band zu entwenden? Eigentlich würden solche Aktionen fast schon für eine Suspendierung reichen. Komisch, dass gerade Sneijder doch noch eher gelassen auf Sabines Einmischungen reagiert. Mit dem Struwwelpeter scheint sie ja nun auch eine Fährte zu haben. Das Buch habe ich als Kind auch gehasst. Es ist einfach nur brutal. Aber alleine die Tatsache, dass man dieses Buch als Kind gelesen hat, macht wohl noch keinen Serienmörder ...


    Womit wir bei Carl wären. Er passt nun immer mehr als potentieller Täter. Seine Wohnorte, sein Vater war Domorganist, sein Profil passt 1:1 zu dem von Sneijder erstellten - das deutet doch alles in eine Richtung. Woher wohl seine Brandnarben stammen? Wahrscheinlich werden wir im 2. Teil erfahren, was auf den Bändern zu hören ist, die er Rose in den Briefkasten geworfen hat. Ich bin erstmal erleichtert, dass er ihr nicht mehr direkt gegenüber sitzt. Ich hatte schon ziemliche Angst um sie.


    Helena hat der Entführer ja mitten in ein Pulverfass geschickt! Was sie da auf einmal alles über ihren werten Gatten (der unfassbar unsympathisch ist) herausfindet. Ob Anne wirklich ihre Patientin ist? Und warum hat Frank, der ja ein rechter Lebemann zu sein scheint, dann ausgerechnet ein Verhältnis mit der kranken, grauen Maus angefangen? Oder gibt es noch eine andere Anna? Wird Helena es schaffen, das Rätsel zu lösen?


    Die Story bliebt in jedem Fall spannend und mir fällt es schwer, den Reader beiseite zu legen.

    With freedom, books, flowers and the moon, who could not be happy? - Oscar Wilde


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  • Da bist du mir zu schnell, über Frank haben wir derzeit nur leicht hysterische Mutmaßungen seiner Ehefrau, das kann alles ganz harmlos sein. Muss aber nicht.

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  • Das mit dem Klappentext ist mir auch aufgefallen - sowas ist echt unnötig.


    Ich finde Sabines Vorgehensweise auch echt grenzwertig, aber ich kann mir vorstellen, dass sie emotional so tief in der Sache drinsteckt, dass ihr momentan alles egal ist. Ich nehme aber mal an, dass sie mit dem Struwwelpeter Sneijder nun doch von ihren Fähigkeiten überzeugen kann und er sie dann ins Boot holt. Dann hätte sich das mit den heimlichen Ermittlungen wenigstens erledigt.


    Allmählich erkennt man doch ein paar Verbindungen: Rose bekommt den Fall Carl Boni von ihrer besten Freundin, die wiederum die Ex von Helens Ehemann Frank ist. Damit hätten wir zumindest schon mal eine, wenn auch indirekte, Beziehung zwischen den beiden Wiener Psychotherapeutinnen. Das Wiener Opfer ist eine Krankenschwester, die deutschen Opfer jedoch ehemalige Lehrerinnen - da fehlt mir noch der Zusammenhang.


    Carl Boni wird mir auch immer verdächtiger - traumatische Kindheit, Vater Organist, die Wohnorte passen auch zu den Schauplätzen der Morde... ich bin gespannt, wie es weitergeht. Ich hoffe nur, dass er nicht irgendwann auf Rose losgeht, denn die ist mir eigentlich recht sympathisch.


    Rose scheint ja übrigens auch in keiner ganz unkomplizierten Beziehung zu stecken; ich frage mich, ob das im weiteren Verlauf noch von Bedeutung sein wird!


    LG, Bella

  • Für mich ist Carl jetzt ganz klar der Täter. Ich bin sehr gespannt, was er auf die Bänder gesprochen hat, es muss ja sehr schlimm sein.


    Ich kann auch nicht verstehen, wieso Sabine sich diese ganzen Dinge erlaubt. Klar, sie will ihren Vater entlasten, aber das muss doch auch anders gehen. Mich wundert es, dass Sneijder, der ja eigentlich extrem unsympathisch ist, gar nichts unternimmt, obwohl er sie immer wieder erwischt. Ist er vielleicht doch nicht so hart, wie er tut?


    Ich finde alle Handlungsstränge total spannend und freu mich schon auf den nächsten Abschnitt.

  • Auch ich habe diesen Abschnitt schon durch, habe im Moment etwas mehr Zeit, da ich durch einen Muskelfaserriss Zwangsurlaub habe.


    Zugegeben, Sabine nimmt sich sehr viel Freiheiten, fast schon zu viele. Aber ich weiß nicht wie wir reagieren würden, wenn wir unsere Mutter so finden würden, und dann auch noch der eigene Vater als verdächtig gilt. Wobei ich ihren Vater auch nicht verstanden habe - warum hat er sich nicht wenigstens seiner Tochter anvertraut?


    Carl Boni wird mir immer unheimlicher. Er stellt mir eindeutig zu viele private Fragen. Ich habe bei ihm ein ungutes Gefühl. Mal sehen.


    Warum Helen Frank geheiratet hat weiß ich nicht. Aber so wie er bis jetzt dargestellt wurde, ist er mir gänzlich unsympathisch. Warum bekommt Helen eine Schachtel mit einem abgetrennten Finger? Das kann ich auch noch nicht so richtig einordnen.


    Nach wie vor ist es sehr spannend. Gut der Klappentext ist etwas irreführend - was aber der Spannung in meinen Augen nichts anhaben kann.


    Viele Grüße :wave

  • Der Vater hat doch gar kein gutes Verhältnis zu seinen Töchtern, zu Sabine zwar ein etwas besseres, aber der Täter meinte keine Polizei und Sabine ist Polizei.

    Nemo tenetur :gruebel


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  • Zitat

    Original von beowulf
    Der Vater hat doch gar kein gutes Verhältnis zu seinen Töchtern, zu Sabine zwar ein etwas besseres, aber der Täter meinte keine Polizei und Sabine ist Polizei.


    Stimme Dir zu, aber Sabine ist nicht nur Polizei sondern für ihn in erster Linie Tochter. Da er sie immer noch "Eichhörnchen" nennt muss er zu ihr immer noch ein besseres Verhältnis haben als zu seiner Tochter Monika. Zumindest hätte er ja vor Ablauf der 48 Stunden Frist Kontakt zu Sabine aufnehmen können.


    Viele Grüße :wave

  • Zitat

    Original von JaneDoe
    Ich bin noch nicht sehr weit in diesem Abschnitt, aber dieser Maarten S. erinnert mich total an den Kriminalpsychologen Sebastian Bergman aus Hjort/Rosenfeldts Der Mann, der kein Mörder war. Ich mag ja solche Kotzbrocken als Romanfiguren total gerne :-)


    Ich musste gleich an Admiral Gordon Sneijder aus "Dinner for One" denken.

    Die eigentliche Geschichte aber bleibt unerzählt, denn ihre wahre Sprache könnte nur die Sprachlosigkeit sein. Natascha Wodin

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  • Das Buch ist bis hier wirklich toll geschrieben. Ich muss mich zu den Pausen zwingen. Zuerst habe ich meiner Mutter vorhin aufgetragen, das Buch vom Struwwelpeter zu suchen. Das habe ich als Kind zwar gelesen, aber nicht besonders gemocht und daher fehlen mir jetzt divere Details. Das will ich nachher aber mal nachholen.


    Sabine nimmt sich tatsächlich einiges raus, aber für sie geht es ja auch um ein bisschen was. Die Mutter ist tot, der Vater ist tatverdächtig, soll sie da auf dem Sofa warten, bis jemand den Fall aufklärt? Ich glaube, das könnte ich auch nicht. Daher kann ich sie gut verstehen. Die Nummer mit den Ausdrucken war nicht ganz ohne. Dabei hätte sie locker entdeckt werden können. Wobei, ist sie ja eigentlich. Der nette Maarten hat sie ja nur nicht verpetzt.


    Ich glaube, dass der im Grunde genommen ganz O. K. ist. Genies haben ja immer so ihre Eigenheiten. Das mit dem Gras halte ich allerdings ebenfalls für nicht tolerierbar.


    Helens Mann finde ich auch so was von ätzend. Irgendwie unsympathisch, der Gute. Ich bin mal gespannt, was da noch so auf uns zukommt. Allein dass er Ben eingeladen hat, obwohl er wusste, dass Helen mal mit ihm zusammen war. Selbst wenn er die genauen Details der Trennung nicht kannte. Unfassbar.


    Rose ist jetzt an einer Stelle angekommen, die für sie brenzlig wird. Ich hoffe, dass sie die Geschichte gut übersteht, aber festlegen will ich mich da noch nicht. Dass Carl der Täter ist, daran habe ich gar keinen Zweifel mehr. Das macht die Sache ja auch nicht weniger spannend, denn die Strippen werden wohl erst am Schluss zusammenlaufen.


    Ich freu mich schon auf den nächsten Teil heute Abend.


    edit: Ich habe mir den Struwwelpeter grade als E-Book gegönnt. Da werde ich gleich noch mal genauer nachlesen. :wave

  • Ah, den Hinweis auf die E-Book-Ausgabe vom Struwwelpeter finde ich jetzt sehr hilfreich - danke!. Die werd ich mir auch gleich mal laden. Ich weiß gar nicht, ob mein Struwwelpeter bei meinen Eltern noch irgendwo ein Dasein fristet. Ich war kein großer Fan von dem Buch, um es milde auszudrücken. Ich mochte nur Robert mit dem Regenschirm ... :chen

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  • Frank ist mir auch unsympathisch, obwohl die Ehe anscheinend von Anfang an auf keinem soliden Boden stand.
    Nach Helens Funden im Schreibtisch zu urteilen, scheint er drogenabhängig zu sein.
    Ich frage mich immer, warum sich so eine gestandene Frau von so einem Kerl zur Telefonistin abwerten lässt. :fetch Soll er sich doch alleine um seinen Sch... kümmern!


    Was es mit dem Ring auf sich hat? Das bleibt spannend. Ich muss jedesmal, wenn ich an unserem Gefrierschrank vorbeigehe, an den angenagten Finger denken. :yikes


    Nach Lektüre des Struwwelpeters bleiben noch
    der Struwwelpeter, Friederich, der Wüterich, der Jäger, der Suppenkaspar, Hans Guck-in-die-Luft und der Fliegende Robert übrig. Oje, noch eine Menge potentieller Opfer.


    Carl finde ich unheimlich. Hoffentlich überschätzt sich Rose bei all ihrem Ehrgeiz nicht. Auf jeden Fall finde ich die Therapie-Sitzungen sehr gelungen geschrieben.


    Sneijder ist auf jeden Fall ein ganz anderer Ermittler und echt strange. Wahrscheinlich kommt nur ein wirklich ein auf einer anderen Bewusstseinsebene denkender Mensch hinter die Beweggründe eines so kranken Hirns wie des des Täters.
    Er lässt Sabine an der langen Leine und profotiert doch von ihrer impulsiven Art. Ich finde dieses Ermittlerduo gelungen, wenn wahrscheinlich auch unrealistisch.


    Über Dr. Hirnschall, den Gerichtsmediziner, musste ich herzhaft lachen. Klasse Name!


    Jetzt habe ich wahrscheinlich eine Menge vergessen- egal. Weiterlesen!

    Die eigentliche Geschichte aber bleibt unerzählt, denn ihre wahre Sprache könnte nur die Sprachlosigkeit sein. Natascha Wodin

  • Zitat

    Original von Groupie



    edit: Ich habe mir den Struwwelpeter grade als E-Book gegönnt. Da werde ich gleich noch mal genauer nachlesen. :wave


    Ich eben auch. :grin


    Edit:
    Über den Namen Hirnschall musste ich auch schmunzeln. Noch nie vorher gehört.
    Ist das ein häufiger Name in Österreich?


    Ja, Sabine nimmt sich viele Freiheiten - und kommt damit bis jetzt erstaunlich gut durch.


    Carl ist irgendwie unheimlich - ob er wirklich der Täter ist? Alles deutet ja darauf hin. Es gibt auch immer mehr Verbindungen. Er hat einen Lamborghini repariert - fährt Frank nicht einen? Dann wurde er von Franks Ex-Frau an Rose vermittelt.


    Bis jetzt gefällt mir Helen am besten.

  • Hallo,


    < Über den Namen Hirnschall musste ich auch schmunzeln. Noch nie vorher gehört. Ist das ein häufiger Name in Österreich?


    Nein, überhaupt nicht.
    Ich hatte plötzlich diese Idee, und da musste ich diesen Namen einfach verwenden.


    Tja, und was das Struwwelpeter-Buch betrifft ... das ist meines Erachtens eines der besten Horrorbücher der letzten 120 Jahre. Drück dieses Buch "mit den drolligen Bildern" abends einem Sechsjährigen in die Hand, der macht keine Auge mehr zu.


    Beste Grüße,
    Andreas