Die Lebenden und die Toten - Nele Neuhaus

  • Die Lebenden und die Toten - Nele Neuhaus


    Klappentext
    Die Idylle täuscht: Hinter jeder Ecke lauert der Tod.


    Kriminalkommissarin Pia Kirchhoff will gerade in die Flitterwochen fahren, als sie ein Anruf erreicht: In der Nähe von Eschborn wurde eine ältere Dame aus dem Hinterhalt erschossen. Kurz darauf ereignet sich ein ähnlicher Mord: Eine Frau wird durch das Küchenfenster ihres Hauses tödlich getroffen. Beide Opfer hatten keine Feinde. Warum mussten ausgerechnet sie sterben? Der Druck auf die Ermittler wächst schnell. Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein fahnden nach einem Täter, der scheinbar wahllos mordet – und kommen einer menschlichen Tragödie auf die Spur.


    Über die Autorin
    Nele Neuhaus, geboren 1967 in Münster/Westfalen, lebt seit ihrer Kindheit im Taunus und schreibt bereits ebenso lange. Ihr 2010 erschienener Kriminalroman »Schneewittchen muss sterben« brachte ihr den großen Durchbruch, seitdem gehört sie zu den erfolgreichsten Krimiautorinnen Deutschlands. Außerdem schreibt die passionierte Reiterin Pferde-Jugendbücher und, unter ihrem Mädchennamen Nele Löwenberg, Unterhaltungsliteratur. Ihre Bücher erscheinen in über 20 Ländern.


    Meine Meinung
    Kurz vor Weihnachten, Pia Kirchhoff will in ihre Flitterwochen aufbrechen, da geschieht ein Mord. Diesmal haben es die Kommissare Kirchhoff und Bodenstein mit einem Sniper zu tun, der zunächst scheinbar wahllos seine Opfer auswählt und diese aus einiger Entfernung mit einem Gewehr erschießt. Das erschwert die Ermittlungen natürlich, denn sie haben überhaupt keinen Anhaltspunkt wo sie ansetzten sollen. Als aber die nächsten Morde passieren, ergeben sich auf einmal Zusammenhänge zwischen den Opfern und dem Leser wird das Motiv schnell klar.
    Diesmal haben die beiden Ermittler Hilfe von einem Fallanalytiker und Kim, der Schwester von Pia. Doch auch diese beiden sind nicht immer eine große Hilfe.
    Auch in diesem Krimi von Nele Neuhaus gibt es wieder viele Protagonisten, die es erst einmal gilt kennenzulernen. Aber es wird nie unübersichtlich. Und auch wird wieder ein aktuelles Thema aufgegriffen, nämlich geht es um Organtransplantation.
    Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, bei dem die Polizei oft immer einen Schritt zu spät ist. Bis zum Schluss bleibt es spannend und ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt.
    Für mich einer der besten Taunuskrimis von Nele Neuhaus.

    Gruß Sabine


    ich lese: "Julius und die Schönheit des Spiels" von Tom Saller

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  • Ich bin ja ansonsten kein sooo großer Fan von Nele Neuhaus... aber das hier hört sich ja gut an.


    Ist das so ähnlich wie "Der Mann, der lächelte" von Mankell?? Da geht's ja auch um Organhandel...


    Besten Gruß!

  • Zitat

    Original von rumble-bee
    Ist das so ähnlich wie "Der Mann, der lächelte" von Mankell?? Da geht's ja auch um Organhandel...


    Besten Gruß!


    Tut mir leid, aber da kann ich nichts zu sagen, das Buch von Mankell habe ich leider nicht gelesen.

  • Das Buch von Mankell habe ich auch nicht gelesen. Kann also auch dazu nichts sagen. Aber es lohnt sich dieses zu lesen.
    Hier ist meine Meinung:


    Es ist kein Muster zu erkennen, als ein Heckenschütze scheinbar wahllos Menschen erschießt. Zuerst wird eine ältere Frau beim spazieren gehen mit ihrem Hund erschossen, danach eine Frau vor den Augen der Enkelin beim Weihnachtsplätzchen backen in der Küche, dann ein Mann vor der Haustüre seines Vaters und zuletzt eine Frau auf dem Weg nach Hause nach der Arbeit. Die Kommissare Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein erkennen keine Zusammenhänge zwischen den Ermordeten und es gibt auch keine Anhaltspunkte, bis dann auf den jeweiligen Polizeirevieren Todesanzeigen der Opfer abgegeben werden und sich darin ein Hinweis für den Grund der Tat befindet. Eigentlich wollte Pia in den Urlaub fahren, tatsächlich ihre Flitterwochen, da sie und Christoph heimlich geheiratet haben. Doch als sie für Oliver einspringt, da er noch an einem anderen Fall dran ist und andere Kollegen krank gemeldet sind, findet Pia keine Ruhe um unbesorgt wegzufahren. So fliegt Christoph allein nach Südamerika, denn für ihn ist es nicht nur Urlaub sondern auch Arbeit und Pia kann mit den Kollegen in dem Fall ermitteln. Der Druck auf das Team des K11 ist groß, die Bevölkerung verängstigt und das alles zur Weihnachtszeit. Um ein Bild des Schützen zu erhalten bekommt das Team sogar einen Profiler zur Seite gestellt, der sich durch seine besserwisserische und überhebliche Art keine Freunde im K11 macht. Es kommt sogar Unterstützung aus Pias Familie dazu, nämlich ihre Schwester Kim, die Kriminalpsychologin ist, die zu Besuch ist. Durch die Todesanzeigen kommen die Ermittler Stückchen für Stückchen voran und bekommen einen Verdacht worum es sich bei all den Morden wirklich dreht. Mir hat „Die Lebenden und die Toten“ gut gefallen. Wieder hat Nele Neuhaus ein aktuelles und auch heikles Thema, den Organhandel, in einen ihrer Krimis eingearbeitet. Neben dem Fall, werden die Ermittler, wie auch ihr Umfeld weiter authentisch beschrieben, so das man auch weiter am Privatleben teilhat. Für Erstleser des Taunus-Krimis wird es keine Schwierigkeiten geben in die Handlung um die Protagonisten reinzukommen, da genug über vergangene Geschehnisse und Beziehungen geschrieben wird. Die Geschichte war von Anfang an spannend und unterhaltsam, obwohl schon früh zu erkennen war, worum es sich bei den Morden handelt und keine Überraschungen auf den Leser warten. Dennoch freue ich mich schon auf den nächsten Fall.

  • Ich habe es dieser Tage gehört und fand die Geschichte diesmal etwas
    langatmig. Hat mich nicht gepackt und irgendwie war ich ungeduldig,
    dass es bald vorbei sein würde.
    Ist mir bei Fr. Neuhaus bisher eigentlich noch nie passiert... :wow

  • Im Rhein-Main-Taunus-Gebiet treibt ein Sniper sein Unwesen, mehrere Menschen werden scheinbar wahllos erschossen. Wie soll man so jemanden finden? Aber tötet der Mörder wirklich wahllos? Pia Kirchhoff, die eigentlich mit ihrem (heimlich angetrauten) Ehemann in die Flitterwochen fahren wollte und Oliver von Bodenstein, der ein verlockendes Angebot erhält, stehen vor einem zunächst kaum lösbar scheinenden Rätsel ...


    Für mich ist dieser Roman, neben „Schneewittchen ...“ erst der zweite, den ich von Nele Neuhaus lese. Wieder wurde ich sehr schnell gepackt und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Das Lesevergnügen ist sicher etwas größer, wenn man die Romane der Reihenfolge nach liest, es macht aber auch nichts, das nicht zu tun. Zwar erleben die Ermittler, vor allem Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein eine Entwicklung ihres Privatlebens, man kann diesem aber auch folgen, wenn man die Vergangenheit nicht kennt (es gibt z. B. Rückschauen), im Gegenteil, man bekommt Lust, die vorangegangenen Romane auch noch zu lesen.


    Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, nicht nur die Hauptermittler, auch einige andere Charaktere lernt man gut kennen. Nele Neuhaus lässt uns auch an den Gedanken des Täters teilhaben, was ich immer gerne lese und was mir hier sehr gelungen erscheint.


    Ein Thema des Romans sind Organtransplantationen und man kann darüber nachdenken, ob Nele Neuhaus gegen diese stimmt, manches im Roman deutet darauf hin, die Thematik scheint recht einseitig beleuchtet, möglicherweise ist das aber auch nur der Thematik und der Dramatik geschuldet. Ich denke, mündige Leser/-innen werden sich unabhängig vom Roman mit dem Thema auseinander setzen. Ich jedenfalls werde meinen Organspendeausweis behalten, denn ich finde das nach wie vor wichtig. Im Buch hätte ich mir aber ein Nachwort zu diesem Thema gewünscht und eine (nicht einseitige) Link- und/oder Literaturliste.


    Unabhängig davon hat mich der Roman sehr gut unterhalten, er war spannend, gut konstruiert, hatte ein überzeugendes Ende und die Weiterführung des Privatlebens der Charaktere fand ich gelungen.


    Ich freue mich darauf, weitere Romane der Autorin lesen zu können und empfehle diesen jedem Genrefan. Nele-Neuhaus-Fans werden sowieso zugreifen.

  • Der siebte Fall für Oliver von Bodenstein und Pia Kirchhoff. Es war klar, dass ich auch diesen leen musste. Ein Sniper treibt rund um Weihnachten und dne Jahreswechsel 2012/2013 die Ermittler im Rhein-Main-Taunugs Gebiet zur Weißglut.


    Auch in dieses Buch bin ich schnell eingetaucht und das Buch entwickelte sich zum Pageturner. Wie immer stehen die Hauptermittler im Zentrum. Dieses Mal werden sie aber von zwei Gästen unterstützt. Im Zentrum steht der Organhandel sowie ds Transplantationsgesetz. Wiedermal gelang es Nele Neuhaus ein aktuelles Thema in einen Krimi und einen Komplott zu verarbeiten. Wer noch keinen Krimi gelesen hat, bleibt aber auch nicht außen vor - durch Rückschauen erfährt man das Wichtigste rund um Pia und Oliver.


    Ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Er war spannend und interessant. Er kann für mich nicht ganz an "Tiefe Wunden" und "Schneewittchen muss sterben" (meine Lieblinge aus der Reihe) heranreichen - aber er ist unterhaltsam, gut durchdacht und spannend.

  • Zusammenfassung:


    Kurz vor Weihnachten sterben – dem ersten Anschein nach – wahllos irgendwelche Menschen. Erschossen durch einen Sniper.
    Pia Kirchhoff, die einen längeren Urlaub geplant hat, bleibt spontan zu Hause, um ihrem Chef bei diesem Fall zu helfen ohne das beide wissen, dass es für sie zu ihrem schlimmsten Fall wird.
    Das Team um Oliver von Bodenstein tappt lange im Dunkeln und nähert sich erst langsam dem Motiv und dem Täter.
    Der Täter scheint nur in einem kleinen Kreis zu finden sein, trotzdem bleibt alles (ein bisschen zu lange) im Ungewissen.


    Meine Meinung:


    Trotz der kleinen Längen, schafft es Nele Neuhaus immer wieder Spannung zu erzeugen und so manches mal musste ich die Luft anhalten vor Angst.
    Es ist der siebte Teil dieser Reihe und auch dieser hier hat mir wieder viel Freude bereitet. Dennoch ist eine Frage bei mir offen geblieben: Ist Herr Neff nun beim FBI gewesen oder nicht?


    Ich vergebe 9 von 10 Punkten.

  • Riesig habe ich mich auf das neue Buch von Nele Neuhaus gefreut. Die Geschichte bann recht gut und wie immer liess sich alles flüssig lesen. Leider hatte ich mit der Zeit das Gefühl, dass die Geschichte recht zusammengeflickt wurde und alles zog sich in die Länge. Es hatte einige interessante Teile, doch ehrlich gesagt, ist es eines der schlechteren Bücher der Autorin.
    Die Figuren im Buch gefallen wir aber immer noch gut (ausser Neff).

  • Das Buch war wieder am Puls der Zeit und man hat einen Einblick bekommen, was passiert, wenn jemand stirbt und die Organe gespendet werden. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, allerdings hatte ich manchmal den Eindruck dieses Buch schon so ähnlich mal gelesen zu haben...Und auch ich stelle mir die Frage: war der Fallanlytiker wirklich beim FBI????
    Vielleicht wird das im nächsten Roman geklärt.

  • Gestern habe ich dieses Buch beendet und es, ein sehr gutes Zeichen, mit Bedauern zugeklappt: Ich fand es sehr spannend und es hat mich so gepackt, dass ich es kaum aus der Hand legen konnte. Die Geschichte ist überzeugend erzählt und die Personen wirken lebensecht. Chapeau!

  • Ein ganz tolles Buch, eine ganz tolle Geschichte....spannend bis zum Schluss. Nachdem mir "Schneewittchen muss sterben" und "Wer Wind sät" nicht so gut gefallen hat (fand ich beide etwas langatmig), war ich von "Böser Wolf" wieder sehr begeistert. Deshalb war ich gespannt auf den 7. Teil der Bodenstein/Kirchhoff-Reihe und ich wurde nicht enttäuscht. Ich hab das Hörbuch auf dem Weg in die Arbeit gehört und musste mich jeden Tag zwingen, wieder aus dem Auto auszusteigen. Verdächtige hatte ich viele, auch den eigentlichen Täter hatte ich zwischendurch in Betracht gezogen, aber dann wieder verworfen.


    Auch die Sprecherin Julia Nachtmann (eine meiner Lieblingssprecherinnen) hat mir wieder sehr gut gefallen.


    Gemeinsam mit "Tiefe Wunden" ist das mein Lieblingsteil der Bodenstein/Kirchhoff-Reihe.

    Liebe Grüße
    Sabine


    Ich :lesend "Madame Curie und die Kraft zu träumen" von Susanna Leonard

    Ich höre "Sturmvögel" von Manuela Golz

    SuB: 150

  • Die Lebenden und die Toten von Nele Neuhaus (Krimi, 2014)


    - beängstigende Thematik -


    Inhalt lt. Amazon:


    Dezember 2012. Eigentlich will Pia Kirchhoff, die heimlich ihren Lebensgefährten Christoph Sander geheiratet hat, in die Flitterwochen fahren. Doch dann geschieht ein Mord. Eine ältere Frau wurde beim Hundespaziergang erschossen. Weder ihre schockierte Tochter noch jemand aus ihrem Bekanntenkreis hat eine Erklärung, die ermordete Ingeborg Rohfelder war eine Seele von Mensch und in der ganzen Stadt beliebt. War sie ein Zufallsopfer? Nur drei Tage später wird eine Frau beim Plätzchenbacken durch das Küchenfenster ihres Hauses erschossen – mit derselben Waffe. Und dann gibt es weitere Tote. In der Bevölkerung macht sich Angst breit. Fieberhaft versuchen Pia und Bodenstein, die Verbindung zwischen den Mordopfern zu finden. Denn sie ahnen bald, dass der Mörder, der sich ‚Der Richter‘ nennt, eine Mission hat. Und noch nicht am Ende ist.


    Eigene Meinung:


    Bei diesem Krimi handelt es sich um den 7. Teil der Bodenstein/Kirchhoff-Reihe.


    Wie auch die bisherigen Teile hat mir nun auch dieser Teil wieder gut gefallen. In gewohnter Manier ließ sich der Krimi gut und flüssig lesen und wartet wie immer mit einer interessanten und dieses Mal besonders angsteinflößenden Thematik auf. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber dieses Mal geht es um eine Thematik, um die sich jeder von uns vielleicht mal Gedanken machen wird, bzw. vielleicht auch schon Gedanken gemacht hat und in der es vor Korruptheit wohl auch im wahren Leben wohl bestimmt nur so wimmelt, da es vor allem um eins geht: Geld und Macht und die eigentliche Bestimmung um das es doch eigentlich gehen sollte ziemlich ins Hintertreffen gerät.


    Ich für meinen Teil habe mir während des Lesens schon Gedanken gemacht, ob ich mich mit diesem Thema in Zukunft auseinandersetzen möchte oder eher nicht.


    Spannungsmäßig kam die Story für meinen Geschmack erst zum Ende hin so richtig in Fahrt. Mitgefiebert und gerätselt, wer denn nun als Täter in Frage kommen könnte, habe ich allerdings von Anfang an. Der guten Unterhaltung hat dies allerdings keinen Abbruch getan.


    Fazit:


    Ein gewohnt guter Neuhaus, der für mich allerdings auch wieder nicht an meinen vor Spannung triefenden Liebling "Schneewittchen muss sterben" herankam. Dennoch natürlich nicht weniger lesenswert und somit empfehlenswert, vor allem, wenn man die Reihe verfolgen möchte.


    Note: 2+/9 von 10 Eulenpunkten

  • Ein neuer Kriminalroman von Nele Neuhaus, der hält, was er verspricht! Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein stehen in „Die Lebenden und die Toten“ vor der Aufgabe, einen Serienmörder zu überführen, der seine Opfer aus dem Hinterhalt erschießt. Dabei kommen sie einem Organspendeskandal auf die Spur, der den Täter zu Vergeltungstaten an den Angehörigen der Schuldigen dieses Vorfalls verleitet. Pia Kirchhoff sieht sich gezwungen, auf ihre Flitterwochen zu verzichten, um ihre Kollegen bei der Suche nach dem Täter zu unterstützen.


    Nele Neuhaus führt hier ihre bewährte Krimiserie mit den Kommissaren Kirchhoff und Bodenstein in ihrem gewohnten Schreib- und Erzählstil fort. Auch in diesem Roman erfährt man wieder einiges über die private Situation der beiden Ermittler, allerdings meinem Gefühl nach weniger als in den vorherigen Romanen. Das gefällt mit persönlich besser, vor allem da mir die beiden Hauptpersonen auch im siebten Teil der Kirchhoff-Bodenstein-Krimis noch nicht sympathischer geworden sind.


    Dennoch hat mir dieser Kriminalroman besser gefallen als einige andere Romane dieser Reihe, da mich sowohl die Thematik interessiert hat, als auch die Beweggründe der Opfer und des Täters. Ob die Handlungen der dargestellten Personen unbedingt so realistisch sind, lasse ich mal dahingestellt, da mich dieser Roman, wie alle anderen Kirchhoff-Bodenstein-Romane von Nele Neuhaus auch, gut unterhalten hat.


    An sich handelt es sich hier um ein sehr aktuelles Thema. Meiner Meinung nach hätte die Thematik der Organspende aber noch etwas genauer beleuchtet und mit Fakten unterfüttert werden können. Nach diesem Roman hatte ich eher den Eindruck, dass Nele Neuhaus Organspenden generell ablehnt. Dieser Roman ist mir demzufolge etwas zu einseitig. Sicher ist es interessant, diese Schattenseite der Organspendepolitik zu schildern und mögliche Konsequenzen für die Leidtragenden eines derartigen Organspendeskandals. Aber die Vorteile von Organspenden werden hier vollkommen außer Acht gelassen und es wird angedeutet, dass die Vergabe von Spenderorganen weniger auf Grundlage von medizinischen Gesichtspunkten als finanziellen geregelt wird. Hier hätte ich mir eine etwas differenziertere Darstellung der Organspendeproblematik gewünscht.


    Trotzdem kann ich abschließend sagen: Ein guter Kriminalroman, den ich allen weiterempfehlen kann, die bereits Fan von Nele Neuhaus sind oder es noch werden wollen. Es handelt sich hier um einen spannenden deutschen Kriminalroman, der den Leser (wahrscheinlich) nicht enttäuschen wird.

  • Wie die anderen Bände hat sich der neue Fall mit dem Thema Organtransplantation spannend und flüssig gelesen. Oliver und Pia samt ihrem Privatleben kennt man schon aus den Vorgängerbänden, daran wird angeknüpft und weitergeführt.


    Von mir 9 Eulenpunkte!

  • Ein Mörder geht um, und das kurz vor Weihnachten, als Pia eigentlich mit ihren frisch angetrauten Ehemann in die Flitterwochen fliegen wollte. Es werden scheinbar wahllos Menschen erschossen...
    Pia und Bodenstein ermitteln und bekommen Unterstützung durch Pias Schwester Kim sowie den externen Berater Neff. Nach und nach kristallisiert sich das Motiv heraus und zeigen, das menschliche Abgründe manchmal gar nicht tief genug sein können. Eine Mischung aus Habgier und Macht kostete scheinbar Unschuldige Menschen ihr Leben.
    Nele Neuhaus ist es mal wieder gelungen einen grandiosen Krimi zu schreiben! Das Buch war spannend von der ersten bis zur letzten Seite, und trotz der vielen Personen keinesfalls verwirrend. Es wurden viele Spuren gelegt die mich mehr als einmal auf den falschen Weg führten, am Ende jedoch fügten sie sich zu einem schlüssigen Ganzen.
    Die Geschichte beschäftigt sich mit dem Thema Organspende, was ich ja immer sehr interessant finde. Mir haben genauere Erläuterungen hierzu nicht gefehlt, ich denke, dass hätte auch den Rahmen gesprengt.
    Nebenbei kommt auch das Privatleben von Pia und Bodenstein nicht zu kurz, nimmt jedoch nicht allzuviel Raum ein. Eine perfekte Mischung für mich.

  • Zum Inhalt:


    Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein müssen diesmal eine Serie von Morden aufklären, bei denen die Opfer einfach wahllos ausgesucht zu sein scheinen. Oder doch nicht? Wo ist die Verbindung? Alle Opfer sind dem Anschein nach ganz normale Bürger, die keine Feinde haben. Und doch sieht es fast so aus, als habe der Mörder, der immer einem Scharfschützengewehr zuschlägt, ein System. Doch wie sieht das aus? Dann ergibt sich eine Spur, die in ein Krankenhaus führt. Und dort zu einem konkreten Fall, in es um eine Organtransplantation geht. Es offenbaren sich menschliche Abgründe, und eine Tragödie kommt ans Licht, die sprachlos macht...


    Meine Meinung:


    Ich habe mich sehr auf diesen 7. Fall für das sympathische Ermittlerduo Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein gefreut. Diese Reihe gehört zu meinen Lieblingskrimis, da ich die Protagonisten sehr sympathisch finde und die Fälle durchweg spannend sind, ohne dass zu viel Gemetzel und Blutvergießen stattfindet. Und die Fälle haben immer einen Bezug zu aktuellen Themen; so auch diesmal das Thema Organspende.


    Allerdings ist die Autorin meiner Meinung dieses Mal in allen Belangen ein wenig übers Ziel hinweg geschossen. Da ist zum einen die Person Pia Kirchhoff. Der Leser weiß, dass sie eine sehr engagierte Polizistin ist, die oft genug Privates hinter ihrem Job anstellt. Aber dass sie in diesem Buch sogar ihre Flitterwochen für die Aufklärung der Morde opfert, scheint mir doch sehr übertrieben und lebensfremd. Berufliches Engagement ist ja schön und gut, aber nur bis zu einem gewissen Grade. Niemand ist unersetzlich; das sollte auch Frau Kirchhoff irgendwann mal begreifen. Und deshalb hielt sich meine Sympathie für sie dieses Mal echt in Grenzen.


    Zum anderen hatte ich dieses Mal wirklich große Probleme, all die auftretenden Personen auseinanderzuhalten. Frau Neuhaus präsentiert so viele Verdächtige in diesem Buch, dass es für mich total unüberschaubar wurde. Zu allem Übel waren die auch noch teilweise miteinander verwandt, so dass oft gleiche Nachnamen auftauchten. Ich musste sehr häufig zurückblättern, um nachzugucken, wer das denn jetzt nochmal war und in welchem Verhältnis stand zu den anderen Personen stand. Das hat den Lesegenuss stellenweise doch sehr geschmälert.


    Gelungen hingegen fand ich, wie die Autorin mit dem Thema Organspende umging. Ich denke, dass sie sich da hat inspirieren lassen von den Skandalen, die sich vor einiger Zeit ereignet hatten, wo Krankenakten manipuliert wurden, um bestimmte Patienten an die Spitze der Transplantationslisten zu setzen.
    Ohne jetzt zu viel verraten zu wollen, kann man sagen, dass dieser fiktive Fall auch nicht dazu führen wird, dass mehr Leute einen Organspendeausweis ausfüllen werden. Ich selbst übrigens auch nicht. Solange Geld die Welt regiert und scheinbar auch Leben kaufen kann, habe ich kein gutes Gefühl bei der Sache. Es ist doch ein unerträglicher Gedanke, dass nicht genug für einen Patienten getan wird, nur weil jemand auf dessen Organe wartet. Der Skandal ist natürlich für die betroffenen Kranken, die dringendst ein Spenderorgan benötigen, der Super-Gau gewesen, weil die Zahl der potentiellen Spender noch weiter gesunken ist. Aber ich weiß auch nicht, wie man das verlorengegangene Vertrauen wieder herstellen kann? Bei mir überwiegen da einfach die Zweifel. Und bei Frau Neuhaus offensichtlich auch.


    Fazit:


    Leider nicht so stark wie viele der Vorgängerbücher. Trotzdem immer noch ein solider Krimi mit einem sehr aktuellen und kontrovers diskutiertem Thema.

  • Erneut ein großartiger Roman der Kirchhoff/Bodenstein-Reihe. Wie immer ist mit einer Vielzahl Personen zu rechnen, daher ist konzentriertes Lesen angesagt und das Buch nicht zu lange aus der Hand legen. Ist aber auch nicht nötig, ist ein Pageturner. Die detailreiche Beschreibung der einzelnen Protagonisten und der Landschaften/Orte ist wie immer hervorragend, sodass man ein wunderbares Kopfkino hat. Sehr spannende Geschichte um das Thema Organtransplantation, welches einen natürlich selbst zum Nachdenken anregt. Sehr flüssig geschrieben, keine Zeile Langeweile. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.

    :lesend Sarah Morgan - Weihnachtszauber wider Willen

    2019: 22 Bücher - 9.987 Seiten

    2018: 16 Bücher - 7.045 Seiten

    2017: 17 Bücher - 8.990 Seiten