'Die Nachtigall' - Seiten 194 - 281

  • Warum ausgerechnet Isabelle auserkoren wird die Piloten über die Berge zu führen hat sich auch mir nicht erschlossen. Aber was soll's. Die Geschichte läuft ansonsten rund und ist voller kleiner und großer Konflikte. Beck und Vianne. Der Widerstand im besetzten Frankreich und die Deutschen Soldaten. Vater und Tochter. Krieg und kein Frieden in Sicht. Und eigentlich sind bis auf Isabelles Heldenrolle noch keine Leibchen klar verteilt. Der Vater hat noch Potential für mehr und Beck hat mehr, als nur ein Gesicht. Für einen Unterhaltungsroman ist das alles sehr interessant. :-)

  • Zitat

    Original von Luc
    Warum ausgerechnet Isabelle auserkoren wird die Piloten über die Berge zu führen hat sich auch mir nicht erschlossen. Aber was soll's. Die Geschichte läuft ansonsten rund und ist voller kleiner und großer Konflikte. Beck und Vianne. Der Widerstand im besetzten Frankreich und die Deutschen Soldaten. Vater und Tochter. Krieg und kein Frieden in Sicht. Und eigentlich sind bis auf Isabelles Heldenrolle noch keine Leibchen klar verteilt. Der Vater hat noch Potential für mehr und Beck hat mehr, als nur ein Gesicht. Für einen Unterhaltungsroman ist das alles sehr interessant. :-)



    Das hast du sehr gut wiedergegeben. Ich glaube die Rolle die Piloten in Sicherheit Zubringern ist ihr auf den Leib geschneidert.
    Ich habe einen spanischen Roman gelesen, wo auch eine Frau für die Engländer als Spionin gearbeitet hat und sie hat vielen Jüdischen Flüchtlingen zur Flucht verholfen und ihr Leben riskiert.

  • Zitat

    Original von Booklooker
    Wir wissen ja immer noch nicht, wer die Erinnerungen hier mitteilt. Es muss ja nicht zwingend Isabelle sein, obwohl wir ja jetzt wissen, dass es ihr Pass in dem Koffer ist. Aber genauso gut kann sie ja im Krieg aus welchem Grund auch immer gestorben sein und Vianne hat den Pass als Erinnerung aufbewahrt.


    Ich glaube schon, dass es Isabelle ist, die wir in Oregon immer mal wieder treffen. Zunächst einmal ist da ja der Ausweis mit dem Namen Juliette Gervaise. Zudem erhält die Erzählerin eine Einladung zu einem Treffen der passeurs in Paris, was ja jetzt auch sehr gut passen würde. Außerdem musste ich, als sie meinte, sie fühle sich mit den Sicherheitsguten wie ein Backhuhn an Isabelle und ihren Freiheitsdrang denken. Ich glaube also schon, dass es sich um sie handelt.


    Zitat

    Original von hollyhollunder
    Frech lügt sie Berg vor den Augen ihrer Schwester ins Gesicht. Und der gibt ihr tatäschllich einen Passagierschein. Ich denke auch aus Eigennutz. Er will mit Vivanne alleine sein. Isabelle lügt auch ihre Schwester an - so teilweise jedenfalls. Sie bestärkt sie einfach in der Vermutung, dass sie einen Liebhaber treffen möchte.


    Hier hat sie mir doch schon ein bisschen leid getan. Isabelle schien ja richtig enttäuscht davon gewesen zu sein, dass Vianne ihr abgekauft hat, dass sie nur wegen eines Jungen, in den sie vielleicht verliebt ist, nach Paris gehen will. Selbst als Isabelle nachfragt, ob Vianne ihr das wirklich zutraue, ist sie nicht davon abzubringen. Ich denke auf der einen Seite ist Isabelle froh, dass Vianne so nicht weiter nach ihren Motiven fragt, auf der anderen ist sie wohl enttäuscht, dass man sie für so ein oberflächliches Mädchen hält.
    Bei Beck vermute ich auch eher eigennützige Motive. Man merkt ja jetzt schon, dass sich die Atmosphäre merklich entspannt hat. Ob er wirklich mehr von Vianne will, oder ob er nur, wenn er nach Hause geht seine Ruhe haben will, kann ich noch nicht so genau sagen. Mir geht es wie vielen hier: Ich kann ihn noch nicht so ganz fassen. Er agiert zwar durchaus so, dass man ihm abkaufe kann, dass er nichts böses im Schilde führt und doch hat er mich vor allem im letzten Abschnitt eher zwiegespalten zurückgelassen.


    Zitat

    Original von hollyhollunder
    Isabelle stellt sich ihrem Vater entgegen und die Idee, den Buchladen einfach weiter zu führen ist genial. Am Ende dieses Abschnittes kommt dann die große Überraschung. Der Vater ist der Fälscher und hat zumindest beim letzten Mal Isabelle weggeschickt um sie aus dem Schussfeld zu haben. Wer hätte das gedacht. Ich nicht. Erklärt zwar seine Kälte nicht aber macht ihn um einiges sympathischer.


    Zumindest einen Teilverdacht hatte ich schon an den Vater. Sein Verbot an Isabelle, die Hinterkammer der Buchhandlung auch nur zu betreten hat mich sehr misstrauisch gemacht. Da habe ich schon den vagen Verdacht gehegt, dass er in der Hinterkammer evtl. Flugblätter druckt und sein Job dazu dienen soll, ihn als Verdächtigen auszuschließen. Auch als er aus dem Haus geeilt ist und die Tasche an sich gedrückt hat, bei der Iabelle gedacht hat, sie enthielte seine Gedichte, habe ich eher Flugblätter vermutet, wobei die Frage ist, ob er diese wirklich so offen mit sich herumtragen würde. Dass der Vater dann aber so tief im Widerstand steckt und genau wusste, was seine Tochter tut, war dann doch auch eine Überraschung für mich.


    Isabelle agiert hier finde ich sehr mutig. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass sie sich der Gefahr und ihrer Verantwortung durchaus bewusst ist. Sie ist nicht mehr ganz so vorschnell und unbedacht, sondern denkt auch mal über das nach, was sie tut oder sagt. Hier merkt man finde ich sehr schön, dass sie sich - zum Positiven - weiterentwickelt. Ich hoffe mal, dass bei ihrer anstehenden Reise alles gut geht, und sie nicht allzu viele Probleme haben wird.


    Vianne dagegen benimmt sich nun recht unbedacht. Nachdem sie zuvor immer versucht hat Isabelle davor zu bewahren, sie alle ins Unglück zu stoßen, ist sie es nun mehr oder minder selber Schuld, dass sie gefeuert wurde. Ich finde es schon sehr hart, aus welchem Grund sie entlassen wurde, wobei andere Menschen auch schon wegen weniger alles verloren haben. Sie kann wohl wirklich dankbar sein, dass sie ihren Garten noch hat und ja ich habe auch noch ein paar Hühner im Kopf und ich meine Kaninchen gab es auch oder hatten die den letzten Winter schon nicht mehr überlebt? Wir wollen einmal hoffen, dass Vianne und Sophie den Winter gut überstehen und sich nicht zu sehr von Beck abhängig machen.

    :lesend Dan Simmons; Die Hyperion-Gesänge

    :lesend J.R. Ward; Black Dagger: Gefangenes Herz (eBook)

    :lesend J. R. R. Tolkien; The Two Towers (Hörbuch: Rob Inglis)

  • Zitat

    Original von Chroi


    Hier hat sie mir doch schon ein bisschen leid getan. Isabelle schien ja richtig enttäuscht davon gewesen zu sein, dass Vianne ihr abgekauft hat, dass sie nur wegen eines Jungen, in den sie vielleicht verliebt ist, nach Paris gehen will. Selbst als Isabelle nachfragt, ob Vianne ihr das wirklich zutraue, ist sie nicht davon abzubringen. Ich denke auf der einen Seite ist Isabelle froh, dass Vianne so nicht weiter nach ihren Motiven fragt, auf der anderen ist sie wohl enttäuscht, dass man sie für so ein oberflächliches Mädchen hält.
    Bei Beck vermute ich auch eher eigennützige Motive. Man merkt ja jetzt schon, dass sich die Atmosphäre merklich entspannt hat. Ob er wirklich mehr von Vianne will, oder ob er nur, wenn er nach Hause geht seine Ruhe haben will, kann ich noch nicht so genau sagen. Mir geht es wie vielen hier: Ich kann ihn noch nicht so ganz fassen. Er agiert zwar durchaus so, dass man ihm abkaufe kann, dass er nichts böses im Schilde führt und doch hat er mich vor allem im letzten Abschnitt eher zwiegespalten zurückgelassen.


    Die beiden Schwestern haben sich ja wohl kaum gesehen, die letzen 10 Jahre. Vianne hat nur mitgekriegt, dass Isabelle ständig aus den Schulen abhaut und sehr rebellisch ist. Außerdem verhählt sie sich oft patzig wie eine Teenagerin halt ist - also für Erwachsene wie Vianne ist es sicherlich schwierig Isabelle richtig einzuschätzen. Sie reden einfach nicht genug miteinander. Auch weil Isabelle ihrer Schwester vorwirft, dass sie die Mutterrolle NICHT übernommen hat.


    Beck ist wirklich schwer zu fassen. Es dauert lange, bis man ihn wirklich durchschaut. Das war sicherlich so von der Autorin beabsichtig.



    Zitat

    Original von Chroi



    Zumindest einen Teilverdacht hatte ich schon an den Vater. Sein Verbot an Isabelle, die Hinterkammer der Buchhandlung auch nur zu betreten hat mich sehr misstrauisch gemacht. Da habe ich schon den vagen Verdacht gehegt, dass er in der Hinterkammer evtl. Flugblätter druckt und sein Job dazu dienen soll, ihn als Verdächtigen auszuschließen. Auch als er aus dem Haus geeilt ist und die Tasche an sich gedrückt hat, bei der Iabelle gedacht hat, sie enthielte seine Gedichte, habe ich eher Flugblätter vermutet, wobei die Frage ist, ob er diese wirklich so offen mit sich herumtragen würde. Dass der Vater dann aber so tief im Widerstand steckt und genau wusste, was seine Tochter tut, war dann doch auch eine Überraschung für mich.


    Dass der Vater Fälscher ist, hatte ich nicht auf dem Radar. Dass er überhaupt auch im Widerstand ist. Da habe ich nicht drüber nachgedacht. Da warst du schlauer. :grin





  • Das hätte ich auch nicht von dem Vater der beiden erwartet, Fälscher und Mitglied im Widerstand.
    Aber so kann er seine Erlebnisse des 1. Weltkriegs verarbeiten und Rache am Feind nehmen.
    Er ist mir richtig sympathisch geworden !

  • Jetzt, da sie etwas tun kann, wird Isabell noch wagemutiger als zu Beginn. Zwar glaube ich noch immer nicht, das all das immer gut durchdacht ist, aber dennoch ist sie eine mutige Frau die sich ein Herz nimmt und im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv wird. Alles in allem sehe ich ihre Entwicklung positiv.


    Jetzt ist vielmehr Vianne diejenige, die durch Unüberlegtheit ihre Stelle verliert obwohl sie es immer war, die Isabell gewarnt hat. Zum Glück kann sie sich noch ein wenig selbst versorgen.

  • Isabelle hat nun eine Aufgabe und nun kann sie sich beweisen.
    Gut es ist sehr gefährlich was sie tut, aber man kann sie verstehen und ich bin gespannt wie sie sich weiter entwickeln wird.


    Vianne dagegen verliert wegen einer Dummheit ihre Stelle und weiß nun nicht wie sie sich und Sophie durchbringen soll aber ich denke Hauptmann Beck wird so gut es geht helfen.


    Mir gefällt das Buch wirklich sehr gut und auch wenn ich ab und zu Pausen machen muss um das gelesene sacken zu lassen freue ich mich jedesmal wenn ich weiterlesen kann.

  • Sehr beeindruckt bin ich von der Entwicklung von Isabelle. Auch wenn sie noch manchmal zu impulsiven Handlungen neigt, scheint es doch so, als ob sie an ihrer Aufgabe reift.
    Während Vianns unüberlegt handelt.
    Beck finde ich auch undurchsichtig. Ich warte die ganze Zeit darauf, dass er etwas ganz schlimmes, perfides als Gegenleistung von Vianne verlangt.

  • Zitat

    Original von Büchersally
    Juliettes Aktionen finde ich beeindruckend. Die Pyrenäen sind ja auch nicht irgendwelche Hügel, auf denen man mal eben entlangspaziert. Dazu kam noch die ständige Angst, entdeckt zu werden. Schon allein deswegen bewundere ich ihren Mut. Die Touren mussten ja auch sorgfältig geplant werden, damit die Piloten nicht etwa doch noch in Gefangenschaft gerieten.


    Bewundernswert ist auch die norme Selbstlosigkeit der Hilfstrupps. Jeder wusste, dass sie dafür ihr Leben und vielleicht das ihrer Angehörigen riskierten und trotzdem haben sie es gemacht. Auf dem Land war es vermutlich leichter, irgendwo unterzukommen als in der Stadt. Die Gefahr war aber stets da.


    :write


    Ich fand die Beschreibung der ersten Pyrenäen-Überquerung sehr beeindruckend.
    Es ist immer wieder erstaunlich, zu was Menschen physisch und psychisch in der Lage sind............

  • Ich sauge das Wissen förmlich in mir auf.
    Natürlich hatten wir das Thema WK II im Unterricht, aber lange nicht so intensiv.
    Das zu lesen, und "mitzuerleben" ist nochmal etwas ganz anderes.
    Von meinen Familien hab ich von den Weltkriegen eigentlich gar nichts mitbekommen.


    Meine Großeltern sind beide (väterlicherseits kenne ich nicht) 1940 geboren und haben das nicht wirklich als Kind mitbekommen. Meine Oma sagte nur, dass ihr Papa damals aus Russland nicht mehr zurück kam und sie nicht wisse, was aus ihm geworden ist.
    Durch Recherche habe ich dann sein Grab gefunden. Einerseits war sie natürlich traurig, andererseits war sie auch froh, dass er es nicht ihr Schwiegervater gemacht hat - der sich noch schnell in den Westen "gerettet" hat.


    Isabelle ist sehr mutig, ich bewundere sie richtig. Wie sie das mit dem britischem Piloten gemacht hat - Wahnsinn.
    Und der Vater hat mich auch überrascht.


    Die Pyränen Reise wird sicher interessant. Was die Leute damals alles auf sich genommen haben, das ist schon verrückt. Aber da sieht man, dass sie auch nach über einem Jahr nicht an das Ende des Krieges glaubten.


    Vianne hat Post von ihrem Mann bekommen. Sie konnte ihm nicht schreiben, dass Geld & Nahrungsmittel ausgehen.
    Tja und Beck .. mit seiner Aussage, sie müssen nicht Hungern, ich weiß nicht, aber mir kommt das komisch vor.

    Wenn du den roten Faden verloren hast, halte nach einem anderem ausschau, vielleicht ist deiner BUNT
    (Das Leben ist (k)ein Ponyhof - Britta Sabbag)

  • Die Überquerung der Pyräenen war schon sehr waghalsig, besonders Nachts, es ist ja ein richtiges und massives Hochgebirge, ohne den Führer wären sie dem Tod Preis gegeben.


    Isabelle ist über sich hinausgewachsen, schon Todesmutig was sie Tat.

  • Die Schilderungen um Isabelle gefallen mir sehr gut und ich mag sie sehr gern. Bin sehr froh, das wir nun auch ihren Vater und sen Handeln besser verstehen können. Isabelle ist sehr, sehr mutig und doch noch so jung - es ist ein tolles mitreissendes spannendes Buch, bei dem ich froh war im Urlaub immer nur ein paar Seiten lesen zu können und manche Schilderungen habe ich sehr langsam gelesen.

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • Wie gut, daß Wochenende ist. Ich mag schon kaum noch unterbrechen, so spannend ist das Buch miitlerweile geworden.


    Zitat

    Original von Lumos


    An dieser Stelle habe ich mich gefragt, wie und wovon denn ihre Freundin Rachel lebt? Die ist schon viel früher entlassen worden, sie hat zwei kleine Kinder und der Mann ist ebenfalls Kriegsgefangener :gruebel?



    Das hab ich mich auch als erstes gefragt. Wie macht das Rachel denn?
    Schade, daß über sie nicht mehr geschrieben wurde in diesem Abschnitt, nach dem Rausschmuiß von Vianne. Ich mag Rachel besonders, auch ihre Art, Vianne zu beruhigen, wenn sie mit Isabelle nicht klar kam, aber eben auch, daß sie Vianne, die Sichtweise Isabells versuchte zu erklären.


    Langsam kommt mir auch Isabelle etwas näher, sie entwickelt sich und scheint vorsichtiger zu werden, ohne ihren Mut dabei aufzugeben.


    Bei Beck bin ich noch mißtrauisch.
    Nicht nur die offensichtlich "Bösen" war böse. Auch - oder gerade die - die freundlich taten, sich das Vertauen erschlichen und dann hinterrücks agierten.


    Die Sache mit dem Vater fand ich genial. Ist er doch ebenfalls ein Widerstandskämpfer.


    So - nun kurz was essen und dann weiter. :grin