'Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens' - Seiten 359 - Ende

  • Suzann,


    ich habe mich auch das eine oder andere mal mit den Personen verheddert.


    Ich glaube übrigens nicht, daß sie wußten, daß sie Evas Mutter ist, denn sie hat sich ja nicht als Cynthia Hargreaves, sondern als Cindy Reynas angemeldet.


    Daß Eva Käsemakkaroni isst, während die anderen die feinsten Delikatessen speisen, fand ich skurril, amüsant und bodenständig. :-)

    Lieben Gruß,


    Batcat


    Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt (aus Arabien)

  • Das Ende fand ich auch sehr gelungen. Mit einem Happy End wäre ich auch nicht so glücklich gewesen.


    Cynthia konnte ihre Tochter Eva aufspüren und hat durch die Begegnung beim Pop-up-Diner ihren Frieden gefunden. Eine Annäherung von Mutter und Tochter wird sich vielleicht noch ergeben. So liegt es an Eva, was sie daraus macht. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sie diese Begegnung erstmal in Ruhe verarbeiten muss, bevor sie den Kontakt zu ihrer Mutter sucht.


    Vor allem die Preise für dieses Diner waren meiner Meinung nach völlig überzogen. Für die paar Häppchen. Wer soll denn davon satt werden :lache Aber probiert hätte ich ja zu gern :lache


    Bei den verschiedenen anwesenden Personen musste ich teilweise auch innehalten und überlegen, wo diese nochmal einzuordnen waren. Aber ich denke, letztendlich ist es mir gelungen :grin


    Bis auf zwei kurze Strecken hat mir das Buch jedenfalls sehr gut gefallen, vor allem, dass es sich durch seine Form so klar von vielen anderen abhebt.

  • Ich fand es schön, dass bei dem letzte Dinner viele Personen wieder aufgetaucht sind. Und auch Cynthias Entschluss, Eva nicht zu bedrängen, fand ich völlig okay.


    Wobei ich hier den Verdacht habe, dass Eva vielleicht doch wusste, dass C. ihre Mutter ist. Denn warum sollte sie sie ausgerechnet zu einem Dinner "zulassen", wo so viele Personen aus ihrer (Evas) Vergangenheit zusammen kommen? :gruebel Eva wusste ja immerhin, wer ihre richtigen Eltern sind, und obwohl es im Buch nicht anklang kann es doch durchaus sein, dass Eva Informationen eingeholt hat.


    Alles in allem ein schönes Buch, Rezi folgt in Kürze.


    :wave

    Mögen wir uns auf der Lichtung am Ende des Pfades wiedersehen, wenn alle Welten enden. (Der Turm, S. King)


    Wir fächern die Zeit auf, so gut wir können, aber letztlich nimmt die Welt sie wieder ganz zurück. (Wolfsmond, S. King)


    Roland Deschain


  • Wow! Regenfisch - du bist für mich die Eva Thorwaldt unter den Büchereulen!! :anbet Klasse Idee!


    Ich könnte meine "Gerichte des Lebens" nicht in so eine Reihenfolge bringen, glaub ich... :gruebel


    Aber es gibt auf jeden Fall schon viele Gerichte, die ich mit bestimmten geliebten Menschen verbinde.


    Z.B. lieben wir in unserer Familie "Gewürzkuchen", und kaum ein Geburtstag, an dem es den nicht gibt, und auch so macht den meine Mama öfter mal. Wir backen ihn alle nach demselben Rezept, und meins ist sogar noch eine Kopie vom handgeschriebenen Rezept meiner Oma. Da hab ich immer das Gefühl, meine Oma ist noch da...


    Dann "Gefüllte Paprika" von meiner Mama, eins meiner Lieblingsgerichte schon aus der Kindheit.


    Strietzel mit Sauerkraut, auch von Mama...


    Maiskolben mit Salz erinnern mich an unsere Sommerferien am Plattensee in Ungarn, auch mit der ganzen Familie...


    "Korea" war das Getränk meiner Jugend - Rotwein mit Cola gemixt - das gabs immer auf "Light & Sound", das war die rollende Diskothek, wo wir früher immer waren.


    Milka-Schokolade, noch in Alupapier eingewickelt, heimlich von Oma zugesteckt...


    Tasse Kakao, das gabs jeden Morgen vor der Schule...


    Hach, ich könnte mich hier noch ewig in Kindheits- und Jugenderinnerungen verlieren.



    Zum Buch muss ich sagen, ich bin noch nicht komplett durch, sondern grade auf S. 411, und ich finde die Reaktionen der Leute echt überzogen und der Satz von Cindy trifft den Nagel auf den Kopf:


    "Ja, das Essen war atemberaubend gut, etwas vom Besten, das Cindy je gegessen hatte, aber die Hysterie um sie herum machte sie wütend."


    So gehts mir auch gerade :rolleyes


    edit:
    "Versuchten die anderen auf diese Weise, den Preis für das Essen vor sich selbst zu rechtfertigen?"
    Genau so kommt mir das vor!!!


    edit:


    So, habe das Buch soeben beendet.


    Tja - weiß gar nicht, was ich sagen soll. Einerseits eine tolle Sprache, eine interessante Idee, aus den verschiedenen Blickwinkeln der verschiedenen Menschen zu schreiben, andererseits dieser völlig überzogene Hype um Evas Dinner und die komische Gewichtung der Geschichten - Nebenschauplätze erhielten so viel Raum, ohne später einen Bezug zur Geschichte wiederzufinden, und das Hauptthema, wie Eva zu der großartigen Köchin wurde, und auch das Wiedersehen mit der Mutter wurden so beiläufig abgehandelt.


    Aber definitiv ein "etwas anderes" Buch.

  • Nun konnte ich das Buch auch gestern beenden; Ich hätte es wohl im Nachhinein gern zusammenhängender gelesen, aber das ließ meine Lesezeit leider nicht zu.


    Das Finale hat doch nun eigentlich alle Noch offenen Fragen beantwortet, den Rest muss man sich im eigenen Kopfkino kreieren.


    Den Kontrast zwischen 5000-Dollar-Dinner und Makkaroni mit Bier fand ich ziemlich klasse! Und Pat hier mit ihren Kuchenriegeln wiederzulesen: auch sehr schön, hat sie verdient.


    Mit dem Ende bin ich also zufrieden. Dass eine Mutter dann doch nicht widerstehen kann, ihr Kind einmal zu sehen, fand ich sehr realistisch und nachvollziehbar. Ich meine, das sei eine der Sachen, die man im fortschreitendem Alter immer öfter Bereuen würde.


    Regenfisch : Ich verbinde auch viele Geschmäcker mit verschiedenen Abschnitten im Leben, aber ich könnte da wohl kein Dinner draus machen. Es wäre auch nicht sehr gesund. Als Kind der 80er und 90er beläuft sich das bei mir auf die echte Sprengelschokolade, Spaghetti Mit selbst gekochter Tomatensoße und Mettklößen und vielleicht noch Nudelsalat und Senfkrustenbraten. Aber deine Zusammenstellung klang ja toll :-) :wave


    Eigentlich schade, dass das Buch schon zu Ende ist. Bei manchen Kapiteln hätte sich der Autor gern noch mehr Raum geben dürfen, bzw. seinen Figuren.

    „An solchen Tagen legt man natürlich das Stück Torte auf die Sahneseite — neben den Teller.“

  • Schön, dass es am Ende noch ein Wiedersehen mit ein paar Personen aus dem Buch gab. Dass Cindy sich so schnell weider aus Evas Leben zurückzieht, obwohl sie doch etwas für sie zu empfinden scheint, fand ich sehr schade, aber das Buch ist einfach kein Happy-End-Buch.


    Ich habe für mich noch keinen endgültigen Gesamteindruck zu dem Buch gefunden. Viele Dinge gefallen mir sehr gut, mit anderen aber, kann ich mich gar nicht anfreunden. Ich muss alles noch ein wenig sacken lassen.

  • Was mir seit Tagen nicht aus dem Kopf geht, ist, dass Evas Stiefeltern als "White Trash" gelten, obwohl sie beide einen Job haben (das war ganz am Anfang, zweites Kapitel oder so).
    Wie unglaublich arrogant doch diese gehobene Mittelschicht sein kann. Wenn das der Maßstab wäre oder ist, dann gehörte ich in meiner Kindheit und ebenso meine Eltern wohl ebenfalls zum weißen Müll.
    Das hat Eva mit Sicherheit auch nicht vergessen. Vielleicht erklärt das die hohen Preise für ihre Dinner :lache

    „An solchen Tagen legt man natürlich das Stück Torte auf die Sahneseite — neben den Teller.“

  • Zitat

    Original von killerbinchen
    Was mir seit Tagen nicht aus dem Kopf geht, ist, dass Evas Stiefeltern als "White Trash" gelten, obwohl sie beide einen Job haben (das war ganz am Anfang, zweites Kapitel oder so).
    Wie unglaublich arrogant doch diese gehobene Mittelschicht sein kann. Wenn das der Maßstab wäre oder ist, dann gehörte ich in meiner Kindheit und ebenso meine Eltern wohl ebenfalls zum weißen Müll.
    Das hat Eva mit Sicherheit auch nicht vergessen. Vielleicht erklärt das die hohen Preise für ihre Dinner :lache


    :write
    Ich denke, dass es dem Autor auch genau darum in seiner teilweisen extremen "Überspitzheit" geht. Das ist einer der Gründe, warum mir das Buch so gut gefällt.

  • Zitat

    Original von killerbinchen
    Was mir seit Tagen nicht aus dem Kopf geht, ist, dass Evas Stiefeltern als "White Trash" gelten, obwohl sie beide einen Job haben (das war ganz am Anfang, zweites Kapitel oder so).
    Wie unglaublich arrogant doch diese gehobene Mittelschicht sein kann. Wenn das der Maßstab wäre oder ist, dann gehörte ich in meiner Kindheit und ebenso meine Eltern wohl ebenfalls zum weißen Müll.
    Das hat Eva mit Sicherheit auch nicht vergessen. Vielleicht erklärt das die hohen Preise für ihre Dinner :lache


    Ich habe das Gesamtkunstwerk Dinner auch so verstanden. Eva verarscht die Snobs und lässt sie ordentlich bluten. Das zeigt vor allem die Szene, in der Eva und ihre Leute den Nudelauflauf essen und vor dem Campingbus hocken, sehr schön.

    Die eigentliche Geschichte aber bleibt unerzählt, denn ihre wahre Sprache könnte nur die Sprachlosigkeit sein. Natascha Wodin

  • Zitat

    Original von Saiya
    . Da Eva und ihre Verwandten immer ein Geheimnis um Evas leibliche Eltern gemacht haben, glaube ich auch nicht, dass es schon mehrere Cynthias gegeben hat, die sich bei Eva vorgestellt haben. Das hat Randy erfunden, um zu testen, was Cynthia wirklich von Eva will. Immerhin war er sein ganzes Leben lang Evas Beschützer.


    Diese "mehrere Cynthias" hat mich auch sofort stutzig gemacht.


    Ich muss jetzt nochmal über alles nachdenken, bevor ich ein Fazit ziehen kann.


    Gelesen habe ich das Buch sehr gerne.

  • Ich habe den Roman nun auch beendet und kann mich dann bald meinem traditionellen Adventsleseprogramm widmen: Weihnachts- und Winterbücher. :-)


    Das Leserundenbuch hat mir sehr gut gefallen. Mit den Namen der Personen und ihrem Auftauchen/ Verhältnis zu Eva hatte ich auch immer mal wieder Probleme und musste nachdenken.


    Schade, dass wir nun gar nicht erfahren, wie die Polizeikontrolle verlaufen ist, wie Pat Prager zu Eva gekommen ist (vermutlich hat Eva nach dem Wettbewerb Kontakt mit ihr aufgenommen), verwendet Pat nun auch andere Zutaten, regionaler/gesünder und ich hätte noch gern was gelesen zur Begegnung Will mit Eva und Will mit seiner Stiefmutter.


    Das offene Ende geht für mich auch absolut in Ordnung!


    Ich danke dem Verlag und Wolke für die Chance das Buch durch eine LR kennenlernen zu dürfen. Momentan könnte ich mir auch vorstellen, das Buch ein weiteres Mal zu lesen, weil beim zweiten Mal mir bestimmt Dinge auffallen würden, die ich überlesen oder keine Beachtung geschenkt habe.


    Der Preis für die exklusiven Pop-Up-Dinner ist unverschämt. Verrückt, dass Leute bereit sind, so viel Geld dafür auszugeben. Interessieren würde mich, was Eva mit den Luxuseinnahmen macht. Unterstützt sie damit karikative Zwecke/ Charity - denn die Exklusivität des Dinners hat einen ungerechtfertigten Preis.

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)