'Land im Sturm' - Seiten 317 - 398

  • So, gestern hab ich dann diesen Abschnitt auf meiner Zugfahrt beenden können.

    Mit den beiden Familien geht es erstmal wieder bergauf. Erik kann mit dem ergaunerten Geld den Salzhandel mit Lüneburg aufbauen und dann generell mehr Handel treiben und sogar über den Kauf eines zweiten Schiffs nachdenken.

    Doch dann überfallen die Wenden Lübeck, wobei selbst das noch gut für rik ausgeht, weil sein Haus nicht zerstört wurde und er schnell wieder Handel treiben kann.

    Und als im Zuge der Kriegsvorbreitungen Soldaten transportiert werden müssen macht er auch nch ein Geschäft.

    Das allerdings beinahe schiefgeht und letztendlich Gero das Leben kostet :-( Dem hätte ich echt noch eine glücklichere Zukunft gewünscht. Der Säbel verlässt damit dann auch die Familie.

    Irgendwie war ja auch klar, dass das mit dem Raub nochmal auffliegen würde.


    In diesem Abschnitt war mir Gero der liebste, Erik war mir zu glatt und skrupellos und Arnulf ist mir zu farblos geblieben.


    Jetzt bin ich mal auf den nächsten Zeitabschnitt gespannt.....

  • In diesem Abschnitt war mir Gero der liebste, Erik war mir zu glatt und skrupellos und Arnulf ist mir zu farblos geblieben.

    Mir auch.

    Erik ist wirklich ziemlich skrupellos, vor allem, dass er nach dem Überfall auf Lübeck gleich wieder an seinen geschäftlichen Vorteil denkt, fand ich schon eiskalt.


    Ich würde zu gerne noch wissen wie es mit Olga weitergeht ...

    Ich könnte zu jedem Zeitabschnitt ein ganzes Buch lesen. :lache

  • Trotz allem habe ich diesen Teil nicht als „düster“ empfunden, vielleicht, weil ich schon an das viele Schlimme und Böse gewöhnt war? Und irgendwie habe ich erwartet, daß dieser Teil nicht gut ausgeht, was für Gero ja zutrifft. Erik ist ein Unsympath, seine Frau stören seine Machenschaften auch nicht, weil es Wohlstand bringt. Und von Arnold erfahren wir nicht mehr viel.


    Zu Beginn des Abschnitts kommen auch die Ereignisse auf der Rückfahrt heraus, einer der Gesellen ging also unfreiwillig über Bord. Erik wird immer skrupelloser und hat in Ludger einen ebenbürtigen Partner gefunden, beide ergänzen sich gut. Was sich später beim Angriff der Wenden auf Lubeke als Gücksfall erweisen wird, da er Irmhild und Ortwin rettet. Auch nach diesem Überfall zeigt Erik, was in ihm steckt. „Kriegsgewinnler“ wird man solche Menschen einige Jahrhunderte später vermutlich nennen. Jedenfalls ist er eiskalt und rücksichtslos auf seinen Vorteil bedacht.


    Es kommt sogar zu der Konfrontation mit dem Dänen, der seinerzeit von ihm (bzw. seinen „Angestellten“) ausgeraubt wurde. Er kommt davon, und ich frage mich, wie er bisher dessen Nachstellungen entgehen konnte. Der muß doch gewußt haben, woher die Frida gekommen war?


    Jedenfalls erfährt bei der Gelegenheit Gero, was damals passiert ist, trennt sich von Erik und schließt sich den Dänen an. Deren Angriff auf Dobin fällt ja buchstäblich fast schon „ins Wasser“. Bei seinem Weg zu den Sachsen passiert dann das Unausweichliche: er begegnet den Brandstiftern, die in Lubeke das Haus angezündet haben. Und am Ende überlebt der Skrupellose (Erik), während der „Gute“ (Gero) umkommt. Wie im richtigen Leben?


    Was aus Arnold und seiner Familie wird, kann man nur vermuten. Viel erfährt man nicht mehr über sie.


    Hm, so richtig warm werde ich nicht mit dem Buch, obwohl ich mich sehr darauf gefreut habe. Ich muß jetzt einfach mal mit Freytags „Ahnen“ vergleichen (deren Lektüre teilweise sehr lange zurück liegt und die Erinnerung daher möglicherweise verklärt ist): dort gehen wahrlich nicht alle Teile gut aus, mehr als einmal endet es mit dem Tod der Hauptfiguren und nur die Gewißheit, daß das Geschlecht weiter lebt, vermag dem Leser einen gewissen Trost zu spenden. Aber der Unterton, um mich so auszudrücken, das Gefühl, das bei mir ankommt, ist durchweg (auch in den schlimmen Stellen) ein positives, konstruktives. Hier jedoch ein negatives, destruktives. Vielleicht ist es aber auch einfach ein ungünstiger Zeitpunkt; nach drei Wochen Baustelle am und im Haus liegen meine Nerven ziemlich blank (auch wenn das Schlimmste seit Mittwoch überstanden sein müßte). Wenn ich mich recht entsinne, war beim ersten Aufrufen des Anmeldethreads ein Termin im Oktober angepeilt, und kurz darauf wurde der in November geändert. Vielleicht wäre es im Oktober bei mir besser gewesen, denn das war noch vor den Bauarbeiten hier.

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895)

  • Mir auch.

    Erik ist wirklich ziemlich skrupellos, vor allem, dass er nach dem Überfall auf Lübeck gleich wieder an seinen geschäftlichen Vorteil denkt, fand ich schon eiskalt.


    Ich würde zu gerne noch wissen wie es mit Olga weitergeht ...

    Ich könnte zu jedem Zeitabschnitt ein ganzes Buch lesen. :lache

    Ich kann mich euch nur anschließen, die Sympathien sind hier klar verteilt. An die kurzen Episoden habe ich mich mittlerweile gewöhnt, auch wenn ich sehr wahrscheinlich kein ganz großer Fan dieses Erzählstils werde, da ich mich einfach immer sehr gerne mit den Protagonisten identifiziere und dies ist hier leider nicht möglich. Ich versuche mich dennoch weiter auf das Buch einzulassen und vielleicht werden wir ja doch noch gute Freunde ;-)


    Vieles wird einfach nur angerissen und man würde einfach gerne noch mehr erfahren. Geht es nur mir so (nicht nur im Bezug auf die handelnden Personen) oder auch euch liebe Mitleser?

  • Vieles wird einfach nur angerissen und man würde einfach gerne noch mehr erfahren. Geht es nur mir so (nicht nur im Bezug auf die handelnden Personen) oder auch euch liebe Mitleser?

    Geht mir auch so. Ich könnte zu jedem Zeitabschnitt einen 1000 Seiten-Roman lesen.:lache

    Ein ganz großer Fan dieser Art von "Kurzgeschichten" werde ich auch nicht, auch wenn ich das Buch sonst gerne lese.

  • Geht mir auch so. Ich könnte zu jedem Zeitabschnitt einen 1000 Seiten-Roman lesen.:lache

    Ein ganz großer Fan dieser Art von "Kurzgeschichten" werde ich auch nicht, auch wenn ich das Buch sonst gerne lese.

    Ich kann schon verstehen, was ihr meint. Aber das kann man natürlich von zwei Seiten sehen. Wenn ihr gerne weiter über die jeweiligen Figuren lesen würdet, heißt das, dass sie authentisch und auch sympathisch genug sind, dass ihr nicht loslassen möchtet. Also hat man sich beim Lesen ja doch mit ihnen identifiziert, sonst käme diese Gefühl ja nicht auf. Und auf zweihundert Seiten das zu erreichen, ist eigentlich schwerer als auf fünfhundert Seiten. Und egal, ob nach zweihundert Seiten oder fünfhundert, am Ende heißt es immer Abschied nehmen.


    Nicht zu vergessen ... ein wichtiger Protagonist diese Buches ist Deutschland. Aber vielleicht wird das erst am Ende deutlich. Es geht hier nicht nur um die jeweiligen Figuren, sondern eben auch um unser Land.

    Der Bastard von Tolosa, Die Comtessa, Die Hure Babylon, Das Schwert des Normannen, Die Rache des Normannen, Der Schwur des Normannen, Der Sturm der Normannen, Bucht der Schmuggler, Thors Hammer, Odins Blutraben, Die letzte Schlacht, Land im Sturm
    www.ulfschiewe.de

  • Ich habe jetzt diesen Abschnitt beendet und bin gerade etwas traurig, weil Gero zum Schluß sterben muss, obwohl er so ein guter, hilfsbereiter Kerl war und der Unsympath Erik einfach so weitermachen kann wie bisher.


    Ansonsten kann ich mich eigentlich nur meinen Vorschreibern anschließen: Ich finde es auch ein wenig schade, dass man immer nur einen kurzen Abschnitt über die Familien/Personen lesen kann. Ich würde auch am liebsten die Figuren über einen längeren Zeitraum begleiten. Aber es ist mir schon klar, dass das Konzept des Buches nun einmal ein anderes ist und nicht die einzelen Personen im Vordergund stehen sondern das Land Deutschland.

    Dies war auf jeden Fall ein Teil der Deutschen Geschichte, von dem ich bisher noch nichts gelesen hatte. Also habe ich schon wieder was dazu gelernt.

  • Ich kann schon verstehen, was ihr meint. Aber das kann man natürlich von zwei Seiten sehen. Wenn ihr gerne weiter über die jeweiligen Figuren lesen würdet, heißt das, dass sie authentisch und auch sympathisch genug sind, dass ihr nicht loslassen möchtet. Also hat man sich beim Lesen ja doch mit ihnen identifiziert, sonst käme diese Gefühl ja nicht auf. Und auf zweihundert Seiten das zu erreichen, ist eigentlich schwerer als auf fünfhundert Seiten. Und egal, ob nach zweihundert Seiten oder fünfhundert, am Ende heißt es immer Abschied nehmen.

    Bei mir bleibt eher ein unbefriedigtes Gefühl bzgl. der Figuren zurück. Ich habe auf der einen Seite das Gefühl sie gut zu kennen, auf der anderen Seite aber wieder auch nicht, weil ich sie nur in der einen Szene habe kennen gelernt... Mir fehlt da definitiv eine Entwicklung und eine Mehrschichtigkeit, die man auf 200 Seiten halt nicht darstellen kann.


    Mir ist natürlich klar, dass das Buch anders konzipiert ist, und das Deutschland im Mittelpunkt steht. Aber sind es nicht die Menschen die ein Land prägen?

  • Bei mir bleibt eher ein unbefriedigtes Gefühl bzgl. der Figuren zurück. Ich habe auf der einen Seite das Gefühl sie gut zu kennen, auf der anderen Seite aber wieder auch nicht, weil ich sie nur in der einen Szene habe kennen gelernt... Mir fehlt da definitiv eine Entwicklung und eine Mehrschichtigkeit, die man auf 200 Seiten halt nicht darstellen kann.


    Mir ist natürlich klar, dass das Buch anders konzipiert ist, und das Deutschland im Mittelpunkt steht. Aber sind es nicht die Menschen die ein Land prägen?

    Ich finde für die Kürze der einzelnen Teile die Hauptfiguren sehr gut dargestellt.

  • Ich finde für die Kürze der einzelnen Teile die Hauptfiguren sehr gut dargestellt.

    In der einzelnen Situation ja. Dennoch kann ich sie (die Figur nicht fassen) und ihr Handeln und Denken in einer anderen Situation mir nicht weiter vorstellen. Versteht ihr was ich meine?

  • In der einzelnen Situation ja. Dennoch kann ich sie (die Figur nicht fassen) und ihr Handeln und Denken in einer anderen Situation mir nicht weiter vorstellen. Versteht ihr was ich meine?

    So etwa verstehe ich, was Du meinst. Für die einzelne Geschichte erwachen die Figuren für die jeweiligen Szenen zum Leben, doch für einen genaueren, bleibenden Eindruck reicht es kaum.

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895)