Ein Himmel für Dich - Emma Heatherington

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    352 Seiten

    HarperCollins Verlag

    ET: 4.1.2019

    OT: A Part of Me and You


    Eine Geschichte für alle, die emotionale und berührende Geschichten lieben und an die Macht des Schicksals glauben.


    Shelley hat vor 3 Jahren ihre 3jährige Tochter verloren. Sie kommt mit dem Schmerz und der Trauer einfach nicht klar, findet nicht zurück ins Leben. Als sie am Strand spazieren geht, trifft sie ein junges Mädchen, dass in Tränen aufgelöst im Regen sitzt. Die 15jährige Rosie macht in Killara in Irland Urlaub mit ihrer todkranken Mutter Juliette und ihre traurige Geschichte ist das erste was seit langem wieder das Herz von Shelley berührt.

    Juliette hingegen verzweifelt bei dem Gedanken, dass sie ihre geliebte Tochter bald alleine zurücklassen muss und möchte in diesem Urlaub ein paar unvergessliche Erinnerungen für Rosie schaffen. Doch das ist nicht der einzige Grund für diese Reise.


    Die Traurigkeit und Verzweiflung der beiden Frauen wird sehr eindringlich und intensiv geschildert. Juliette und Shelley erzählen abwechselnd aus ihrer Sicht das Geschehen, wie sie sich fühlen und welche Gedanken ihnen durch den Kopf gehen. Sie sind beide Mütter, die mit ihren ganz eigenen Ängsten fertig werden müssen. Besonders Juliette hat mir sehr gut gefallen, denn trotz ihrer Diagnose zeigt sie eine bewundernswerte Stärke. Sie gibt anderen Kraft, obwohl sie eigentlich den Halt viel nötiger hätte.


    Die Geschichte zeigt wie grausam das Schicksal sein kann und wie selbstverständlich man das alltägliche Glück hinnimmt, bis es einem genommen wird. Doch zum Glück geht es im Leben und auch in diesem Buch immer wieder irgendwann bergauf, wenn man es zulässt.

    Bis auf ein paar kleine Längen habe ich das Buch gerne gelesen, vor allem, weil es mir bewusst gemacht hat, wie glücklich ich mich schätzen kann.

    8 von 10 Eulen

  • Das Buch:

    Kann dich das Leben noch überraschen, auch wenn du glaubst, alles verloren zu haben?

    Juliette erfährt an ihrem 40. Geburtstag, dass ihr nur noch wenig Zeit bleibt. Ihr erster Gedanke gilt ihrer Tochter Rosie. Nicht mehr lange wird sie Rosie aufwachsen sehen, ihr beistehen, für sie da sein. Wer wird sie dann so lieben, wie nur eine Mutter es kann?

    Shelley hat Mühe, die Tage zu überstehen, seit ihre kleine Tochter starb. Gefangen in ihrem Schmerz stößt sie jeden von sich weg, auch ihren liebevollen Ehemann.

    Als sie Juliette begegnet, spürt sie deren Lebenswillen. Findet Shelley durch ihre neue Freundin den Weg zurück ins Leben? Und kann sie Juliette dabei helfen, sich den größten Wunsch zu erfüllen? Quelle Amazon


    Die Autorin:

    Emma Heatherington liebt romantische Komödien, Rotwein, gemütliche Abende vor dem Kamin, Musicals und Nashville. Sie schreibt nicht nur Bücher, sondern auch Drehbücher, Songs und Theaterstücke und lebt mit ihrem Partner, dem Künstler und Singersongwriter Jim McKee, und ihren fünf Kindern in Donaghmore, Irland.

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    Meine Meinung:

    Dieses Buch ist extrem intensiv, wenn ich ganz ehrlich bin, kann ich mich an kaum ein Buch erinnern, das so war wie dieses. Es ist voller Trauer. Es ist voller Schmerz. Aber es macht auch Hoffnung, die Hoffnung mit jedem Schicksalsschlag fertig werden zu können, egal wie schwer dieser sein mag und letzendlich auch wenn er, so wie im Fall von Juliette, das Sterben bedeutet. Man fragt sich, wie kann man mit etwas fertig werden, wenn man nicht mehr da sein wird. Darum geht es nicht, es geht darum wie man seine Zeit bis zu diesem Tag verbringt und um die Menschen, die zurückbleiben. Wie Rosie. Ich kann mir kaum vorstellen, das jemandem gibt dem das Schicksal dieser beiden Frauen nicht nah geht, allein durch die wahnsinnige intensive Schreibweise haut einen das hier teilweise wirklich um. Gefühle so beschrieben zu bekommen, das muss man mit fühlen. Und auch der intensive Sterbeprozess ganz am Ende wird so beschrieben wie er ist, hier wird nichts versteckt oder verschönert, und Juliette ist auch nicht plötzlicht auf der nächsten Seite tot, nein, wir erleben ihr Sterben bewusst mit. Dieses Buch zeigt uns, das wir jeden Augenblick auf Erden geniessen müssen, besonders auch mit den Menschen die wir lieben. Niemand weiss wie lange wir da sind und niemand weiss, wie lange alle anderen leben, und eigentlich ist das gut so, sonst hätte man nur noch Angst vor dem Tag, an dem man gehen muss. Besonders möchte ich nochmal die gefühlvolle, flüssige Schreibweise hervorheben, jede Person aus diesem Buch ist einem nach ganz kurzer Zeit so vertraut, als würde man sie persönlich kennen. Zudem ist noch das Cover einfach wunderschön.

    Ich habe viel geweint bei diesem Buch, aber ich bin dankbar es gelesen zu haben

    Vielen Dank an den Verlag für das Buch <3



    Ganz zum Schluss meiner Rezi möchte ich ausnahmsweise mal etwas Persönliches sagen, ich weiss, es gibt Situationen da kann man nicht Abschied nehmen von einer geliebten Person. Aber wenn man die Möglichkeit hat, dann sollte jeder das tun, man ist hinterher einfach nur fertig, aber über die Zeit gesehen ist es das beste was man tun kann. Meine Mama starb in meinen Armen, genau wie Juliette in den Armen ihrer geliebten Tochter Rosie


    Von ganzem Herzen 10 Punkte <3

  • Ich habe schon einige Romane gelesen, in denen Elternteile oder Kinder nur noch kurz zu leben hatten. Dieser Fakt allein nimmt einen mit, weil es eben leider nicht für alle Protagonisten ein Happy-End geben wird.


    Wir lernen zwei Mütter kennen:

    Irland, Shelley, 35 Jahre, verheiratet mit Matt. Seit drei Jahren verwaist, ihre Tochter Lily konnte nur drei Jahre mit ihnen verbringen.

    England, Juliette, 40 Jahre, verheiratet mit Dan, hat 15 jährige Tochter Rosie. Juliettes Gehirntumor ist austherapiert – sie muss Abschied nehmen.


    Juliettes Lebenszeit ist nur noch kurz. Spontan fliegt sie mit ihrer Tochter Rosie nach Killara, dem Ort in Irland, an dem sie vor 16 Jahren glücklich war, Rosie entstanden ist und sie nur schöne Erinnerungen hat. Sie will in der einen Woche Mutter-Tochter-Urlaub möglichst viele schöne Erinnerungen für Rosie schaffen. Juliette fehlt Lebenszeit – sie muss ihre Tochter zurücklassen.


    Shelleys Tochter hätte jetzt ihren sechsten Geburtstag gefeiert, Matt ist viel beruflich unterwegs – jeder verarbeitet seine Trauer um die kleine Tochter auf seine Art. Es ist verständlicherweise noch ein weiter Weg. Shelley fehlt Lebensfreude!


    Shelley lebt in Killara und dort begegnet sie erst Juliette, später Rosie. Die drei Frauen werden sehr schnell zu Freundinnen. Shelley kann Rosies Gefühle und was noch auf sie zukommen wird, sehr gut nachvollziehen. Shelleys Mutter hat sie auch als 15jährige zurückgelassen. Juliette zeigt Shelley, wie sie trotz der niederschmetternden Diagnose jeden ihr noch bleibenden Tag genießen will und Shelley erkennt, dass sie wieder beginnen muss, zu leben, sich an Dingen zu freuen, Freundschaften zuzulassen, ihr Schneckenhaus zu überwinden. In Rosie erkennt sie einerseits die Tochter, die sie hätte haben können, aber andererseits, die Aufgabe sie durch den Schmerz zu begleiten und immer für sie da zu sein.


    Das Buch berichtet durch die Augen der beiden Frauen das Geschehen. Als sie sich begegnen schildern beide, was ihnen diese Begegnung bedeutet und bewirkt.


    Der Roman berichtet gefühlvoll von den Geschehnissen in der Urlaubswoche, wie sie sich gegenseitig Kraft und Halt geben, unterstützen und füreinander da sind. Ich habe das Buch in zwei Tagen lesen können, erst auch noch gut in der Öffentlichkeit, dann allein, damit die Tränchen ungehindert fließen können. Der Roman lässt ein „Ja zum Leben – lebe jetzt“ und „andere sind bei Dir und möchten Dir helfen“ zurück.


    Ich danke Wolke und dem Verlag für das Ermöglichen der Leserunde mit Freiexemplaren.


    Bücher, die mich an dieses erinnern sind u.a.: Amanda Prowse - Auf Zehenspitzen berühre ich den Himmel; Antonia Michaelis - Das Institut der letzten Wünsche; Anna McPartlin - Die letzten Tage von Rabbit Hayes; Kristin Hannah - Wie ein Stern in der Nacht und Immer für dich da; Lori Nelson Spielman - Morgen kommt ein neuer Himmel; Pamela Ribon - Du und ich für immer

    Manche Bücher müssen gekostet werden, manche verschlingt man, und nur einige wenige kaut man und verdaut sie ganz.
    (Tintenherz - Cornelia Funke)

  • Mich konnte diese Buch leider nicht so richtig überzeugen. Ja, beide Schicksale sind natürlich berührend, aber der Funke ist bis zum Schluss nicht übergesprungen. Ich habe mich eher wie ein Zuschauer bei einem Theaterstück gefühlt. Es gab mir ein paar Zufälle zuviel. Zum Schluss hat zwar alles zusammen gepasst, aber während des Lesens habe ich nicht nur einmal gedacht „Oh, bitte nicht.“


    Trotz allem habe ich das Buch gerne gelesen. Der Schreibstil ist einfühlsam und die Verzweiflung beider Frauen ist in jeder Zeile spürbar. Juliette hat mir am besten gefallen. Sie weiß, dass sie bald sterben wird, hat aber eine enorme Energie um Shelley zu zeigen, dass das Leben trotz aller Schicksale lebenswert ist.


    Von mir gibt es 6 Eulenpunkte.

  • Die Geschichte um Shelley, deren Tochter in der Geschichte 3 Jahre zuvor, im Alter von 3 Jahren, durch einen Unglücksfall ums Leben kam ist sehr traurig. Sie gibt sich selbst die Schuld daran und kann sich nicht überwinden, wieder am Leben teilzunehmen. Ihr Mann Matt kümmert sich liebevoll um sie, ist aber beruflich oft längere Zeit abwesend.

    Während dieser Zeit lernt Shelley am Strand Rosie kennen. Rosie ist 15 Jahre alt und mit ihrer im Endstadium an Krebs erkrankten Mutter auf der Insel um Urlaub zu machen. InWahrheit weiß sie, dass ihre Mutter nicht mehr lange zu leben hat, diese scheut aber davor zurück, ihrer Tochter die Wahrheit zu sagen.

    Langsam entwickelt sich eine zarte Verbindung zwischen den 3 Frauen. Juliette, Rosies Mutter will aber auch Rosies Vater finden, den sie in Killara 16 Jahre zuvor kennengelernt hatte.

    Aus Vertrauen wird Zuneigung und so hilft eine der anderen ihren Schmerz zu überwinden.


    So schmerzlich das Thema ist, um so wenig hat mich das Buch überzeugt. Viel zu einfach und oft auch zu schnell geschieht die Annäherung und die Heilung Shelleys. Die Personen blieben mir leider fremd, auch wenn ich mich in die Situation einfühlen konnte.

    Ich hatte gehofft, mich mal wieder auf ein Buch dieses speziellen Genres einlassen zu können aber himmelblau liegt mir wohl doch nicht.

    Es ist nicht schlecht geschrieben, sonst hätte ich es sicher abgebrochen, aber es sind einfach zu viele Allgemeinplätze und mache "Zufälle" sind einfach des Gute zuviel.

    Ich stelle mein Exemplar gerne zur weitern Überprüfung zur Verfügung ;)


    Trotzdem danke an der Verlag und an Wolke für die Organisation der Leserunde.


    Von mir 6 Punkte.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • Mich hat das Buch leider nicht völlig überzeugt. Mir hat der Schreibstil nicht so sehr zugesagt und an einigen Stellen kamen mir zu viele Zufälle zusammen.

    Ich glaube, dass jemand wie Shelley durch eine neue Erfahrung aus einem so tiefen Loch hervor kommen kann und mit dieser Unterstützung einen Heilungsprozess beginnen kann. Allerdings geht mir das bei Shelley eindeutig viel zu schnell. Mich überzeugt einfach nicht, dass eine Woche für einen solchen Prozess ausreichen soll. Mir hat an manchen Stellen tatsächlich die Tiefe gefehlt.

    An sich fand ich beide Handlungsabläufe gut und es hätte sicher eine wundervolle Geschichte werden können, aber leider störten mich eben manche Dinge. Da hat für mich das Lesevergnügen etwas getrübt.

    Nichtsdestotrotz habe ich das Buch ganz gerne gelesen und ja auch schließlich beendet.

    :wave Gruß Dany


    Die Wirklichkeit ist etwas für Leute, die mit Büchern nicht zurechtkommen.
    Leserweisheit

  • Die Schicksale der beiden Frauen Juliette und Shelley sind gleichermaßen tragisch, mit dem Unterschied, dass es für die eine Hoffnung gibt, für die andere nicht.


    Meiner Meinung nach ist die Grundidee des Buches gut gewählt: indem man die Augen öffnet und das kleine Glück jeden Tag zulässt, kann man in den dunkelsten Situationen das Schöne finden und das, wofür es sich zu leben bzw. zu kämpfen lohnt. Die Umsetzung hat mir leider in dieser Geschichte nicht so gut gefallen. Shelley gesundet - quasi über Nacht - schafft mit einer fremden Person, die in ihr Leben tritt, was sie vorher drei Jahre Lang mithilfe liebender Familie und Freunden für völlig unvorstellbar hält. Die Fremde - Juliette, dem Tod ganz nah - sorgt sich an erster Stelle um Shelley und dass diese wieder auf die Beine kommt anstatt in der kurzen, ihr noch bleibenden Zeit mit ihrer minderjährigen Tochter zu sprechen und sich um deren Verbleib nach ihrem eigenen Tod zu sorgen. Das ist für mich so unvorstellbar, dass es die an sich gut geschriebene Geschichte letztendlich unrealistisch gemacht hat. Am Ende gab es ein paar Zufälle und Fügungen, die letztendlich für einen runden Schluß sorgten, meinen Eindruck aber leider nicht mehr zurechtrücken können.


    Vielen Dank an Wolke und den Verlag für die Runde und das eBook.


    Von mir gibt es 6 von 10 Eulenpunkten