'Space Girls' - Seiten 092 - 177

  • In "Wir nannten es Freiheit" von Silke Schütze habe ich dieses Frühjahr darüber gelesen, dass die Lehrerinnen nur deshalb nach dem Esten Weltkrieg auch als verheiratete Frauen auf ihrer Stelle bleiben durften, weil die Männer eben NICHT zurück gekehrt sind. Bis dahin musste man ledig sein als Frau. =O Tatsächlich haben die Kriege erst dafür gesorgt, dass die Gleichberechtigung in Europa so langsam in Fahrt kam, eben weil die Frauen im Berufsleben plötzlich so wichtig wurden. Wegen fehlender Männer.

    Krass =O Aber total interessant - ich hab letztens "Die Nightingale Schwestern" von Donna Douglas gelesen und da müssen die Krankenschwestern(-schülerinnen) auch aufhören zu arbeiten, wenn sie heiraten. Hatte mich noch gewundert, warum das so ist :/

  • Basieren denn einige der Pilotinnen auf echten Frauen? z.B. die Pilotin mit den 8 Kindern?


    Interessant fand ich auch die Pilotin, die mit Juni in New York rumgelaufen ist und ihr erklärt hat, dass sie eine Ingenieursausbildung braucht, wenn sie zum Mond will.

    Ja, alle außer Juni basieren auf echten Frauen. Die Frau mit den acht Kindern hieß auch in Wirklichkeit Jane Hart und war tatsächlich die persönliche Hubschrauberpilotin von Rose Kennedy, JFKs Mutter.

    Die Ingenieurin, mit der Juni in NY herumläuft, hieß Sarah Gorelick.

    Juni bildet die Quintessenz aus allen 21 Frauen, die zu den Tests zugelassen wurden.

  • Was für ein "fieser" Moment das Lesen unterbrechen zu müssen weil der Abschnitt zu Ende ist.... Wo sind denn die anderen Pilotinnen? Also schnell meine Gedanken tippseln und weiterlesen! ;)


    Dieses Buch ist für mich wie ein ein Flug von Juni: ich fühle mich abgehoben von der Welt und kann so richtig in die Geschichte eintauchen und alle Begebenheiten in mich aufsaugen. Ein wunderbares Lesegefühl. :-]


    Die Figuren werden vor meinen Augen lebendig. Allen voran Juni, die mit ihrem Temperament nicht nur ihr Umfeld sondern auch mich als Leser mitreisst. Okay, ich gestehe, dass ich mich ihr auch nahe fühle, da ich auch recht klein geraten bin und in der Schule immer die Kleinste war. ;-) Umso bewundernswerter ist es, wie sie sich durchschlägt und ihren Traum vom Fliegen verwirklicht.


    Juni hat schon sehr viel von Martha, die ich auch sehr bewundere.


    Die Darsteller sind mir schon sehr ans Herz gewachsen. Juni mit ihrer unbändigen Art sowieso aber auch die Mutter, die leider noch immer nicht in der Lage ist, Juni die Wahrheit über ihre Herkunft zu sagen. Ein Wermutstropfen in dieser intensiven Mutter-Tochter-Beziehung. Ich hoffe, dass es nicht einmal zum Bruch zwischen den beiden deswegen kommt.

    Das hoffe ich auch sehr, gerade weil Juni immer so auf die Wahrheit bedacht ist. Allerdings kann ich gut verstehen, dass sich Martha schwer tut, Juni alles zu erzählen. Ob Juni wohl Paul auch Mal über den Weg läuft? Wirklich brauchen tut sie ihn nicht - er hat sich ja nie für sie interessiert. Ausserdem ist Ben ein wunderbarer Ersatzvater für Juni.


    Auch die vielen Nebenfiguren sind so klar und lebendig gezeichnet - auch wenn ihre Rolle klein ist. Ich denke da an das "Traumpaar" Ethel Herbert und den Flugprüfer Mr. Williams. Man kann sich über die beiden so herrlich ärgern man sollte sie in von Brauns Rakete zum Mond schiessen! :lache


    Einer meiner heimlichen Stars ist Caresse. Schon klar, dass sie nur eine kleine Rolle spielt, aber ich würde gerne mehr von ihr lesen. :schuechtern

    Lachen musste ich über die Frage nach dem Schubkarre laufen als heimatliche Gangart....

    Oh, ja. Diese Szene fand ich auch herrlich. Überhaupt hat mir Junis Geburtstagsfeier so gut gefallen. Einerseits spürte man die pure Lebensfreude und gleichzeitig schwelten einige Ressentiments in der Luft. Eine starke Beschreibung des damaligen New Orleans.


    Für mich ist die Mondlandung trotz von Brauns bahnbrechender Arbeit keine Einzelleistung sondern schlechthin eine Leistung des Menschen - oder eines ganzen Teams - sich in den Weltraum zu begeben und zu einem anderen Himmelskörper zu reisen. Früher oder später wäre es jemandem gelungen. Entweder den Russen oder den Amis - etwas später. Ganz allgemein sind viele wichtige "Erfindungen" ursprünglich fürs Militär entwickelt worden. Internet, GPS usw. Und die Raumfahrt war ja auch Sache des Verteidigungsministeriums. Irgendwie passt von Braun da schon rein. Da hackt eine Krähe der anderen kein Auge aus.

    Wenn man bedenkt, was Wernher von Braun gemacht und was er alles in Kauf genommen hat und was auch sonst alles im Vorfeld dieses historischen Ereignisses geschah, hat das ganze schon einen sehr bitteren Beigeschmack.

    Ich finde jedoch, dass hollyholunder da die richtigen Worte gefunden hat: "...eine Leistung des Menschen..." Auch hier zeigt sich eben wieder das Dunkle und das Helle (ohne natürlich von Brauns Machenschaften zu beschönigen!).


    Aber jetzt MUSS ich weiterlesen und rausfinden, als wievielte Juni in New York angekommen ist. Und wehe es stört mich jetzt jemand....

  • Auch die vielen Nebenfiguren sind so klar und lebendig gezeichnet - auch wenn ihre Rolle klein ist. Ich denke da an das "Traumpaar" Ethel Herbert und den Flugprüfer Mr. Williams. Man kann sich über die beiden so herrlich ärgern man sollte sie in von Brauns Rakete zum Mond schiessen!


    Einer meiner heimlichen Stars ist Caresse. Schon klar, dass sie nur eine kleine Rolle spielt, aber ich würde gerne mehr von ihr lesen.

    Das stimmt, diese ganzen Nebencharaktere wirken so lebendig, vor allem auch die anderen Pilotinnen. Man könnte wahrscheinlich über jede einzelne ein Buch schreiben :)

  • So langsam komme ich in das Buch rein. Für mich hat es erst mit Junis erstem Flug wirklich angefangen. Jerry finde ich fast interessanter als Juni - Juni ist mir irgendwie zu jung und unbedarft, und dieses auf der Wahrheit beharren finde ich eher unsympathisch. Notlügen sind doch dazu da, andere nicht zu verletzen, das finde ich nicht verwerflich.

    Ich hätte gerne mehr darüber erfahren, wie Jerry aus der schwierigen Situation nach der Landung im Spannungsgebiet rausgekommen ist. Wie sind die Frauen nach Ablieferung der Flugzeuge eigentlich zurück gekommen, mit dem Zug?

    Für mich ist das Buch immer noch etwas zäh, ich hatte irgendwie anderes erwartet.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • So langsam komme ich in das Buch rein. Für mich hat es erst mit Junis erstem Flug wirklich angefangen. Jerry finde ich fast interessanter als Juni - Juni ist mir irgendwie zu jung und unbedarft, und dieses auf der Wahrheit beharren finde ich eher unsympathisch. Notlügen sind doch dazu da, andere nicht zu verletzen, das finde ich nicht verwerflich.

    Ich muss gestehen, dass ich auch ein Wahrheitsfanatiker bin. Für mich gibt es fast nichts Schlimmeres, als wenn mich jemand, vor allem jemand, der mir sehr am Herzen liegt, anlügt.

    In der Arbeit musste ich echt lernen, Notlügen anzuwenden, z.B. den Chef zu verleugnen, wenn er gerade keine Zeit hatte ans Telefon zu gehen etc. Als ich angefangen hatte zu arbeiten, sind mir solche Dinge unheimlich schwer gefallen. Ich habe dann gelernt, dass es nicht anders geht und man damit ja niemanden verletzt. Aber ich kann hier Juni gut nachfühlen.

  • Das ist eine sehr gute Frage. Ich muss gestehen, dass ich darüber nicht nachgedacht hatte. Aber jetzt bin ich auch neugierig und das hätte in der Tat erwähnt werden können/sollen.

    Die Frauen sind mit ihren eigenen Flugzeugen in die Rennen gestartet. (Juni und Sarah sprechen doch auch über ihre kleinen Lieblinge...😊) Sofern ihre Maschinen beim Rennen nicht beschädigt wurden, sind sie also wieder eingestiegen und zurück in die Heimat gestartet!

  • Die Frauen sind mit ihren eigenen Flugzeugen in die Rennen gestartet. (Juni und Sarah sprechen doch auch über ihre kleinen Lieblinge...😊) Sofern ihre Maschinen beim Rennen nicht beschädigt wurden, sind sie also wieder eingestiegen und zurück in die Heimat gestartet!

    Nicht bei dem Rennen. Bei den Überführungsflügen von Jerry und Juni+Ben.

    “You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.” :lesend

    C.S. Lewis

  • Juni ist mir irgendwie zu jung und unbedarft, und dieses auf der Wahrheit beharren finde ich eher unsympathisch. Notlügen sind doch dazu da, andere nicht zu verletzen, das finde ich nicht verwerflich.

    Aber müssen Notlügen wirklich so oft sein? Ich finde die Idee, nicht zu lügen sehr positiv. Notlügen und Halbwahrheiten haben sich in unserer Gesellschaft überall als normal durchgesetzt. Ich finde toll, dass Juni das durchzieht. Und junge Menschen sind bei so etwas auch meist stringenter als Erwachsene. Ich denke hier an die Umweltdemos und Greta Thunberg (auch wenn die natürlich autistisch ist). Gerade halten die Jungen uns Alten die Spiegel vor, wo wir uns alle selber belügen. Einfach weil es einfacher ist. Wer die Wahrheit sagt, eckt an und muss auch mit den Reaktionen der anderen leben. Das wollen viele nicht. Passiert mir ab und zu, wenn ich auf die Frage, wie geht es Dir, unvermittelt sage, nicht gut. Da geraten die meisten Leute aus dem Tritt. Weil sie einfach mit einer Floskel (Notlüge) rechnen.

  • Aber müssen Notlügen wirklich so oft sein? Ich finde die Idee, nicht zu lügen sehr positiv. Notlügen und Halbwahrheiten haben sich in unserer Gesellschaft überall als normal durchgesetzt. Ich finde toll, dass Juni das durchzieht. Und junge Menschen sind bei so etwas auch meist stringenter als Erwachsene. Ich denke hier an die Umweltdemos und Greta Thunberg (auch wenn die natürlich autistisch ist). Gerade halten die Jungen uns Alten die Spiegel vor, wo wir uns alle selber belügen. Einfach weil es einfacher ist. Wer die Wahrheit sagt, eckt an und muss auch mit den Reaktionen der anderen leben. Das wollen viele nicht. Passiert mir ab und zu, wenn ich auf die Frage, wie geht es Dir, unvermittelt sage, nicht gut. Da geraten die meisten Leute aus dem Tritt. Weil sie einfach mit einer Floskel (Notlüge) rechnen.

    Das sehe ich auch so. Es war deshalb so eine große Freude , die Figur der Juni zu entwickeln.

  • So, mittlerweile bin ich richtig im Buch "drin". Die Geschichte gefällt mir sehr gut - vor allem die verschiedenen Einschübe bzw. Handlungsstränge. Auch der Wechsel zwischen den Zeiten ist gut gemacht!

    Juni gefällt mir mit ihrer Art sehr gut! Wie mutig sie das Flugzeug nach Südamerika fliegt! Einfach toll!

    Und wie bitter, wenn man als Pilotin eine Weiterbildung zur Stewardess machen darf und sich auch noch drüber freuen muss...

    Über den Satz bin ich auch gestolpert! Wie furchtbar, wenn man fliegen kann - aber es beruflich nicht darf bzw. keine Anstellung findet!

    Wenn Ethel auftaucht, gibt es immer was zum Schmunzeln. Natürlich nervt sie tödlich und wenn man die persönlich als Chefin hätte, wäre das sicher nicht so lustig. Aber in der Geschichte besetzt sie eine emotional wichtige Position. Ihre negativen Energien verpuffen an den positiven von Juni und ihrer Familie. Das bringt Bewegung in die Harmonie.

    :write Ethel gefällt mir mit ihrer furchtbaren Art irgendwie sehr gut. Ihre Einstellung ist schon sehr eigen....

    Arietta, ja, du hast Recht, die Amerikaner brauchten Wernher von Braun für ihre Raketenforschung, deshalb wurde ihm auch nicht der Prozess gemacht. Ohne von Braun kein Apollo 11 - aber aus dem Grund kann man die Mondlandung auch nicht so ohne weiteres bejubeln, finde ich. Auch wenn es technisch gesehen natürlich ein Geniestreich war.

    Ja - das ist ein sehr bitterer Beigeschmack im Raumfahrtprogramm der USA!:(


    So, jetzt muss ich weiterlesen - mal sehen, wie das Rennen ausgeht!