'Mit der Faust in die Welt schlagen' - Seiten 001 - 120

  • Die Sache mit dem Hakenkreuz finde ich auch ziemlich seltsam bzw. Wie der Direktor sich verhält. Als würde er sich schämen. Natürlich ist das nicht schön, aber das Verhalten kommt mir ziemlich absurd vor.

    Der Rektor wird als ziemliche Lachnummer dargestellt mit seinen Hausschuhen, zu kurzen Hosen und seinem ungeschickten Verhalten. Eine Schulversammlung mit einer Aufklärung der Schüler wäre sinnvoller gewesen.


    Allerdings ist es richtig schwer als Lehrerin, mit den Grundschülern darüber zu reden. Ich tue es trotzdem unermüdlich und immer wieder und offen, weil ich das Gefühl habe, das in den Elternhäusern gar nicht darüber gesprochen wird.

    Die eigentliche Geschichte aber bleibt unerzählt, denn ihre wahre Sprache könnte nur die Sprachlosigkeit sein. Natascha Wodin

  • Vielleicht spielt der Autor auf den Anschlag auf das Flüchtlingswohnhaus an. Ich habe die Bilder noch vor Augen. Das war allerdings Anfang der 90ger, meine ich. :gruebel

    Edit: Lese gerade, dass ihr das auch gedacht habt. :knuddel1

    Ich hatte sogar gedacht, dass evtl. die Großeltern damit zu tun hatten.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • Das ist wirklich eine schlimme Sache. Und zu denken, das Blut wäre nicht echt? Es ist doch zu viel Medieneinsatz Filme etc. da ist ja auch alles Fake. Kinder leben wohl nur noch auf virtueller Ebene und sind überfordert, wenn es ernst wird.


    Die Erzählweise könnte auch der Versuch sein, die Perspektive der Kinder zu transportieren. Uns wird immer nur soviel mitgeteilt, wie die Kinder in der Lage sind, mitzubekommen.

    Das ist durchaus möglich. Ergibt Sinn.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • Guter Ansatz, xexos. Kann durchaus sein, dass die Erzählweise so begründet ist. Allerdings macht es das für mich nicht leichter. Ich komme nicht rein, finde emotional keinen Zugang. Ich lese das Buch mit einer gewissen "Faszination des Grauens".


    Regenfisch - schlimme Geschichte. Deckt sich aber leider mit vielem, was ich in den letzten Jahren gesehen und gehört habe. Vor einigen Jahren kam ich zu Fuß an einer Kreuzung vorbei, an der ein Motorradfahrer verunglückt ist. Ein Rettungsteam war gerade dabei, ihn zu versorgen (leider vergeblich). Die Bürgersteige waren voller Menschen, jeder ist stehengeblieben und ich habe mindestens ein Dutzend Leute gesehen, die mit der Handykamera draufgehalten haben.




    Aber die Kinder sind Kinder ihrer Eltern...

    Natürlich sind sie das. Ich wollte nur darauf hinaus, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass ein Junge dieses Alters noch nie von Hakenkreuzen gehört hat. Die Jungs sind ja etwa die Generation meiner Kinder, insofern hatte ich zu der Zeit recht viel Kontakt zu Kindern des Alters und habe auch mitbekommen, was in der Schule dran war.

  • Ich weiß nicht, ob ich in der 4./5. Klasse schon wusste, was ein Hakenkreuz ist bzw. ob das schon im Unterricht behandelt wurde. Natürlich lernt man das irgendwann, aber wann? Ich weiß es nicht mehr.

    "Monsters are real, and ghosts are real, too. They live inside us, and sometimes, they win."

    (Stephen King)

  • Ich weiß nicht, ob ich in der 4./5. Klasse schon wusste, was ein Hakenkreuz ist bzw. ob das schon im Unterricht behandelt wurde. Natürlich lernt man das irgendwann, aber wann? Ich weiß es nicht mehr.

    Also bei uns war alles rund ums Thema 3. Reich definitiv bis zur 6. Klasse kein Thema. Das fing bei uns quasi mit der Mittelstufe an, als Fächer wie Geschichte, Politik, Sozialkunde etc. zum Unterricht hinzukamen.
    Heutzutage ist das anders und das ist gut so.

  • :write

    Das erlebe ich in meinem Schulalltag auch ständig. Ich bastel mit den Kindern gar keine Elterngeschenke mehr, weil viele diese gar nicht mit nach Hause bringen dürfen oder gleich weggeworfen werden. Oft bekomme ich das Gebastelte geschenkt oder die Kinder machen es kaputt (ähnlich wie Tobi) und ich finde die Einzelteile im Klassenzimmer oder auf dem Schulhof. Das ist so traurig.

    Die Kindern basteln jetzt für sich und dürfen selbst entscheiden, ob sie die Dinge selbst behalten oder wieterschenken.

    Ich finde das schlimm und ich weiß, wie das ist. . Diese Art des Abgewiesenwerdens trifft die Kinder mehr als hart, auch wenn die Erwachsenen das nicht nachvollziehen könnnen oder wollen.
    Ich kann mir das für mich in Bezug auf meine Kinder überhaupt nicht vorstellen. Ich habe mich immer gefreut.

  • Das wäre natürlich der blanke Horror und eine meiner ganz großen Ängste, dass die Kinder irgendwie "auf die schiefe Bahn" gelangen und ich nicht mehr an sie heran käme. Ich glaube, keine gemeinsame Sprache mehr zu haben, das wäre das allerschlimmste.

    Das wäre für mich auch das allerschlimmste.


    Ich finde gerade nicht die passenden Worte. Eine fehlende Werteerziehung, ein steigender Egoismus, ich bin als Lehrerin oft einfach macht- und sprachlos.

    So ähnlich empfinde ich das im Buch auch.

    Dafür gibt es wohl auch nicht die passenden Worte. Was für eine schreckliche Geschichte und die Reaktionen darauf, sind so gruselig und mir so fern. Ich empfinde da eine große Hilflosigkeit.

    :knuddel1

  • Ich weiß nicht, ob ich in der 4./5. Klasse schon wusste, was ein Hakenkreuz ist bzw. ob das schon im Unterricht behandelt wurde. Natürlich lernt man das irgendwann, aber wann? Ich weiß es nicht mehr.

    Ich auch nicht. Daher kann ich mir schon vorstellen, dass der Junge damit erstmal wirklich nichts anfangen konnte.

  • Ich finde das schlimm und ich weiß, wie das ist. . Diese Art des Abgewiesenwerdens trifft die Kinder mehr als hart, auch wenn die Erwachsenen das nicht nachvollziehen könnnen oder wollen.
    Ich kann mir das für mich in Bezug auf meine Kinder überhaupt nicht vorstellen. Ich habe mich immer gefreut.

    Ich habe mich auch immer gefreut und vieles habe ich sogar jetzt noch.


    Und dann kommen diese Kinder, die so auf sich allein gestellt sind, auch emotional, in einen sagen wir bedenklichen Freundeskreis, der sie aber mitmachen lässt und dabei sein.

  • Ich habe mich auch immer gefreut und vieles habe ich sogar jetzt noch.


    Und dann kommen diese Kinder, die so auf sich allein gestellt sind, auch emotional, in einen sagen wir bedenklichen Freundeskreis, der sie aber mitmachen lässt und dabei sein.

    Ich hab ne große Box in der ich Muttertagsbasteleien und Briefe etc. aufbewahre. Und ab und zu drin stöbere.


    Irgendwo müssen die Kinder sich ja zugehörig fühlen. Deshalb sind vorschnelle Urteile oft wenig hilfreich.

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]