"Der Attentäter" - Seiten 119 - 192

  • So ich bin noch mitten in diesem Abschnitt. Aber ich möchte schon mal was dazu schreiben, bevor ich die nächsten Tage um Weihnachten rum wahrscheinlich eher weniger online sein werde.

    Ich finde es echt erstaunlich, wie spannend ich dieses Buch finde. Obwohl der Ausgang ja bekannt ist, hoffe ich die ganze Zeit, dass der Anschlag vielleicht doch noch vereitelt werden könnte und Franz und Sophie nach dem Staatsbesuch einfach wieder zu ihren Kindern nach Hause fahren könnten.


    Und auf der anderen Seite, sind mir aber auch die drei jungen Attentäter total sympahtisch. Durch die Beschreibung der Schiffsreise, werden sie einem sehr viel näher gebracht. Sie kommen mir noch so jung und unbedarft vor. Und sie tun mir auch irgendwie leid, weil sie an Tuberkulose leiden und schon wissen, dass sie sowieso bald sterben werden. Ich finde es gut, dass sie hier im Buch so menschlich rüberkommen, und nicht wie böse, kriminelle Terroristen. Und lustigerweise habe ich auf dem Schiff dann auch mit ihnen mitgefiebert, dass wohl hoffentlich die Granate nicht erkannt worden ist und sie hoffentlich nicht durch den einen Mann an Bord verraten werden. Es kommt mir ein wenig komisch vor, dass ich da total auf ihrer Seite stehe, obwohl sie ja den Tod von Franz und Sophie planen, aber es ist trotzdem so:pille

  • Mir gefällt es bis jetzt gut. Meine Lieblingsfigur ist Markovic und ich leide mit ihm. Er merkt, dass da was im Busch ist, aber wie kann man das fassbar machen. Er hat das Problem vieler Geheimdienstler. Es gibt sehr viele Informationen, aber welche sind wichtig und welche nicht.

    Die Attentäter sind mir nicht sympathisch, gerade wenn es um unglückliche Kindheit geht, werde ich empfindlich. Gavrilo gefällt da schon besser. Man spürt aber auch bei ihnen zunehmende Nervosität.

    Überall scheinen irgendwelche Geheimdienste ihre Finger im Spiel zu haben,und vor allem ihr eigenes Süppchen kochen zu wollen.

    Die Konversation zwischen Sophie und der Hofdame zeigen neue Seiten an Sophie, zeugen aber auch von neuen Ideen wie Frauenwahlrecht. Leider verhindern Frauen in Führungsrollen aber auch nicht (alle) Kriege. Auch wird Sophies Verbundenheit zu Franz Ferdinand wie auch umgekehrt deutlich. Dabei ticken sie in vielerlei Hinsicht anders, aber sie können damit umgehen.

    Beschämend finde ich das Verhalten vieler geschildeter Personen, die etwas wissen oder zumindest ahnen, sich aber zum Stillhalten durchringen. Vielleicht ein paar Informationen verbreiten, aber eigentlich haben sie ja nichts mit einem möglichen Anschlag zu tun.

    :Hörbuch P. D. James - Drei Fälle für Adam Dalgliesh

    :Hörbuch Graham Norton - Ein irischer Dorfpolizist

    :lesend Ulf Schiewe - Der Attentäter

  • Sich nicht einmischen wollen, selbst wenn man etwas ahnt, ist ja menschlich. Und man sieht ja, wie Markovic von Potiorek jedes Mal abgekanzelt wird, sobald er Bedenken äußert. Sogar FF hat den Chef des Evidenzbüros barsch zurückgewiesen, als der ihn warnen wollte. Das Zitat mit den Glassturz ist nämlich echt.

    Der Bastard von Tolosa, Die Comtessa, Die Hure Babylon, Das Schwert des Normannen, Die Rache des Normannen, Der Schwur des Normannen, Der Sturm der Normannen, Bucht der Schmuggler, Thors Hammer, Odins Blutraben, Die letzte Schlacht, Land im Sturm, Der Attentäter
    www.ulfschiewe.de

  • Die Konversation zwischen Sophie und der Hofdame zeigen neue Seiten an Sophie, zeugen aber auch von neuen Ideen wie Frauenwahlrecht. Leider verhindern Frauen in Führungsrollen aber auch nicht (alle) Kriege.


    Das gefiel mir auch gut, das Gespräch. Interessant und hat mir die Hofdame sympathisch gemacht, aber auch Sophie ( Die war es allerdings schon vorher - also mir sympathisch)


    Mit Markowic läßt sich mitleiden - es versucht so viel und doch kennen wir ja das Ergebnis.

    etwas ernüchternd fand ich auch seinen Ausspruch - bereits im letzten Abschnitt - daß egal, was sie tun, es alles auf sie zurückfallen wird.

    Da sitzen andere untätig herum, er aber versucht alles - trotzdem soll er die Verantrowrtung tragen.

  • Als recht sympathisch könnte ich höchstens Gavrilo bezeichnen. Das liegt aber wohl daran, dass man von ihm ein paar Gedanken und Innensicht präsentiert bekommt. So eine Erzählperspektive kann schon tückisch sein.

    So ähnlich geht es mir auch, von allen ist mir Gavrilo sympathisch, eben weil man an seinen Gedanken teilhaben kann. Letztendlich tun mir die drei Jungs leid, sind ja eigentlich noch grün hinter den Ohren und rennen hier in ihr Verderben (wobei sie andere mitnehmen). Und immer wieder kommt zum Ausdruck, dass die drei, obwohl ihnen bewusst ist, dass sie wegen ihrer Krankheit sowieso nicht mehr allzu lange leben werden, Angst um ihr Leben haben. Sonst, wenn es irgendwo in den Nachrichten um Attentäter geht, ist das recht anonym und unpersönlich, und man sieht nur einen abgrundtief bösen Menschen, einen Verbrecher, ohne zu wissen, was in diesem Menschen vorgeht, Hier etwas mehr über die Täter zu erfahren und sie quasi menschlich näher kennenzulernen, ist eine interessante Erfahrung.