Amazon in Zeiten von Corona

  • Der stationäre Buchhandel ist geschlossen, und der Versandbuchhandel ist bislang die Domäne des großen A aus Seattle. Das große A allerdings bestellt im Moment keine Bücher nach, sondern verkauft nur noch die Lager ab - nicht einmal veritable Bestseller werden nachbestellt. Nach eigenen Auskünften wird das so gemacht, um die Lager für Artikel zu verwenden, die im Moment wichtiger sind. Ich halte das ganz persönlich für eine dreiste Lüge, womit ich nicht alleine dastehe. Tatsächlich werden die Lager vor allem für Artikel genutzt, die größere Margen als ausgerechnet Bücher haben. Außerdem ist das eine gute Gelegenheit, um die Kindles und das EBook zu befeuern, ganz nebenbei die hauseigene Verlagskonkurrenz zu stärken und der Branche mal kräftig in den Arsch zu treten. Amazon ist nicht nur an dieser Stelle der große Gewinner der Krise. Sie erpressen hier aktiv. Und wenn wir Kunden mitspielen, kommen sie damit auch noch durch.


    Was sagt Ihr zu diesem Verhalten? Ist es für Euch trotzdem okay, weiter bei denen zu bestellen? Reagiert Ihr irgendwie darauf? Wechselt Ihr für Bestellungen zu anderen Händlern?

  • Gerade habe ich diesen Artikel dazu gelesen und wollte ihn bei den Eulen posten, wie schön, dass du diesen Thread aufgemacht hast...

  • Das habe ich schon vor ein paar Tage mitbekommen und finde es auch eine Sauerei. Die wichtigen Güter sind doch nur vorgeschoben, meine Meinung.


    Ich bin froh das ich mich schon vor Jahren entschieden haben bei A keine Bücher mehr zu bestellen. Und nur noch beim stationären Buchhandel kaufe oder Online bestelle ich über genialokal.de da haben auch die kleinen Buchhandlungen was davon.

    Halte dir jeden Tag dreißig Minuten für deine Sorgen frei - und in dieser Zeit mache ein Nickerchen.

  • Was sagt Ihr zu diesem Verhalten? Ist es für Euch trotzdem okay, weiter bei denen zu bestellen? Reagiert Ihr irgendwie darauf? Wechselt Ihr für Bestellungen zu anderen Händlern?

    Ich habe gerade gestern ein bestelltes Buch bei meinem Dealer vor Ort geholt - da geht es über das Bürofenster weiter, das Geld wird passen mitgebracht, beide Parteien tragen Handschuhe - allerdings kaufe ich schon immer meine Bücher dort, bei dem großen A shoppe ich nur ab und an ein ebook, dann meist umsonst oder im deal...

  • Ich bestelle schon seit mehreren Jahren so gut wie gar nichts mehr bei denen. Allerdings ist es manchmal gar nicht so einfach Amazon zu umgehen. Ich habe mal versucht eine Wasserflasche zu kaufen, die bestimmte Eigenschaften haben sollte. Fast alle Händler haben ausschließlich über den Marketplace vertrieben.


    Seit ich in meiner Stadt auch endlich eine gescheite Buchhandlung gefunden habe, bestelle ich meine Papierbücher immer dort. Ich kaufe auch Ebooks, aber dann so gut wie nie bei Amazon. Ich habe einen Kindle und einen Tolino. Ich kann mir also aussuchen, wo ich bestelle.

    "Monsters are real, and ghosts are real, too. They live inside us, and sometimes, they win."

    (Stephen King)

  • Ein paar weiterführende Links zum Thema (und zu Amazon-Alternativen):


    https://www.buchreport.de/news…tten-starten-shop-daheim/


    https://www.buchmarkt.de/coron…iven-buchhandlungsfinder/


    https://www.buchmarkt.de/coron…-lokalen-buchhandels-vor/


    https://www.buchreport.de/news…-den-stationaeren-handel/


    Ergänzung:


    Hierüber kann man in seiner lokalen Buchhandlung (vor-)bestellen und dann ggf. dort abholen - oder sich von Libri beliefern lassen:


    https://www.genialokal.de

  • Wer vor allem deutschsprachigen Autoren einen Gefallen tun will, ohne selbst groß etwas tun zu müssen, der bestellt bitte im Autorenwelt-Shop. Dieser Onlinehändler zahlt an die Autoren* einen Teil seiner Marge aus, so dass diese statt der üblichen 60 Cent pro Buch einen Euro dreißig oder so verdienen. Das macht gerade bei den so genannten "Midlist-Autoren", also Leuten, die nicht auf den Bestsellerlisten landen, ordentlich was aus. Der Autorenwelt-Shop basiert auf einer Initiative von Sandra Uschtrin, die u.a. das Autorenhandbuch herausgibt, die "Federwelt" produziert und vieles mehr.


    https://shop.autorenwelt.de


    (* allerdings nur an teilnehmende Autoren - man muss sich registrieren und sich selbst seine Bücher zuordnen!)

  • Meine Buchhandlung liefert bestellte Bücher. Bücher im Papierformat kaufe ich also nicht bei Amazon.

    Alles andere, was ich derzeit brauche und online bestelle, gehört nicht zu den Produkten, die Amazon gerade liefern möchte.

    Marketplace-Verkäufer haben auch fast immer einen eigenen Shop, der unabhängig von Amazon ist. Da lohnt es sich oft, nach zu suchen.

    Ebooks kaufe ich derzeit keine. Ich shoppe generell wenig online im Moment.


    Ich bin allerdings Audible-Kunde und beziehe Hörbücher über die Amazontochter. Dafür habe ich noch keine gleichwertige Alternative gefunden.

  • Mir würde ohne Prime auch etwas fehlen, das gebe ich ganz offen zu. Aber für alles andere finden sich nach und nach Alternativen. Und ich bin auch als Autor nicht mehr beim Affiliate-Programm dabei - die Links meiner Bücher auf meiner Website führen zum Autorenwelt-Shop. Den Kindle - erste Generation! (war ein Geschenk) - ersetze ich durch einen Tolino, wenn er durch ist. Aber ich ebooke sowieso selten.

  • Ich habe mir gerade spontan (und auch ausgelöst durch den Thread) einen tolino (derzeit gibt es ja diverse günstige Angebote) gegönnt. Wenn ich den über den Shop meines Buchhändlers anmelde, hat er sogar noch was davon. :)


    Mein schlimmster Alptraum ist es, dass es den Laden am Ende der Krise nicht mehr geben wird. Beim letzten Besuch habe ich echt schlucken müssen.

    Er hat auch einen Online-Shop, aber bei Bestellungen darüber bekommt er nur einen prozentualen Anteil (ähnlich wie bei den eBooks). Besser ist es, die Bücher telefonisch im Laden zu bestellen und dann von ihm liefern zu lassen.

    Vielleicht ist das bei euren Buchhandlungen auch so.

  • Ich komme gerade von unserer örtlichen Buchhandlung wieder. Dort kann man immer online bestellen und jetzt seine Bestellung dort abholen. Sie haben eine Durchreiche eingerichtet, ähnlich wie früher bei der Bank, so dass die Buchhändlerin und die Kunden geschützt sind. Die zweite Buchhandlung, die in unserer Nähe ist, liefert sogar die Bücher.

    Ich unterstütze den örtlichen Buchandel nach leibeskräften und bin froh, auch jetzt dort kaufen zu können.

    Vielleicht bieten die Buchhandlungen in eurer Nähe ja auch solche Möglichkeiten an.

    Die eigentliche Geschichte aber bleibt unerzählt, denn ihre wahre Sprache könnte nur die Sprachlosigkeit sein. Natascha Wodin

  • Ich bestelle seit Jahren nichts mehr beim großen Fluss, weder Bücher noch Anderes. Deren Praktiken sind nicht erst seit der aktuellen Situation fragwürdig.


    Saiya Dass meine Buchhandlung evtl. nichts verdient an meinen eBook-Käufen war mir nicht klar. Muss ich direkt mal nachfragen.

  • Ich lese sehr viel auf Englisch und bekomme im lokalen Buchhandel oft nicht die gewünschten Ausgaben, manche Bücher sogar gar nicht, weil es manchmal auch kleinere englische Verlage sind. Da habe ich noch keine gute Amazon-Alternative gefunden. Bookdepository ist da noch das Beste, aber auch dort bekomme ich leider nicht immer das gewünschte.

    "Show me a girl with her feet planted firmly on the ground and I'll show you a girl who can't put her pants on." (Annik Marchand)

  • Saiya Dass meine Buchhandlung evtl. nichts verdient an meinen eBook-Käufen war mir nicht klar. Muss ich direkt mal nachfragen.

    Wenn ich Papierbücher über den Onlineshop meines Buchhändlers bestelle und mir nach Hausche schicken lasse, bekommt mein Buchhändler nur einen prozentualen Anteil zu seinem sonstigen Gewinn. Wenn ich die Bücher bei ihm telefonisch bestelle, er sie für mich bestellt und an mich liefert (das bietet er derzeit an) bekommt er das Gleiche, als wenn ich bei ihm im Laden stöbern und kaufen würde. Ich habe ihn extra am letzten Tag, als er noch geöffnet hatte, danach gefragt.
    Bei den Tolino-eBooks ist es so, dass wenn ich über seinen Shop meine eBooks verwalte und kaufe, bekommt er einen prozentualen Anteil.

  • Bücher bestelle ich quasi nie bei Amazon, die einzige Ausnahme waren die gebrauchten Schulbücher, solange meine Jungs noch zur Schule gingen. Da war ich häufig in der abstrusen Situation, dass ich durch einen Gebrauchtkauf der Schulbücher weniger ausgegeben habe, als wenn ich sie von der Schule leihe - und am Ende des Schuljahres wieder abgeben muss (oder bei Beschädigung kaufen muss).


    Sonstige Bücher kaufe ich lokal - naja, nicht wirklich lokal hier vor Ort, sondern in Hannover.


    Manche Hobby-Bedürfnisse müssen allerdings weiter über Amazon gedeckt werden. Und auf Prime mag ich ungern verzichten und ich habe einen Kindle. Ich glaube, ich bin auf der bösen Seite.

  • Wenn ich Papierbücher über den Onlineshop meines Buchhändlers bestelle und mir nach Hausche schicken lasse, bekommt mein Buchhändler nur einen prozentualen Anteil zu seinem sonstigen Gewinn. Wenn ich die Bücher bei ihm telefonisch bestelle, er sie für mich bestellt und an mich liefert (das bietet er derzeit an) bekommt er das Gleiche, als wenn ich bei ihm im Laden stöbern und kaufen würde. Ich habe ihn extra am letzten Tag, als er noch geöffnet hatte, danach gefragt.
    Bei den Tolino-eBooks ist es so, dass wenn ich über seinen Shop meine eBooks verwalte und kaufe, bekommt er einen prozentualen Anteil.

    Habe ich das richtig verstanden. Bei einer telefonischen Bestellung verdient der Buchhändler mehr als bei einer Onlinebestellung? "Meine" Buchhandlung hat ein Lager, da ist das sicherlich anders :gruebel

  • Bei Amazon kaufe ich schon seit Jahren nicht mehr.

    Ich kaufe meine Bücher bei Stories, die dann auch über Libri schneller liefern als Amazon-Prime.


    Stories in Hamburg


    Und der Sportkamerad Jeff Bezos hat innerhalb von ganz wenigen Tagen einige Milliarden Dollar verdient. Da muss ich ja nicht auch meinen Beitrag leisten.


    Und dann kaufe ich auch Bücher hier im örtlichen Buchhandel. Online bestellen und das wird in wenigen Tagen direkt nach Haus geliefert. Klappt wirklich hervorragend.

    Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst. (Evelyn Beatrice Hall) ich wünsche allen einen schönen Tod und eine geruchslose Verwesenung.


    Allenfalls bin ich höflich - freundlich bin ich nicht.

  • Habe ich das richtig verstanden. Bei einer telefonischen Bestellung verdient der Buchhändler mehr als bei einer Onlinebestellung? "Meine" Buchhandlung hat ein Lager, da ist das sicherlich anders :gruebel

    So hat er es mir erklärt. Die im Onlineshop bestellten Bücher, liefert er auch nicht selbst.