Der Richter und sein Henker - Friedrich Dürrenmatt

  • Wir haben in der 10. Klasse Dürrenmatts "Der Verdacht" gelesen, da mich aber der Vorgängerband ebenfalls interessierte, habe ich mir den Doppelband "Der Richter und sein Henker/Der Verdacht" geholt.


    Der Richter und sein Henker ist eine ungewöhnliche Kriminalgeschichte, die ursprünglich als Fortsetzungsroman für den "Schweizerischen Beobachter" geschrieben wurde. Der ermittelnde Kommisär Bärlach ist ein todkranker Mann, der wenig nicht von modernen Entwicklungsmethoden hält, sondern eher mit dem Kopf arbeitet, bzw. seinen Gehilfen Tschanz arbeiten lässt. Das Buch handelt im Speziellen von einem Mordfall, dem Mord an dem Bärlach untergeordneten Polizisten Schmied, aber auch um G., der mysteriöserweise mit Bärlach in Verbindung steht.


    Mir hat der Roman gut gefallen, wenn meiner Meinung nach auch die Verbindung zwischen Bärlach und G. stärker hätte hervortreten können; trotzdem ist sie gut umgesetzt und als Idee genial. Die Lösung ist stimmig und die auflösende Szene ist eine der Szenen, die mir am besten gefallen haben (u.a. auch die Friedhofsszene). "Der Richter und sein Henker" war immer spannend und barg viele überraschende Wendungen. Ein gutes Buch.


    7/10 Punkten.


    :wave bartimaeus

  • Ich fand beide Bände sehr gut. die Spannung stimmt, der Erzählstil ist nicht 08/15 sondern mal was anderes. Ich würde sagen ein klassischer Krimi kann sehr gut mit Agatha Christies Miss Marple Büchern mithalten. Eben was zum kombinieren.

  • Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Ich fand es spannend bis zum Ende, aber auch ein wenig traurig. M.M.n. handelt es sich schon um einen Krimi, Klassiker ist natürlich auch richtig. Meine Erwartungshaltung ging nicht dahin, dass „Der Richter und sein Henker“ so spannend sein muss wie ein Psychothriller, somit wurde ich keineswegs enttäuscht. Ich habe damals vor über 20 Jahren „Besuch der alten Dame“ in der Schule lesen müssen / dürfen. Ich kann mich zwar so gut wie gar nicht mehr an die Handlung erinnern, allerdings hatte es mir damals sehr gefallen. Vielleicht hole ich es ja demnächst nochmals hervor.


    Der Richter und sein Henker ist ein Buch, welches gut lesbar ist, jedoch habe ich mich über die Sprache hin und wieder köstlich amüsiert. Da erschienen „e“s am Ende eines Wortes, die für mich sehr ungewöhnlich klangen, z.B. Stirne statt Stirn usw.. Bei Kommissär Bärlach habe ich auch immer Bärlauch gelesen. Ich bewerte den Klassiker mit 7 Punkten.

  • Ich habe das Buch leider noch nicht gelesen, werde es aber auf jeden Fall irgendwann tun. Es gibt auch eine erstklassige Verfilmung mit Maximilian Schell. Eigentlich fürs Fernsehen produziert - lief aber in der DDR im Kino und wurde dort wahrscheinlich sogar mehr beachtet als in BRD/Schweiz. Nach diesem Film hatte ich vor, auch das Buch zu lesen, ist mir aber nie geglückt.

  • Das Buch war bei uns Schullektüre, aber ich habe es sehr gemocht, besonders das Ende habe ich geliebt. Zwischendurch fand ich es etwas langweilig und langatmig.


    Ich würde es eher zu den Klassikern als zu den Krimis zählen, obwohl es dort natürlich auch sehr gut passen würde. Nur ist für mich das Erscheinungsdatum schon recht lang her, deshalb Klassiker.


    Lg Kaede

    Der Mensch erfand die Atombombe, doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren.
    (A. Einstein)

  • Ich fand das Buch total langweilig!
    Ich denke es ist einfach nix für Jugendliche im Alter von 14-15 Jahren.
    Aber ich finde das es noch viel schlimmere Schullektüren gibt, diese war wenigstens etwas spannend :lache

  • Irgendwie hat das wohl jeder mal als "Schullektüre" gehabt?!?!


    Es war ganz interessant, aber vom Hocker gehauen hat mich das Buch damals nicht. (Erst recht nicht weil wir einen Aufsatz darüber schreiben mussten! :-(()


    LG

  • :lache Genau. Ging mir auch so.
    Interessanter als die meisten anderen Bücher die man in der Schule liest wars schon aber ich les lieber richtige Thriller und net so Krimis.


    Ich musste auch n Aufsatz drüber schreibn :-(

  • Friedrich Dürrenmatt - Der Richter und sein Henker


    Klappentext:


    "Der Richter und sein Henker" ist einer seiner berühmtesten Romane - die Geschichte eines Mordes. Mit den reißerischen Mitteln einer Detektivstory erzählt er die Aufklärung einer Gewalttat an einem Polizeileutnant, den letzten Fall des totkranken Kommissars Bärlach - die Geschichte einer hintergründigen Pointe.


    Meine Meinung:


    Das Buch "Der Richter und sein Henker" fängt langsam und teilweise langweilig an.
    Die Leiche eines jungen Polizisten, der eine große Zukunft vor sich hatte, wird gefunden und der Fall wird an Kommissar Bärlach übergeben. Bärlach, alt und krank, nimmt sich Tschanz als Gehilfen. Dieser sieht seine große Chance gekommen, sich zu beweisen und aus dem Schatten anderer hervorzutreten. Während Tschanz sehr eilig vorgeht und den Mörder schnell fassen will, gibt sich Bärlach bedächtig und nimmt sich Zeit.
    Spannend wird es, als etwa in der Mitte des Buches Gastmann, ein "Bekannter" Bärlachs, auftritt. Denn die beiden haben noch eine Wette miteinander laufen...
    Ich habe das Buch zum zweiten Mal gelesen.
    Das erste Mal in der 8. Klasse als Schullektüre - und ich fand es furchtbar.
    Und nun ca. 5 Jahre später bin ich begeistert. Zwar ist mir im Laufe des Buches wieder die Auflösung eingefallen, aber das hat dem Lesespaß keinen Abbruch getan.
    8,5 von 10 Punkten

  • Zum Glück habe ich der "Der Richter und sein Henker" nicht in der Schule gelesen, denn dann hätte es mir wohl nicht so gut gefallen.


    Wie schon von Babyjane geschrieben wurde, hat das Buch hier und da Drehbuchcharakter, einige Szenen lesen sich wie Regieanweisungen.


    Die ganze Geschichte ist sehr komprimiert, sodass das Lesen etwas anstrengend war - die Szenen sind teilweise sehr symbolisch oder enthalten wie nebenbei wichtige Details, die man fast überliest, und auf den Charakter der Figuren muss man hintenrum schließen. Die meisten Figuren bleiben auch schablonenhaft.


    Die Geschichte, die als angeblicher Kriminalroman daherkommt, wird im Verlauf immer mysteriöser und wirft am Ende beim Leser moralische Fragen über Recht und Gerechtigkeit auf.


    "Der Richter und sein Henker" hat mir gut gefallen, ich gebe 8 von 10 Punkten.


    :wave

  • Zitat

    Original von Trugbild
    Ich hab das Buch ebenfalls in der Schule lesen müssen. Ich finde es grauenvoll, regelrecht zu einem Buch gezwungen zu werden. Ich war immer ein Vielleser und es hat mir jeweils ganz und gar nicht in den kram gepasst, irgendwas lesen zu müssen, was mir vorgegeben wird.


    Ich war 15 und ich fand das Buch eine Zumutung. Als 15jähriger will ich nicht sowas Langweiliges lesen. Vielleicht fänd ich's jetzt gut - aber damals wollte ich Action, Spannung, Horror und Science Fiction und nicht sowas!


    Und diejenigen Jugendlichen, die bis dahin nichts gelesen haben, die wurden mit "Der Richter und sein Henker" darin bestärkt, dass Bücher langweilig sind und sie lieber was anderes machen...


    Ich war 14, als wir es in der Schule gelesen haben, und fand es genial!
    Die Geschichte verstößt gegen jeglichen Moralgrunsatz, was ich immmer mag. Gut, das Schwitzerdytsch war stellenweise gewöhnungsbedürftig, aber die Handlung ist toll.

    Ein Deutscher ist großer Dinge fähig, aber es ist unwahrscheinlich, dass er sie tut. (Friedrich Nietzsche)

  • Das Buch habe ich in der 9. Klasse gelesen. Der Richter und sein Henker war und ist noch immer meine Lieblingschullektüre.


    Ich fand es einfach interessant auch mal einen Krimi lesen zu können statt immer die gleich Art Lektüre die mich nicht packen konnte.


    Bärlach war ein vielschichtiger und interessanter Charakter den ich sehr sympatisch fand. Auch die moralischen Aspekte wurden sehr gut dargestellt.


    Von mir bekommt das Buch 8 Punkte.

    :lesend
    Rachel Aaron - The Spirit Rebellion
    Patrick Rothfuss - Der Name des Windes
    Stefan Zweig - Sternstunden der Menschheit

  • Ich fand das Buch grässlîch. Wir mussten es in der Schule lesen und ich wollte das buch am liebsten wegwerfen und abbrechen, doch das konnte cih natürlich nicht tun! Erst musste ich ewig überlegen, bis ich herausgefunden hatte, aus wessen Sicht es geschrieben war, und dann ncoh diese viel zu komplizierten Sätze und die altbendeutschen sätze.... :bonk Die verstand ja selbst ich als bernerin nicht! :nono

    What would you do if the man you love is your enemy?
    If all his friends were against you?
    :lesend Das kann ich leider nicht sagen, da ich nie länger als einen Tag an einem Buch habe... :grin

  • Ich mußte das Buch NICHT in der Schule lesen ( ;-)), sondern tat dies aus eigenem Antrieb heraus und bin ganz froh drüber. Langweilig oder langatmig fand ich "Der Richter und sein Henker" überhaupt nicht, vielmehr faszinierte mich die Fähigkeit des Autors, auf gerade einmal 100 Seiten eine so düstere Atmosphäre entstehen zu lassen und aus einer tollen Idee mittels gelungener Wendungen einen scheinbaren Kriminalroman zu erschaffen, der in Wirklichkeit ein Buch ist über Recht und Unrecht, über Gerechtigkeit und Moral.
    Erzählerisch und sprachlich war es leichter zu lesen als erwartet, aber doch ein sehr eigener, ansprechender Stil.
    Denen, die es in der Schule lesen mußten und es so furchtbar fanden, kann man nur empfehlen, ein paar Jahre ins Land ziehen zu lassen und sich dann erneut an die Lektüre zu machen, diesmal ohne einen Kriminalroman zu erwarten und ohne ein "Müssen" im Hinterkopf.

  • Ich musste das Buch auch in der Schule lesen! :grin Aber mir hats eigentlich ziemlich gut gefallen. Wir mussten einen Klassiker lesen und wir haben uns dann darauf geeinigt - und das ist ja nun wirklich ein sehr erträglicher Klassiker. Keine schrecklich alte, mühselige Sprache (wenn auch nicht so leicht wie Bücher von heute) und auch keine völlig zähe, total veraltete und sonstwas-Story. Ich war positiv überrascht, der Anfang ging noch recht schleppend, aber dann wurds ziemlich spannend und ich hatte es sehr schnell durch. Schneller als so manche modernere Schullektüre (zB blueprint von Charlotte Kerner). Toll fand ich diese ganzen komplizierten Verstrickungen, die dann zum Schluss alle so wunderbar logisch und schlüssig aufgelöst wurden. Dazu hatten wir sogar so eine tolle Grafik erstellt, die beiden Geschichtsstränge, die sich dann so verknüpften. Das erste Mal, dass ich eine der Aufgaben, mit denen Schullektüren bearbeitet werden, interessant und sinnvoll fand. :wow

  • Es ist schon ewig her, dass ich das Buch gelesen habe. Viel weiß ich nicht mehr, aber an das Gefühl, das ich beim Lesen gespürt habe, kann ich mich noch erinnern: extreme Langeweile. ;-)

    In der Einsamkeit wird Liebe entstehen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Glass ()

  • Ich verstehe es nicht, wie man hier von Langeweile beim Lesen schreiben kann. Auch meine Schüler äußerten teilweise solches, was mich wirklich schockierte. Ich dachte, ich tue ihnen etwas Gutes ;) Etwas spannenderes könnte man in der Schule doch fast nicht lesen. Es verblüfft, die Charaktere sind spannend, alle völlig unterschiedlich und auch hier - teilweise stoßen sie so vor den Kopf (Gastmann), dass ich das Buch auch während meiner eigenen Schullektüre nie langweilig fand. Jedoch sah ich es damals nur als Unterhaltung an.
    Ich glaube, um Dürrenmatt zu würdigen, muss man mehrere Bücher von ihm lesen. Vor allem JUSTIZ wird viel zu selten empfohlen. Und DAS VERSPRECHEN. Wenn man diese drei Bücher allein gelesen hat, sieht man die Entwicklung von Dürrenmatts Grundgedankens des sinnlosen Lebens in einer Welt von Chaos und Zufall wunderschön. Das Versprechen sowie der Richter und sein Henker jeweils mit den Verfilmungen zu vergleichen ist ebenfalls immer wieder eine Freude. Dürrenmatt war sich nicht zu schade, auch in diesem (für ihn *g*) neuem Medium mitzuarbeiten, nicht nur das ok für einen Film zu geben, sondern wirklich mitzuwirken, etwas völlig Neues daraus zu machen. Die psychisch angeknacksten Charaktere beim Versprechen und in Justiz gefallen mir besonders gut, weil sie eben nicht so schwer und schleppend geschildert werden wie in vielen anderen Klassikern, sondern mit einer Leichtigkeit, dass sie gerne überlesen werden. Vielleicht muss man die Lektüren hier mindestens zwei mal lesen ;)