Das Schokoladenmädchen - Katryn Berlinger

  • Nun ja, ich habe nicht gesagt das ich das Buch schlecht finde. Es ist in meinen Augen ein durchschnittliches Buch, das man nicht unbedingt gelesen haben muss.


    Mir hat das gewisse Etwas gefehlt, was mich begeistert und fesselt.

  • Zitat

    Original von ~enya~
    @ Lese Maus: Ja, glaub ich auch^^ ... im Moment halte ich auch schon in der Bücherei wieder Ausschau nach welchen... *in Richtung Marzipanmädchen schiel*


    Das kann ich dir auch nur empfehlen, viel Spaß!! :knuddel1

    Versuche zu kriegen, was du liebst, sonst bist du gezwungen, das zu lieben, was du kriegst
    :lesend"Herren der Unterwelt;Schwarzer Kuss" Gena Showalter

  • Ich habe beim Lesen wirklich des öfteren Lust auf Schokolade bekommen :-) manche Passagen sind wirklich unglaublich gut geschrieben und ich konnte die Kakaobohnen fast riechen...
    Die Geschichte an sich fand ich wirklich nett und das Buch war unterhaltsam. Es fehlte mir ein wenig an Spannung, weil man das meiste einfach schon voraussehen konnte und es kaum Überraschungen gab.

    :wave Gruß Dany


    Die Wirklichkeit ist etwas für Leute, die mit Büchern nicht zurechtkommen.
    Leserweisheit

  • Ich habe Das Schokoladenmädchen gerade in der Leserunde gelesen. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und hat mich gut unterhalten.


    Gott sei Dank hatte ich keine Schokolade zu Hause, denn die Schokolade und Torten konnte ich bei der Beschreibung des Geschmacks fast schmecken.
    Da bekommt man gleich Appetit drauf.


    Auch das Leben in der Zeit um 1900 in Riga war sehr informativ.
    Für mich ein gut gelungener Historischer Roman


    Jedenfalls muss ich bald den Nachfolger lesen.

  • Ich habe "Das Schokoladenmädchen" auch in der LR gelesen - und es hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte ist sehr interessant beschrieben und die Charaktere sind sehr glaubwürdig. Für mich ist die beschriebene Zeit sehr anschaulich geworden und auch die verschiedenen Gesellschaftsschichten mit ihren Nöten und Freuden wurden gut dargestellt.
    Für mich ein guter Roman für ruhige Lesestunden - mit einer? Tafel Schokolade.... 8 von 10 Punkte!

  • Es gibt in Deutschland ein paar herausragende Autoren auf dem Gebiet des historischen Romans und darunter eine breite Basis recht guter Vertreter dieses Genres. Zu den ersteren gehört Katryn Berlinger nicht, aber ganz eindeutig zu den zweiteren. Das Buch hat das geliefert, was ich die wesentlichsten Kriterien nenne, die für mich ein Buch erfüllen muß: Es hat mich gut unterhalten, es hat mich zum Denken angeregt und für etwas Neues interessiert.


    Es hat mich dabei nicht vom Hocker gerissen, es enthält Gerüche und Geschmäcker, die die Sinne anregen- keine Sätze die dieses Anspruch erfüllen. Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass die Autorin eine der ersten war, die mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts und der Industrialisierung ein neues Kapitel des doch sehr mittelalterfixierten Genres aufgeschlagen hatte. Das Baltikum als solches und Riga im speziellen war für mich ein interessanter Schauplatz, dem ich bisher noch nicht oft begegnet bin. Daher für alle, die nicht nur zehn Bücher im Jahr lesen wollen eine echte Empfehlung.

  • Als im Jahr 1896 ein deutscher Frachtdampfer auf dem Weg in die Heimat sinkt, ist Madeleine Gürtler eine der wenigen Überlebenden. Ein weiterer Geretteter, der wohlhabende Schweizer Konditor Urs Martieli, nimmt sich der mittellosen Waisen an und bietet ihr einen Ausbildungsplatz in seiner Hamburger Confiserie. Dort lernt die ehrgeizige junge Frau alles über das süße Handwerk. Mit ihrer Begabung, der Freude an den verführerischen Kreationen und ihrer Phantasie ist sie die perfekte Konditorin, und Martieli macht sie bald zur Leiterin seiner frisch errichteten Filiale in Riga. In ihrer neuen Heimat genießt sie die Erfolge ihrer selbst entworfenen Torten, das Leben und auch die Schwärmerei der Männer, die der jungen Schönheit zu Füßen liegen. Eines Tages kreuzt ein Ungarischer Graf ihren Weg, und es ist Liebe auf den ersten Blick…



    Dieser Roman ist ein Angriff auf alle Geschmacksnerven. Die Herstellung der verschiedenen Leckereien wird so ausführlich beschrieben, dass man beim Lesen Appetit auf Torte oder Schokolade bekommt und am liebsten sofort selbst anfangen würde zu backen. Für alle, die nun Angst um ihre Figur bekommen, möchte ich mit einem Augenzwinkern einen Rat der Autorin zitieren, nämlich, beim Lesen das Buch so oft wie möglich mit beiden Händen zu halten, dann kann man gar nicht zu Naschwerk greifen. ;-)
    Aber nicht nur die süßen Werke des Schokoladenmädchens sind ausführlich und geradezu plastisch beschrieben, auch das Leben in Riga, die Mode, die lettischen Bräuche, dies alles wird sehr ausführlich und doch kurzweilig geschildert. Sehr schön macht die Autorin Veränderungen deutlich, die sich zur Jahrhundertwende in allen Bereichen des Lebens vollzogen haben und die auch für die Menschen eine große Umstellung bedeuteten.
    Der Roman spricht jedoch nicht nur die süße, leichte Seite des Lebens an, sondern befasst sich auch mit politischen und wirtschaftlichen Problemen, welche die Leute damals beschäftigt haben.
    Madeleine ist eine selbstbewusste und ehrgeizige junge Frau, die in ihrer Art sehr gut in die damalige Welt passt. Sie hat in der Vergangenheit nicht nur süße Aromen geschmeckt, sondern auch erfahren, wie sich das bittere Elend anfühlt, wenn das Geld sauer verdient werden muss, damit die Familie nicht in Armut versinkt, wenn salzige Tränen der Trauer vergossen werden.
    Auch wenn ich nicht alle Handlungen und Reaktionen der Protagonistin nachvollziehen konnte, so hatte ich durchaus großes Verständnis für sie. Wenn sie manchmal etwas schnippisch oder auch egoistisch reagierte, verstehe ich dies als Selbstschutz. In einer Welt, wo Frauen erst am Anfang der Emanzipation standen, hat sie einen Panzer um ihre Gefühle aufgebaut. Nur allzu menschlich und gut zu verstehen war für mich, wenn sie sich dann einfach ab und zu Entspannung und Trost in Form eines übrig gebliebenen Kuchenstückchens oder eines Gläschens Likör gegönnt hat.
    „Das Schokoladenmädchen“ ist ein Roman zum genießen, der für mich zugleich aber auch lehrreich war, denn ich habe viel über eine mir bisher fremde Stadt und ihre Geschichte erfahren.

  • „Das Schokoladenmädchen“ erzählt die Geschichte von Madelaine, einer jungen Frau aus dürftigen Verhältnissen, welche die ihr angebotene Chance nutzen möchte, um aus der Armut auszubrechen und ihren eigenen Weg zu gehen.


    Durch die lebendige Sprache taucht der Leser in die Zeit der Wende zum 20. Jahrhundert ein und reist zusammen mit Madelaine aus Südamerika über Hamburg nach Riga, dem damaligen Paris des Nordens und erfährt viel Wissenswertes über diese interessante Stadt und die lettischen Bräuche. Madelaine ist keineswegs nur ein „Hascherle“ und es sind gerade auch ihre Ecken und Kanten, die sie so menschlich und liebenswert machen.


    Mit ihren intensiven Schilderungen über die Zuckerbäckerei und der Verarbeitung von Schokolade im Besonderen, gelingt es der Autorin immer wieder den Leser in das Reich der Genüsse zu entführen, was das Buch zu einem besonderen Leseerlebnis macht.


    Mir persönlich hat die Geschichte des „Schokoladenmädchens“ sehr gut gefallen und sie hat mich auf jeden Fall auch neugierig auf die Fortsetzung gemacht. :-)


    Ich wage mal den Versuch, dieses Buch mit einer Tafel Chili-Schokolade zu vergleichen:
    1. Verpackung: Das Cover (mit dem Bild des Original-Schokoladenmädchen von Jean-Etienne Liotard) ist bestens gelungen und man blättert sehr gerne weiter.
    2. Schokolade: Die feine Schokolade zergeht auf der Zunge – genauso leicht liest sich Madelaines Geschichte
    3. Chili: Der Chili verfeinert die Tafel Schokolade und vollendet den raffinierten Geschmack – einzelne Szenen und Gedanken machen für mich den Chili dieses Buches aus. Aber ich will ja nicht zu viel verraten. ;-)


    Sicher, dieses Buch ist eher leichtere Unterhaltung – aber Schokolade ist ja auch kein Schmorbraten. Und ab und zu braucht die Seele ein Stück Schokolade – und das ist dieses Buch für mich allemal. :-] Ich gebe 9 von 10 Punkten.

  • Zitat

    Original von Kathchen
    Aber in diesem Roman geht es nicht nur um Torten und Schokolade, sondern auch um die Gesellschaft, Armut und Reichtum, die Industrialisierung und natürlich die Liebe im ausgehenden 19. Jahrhundert.


    Mir hat es sehr viel Spaß gemacht dieses Buch zu lesen. Die Autorin hat einen schönen Schreibstil und am liebsten möchte man nicht aufhören zu lesen.
    Ein gelungener, sehr schöner, leichter Roman - passend für den Sommer.


    Das ist es, was mir an dem Buch auch so gut gefallen hat. Man lernt nicht nur die schönen und angenehmen Seiten eines zum Großteil doch recht privilegierten ( ab ihrer Rettung ) kennen, sondern wird auch immer wieder mit dem Gegenteil konfrontiert. Armut, Ungerechtigkeit, Ausbeutung.


    Zudem war es ein grosses Vergnügen, das Buch in er Leserunde mit der sympathischen Autorin zu lesen. Viele Fragen wurden beantwortet und viele Zusatzinformationen haben den Weg zu den Teilnehmern gefunden.


    Das Buch bekommt von mir 8 von 10 Punkten.

  • Das Schokoladenmädchen von Katryn Berlinger


    Inhaltsangabe
    Ende des 19. Jahrhunderts in Riga:
    Die junge Madelaine, eine begabte Konditorin, ist ehrgeizig und gierig auf das Leben. Ein Zuckerbäcker, der überzeugt von ihrem Talent ist, setzt sie als Leiterin seiner florierenden Confiserie ein. Madelaine erweist sich schon bald als seines Vertrauens würdig und erobert mit ihren süßen Kreationen die Stadt im Sturm - und so manches Männerherz.
    Ihr eigenes Herz aber gehört einem ungarischen Adligen, und der soll eine andere heiraten...


    Meine Meinung
    So, ich habe das Buch jetzt auch in der Leserunde als Schlusslicht beendet :grin.
    Das Buch hat mir sehr gut gefallen, da der Schreibstil der Autorin sehr fluessig und schoen zu lesen. Ich konnte immer gut mit den Charakteren mitfuehlen.
    Was ich immer sehr wichtig finde ist, dass man nicht von Anfang an weiß, was als naechstes passieren wird und das ist der Autorin sehr gut gelungen.
    Die hauptfigur ist sehr sympathisch dar gestellt und so ließt man wirklich gern weiter.
    Das einzige Problem, dass das mein erster Historischer Roman des 19. Jahrhunderts war. Die davor gelesenen waren alle um das 13. und 14 Jahrhundert, sodass ich an vielen Stellen umdenken musste (was den Fortschritt usw angeht). Dafuer kann Katryn aber nichts, daher schmaelert das nicht das Gesamtpaket des Buches :knuddel1


    Ein wirklich gelungener Roman


    Meine Bewertung
    9 von 10 Punkte
    8 von 10 Punkten

  • Schokolade gibt es in den verschiedensten Geschmacksarten und Formen. Mal zergeht sie mit süßem Geschmack auf der Zunge, ein anderes Mal entsteht beim Schmelzen ein Hauch von Bitterkeit. So ähnlich wird das in diesem Roman auch auf das Leben von Madelaine Gürtler übertragen. Von ihrer Mutter zeitlebens abgelehnt, kehrt sie Südamerika den Rücken und macht sich auf den Weg nach Deutschland. Vor der französischen Küste havariert das Schiff und Madelaine wird unter anderem mit dem Schweitzer Konditor Urs Martieli und dem russischen Arbeiter Rudolph Terschak gerettet. Der eher bittere Geschmack wird nun durch stetiges Unterrühren von süßen und sahnigen Zutaten verfeinert.


    Der Konditor gibt Madelaine die Chance, das Handwerk der Zuckerbäcker zu erlernen und sich somit eine Existenz aufzubauen. In Hamburg kreiert sie fortan Gebäck, dessen Geschmack Katryn Berlinger auch gerne durch Aufzählung der Zutaten einfließen lässt. Nicht selten verspürt man beim Lesen ein seltsames Verlangen nach Süßem. Als die Zustände zwischen der Protagonistin mit ihrem Hamburger Chef nicht mehr tragbar werden, bietet sich die Gelegenheit, Martieli nach Riga zu folgen. Dort kann sie ihre Kenntnisse in einer eigenen Bäckerei einsetzen und lernt obendrein noch den Adeligen Andras kennen. Doch auch diese Sahneschnitte hat ein paar ungenießbare Zutaten, die den Geschmack trüben.


    Dieser historische Roman bildet das beginnende 19. Jahrhundert vielschichtig ab. Sowohl die Arbeiterklasse als auch die reiche Gesellschaft wird angesprochen. Politische Zustände, vor allem der Widerstand in Russland, fließen mit ein und lassen die Handlungsstränge real erscheinen. Dazwischen ist eine farbige Palette an Emotionen gestreut, die allerdings gerade zum Schluss unverhältnismäßig schnell abgehandelt werden. Der Roman bietet dennoch allein durch den flüssigen, beschreibenden Schreibstil kurzweilige Unterhaltung. Das offene Ende macht neugierig auf die Fortsetzung Der Kuss des Schokoladenmädchens. Da noch einige Fäden unverknotet übrig bleiben, hoffe ich dadurch auf einen runden Abschluss. Das Schokoladenmädchen bildet sozusagen einen Rührkuchen mit allerlei bissfesten Zutaten, dem nur noch die Glasur fehlt.

  • Ich hab sowohl "Das Schokoladenmädchen" als auch die Fortsetzung "Der Kuss des Schokoladenmädchens" gelesen und fand beide Bücher sehr gelungen, auch wenn ich den ersten Teil einen Tick besser fand. Fortsetzungen können eben selten wirklich an den Vorgänger anknüpfen. Aber schlecht war diese auf keinen Fall, ich hab's sehr gern gelesen - auch wenn ich mir manches etwas anders gewünscht hätte. ;-) Der Schreibstil ist auf jeden Fall durchgehend super, ich persönlich zumindest finde ihn sehr angenehm und superschön zu lesen.
    Sehr schade, dass es nicht noch einen dritten Teil gibt... Würde sich lohnen, finde ich...


    Fazit: Für alle Fans historischer Romane (und sowieso für alle Naschkatzen!) absolut empfehlenswert! ;-)

  • Ich habe das Buch jetzt zum SUB-Abbau gelesen und bin etwas geteilter Meinung. Die Geschichte ist schon interessant und wurde auch gut umgesetzt, aber die teilweise endlos langen Beschreibungen haben den Roman deutlich in die Länge gezogen. Ein durchschnittlicher Roman. Die Fortsetzung möchte ich nicht mehr lesen.