'Die Eleganz des Igels' - Seiten 083 - 142

  • Zum 2.Teilstück


    Das Ende des Paloma-Kapitels „Tagebuch der Bewegung der Welt Nr.3“ (Seite 111) ging doch über mein Verständnis. Die „Spiegelneuronen“ sind ja bekannt, ging in den letzten Monaten durch die Medien. Aber warum dies schlimm sein sollte:


    Zitat

    Was wäre, wenn die Literatur ein Fernseher wäre, in den wir gucken, um unsere Spiegelneuronen zu aktivieren und uns für wenig Geld das prickelnde Gefühl der Aktivität zu verschaffen? Und was, noch schlimmer noch, wenn die Literatur ein Fernseher wäre, der uns alles zeigt, was wir verpassen?


    Genau deswegen lese ich doch, um theoretische Erfahrungen zu machen, die ich im realen Leben nicht unbedingt machen möchte.


    Auch der Satz


    Zitat

    Etwas müsste wirklich gelebt werden, und es ist immer nur ein Ersatzgenuß.


    Erschließt sich mir nicht. Trotzdem mehrfachen Aufstehens und herumlaufen sitze ich auf meiner Leitung.



    Renées Bewunderung des japanischen, zumindest die Eigenschaft dieser Kultur, die Schönheit der Einfachheit zu empfindem und darzustellen, kann ich nachvollziehen. Mir geht es ähnlich, wenn ich eine japanische Tuschezeichnung sehe oder japanische Haikus lese. Allerdings fehlt mir hier der andere Teil Japans, die Gewalt, das Hierarchie denken und leben, ohne die dies wohl nicht möglich wäre.



    Bemerkenswert finde noch Palomas umschwenken von „alles einzureißen“ zu „etwas aufbauen“, wobei mir der Schluss in „Tiefgründiger Gedanke Nr. 8“ (Seite 141) missfällt:


    Zitat

    Dazu dient nämlich die Zukunft: die Gegenwart aufzubauen, mit echten Vorsätzen, als Lebende.


    Vielleicht verwechsle ich diesen Gedanken auch mit „die Zukunft planen“, was in meinen Augen nicht möglich ist. Muss ich wohl noch etwas darüber nachdenken.


    Dyke – der wahrscheinlich erst am Donnerstag wieder weiterliest - heute Abend ist Länderspiel und damit kaum Lesezeit übrig.

    "Sie lesen?"
    "Seit der Grundschule, aber nur, wenn's keiner sieht."


    Geoffrey Wigham in "London Calling" von Finn Tomson

  • Ich liebe das Thema Spiegelneuronen, seitdem ich das erste Mal davon gelesen habe, oder besser, den Umstand, dass es Menschen gibt, deren Spiegelneuronen überaktiv sind. Soll heißen, es gibt Menschen, die eine Berührung, wenn sie sie sehen, fühlen können, nicht nur vorstellen. Das ist interessant.


    Aber zurück zum Buch.
    Auch ich lese aus dem Drang heraus, etwas zu erleben, was mein eigenes Leben mir nicht bieten kann. Ich bin mir meinen eigenen Grenzen bewusst und kann mit dieser Ersatzbefriedigung sehr gut leben. Aber es mag durchaus Menschen geben, denen dies nicht ausreicht, die sich mehr erwarten und denen alles andere ein schaler Ersatz ist, als das pure direkte Erleben. Vielleicht gehört Paloma zu diesen. Vielleicht verlangt ihre Intelligenz mehr als nur die Vorstellung von etwas. Oder ihr bisher Gelesenes/Gesehenes/Gehörtes reicht nicht aus, ist zu schwach, um sie vollkommen zufrieden zu stellen. Dazu kommt der Umstand, dass sie mindestens an der Schwelle der Pupertät steht. Dann kommen den Jugendlichen die traurigsten, absurdesten, lebensverneinensten ... Ideen und Gedanken. Ich sage nur "Emo". (Hinweis auf die jugendkulturelle Bewegung).


    Zu den Zukunftsfragen: ich denke, man kann seine Zukunft insoweit planen, dass man sich seinen Wünschen bewusst wird und direkt darauf hinarbeitet. Inwieweit dann etwas eintritt liegt wohl nicht in unseren Händen, aber die Wahrscheinlichkeit wird größer, wenn man etwas dafür tut.


    Meine Stellen:
    Lustig, dass Renee die altmodische Ausdrucksweise des Arztes gefällt und sie sich vor ihrer eigenen Schwäche hütet (S. 85). Ich setzte das Benutzen von alten, möglicherweise eleganten Wendungen auch immer mit Charme und einer gewissen Intelligenz gleich.


    Interessant finde ich das Verhältnis zwischen Paloma und ihrer Schwester, oder vielmehr die Einschätzung der Letzteren. Das Leben als Kriegsspiel (S. 87-91). Den Psychoknacks als Credo. Sind sie so, die Kinder der oberen Tausend in Frankreich? Die Einschätzung Palomas über Psychiater hingegen teile ich nicht, wobei ich mir des Unterschieds zu den Psychologen noch nie merken konnte, nur so viel dazu: wie in jedem Beruf gibt es solche und solche. Im Allgemeinen schätze ich deren Arbeit als hoch und wichtig ein. Freud dagegen ist ein anderes Thema.


    Jean Arthens (S. 92) war mir seltsamer Weise sofort sympathisch. Es rührte mich, wie er sinnend vor den Blumen stand, bedröhnt oder nicht und ich spürte eine gewisse Traurigkeit bei dem Gedanken daran, dass er sich in den Drogen verliert.


    Sofort weitererzählt habe ich Palomas Einschätzung der französischen Küche und herzlich gelacht dabei. Ich befand mich beim Lesen gerade im Urlaub, natürlich in Frankreich, und wir haben nicht wenig gegessen. Oh ja, vor allem der Satz zum Sabajon (S. 99) war zu gut und zu trocken um nicht bemerkt zu werden. Auch die Gechirrformen der Sowjetbürokratie (S. 100) waren köstlich.


    Bemerkenswert der Gedanke zu Selbstmanipulation (S. 116). Ich habe ihn mir angestrichen, weil er genau meinen eigenen Betrachtungen entspricht, zumindest was mich selbst angeht. Nicht das ich unfehlbar und uneinsichtig bin, oder im Gegenteil wankelmütig, nur weiß ich über mich selbst, dass Dinge, die ich auf den ersten Blick hässlich finde mit Zeit und Gewöhnung durchaus an Schönheit gewinnen, seien es Autoformen (Renault-Hinterteil) oder Mode.


    Morgen mehr.

  • Die Beschreibung des Arztes als UV-gerösteter Greis, der ihr mit seinem Anliegen bzw. der Art wie er es vortrug, vorkam wie E.T. Hilfe, er wußte sogar ihren Namen! In seiner Gegenwart vergisst sie für einen kurzen Moment ihre Rolle zu spielen. Die Aussage: "Wer wolle schon im Krankenhaus sterben..." lässt ihn ihr erstmals menschlich erscheinen. Siehe da Renee lässt sich noch überraschen.
    Wie wohl sich Renee in ihrer selbstgewählten Rolle fühlt, in ihren selbst gewählten Ritualen klingt an, als bekannt wird, das die Wohnung des Verstorbenen verkauft wird. Etwas Neues wird passieren, neue Menschen werden in das Haus einziehen.
    Der Selbstvergleich einer Kamelie auf Moos empfinde ich als eine angenehme Vorstellung!


    Beide Protagonistinnen haben offenbar eine Schwäche für Japan und Jasmintee!


    Paloma's Betrachtungen verwirren mich noch immer, auch wenn einige Dinge nachvollziehen kann. Ich mag auch niemanden, der von Dingen spricht, angibt diese genau zu kennen, und schon beim 2. Satz bemerkt man dessen Unwissenheit. Ihren Einwand, wenn er auch von Seiten einer 12jährigen unerwünscht erscheint, war in Ordnung. Schließlich hat sie sich doch eine Weile zurückgehalten.
    Ihre Großmutter kommt in eine Seniorenresidenz( In dem Fall ist der Begriff Altenheim sicher nicht angebracht.), Endstation für die alte Dame, das schlechte Gewissen des Vater's, Begegnungen mit dementen und schwerer Pflegebedürftigen. Colombe sagt, die unschönen Dinge vergessen und ignorieren, so wird in unserer Gesellschaft wirklich damit umgegangen. Hier finde ich Paloma das erste Mal sympathisch, das für sie das Gegenteil zählt, hinschauen und mit dem Wissen sein Leben sinnvoll zu gestalten. Allerdings ein Widerspruch zu ihren Selbstmordplänen, oder?


    Liesbett
    Ein Psychiater ist ein Mediziner mit entsprechendem Studium und klinischer Erfahrung, ein Psychologe, hat eben Psychologie studiert und nur wenige davon arbeiten als Therapeuten!

  • Zitat

    Original von Joschi
    Liesbett
    Ein Psychiater ist ein Mediziner mit entsprechendem Studium und klinischer Erfahrung, ein Psychologe, hat eben Psychologie studiert und nur wenige davon arbeiten als Therapeuten!


    Entschuldigung, dass ich mich einmische, aber das ist so nicht ganz richtig. Meines Wissens nach sind viele Diplom-Psychologen therapeutisch und beratend tätig. Allerdings wurden die Zulassungsbedingungen durch das 1999 in Kraft getretene Psychotherapeutengesetz deutlich erschwert, seitdem muss nämlich eine Zusatzausbildung nach dem Studium absolviert werden. In dieser Ausbildung ist ebenfalls jede Menge klinische Erfahrung enthalten, u.a. 1 Jahr Arbeit in der Psychiatrie.


    Eine gute und detaillierte Unterscheidung gibt der BDP: >HIER<


    LG, milla

  • Aufgestört hat mich der Satz auf S. 122 und 123, der besagt, dass schöne Dinge nur schönen Menschen gehören sollten. Ich finde das hart, auch, wenn es sich auf "geistig" schöne Menschen, bzw. schöngeistige Menschen beziehen sollte.


    Faszinierend dagegen finde ich das Go-Spiel, dass ich nun unbedingt einmal ausprobieren möchte. Die Idee, jemanden leben lassen zu müssen um zu gewinnen gefällt mir. Sie hat etwas reizvoll pazifistisches.


    Habe ich eigentlich schon einmal erwähnt, wie seltsam ich die Namen finde? Paloma, Colombe, Constitution. Sie sind alle etwas ... na ja, pathetisch? Oder Jacinthe Rosen. Seltsam eben.

  • Über die Namen stolpere ich auch immer wieder. Es sind keine gewöhnlichen französischen Namen, oder doch?


    Ich habe mich gewundert, dass das Buch scheinbar in der alten Rechtschreibung geschrieben ist. Oder sind nur Ausrutscher drin? Mir fiel dabei "daß" mit ß ins Auge.


    Ich kann mich noch nicht entscheiden wer von beiden mir mehr liegt. Oftmals ist es Renée, aber Palomas Gedanken im achten Teil ihrer tiefgründigen Gedanken fand ich sehr ansprechend und interessant.


    Ihr Tagebuch der Bewegung ist allerdings nicht so meins. Allerdings bin ich allgemein kein Fan von Sportsendungen. Ob es daran liegt?


    Renés Erschütterung als sie erfährt, dass die Wohnung verkauft wird rührt mich irgendwie. Scheinbar geben die Rolle die sie spielt und die Bewohner des Hauses, das immer gleiche, ihr Sicherheit. Vielleicht ist dieses Verstecken, nicht zeigen was sie kann auch eine Art Sicherheit für sie. Mit dem anders sein und anecken weiß sie doch nie was auf sie zukommt. So kann sie einschätzen wie sie wahr genommen wird und wie die Menschen reagieren.


    Ich bin sehr gespannt auf den neuen Mitbewohner. :-)


    Ich erwische mich übrigens immer wieder beim Überfliegen. Vielleicht ist es ein Buch welches man mehrfach lesen sollte? Ich habe bestimmt wahnsinnig viel überlesen, vielleicht auch manches falsch verstanden.

  • Nachdem ich die Beschreibung der französischen Küche versehentlich in den ersten Teil des Buches gepackt habe ( man möge mir verzeihen, damit es nicht noch einmal passiert habe ich mir jetzt notiert, bis wo der nächste Teil geht ) gefällt mir von Paloma das Tagebuch der Bewegung der Welt.
    Interessant wie sie die Sportsendung im Fernsehen erfolgt und Spiegelneuronen waren mir bis dato unbekannt. Dafür kenne ich aber das Gefühl, den Fernseher anzuschreien und die Leute anzutreiben,
    zu gut. Ich weiß auch das es nichts bringt, aber irgendwie wenn ich voll dabei bin und aufgeregt, passiert es mir immer wieder. :gruebel


    Mit dem Tod von Pierre Arthens kommt Bewegung ins Haus. Irgendwie erstaunt mich, das Renee so verblüfft ist weil der Arzt sie mit Namen anspricht. Ist das denn nicht normal? Oder wird ein Concierge wie Luft behandelt und ignoriert, sofern man keine Wünsche an ihn hat? Auf der anderen Seite ist der Arzt ja kein Bewohner, also muss er sie nicht kennen. Oder ist es der Renee´s Respekt vor dem Arzt, das so ein Halbgott in weiß sie anspricht? Darüber bin ich mir nicht so im Klaren.


    Und dann scheinen die Bewohner ( oder alle Franzosen ? ) eine Vorliebe für Japan zu haben. Schon die Gemeinsamkeit von Renee und Paloma Jasmintee zu lieben deutet darauf hin. Bei Betrachtungen über die Ewigkeit ist Renee über einen Film von Ozu hin- und weg. Paloma dagegen ist mit dem Spiel GO bestens vertraut, auch wenn das ja wohl von den Chinesen erfunden worden sei.


    Sehr gut kommt Palomas mißliche Lage durch ihre hohe Intelligenz beim Tiefgründigen Gedanken Nr. 7 zum Vorschein. Was macht man als 12-jähriges Mädchen, wenn ein Erwachsener absoluten Blödsinn erzählt und sich für den Nabel der Welt hält, einfach ignorieren oder verbessern? Sie entscheidet sich, weil sie es einfach nicht mehr anhören kann, fürs verbessern und bekommt die Quittung vom Vater, der darüber sehr erzürnt ist. Irgendwie schade das er so reagiert.


    Auch die Tiefgründigen Gedanken Nr. 8 haben mir gefallen. Wenn Du die Zukunft vergißt, verlierst Du die Gegenwart.
    Interessant auch die unterschiedlichen Betrachtungsweisen über den Umzug der Mamie in ein Altenpflegeheim. Während Mutter und Schwester begeistert sind das Mamie eine Marmorbadewanne hat, stellt Paloma richtig fest das es der Mamie auf Grund des Gesundheitszustandes ja wohl eher egal ist, aus was die Badewanne ist. Oder während Colombe Mamie gut versorgt sieht und den "Rest vergessen wir mal schell", ist Paloma der Meinung das darf man auf keinen Fall vergessen, die Alten mit den verfallenen Körpern. Hier prallen oberflächliche Betrachtungsweise und Tiefgründigkeit aufeinander.


    Nun bin ich gespannt wie es weiter geht nach dem Verkauf der Wohnung, wer zieht neu ein und wie sind die Leute so.


    Persönlich würde ich ja sagen, fehlt bei der ganzen Vorliebe für Japan ja ein echter Japaner im Haus, fällt mir während der Nachbetrachtung des zweiten Kapitels mal so ein. Aber können sich Japaner in Frankreich so eine Eigentumswohnung im Haus der Reichen leisten? Wohnen in Frankreich eigentlich Japaner? Ich würde das jedenfalls witzig finden. :-]

    Kein Buch ist so schlecht, dass es nicht auf irgendeine Weise nütze.
    (Gaius Plinius Secundus d.Ä., röm. Schriftsteller)

  • So, also ich glaube dieser Abschnitt war etwas leichter zu lesen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich Renes Kapitel immer noch sehr mühsam finde und ich diese teilweise nur überflogen habe...


    Ich stehe immer noch etwas im Zwiespalt, ob ich überhaupt weiterlesen soll.. Ich finde irgendwie keinen richtigen Zugang zu dem Buch.. Auch kann ich mit den Personen nicht so viel anfangen und es wirkt alles etwas - wie soll ich sagen - übertrieben.. Nun habe ich bereits diese 142 Seiten gelesen und habe das Gefühl, dass ich gar nicht mehr so richtig weiß, was ich da überhaupt gelesen habe...

    Einige Bücher soll man schmecken, andere verschlucken und einige wenige kauen und verdauen.

  • Es ist auch jetzt, im zweiten Abschnitt, nicht leicht zu lesen. Immer, wenn ich denke es wird etwas flüssiger, beginnt wieder ein Schachtelsatz, den ich dann mindestens zwei mal lesen muss, um den Sinn auch nur halbwegs zu erfassen oder ein weitschweifig ausgeführter, intelektuell tiefgründiger Gedanke, der mir ebenfalls Verständnisprobleme bereitet. Ich merke, die Schachtelsätze beeinflussen auch meine eigenen posts ;-).


    Mir fällt es leichter, wenn ich nicht zu lange am Stück lese, vor allem abends, wenn ich müde werde, muss ich zu einer anderen Lektüre greifen.


    Aber ich muss nicht jeden einzelnen Gedanken und Satz verstehen um das Buch und seine merkwürdigen Protagonisten zu mögen. Noch haben sich die beiden so unterschiedlichen und doch ähnlichen Hauptpersonen nicht getroffen. Zumindest nicht so, dass sie sich nähergekommen sind. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass Renee die kleine Paloma schon mal erwähnt hat. Und umgekehrt genauso! Oder habe ich etwas überlesen?


    Hier hat auch mir die Erläuterung des GO-Spiels gut gefallen. Bisher wusste ich lediglich, dass es sich um ein Brettspiel handelt. Ich muss unbedingt Liesbett mal fragen, ob sie es wirklich ausprobiert hat.

  • Auch wenn ich immer wieder über die langen Schachtelsätze stolpere und sie oft mehrmlas lesen muss, das Buch hat mich gepackt!
    In diesem Abschnitt finde ich auch die "Tiefgründigen Gedanken" von Paloma immer besser, vor allem ihre Gedanken im Altersheim haben mich sehr berührt, der Vergelich zwischen dem herzensguten, armen Heizungsmonteur und der gefühlskalten Großmutter und der Satz am Ende des Abschnitts: " Dazu nämlich dient die Zukunft: Die Gegenwart aufzubauen, mit echten Vorsätzen, als Lebende."

  • Zitat

    Original von Lumos
    ...


    Aber ich muss nicht jeden einzelnen Gedanken und Satz verstehen um das Buch und seine merkwürdigen Protagonisten zu mögen. Noch haben sich die beiden so unterschiedlichen und doch ähnlichen Hauptpersonen nicht getroffen. Zumindest nicht so, dass sie sich nähergekommen sind. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass Renee die kleine Paloma schon mal erwähnt hat. Und umgekehrt genauso! Oder habe ich etwas überlesen?


    Ich ertappe mich auch dabei, wie ich manchmal einfach drüber lese, wenn mich etwas stutzig macht. Finde ich im Moment aber gar nicht schlimm. Das Buch gefällt mir trotzdem. Am Anfang des Buches mochte ich Renees Abschnitte mehr, jetzt sind es eher Palomas Kapitel, die mich ansprechen.


    Die junge, vielleicht künftige Selbstmörderin und die Concierge haben sich wohl noch nicht bewusst getroffen. Wenigstens haben sie einander in ihren Gedanken noch nicht erwähnt, glaube ich.


    Ich werfe hier mal noch das Kapitel in die Runde, in dem von den Turmspringern gesprochen wird.


    "Eine winzig kleine Verschiebung, die die Möglichkeit der Perfektion für immer ruiniert?"
    So ist das manchmal...


    Ich freue mich jedenfalls auf's weiterlesen, auch wenn ich das Buch nicht so schnell lese, wie ich es sonst tue. Ich habe nicht das Bedürfnis, sofort weiterlesen zu müssen, obwohl generell ein Bedürfnis zum Weiterlesen da ist.

  • So, hier mal meine Eindrücke des zweiten Abschnitts:


    Ich finde schon, dass dieser Abschnitt leichter zu lesen war als der erste, vor allem bei Renées Kapiteln ist mir das aufgefallen. Inzwischen mag ich beide Personen gleich gern, das liegt vor allem an Renées Begegnung mit dem Arzt, bei der sie sagt:

    Zitat

    Im Grunde genommen, sage ich mir, ist auch er ein Mensch, und letztlich sind wir alle gleich.


    Das hat mich sehr berührt und Renée in meinen Augen sehr menschlich und liebenswürdig gemacht.


    Toll fand ich ihr Entsetzen über die Nachricht von Sabine Pallières, vor allem weil ich den schlimmen Komma-Teil auch zweimal gelesen hab, weil mich das Satzzeichen so gestört hat :grin Ich schätze, da schlägt sich das Latinum durch, bei Komma-Benutzung bin ich sehr kritisch^^


    Bei Paloma hat mich vor allem folgender Satz berührt:

    Zitat

    Ob du lebst oder stirbst, das sind Konsequenzen.


    Wie recht sie hat...


    Mit dem dritten Abschnitt hab ich schon angefangen, aber jetzt geh ich erst mal Quarknockerl essen :-]


    Ach ja: die Namen der Personen find ich sehr passend, es sind sicher keine alltäglichen französischen Namen, aber hier doch sehr angebracht. Am tollsten sind ja die Tiernamen: Parlament und Constitution für die Katzen (hihi) und Athene und Neptun für die Hunde :rofl

  • Ich bin nun auch mit dem Abschnitt fertig und es gefällt mir immer besser.


    Die Namen stören mich nicht. Ich finde sie ebenfalls sehr passend zu dem Buch.
    In diesem Abschnitt hat mir Paloma besser gefallen. Aber auch ein kleines bisschen eher die tiefgründigen Gedanke als die Bewegung.
    Bei der Bewegung war das mit dem Turmspringen schon sehr interessant, aber der letzten Abschnitt mit dem Altenheim fand ich unglaublich toll.


    Bei Renee war es diesmal irgendwie so nichts sagend, also zumindest für mich.
    Einzig als sie sich mit der angehenden Tierärztin unterhalten hat, fand ich sehr rührend.


    Ich merke aber auch, dass ich vieles überlese. Sonst würde mir schnell die Lust am lesen vergehen, wenn ich mir sage, dass ich das und das jetzt nicht verstanden habe.

    Und manchmal ist ein Buch die Welt für mich!


    Mein Blog



    :lesend Laini Taylor - Daughter of Smoke and Bone - Zwischen den Welten



    Langzeitprojekte:
    Margaret George - Maria Stuart LR

  • Zitat

    Original von Mooney


    Bei Paloma hat mich vor allem folgender Satz berührt:


    Wie recht sie hat...


    Der Satz ist mir auch aufgefallen und stand auf meinem Zettel.


    Zitat

    Ach ja: die Namen der Personen find ich sehr passend, es sind sicher keine alltäglichen französischen Namen, aber hier doch sehr angebracht. Am tollsten sind ja die Tiernamen: Parlament und Constitution für die Katzen (hihi) und Athene und Neptun für die Hunde :rofl


    Die Namen der Tiere sind wirklich gut. Weiß jemand, ob das eine Eigenart der Autorin ist oder ob die Franzosen ihren Tieren wirklich solche Namen geben? ;-) :lache
    Im 3. Abschnitt kommen noch mal 2 Katzen dazu, die auch tolle Namen haben...

  • Fast schon überheblich wirkt Renee`s Einstellung den Hausbewohnern gegenüber, da sie nicht in der Lage sind ihre Intelligenz zu durchschauen und dennoch hat sie Angst vor der Entdeckung oder der daraus resultierenden Veränderung. Dafür steht auch ihr Teeritual mit Freundin Manuela, das ihr sowohl im Alltag als auch in Zeiten der Unruhe eine gewisse Beständigkeit und Substanz verleiht. Ihre Rage, bezüglich des grammatischen Fehlverhaltens einer so vom Schicksal begünstigten Person wie Madame Pallieres hat mich zum einen köstlich amüsiert, zum anderen erinnerte es mich doch ziemlich stark an Paloma`s "Tiefgründiger Gedanke Nr.3" (S. 55).
    Wahrscheinlich war es auch Paloma, die auf dem Klavier, die japanische Melodie spielt, welche Renee so berührt. Obwohl ich nicht weiß ob sie wirklich Klavier spielen kann.
    Aber mir gefällt der Gedanke, dass die Autorin es scheinbar darauf angelegt hat, die beiden Hauptcharaktere erst einmal auf der gedanklichen Ebene zusammen zu führen.
    Interessiert verfolge ich Paloma`s Theorien des Lebens, erfreue mich an der Umsetzung der ihr zugedachten Rolle als sympathische Idealistin. "Etwas hätte die Perfektion sein können, und es ist eine Katastrophe. Etwas müsste wirklich gelebt werden, und es ist nur ein Ersatzgenuß." Ich bin durchaus glücklich mit dem "Ersatzgenuss", stelle ich mir ein Leben in Perfektion doch nicht wirklich erstrebenswert vor.


    Die Idee von Macska, ein Japaner könnte in die Wohnung einziehen, gefällt mir außerordentlich gut. :chen

  • So, ich bin nun auch soweit. Allerdings muss ich gestehen, dass mir aus diesem Anschnitt wenig in Erinnerung blieb.....


    Die Szene mit dem GO-Spiel erinnere ich gut und dass Paloma den Mund halten sollte und keinen Erwachsenen verbessern dürfe.


    GO kann man hier in meiner Gegend übrigens im Verein spielen, allerdings und dummerweise finden die Treffen Abends in einer Kneipe statt und das schliesst Kinder aus. Mein Sohn wollte nämlich gerne spielen, deshalb weiß ich das ;-)


    Aber wer von euch Intresse hat und in einer größeren Stadt lebt: es gibt bestimmt auch bei euch Treffen, mal zum "schnuppern".


    http://www.dgob.de/


    Hier werden auch Termine und Örtlichkeiten für Spieleabende nach PLZ sortiert vorgestellt.....


    So, das zum GO ;-) ....


    Weiter mit dem Buch: ich müsste wohl den kompletten Abschnitt nochmal lesen, um darüber etwas sagen zu können. Mag ich aber jetzt erstmal nicht. Vielleicht ein Buch, das mehrmals zu lesen ist.....Tut mir leid, aber da kann ich der Diskussion wohl nix beisteuern.


    Allerdings bin ich neugierig, wer "der Neue" im Haus sein wird.


    Grüsse
    Andrea