"Das Jesus Video" - Andreas Eschbach

  • Wenn Du ihn Dir ansiehst, versuch ihn innerlich vom Buch abzuspalten und als einen eigenständigen Film zu sehen.
    So ist es "erträglicher".


    Dann hat man das Gefühl einen beliebigen Film mit Matthias Koeberlin (Der als Hörbuch Sprecher übrigens richtig gut ist) zu sehen.
    Sobald man den Film aber mit dem Buch in Verbindung bringt, ist er absolut entäuschend, da er doch inhaltlich ganz anders ist.


    Gerade wichtige Szenen wurden gnadenlos verändert und das Ende ist völlig anders.



    Mit dem Wissen gewappnet, könntest Du es eventuell riskieren :grin

  • Ich wollte einen Zeitreiseroman lesen und da ist mir dieses Buch in die Hände gefallen. Obwohl ich der katholischen Kirche sehr nahe stehe und es mich daher gerne nervt, wenn "die Kirche" immer als der Bösewicht sondersgleichen dargestellt wird, habe ich mir dieses Buch angetan, denn, was ich aufgrund der vielen positiven Bewertungen vermutet hatte, wenn es spannend geschrieben ist ... (und so ein Buch wird an meinem Naheverhältnis zur Kirche nix ändern).
    Tja ... ANFÄNGLICH fand ich das Buch auch noch ganz toll, aber leider betraf dieses Gefühl der Beisterung nur etwa das erste Fünftel des Buches, dann ging es mit der Spannung stetig bergab und erreichte irgendwann den Tiefpunkt, sodass ich gar nicht mehr unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte eigentlich ausgeht. Die Handlung war mir viel zu konstruiert, viel zu unglaubwürdig (abgesehen von dem Zeitreiseaspekt, no na) und diese wilde Verfolgungsjagd durch die Wüste ... ähm ja. Was mir aber gut gefallen hat, war, dass am Schluss von sämtlichen Personen aufgezeigt wurde, was aus ihnen geworden ist.
    Dass die Kirche nicht gut wegkommen wird, wusste ich, bevor ich das Buch überhaupt aufgeschlagen hatte, dennoch hätte ich mir manchmal am liebsten ans Hirn gegriffen. Vor allem am Schluss (schon im Epilog) hätte ich mir gewünscht, dass Stephen einfach mal nachliest, WAS Christen denn nun eigentlich wirklich glauben ...
    Was mir ein bisschen den Lesespaß genommen hat, war der Zeitreiseaspekt. Ja, ich wollte einen Zeitreiseroman lesen, aber das hier war eben KEIN Zeitreiseroman (zumindest nicht das, was ich darunter verstanden hätte). Das hier war ein stinknormaler Thriller, wo zufällig das Element Zeitreise mal eben so vorkam und dafür, pardon, wurde mir von den handelnden Personen zu schnell (und daher zu unglaubwürdig) der Aspekt der Zeitreise als gegeben hingenommen. Haaaalloooo?


    Was mir an dem Buch aber gefallen hat, waren zwei Zitate. Eines von einem Prälaten: "Die Wahrheit ist nicht demokratisch" (oder so ähnlich) und das zweite war eine Aussage von Stephen auf Judiths Äußerung "Was für ein Ausblick" - ich habe mich darin selbst erkannt und darum fast kringelig gelacht!


    Insgesamt fand ich das Buch im Großen und Ganzen eher mau: sehr langweilig, den Schreibstil nicht sehr packend, die Personen wenig durchdacht.


    edit: Oft habe ich mich dabei ertappt, genau das zu denken, was Eisenhart (hieß der so?) auch gedacht hat. Ging das anderen auch so?!?

  • Ich hatte das Buch vor 15 Jahren oder so mal gelesen und fand es auch recht spannend. Mehr weiß ich nicht mehr :grin


    Habe dann auch Eschbach lange nicht in der Hand gehabt, bis ich dann 2009 oder so regelmäßiger seine Bücher gelesen habe. Auch wenn mir seine Charaktere öfters nicht so gefallen sind die Grundideen doch ansprechend. Als mir das Jesusvideo dann preiswert über den Weg lief (vorher wars geliehen) habe ich zugeschlagen und es jetzt nochmal gelesen. Da ich von der Story eh kaum mehr was wusste war das in Ordnung.


    Im Großen und ganzen schließe ich mich Tom an. Interessante Idee, aus der man mehr hätte machen sollen. Besonders bei den Charakteren hapert es doch. Beim Ende bin ich zwiegespalten. Wie er es gelöst hat war in Ordnung. Ich hätte es aber viel passender gefunden, wenn alles mit den Zeitsprüngen weggelassen worden wäre und das Buch damit geendet wäre das die Kamera zerstört wurde.

  • Ja, die Protagonisten sind in diesem Buch wirklich ein wenig klischeehaft gezeichnet.


    Dafür ist die Grundidee spannend und hält einen bei Laune. Die Spannung steigert sich bis zum Ende immer weiter.


    Da es bereits mein zweites Buch von Eschbach war, wusste ich bereits, was mich erwartet. Herr aller Dinge fand ich trotzdem deutlich besser.


    Von mir gibt es 6 von 10 Punkten.

  • Die Ausgangsbasis, das Grab in Jerusalem, in dem die Anleitung einer Videokamera gefunden, die erst in einigen Jahren auf den Markt kommen soll, klingt ebenso interessant wie phantastisch. Allein die Vorstellung, dass da möglicherweise ein Zeitreisender beerdigt wurde, birgt so viele spannende Möglichkeiten. Von denen Andreas Eschbach in seinem Roman viele ausschöpft. Es macht Spaß, die Hauptperson Stephen Foxx und seine Gegenspieler dabei zu begleiten, wie sie dem Geheimnis immer weiter auf die Spur kommen und dabei einige Rückschläge hinnehmen müssen. Die Geschichte ist zu keiner Zeit langweilig und schafft sogar das Kunststück, Religion und Altertumsforschung weitgehend außen vor zu lassen. Auch technische Feinheiten kann der Autor leicht verständlich erklären.
    Ein wenig erinnert die Handlung an Wolfgang Hohlbeins "Paulus-Evangelium", kann aber an dessen Schwachstellen punkten.
    Durch die letzten Kapitel erhält Eschbachs Roman einen angenehm runden Abschluss, der eigentlich keine Fragen offen lässt. Dennoch erschien 2014 die Fortsetzung "Der Jesus-Deal", den ich mir als nächstes vornehmen werde. Ich bin schon sehr gespannt.