'Dorn' - Seiten 067 - 128

  • Deckard ist jetzt also der "Interims-König", der Ärmste tut mir ja fast ein bisschen leid, das hatte er sicher nicht erwartet, aber so hat er während dieses langweiligen Konklaves wenigstens was sinnvolles zu tun.
    Mich wundert ein bisschen, dass scheinbar noch nie ein König auf die Idee kam, die Thronfolge vererben zu wollen, die Herrschaft in den Fürstentümern wird doch auch über die Erbfolge weitergegeben, wieso wird der König dann gewählt?


    Der Hauptgegner von Lia, dieser Linus, ist also auch in der Stadt, passenderweise als Begleiter vom Fürsten von Gamar.


    Auch wenn ihr Vater ein machtbessesener Idiot zu sein scheint, seine Tochter Ellyn ist mir sehr symphatisch, ich denke, der Papa würde sich ganz schön umgucken, wenn sie wirklich Königin wird.

  • Zitat

    Original von Zwergin
    Auch wenn ihr Vater ein machtbessesener Idiot zu sein scheint, seine Tochter Ellyn ist mir sehr symphatisch, ich denke, der Papa würde sich ganz schön umgucken, wenn sie wirklich Königin wird.


    Ich traue ihr nicht so ganz über den Weg. Eigentlich rechne ich die ganze Zeit damit, dass noch mehr Kandidaten versuchen, Deckard für sich einzunehmen. Er ist schließlich, da er keinen eigenen Kandidaten aufgestellt hat, sozusagen ein unentschlossener Wähler. Da könnte das Verhalten von Ellyn durchaus reine Berechnung sein, sie sagt genau, was er hören will. Ich finde es eben nur merkwürdig, dass sie bisher die einzige ist, die das versucht.


    Was hat es mit diesem seltsamen Bündnis zwischen Gamar und diesem Linus auf sich? Haben sie vor, das Reich zu vergrößern und die Elben anzugreifen? :gruebel


    Ich finde, Lia bleibt hier sehr wage in ihren Erklärungen und Deckard lässt sich ganz schön leicht abspeisen.

    It’s not enough for the phrases to be good; what you make with them ought to be good too. - Aldous Huxley

  • Zitat

    Original von Brigia
    Ich finde, Lia bleibt hier sehr wage in ihren Erklärungen und Deckard lässt sich ganz schön leicht abspeisen.


    Endlich kommt er auch mal auf die Idee zu fragen, warum Lia ihre Stimme nicht auch verloren hat. Schade nur, dass sie das auch nicht mit Bestimmtheit sagen kann.


    Jetzt versteht man auch Deckards Abneigung gegen die Stadt, denn immerhin sind seine beiden Eltern hier gestorben bzw. umgebracht worden, wonach es sich eher anhört.
    Schön finde ich, die Erzählweise, dass man immer ein Stückchen mehr an Informationen bekommt. Man bekommt nicht mit einem Mal alles "aufgetischt", sondern hat die Möglichkeit sich selber Gedanken über das Gelesene zu machen und eigene Vermutungen anzustellen.


    In diesem Abschnitt hat mir auch vor allem die Erklärun zu der "Alten Magie" gut gefallen. Es gibt halt auch noch mehr als nur den teuren Hokuspokus, den die Menschen lehren und lernen. Das Land selbst hat eine Magie inne - unter anderem in Gestalt der Mooskinder/Fainskinder.


    Bei Ellyn bin ich mir auch noch nicht so ganz sicher, was ich von ihr halten soll. Sie kommt auf den ersten Blick so herüber, als würde sie sich nichts aus den Ansichten ihres Vaters machen. Sie scheint ihren eigenen Kopf zu haben. Doch andererseits kann es natürlich auch gut sein, dass das wirklich alles nur Taktik ist, um Deckard einzulullen.

    :lesend Peter V. Brett; Das Leuchten der Magie

    :lesend Dörte Hansen; Altes Land (eBook)

    :lesend Joanne K. Rowling; Harry Potter und der Orden des Phönix (Hörbuch: Rufus Beck)

  • Zitat

    Original von Zwergin
    Mich wundert ein bisschen, dass scheinbar noch nie ein König auf die Idee kam, die Thronfolge vererben zu wollen, die Herrschaft in den Fürstentümern wird doch auch über die Erbfolge weitergegeben, wieso wird der König dann gewählt?


    Das Eherne Reich ist ja eine Art Staatenbund von Fürstentümern, die große Teile ihrer Angelegenheiten selbst regeln. So ist das Seenland z. B. demokratisch geordnet, womit es sich ja von den übrigen in der Staatsform doch ein wenig unterscheidet.
    Nicht völlig für sich allein zu stehen, hat für die Fürstentümer aber eben mehr Vorteile als Nachteile.


    Da der König/die Königin ja immer aus einem der Fürstentümer stammt, würden die anderen ja aufbegehren, sobald man versuchen würde, da etwas wie eine Erbfolge einzusetzen. Dann wäre ja ein Fürstentum quasi immer über die anderen gestellt und kein König/keine Königin hat etwas davon, wenn 5/6 ihres Reiches gegen sie revoltieren.
    So werden die Karten jedes Mal wieder neu gemischt und Großkönige/-königinnen werden auf Lebenszeit (oder bis sie abdanken) gewählt.

  • Richtig ins Herz geschlossen habe ich in diesem Abschnitt Hermelink. Seine Reaktion auf die Begegnung mit den Fainskindern ist einfach schön beschrieben. Ich mag Menschen, die sich eine gewisse kindliche Begeisterung erhalten, nicht nur in Büchern. :-)


    Was ich ein wenig merkwürdig finde, ist, dass hier eine Gesellschaft beschrieben wird mit starken Frauen. Nur Lia, die einzige Elbin, wirkt im Vergleich zur Königinwitwe oder Ellyn seltsam schwach, weinerlich und hilflos. Entweder sie tut nur so und es ändert sich noch oder es will einfach nicht in mein Elbenbild passen. Mal sehen, die Geschichte weitergeht.

  • Waren die Fainskinder noch zu was anderem gut, als nur als Grund, damit Lia das Lager verlassen konnte und Schekich den Angriff ermöglichte? :gruebel Ich mag die kleinen verborgenen Rest der alten Magie, die es noch in Dorn gibt, da kann man hier und da wohl immer noch was entdecken. Lemanders Falken finde ich toll, den Zed-Vergleich verstehe ich jetzt auch eher.


    Deckards "Schicksal" erinnert mich gerade an Ned Stark (sorry hab gerade ein paar Folgen GOT geguckt), da er aber die Geschichte erzählt, wird er wohl den Kopf da behalten wo er hingehört. :lache


    Das Frauenbild in Dorn interessiert mich auch. Scheint nicht völlig patriachalisch zu sein. Irgendwo empfinde ich Dorn auch nicht mittelalterlich, wie es oft sonst typisch für das Genre ist.


    Warum die Elben unbeliebt sind, ist natürlich klar. Das ist halt das Schicksal der Sieger gegenüber den Besiegten.


    Eins muss ich aber ehrlich sagen, mich lenkt so das drum herum ab. Fragen über Deckards Vergangenheit und über die Zusammenhänge in Dorn, finde ich gerade fast spannender als Lia und ihre Kugeln samt Schekich. :gruebel

  • So langsam bekommen wir Andeutungen von Antworten auf die Fragen, die zu Beginn der Story aufgeworfen wurden. Die Entwicklung von Dorn, Deckards Hintergründe, Lias Geschichte, das verspricht interresant zu werden. Bei der Konklave und diesem Fürstentümer-Bündnis fühle ich mich abwechseln an die Papstwahl und die EU erinnert ;-)
    Bin gespannt, was Linus im Schilde führt und wann wir erfahren, was es mit der Abspaltung der fünf Städte auf sich hat.

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    "Es hat alles seine Stunde und ein jedes seine Zeit, denn wir gehören dem Jetzt und nicht der Ewigkeit."

  • Zitat

    Original von BelleMorte
    Eins muss ich aber ehrlich sagen, mich lenkt so das drum herum ab. Fragen über Deckards Vergangenheit und über die Zusammenhänge in Dorn, finde ich gerade fast spannender als Lia und ihre Kugeln samt Schekich. :gruebel


    Ich glaube, da geht es uns nun fast genauso wie Deckard gerade. Denn der hat ja momentan auch eher andere Dinge um die Ohren. Da sind Lia und die Nollonin für ihn auch ein wenig in den Hintergrund getreten. Das Gefühl kann aber natürlich auch dadurch erhöht werden, dass wir die Geschichte ja eh "durch" Deckard erzählt bekommen und da merkt man momentan einfach, dass seine Aufmerksamkeit nicht primär auf den Nollonin liegt.

    :lesend Peter V. Brett; Das Leuchten der Magie

    :lesend Dörte Hansen; Altes Land (eBook)

    :lesend Joanne K. Rowling; Harry Potter und der Orden des Phönix (Hörbuch: Rufus Beck)

  • Ich bin noch nicht ganz durch, leider habe ich bisher noch nicht so viel Lesezeit, wie ich es mir gewünscht hätte (ab morgen wird das besser). Was ich mich die ganze Zeit frage, warum niemand das Elbenmädchen mal etwas genauer zu Scheckich und seinen Motiven befragt. Es wird einfach so hingenommen, dass er sie verfolgt, dabei ist es doch interessant, warum er das tut und wer er überhaupt ist. Wenn man den Feind besser kennt, so kann man auch mehr gegen ihn unternehmen... :gruebel

  • Zitat

    Original von Saiya
    Richtig ins Herz geschlossen habe ich in diesem Abschnitt Hermelink. Seine Reaktion auf die Begegnung mit den Fainskindern ist einfach schön beschrieben. Ich mag Menschen, die sich eine gewisse kindliche Begeisterung erhalten, nicht nur in Büchern. :-)


    genau das wollte ich auch grade schreiben, Saiya! ich bin noch nicht durch mit dem Abschnitt, aber an dieser Stelle hab ich mich schon ein bisschen in Hermelink verknallt :-]

  • Zitat

    Original von Suzann
    So langsam bekommen wir Andeutungen von Antworten auf die Fragen, die zu Beginn der Story aufgeworfen wurden. Die Entwicklung von Dorn, Deckards Hintergründe, Lias Geschichte, das verspricht interresant zu werden. Bei der Konklave und diesem Fürstentümer-Bündnis fühle ich mich abwechseln an die Papstwahl und die EU erinnert ;-)
    Bin gespannt, was Linus im Schilde führt und wann wir erfahren, was es mit der Abspaltung der fünf Städte auf sich hat.


    "Konklave" bedeutet ja in erster Linie "Versammlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit" - aber der Begriff ist natürlich bei uns sonst nur bei der Papstwahl in Gebrauch.
    Lustig: Als mein Vater das Manuskript das erste Mal las, fand er auch, das Eherne Reich erinnere ein wenig an die EU - gerade durch die Bechreibung der wirtschaftlichen Vorteile etc.


    Und was die Abspaltung der fünf Städte angeht: Das Eherne Reich umfasste ganz am Anfang 17 Fürstentümer, ist jedoch auf die verbleibenden 6 zusammengeschrumpft. Einmal durch einen Bürgerkrieg im Norden, der seitdem als "Verlorene Lande" bezeichnet wird und einmal durch die besagte Abspaltung der fünf Städte, die sich selbst als "viel zu gut dastehend, um sich mit anderen abgeben zu müssen" betrachtet hatten.
    (Ich glaube, ich kriege ohne meine Notizen nicht alle verlorenen Fürstentümer aus dem Kopf zusammen: Goswinter, Jahnstein, Yllwasser, Waldenland, Cobern, Sandern, Iwenmar... ne, da fehlen tatsächlich einige.)

  • Ein toller Abschnitt! Ich bin jetzt so richtig drin in der Geschichte :-]


    Ellyn traue ich auch noch nicht so ganz über den Weg. Ich frage mich wirklich woher ihr Interesse an Deckard kommt. Hat sie sich wirklich nur in ihn verknallt? Will sie selbst rausfinden ob stimmt was ihr Vater erzählt? Oder arbeitet sie für ihren Vater irgendwie als Spionin?


    Auf die weiteren Hintergründe bin ich sehr gespannt. Was ist vor 12 Jahren passiert?

  • Diesen Abschnitt fand ich schon mal ansprechender als den ersten, ich musste wohl einfach nur in die Geschichte reinfinden :grin


    Mir gefällt ja besonders die Sprache hier gut, ich weiß nicht genau, was ich so toll daran finde, aber sie hebt sich irgendwie von meinem üblichen Fantasyausbeuten ab :gruebel
    Interessant fand ich auch die Sache mit der Magie und den daraus entfallenen Kosten, schön das die angewendete Magie nichts selbstverständliches ist.


    Was ich von Ellyn halten soll, weiß ich noch nicht so ganz, ich mag sie zwar irgendwie, aber was sind ihre Beweggründe? Oder handelt es sich ausnahmsweise mal einfach um eine Person ohne Hintergedanken? Das erlebt man ja auch immer seltener.


    Am besten hat mir in diesem Abschnitt die Wahlprozedur gefallen. Ich liebe solche politischen Spielchen ja immer sehr.

    :lesend
    Rachel Aaron - The Spirit Rebellion
    Patrick Rothfuss - Der Name des Windes
    Stefan Zweig - Sternstunden der Menschheit

  • Die politischen Spielchen gefallen mir auch. Und der Gedanke das der König wirklich gewählt wird hat irgendwie auch was. Auch die absolute Gleichberechtigung von Mann und Frau ist mal was ganz neues...


    die Sprache mag ich auch, nur an einer Sache bin ich nun schon mehrmals hängen geblieben. Beispiel: "Was ein armer Tropf" - ich denke mir das "für" dann immer ganz schnell dazu :lache

  • Zitat

    Original von Maharet
    Die politischen Spielchen gefallen mir auch. Und der Gedanke das der König wirklich gewählt wird hat irgendwie auch was. Auch die absolute Gleichberechtigung von Mann und Frau ist mal was ganz neues...


    die Sprache mag ich auch, nur an einer Sache bin ich nun schon mehrmals hängen geblieben. Beispiel: "Was ein armer Tropf" - ich denke mir das "für" dann immer ganz schnell dazu :lache


    Diese beiden Dinge sind mir auch aufgefallen bzw. haben mir gefallen. Ich finde die Sprache manchmal ziemlich altertümlich und märchenhaft. Und Gleichberechtigung finde ich als Frau natürlich immer gut. Schön, dass das ein Mann in seiner Fantasygeschichte thematisiert.

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    "Es hat alles seine Stunde und ein jedes seine Zeit, denn wir gehören dem Jetzt und nicht der Ewigkeit."