'Ozzy: Die Autobiografie' - Seiten 106 - 242

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    Original von tinkerbell
    ...


    Eine Sache ist mir allerdings noch aufgestossen, weiß nicht, ob in diesem Abschnitt oder in dem davor. Er erzählt, dass seine Kollegen mehrere Ausweise hätten, die sie nach Bedarf vorzeigen. Einer hatte einen von Michael Schumacher und zeigte den gerne bei Geschwindigkeitskontrollen vor. Aber war Schumi zu dem Zeitpunkt - in den 70ern - überhaupt schon bekannt? Würde mich mal interessieren, was im Original stand, da bin ich doch mächtig drüber gestolpert.


    Ich glaube, Ozzy erzählt nicht immer chronologisch. Er springt manchmal in den Zeiten, wenn ihm eine Anekdote einfällt. Ich bin auch darüber gestolpert.

    Die eigentliche Geschichte aber bleibt unerzählt, denn ihre wahre Sprache könnte nur die Sprachlosigkeit sein. Natascha Wodin

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    Original von tinkerbell
    Einer hatte einen von Michael Schumacher und zeigte den gerne bei Geschwindigkeitskontrollen vor. Aber war Schumi zu dem Zeitpunkt - in den 70ern - überhaupt schon bekannt? Würde mich mal interessieren, was im Original stand, da bin ich doch mächtig drüber gestolpert.


    Das war Rick Wakeman von Yes. Auch im Original steht Schumacher. Der war zu dem Zeitpunkt (1974) fünf Jahre alt. Trotzdem bin ich nicht drüber gestolpert, denn da steht: "He once told me..." - also irgendwann mal hat er ihm das erzählt. Da Wakeman und Ozzy bis heute befreundet sind, kann dieses spezielle Gespräch also auch erheblich später stattgefunden haben.

  • @ Andromeda:


    Zitat

    Dann gab es noch ein, zwei Dinge, zu denen mir die Informationen wiederum fehlen: wer, zum Beispiel, mußte nach dem doch sehr grenzwertigen Hühnervorfall die Sauerei aufräumen? Und wie hat seine Umwelt darauf reagiert?


    Ich habe vor einigen Monaten mal eine Dokumentation über Black Sabbath gesehen und darin hat Ozzy gesagt, dass ich sich an doch recht weite Teile seines Lebens nicht mehr wirklich erinnern kann (was niemanden wundert...) - vielleich blieben deshalb solche Fragen auch unbeantwortet :lache :lache

  • kero-chan
    Ja, wäre möglich. Hier haben sich ja schon einige (mich eingeschlossen) gefragt, woher er überhaupt genug Erinnerungen für ein ganzes Buch hernimmt. Das wäre vielleicht auch eine Erklärung dafür, daß einige Geschichten im Buch stehen, die taktvolle Leute eher für sich behalten hätten: irgendwie mußte das Buch gefüllt werden... :lache

  • So, im zweiten Abschnitt wird es jetzt ein bißchen musikalischer, aber auch verworrener - dass sich der Mann bei der Menge Drogen oder drogenähnlicher Zutaten überhaupt noch an zusammenhängende Episoden erinnern kann, ist mir schleierhaft!
    Die Geschichte mit dem kaputten Kehlkopfdeckel war für mich zum Beispiel so ein Ding, über das ich nicht lachen konnte, wa aber wohl typisch Ozzy ist. Je mehr ich hier gelesen habe, desto stärker wundere ich mich, dass der Mann tatsächlich noch am Leben und artikulationsfähig ist.


    Was seine erste Frau Thelma angeht, stimme ich Regenfisch und Andromeda nicht so ganz zu - ich hatte den Eindruck, er wüßte ganz genau, was seine Frau mit ihm mitmachen musste und dass es wirklich besser für sie gewesen wäre, sie hätten diese Ehe sein lassen. Ich denke, dass dies eine recht ehrliche Einschätzung ist und dass er ihr das Gemurkse mit ihm wirklich gern erspart hätte. Aber vielleicht kommt das wirklich nur bei mir so an?


    Für mich ist es auch weniger wichtig, sage ich jetzt mal, die Biographie eines Musikers zu lesen - ich mag ja eigentlich allgemein keine Biographien - mir reicht es, dass es Geschichten rund um und von Ozzy sind. Das ist der aussschlaggebende Punkt. ;)


    In Bezug auf die plastisch beschriebenen Ereignisse rund um die Band muss ich sagen, dass mich seit der "Biographie" von Marilyn Manson (den ich übrigens genauso gut leiden kann wie Ozzy!) wahrscheinlich nichts mehr schocken kann. *g* Dagegen sind Bananen und Pfefferminzspray recht harmlos, wenn das auch kein Wunder ist, da diese Stories Jahrzehnte später stattfanden und richtige Rockstars schon etwas mehr Übung hatten bzw. sich für´s Schockieren der Leute mehr Mühe machen mussten.

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    Original von Batcat
    Die Sache mit den Hühnern ist mir definitv eine Schuhnummer zu heftig gewesen. Hier fand ich Ozzy richtig widerwärtig. Ein echter Fall für die Klapse. Wenn er es nur einsehen würde. Allein schon die Schilderung der Drogen, die er alles eingeworfen hat. Kein Wunder, daß er so dermaßen durchgedreht ist…


    Bei dieser Szene war ich ganz kurz davor, das Buch abzubrechen - das ging über meine Schmerzensgrenze hinaus. :-(


    Zitat

    Original von Batcat
    Daß Ozzy kaum Schlechtes über andere erzählt, fällt mir im übrigen auch sehr angenehm auf. Viele Stars benutzen ihre Biographien gerne mal für billige Abrechnungen – schön, daß das hier bisher nicht so ist (und ich hoffe, das bleibt auch so!)


    Das ist auch das, was ich Ozzy hoch anrechne. Er ist grundehrlich, was sich selber betrifft und er scheint auch nichts beschönigen zu wollen. Das ist auch einer der Hauptgründe, warum ich das Buch immer noch weiter lese. Ich muss zugeben, dass ich recht oft den Kopf schüttele - er lebt doch in einer ganz anderen Welt - was sage ich - in einem ganz anderen Universum als ich. Aber das ist ja auch gerade das, was fasziniert. :grin

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    Original von Ayasha


    Bei dieser Szene war ich ganz kurz davor, das Buch abzubrechen - das ging über meine Schmerzensgrenze hinaus. :-(
    ...


    Ehrlich gesagt finde ich das, was er seiner Frau und seinen Kindern antut, viel schlimmer. Dass sie ständig Angst vor ihm hatten, ist kaum auszudenken. Da fallen so ein paar Hühner auch nicht mehr ins Gewicht. ;-)

    Die eigentliche Geschichte aber bleibt unerzählt, denn ihre wahre Sprache könnte nur die Sprachlosigkeit sein. Natascha Wodin

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    Original von Batcat
    Ayasha,


    bei Dir wundere ich mich eh irgendwie, wie Du an Ozzy geraten bist. :grin Du bist doch sonst nicht so ein schlimmer Finger... :rofl


    StilleSchweizer Wasser sind tief. :lache:kiss

    Die eigentliche Geschichte aber bleibt unerzählt, denn ihre wahre Sprache könnte nur die Sprachlosigkeit sein. Natascha Wodin

  • Das, was er allgemein mit den Tieren gemacht hat, ist heftig, aber es passt ins Bild, so zugedröhnt, wie er war. Ich denke, da sind dann auch mal ein paar Erinnerungen im Nachhinein etwas zu stark ausgeschmückt worden, denn manches kann ich einfach so nicht glauben (zum Beispiel das mit dem Vikar).


    Wie er mit Thelma und den Kindern umgeht, zeigt ziemliche Unreife. Irgendwie war er noch ein großer dummer Junge, der nur an sich selbst, seine Musik und seinen Drogenkonsum dachte...


    Er ist ein gutmütiger Kerl und das gefällt mir und auch im Nachinein wäscht er keine schmutzige Wäsche. Dennoch weiß ich nicht, ob er die Entschuldigungen, die er ausbringt, ernst meint. Möglicherweise ist er aber auch durch seinen Entzug bei den AA gelandet und dann sind sie ernst gemeint, denn Entschuldigungen bei allen, die unter der Sucht mitgelitten haben, gehören dort zum Genesungsprozess dazu...Mal sehen ob im nächsten Abschnitt etwas kommt.


    Schön finde ich es, wie er Sharon beschreibt. Dass die beiden sich gefunden haben, ist toll, denn sie passen wirklich gut zusammen und egal, wie temperamentvoll ihre Ausbrüche sein mögen, sie verstehen den anderen.


    Ich amüsiere mich über seine Art zu sprechen - auch wenn hier der Übersetzer viele Dinge geglättet hat, aber genauso war es in den 70ern und 80ern in der Szene üblich. :-)

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    Original von Eskalina
    ...denn manches kann ich einfach so nicht glauben (zum Beispiel das mit dem Vikar).


    Ich schon... :grin
    Da es jetzt schon soooo lange her ist, plaudere ich aus meiner Jugend: wir haben unseren Jugendleiter auch mal mit Haschkeksen :keks gefüttert. Der hat es auch nicht gemerkt (obwohl ich auch davon ausgehe, daß unsere Kekse viiiiiel harmloser waren als Ozzys Kuchen). Und ich nehme an, dem Vikar kam das Weihraucharoma vertraut vor. :lache


    Zitat

    Original von Eskalina
    Schön finde ich es, wie er Sharon beschreibt. Dass die beiden sich gefunden haben, ist toll, denn sie passen wirklich gut zusammen und egal, wie temperamentvoll ihre Ausbrüche sein mögen, sie verstehen den anderen.


    Ich glaube, die beiden sind tatsächlich echte Seelenverwandte. Und das hält auch dann, wenn die Liebe - vorübergehend oder auch mal längere Zeit - nachläßt. Ich beneide die beiden nicht um ihr Leben, ihr Geld oder ihre Berühmtheit - aber um ihre Beziehung zueinander schon, irgendwie.

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    Original von Regenfisch


    Ehrlich gesagt finde ich das, was er seiner Frau und seinen Kindern antut, viel schlimmer. Dass sie ständig Angst vor ihm hatten, ist kaum auszudenken. Da fallen so ein paar Hühner auch nicht mehr ins Gewicht. ;-)


    Jetzt weiss ich, was ich vorhin vergessen hatte... ich wollte mich doch hierzu auch nochmals kurz melden. ;-)


    Selbstverständlich verunglimpfe ich nicht, was er seiner Frau und den Kindern antut. Ich bin nur, was Tiere betrifft, sehr "empfindlich" und für mich waren die Hühnerszenen dann so etwas wie der letzte Tropfen. Na, ja, es war dann doch erst der vorletzte. :grin

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    Original von Eskalina
    Wie er mit Thelma und den Kindern umgeht, zeigt ziemliche Unreife. Irgendwie war er noch ein großer dummer Junge, der nur an sich selbst, seine Musik und seinen Drogenkonsum dachte...


    Das denke ich auch. Denn einen bösen Charakter hat(te) er ja nicht. zumindest kam das bei mir so rüber.

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    Original von Regenfisch
    So wirkt er auf mich wie ein großer Junge, total naiv, der seinem eigenem Leben zuguckt und es gar nicht fassen kann, was er erlebt.


    Ja, genau dieses Gefühl habe ich bei der Lektüre auch die ganze Zeit.


    Das Verhältnis zu seinen Eltern hat mich auch ein wenig traurig gestimmt. Er hätte es sicher gerne gehabt, wenn die beiden wirklich stolz auf ihn gewesen wären. Aber andererseits war es eine andere Zeit; die Eltern haben hart gearbeitet und viel Geld hat er ihnen ja wohl nicht abgegeben, so wie es durchklingt und sicher könnten sie mit der Richtung von Black Sabbath nun so gar nichts anfangen.


    Die Drogengeschichten überraschen nicht wirklich. Und damals gehörte das im Musikbusiness tatsächlich einfach mit dazu. Da waren solche Leute wie die von YES mit ihrem geerdeten Studio ( :rofl ) die Außenseiter. Dass es im Drogenrausch dann dazu kam, dass man komplett durchknallte, das kann ich gut nachvollziehen. Allerdings hat Ozzy ja schon in frühester Jugend recht merkwürdige Verhaltensweisen an Tag gelegt (seine Arbeit im Schlachthaus spricht ja auch Bände) und die Hühnergeschichte scheint ein Auswuchs dessen in Kombination mit dem Drogen- und Alkoholkonsum zu sein. Bei der Reaktion der Nachbarin dachte ich allerdings nicht: "Oh, die hat offenbar schon viel mit ihm mitgemacht, dass sie so cool reagiert.", sondern das fand ich eher typisch britisch. :lache


    Überhaupt habe ich immer wieder Stellen im Buch, an denen ich lauthals lachen muss. Die Streiche, die sich die Bandmitglieder spielen, sind der Hit! Hauptsache, die harten Jungs haben die Buxen voll. :rofl

    With freedom, books, flowers and the moon, who could not be happy? - Oscar Wilde


    :lesend Rock My World - Christine Thomas

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    Original von Blackie
    Was seine erste Frau Thelma angeht, stimme ich Regenfisch und Andromeda nicht so ganz zu - ich hatte den Eindruck, er wüßte ganz genau, was seine Frau mit ihm mitmachen musste und dass es wirklich besser für sie gewesen wäre, sie hätten diese Ehe sein lassen. Ich denke, dass dies eine recht ehrliche Einschätzung ist und dass er ihr das Gemurkse mit ihm wirklich gern erspart hätte. Aber vielleicht kommt das wirklich nur bei mir so an?


    Nein, bei mir kam das genau so an. Ich meine, er schreibt das auch in diesem oder im ersten Abschnitt, dass Thelma von ihm mies behandelt wurde, und dass es ihm heute sehr leid tut.
    Daher denke ich auch, dass er aus Rücksicht gar nicht soviel über sie erzählt - und vielkeicht auch, weil es gar nicht soviel zu erzählen gibt. Die meiste Zeit war Thelma offenbar alleinerziehend, während Ozzy durch die Weltgeschichte gondelte. Die beiden haben vermutlich nicht besonders viel Zeit miteinander verbracht; wenn Ozzy zu Hause war, hat sie ihr Alltagsleben weitergelebt, während er auf Drogenwolken schwebte. Was soll er da auch großartig erzählen?


    Bei den ganzen wilden Geschichten kommt ja immer so ein abgeklärtes "heute tut mir das alles sehr leid" hinterher. Ich frage mich manches Mal, ob das tatsächlich bei jeder Eskapade so ist, oder ob da der "American Way of Political Correctness" durchschlägt?


    Die Hühner- und Katzenabknallerei ist ziemlich schräg, vermutlich können wir alle froh sein, dass er im Drogenrausch nicht den Postboten mit nem Huhn verwechselt hat. Mir war klar, dass Ozzy über Jahre reichlich viel eingeschmissen hat, aber das es so extrem war, habe ich mir nie bewusst gemacht.
    Obwohl mir die Tiermisshandlungen sauer aufstoßen, muss ich gestehen, dass mir sein Humor gefällt. Bei der Szene mit den Satanisten, die da ihr Ritual durchführen, und Ozzy marschiert hin, pustet die Kerzen aus und singt Happy Birthday, hab ich mich weggeschmissen. Herrlich!

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    Original von Tilia Salix
    Nein, bei mir kam das genau so an. Ich meine, er schreibt das auch in diesem oder im ersten Abschnitt, dass Thelma von ihm mies behandelt wurde, und dass es ihm heute sehr leid tut.


    Bei mir hat er dabei das Gefühl hinterlassen, daß es ihm schon leid tun mag - aber doch nicht genügend, um sein Verhalten wirklich zu ändern. Mag sein, daß das heute wirklich anders ist. Zumindest scheint er sich in den letzten Jahren dann doch um ein gutes Verhältnis zu seinen Kindern bemüht zu haben.