'Welt in Flammen' - Seiten 587 - 708

  • Wer Spaß am Interpretieren hat, kommt in diesem Abschnitt voll auf seine Kosten. Der Zug brennt und rast gen Osten. Auch der Krieg war irgendwann unkontrollierbar geworden und bewegte sich in dieselbe Richtung.

  • Endlich beginnen sich einige der Geheimnisse zu lüften. Die Situation um Eva, Ingolf und Fitz-Edwards klärt sich.


    Je mehr nach den Steinen gesucht wird, je mehr beschleicht mich der Verdacht, daß die gar nicht mehr existieren - jedenfalls nicht im Besitz des Großfürsten.


    Die Sorgen des Directeur möchte wohl so mancher inzwischen auch haben: Ganze vier Minuten Verspätung. (S. 621) Andererseits ist das inzwischen tatsächlich eine Leistung, die man erst mal nachmachen können muß.


    Während Fitz-Edwards und Eva noch immer am Code knacken, kommt Ingolf mit Unterbrechung langsam zu sich. Etwas verwundert hat mich, daß er so schnell und fast schon cool (auch wenn das Wort so gar nicht in die Zeit paßt) auf die Eröffnung, wer der Brite ist, reagiert hat. Und auch, daß man seine Identität entdeckt hat, scheint ihn nicht groß zu stören. Als die Mitteilung zu entziffern ist - eine Warnung an Ingolf. Aber zu spät.


    Und endlich geht mal ein Sprengsatz im richtigen Moment in die Luft. Mir tun nur die Franzosen leid, die mit in den Tod gerissen werden. Jetzt (und im Folgenden) hat mich doch etwas verwundert, daß weder Lok noch Wagen entgleist sind, sondern der Zug seine Fahrt fortsetzen kann, wenngleich auch schwer beschädigt (gut, sonst wäre es mit der Geschichte schwierig geworden, aber trotzdem).


    Paul will auf die Lok, um den Zug zum Stehen zu bringen (was vor dem Erreichen der Türkei eigentlich eher ungeschickt ist, aber das kann man im Zug nicht unbedingt wissen). Daß er Vera dann einfach so liegen läßt, hat mich zunächst zwar etwas erstaunt, aber genau genommen paßt es. Er schafft es nicht, Ingolf hat den gleichen Gedanken. Alle Achtung, wie der Schulz aus der Gefahrenzone bringt bzw. schickt. Hoffentlich kann der für die Passagiere dann den sicheren Platz hinten im Zug frei machen.


    Immer wieder irritierend die Geschehnisse um die Romanows. Katharina und Boris, ein dauerndes Hin und Her. Als sie sich entschließt, begeht Boris den Fehler, Elena als Geisel zu nehmen. Typisch Fanatiker. Katharina schießt auf Boris, aber ob, und wenn ja wie sehr sie ihn getroffen hat, erfahren wir noch nicht. Und wie es mit denen nun weitergeht auch nicht.


    Inzwischen starten Carol und Betty die Rettungsaktion. Bisher warn die „Schluchten des Balkan“ nur ein Buchtitel eines Buches, das ich nicht gelesen habe. Jetzt brauche ich das nicht mehr lesen, was dort passiert wurde hier ja recht eindrucksvoll geschildert! :grin


    Wenn, ja wenn der Ausgang nicht wäre. Bela! :yikes Damit habe ich nun überhaupt nicht gerechnet. Und Betty! Damit noch weniger :cry :cry :cry


    Und mit Vollgas brettert der Zug in die Türkei. Wofür der Mann auf dem Stellwerk vermutlich mit seinem Leben bezahlen wird.

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

  • Es ist die Hölle los und da spricht dann jemand von 4. Minuten Verspätung des Zuges und das bei diesen ganzen Vorkommnissen :yikes


    Tja Boris und Katharina. Er erklärt ihr, daß er wegen der Steine diese Reise macht, Alexej eingeweiht ist und daß sie und Elena mit ihm kommen sollen. Xenia könne eigene Entscheidung treffen. Aber dann sein großer Fehler, Elena als Geisel zu nehmen. Man weiß es zwar noch nicht, aber ich glaube, das ist sein Ende.


    Die Dechiffrierung ergibt "Zug sofort verlassen"


    Die Bemerkung "metallblitzende Ruine" für den Zug fand ich ausgesprochen zutreffend. Genauso habe ich ihn mir nämlich vorgestellt.

  • Ich muss mal am Ende überlegen, wir mir diese Entführungsgeschichte samt Carols Rede und dem ganzen Drumherum gefallen hat. Im Moment empfinde ich sie als zuviel des Guten. Die Dramen im Zug hätten mir vollauf gelangt.


    Frage an den Autor: An einigen Stellen steht Diner mit einem "n", an anderen Dinner. Ist das ein Versehen? Ist das Absicht, weil es mal frazösisch, mal englisch ausgesprochen werden soll?


    Ich musste schmunzeln, als Basil seinen Irrtum erkennt, dass Eva nicht Helmbrecht ist. Dabei hätte es gut sein können, so wie er Eva wahrgenommen hat :-)


    Wie immer es ausgeht zwischen Katharina und Boris, ob sie ihn erschießt oder nicht, nie wäre aus den beiden ein Paar geworden. Zu groß die Unterschiede. Hier auf engem Raum ist alles irgendwie romantisch verklärt, aber im wahren Leben hätte ihre Beziehung keine Chance.


    Paul hat Vera vermutlich auch deshalb einfach liegen lassen, weil er erkannt hat, dass sie eh nicht mehr lange leben wird. Ihr Bruskrob scheint eingedrückt zu sein und sie hat innere Blutungen. Da war nichts mehr zu machen.


    Nicht mal dieser Béla ist das, was er scheint. Ein verblendeter Idiot. Und nun fürchte ich um Betty ... ;-(


  • Eva hatte sich ja auch fast wie eine Agentin benommen.


    Sonst geht es in diesem Teil dramatisch zu.


    Paul ist endlich wieder normal und versucht zu helfen.


    Jetzt mache ich mir sorgen, wie das Ende aussieht.

  • Zitat

    Original von JaneDoe
    Frage an den Autor: An einigen Stellen steht Diner mit einem "n", an anderen Dinner. Ist das ein Versehen? Ist das Absicht, weil es mal frazösisch, mal englisch ausgesprochen werden soll?


    Wenn ich keinen Fehler gemacht habe, sollte Diner mit einem n geschrieben sein, ausgenommen aus der Perspektive der Amerikaner (Paul und Betty) bzw. wenn Paul, Vera oder Betty sprechen. - Wenn die Amerikaner "Diner" sagten, würde ja ein Imbiss draus. :)

    "Ich bin nicht der Meinung, dass jemand, der eine andere Meinung hat als ich, nur deswegen kritisiert werden muss. Er muss dann kritisiert werden, wenn er etwas vertritt, was nicht echt ist." (Helmut Schmidt)

  • Irgendwie bin ich mit der Wagenreihung durcheinander gekommen. Ein Wagenstandsanzeiger (eigentlich ja deren zwei) wäre hilfreich gewesen. :rolleyes


    Liege ich damit richtig: Lok - wagon de l'Armistice - Gepäckwagen - LX - Speisewagen - hinterer Schlafwagen - Gepäckwagen - Salonwagen 3. Reich?

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

  • Fast :-)


    Lok - wagon de l'Armistice - Gepäckwagen - LX - Speisewagen - hinterer Schlafwagen - Gepäckwagen - Kurswagen aus Berlin via Breslau, Oderberg und Budapest - Salonwagen 3. Reich - Gebpäckwagen


    Der Kurswagen ist jener Wagen, der auch tatsächlich regulär in Belgrad eingekoppelt wurde.

    "Ich bin nicht der Meinung, dass jemand, der eine andere Meinung hat als ich, nur deswegen kritisiert werden muss. Er muss dann kritisiert werden, wenn er etwas vertritt, was nicht echt ist." (Helmut Schmidt)

  • Ein Gebäckwagen hätte was. So als Lebkuchenhexenhäuschen. Man stelle sich nur vor, wie alle einträchtig schmausend beisammen... Aber okay, zugegebenermaßen wäre das nicht besonders spannend.
    Übrigens habe ich noch einmal über meinen Wahrheitsanspruch, nachgedacht, was Romane, Historische Romane und so angeht...
    Also, ich möchte schon, wenn "Historischer Roman" draufsteht, dass das, was drinnen steht, nicht dem entgegensteht, was bei der Recherche herausgekommen ist. Ausnahme: Der Autor erklärt im Vor- oder Nachwort, was er warum wie geändert hat. Die Ansage, dass ich nur in einem Sachbuch Authentizität erwarten dürfte, ist für mich nicht zutreffend. Aber dieses Buch hier soll ja bewusst kein "Historischer Roman" sein. Aber eigentlich ist es doch irgendwie einer. Und der Autor teilt uns ja auch weitestgehend mit, was er fiktiv sozusagen eingeschmuggelt hat, wie zB Carpathien. Ich würde dafür den Begriff "History Fiction" passend finden.
    EDIT meint, dass ich eigentlich solche Englischadaptionen nicht mag, aber schlimmer als "Chicklit" (auch erst hier im Forum kennen gelernt) finde ich es auch nicht.

    “Lieblose Kritik ist ein Schwert, das scheinbar den anderen, in Wirklichkeit aber den eigenen Herrn verstümmelt.”Christian Morgenstern (1871 – 1914)

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  • Zitat

    Original von JaneDoe
    Ich musste schmunzeln, als Basil seinen Irrtum erkennt, dass Eva nicht Helmbrecht ist. Dabei hätte es gut sein können, so wie er Eva wahrgenommen hat :-)


    Wie immer es ausgeht zwischen Katharina und Boris, ob sie ihn erschießt oder nicht, nie wäre aus den beiden ein Paar geworden. Zu groß die Unterschiede. Hier auf engem Raum ist alles irgendwie romantisch verklärt, aber im wahren Leben hätte ihre Beziehung keine Chance.


    Nicht mal dieser Béla ist das, was er scheint. Ein verblendeter Idiot. Und nun fürchte ich um Betty ... ;-(


    :write



    Als Eva in nach dem Zug rannte, war ja schon klar, dass sie keine Agentin ist, aber im Laufe der Geschichte hätte ich es ihr abgenommen.
    Wie ich im ersten Abschnitt schrieb, hat sie wirklich mehr drauf, als nur Carols Liebchen gewesen zu sein.
    Irgendwie erinnert sie mich an eine taffe Version der Monroe (man weiß ja nicht, wie sie im wahren Leben war, aber irgendwie habe ich dieses Bild vor Augen).


    Was mir an diesem Teil gefällt, ist die Action. In Filmen ist es ja auch oft so, dass Züge schwer beschädigt weiterfahren und es sie nicht von den Gleisen hebt.
    Im Gegenteil, die Fahrt geht rasant weiter.

  • Der Brennende Zug erinnert mich an irgendeinen James Bond Film, dessen Titel ich vergessen habe. Eva entwickelt sich in eine interessante Richtung, den Briten habe die ganze Zeit auf dem Plan gehabt. Meine Überraschung über seine Rolle hält sich Grenzen.


    Katharina und Boris- das konnte nicht gutgehen. Betty ist auf Rettungsmission, während Paul sein Leben riskiert. Warum die Steine der Romanows eigentlich so furchtbar wichtig sind habe ich nicht so ganz kapiert.

  • @ Cyriacos


    Danke. :-)
    Den Kurswagen aus Berlin hatte ich vergessen. Ich wußte inzwischen zwar, daß der in Belgrad an den echten Orient Expreß angehängt wurde, aber hier hatte ich den nicht auf dem Schirm, wie auch nicht den Gepäckwagen am Ende.


    Vermutlich mußt Du "Kurswagen" nur den jüngeren Eulen erklären. Ich bin - lange ists her - noch in einem Kurswagen gereist. Wenn auch nur mit einem normalen D-Zug. (D-Zug waren die Züge, für die man bis 50 km Entfernung Zuschlag bezahlen mußte, die nicht an jedem Bahnhof hielten und meist lange Zugläufe hatten. Und - im Gegensatz zum ICE - genügend Platz für Koffer und lange Beine. Kurz: Züge zum reisen, nicht zum rasen. Ich denke, man merkt, daß ich mit der modernen Bahn nicht allzuviel anfangen kann.)



    @ maikaefer
    Interessanter Gedanke zum "historischen Roman". Vielleicht taucht das Thema im letzten Abschnitt nochmals auf, wenn auch auf das Nachwort eingegangen werden darf.

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

  • Bei den Szenen von Raoul und Xenias Rettung war ich stark an Karl May erinnert :-) Was ich durchaus als positiv empfinde...


    Jetzt wird es ja wirklich dramatisch, nachdem der Sprengsatz explodiert ist.
    Die Frage ist nur, wusste der Franzose, was sich hinter der Verblendung verbirgt? Kann ja eigentlich nicht sein, er hat ja schon vorher immer dagegen getreten. Und gut, dass bei der Belagerung da keine Kugel reingegangen ist, das wäre ja gigantisch schief gegangen.....


    Nachdem ich schon am Ende des Buches bin, mehr im nächsten Abschnitt.

  • Zitat

    Original von Richie
    Es ist die Hölle los und da spricht dann jemand von 4. Minuten Verspätung des Zuges und das bei diesen ganzen Vorkommnissen :yikes


    Das macht schon einmal deutlich, dass nicht die deutsche Bahn da ihre Finger im Spiel hatte.


    Der Zug nimmt Fahrt auf, auch das Erzähltempo ist zügig und ich bin gefangen im lesen, möchte im gleichen Tempo weiterlesen, doch auch mich hat der eine oder andere planmäßige Halt auf der Arbeitsstelle vom Lesen abgehalten.


    Endlich begannen sich in diesem Teil die einzelnen Fäden ein wenig zu verbinden. Manches hab e ich geant, anderes hat mich überrascht. Ein tolles Buch. :anbet

  • Zitat

    Original von Karthause
    Das macht schon einmal deutlich, dass nicht die deutsche Bahn da ihre Finger im Spiel hatte.


    :grin Was glaubst Du, weshalb ich weiter oben
    "Andererseits ist das inzwischen tatsächlich eine Leistung, die man erst mal nachmachen können muß."
    geschrieben habe. Die Deutsche Bahn könnte das nicht (mehr). :grin

    Unter den Büchern finden wir wieder, was uns in der Fremde entschwand, Frieden im Innern und Frieden mit unserer Umgebung.
    (Gustav Freytag, 1816 - 1895, aus "Die verlorene Handschrift")

  • Endlich weiß Eva nun, wo sie mit Helmbrecht dran ist, das hin und her hat ein Ende :-]. Und Fitz ist britischer Agent, das passt.


    Inzwischen befindet sich der Zug ebenso in Auflösung wie das Leben der Insassen, wie der ganze Kontinent... Das Sinnbildliche in der Geschichte wird mir immer deutlicher.


    Betty entpuppt sich als echter "Allrounder", auch stundenlang im Sattel sitzen meister sie.
    Wie Raoul und Xenia an diese Felssäule gefesselt wurden, ließ mich sofort an einen Marterpfahl denken - genau wie Betty S. 628 ...."lediglich die johlenden Apachen fehlten" :grin


    Carols Ohnmachtsanfälle könnte man schon fast als running gag bezeichnen, oder :lache?


    Was für eine Inszenierung, die Rettung von Xenia und Raoul :wow! Betty gibt nicht nur die Schauspielerin, sondern zeichnet auch noch für Drehbuch und Regie. Und sie gibt ihr Leben für Carol :yikes!?

  • Zitat

    Original von Lumos
    SiCollier und Cyriacos, ihr macht mich fertig mit eurer Wagenreihung :lache.


    Ich bin hinreichend damit beschäftigt, den turbulenten Ereignissen einigermaßen folgen zu können, die Wagenreihung ist da vollkommen außen vor :grin.


    *Flüstermodus an* mir ist das auch ziemlich wurscht, wie die hintereinander hängen. Hauptsache, sie fahren alle in die gleiche Richtung :grin *Flüstermodus aus*