Das Blut der Rebellin - Sabrina Qunaj

  • Taschenbuch: 704 Seiten
    Verlag: Goldmann Verlag (16. März 2015)
    ISBN-13: 978-3442479894
    Preis Taschenbuch: Euro 9.99
    Preis Gebundene Ausgabe: Euro 8.99


    Autorin


    Sabrina Qunaj wurde im November 1986 geboren und wuchs in einer Kleinstadt der Steiermark auf. Nach der Matura an der Handelsakademie arbeitete sie als Studentenbetreuerin in einem internationalen College für Tourismus, ehe sie eine Familie gründete und das Schreiben zum Beruf machte. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in der Steiermark.


    Kurzbeschreibung / Klappentext


    Wales im 12. Jahrhundert: Während in England ein Bürgerkrieg tobt, rebellieren die Waliser unermüdlich gegen die neuen Machthaber. Um die Position der Normannen zu stärken, soll die junge Isabel, Tochter des mächtigen Geraldine-Geschlechts, den grausamen Sheriff von Pembroke heiraten. Doch am Vorabend der Hochzeit greifen die Rebellen an. Isabel kann fliehen und wird bald selbst zur Freiheitskämpferin. Der Sheriff hat seine Braut allerdings nicht vergessen und beauftragt den walisischen Prinzen Ralph le Walleys, sie zurückzuholen. Als die beiden sich ineinander verlieben, stehen sie plötzlich im Zentrum eines Krieges, in dem sie sich für eine Seite entscheiden müssen.


    Meine Meinung


    Die Schriftstellerin Sabrina Qunaj ist für mich ein kleines Mysterium im für Außenstehende nicht immer einfach zu verstehenden Literaturbetrieb. Als nahezu unbekannte Autorin gewährt ihr der bekannte Goldmann Verlag bei ihrem ersten Historischen Roman unüblich viel Platz von 700 Buchseiten um die Geschichte der Fürstentochter Nesta ferch Rhys zu erzählen. Eine bemerkenswerte Wertschätzung seitens des Verlags. Wenn man den Handlungsort Wales und die frühe Zeit kurz nach der ersten Jahrtausendwende, die beide im Buchgeschäft eher ein Mauerblümchen Dasein fristen und alles andere als grosse Verkaufszahlen garantieren, mit einbezieht wird das Staunen umso grösser. Wenn etablierten Bestseller Autoren/-innen wie etwa Rebecca Gablé diese stattliche Anzahl Buchseiten gewährt wird kann ich das nachvollziehen aber beim Debüt eine Nachwuchsautorin dünkt mich das sehr ungewöhnlich und lässt aufhorchen.


    Nun gut, den ersten Roman "Die Tochter des letzten Königs" hab ich gelesen und war vom unbekümmerten fast enthusiastisch anmutenden Schreibstil und der inhaltlichen Fülle der exzellent erzählten historischen Geschichten mit den verästelten Handlungssträngen begeistert und kann vollumfänglich verstehen das ihr der Verlag dermassen viele Freiheiten gewährt hat. Sabrina Quanaj scheint die Vorschusslorbeeren zur Zufriedenheit aller eingelöst zu haben. Nun also der Nachfolgeroman der in Sachen Umfang und Qualität dem Erstling in Nichts nachsteht und der Erwartungshaltung der Leser/-innen gerecht wird.


    Viele Jahre sind ins Land gezogen und Nesta ist Grossmutter geworden. Ihre Enkelin Isabel de Carew wird zum Dreh- und Angelpunkt dieser Geschichte rund um die Ränkespiele um Macht und Einfluss auf der flächenmässig relativ kleinen Halbinsel Wales. Der Freiheitskampf der rebellischen Waliser steht in permanenten Konfrontation zum Eroberungsgeist der Normannen. Das sich die walisischen Fürstentümer oft untereinander nicht grün waren oder sogar zerstritten vereinfacht die Vorhaben der Normannen. Die temperamentvolle Isabel steht nicht nur zwischen den verfeindeten Fronten sondern wird immer mehr zur Gefangenen ihrer Gefühle. Loyalität und Pflichtbewusstsein stehen im latenten Konflikt zu ihren natürlichen patriotischen Empfindungen und ihrer Seelenlage. Die Herkunft vom Blut das in den Adern fliest lässt sich nun mal nicht verleugnen ...


    Hätte man das dicke Buch um rund hundert Seiten kürzen können? Jawohl, hätte man ohne weiteres tun können. Hätte man es gar tun sollen? Nein! Auf keinen Fall! Ich komme wieder auf den geschmeidigen Erzählstil zurück der sich ums des Lesers Gemüt schmiegt. Aus meiner Sicht die absolut richtige Entscheidung des Lektorats auch in diesem Werk der Autorin genügend Freiheiten und Platz zu gewähren damit sie die Szenen und somit die Geschichten ganz nach ihrem Gusto auserzählen kann. Wer einmal in den Lesefluss gekommen ist und alle Stromschnellen und Klippen umgeht findet einen tollen Historischen Schmöker vor. Den Kopf aber stets bei der Sache haben und die Konzentration hoch halten damit man den Überblick über die Personen mit den ungewohnten Namen und die verwandtschaftlichen Grade oder die Beziehung zueinander nicht aus dem Kurzzeitgedächtnis verliert. Das Personenregister und die Doppelseite mit dem Stammbaum ganz vorne im Buch sind hilfreich.


    Wer gut erzählte historische Geschichten mag, für Heldenmut, Abenteuer und Liebe brennt der wird in diesem Buch finden was das Leserherz begehrt. Die Begeisterung der Autorin Sabrina Qunaj für alte Geschichten und die Waliser springt mit diesem Werk auf die Leserschaft über. Garantiert! Wertung: 9 Eulenpunkte

  • Ist wahrscheinlich besser auch erst den Vorgängerband zu lesen oder??? Man ich komm zu nix mehr :rolleyes


    ähm, danke für die Vorstellung des Buches sapperlot :-)

    [SIZE=7]"Leute die Bücher lesen, sind einfach unberechenbar." Spruch aus "Wilsberg " [/SIZE]

  • Meine Meinung zum Buch:


    Titel: Geschichten sind die Nahrung für unseren Geist...


    Im letzten Jahr habe ich Sabrina Qunaj durch den historischen Roman "Die Tochter des letzten Königs" für mich entdeckt, welches der Vorgängerband zu dem vorliegenden Buch "Das Blut der Rebellin" ist. Die Romane sind allerdings in sich abgeschlossen und können auch getrennt voneinander gelesen werden, aber man würde ganz klar etwas verpassen, wenn man sich den Vorgänger entgehen ließe.


    Dieses Mal begleiten wir die junge Isabel in Wales um 1146. Sie gehört dem angesehenen und mächtigen Geschlecht der Geraldines an und soll eine Zweckehe eingehen. Leider handelt es sich bei dem Bräutigam um den brutalen Sheriff von Pembroke. Bedrückt macht sich Isabel auf dem Weg in ihr Schicksal, doch der Zufall ist ihr hold und alles kommt anders als gedacht...


    Die Handlung wird uns über einen Erzähler näher gebracht, der über alle handelnden Personen Bescheid weiß, so erfahren wir detailliert etwas zu den einzelnen Akteuren.


    Bei Isabel, die mir bereits auf den ersten Seiten ans Herz wuchs, handelt es sich um die Enkelin von Nesta, die im ersten Buch die Hauptrolle spielte. Isabel ist trotz ihres zarten Alters eine Frau, die weiß was sie will und die ihren Weg geht. Solch starke Frauencharaktere faszinieren mich immer sehr und ziehen mich magisch in ihren Bann.


    Das Schicksal von Isabel ist hier sehr gefühlvoll beschrieben, man fühlt und leidet mit ihr und hofft, dass sie dem Scheusal von Sheriff entkommen kann.


    Aber nicht nur die Hauptakteurin weiß zu faszinieren, gibt es doch auch genug Nebendarsteller, von denen man gerne liest. Mir sind da besonders Ralph le Walleys und Eira, die Geliebte von Maredudd, im Gedächtnis geblieben. Und ein Wiedersehen mit Nesta und ihren Söhnen gibt es auch.


    Und ganz nebenbei erfährt man mal wieder sehr viel Wissenswertes über die Waliser und ihre Geschichte.


    Frau Qunaj schafft es Charaktere zu zeichnen, mit denen man sich identifizieren kann und ihr Schreibstil ist so fesselnd, dass man die Zeit um sich herum völlig vergisst. Wenn man eines ihrer Bücher liest, dann braucht man keine Angst vor vielen Seiten haben, denn bei ihr können es nie genug sein.


    Fazit: Ein unheimlich spannender historischer Roman, den ich sehr gern weiterempfehle. In meinen Augen nicht nur etwas für Histofans.


    Bewertung: 10/ 10 Eulenpunkten

  • Ich habe im Vorjahr den ersten Band gelesen, da ich mich schon immer für die Britischen Inseln interessiere, außerdem über Wales gibt es im Vergleich zu England, Schottland oder Irland wesentlich weniger historische Unterhaltungsromane. :-(


    Außerdem freut es mich sehr, auch einmal von einer Österreichischen Autorin zu lesen, toll dass sich eine Autorin aus der Steiermark so ein interessantes Thema gewählt hat :anbet :anbet :kiss


    Ganz ehrlich muss ich aber auch sagen, dass es die Autorin leider nicht schafft, mich komplett zu fesseln, mir fehlt in den Romanen Spannung, aber auch Tiefe, trotz dem vielen Leid in diesem Land, kann mich die Erzählung nicht so berühren, wie es vom Thema her sein sollte. :gruebel


    Die Heldinnen bei dieser Autorin sind zumindest anfänglich immer sehr jung, natürlich auch relativ gut aussehend, schon dieses Schema mag ich nicht besonders. :-(
    Wie können dann diese jungen Frauen derart großartiges leisten?
    Wie aufeinmal kämpfen und töten? :gruebel


    Auch ist mir bei diesem zweiten Band die Verliebtheit und die damit verbundenen Übelegungen ein wenig zuviel, es soll ja auch kein historischer Liebesroman werden, sondern vor allem über eine Zeit in Wales berichten, wo man nicht nur gegen die Nachbarn, sondern auch den großen Feind - die Normannen - gekämpft hat, ein Kampf um den Fortbestand des alten Britannien. :schlaeger


    Fazit: schon vom Thema her ist der Roman lesenswert, leider gibt es einige Längen - vor allem zum Thema Liebe - aber auch wieder viele interessante Details zum heutigen Wales - die damaligen Regenten und fast als Nebenschauplatz die Kämpfe mit den Normannen.
    Für mich ist es kein absolutes Top Buch, auch kein Buch welches ich nochmals lesen werde, aber vom Thema her ist es doch ein guter historischer Roman.
    Bitte gerne mehr davon, aber mit weniger tollen schönen Heldinnen und Liebesgefasel :fetch


    LG Hedwig :lesend :write

  • Das Buch ist das zweite, das ich von Sabrina Qunaj gelesen habe. Den Vorgänger habe ich noch mit 9 Punkten bewertet, das hier ist aber eine grandiose 10 und ich habe absolut nichts auszusetzen.


    Am schönsten ist einfach der Schreibstil der Autorin. Schon allein die Art des Schreibens entscheidet bei mir schon auf den ersten Seiten, ob ein Buch gut wird oder nicht, und da muss man hier wirklich keine Sorge haben. Das Buch liest sich sehr flüssig, man kann gar nicht schnell genug umblättern und es hätten meiner Meinung nach auch ruhig noch 100 Seiten mehr sein dürfen.


    Die Charaktere sind authentisch und besonders einige der Nebencharaktere schließt man sehr schnell ins Herz. Isabel mochte ich im Verlauf des Buchs noch lieber als ihre Großmutter Nesta in Band 1, weil ich mich besser mit ihr identifizieren konnte. Sie hat auch mal falsche Entscheidungen getroffen, hat Schuld gefühlt und gleichzeitig immer versucht, ihren Standpunkt zu vertreten. Realistisch ist auch, dass sie sich oft mit moralischen Fragen auseinandergesetzt hat, weil ihre Handlungen eben nicht immer nur als gut zu bezeichnen waren.


    Ich wurde auf über 800 Seiten bestens unterhalten und habe mich in Wales heimisch gefühlt. Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen im dritten Teil und kann das Buch jedem wärmstens ans Herz legen, der Lust auf einen opulenten, farbenfrohen und spannend geschriebenen Historischen Roman hat.

  • Wie auch schon der Vorgängerband "Die Tochter des letzten Königs" schafft es Sabrina Qunaj in "Das Blut der Rebellin" den Leser direkt in das mittelalterliche Wales zu versetzen. Ein Thema, über das tatsächlich wenige Bücher zu finden sind. Viele Romane erzählen von dem Bürgerkrieg des 12. Jahrhunderst in England, genauso viele über die Regentschaft Henrys II. von England - doch hier wird endlich auch die andere Seite vorgestellt. Es ist sehr erfrischend nicht mehr nur von Engländern zu lesen, die mit den störrichen und wilden Walisern zu kämpfen haben, sondern jetzt auch von Briten, denen ihre Freiheit über alles geht und die sich gegen eine ausländische Macht mit allen Mitteln zu Wehr setzen.


    Die Liebe spielt hier auch eine große Rolle, doch ich empfand es nicht als störend oder als zu viel des Guten. Dadurch dass die Liebesgeschichte auf teilweise verschiedenen Seiten eines Krieges angesiedelt ist, passt sie sehr gut in die Handlung hinein und ergänzt diese meiner Ansicht nach hervorragend und erhöht die Spannung sogar noch.


    Positiv hervorzuheben ist, dass zahlreiche Nebencharaktere eingeführt werden, die dem Leser ebenfalls ans Herz wachsen. Es gehört einiges an Talent dazu, eigentliche Randfiguren so darzustellen, dass man auch mehr über deren Geschichten und Schicksale erfahren möchte - etwas, wovon Sabrina Qunaj wirklich etwas versteht.


    Als sehr schön empfand ich auch, dass ein Bogen zur Protagonistin des vorhergehenden Bandes, Nesta, geschlagen wurde und wir auch mehr über ihr Schicksal nach Ende des ersten Romanes erfahren. Man versteht die Handlung dieses Buches auch problemlos ohne die Kenntnis des Vorgängers, allerdings liest sich "Das Blut der Rebellin" noch schöner, wenn man ihn kennt.


    Einziger kleiner Kritikpunkt ist für mich Isabel, die Protagonistin. Insgesamt mag ich sie gern und finde vor allem ihre Entwicklung durchaus authentisch dargestellt, nur stört mich, dass sie schon sehr stereotyp dargestellt wird. Das klassische "junges Mädchen will ihre Freiheit, lernt kämpfen und sich zur Wehr setzen" bin ich persönlich in historischen Romanen inzwischen etwas leid. Allerdings handelt es sich nur meinen ganz persönlichen Geschmack, das muss jeder Leser selbst entscheiden.


    Insgesamt war "Das Blut der Rebellin" aber ein wunderbares Leseerlebnis und Sabrina Qunaj gehört für mich mittlerweile mit zu den besten Autoren historischer Romane, die ich kenne. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung und 9 von 10 Eulenpunkten.

  • Isabel, Enkeltochter der Nesta ferch Rhys , soll den grausamen Sheriff von Pembroke heiraten, eine politische Verbindung. Auf dem Weg nach Tenby lernt sie Ralph kennen, der ihr ein treuer Freund wird.
    Am Vorabend der Hochzeit kommt es zu einem Überfall auf die Burg von Tenby und Isabel fällt in die Hände der Rebellen.


    Ein Roman über Isabel , die zwischen die Seiten der Auseinandersetzungen der Waliser und Normannen gerät und wie sie sich entscheidet.
    Diese Entwicklung verfolgt man mit Spannung (wenn man den Klappentext nicht gelesen hat!), leidet und hofft mit der Protagonistin. In manchen Szenen wirkte sie zu sehr erwachsen für ihr Alter. Nebenfiguren bereichern den Roman , verteilt Sympathiepunkte oder auch nicht.
    Der Sheriff mit dem Aussehen eines „Adonis“, zeigt kaum menschliche Züge.
    Einige Szenen wurden sehr schön beschrieben, auf manche hätte man auch verzichten können.
    In diesem Roman bekommt man viele Einblicke in das soziale Leben der Waliser, die in den Augen der Normannen „Wilde“ sind, deren Unabhängigkeitskampf , die Rivalitäten der einzelnen Fürsten von Nord - und Südwales . Ihre Anführer Cadell, Maredudd und Rhys, die unterschiedlich sind, aber das Wohl ihrer Untertanen im Auge behalten, wurden realistisch und interessant beschrieben.
    Der Autorin ist es gelungen reale Geschehnisse und Personen in diese fiktive Geschichte um Isabel und ihr Umfeld einzubinden.
    Personenregister, Karte und Nachwort ergänzen den Roman.


    Ein unterhaltsamer, flüssig zu lesender Historienschmöker mit einer Mischung aus Abenteuer, Freiheitskampf und Liebe .



    8 von 10 Eulenpunkten

  • Über das Buch:
    Wales im 12. Jahrhundert: Während in England ein Bürgerkrieg tobt, rebellieren die Waliser unermüdlich gegen die neuen Machthaber. Um die Position der Normannen zu stärken, soll die junge Isabel, Tochter des mächtigen Geraldine-Geschlechts, den grausamen Sheriff von Pembroke heiraten. Doch am Vorabend der Hochzeit greifen die Rebellen an. Isabel kann fliehen und wird bald selbst zur Freiheitskämpferin. Der Sheriff hat seine Braut allerdings nicht vergessen und beauftragt den walisischen Prinzen Ralph le Walleys, sie zurückzuholen. Als die beiden sich ineinander verlieben, stehen sie plötzlich im Zentrum eines Krieges, in dem sie sich für eine Seite entscheiden müssen. (Quelle: www.randomhouse.de)


    Über die Autorin:
    Sabrina Qunaj wurde im November 1986 geboren und wuchs in einer Kleinstadt der Steiermark auf. Nach der Matura an der Handelsakademie arbeitete sie als Studentenbetreuerin in einem internationalen College für Tourismus, ehe sie eine Familie gründete und das Schreiben zum Beruf machte. Sabrina Qunaj lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in der Steiermark. (Quelle: www.randomhouse.de)


    Meine Meinung:
    Nach Nesta ist es nun Isabel, die wir begleiten dürfen und was soll ich sagen, die Enkelin steht der Großmutter in nichts nach. Eigentlich muss ich gestehen, dass mir Isabel noch besser gefällt als Nesta, für mich ist sie die fast beeindruckendere Persönlichkeit.
    Das Cover hat einen hohen Wiedererkennungswert zum ersten Teil und ist diesmal auch wieder sehr schlicht gehalten. Wie schon im ersten Band der Geraldine-Saga breitet Sabrina Qunaj Wales vor uns aus. Wenn man die Beschreibungen liest, hat man das alte, ursprüngliche Wales vor Augen, man schleicht gemeinsam mit den Rebellen durch die Wälder und geht an klaren Flussläufen vorbei.
    Die Zeichnung der Figuren hat mir wieder außerordentlich gut gefallen, Isabel ist für mich eine Protagonisten wie ich sie mir wünsche. Mit ihr würde ich gerne mal einen Kaffee trinken gehen und einfach nur quatschen, denn sie ist eine Persönlichkeit und nicht austauschbar.
    Aber auch die politische Entwicklung beschreibt Sabrina Qunaj ganz genau, der Kampf von Nordwales gegen Südwales und dann ist da ja auch der gemeinsame Feind, die Normannen, die von Wales Besitz ergreifen wollen. Damit es dem Leser einfacher fällt sich zu orientieren, bietet das Buch neben einer Landkarte, auch einen Stammbaum und ein Personenregister; ein Nachwort und ein Glossar runden den positiven Eindruck des Buches aufgrund der Formalia ab. Aber auch die Story an sich ist überzeugend. Die Autorin schildert den Weg den Isabel geht sehr eindrucksvoll, sie ist eine Figur mit der sich der Leser identifizieren kann. Sicherlich spielt hier auch eine Liebesgesichte eine Rolle, allerdings ist sie untergeordnet, denn die Freiheit und Sicherheit des Volkes steht an erster Stelle. Somit gibt es zwei Spannungsbögen, einmal den Spannungsbogen, der den Frieden zwischen den Clans thematisiert und den Spannungsbogen, ob Isabel mit dem Mann zusammen sein darf, dem ihr Herz gehört. Beide Spannungsbögen laufen zum Ende hin ihrem Höhepunkt entgegen.
    Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl der Autorin nicht folgen zu können oder Verständnisschwierigkeiten zu haben, trotz der teilweise komplizierten Konstellation von politischen Entwicklungen und Familienbanden.
    Ich kann diesen Roman nur allen Fans von historischen Romanen empfehlen, denn er bietet beste Unterhaltung vor einer grandiosen Kulisse. Man kann den Roman durchaus auch eigenständig lesen, ich empfehle aber die Reihenfolge einzuhalten, denn so hat man auch der chronologischen Handlung Rechnung getragen. Also beginnen Sie am besten mit „Die Tochter des letzten Königs“ und begleiten Nesta auf ihrem Weg, sie werden es nicht bereuen. Ich kann da nur viel Vergnügen wünschen.


    9/10 P.

  • Das Buch beginnt im Jahr 1146. Isabel ist erst 8 Jahre alt und lebt bei ihrer Großmutter Nesta und ihrem Onkel Maurice auf der Burg. Als diese überfallen wird werden die Frauen und Kinder vom Rebellen Anführer Cadell verschont, müssen aber fliehen.
    Der nächste Abschintt spielt dann 5 Jahre später. Die Zeit verbrachte Isabel in einem englischen Kloster. Sie kehrt nun zurück und soll mit dem Sheriff William Hayt, Sheriff von Pembroke, verheiratet werden. Auf dem Weg zur Verlobung malt ihre schwarzseherische Mutter ihr eine trübe Zukunft aus, aber Isabel hofft auf einen sanftmütigen und großherzigen Ehemann. Die eigentliche Hochzeit soll erst in 2 Jahren stattfinden, so lange soll sie bei Lady Hayt auf ihr Leben als Gemahlin des Sheriffs vorbereitet werden. Auf der Reise nach Tenby kommt es zu einer brutalen kämpferischen Auseinandersetzung mit Rebellen. Isabel ist über die Härte und Kälte ihres Verlobten entsetzt. Es gelingt ihr heimlich einem der walisischen Rebellen, dem Fürst Cadell, die Flucht zu ermöglichen. Ihr Onkel versucht sie zu überzeugen, dass sie doch noch eine gute Ehe finden kann.
    Es beginnt nun zunächst ihr Leben mit der zukünftigen Familie auf Tenby. Sie freundet sich dort mit Ralph, einem jungen nordwalisischen Prinzen an, der dort als eine Geisel für den Frieden leben muss.
    Der nächste zeitliche Sprung geht über 1,5 Jahre und Isabel steht 1 Monat vor ihrer Eheschließung. Das Verhältis zu ihrem Verlobten hat sich nicht verbessert aber ihr Widerstand ist ungebrochen. Wie in der Beschreibung ausgeführt, gerät sie dann bei einem Angriff unter die Rebellen und verbleibt da aufgrund der Umstände auch. Zunächst ist sie eine Geisel, aber dann wird ihr dort von Cadell ein freies Leben ermöglicht. Wir folgen ihr manche Jahre durch ihre Abenteur mit den Rebellen.
    Mit 18 hat das Schicksal dann anderes mit ihr vor, der Sheriff hat sie als Verlobte immer noch nicht aufgegeben. Auch wenn die Situation völlig verfahren wirkt, zeigt sich plötzlich doch noch eine Möglichkeit auf Freiheit und Glück für sie.


    Das Buch ist flüssig zu lesen und spanned geschrieben. Ich fand die Charaktere, besonders Isabel, Ralph, Maurice und Cadell sehr sympatisch. Nach vielen vielen Jahren der Irrungen und Wirrungen, Isabel ist zum Schluß des Buches im Jahr 1169 schon 23 ahre alt, gibt es trotzdem ein gutes Ende.
    Mich haben ehrlich gesagt die vielen historischen Details bezüglich der ganzen familiären Verbindungen und vielfachen einzelnen Auseinandersetzungen, Verbündungen, Schlachten etwas verwirrt. Vielleicht bin ich da als Leser auch nicht geübt genug… Mich reizen an historischen Romanen weniger die zeitlichen Datails als die Lebensumstände der Menschen.
    Besonders das letzte Drittel konnte mich wieder ganz fesseln. Ich habe gespannt Isabels und Ralphs Geschichte bis zum Ende verfolgt.

    8 von 10 Punkten

  • Wales im Jahre 1146. Die junge Isabel de Carew wächst auf dem Familiensitz Llansteffan mehr oder weniger behütet auf, während in England ein Bürgerkrieg tobt. Doch die Waliser rebellieren unermüdlich gegen die neuen Machthaber und wollen ihr Land nicht hergeben. Isabels Großmutter Nesta, selbst zum Teil eine walisische Prinzessin, erzählt ihr Geschichten und das Mädchen ist fasziniert von dem wilden Land und dem Mut der Waliser.
    Um die Position der Normannen zu stärken, soll Isabel ein paar Jahre später den grausamen Sheriff von Pembroke heiraten. Auf der Reise nach Tenby lernt sie den gleichaltrigen Ralph kennen und es entwickelt sich eine Freundschaft, die über Jahre halten soll.
    Zwei Jahre soll Isabell schließlich in der Obhut von Lady Hayt, der Mutter des Sheriffs verbringen, bis sie für die Heirat alt genug ist. Doch dazu kommt es nicht, denn in der Nacht vor der Hochzeit greifen walisische Rebellen die Burg an und entführen Isabel. Ralph bleibt zurück, schwört aber, dass er Isabel finden wird.

    Diese findet unter den Walisern schnell ein neues Zuhause und schließt sich den Rebellen, die Nachkommen ihrer Großmutter Nesta sind, und ihrem Freiheitskampf an.

    Aber der Sheriff hat nicht vor, seine Braut widerstandslos seinen Feinden zu überlassen und schickt ausgerechnet Ralph, um sie zurückzuholen. Aber so einfach kann Isabel ihr Blut nicht verleugnen, denn ihr Herz schlägt längst für die Freiheit von Wales.


    "Das Blut der Rebellin" ist der zweite Wales-Roman, in dem es um das Geschlecht der Geraldines geht. Dieses Mal steht Nestas Enkelin Isabel im Mittelpunkt. Über einen Zeitraum von rund 20 Jahren erleben wir, wie sie vom wilden Mädchen, das gerne mit ihrer Steinschleuder übt, zur jungen Frau wird, die zusammen mit den Walisern für die Freiheit des Landes ihrer Väter kämpft. Ihr Dickkopf und ihr vorlautes Mundwerk bringen sie mehr als einmal in Schwierigkeiten und sie muss einiges erdulden während dieser Zeit, in der Frauen es nicht leicht haben.

    In Eira, die an der Seite ihres Mannes Maredudd für die Rebellen kämpft, findet sie schließlich eine Freundin und der walisische Fürst Cadell wird so etwas wie ein Vaterersatz für sie. Er hat nie vergessen, dass sie ihm einst das Leben rettete und ihr eigenes dabei riskierte.


    Auch hier gibt es wieder eine ganze Reihe von Personen und Namen, vor allen Dingen die walisischen sind nicht so einfach. Aber am Anfang des Buches gibt es eine hilfreiche Auflistung und man erfährt auch, welche Personen historisch sind.

    Wir begegnen auch einigen Charakteren aus "Die Tochter des letzten Königs", dem ersten Teil der Geraldine-Saga, wie z. B. Nesta oder auch ihren Söhnen, auch Henry, der von allen nur Harri genannt wurde und der der Sohn von König Henry von England war.

    Isabel erinnerte mich in ihrer Art sehr an Nesta, kein Wunder, ist sie ja auch ihre Enkelin. Ich mochte sie gleich, ihre offene und ehrliche Art und ihre Kämpfernatur.


    Sabrina Qunaj gelingt es mit ihrem Schreibstil die Vergangenheit lebendig werden zu lassen. Man merkt die Liebe und Begeisterung zu Wales, einem Land und einer Zeit, die in der Geschichte bisher wenig beachtet wurde.

    Isabels Geschichte ist mitreißend, manchmal humorvoll und emotional erzählt und bis auf ein paar kleinere Längen zwischendurch, ist das Buch von Anfang bis Ende spannend und unterhaltsam geschrieben. Die Sprache ist nicht zu altmodisch, aber auch nicht zu modern. Sabrina hat dazu auch ein paar Erklärungen im Nachwort abgegeben. Das übrigens auch wieder sehr interessant ist für alle historisch interessierten Leser.


    Muss man den Vorgängerband "Die Tochter des letzten Königs" gelesen haben, um "Das Blut der Rebellin" zu verstehen? Nein, muss man nicht. Sollte man aber, denn sonst verpasst man etwas. ;-) Von mir gibt es also eine uneingeschränkte Leseempfehlung für diesen historisch gut geschriebenen und recherchierten Roman. Und ich freue mich jetzt schon auf den dritten Teil der Geraldine-Saga.