'Lange hatte ich Angst in der Nacht' - Seiten 001 - 083

  • Suzanne gibt an einer Schule Schreibworkshops und hat einen Schüler, der findet, ihn als Waisenkind im Exil ginge die Aufgabe der nächsten Stunde nichts an. Das kann ja heiter werden für Suzanne, vielleicht ist er nicht der einzige Schüler, der so denkt?


    Dass jemand sich selbst als Waisenkind bezeichnet, finde ich sehr ungewöhnlich. Ungewöhnlich ist auch die Erzählung in der Du-Form, die sich nicht an den Leser richtet. Zwei Erzählstimmen, zwei Schrifttypen. Über den Schüler erfahren die Leser erst allmählich mehr - der Klappentext verrät schon viel zu viel.

  • Ich bin mit dem Abschnitt noch nicht ganz durch, schreibe aber schonmal einige Eindrücke auf, weil ich nicht weiß, ob ich heute Abend nochmal zum Lesen komme. Es ginge bei mir dann erst nach dem Eulentreffen weiter.



    Yasmine Ghata wählt eine interessante und ungewöhnliche Erzählperspektive, bei der sich mir sofort die Frage stellt: Wer ist das „Ich“, das dieses „Du“ ausspricht? Mein erster Gedanke war, dass es doch hoffentlich nicht eine Art Geist der Mutter sein sollte, so etwas Kitschiges würde doch wohl niemand machen!? Inzwischen (nach zwei Dritteln des Leseabschnitts) scheint klar zu sein, dass es sich um Suzanne handelt, die "beauftragt" wird, Arsènes Geschichte aufzuschreiben.

    Liegt hiermit im Prinzip eine Selbstlegitimation der Autorin vor? Denn schon nach den ersten Seiten habe ich mich gefragt, wie man als Französin an so eine Geschichte herankommt. Die passiert einem ja nicht einfach so oder lässt sich mit viel Fantasie erfinden. Sie muss einem, zumindest in vielen Aspekten, von einem Betroffenen „geschenkt“ werden. Hoffentlich geschenkt! Denn natürlich hätte die Autorin, die ja laut Klappentext Kreatives Schreiben an Schulen unterrichtet, alle Möglichkeiten, sich die Geschichten ihrer SchülerInnen auch einfach so zu eigen zu machen. Ich hoffe sehr, dass Arsène der Veröffentlichung seiner Geschichte tatsächlich in der beschriebenen Weise zugestimmt hat, und erwarte ein entsprechendes Nachwort.


    Bisher finde ich diese Geschichte von dem kleinen Jungen im Koffer sehr, sehr bewegend. Ich habe viele Bücher aus unterschiedlichen Perspektiven über den Völkermord in Ruanda gelesen, aber diese Sicht eines damals etwa sechs Jahre alten Kindes ist für mich neu. Und sie ist umso schmerzhafter, als es der Autorin m.E. gelingt, bei diesem kleinen Jungen die Ambivalenz zwischen Verstehen und Nicht-Verstehen(-Wollen) des Geschehens darzustellen. Die Du-Perspektive dabei lässt mich fragen, ob dieses schwer traumatisierte Kind (oder inzwischen eher der Jugendliche) tatsächlich bereits jemanden so nah an sich herangelassen hat oder ob das eher ein therapeutischer Wunsch ist.


    Allerdings frage ich mich, wie es LeserInnen ohne viel Hintergrundwissen zu diesem Genozid bei der Lektüre geht. Erschließen sich die Tatsachen von selbst? Fängt man an zu recherchieren? Wie bekannt und präsent sind die Geschehnisse in Ruanda 1994? Das ist für mich schwer nachzuvollziehen, da ich öfter mit Menschen (Tutsi) aus Ruanda zu tun hatte und der Genozid daher für mich persönlich sehr präsent ist. Aber ich frage mich, ob das Buch in dieser Hinsicht explizit genug ist oder ob man sich auch ohne viel konkretes historisches Hintergrundwissen die Zusammenhänge erschließen kann.

  • Wie diese Erzählform zustande kommt, wird im Laufe der Geschichte noch deutlich.


    Anfangs hatte ich den Eindruck, dass die Aufgabe aus verschiedenen Gründen schief gehen kann. Z. B., dass die Lehrerin sich mit dem Thema vergreift, weil sie noch nicht beurteilen kann, wie ihr Schüler seine traumatischen Erlebnisse verarbeitet hat. Oder dass die Pflegeeltern, Adoptiveltern das Projekt untersagen, weil sie sich mit der Wirkung auf den Jugendlichen sehr wohl auseinandergesetzt haben. Ein besonderer Schüler, dem sich eine Dozentin intensiv zuwendet, bringt vermutlich erhebliches Konfliktpotential in die Klasse hinein. Andererseits scheint die Autorin ja genau solche Schreibwerkstätten selbst an Schulen anzubieten.


    Bei Romanen, die unter Einwanderern oder Asylsuchenden in Frankreich spielen, scheint mir Frankreich immer viel erfahrener im Umfang mit den Einwanderer-Kulturen, weil sie ihre Einwanderer aus Nordafrika als Franzosen aufnehmen mussten. Das kann natürlich subjektiv sein, dass ich solche Geschichten von französischen Autoren schon öfter gelesen habe.


    Das Thema Ruanda kam bei uns automatisch mit Jungs und deren Freunden auf den Tisch. Wenn Referat-Themen selbst gewählt werden konnten, wurde "Kindersoldaten" oft von Jungs vorgeschlagen.

  • Habe den ersten Abschnitt durch.
    Bücher aus zwei Perspektiven habe ich schon öfter gelesen, dass eine davon in der "Du" Form ist, kannte ich bisher noch nicht (ausgenommen eine KG die aber komplett in der Form war). Ich nehme an, dadurch soll die Geschichte des Jungen Arsene noch eindringlicher wirken, da man so direkt in sein Leben hinengezogen wird. Er ist als 8jähriger von seiner Großmutter fortgeschickt worden, der Bürgerkrieg hat ihr Dorf in Ruanda erreicht und seine einzige Chance zu überleben, lag in der Flucht. Ich kann mir denken, warum keiner der Erwachsenen seiner Familie gegangen ist, auch, warum es die Großmutter und nicht die Mutter war, die ihn fortschickte. Er hat es, trotz widrigster Umstände, geschafft, wurde in Frankreich von einer verständnisvollen Familie adoptiert und hat sein früheres Leben, gemeinsam mit dem Koffer, weggeschlossen. Der Schreibworkshop scheint alte Wunden aufzubrechen. Die Auseinandersetzung mit seiner Vergangenheit ist nicht schmerzfrei. Das zeigt sich auch an seinem Verhalten....
    Suzanne die Schriftstellerin, geht sehr behutsam mit den Erinnerungen um. Fast wie eine Therapeutin. Das Thema, ein Gegenstand der Vergangenheit, passt ja auch zu ihr. Ihre Erinnerungen an ihren Vater, die Sachen von ihm, die sie als Kind heimlich gehortet hat.

  • Eine interessante Erzählform der Autorin. Erst dachte ich, Arséne betrachtet sich selbst von aussen, um seine Traumata zu verarbeiten. Es hat sich dann aber geklärt, da Suzanne seine Geschichte aufschreibt. Nun kann er nicht mehr aufhören zu erzählen. Alles, was er im Koffer verschlossen hat, dringt aus ihm heraus. Sehr eindringlich werden seine Erlebnisse geschildert.

    In beiden Erzählsträngen spielt das Trauma bei Kindern eine Rolle. Bei Suzanne den Verlust ihres Vaters. Hier ist mir aufgefallen dass der Nachname identisch mit der Autorin ist.

    Ob sie ihre eigene Geschichte aufarbeitet?



    Bei Romanen, die unter Einwanderern oder Asylsuchenden in Frankreich spielen, scheint mir Frankreich immer viel erfahrener im Umfang mit den Einwanderer-Kulturen....

    Frankreich hat aber auch massiv Probleme und Autoren in Deutschland befassen sich ebenfalls mit Einwanderer- Kulturen. Meist haben diese einen Migrationshintergrund, genauso wie in Frankreich.

    Aber ich frage mich, ob das Buch in dieser Hinsicht explizit genug ist oder ob man sich auch ohne viel konkretes historisches Hintergrundwissen die Zusammenhänge erschließen kann.

    Zwar ist es schon 25 Jahre her, aber die Ereignisse waren damals sehr präsent in den Medien. Wenn ich mich richtig erinnere gibt es einen Spielfilm. Vielleicht erfährt man noch mehr im nächsten Abschnitt.

    Die passiert einem ja nicht einfach so oder lässt sich mit viel Fantasie erfinden. Sie muss einem, zumindest in vielen Aspekten, von einem Betroffenen „geschenkt“ werden. Hoffentlich geschenkt!

    Ich denke die Autorin hat hier viele Erinnerungen einzelner Menschen in diesen Roman einfliessen lassen.

  • Alle Bücher von Ghata waren bisher biografisch oder bezogen sich auf die Familiengeschichte. Vielleicht ist es auch hier ein Teppich aus Ereignissen, die mehreren Personen geschehen sind.


    Die Du-Anrede hat auf mich sonderbar gewirkt (nicht negativ gemeint). Zuerst scheint ein jüngeres Kind beschrieben zu werden (das entspricht ja auch dem Zeitverlauf), bis die Beschreibung in der Gegenwart ankommt.


    Wenn die Erzählerin das Mittel oder das Werkzeug für den Jungen ist, wo bleibt er dabei selbst? Darf er widersprechen oder ergänzen? Vermutlich löst doch ihr Schreiben oder Erzählen weitere Erinnerungen aus?

  • Uh, kein leichtes Buch, muss grad erstmal die Eindrücke verarbeiten. Die Du Form ist komisch.


    Arsene hat Grausames erlebt

    Suzanne auch,bei ihr kann ich teilweise Vergangenheit und Gegenwart nicht immer unterscheiden.


    Arsene wird Suzanne seine Geschichte erzählen...


    Freu mich auf den Austausch mit euch morgen


    :sleep:gutenacht

  • Ich habe den ersten Teil in einem Rutsch gelesen. Das Buch gefällt mir und doch wieder nicht... Ich versuche, mein Gefühl zu erklären.

    Das Schicksal des Buben Arséne ist sehr tragisch, sehr zu Herzen gehend. Leider erfährt man von den tragischen Schicksalen der Opfer der Bürgerkriege viel zu wenig. Viele sind wahrscheinlich auch viel zu traumatisiert, um darüber zu reden.

    Und genau da beginnt bei diesem Buch mein Unbehagen. Dass sich ein so schwer traumatisierter Mensch, der das Unfassbare so lange in sich verschlossen hat, ausgerechnet einer Kursleiterin anvertraut und alles ausbreitet, das ist für mich eher ein Märchen als eine Tatsache. Aber gut, ich nehme mal an, es stimmt. Möglicherweise ist es auch einfacher, mit einer Außenstehenden zu reden als beispielsweise mit den Adoptiveltern.


    Aber dass Suzanne das Schicksal des Jungen dazu benützt (um ein weitaus stärkeres Wort zu vermeiden), auf ihr eigenes "tragisches" Schicksal hinzuweisen, das macht mich zornig. Ich will bestimmt nicht sagen, dass der Verlust des Vaters und der gewohnten Umgebung eine Bagatelle ist. Ich habe beides selber erlebt. Aber es würde mir nie einfallen, beide Schicksale auf eine Stufe zu stellen. Mir ist das einfach zu billig.


    Aber vielleicht ändere ich im zweiten Teil meine Meinung. Ich hoffe es.


    Vom Schreibstil her gefällt mir das Buch sehr gut, der Perspektivenwechsel stört mich überhaupt nicht.

  • ...

    Und genau da beginnt bei diesem Buch mein Unbehagen. Dass sich ein so schwer traumatisierter Mensch, der das Unfassbare so lange in sich verschlossen hat, ausgerechnet einer Kursleiterin anvertraut und alles ausbreitet, das ist für mich eher ein Märchen als eine Tatsache. Aber gut, ich nehme mal an, es stimmt. Möglicherweise ist es auch einfacher, mit einer Außenstehenden zu reden als beispielsweise mit den Adoptiveltern.

    Vielleicht ist Arséne gerade in einem Alter, in dem er seine Geschichte selbst verarbeitet - und der Koffer ist ein Vehikel dazu. Der Koffer hat ihn beschützt und getröstet, so dass der Junge inzwischen gestärkt aus den Erlebnissen hervorgehen kann. Die Adoptiveltern sind mit der Koffergeschichte sehr souverän umgegangen. Darum habe ich ziemlich großes Vertrauen in sie, dass sie z. B. professionelle Hilfe vom Jugendamt an der Seite haben und die therapeutische Bedeutung des Objekts erkennen. Er will ja seine Geschichte unbedingt erzählen, sie sprudelt aus ihm heraus ...

    Aber dass Suzanne das Schicksal des Jungen dazu benützt (um ein weitaus stärkeres Wort zu vermeiden), auf ihr eigenes "tragisches" Schicksal hinzuweisen, das macht mich zornig. Ich will bestimmt nicht sagen, dass der Verlust des Vaters und der gewohnten Umgebung eine Bagatelle ist. Ich habe beides selber erlebt. Aber es würde mir nie einfallen, beide Schicksale auf eine Stufe zu stellen. Mir ist das einfach zu billig.

    Susannes Kindheitserinnerungen fand ich zunächst auch unpassend, weil mit der Wohnung ja einiger Wohlstand demonstriert wird. Da fragst du dich, wird diese Frau aus diesen Verhältnissen das Kind aus Ruanda verstehen?


    Aber vielleicht platzt auch bei ihr gerade ein Knoten (unabhängig von Arsènes Geschichte) und sie muss sich genau jetzt damit auseinandersetzen. Sie ist als Kind auch verstummt und wirft auch einen Anker aus zu Gegenständen, die an ihren Vater erinnern.

  • Ich finde es leicht, meine Eindrücke zu dieser Geschichte in Worte zu fassen, sie sind so vielfältig.


    Mit solch überemotionaler Erzählweise habe ich oft meine Schwierigkeiten, aber hier komme ich erstaunlich gut damit zurecht, ganz besonders in den Passagen, die Arsène erzählt.

    Ganz am Anfang fand ich ein bisschen befremdlich wieviele Worte um diesen Koffer gemacht werden, welche Überwindung es Arsène kostet, sich ihm zu nähern, aber zu lesen, welche Symbiose er auf seiner Flucht mit diesem Koffer eingeht, hat mich unglaublich berührt. Und ich denke auch, dass es Suzanne mit ihrer einfühlsamen Art gelingt, da eine Tür aufzustoßen, Arsène einen kleinen Schritt in Richtung Bewältigung tut, indem er über die Ereignisse sprechen kann.

    Ich habe allerdings den Eindruck, dass Suzanne seine Erzählungen mit ihren eigenen Worten wiedergibt und ihre ganz persönlichen Emotionen hineinlegt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Arséne genau auf diese Weise erzählt.

    Suzanne hatte und hat vielleicht auch heute noch Probleme mit dem Tod ihres Vaters umzugehen. Ihre Mutter konnte ihr da scheinbar nicht viel helfen, m. E. hätte sie therapeutische Hilfe gebraucht. Mir kommt das nicht normal vor, aber ich kann das nicht wirklich beurteilen, ich habe meinen Vater heute noch.

    Wie es aussieht, hat Arsène mit seinen Adoptiveltern großes Glück gehabt. Das macht mich sehr froh.

  • Ich bin ebenfalls mit dem ersten Abschnitt durch und bin ganz gefesselt von dem Buch. Klar zunächst einmal ist da die ungewöhnliche Erzählperspektive in der Du-Form. Das habe ich so bis jetzt noch nirgends gesehen. Mittlerweile denke ich auch, dass Suzanne die Geschichte aufschreibt und Arsènes Geschichte so in ihre Worte packt. Ich frage mich dann allerdings, ob er ihr die Geschichte so detailliert beschrieben hätte bzw. inwieweit insbesondere die Gefühle des Jungen dareininterpretiert werden.


    Gut gefällt mir, dass das Buch in vielen kleinen Kapiteln geschrieben ist. So kann man immer mal wieder innehalten und über das Gelesene nachdenken, vielleicht mal zurückblättern und den ein oder anderen Satz noch einmal lesen, ohne direkt den Faden zu verlieren.

    Hier machen mir auch die Perspektivwechsel wenig aus, die mich in anderen Büchern häufig stören und die Geschichte schnell unübersichtlich werden lassen. Da finde ich es gut gelöst, dass Arsènes Geschichte eine andere Schriftart erhalten hat. So weiß man direkt, in welchem Strang man sich gerade befindet.

    hre Mutter konnte ihr da scheinbar nicht viel helfen, m. E. hätte sie therapeutische Hilfe gebraucht. Mir kommt das nicht normal vor, aber ich kann das nicht wirklich beurteilen, ich habe meinen Vater heute noch.

    Das habe ich mir beim Lesen auch gedacht, ja. Die Mutter scheint ja mit der Situation absolut überfordert gewesen zu sein. Selbst als sie ihr Kind mitten in der Nacht dabei "erwischt", wie sie mit alten Sachen ihres Vaters spielt, ignoriert sie das Ganze eher, als mit ihrer Tochter zu reden. Ich will nicht sagen, dass es für sie einfach gewesen wäre, aber ich glaube, dass insbesondere Kinder in solchen Situationen starke Unterstützung brauchen. Da ist es auch nicht hilfreich zu sagen, der Vater sei "fort"/"verschwunden". Denn das beflügelt doch die Fantasie der Kinder nur und sie erwarten, dass er irgendwann wieder kommt.

    Ich muss dazu sagen, dass ich selbst meinen Vater auch noch habe und auch keine Kinder habe. Ich kann also in beiden Fällen nicht aus eigener Erfahrung sprechen.


    Allerdings frage ich mich, wie es LeserInnen ohne viel Hintergrundwissen zu diesem Genozid bei der Lektüre geht. Erschließen sich die Tatsachen von selbst? Fängt man an zu recherchieren? Wie bekannt und präsent sind die Geschehnisse in Ruanda 1994? Das ist für mich schwer nachzuvollziehen, da ich öfter mit Menschen (Tutsi) aus Ruanda zu tun hatte und der Genozid daher für mich persönlich sehr präsent ist. Aber ich frage mich, ob das Buch in dieser Hinsicht explizit genug ist oder ob man sich auch ohne viel konkretes historisches Hintergrundwissen die Zusammenhänge erschließen kann.

    Schön, dass du es ansprichst. Ich habe genau dieses Problem. Ich habe schon überlegt zu googeln, warum genau Arsène fliehen musste und die Familie getötet wurde, habe dann aber erst einmal hier herein gelesen, da die Eulen ja meist mehr wissen und weiß nun zumindest, nach welchen Stichworten ich da suchen muss. Um die Geschehnisse in Ruanda mitbekommen zu haben, bin ich dann doch etwas zu jung und in der Schule wurden sie bei uns auch nicht behandelt bzw. wenn dann nur am Rande, sodass sie mir nicht im Gedächtnis geblieben sind.

    Ich finde es ein wenig schade, dass mir das Buch selbst hier noch nicht geholfen hat. Vielleicht wird im zweiten Teil oder in dem Interview am Ende noch weiter darauf eingegangen. Oder vielleicht wollte die Autorin auch gerade bewirken, dass man sich selber damit beschäftigt, denn dann bleiben solche Sachen doch meist eher "hängen", als wenn man sie auf dem Silbertablett präsentiert bekommt.

    :lesend Peter V. Brett; Das Leuchten der Magie

    :lesend Dörte Hansen; Altes Land (eBook)

    :lesend Joanne K. Rowling; Harry Potter und der Orden des Phönix (Hörbuch: Rufus Beck)

  • Schön, dass du es ansprichst. Ich habe genau dieses Problem. Ich habe schon überlegt zu googeln, warum genau Arsène fliehen musste und die Familie getötet wurde, habe dann aber erst einmal hier herein gelesen, da die Eulen ja meist mehr wissen und weiß nun zumindest, nach welchen Stichworten ich da suchen muss. Um die Geschehnisse in Ruanda mitbekommen zu haben, bin ich dann doch etwas zu jung und in der Schule wurden sie bei uns auch nicht behandelt bzw. wenn dann nur am Rande, sodass sie mir nicht im Gedächtnis geblieben sind.

    Ich finde es ein wenig schade, dass mir das Buch selbst hier noch nicht geholfen hat. Vielleicht wird im zweiten Teil oder in dem Interview am Ende noch weiter darauf eingegangen. Oder vielleicht wollte die Autorin auch gerade bewirken, dass man sich selber damit beschäftigt, denn dann bleiben solche Sachen doch meist eher "hängen", als wenn man sie auf dem Silbertablett präsentiert bekommt.


    Danke für deine Rückmeldung! Vielleicht kannst du dich am Ende des Buches nochmal dazu äußern, ob es für dich noch sinnvolle Hinweise auf die Hintergründe gab. Würde mich sehr interessieren, wie du das weiterhin wahrgenommen hast. :wave

  • Zwar ist es schon 25 Jahre her, aber die Ereignisse waren damals sehr präsent in den Medien. Wenn ich mich richtig erinnere gibt es einen Spielfilm.


    Ja, es gibt mehrere Spielfilme.


    Und nicht alle LeserInnen waren damals alt genug, um die Berichte in den Medien zu verfolgen. Oder haben sie, aus welchen Gründen auch immer, halt nicht wahrgenommen oder wieder vergessen. Daher habe ich mich gefragt, ob die Hinweise für genau solche LeserInnen ausreichend sind, weil ich das Buch in dieser Hinsicht als sehr knapp, wenn nicht gar kryptisch wahrnehme.